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Finanzwissenschaftler Raffelhüschen: Lehrer nicht mehr verbeamten

FREIBURG. Lehrer und Hochschullehrer sollen nach der Vorstellung von Finanzwissenschaftler Raffelhüschen nicht mehr in den Beamtenstatus erhoben werden. In der Schule gebe es keine hoheitlichen Aufgaben, meint er.

Der Freiburger Professor Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, hat einen anderen Umgang der Politik mit Beamten angemahnt. Er forderte im Interview mit dem “Focus”, grundsätzlich darauf zu verzichten, Lehrer und Hochschullehrer zu verbeamten. „Wir haben schlicht zu viele Beamte”, sagte der Finanzwissenschaftler dem Magazin. Er glaube „nicht, dass Lehrer oder Hochschullehrer hoheitliche Aufgaben wahrnehmen”, so Raffelhüschen. „Deshalb ist hier der Beamtenstatus auch nicht mehr zeitgemäß.”

Beamte seien für den Staat kurzfristig billig, aber langfristig teuer. „Da versteht man die Neigung, Neulinge zu verbeamten.” In der Folge verstärke dies die Effekte einer Politik zu Lasten der jüngeren Generation.

Zum Bericht: Beamtenbund fordert Verbeamtung von Lehrern bis zu 45 Jahren

 

5 Kommentare

  1. Der gute Mann hat allem Anschein nach vergessen, dass unser Beamtensystem den Staat am Funktionieren hält. Anders hätten wir wohl sehr bald die griechischen Zustände und allend halben würde Unterricht ausfallen, weil Lehrkräfte und andere “Beamten” streiken. Und Bildung als eine nicht-hoheitliche Aufgabe anzusehen! Der Herr ist seinen Professer nicht wert, wenn er schon unter Gedächtnisproblemen leidet: Professoren sind auch BEAMTEN.
    Ohne Bildung kann kein Mensch einen akademischen Grad erreichen oder gar einen Meistertitel erwerben. Der Staat stellt sicher, dass seine Bürger eine Schulbildung genissen (Schulpflicht). Was die Bürger aus ihrer Bildung machen, ist dannn ihr Bier. Um überhaupt Bildung zu gewährleisten, braucht es Personal, das Bildungsinhalte vermittelt. Und wer ist das in aller Regel: Lehrkräfte an allen Hoch-/Schulformen. Die Herrschaften haben ihre Pension aber dann auch mehr wie verdient, wenn sie sich entweder mit verzogenen oder unerzogenen Blagen und nervenden Studenten über 20 Jahre herumgeärgern haben. (Dass nicht alle SchülerInnen/StudentenInnen so sind ist mir klar! Aber man hat den Eindruck, dass erzogene Personen in der Minderheit sind!) Eine Pension bekommt man allerdings nur als Beamter, andern falls heißt es Rente.

  2. Eigentlich funktioniert das System Schule auch ohne Beamte. Angestellte Lehrer machen ihre Arbeit genauso gut – nur wesentlich billiger, wenn man das Lebenseinkommen rechnet. Also schafft für Lehrer das Beamtentum ab – oder die teuren Privilegien zu Lasten der Allgemeinheit und besonders der nachfolgenden Generationen.
    Ich vermisse leider von dieser Personengruppe den lautstarken Protest – vielleicht fehlt noch die Lobby.
    Liebe “Biene”, glauben Sie wirklich, dass wir angestellten Lehrer wie die “Fluglotsen” (oder andere) unsere Position ausnutzen??? Dann hätten wir sicher einen anderen Beruf ergriffen!

    • Nein, wehrter “Uli”, ich bezweifle, dass die angestellten Lehrkräfte so etwas machen. Aber vergessen Sie bitte nicht, schwarze Schafe gibt es überall. Als angestellter Lehrer haben Sie meines Wissens nach das Streikrecht, von dem ich in meinem obenstehenden Kommentar unterschwellig geschrieben habe, und damit können Sie sehr wohl den Schulbetrieb lahmlegen. Ein Beamter darf nicht Streiken – oder sehe ich das falsch? – ,was den Schulbetrieb sicherstellt, um nur bei der Schule zu bleiben.
      Bitte vergleichen Sie Fluglotsen nicht mit Lehrkräften. Lehrkräfte haben im Verhältnis gesehen weit weniger Verantwortung als Fluglotsen, deren Fehler Menschenleben kosten. Außerdem wird den Lehrkräften von den Eltern eine Verantwortung aufgebürdet, die nicht in den Bereich der Lehrkräfte gehören. Egal ob angestellt oder verbeamtet Lehrkräfte sind nicht dazu da, die Erziehungsmissstände oder -unfähigkeit der Eltern zu korrigieren.
      Wirklich gute Lehrkräfte werden dann an die privaten Schulen abwandern, weil sie dort besser bezahlt werden als an den öffentlichen. Das Beamtentum ist da auch ein Schutz für die öffentlichen Schulen diese Lehrkräfte zu halten! Sonst könnten sich bald nun noch die Besserverdienenden gute Schulen für ihre Sprösslinge leisten und die bleiben dann auch hübsch unter sich und ein Aufstieg durch Bildung wird so auch wieder erstickt.
      Haben Sie denn schon gehört, dass Lehrkräfte in naher Zukunft nach Leistung bezahlt werden sollen?

    • Bin Ihrer Meinung. Mir wäre lieber, die Lehrer wären Angestellte. Nicht nur wegen der Pensionen, die finanziell auf Dauer kaum mehr tragbar sind und die nachfolgenden Generationen unerträglich belasten, sondern auch wegen der Möglichkeit des Aufbegehrens durch Streik.
      Als Beamte genießen die Lehrer zwar gewisse Vorteile, dafür sind sie aber auf Gedeih und Verderb den Launen ihres Dienstherren ausgeliefert und zum Gehorsam gegen jede Vernunft gezwungen. Auch zum Wohle der Schüler wünsche ich mir Lehrer, die nicht am Nasenring der Verbeamtung durch jede Manege geführt werden, sondern aufbegehren können gegen unvernünftige Entscheidungen.
      Dazu müssten sie sich aber mit einer anderen Gewerkschaft als der GEW anfreunden, weil diese allein die Bildungsideologie rot-grüner Landesregierungen vertritt und nicht die realen Bedürfnisse der Lehrer und Schüler im Unterricht.
      Wen allerdings primär Gehalts- und Pensionsaspekte interessieren, der ist bei der GEW nicht schlechter aufgehoben als bei anderen Gewerkschaften und Lehrerverbänden.

  3. Bin gespannt, welche Länder bei der Abschaffung des Beamtentums für Lehrer voranschreiten 🙂 Mittlerweile sitzen in den Parlamenten ja mehr Juristen als Lehrer, dann müsste das doch zu schaffen sein. Ich denke aber, dass sich die Länder einig sein müssten – und zwar alle. Sonst wandern die Lehrer dort hin, wo sie verbeamtet werden – wie manche Länder leidvoll erfahren mussten. Für die MINT-Fächer würde der Lehrermangel dadurch wahrscheinlich noch größer werden, als er eh schon ist.

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