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VBE fordert Bilderbuch statt Bildschirm für Kinder

STUTTGART. Sprachentwicklungsstörungen zeigen sich schon früh im Kindergarten und setzen sich in der Grundschule fort, wenn Eltern und Erzieher nicht gezielt gegensteuern. Davor warnt der Verband Bildung und Erziehung Baden-Württemberg in einer Pressemitteilung. Kinder, die von klein auf ständig vor dem Fernsehapparat „geparkt“ würden, griffen später seltener zu einem Buch, um zu lesen und den Wortschatz zu erweitern.

Viele Unterrichtsmaterialen gibt es nicht mehr in Buchform, sondern gratis zum Download im Netz. Foto: Jeena Paradies / Flickr (CC BY 2.0)

Der VBE Baden-Württemberg fordert Eltern auf, ihren Kindern Bücher anzubieten statt den Fernseher. Foto: Jeena Paradies / Flickr (CC BY 2.0)

„Früher ließen Deutschlehrer ausschließlich wertvolle Kinder- und Jugendliteratur gelten, schimpften über sogenannte Schundliteratur und die Sprachverhunzung in Comic-Heftchen („hechel, lechz, grummel, boing“). Heute sind Lehrer über jeden ‚buchstabenscheuen‘ Schüler froh, der außerhalb des Klassenzimmers freiwillig Texte liest – und sei es die oft geschmähte Heftchen-Literatur“, so der Sprecher des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg. Immer mehr habe der Bildschirm daheim das gedruckte Wort verdrängt.

Kinder und Jugendliche bekommen über den Fernsehapparat und das Internet die ganze Welt in bunten Bildern frei Haus geliefert, könnten aber immer weniger mit Worten ausdrücken, was sie gesehen haben. Sprachentwicklungsstörungen bei Vor- und Grundschulkindern hätten deutlich zugenommen, heißt es im VBE-Schreiben. Jedes fünfte Kind – ob mit oder ohne Migrationshintergrund – habe mehr oder weniger mit Sprachproblemen und Spracharmut zu kämpfen.

Kinder könnten im Unterricht keine Geschichten aufschreiben, wenn ihnen dafür die Wörter fehlen. Aufsatzerziehung in der Schule funktioniere nur, wenn auch der nötige Wortschatz vorhanden sei. Eltern könnten ihre Kinder äußerst kostengünstig fördern, wenn sie ihnen sehr früh regelmäßig vorlesen würden, darüber redeten und lieber öfter Bilderbücher als den Bildschirm anböten.

Es sei nicht originäre Aufgabe eines Fernsehapparats, den Nachwuchs „ruhig zu stellen“. Der Bildschirm sei kein Babysitter und kein Elternersatz. Medienkompetenz könne sich nur durch Nachdenken und Reden über das Gesehene herausbilden. Dafür benötigten Kinder kompetente Erwachsene als Ansprechpartner. „Wenn Kinder täglich mehrere Stunden vor dem Fernsehapparat zubringen, bleibt einfach zu wenig Zeit, die Umwelt auf eigene Faust zu erkunden“, beklagt der VBE-Sprecher. Diese wichtigen Erfahrungen aus erster Hand fehlten den Schülern heute immer mehr. Das Kind könne im Fernsehen zwar eine Blume in Großaufnahme sehen, aber sie weder anfassen noch daran riechen.

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