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Linke kritisiert Einsatz von Bundeswehroffizieren an Schulen

SCHWERIN. Das Auftreten von Bundeswehroffizieren an Schulen führt immer wieder zum Meinungsstreit. Nun hat das Schweriner Bildungsministerium eine «Handreichung» dazu herausgegeben. Die Linke lässt sich aber auch dadurch nicht von ihrem Widerspruch abbringen.

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Neuer Streit um den Einsatz von Bundeswehroffizieren an Schulen in Mecklenburg-Vorpommern: Nach Ansicht der Linken haben Soldaten im Schulunterricht prinzipiell nichts zu suchen. «Bereits durch ihr Vorfahren in Bundeswehr-Autos und das Auftreten in Uniform wird unverhohlen um Nachwuchs für die Armee geworben», erklärte die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Landtag, Simone Oldenburg, am Montag in Schwerin.

CDU-Landeschef und Innenminister Lorenz Caffier warf der Linken «Wahrnehmungsstörungen» vor. Die Jugendoffiziere informierten über die Sicherheits- und Verteidigungspolitik der Bundesrepublik und über Auslandseinsätze. Das sei nicht mit Nachwuchswerbung gleichzusetzen.

 

Oldenburg hatte auf die jetzt vom Bildungsministerium veröffentlichte «Handreichung zur Zusammenarbeit von Bundeswehr und Schule» reagiert. Sie forderte Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) auf, die Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr aufzulösen und sich verstärkt der Friedenserziehung zu widmen. «Zahlreiche Bundesländer verzichten bereits auf eine derartige Bevorzugung der Bundeswehr, denn mit politischer Bildung hat dies wenig zu tun. Dafür sind ohnehin die Lehrkräfte, die Landeszentrale für politische Bildung und die Elternhäuser zuständig», meinte Oldenburg.

Caffier reagierte mit scharfer Kritik: «Es ist nicht zu ertragen, mit welcher Verachtung den Staatsbürgern in Uniform, vor allem aus dem linken Lager, oftmals begegnet wird.» Angehörige der Bundeswehr seien an Friedensmissionen der Vereinten Nationen und der EU weltweit im Einsatz, um für Sicherheit in der Welt zu sorgen. Zudem hätten beim Hochwasser im vergangenen Jahr tausende Soldaten in Deutschland mit dafür gesorgt, dass die Jahrhundertflut meist glimpflich überstanden werden konnte. Caffier forderte einen respektvolleren Umgang mit der Bundeswehr und ermahnte die Linke, «ihre Einstellung zur Öffentlichkeitsarbeit der Bundeswehr zu überdenken».

 Zum Bericht: Bündnis schreibt offenen Brief an Kanzlerin Merkel zur Nachwuchswerbung der Bundeswehr

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