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Mehrheit der Bürger in Deutschland fände Hotpants-Verbot in Schulen gut – allerdings: Jüngere sind dagegen

BERLIN. Eine Mehrheit der Bundesbürger fände ein generelles Verbot aufreizender Kleidung an Schulen richtig. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut YouGov, als es 1462 Menschen zum sogenannten Hotpants-Verbot an einer Realschule in Baden-Württemberg befragte. 51 Prozent der Teilnehmer würden demnach eine solche Regel an allen weiterführenden Schulen «voll und ganz» oder zumindest «eher» befürworten. 40 Prozent würden eine solche Vorschrift hingegen «eher» oder «ganz und gar» ablehnen.

Die Hotpants von Schülerinnen fallen mitunter sehr knapp aus. Foto: David Holt / flickr (CC BY-SA 2.0)

Die Hotpants von Schülerinnen fallen mitunter sehr knapp aus. Foto: David Holt / flickr (CC BY-SA 2.0)

Den Ausschlag gab dabei die Meinung der Frauen. 58 Prozent der Umfrageteilnehmerinnen sprachen sich für ein Verbot allzu freizügiger Kleidung an Schulen aus, nur 33 Prozent waren dagegen. Bei den Männern war das Meinungsbild mit 45:47 Prozent fast ausgeglichen. Tendenziell etwas stärker für ein Hotpants-Verbot waren Eltern von Kindern unter 18. Die jüngste Gruppe der Befragten – im Alter zwischen 18 und 24 Jahren – war anders als alle Älteren hingegen mit 52 Prozent mehrheitlich gegen ein Verbot. 40 Prozent von ihnen sprachen sich dafür aus, Hotpants aus Klassenzimmern zu verbannen.

Das Einschreiten einer Realschule in Horb gegen bauchfreie T-Shirts, Hotpants und andere knappe Kleidung der Schüler hatte in der vergangenen Woche eine bundesweite Debatte ausgelöst. Die Schulleiterin hatte in einem Elternbrief ankündigt, dass solche Kleidung künftig geahndet werde. Schülerinnen und Schüler sollten dann zwangsweise große T-Shirts überziehen. dpa

Zum Bericht: Hotpants-Verbot: Schulleiterin massiv unter Druck – will aber nicht weichen

3 Kommentare

  1. Zitat: Tendenziell etwas stärker für ein Hotpants-Verbot waren Eltern von Kindern unter 18.

    Und warum setzen die das gegenüber ihren Kindern nicht durch? Weil die Schule es nicht verbietet, heißt dass doch lange noch nicht, dass die Eltern es erlauben müssten.

    Ist wie übermäßigem Medienkonsum – wie oft erlebe ich Eltern, die einsehen, dass der übermäßie Medienkonsum nicht gut für ihren Nachwuchs ist, aber im Gespräch klagen, sie wüssten nicht, wie sie das abstellen sollten …

    • Warum nehmen sie an, dass die Mehrheit es nicht bei ihren Kindern „durchsetzt“ (bzw. im Einklang mit vernünftigen Kindern eine entsprechende Kleidungsgewohnheit hat)? Die Mehrheit der Jugendlichen trägt ja vernünftige und halbwegs ansehnliche Kleidung. Ich möchte vermuten, dass es eher die Kinder der Minderheit sind, von denen man Augenschmerzen bekommt.

  2. Wie kommen Sie zu der Aussage „dass die Mehrheit es nicht bei ihren Kindern durchsetzt“ , die ich so nie in den Raum geworfen habe?

    Der von mir zitierte Teil der Originalmeldung war, dass tendentiell die Mehrheit nicht volljähriger Kinder für ein schulisches Verbot von Hotpants bzw. entsprechender Kleidervorschriften an Schulen ist. Also gibt es auch eine Gruppe, der es egal ist, wie die eigenen Kinder sich in der Schule anziehen, und einen Teil, der nicht einverstanden ist, es aber auch nicht abstellen kann.

    Natürlich gibt es auch diejenigen, die ihre Kinder – wie schon zu Zeiten des Minirockes – „ordentlich“ gekleidet zur Schule schicken, nur dass die Kleidung auf dem Weg zur Schule sich verändert …

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