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Streit um Sexualkunde: Thüringer Regierung will nicht länger über Bildungsplan debattieren

ERFURT. Im Thüringer Landtag wird es wohl keine weitere ausführliche Debatte um den geplanten neuen Bildungsplan geben. Die CDU sieht Schüler und Eltern nicht genügend in die Entwicklung des Papiers einbezogen und warnt vor einer „Fühsexualisierung“. Doch die Regierungsmehrheit überstimmte die Opposition.

Die Opposition sieht weiter die Gefahr, dass in Thüringens Schulen Kinder zu früh mit dem Thema Sexualität konfrontiert werden. CDU und AfD warnten am Erfurter Landtag vor einer «Frühsexualisierung». In einem Entwurf des Bildungsplans wird im Kapitel «Physische und psychische Gesundheitsbildung» ausführlich dargelegt, wie wichtig der bewusste Umgang mit der eigenen Sexualität für Kinder und Jugendliche sei. Diese Formulierungen sind schon seit längerer Zeit umstritten.

 Kommt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität im neuen Thüringer Bildungsplan zu früh? Foto: Ross Griff / flickr (CC BY 2.0)

Kommt die Auseinandersetzung mit der eigenen Sexualität im neuen Thüringer Bildungsplan zu früh? Foto: Ross Griff / flickr (CC BY 2.0)

Entgegen eines Antrages der CDU-Fraktion soll es aber keine weitere ausführliche Debatte zum Bildungsplan geben. Die Abgeordneten der Regierungsfraktionen lehnten ein entsprechendes Ansinnen der CDU am Freitag mit ihrer Mehrheit der Stimmen ab. In den vergangenen Jahren hätten 150 Praxispartner aus dem Bildungsbereich an dem Plan mitgewirkt, sagte unter anderem Thüringens Bildungsstaatssekretärin, Gabi Ohler. Die bildungspolitische Sprecherin der Grüne-Fraktion, Astrid Rothe-Beinlich, sagte, vor diesem Hintergrund könne von einer mangelnden Einbeziehung Dritter nicht die Rede sein.

CDU-Vertreter hatten argumentiert, der Plan sei bisher unter anderem mit Schüler- und Elternvertretern noch nicht ausreichend besprochen worden. Deshalb müsse es eine weitere breite öffentliche Debatte um das Papier geben.

Zur Diskussion um die Sexualkunde sagte die AfD-Abgeordnete Corinna Herold, Rot-Rot-Grün wolle junge Menschen zu früh über Details der menschlichen Sexualität belehren. Das Bündnis aus Linke, SPD und Grüne wolle so aus ideologischen Gründen eigene Vorstellungen von Sexualität in die Klassenzimmer des Freistaats tragen. (dpa)

zum Bericht: Streit um Akzeptanz sexueller Vielfalt eskaliert: 25 Festnahmen nach Demonstration

72 Kommentare

  1. Das Argument mit den „150 Praxispartnern“ ist putzig. Als ob es auf die Anzahl ankäme und nicht um die inhaltliche Breite der Überzeugungen.
    So, die Mehrheit beschließt also, dass man nicht öffentlich mit der Minderheit diskutieren will, ähnlich wie in Baden-Württemberg auch. Wollen wir das demokratisch nennen? Wer gute Argumente hat, braucht keine Diskussion zu verweigern.

    • Da die „Argumente“, bzw. Lügen und Halbwahrheiten, der Bildungsgegner hinreichend widerlegt sind, bedarf es keiner „Diskussion“ mehr, um eine Verbesserung der Lebensrealität homo- und transsexueller SchülerInnen aus ideologischen Gründen noch länger sabotieren zu lassen.

      Wie „putzig“ finden Sie die jüngste Coming-Out-Studie? Mir kommt das kalte Kotzen, besonders wenn „besorgte Eltern“ mit der AfD, den herkömmlichen Adelscliquen und sonstigen Rechtskatholiken aus blankem Hass über Leichen gehen, und (jungen) Menschen das Leben zur Hölle machen – nur um sich als was Besseres zu fühlen, und auch weiterhin auf Homosexuelle drauftreten zu dürfen. Mittlerweile natürlich auch auf Flüchtlinge. Weil zwei Sündenböcke besser als einer sind.

      • Wollen Sie ernst genommen werden? Dann sollten Sie versuchen, sachlich zu argumentieren!

      • gemäß
        https://www.planet-schule.de/wissenspool/entscheide-dich/inhalt/hintergrund/das-coming-out-balanceakt-zwischen-akzeptanz-und-ablehnung.html
        outen sich die meisten Homosexuellen mit frühestens 17 öffentlich, zum teil weil sie sich erst innerlich sicher sein wollen (was mehrere Jahre dauert) und aus Angst vor der Reaktion ihrer Umwelt. die weiterführende Schule haben sie dann meist schon verlassen, weshalb eine Frühsexualisierung wie sie und die Politik sie fordern, nur für ganz wenige Fälle erforderlich ist. bei transsexuellen Menschen sind die Zahlen noch viel geringer und der Gesprächsbedarf nicht für eine Gruppe geeignet.

        Fazit: Deutschland hat angesichts der immer schlechteren fachlichen Kenntnisse der Erstsemester bzw. Ausbildungsanfänger und der erwiesenermaßen kontraproduktiven individuellen Förderung wichtigere Probleme als heterobashing durch übertriebene homophilisierung.

        • Volle Zustimmung.

          Warum wollen sich Schwule/Lesben eigentlich immer outen? Darüber haben wir hier auch schon mal debattiert.
          Wenn Schwulsein etwas Normales sein soll, dann muss ich darauf nicht ständig hinweisen.

          Lt. Aussage der Antidiskriminierungsstelle des Bundes sind ganze 3% der Schulen/Lesben in den Schule betroffen. Okay, das ist auch nicht in Ordnung, aber wenn wir über Ausgrenzung und Diskriminierung in Schulen sprechen, müsste sich für Gruppen eingesetzt werden, die zahlenmäßig deutlich stärker betroffen sind. Die werden aber im Bildungsplan nicht berücksichtigt.

          Ich halte diese Debatte für scheinheilig und nicht ehrlich. Durchgedrückt werden soll „Sexuelle Aufklärung“ im Sinne der Gender – Ideologie und den Vorstellungen der Schwulen- und Lesben – Verbänden. Besonderen Erfolg verspricht diese Indoktrinierung bei den Kleinsten, denn die widersprechen selten.
          Wer noch einigermaßen klar denken kann, kann dieses durchsichtige „Manöver“ nur ablehnen.

          • Ich verwies bereits auf das neueste Buch des bekannten Evolutionsbiologen Axel Meyer:

            „Adams Apfel und Evas Erbe:
            Wie Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer.“

            Hier eine Rezension auf Amazon:

            „In den hinteren Kapiteln wird Prof. Meyers Buch richtig heiß. Er erklärt hier dem gendertheorie-genervten Leser, was es wirklich mit „Intersexualität“ und „Diversity“ auf sich hat. Da gehen vielen Bürgern, denen vor lauter Multi-Geschlechtern, Sexualitäten, und „konstruierten Identitäten“ der Kopf brummt, einige Lichter auf. Nebenher entlarvt der Autor den Genderismus als das, was er ist: pseudo-wissenschaftlicher Humbug. Dabei verschließt sich der Professor gar nicht einmal der Forschung zu der Frage, was Frau und Mann ausmacht. Er stellt die Beantwortung aber auf eine streng wissenschaftlich-methodische Grundlage.“

            Dieser „Irrsinn“ verschlingt Milliarden an Steuergeldern, will uns mit pseudo – wissenschaftlichen Erkenntnissen diktieren, wie wir zu sprechen und zu leben haben und breitet sich in unserer Gesellschaft weiter hemmungslos aus.

            Was ist mit dieser Gesellschaft los, die sich in großen Teilen so vorführen lässt?

          • Schwulsein ist eben gesellschaftlich nicht das „Normale“. Das ist der Anspruch, der eingefordert wird aber eben noch lange nicht erreicht ist.

            Warum halten Kinder und Jugendliche mit sowas so lange hinter dem Berg? Wenn sie einfach mit 13,14 oder 15 rausfinden und offen dazu stehen könnten, müssten sie eben nicht irgendwann den großen Schritt machen, um dann ihre Sexualität so leben zu können, wie sie wollen.

            Genau dieses Outing bedeutet ja, aus dem Verborgenen kommen zu können und so sein zu können, wie man ist. Mit einem Outing wird eben auch ein gesellschaftliches Outing riskiert. Wie reagieren Eltern, wie Freunde und Verwandte. Wie wird man danach behandelt? Wird man verstossen, nicht mehr geachtet, beleidigt, ausgegrenzt.

            Haben Sie homosexuelle Bekannte und sich mit denen schon mal darüber unterhalten, wie sie ihre Jugend verlebt haben und was es bedeutete, nicht „normal“ zu sein und das gerade in einem Punkt wie Sexualität und Partnerschaft?

            Schwule und Lesben haben nicht ein gesteigertes Bedürfnis, jeden „ständig darauf hinzuweisen“, dass sie homosexuell sind. Vielleicht gehen da Ihre Bilder von bunten Gay Pride Paraden mit Ihnen durch, wo eine Gruppe von Schwulen und Lesben ganz explizit und auf eine besondere Weise nach außen tritt, aber eben nicht ALLE repräsentiert.

            Und was da „durchgedrückt“ werden soll ist genau das neue Verständnis von Normalität, dass es für jede und jeden in Ordnung ist, so zu sein, wie er oder sie ist oder sein möchte und davon nicht von anderen (Kindern) runtergemacht und ausgegrenzt zu werden.

          • Prof. Dr. Ulrich, Evolutionsbiologe aus Kassel lässt „kein gutes Haar“ an GM. Von Wissenschaftlichkeit will er in dem Zusammenhang gar nicht reden.
            Der Text ist etwas länger. Es lohnt sich dennoch, ihn zu lesen.

            Pressemitteilung: Stellungnahme Gender/HNA 27.08.2015
            U. Kutschera:
            „Gender-Forschung“ ist keine Wissenschaft
            Am 26. August 2015 wurde ich von einem Wirtschaftswissenschaftler aus Niedersachsen darüber
            informiert, dass zwei Tage zuvor die Hochschulleitung der Universität Kassel auf eine mir unbekannte Beschwerde des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) reagiert hat. Diese
            hinterhältige Vorgehensweise, sich an die Uni-Leitung zu wenden ohne mich vorher anzusprechen, ist ärgerlich. Die Studierenden warfen mir in ihrem undatierten Brief vor, ich hätte in einem
            Interview (rbb, 11.07.2015) die „Gender-Forschung“ diffamiert und „beleidigende Aussagen über Kolleg*innen“ verbreitet. Weiterhin wird mir vorgeworfen, ich hätte die Sozial- und
            Geisteswissenschaften nicht den Realwissenschaften (Physik, Chemie, Biologie, Geologie) gleichgestellt und diese in abwertenden Worten gekennzeichnet.
            Im Antwortschreiben der Hochschulleitung, das mir ebenfalls von dritter Seite verspätet zugesandt worden ist, verweist das Präsidium auf ihren Entwicklungsplan, in dem die Gleichberechtigung und eine Förderung qualifizierter Frauen festgeschrieben ist. Zu diesen Punkten
            möchte ich mich wie folgt äußern:

            1. Ein Berliner Journalist (Ingo Kahle) hat mich im rbb zu einer naturwissenschaftlichen Stellungnahme bzgl. der „Gender-Studies“ befragt und hierbei die ihm vorliegende 4. Auflage meines UTB-Lehrbuchs Evolutionsbiologie 2015 zugrunde gelegt. Ich habe somit mit Bezug zu diesem Lehrwerk argumentiert. Gemäß der „Gender-Theorie“ kommen Menschen als geschlechtsneutrale Unisex-Wesen auf die Welt und werden danach gesellschaftlich in eine männliche bzw. weibliche Richtung geprägt. Man benötigt kein biologisches Spezialwissen, um die Unsinnigkeit dieses geisteswissenschaftlichen Fundamental-Dogmas durchschauen zu können. Da ich von Herrn Kahle 30 Minuten lang mit derart widersinnigen Thesen (z. B. auch zur angeblich frei wählbaren homoerotischen Veranlagung) konfrontiert worden bin, habe ich, als forschender Biologe mit ca. 10 Buchveröffentlichungen und über 250 Fachpublikationen, so reagiert. Diese Fragen waren offensichtlich als Provokation eingebracht worden.

            2. Als international ausgewiesener Biowissenschaftler argumentiere ich ausschließlich auf Grundlage der aktuellen Fachliteratur: Private Meinungsäußerungen kommen in derartigen wissenschaftlichen Stellungnahmen nicht vor. Wie den Lehrenden und Studierenden bekannt ist, sind heute im Rahmen des Open-Access-Systems viele referierte Fachjournale, wie z. B. PLoS One oder Evolutionary Psychology, frei verfügbar (die Autoren zahlen horrende Page charges, um ihre Leser weltweit kostenfrei informieren zu können). Daher kann sich jeder Interessierte über all jene Punkte informieren, die ich im rbb-Interview, über das Lehrbuchswissen hinaus, geäußert habe – man benötigt nur einen Computer bzw. ein Handy sowie die entsprechenden Suchworte in englischer Sprache und findet sofort alle Fakten.

            3. Als ausgewiesener Frauenförderer und Befürworter der Gleichberechtigung qualifizierter Forscherinnen (belegt durch eine Urkunde des Präsidenten der Uni Frankfurt) muss ich
            Anschuldigungen bzgl. einer angeblichen „Anti-Gleichheits-Politik“ zurückweisen. Ich habe im Interview lediglich biologische Fakten dargelegt und die Geschlechteridentität hormonellchromosomal
            begründet. Weiterhin habe ich darauf hingewiesen, dass kulturell-gesellschaftliche Faktoren zu berücksichtigen sind und dargelegt, dass jegliche Form von Diskriminierung biologisch nicht zu rechtfertigen ist.

            4. Ich stimme mit meinen Kritikern überein, dass es ungeschickt ist, sich zuerst auf Interviews einzulassen, und erst im zweiten Schritt die Faktenlage in Buchform darzulegen.
            Sämtliche Aussagen im rbb-Interview kann ich durch solide Quellenangaben (UTB-Lehrbuch plus Fachbeiträge, z. B. in PLoS One oder Evolutionary Psychology) belegen. Es war von mir nicht
            korrekt, im humanistischen Pressedienst Anfang dieses Jahres die „Gender-Forschung“ als „Universitäre Pseudowissenschaft“ zu bezeichnen und erst 2016 mit einem Kompakt-Fachbuch die
            Argumente, Punkt für Punkt ausformuliert und mit Quellen belegt, nachzureichen. Inzwischen habe ich die relevante sozialwissenschaftliche Gender-Literatur durchgearbeitet (bis zur Urquelle „John Money et al. 1955“) und bin entsetzt und verärgert über das, was dort geschrieben steht. Dies ist ein Frontalangriff gegen rational-naturwissenschaftliches Denken, die Biomedizin als Ganzes sowie unsere naturalistische Wissenschaftstheorie. Nur durch eine umfangreiche Darlegung aller Behauptungen sowie deren Widerlegung kann dieser akademische Wildwuchs, den ich mit dem
            Kreationismus auf eine Stufe stelle, verbal in die Schranken gewiesen werden.“

          • Natürlich Prof. Dr. Ulrich Kutschera.

          • @mehrnachdenken.

            Ja, der Prof. Kutschera hat für Aufsehen gesorgt.

            Hier ein Artikel einer „Genderistin“, die sich fragt, warum die Ansicht von Prof. Kutschera so lautstarken Widerhall finden. Nebenbei räumt sie mit ein paar Vorstellung über das auf, was die „Gender-Theorie“ angeblich so alles will.

            Der Artikel will nicht überzeugen, sondern verstehen und klarstellen. Deshalb wirklich eine Empfehlung!

            http://www.zeit.de/kultur/2015-07/gender-studies-feminismus-10nach8/komplettansicht

            Hier ein kleiner Ausschnitt, weil das hier Thema war und so wunderbar zu gelis Anwurf an mich passt:

            „Denn, um es nochmals in aller Deutlichkeit zu sagen: Niemand, der sich ernsthaft mit Geschlechterforschung oder Gleichstellungspolitik beschäftigt, geht davon aus, dass wir immaterielle Wesen sind, die sich gänzlich nach Gusto selbst konstruieren, oder dass es keine körperliche, biologische, materielle Grundlage für die Menschen, so wie sie sind, gibt. Selbst die ungern gelesene aber gerne ablehnend erwähnte Judith Butler nicht. Auch behauptet niemand, dass es keine Unterschiede gäbe. Gerne nachgedacht wird hingegen darüber, welcher Art die Unterschiede zwischen den Menschen sind und was aus ihnen folgt.

            Wie kommt es also zu diesem breitenwirksamen Erfolg einer lautstarken Gruppe, die Gender falsch verstehen will und für den ersten Schritt in Richtung Untergang des Abendlandes hält?“

          • @Georg
            So, so, den Plan „sexuelle Vielfalt“ nennt die Autorin in der Zeit „progressive Aufklärung“.
            Was ich davon halte, habe ich bereits dargelegt.

            Vergleichen Sie bitte Prof. Kutscheras Darstellung mit der in der Zeit. In einigen Punkten wird der Prof. regelrecht falsch zitiert.
            Schreibt H. Kutschera nicht, dass er sich schon immer um die Förderung gut qualifizierter Frauen gekümmert hat?

            Nein, die GM – Feministen spüren, dass ihnen der „Boden unter den Füßen weggezogen wird“, wenn sich erst einmal Wissenschaftler vom Schlage Meyers oder Kutscheras mit ihrer so genannten Wissenschaft beschäftigen. In der direkten Auseinandersetzung mit der Evolutionsbiologie können sie nämlich nur verlieren. Bedauerlich, dass sich die Wissenschaft nicht viel eher zu Wort gemeldet hat, um diesem Gender – „Spuk“ ein schnelles Ende zu bereiten.
            Die zig Milliarden Steuergelder sind überall besser investiert als für GM.
            Jedenfalls bin ich sehr gespannt auf das für 2016 angekündigte Buch von Prof. Kutschera.

            Wenn Sie schon auf den Zeit- Artikel verweisen, dann sollten Sie auch die vielen Kommentare nennen, die nun gar nicht immer freundlich mit GM und der Autorin umgehen.

            Sie wissen auch, dass Norwegen schon seit etlichen Jahren GM den Geldhahn zugedreht hat? Ein Soziologe und Kabarettist hat mit simpelsten Methoden die Absurdität dieser Bewegung offengelegt.
            Das sollte doch in Deutschland auch möglich sein.

            „Georg“, es ist schon erstaunlich, dass Sie als Antwort auf Prof. Kutschera den Zeit – Artikel „aus dem Hut zaubern“. Offensichtlich beschäftigen Sie sich nicht erst seit heute mit der Thematik. Wer weiß, wer tatsächlich hinter „Georg“ steckt?

            Ein Ziel der Bewegung ist auf dem Kongress 1995 in Peking formuliert und verabschiedet worden: Sie wollen die Familie zerstören. Vor diesem Hintergrund sollten alle Aktitvitäten eingeordnet werden.
            Für mich ist das eine totalitäre Ideologie, die – wie ähnliche Ideologien auch – auf Samtpfoten und scheinbar unschuldig daher kommt, ihr eigentliches Ziel aber niemals aus den Augen verlieren wird.

          • Oooooch ich bitte Sie, mehrnachdenken, jetzt wird es blöd.

            Wer soll denn anderes hinter mir stecken, als ein gebildeter Sozialwissenschaftler, der in seinem Studium Zeit hatte, sich mit dem Thema zu beschäftigen und bei dem das für Einsichten gesorgt hat?

            Was wollen Sie mir denn unterstellen? Das ich bezahlt werden von der „Gender-Lobby“, um hier Unruhe in die traute Einigkeit derjenigen zu bringen, die sich mit dem Thema mit ziemlicher Sicherheit nur aus zweiter Hand beschäftigt haben? Bitte machen Sie sich nicht lächerlich.

            Und zu dem „aus dem Hut zaubern“. Ich bin vor kurzem über den Namen Kutschera und die Debatte gestolpert. Den Rest besorgten Google und 5 Minuten lesen. Das der Artikel so gut passt, hat mich überrascht und gefreut. Googlen Sie einfach mal „Kutschera“ und „Gender“, dann werden Sie merken, wie einfach es war. Und auf die Kommentare habe ich nicht verwiesen, sondern auf den Artikel.

            Und zu Norwegen: Tja, was soll ich sagen. EIN Institut mit global gesehen winzigem Budget in einem kleinen Land wird geschlossen und das dient Ihnen als ultimativer Beweis Ihrer These, dass die „GM-Feministen“ jetzt endgültig entlarvt wurden und auf dem absteigenden Ast sind?

            Ich glaube ich muss Sie da leider enttäuschen – eine Tendenz kann ich da beim besten Willen nicht erkennen.

          • danke für den kommentar.

            nehmen wir an, dass 10% der Schüler wissen, dass sie homosexuell sind, was meiner Meinung nach schon sehr viel ist. bei einer 1000er Schule sind das 100. Probleme haben nach ihrem Beitrag 3% davon, sprich ganze 3 von 1000. um diese 3 wird dieser bohei gemacht. ihnen ernsthaft helfen kann nur ein Psychotherapeut in Einzelberatung, also eine Schule auf keinen Fall.

          • Homosexuelle Menschen haben nicht grundlegend ein psychologisches Problem.

            Homosexuelle Menschen haben ein Problem mit der Welt um sie herum, die sie als nicht normal ansieht und sie dann auch genau so behandelt. Die Welt und ihre Normalitätsvorstellung ist das Problem, denn sie macht Homo-, Trans- und Intersexualität zu einem. Die Mehrheit dominiert die Minderheit und will ihr ihre Vorstellung und Willen aufzwängen.

            Und ich weiß auch nicht, wo Sie die 3 von 100 auf einmal herzaubern.

            Und den „Bohei“, der hier gemacht wird, entsteht durch die permanente Weigerung der heterosexuellen Mehrheit, auch andere Lebens- und Liebesformen als Normalität neben sich zu akzeptieren und das dann auch in Schulbüchern sp darzustellen.

            Oder haben Sie irgendwas an der die Art und Weise auszusetzen, wie es z. B. der Klett-Verlag handhabt?

          • Baaah, ich wiederhole mich. Aber irgendwie scheint das auch notwendig zu sein.

        • Heterobashing? Homophilisierung? Interessante Wortschöpfungen.

          Ist „hetero“ das neue Schimpfwort auf Schulhöfen? Müssen in der Öffentlichkeit Heteros mit schrägen Blicken, Anfeindungen, Übergriffen auf der Straße rechnen, wenn sie Händchen halten oder sich küssen? Ist „hetero“ also das neue „homo“?

          Und „Homophilisierung“? Was ist denn damit gemeint? Meint es, das homosexuelle Partnerschaften gleichberechtigt neben Heterofamilien dargestellt und nicht als das Abnormale ausgespart werden? So wie hier zum Beispiel?

          https://klettbib.livebook.de/978-3-12-408810-9/

          (S. 60/61)

          • Ganz einfach: Durch diese Frühsexualisierung, initiiert von den LeSBiTiTiKaKaohneIQ-Lobbyisten werden die Unterrichtsschwerpunkte zumindest gefühlt auf die nicht-heterosexuelle Orientierung verschoben, was einer Diskriminierung der heterosexuellen Mehrheit entspricht.

            Schräge Blicke ernten von mir auch Heteropaare, die sich in aller Öffentlichkeit gegenseitig die Mandeln massieren.

            Das Buch in Ihrem Link habe ich kurz durchgeblättert, die von Ihnen genannte Stelle habe ich allerdings spontan nicht gefunden. Ich werte das aber positiv, weil das Buch nicht seitenweise mit diesem inhaltsfreien Genderquatsch gefüllt ist.

          • @mehrnachdenken: Niemand schreibt Ihnen vor, wie sie zu leben haben. Verzeihung, aber das ist Humbug. Sie sollen nicht schwul werden oder plötzlich trans oder sich umoperieren lassen. Genauso wenig soll das Kinder in Schulen.

            Es geht um Repräsentation und Normalität für diejenigen, die als nicht normal gelten und deshalb auch nicht repräsentiert werden. Und „normal“ ist Homosexualität erst dann, wenn es schwule Liebesfilme ins Mainstream-Kino bzw. das Abendprogramm der Fernsehsender schaffen.

            Und zu Ihrem Buchverweis: Ja, das ist EIN Buch von EINEM Wissenschaftler und er steht dem ablehnend gegenüber, deshalb ist er eindeutiger Zeuge für die Wahrheit.

            Sorry, aber wenn ihnen neun von zehn Wissenschaftlerinnen sagen, dass eine Brücke einsturzgefährdet ist und eine sagt, die hält, was würden Sie tun?

          • Welche „Familien“ – Formen vermissen Sie denn auf besagten Seiten? Ich sehe sogar zwei Frauen mit einem Kind, also wohl ein lesbisches Paar.

            Und ja, auch mich stößt ab, wenn sich Heteros in aller Öffentlichkeit
            „knutschen“.

            Bei jüngeren Leuten habe ich manchmal den Eindruck, dass damit lediglich Aufmerksamkeit erzeugt werden soll. Anders ausgedrückt: Jemand will sich wichtig machen.

            Ich bin vielleicht altmodsich, aber ich halte noch viel davon, mein Beziehungsleben vor der Öffentlichkeit zu schützen.

            Sollten Sch ein heterosexuelles Lehrerpärchen beim Austausch von Zärtlichkeiten „erwischen“, werden sie mit Sicherheit darüber auch lästern und sich lustig machen.

          • Doch, GM will mir vorschreiben, wie ich zu sprechen habe. Früher hieß es z.B. „Schüler“ und alle wussten, dass damit auch die „Schülerinnen“ gemeint sind.
            Heute wagt es kaum noch jemand, nicht beide Geschlechter zu nennen, weil ihm dann umgehend von Grünen, Linken oder aus Feministinnenkreisen Frauenfeindlichkeit vorgeworfen würde.
            Aus „Studentenwerk“ wird mal schnell „Studierendenwerk“ oder aus dem Professor „Herr Professorin“.

            GM hat ein grundsätzliches Problem mit allem Männlichen. Ist es nicht so, dass alle so genannten Lehrstühle oder besser Leerstühle von Frauen geleitet werden?
            Am liebsten würden sie wohl den Nachweis antreten,dass es nur weibliche Erdenbürger gibt.
            Dagegen stehen dann aber hervorragende Wissenschaftler wie z.B. Axel Meyer, der die „Ergüsse“ von GM sehr überzeugend als totalen Blödsinn entlarvt.
            Kein seriöser Biologe wird ihm widersprechen.

    • 150 LOBBYpartner, die mit der Regierung in Sachen „sexuelle Vielfalt im Unterricht“ mehr oder weniger am gleichen Strick ziehen, haben mit einer „Einbeziehung Dritter“ und demokratischem Gebaren wirklich sehr wenig zu tun.
      Es ist ärgerlich, wie die „die bildungspolitische Sprecherin der Grüne-Fraktion“ den Abbruch der Debatte über den Bildungsplan begründet.
      Hoffentlich ziehen nicht nur die Bürger Thüringens daraus ihre Schlüsse und bemerken diesen ständigen Widerspruch bei Politikern zwischen Predigen und Handeln.

      @Dingens
      Ihr Kommentar wirft weder ein gutes Licht auf Sie noch auf Ihre Meinung.

      • Mir fällt immer wieder auf, dass Vertreter für die sexuelle Vielfalt in der Schule (wie Dingens) verbal sehr agressiv und pöpelhaft sind. Allein das stört mich dermassen, dass ich automatisch denke ‚bloß nicht etwas, das diese Leute vertreten. Das kann nicht gut sein‘. Überhaupt kommen mir die vielen Antikämpfer gegen Diskriminierung, Fremdenhass, Rassismus, Rechts, Intoleranz, Ungerechtigkeit und wie sie noch alle heißen, viel bedrohlicher vor als die friedlichen, nicht radikalen Leute, die sie bekämpfen. Sie wirken wie Hooligans mit schönem Vereinsnamen, der zu Lust an Agressionen aufruft oder sie zumndest entschuldigt.

  2. @ xxx

    Jaja, der „inhaltsfreie Genderquatsch“ – die Schwuppen und ihre familien- und heterofeindlichen Marotten. Bald darf ich auf der Straße meine Frau nicht mehr an der Hand halten.

    Aber Spass beiseite: Auf S. 60/61 werden verschiedene Familienmodelle gleichberechtigt nebeneinander gestellt, unter anderem eine Mutter-Mutter-Kind Familie.

    Ansonsten hier nochmal der Link zum Thema Vielfalt in Klett Schulbüchern. Aber eine kleine Vorwarnung: Schauen Sie, ob Sie sich das wirklich auf einen Sonntag ankucken wollen, denn da geht ihnen sicher die Hutschnur hoch… 😉

    http://www.klett.de/thema/vielfalt

    • Und: Ihr „LeSBiTiTiKaKaohneIQ“ finde ich nicht gerade niveauvoll. Aber das soll es ja auch nicht sein, sondern allein die Gegenseite herabwürdigen, deligitimieren und aus dem Feld der sachlichen Argumentation drängen.

      • Offensichtlich sind Sie schon so sehr vom Gender-Mainstreaming indoktriniert worden, dass Sie nicht erkannten, wenn ich mit „LeSBiTiTiKaKaohneIQ“ meine. Es sind nicht die LSBTTIQ-Menschen selbst (Lesben, Schwulen usw.), sondern die Gender-Mainstreamer, die die ganzen politisch korrekten Worthülsen erfunden und mit wissenschaftlich kaum haltbaren Studien begründen. Daher ja auch mein Zusatz „ohneIQ“. Blöderweise ist der IQ der Politiker nicht hoch genug, den Quatsch als solchen zu erkennen oder sie haben nicht den Mut, sich offen gegen diesen Quatsch zu stellen, z.B. weil das ihre Wiederwahl oder ihren parteiinternen Aufstieg gefährdet.

        Natürlich sollen homosexuelle Partnerschaften den heterosexuellen gleichgestellt werden, Gewalt gegen Schwule, Lesben usw. aufgrund ihrer Gesinnung gehört hart bestraft. Zwei sich gegenseitig mit ihren Zungen die Mandeln massierende Menschen egal welchen Geschlechts haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen, dagegen finde ich es schön, ein verliebtes Paar egal welchen Geschlechts Hand in Hand durch den Park oder sonst wo spazieren zu sehen. Mit meiner Abneigung gegen Gender Mainstreaming und sexuellen Handlungen in der Öffentlichkeit hat das nichts zu tun.

        Gilt ein Vater, der mit seiner 3-jährigen Tochter ins Schwimmbad geht, sich mit ihr aus Platzgründen in der Herren-Gemeinschaftsumkleide umzieht und der seine Tochter sichtlich so vergöttert, dass man ihm die Eifersucht auf ihren ersten echten festen Freund mit 16 Jahren oder so schon deutlich ansieht, als pädophil? Wenn es so weiter geht möglicherweise schon — und das gerade wegen des Gender-Unsinns.

        • Ich denke, ich habe Sie schon richtig verstanden: Es geht Ihnen genau um die Geschlechter oder „Genderquatsch“-Forschung und die „Lobby“, die dahinter steht. Sie wollen sie als nicht-wissenschaftlich brandmarken und damit zu reinen unbegründeten und interessengeleiteten Meinung degradieren. Das macht dann den Umgang leichter, weil es ja keine seriöse Forschung ist.

          Und im Endeffekt wollen Sie auch mich delegitimieren, wenn Sie mich als indoktriniert bezeichnen. Dann bin ich ja verblendet, nicht mehr ernst zu nehmen, gehirngewaschen, irrtional und habe den „gesunden Menschenverstand“ nicht mehr, auf den sich dann in solchen Diskussionen immer gern berufen wird (ohne kenntlich zu machen, was das eigentlich sein soll. Aber es klingt halt so gut und unterstellt dem Gegenüber automatisch, diesen schon verloren zu haben, also quasi verrückt zu sein.)

          • Ist das Brandmarken und Delegitimieren? Vielleicht haben Sie recht, da will ich lieber nicht widersprechen. Soweit ich Ihre aktuellen und früheren Kommentare kenne, sind Sie ein Meister im Brandmarken und Delegitimieren.
            Ihren Ahnungen auf diesem Gebiet etwas entgegen zu halten, wäre anmaßend.

        • Und beim besten Willen: Ich weiß nicht, was dieses Beispiel mit der Diskussion um Gender als sozialem Geschlecht und Gendermainstreaming als Ansatz „unterschiedlichen Lebenssituationen und Interessen von Frauen und Männern bei allen Entscheidungen auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu berücksichtigen, um so die Gleichstellung der Geschlechter durchzusetzen“ (Wikipedia) zu tun haben soll.

          „Gilt ein Vater, der mit seiner 3-jährigen Tochter ins Schwimmbad geht, sich mit ihr aus Platzgründen in der Herren-Gemeinschaftsumkleide umzieht und der seine Tochter sichtlich so vergöttert, dass man ihm die Eifersucht auf ihren ersten echten festen Freund mit 16 Jahren oder so schon deutlich ansieht, als pädophil? Wenn es so weiter geht möglicherweise schon — und das gerade wegen des Gender-Unsinns.“

          Da gehts um eine Padophilie- und Strafrechtsdiskussion und das ist etwas vollkommen anderes.

    • Ach: ihnen platzt die Hutschnur und der Hut geht hoch – kleiner Fehler meinerseits. Aber bei Ihnen klappt vielleicht ja auch beides. Deshalb: Vorsicht mit dem Link! 😉

      • Ich besitze keinen Hut. Mir platzt aber die sprichwörtliche Hutschnur, wenn Leute wie Sie kritische Stimmen zum Thema Gender-Mainstream als kritische Stimmen gegen nicht-heterosexuelle Menschen umdeuten.

    • Ja, die Gesellschaft wird bunter. Ja, es gibt neben der traditionellen Familie auch andere Lebensformen.
      Ja, es gibt heterosexuelle Menschen und gleichgeschlechtliche.
      Wie aber sehen die Zahlenverhältnisse aus?

      Da fängt mein Problem an. Es drängt sich mir der Eindruck auf, als ob GM und die Schwulen – Lobbygruppe vor allem über die sexuelle Früherziehung die Heteros fast schon als Randgruppe darzustellen versuchen, während sie sich selbst in den Mittelpunkt rücken.
      Dazu passt dann auch die verrückte“ Vorstellung, dass unser Geschlecht nicht biologisch, sondern sozial bestimmt wird.
      Es tut mir leid, das nenne ich nicht „sexuelle Aufklärung“, sondern Indoktrination nach ideologischen Mustern, die uns aus unserer Geschichte hinlänglich bekannt sind.

      Ganz nebenbei, kleine Kinder brauchen nach Aussagen maßgeblicher Kinderspychologen nicht aufgeklärt zu werden. Das überfordert sie sogar. Wenn sie etwas wissen wollen, fragen sie schon.

      • Lieber mehrnachdenken,

        ich frage mich, woher diese Ängste kommen

        Glauben Sie mir: niemand will Heten als Randgruppe darstellen. Ich kenne ne Menge Schwule und Lesben und da führt niemand einen Kreuzzug gegen Heteros. Alles was die Leute wollen, ist ein normales Leben führen können, wie es Heten auch tun, ohne all die beschriebenen Folgen.

        Normal werden aber nicht-heterosexuelle Lebensweisen nicht nur dadurch, dass man das in Sonntagsreden immer wieder betont, sondern daß das in der Gesellschaft auch als solches sichtbar und gelebt wird. Und das passiert, wenn wir es den Kinder als etwas Normales beibringen, wie wir ihnen auch andere Dinge in der Welt da draußen erklären.

        Und Sie können ja nun nicht wirklich behaupten, dass die ganze „Schwuppenlobby“ versuchen würde, Heterofamilien aus den Schulbüchern zu verdrängen und sich als einziegen Standard zu setzen. Es geht um eine Ergänzung (wie im Klett Buch so schön zu sehen) während es den Gegner im Kern um ein „Alles soll so bleiben wie es ist“ inklusive Nichtzulassung der Darstellung von Nichtheten geht. Wer bei welcher Position zu kurz kommt, ist doch recht ersichtlich, oder?

        Und für das Problem mit der sozialen Bestimmung des Geschlechts: Ich empfehle Ihnen als Lektüre Judith Butlers „Das Unbehagen der Geschlechter“. Da fing das mit der ganzen „Ideologisierung“, „Genderquatsch“ und „Genderindoktrinierung“ so richtig doll an. Wenn Sie es nicht lesen wollen, weil sie das interessant finden könnten, dann kann ich zumindest sagen: Know your enemy!

        Vielleicht öffnet es ihnen aber auch die Augen, wer weiß… 🙂

        • Ach, noch zwei Ergänzungen: Warum sich so viele Frauen, vielleicht auch lesbische, auf den Lehrstühlen finden?

          Nun, wenn sie seit ihrer Jugend Diskriminierung und Herabwürdigung erfahren und dagegen ankämpfen müsen, beschäftigen sie sich logischerweise auch mehr mit der Thematik. Sie wählen Schwerpunkte ihn ihrem Studium, schreiben ihre Abschlussarbeit zu solchen Themen, promovieren dazu, arbeiten in Forschungsprojekten, habilitieren sich, bekommen irgendwann eine Berufung auf einen Lehrstuhl.

          Wichtige Prägungen in unserer Jugend beeinflussen unsere Studien- und Berufswahl bzw. Themen, die uns in unserem Leben beschäftigen. Das ist das „Normalste“ der Welt.

          Oder haben Sie als weißer, heterosexueller Mittelschichtsmann (ich nehme das mal so an und formuliere das vollkommen wertungsfrei) schon vorher mal mit Homosexualität, Rassismus und den Problemen armer Menschen bzw. der Unterschicht beschäftigt? Ich will nicht sagen, dass das überhaupt nicht passiert, aber es ist wesentlich unwahrscheinlicher, dass man sich mit Minderheitproblemen beschäftigt, wenn man selbst Mitglied der sorglosen Mehrheit (oder der unhinterfragte Standard, also „Normalfall“) ist.

          Und das mit dem „Problem mit der Männlichkeit“ sehe ich auch nicht. „Männlichkeit“ wird dann zum Problem, wenn es sich selbst als Standard setzt, an dem sich alle anderen zu orientieren haben und „Weiblichkeit“ oder alles, was es sonst noch an geschlechtlichen Identitäten gibt, degradiert. „Männlichkeit“ kann also gern „Männlichkeit“ bleiben – wenn es anderes neben sich dulden und als „normal“ akzeptieren kann.

          Es gibt also keinen Grund für Kastrationsängste… 😉

        • Die Empfehlung von Judith Butlers Buch dürfte endgültig klar machen, dass Sie glühender Genderist sind, der ganz anderes verfolgt als den Schutz und die Anerkennung armer, angeblich diffamierter Minderheiten.
          Sie wollen eine Gesellschaft im Sinne von Gender. Mir graut davor und ich wünsche sehnlichst, dass sich die breite Öffentlichkeit endlich mehr mit dem Schreckensszenario von Gender beschäftigt, das uns in Riesenschritten auf den Leib rückt.
          In der Eigenwerbung heißt es: Gleichheit, Gerechtigkeit, Menschlichkeit, Toleranz und gegenseitiger Respekt.
          In Wahrheit ist es Bevormundung und Bekämpfung individueller Unterschiede, die Persönlichkeit ausmachen.

          • Geht diese Bewegung in ihren Ursprüngen nicht auf den Marxismus – Leninismus zurück?
            Wie der praktiziert wurde, naja, das muss ich nicht weiter ausführen.

          • Haaahaaaaa geli, „glühender Genderist“ ist super, das habe ich auch noch nicht gehört. Davon hätte ich gern einen Button oder ein hübsches Schild, um es mir auf den Tisch zu stellen.

            Verzeihen Sie aber ich vermute mal blind und gebe meinen Eindruch wieder: Ich glaube Sie haben schlicht nicht verstanden, worum es geht. Und obwohl das scheinbar für Sie das absolute Sakrileg zu sen scheint, haben sie sich mit ziemlicher Sicherheit auch noch nie ernsthaft an das Buch von Judith Butler herangewagt. Trotzdem wissen sie aber ganz sicher, was darin steht und das es das pure Teufelszeug sein muss. Sorry, aber so funktioniert wissenschaftlich orientierte Debatte nicht.

            Und dann noch: Es ist schon bezeichnend, das sich hier derjenige, der penetrant für die Rechte des Individuums und von Minderheiten und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung argumentiert (ohne dabei der „Mehrheit“ ihre Rechte abzusprechen, wohlgemerkt!), sich von Ihnen unterstellen lassen muss, „Bevormundung und Bekämpfung individueller Unterschiede, die Persönlichkeit ausmachen“ zu propagieren.

            Ich finde das schräg und wirklich merkwürdig.

          • @ geli

            Ach und als Ergänzung zu Ihrem obenstehenden Kommentar: Bitte arbeiten Sie doch mit Nachweisen, wenn Sie mir brandmarkende und delegitimierende Argumentationen vorwerfen. Auch das gehört zur wissenschaftlichen Sorgfalt.

            Und falls Sie die nicht haben, verzichten Sie sich doch bitte auf solche raunenden Unterstellungen und konzentrieren sich wieder auf die Debatte.

            Danke!

          • @ mehrnachdenken

            Butlers Denken hat seinen Ursprung im sogenannten Poststrukturalismus, einer französischen Theorieschule im Anschluss an z. B. Michel Foucault und wird von klassischen Marxisten abgelehnt.

            Aus der Richtung brauchen Sie also keine Gefahr erwarten.

  3. @Georg
    Schwulsein ist gesellschaftlich tatsächlich nicht das Normale. Es dazu machen zu wollen, ist ebenfalls nicht normal, sondern Gehirnwäsche nach Nazi-Art, gegen die Sie doch immer so leidenschaftlich vorgehen.
    Die Heterosexualität entspricht nun mal dem Durchschnitt der Menschen. Und nichts anderes bedeutet „normal“. Wenn Sie da Ablehnung, Diffamierung und Feindschaft hineininterpretieren wollen, ist das Ihre Sache. Ihrem Gefühl und Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Schlimm wird es aber, wenn Sie anderen die eigenen Gefühle unterjubeln wollen, um sich frei von allem Bösen zu fühlen.
    Mich wundert, dass so wenige bemerken, dass hinter dem ganzen Toleranz-Gequatsche eigene Dunkelphänomene stecken könnten, die dann umgemünzt werden in den völlig übertriebenen Fingerzeig auf andere.
    Eine Ablehnung von Homophobie, die so übersteigert ist, dass sie zum blinden Kreuzzug ausartet und Homosexualität zur Norm erheben will, obwohl sie das nachweislich nicht ist, hat nichts mehr mit gesunder Anerkennung und Unterstützung sexueller Minderheiten zu tun. Da sind ganz andere Interessen am Werk.

    • Wow, mestro, das Statement kann man sich so wirklich einrahmen. Nazivorwurf, Gehirnwäsche, Gefühle unterjubeln wollen, Dunkelphänomene, blinder Kreuzzug, (geheime) Interessen die da am Werk sind. So viele Sachen auf einmal habe ich auch schon lange nicht mehr aufs Brot geschmiert bekommen

      Das sind reichlich viele und wirkich große Keulen, die sie da auspacken, finden Sie nicht auch?

      Werden Sie doch lieber mal konkret, wenn sie von „gesunder Anerkennung und Unterstützung“ sprechen. Sind so Sachen wie die Klett-Schulbücher oder der schwule Kuss und Film im Abendprogramm für Sie ungesund? Oder die Thematisierung im Bio- oder Sozialkundeunterricht?

      Und: Normalität heisst nicht Mehrheit. Oder sind Sie in allen ihren Eigenschaften, Vorlieben und Merkmalen Mehrheit bzw. wollen als „unnormal“ gelten, weil sie es in anderen Punkten nicht sind? „Normal“ ist, dass Homosexualität eine Gegebenheit ist, die von der Mehrheit aber als unnatürliche, perverse, anormale, widerliche, younameit Abweichung deklariert wurde und leider von zu vielen immer noch wird.

      Und genau das ist eine Frage von Bildung und Erziehung. Die Würde des Menschen ist unantastbar, die Freiheit des Einzelnen in dieser Gesellschaft das höchste Gut. Menschen sollen ficken und lieben wen sie wollen – jede und jeder sollte das tun dürfen, ohne von anderen als anormal ausgegrenzt zu werden. Wenn wir das unseren Kindern nicht beibringen, gehen sie im schlimmsten Fall irgendwann auf Schwulenjagd wie in Russland, Uganda, Jamaica, überall auf der Welt. Und all die subtilen Ausgrenzungsmechanismen, die vorher kommen, sind nicht minder schilmm, weil sie das Leben der Menschen im Kleinen zur Hölle machen.

      • Georg schreibt:

        „Normal“ ist, dass Homosexualität eine Gegebenheit ist, die von der Mehrheit aber als unnatürliche, perverse, anormale, widerliche, younameit Abweichung deklariert wurde und leider von zu vielen immer noch wird.

        Meinen Sie tatsächlich, daran können Informationen oder gar „Aufklärung“ im Sinne von GM oder Schwulen-Aktivisten großartig etwas ändern?
        Befürchten Sie nicht, dass sich damit vielleicht bestimmte Empfindungen oder Einstellungen eher noch verfestigen?

        Bereits als kleines Kind mochte ich keine gekochte Milch mit dieser glibriggen Haut. Ebenso ekelte ich mich vor Porree – Gemüse.
        Da konnten meine Eltern versuchen, mich noch so liebevoll und sensibel umzustimmen.
        Die tief sitzende Abneigung blieb und bis heute hat sich nichts daran geändert.
        Mein Verstand sagt mir zwar, dass sind irrationale Empfindungen, an meiner gefühlsmäßigen Einstellung ändert es aber nichts.

        Gegen fest sitzende Gefühle, Empfindungen oder Einstellungen kommen Sie mit noch so überzeugenden guten Argumenten nicht an.
        Deshalb befürchte ich, dass auch umfangreiche Aufklärungskampagnen bei vielen Sch ins Leere laufen. Sie können bei einigen sogar zu Aggressionen führen und damit genau das Gegenteil von dem bewirken, was bezweckt war.

      • Ich werde das gefühl nicht los, das bezüglich der sexuellen Orientierung hier einige Diskutanten der meinung sind, dass ein Vergewaltiger strafmildernde Umstände erhalten soll, wenn er wenigstens heterosexuell ist.

        Es wird hier so getan als ob die sexuelle Orientierung gemessen an bestehenden gesellschaftlichen Normen stärker verurteilt werden soll sei als sexuell motivierte Straftaten.

        • Butter bei die Fische! Wo klingt das an, was Ihnen besagtes Gefühl gibt?
          Wo werden sexuelle Straftaten und Vergewaltiger überhaupt erwähnt?

  4. Lieber mehrnachdenken,

    wenn ich nicht an Bildung glauben würde, bräuchte ich hier nicht ewig lang rumargumentieren und auch nicht im Bildungsbereich arbeiten.

    Und natürlich funktionieren Bildungsmaßnahmen: Kinder und Menschen lernen, wenn sie in Kontakt mit Welt kommen. Altes Wissen muss sich an der Realität beweisen und wird in Frage gestellt, neues kommt dazu, verbindet sich, erweitert den Blick, lässt bisher Unbekanntes bekannt werden.

    Die Frage ist doch: Was lernen Kinder und wie kann die Auswahl dieses zu lernenden Wissens zu einer Welt beitragen, die nicht in „normal“ und „anormal“ scheidet und damit menschliches Leben in seiner Unterschiedlichkeit und Vielfältigkeit (ab-)wertet.

  5. Mich beschäftigt ein Widerspruch. Wenn ich nicht irre, ist „gender“ das dritte, das soziale Geschlecht, das sich jeder aussuchen kann und die Wahl jederzeit zurücknehmen und wieder neu treffen kann. Auch deswegen sollen in der Schule Minderheitsgeschlechter vorgestellt werden, denn keiner kann etwas wählen, was er nicht kennt.
    Auf der anderen Seite heißt es, Homosexualität sei unabänderliches Schicksal und einige Menschen litten zutiefst darunter, sich nicht ändern zu können, auch wenn sie es wollten.
    Ist das dritte Geschlecht nun angeboren oder frei wählbar? Da scheint mir einiges nicht zusammenzupassen.

    • Da Ihnen das auffällt, sind Sie als Genderforscherin völlig überqualifiziert.

    • Hi Lisa,

      die Idee von Gender als „sozialem“ Geschlecht ist, das Biologie, Begehren und soziales Verhalten nicht zwangsläufig auseinander folgen.

      Biologische Männer (Biologie) müssen nicht automatisch biologische Frauen lieben (Begehren) und auch ihr Verhalten, ihre Interessen, ihre Art zu leben entspringt nicht automatisch aus ihren biologischen Mannsein (Schwanz = harter Kerl), sondern ist zu einem Großteil Folge der Gesellschaft, in die sie als Kind hineinwachsen und in der sie lernen, Mann zu sein, also sich wie Männer zu bewegen, zu denken, sich zu verhalten, zu sprechen, Dinge zu wollen und anderes abzulehnen. Und das natürlich in immerwährender Abgrenzung zu dem, was als weiblich angesehen wird.

      Genau dieser kategoriale Dreischritt Bio-Geschlecht – Heterobegehren – typisch männliche Verhaltensweise ist aber unsere Standardvorstellung (unser Glaube an eine Natürlichkeit, die die Gesellschaft als prägende Instanz komplett auschließt) davon, wie Menschen zu sein haben. Alles, was nicht in dieses Schema passt, gilt als anormal, deviant, pervers, abartig und wie auch immer das bisher genannt wurde. Und was mit solchen Menschen in der Geschichte geschah – nun, da brauche ich ihnen sicher keine Beispiele zu nennen.

      Biologisches und soziales Geschlecht sind also zwei Dinge, die nicht zwangsläufig auseinander vorgehen, sondern sie sind kontingent und durch unsere gesellschaftlichen Konventionen zusammengebracht.

      Homosexualität oder Transsexualität brechen natürlich in diesen traditionellen und auch stark durch die christiliche Tradition geprägten Dreischritt ein und stellt ihn massiv in Frage. Nicht umsonst hat die katholische Kirche auch deshalb so ein großes Problem mit Homo- und Transsexuellen – sie widersprechen Gottes Gebot und dem Adam-und-Eva Mythos.

      https://de.wikipedia.org/wiki/Das_Unbehagen_der_Geschlechter

      • Eigentlich wollte ich nur wissen, ob die sexuelle Neigung angeboren oder wählbar ist. Offenbar ist die Sache aber verzwickter als ich dachte.
        Wenn das soziale Umfeld eine große Rolle spielt, müssten in einem von Heterosexualität geprägten Umfeld alle heterosexuell werden, die körperlich als eindeutig männlich oder weiblich geboren werden.
        Und bei Homopaaren, die Kinder großziehen, müsste auf Grund des Umfelds die Wahrscheinlichkeit steigen, dass sich die Kinder ebenfalls zur Homoerotik hingezogen fühlen und sich für sie entscheiden.
        Hier geht es aber um die Schule. Soll der Bildungsplan dafür sorgen, dass die Umwelteinflüsse eine weniger starke Rolle spielen und sich die Kinder unter mehreren im Unterricht vorgestellten sexuellen Möglichkeiten entscheiden können? Was bringt ihnen das außer geschlechtlicher Heimatlosigkeit und einer Odyssee durch die Suche nach einer Wahlheimat?
        Ich bin immer gern Mädchen gewesen mit allem, was dafür typisch ist. Ich fühlte mich wohl und geborgen in dieser Rolle und dem Wissen, dass andere Mädchen mir ähneln.

        Vermutlich missverstehe ich noch immer einiges, denn sehr glücklich bin ich über das, was Sie sagen, nicht. Gender soll doch nicht das Leben schwerer, sondern leichter machen, oder?

        • Sorry, ich war gerade so im Flow.

          Homosexualität ist angeboren. Eine Thematisierung im Unterricht hat keine „Verschwulung“ zur Folge, wie es das Ekel Pirincci nennen würde.

          Was passiert ist, dass Jugendliche leichter zu ihrer Sexualität stehen könnten, weil sie lernen würden, dass es in Ordnung und nicht die perverse, anormale, „queere“ Abweichung ist, homosexuell zu sein oder sich nicht in seinem Körper zuhause zu fühlen.

          Deshalb spielt es für die Sexualität eine Kindes auch keine Rolle, ob es von einem gleichgeschlechtlichen Paar großgezogen wird oder nicht.

          Der Punkt an der ganzen Debatte ist nicht, das sich Menschen, die sich mit sich wohlfühlen, ändern sollen. Es geht nicht um Umerziehung oder so einen Blödsinn. Es geht um Gleichberechtigung, Akzeptanz und Freiheit für die, die nicht im Mehrheitsschema (wertungsfrei!) aufgehen. Und darum, das Menschen auch genau dazu stehen können, ohne ausgegrenzt zu werden.

          • Sie weichen jetzt aus oder ich komme wieder nicht ganz mit. Das, was Sie jetzt sagen, habe ich schon oft gehört. Da brauche ich keine Wiederholungen.
            In ihrem vorletzten Kommentar haben Sie mir beim sozialen Geschlecht, also dem Gendergeschlecht, klargemacht, welch großen Einfluss die Umwelt auf es hat. Dass es also weniger frei gewählt als von der Umwelt beeinflusst und bestimmt wird.
            Wenn ich Ihnen in diesem Gedankengang folge und Sie anscheinend nicht missverstanden habe, warum müssen dann Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern mit dem Vorbild von deren Liebesbeziehung aufwachsen, nicht mehr als andere Kinder eine homosexuelle Beziehung als Empfehlung empfinden und wählen?
            Der zunächst erwähnte große Einfluss des sozialen Umfeldes passt nicht zu der Aussage „Deshalb spielt es für die Sexualität eine Kindes auch keine Rolle, ob es von einem gleichgeschlechtlichen Paar großgezogen wird oder nicht.“
            Und jetzt machen Sie eine dritte Aussage: „Homosexualität ist angeboren“. Diese Aussage ist für mich klar und stimmt mit dem überein, was ich auch immer angenommen habe. Also bereitet sie mir keine Schwierigkeiten.
            Erübrigt sich dann aber nicht Gender mit dem verwirrenden dritten, sozialen Geschlecht?

          • „Homosexualität ist angeboren.“ ist, soweit ich den Stand der Forschung kenne, ein Glaubenssatz; der Nachweis eines „homosexuellen Gens“ ging schief. Oder wissen Sie mehr?

          • @Lisa, Pälzer
            Lassen wir doch einen Betroffenen zu Wort kommen.
            Auf der Demo gegen den Bildungsplan in Stuttgart am 11. Okt. 15 ergriff auch „Marcel“ das Wort. Was er zu sagen hat, deckt sich nun so gar nicht mit der von bestimmter Seite verbreiteten Meinung über Homosexuelle.

            „Mein Name ist Marcel und ich gehöre zu einer Gemeinschaft von Männern, die homosexuell empfinden. Die Mitglieder unserer Gemeinschaft wollen ihre Homosexualität aus Gründen eigener Einsicht oder ihrer christlichen Glaubensüberzeugungen nicht leben! Da wir uns als Männer verstehen, die sich weiterentwickeln wollen, nennen wir uns die „Bruderschaft des Weges“.

            Ich bin heute hier, um zu sagen, dass der Einsatz unserer Landesregierung für „Sexuelle Vielfalt“ – egal ob im Bildungsplan oder im Aktionsplan – auch vielen homosexuell Empfindenden Unrecht tut!
            Warum sage ich das so?

            Seit ich ein kleiner Junge war, kenne ich homosexuelle Gefühle. Welche Antwort auf diese Feststellung hätte nun der Bildungsplan oder der Aktionsplan?
            Laut Bildungsplan wäre mir erklärt worden, dass meine sexuelle Neigung angeboren und unveränderbar ist. Man hätte mir geraten, als Schwuler zu leben und mir erklärt: Nicht ich habe ein Problem, sondern die Gesellschaft, die Homosexuelle nicht akzeptiert.
            Wenn ich als Pubertierender diesem Denken gefolgt wäre, dann hätte ich wahrscheinlich nie entdeckt, dass meine Sexualität von
            Missbrauchserfahrungen in meiner Kindheit geprägt wurde. Ich hätte nie entdeckt, dass ich in einem homosexuellen Kontakt nur die Abneigung gegen mich selbst überwinden will und gar keine echte Partnerschaft suche. Und wahrscheinlich wäre ich bis heute auf der Flucht vor der Erinnerung an die Beschämungen, die ich erlitten habe.

            Was ich von mir erzähle, deckt sich nicht nur mit der Lebensgeschichte von vielen homosexuellen Menschen, die ich kenne.
            Was ich von mir erzähle, deckt sich auch mit dem, was verschiedene Wissenschaftler sagen: Eine sexuelle Orientierung ist niemals angeboren und nicht allein über Biologie erklärbar. 7 von 10 Menschen, die sich mit 17 Jahren als homosexuell outen,
            bezeichnen sich mit 22 Jahren dann doch als heterosexuell. Und
            selbstverständlich hat Sexualität immer etwas zu tun mit der
            Lebensgeschichte, mit Erfahrungen, mit Bedürfnissen, mit Ängsten, mit Bindungsverhalten, mit Nähe und Distanz und auch sehr mit eigenen Entscheidungen, die man in seinem Leben trifft. Auch das zeigt seriöse Sexualwissenschaft auf.

            Was mit dem scheinbar so menschenfreundlichen Ansatz der „Sexuellen Vielfalt“ vermittelt wird, ist daher rein ideologisch und absolut unwissenschaftlich. Solche Ansätze helfen nicht, sondern verwirren Kinder und Jugendliche nachhaltig.
            Und: Sie nehmen Menschen wie mir das Recht auf die eigene
            Lebensgeschichte, das Recht, über erlittene Verletzungen zu klagen, das Recht, das eigene Innenleben selbst zu ordnen und zu bewerten, das Recht, sich für das Ideal von Familie mit einer liebenden Mutter und einem liebenden Vater einzusetzen.

            Danke, dass Sie heute hier sind, um sich für genau diese Rechte stark zu machen! Durch meine Person will ich sagen: sie helfen damit auch Menschen wie mir! Dankeschön

            @xxx (08.11./ 20.31 h)
            Ihr Hinweis auf die Psychotherapie scheint mir gar nicht so abwegig.

          • Hey Lisa,

            ich versuchs mal so, dann wirds vielleicht genauer

            „Sie weichen jetzt aus oder ich komme wieder nicht ganz mit. Das, was Sie jetzt sagen, habe ich schon oft gehört. Da brauche ich keine Wiederholungen.“

            Gut, ich versuche mich zurückzuhalten. 🙂

            „In ihrem vorletzten Kommentar haben Sie mir beim sozialen Geschlecht, also dem Gendergeschlecht, klargemacht, welch großen Einfluss die Umwelt auf es hat. Dass es also weniger frei gewählt als von der Umwelt beeinflusst und bestimmt wird.“

            Genau! Wir werden zwar biologisch überwiegen als Mann und Frau geboren (also mit Penis oder Vagina und allem druherum), aber wir lernen erst durch die Erziehung, wie wir uns als Mann oder Frau zu verhalten haben. Aus nem Schwanz folgt nicht automatisch männliches Verhalten, sondern das bekommen wir ab frühestern Kinderheit an anerzogen. Männer sind kämpferisch = Jungs lässt man im Kindergarten eher raufen, weil das ja „natürlich“ ist. Jungs bekommen eher Technikspielzeug = weil Männer sich ja eher für Technik interessieren. Beim Mädchen/Frauen ist das genau andersrum: Hör auf so rumzuzzicken und sie zu schubsen, sei lieb und artig und hier, so näht man einen Knopf an. Und genau dies ist das gesellschaftlich anerzogene Verhalten „gender“, was zur Geschlechtsidentität wird, sich also in unser Denke als Individuum einschreibt („Ich bin ein Mann“ bzw. „Ich bin eine Frau“). Das ist also nichts „drittes“ sondern eben nicht die biologische sondern die gesellschaftlich vermittelte Ebene.

            „Wenn ich Ihnen in diesem Gedankengang folge und Sie anscheinend nicht missverstanden habe, warum müssen dann Kinder, die bei gleichgeschlechtlichen Eltern mit dem Vorbild von deren Liebesbeziehung aufwachsen, nicht mehr als andere Kinder eine homosexuelle Beziehung als Empfehlung empfinden und wählen?“

            Weil homosexualle Menschen (Achtung: das ist die Begehrensebene, nicht „Gender“) homosexuell geboren werden und das in ihrer Pubertät rausfinden. Gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit Kinder produzieren also nicht automatisch mehr homosexuelle Kinder, weil das Begehren eben keine Frage der Erziehung ist. Was durch eine offene und tolerante Erziehug und Bildung in der Schule begünstigt wird ist, dass Homosexualität nicht zum Tabu erklärt wird, uns sich Jugendliche dann nicht aus ihrer Kiste trauen bzw. es verstecken, darunter leiden und dann irgendwann den großen und riskanten Schritt des Coming Outs machen müssen, um so zu leben, wie sie wirklich sind.

            „Der zunächst erwähnte große Einfluss des sozialen Umfeldes passt nicht zu der Aussage „Deshalb spielt es für die Sexualität eine Kindes auch keine Rolle, ob es von einem gleichgeschlechtlichen Paar großgezogen wird oder nicht.“

            Doch, denn wenn sie Gender (soziales Geschlecht und Geschlechtsidentität, also Erziehung zu Mann und Frau) von Begehren (angeborenes „Wenn finde ich heiss, wer macht mich an.“) trennen, macht das Sinn.

            „Und jetzt machen Sie eine dritte Aussage: „Homosexualität ist angeboren“. Diese Aussage ist für mich klar und stimmt mit dem überein, was ich auch immer angenommen habe. Also bereitet sie mir keine Schwierigkeiten.

            Erübrigt sich dann aber nicht Gender mit dem verwirrenden dritten, sozialen Geschlecht?“

            Wie oben schon beschrieben – und in der Gefahr mich zu wiederholen, sorry!: Gender ist nichts drittes, sondern eben die gesellschaftliche Ebene, die sich wie ein Mantel über unser biologisches Geschlecht legt.

            Der Dreischritt ist wichtig: Biogeschlecht – Gender (soziales Geschlecht, Geschlechtsidentitär) – Begehren. All diese Ebenen hängen nicht zwangsläufig miteinander zusammen sondern ergeben viele Kombinationsmöglichkeiten, von denen aber bisher nur „biologischer männlicher Mann, der Frauen liebt“ und „biologische weibliche Frau, die Männer liebt“ als die gesellschaftliche Norm gelten, die alles andere als anormale Abweichung setzt, und damit ihre Ungleichbehandlung/Diskriminierung legitimiert.

            Transsexualität, Intersexualität etc. sind noch mal eine Schraubendrehung mehr, aber das lasse ich hier mal.

            So, ich hoffe das hat zur Klärung und nicht weiteren Verwirrung beigetragen.

          • @Georg
            Grob fahrlässig oder bewusst vereinfachen Sie gewaltig.
            Was ist schon anerzogen? Es gibt so viele Beispiele, dass z.B. auch junge Mädchen wie Jungen spielen und raufen und sich für Technik interessieren.

            Als kleiner Junge spielte ich wie selbstverständlich auch mit Mädchen Indianer, wir bauten Buden oder kletterten auf Bäume. Ich spreche aber von den 50er und 60er Jahren. Es soll sogar Jungen geben, die sich für Puppen interessieren.

            Um diese mehr als fragwürdigen Aussagen zu bekommen, braucht es fast 200 Gender – Lehrstühle und diese Vergeudung von Milliarden an Steurgeldern?

          • Genau, ich mache das alles bewusst, weil ich Teil der Gender-Mafia bin. 😉

            Es ist doch logisch, dass in einer Schematisierung nicht jeder Einzellfall aufgeht. Also bitte!

            Was Sie aber nicht leugnen werden, dass es manifeste Unterschiede in der Erziehung von Jungen und Mädchen gibt, die innerhalb dieses binären Schemas auch nicht viel Abweichung zulassen und sich gegenseitig ausschließen („Heul nicht wie ein Mädchen.“, „Mannsweib“). Das Spielzeug, das sie bekommen, die Verhaltensweisen, an die sie sich halten sollen, die Dinge, die von ihnen erwartet werden, weil sie ja Jungen bzw. Mädchen sind. Und das zieht sich über einen gesamten Sozialisationsprozess und hat entsprechende Folgen.

            Und zu diesen Aussagen kommt man mit „gesundem Menschenverstand“, der Lektüre von Primärtexten, Gespräche mit homosexuellen Freunden und ein wenig Beschäftigung mit der Thematik.

            Alles Dinge, die ich Ihnen sehr empfehlen kann. 😉

            Und glauben Sie mir: die „200 Gender-Lehrstühle“ beschäftigen sich mit ganz anderen Sachen als diesen relativen Basics.

          • @Georg
            Hier eine humorvolle Replik von Birgit Kelle zu „alles anerzogen“.
            Ich weiß, das ist die „Feind“frau schlechthin für alle
            Gender – Feministinnen, weil sie erfrischend deutlich und direkt GM als das entlarvt, was die Ideologie auch m.M. nach ist, nämlich purer Blödsinn.
            Lesen Sie den Beitrag trotzdem. Ich hoffe, auch Sie werden ab und zu schmunzeln!

            http://www.theeuropean.de/birgit-kelle/4391-geschlechterrollen-und-kinderspielzeug

            Kompliment, die Gender – Ideologie hat in Ihnen tatsächlich jemanden an ihrer Seite, der ihre Sache vehement und stur verteidigt.

            In der Versicherungswirtschaft gibt es den Begriff der „Einwändebehandlung“. Die Verkäufer werden damit fit gemacht, alle Fragen oder Zweifel der Kunden sicher zu beantworten.

            In Bezug auf GM erinnern Sie mich an einen Einwändebehandler.
            Nur überzeugen mich Ihre Antworten nicht. Wie auch, wenn etwas Unwissenschaftliches als Wissenschaft verkauft wird!
            Ich beziehe mich hierbei ausdrücklich auf zahlreiche seriöse Wissenschaftler.

            Hoffentlich schafft es Prof. Kutschera in seinem neuen Buch, die
            GM – Ideologie endgültig als das zu entlarven, was sie in meinen Augen ist, nämlich „verdammt“ unseriös.

          • „Wie auch, wenn etwas Unwissenschaftliches als Wissenschaft verkauft wird! Ich beziehe mich hierbei ausdrücklich auf zahlreiche seriöse Wissenschaftler.“

            Herrlich, ein Satz zum Einrahmen. Und diejenigen, die nicht Ihrer Meinung sind, sind dann eben keine seriösen Wissenschaftler, oder?
            Sie sind wirklich süß! Wissenschaftliches Vorgehen ist eine Methode, eine Art und Weise, wie sich über Welt und Wirklichkeit ein Begriff gemacht wird.

            Wozu braucht es auch die Kenntnis von Originalquellen und die Kritik am Material, wie es Wissenschaftlichkeit vorschreibt. Lieber die Gegenseite abqualifizieren, das macht es einfacher. Merken Sie nicht, was für ein schwacher argumentativer Move das ist? Ich glaube, da fehlt es an einfach Verständnis, sonst würden Sie ob solcher Sätze rot werden und sie nicht schreiben.

            Und außerdem: Haben Sie eigentlich noch jemand anderen als Ihren ultimativen Überwissenschaftlerkronzeugen Kutschera? Vielleicht erinnern Sie sich nochmal an mein „einsturzgefährdete Brücke“ Argument.

            Aber letztlich gehts mir auch gar nicht darum, wer hier Recht hat oder nicht. Es geht um die Achtung der Rechte und Anerkennung von Minderheiten, wie sie auch im Grundgesetzt veranktert ist und deren Repräsentation in Bildung und Erziehung, damit Kinder lernen, das sie nichts unnormales sondern selbstverständlicher Teil dieser Welt sind.

            Aber vielleicht sind wir uns ja nicht mal darüber einig. Weil das ja auch schon wieder Teil des perfiden Plans der Gender-Ideologen und Teil der großen Verschwulungsumerziehung ist.

  6. Na, hier ist ja richtig was los! Alle wollen diskutieren und Meinungen – wenn schon nicht austauschen, so doch wenigstens sagen. Also, sollte nun eine solche Diskussion im thüringischen Landtag möglich sein, oder muss sie verhindert werden?

    Ich meine, Verhinderung von Diskussion über sehr strittige Themen ist ein unzulässiger Machtmissbrauch. Was meint ihr?

    • Es ist schon seltsam in Thüringen, wenn man sich den gesamten Prozess anschaut.
      Die Schwarz-Rote Landesregierung hat vor einigen Jahren den Bildungsplan in Auftrag gegeben/auf den Weg gebracht und maßgeblich die Umsetzungsstrategie festgelegt (mit den Praxispartnern – von den Kirchen über die Sportverbände hin zu den Umweltaktiven und natürlich den Elternvertretern etc pp). Und dann gab und gibt es viele, viele Praxispartner (Kitas, Schulen, Verbände, außerschulische Einrichtungen, …), die alles kritisch begleitet haben und sich seit gut 3 Jahren immer einbringen konnten. Daneben sind alle Vorentwürfe immer öffentlich gewesen (siehe Internet!). Jeder kann und konnte sich einbringen, doch dann passiert es! :-(( Regierungswechsel in Thü, auf mal gibt es R2G! Und eine AfD im Freistaat, über die man wirklich nicht nachdenken sollte.
      Und schon wird im politischen Mainstream Stimmung gemacht – unvorstellbar.
      Die Diskussion, die hier geführt wird geht auch vollkommen an der Realität (Aufmacher) vorbei (Thüringer Bildungsplan!!). Ich rate den Schreibern doch einmal nachzulesen, was tatsächlich im Thü. Bildungsplan steht, wer eingebunden war.

      • Danke für einen Blick auf den Prozess!

        Das kontextualisiert die ganze Sache gut. Scheinbar sind die verschiedensten Ebenen langfristig eingebunden worden und der „GenderSchwuppenLesen-Lobby“ Vorwurf, geht ins Leere.

  7. … ansonsten gilt, lieber bisexuell als bigott wie die meisten der hier postenden Moralapostel.

  8. Für mich ist das Gender-Mainstreaming, das jetzt auch den Jüngsten der Gesellschaft eingeimpft werden soll, gefährlicher Unsinn. Erziehung zur Toleranz braucht kein schulisches Vorstellen und Rumwühlen in sexuellen Vorlieben kleiner Minderheiten.
    Alle Lehrer wissen, dass von Hänseleien und Diffamierungen ganz andere Kinder betroffen sind als ausgerechnet homoerotische.
    Dieses Problem für verschwindend wenige Kinder dermaßen aufzublasen, hat System wie so vieles, das heutzutage über Moral und Appelle an Mitleid und Mitmenschlichkeit verkauft wird, damit die Leute gar nicht erst genauer über die Sache nachdenken. Die könnte nämlich weniger überzeugen und ganz andere Motive verraten.

  9. Genau Beate!

    Die Minderheiten sollen sich mal nicht so aufregen und ständig in den Mittelpunkt spielen. Deren Probleme betreffen doch nur ganz wenige und so schlimm kann das schon nicht sein, weil wir als die Mehrheit das ja nicht so schlimm finden. Die machen das doch außerdem nur aus Spass, um alle anderen an der Nase herumzuführen oder aber sich selber die fetten Vorteile zu erschachern wie z. B. Abbildungen in Schulbüchern oder eine Thematisierung im Sinne von „Homosexualität is okay!“ im Unterricht. Diese perfide Bande!

    Tja Beate, ich wage mal die Behauptuung, dass sie als sicher weiße heterosexuelle Nicht-Intersex Frau bestimmt noch nie solche Probleme hatten und deshalb auch das Anliegen nicht wirklich nachvollziehen können. Auch können Sie nicht nachvollziehen, das es ne Menge Forschung zum Thema Diskriminierung gibt und deshalb nicht umsonst gefordert wird, solche Themen im Unterricht explizit zu machen, da allgemeine Toleranz-Aufrufe schlicht nicht reichen.

    Oder liege ich da falsch?

  10. In der FAZ:
    „Die ‚Gender – Studies‘ haben Fachbereiche und Schulfächer fest im Griff. Wer aufbegehrt, wird – zumindest als ‚reaktionär“ bezeichnet.“

    http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/gender-studies-genderforschung-auch-in-der-biologie-13603216.html

    Bitte auch die Kommentare lesen.

    Wissen die Verlage eigentlich, wessen krude Thesen sie verbreiten oder sind sie mittlerweile schon bereit, auf dem Altar der Gewinnmaximierung jeden „Blödsinn“ zu verbreiten?

  11. Toller Artikel zum Gender-Mainstreaming, einer der besten, die ich kenne. Danke, mehrnachdenken!

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