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Schluss mit der „Militarisierung“ im Unterricht: Die Linke will Bundeswehr-Auftritte in Schulen beenden

SCHWERIN. Mecklenburg-Vorpommern gehört zu den Bundesländern, die mit der Bundeswehr das Auftreten von Offizieren im Unterricht vereinbart haben. Für die Linke eine Form der «Militarisierung in der Bildung».

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Jugendoffiziere gehen in Schulen, um über die Bundeswehr und ihre Einsätze zu informieren. Foto: An honorable german / Flickr (CC BY 2.0)

Die Linke will die Bundeswehr künftig aus den Schulen in Mecklenburg-Vorpommern raushalten. Unter der Überschrift «Keine Militarisierung in der Bildung» hat sie dem Landtag für die Sitzung am Freitag einen Antrag vorgelegt, mit dem sie die Landesregierung auffordert, die Kooperationsvereinbarung mit der Bundeswehr aufzukündigen.

Die Vereinbarung sichert Jugendoffizieren die Möglichkeit zu, im Rahmen des regulären Schulunterrichts Schüler über Aufgaben und Strukturen der Bundeswehr zu informieren. «Acht Bundesländer haben solche Vereinbarungen nicht und leben auch in Frieden», sagte die Linke-Landtagsabgeordnete Simone Oldenburg in Schwerin. Wie andere Berufgruppen auch solle die Bundeswehr ihre Werbeaktionen auf die Berufsmessen für Schüler beschränken.

Während die Grünen diese Auffassung teilten und ihre Unterstützung für den Antrag ankündigten, wiesen SPD und CDU den Vorschlag schon vor der Parlamentsdebatte zurück. SPD-Fraktionschef Norbert Nieszery warf der Linken vor, die Arbeit der Jugendoffiziere zu diffamieren. «Die Bundeswehr ist ein wichtiger Bestandteil des demokratischen Systems und ich begrüße es ausdrücklich, dass Soldaten dies auch an den Schulen deutlich machen können», sagte Nieszery. Das habe nichts mit einer Militarisierung von Schülern zu tun.

CDU-Fraktionschef Vincent Kokert äußerte sich ähnlich. «Es ist falsch, die Bundeswehr zu verteufeln», betonte Kokert. Er sprach sich zudem dafür aus, neben Offizieren auch Vertretern von Wirtschaftkammern und -verbänden die Möglichkeit zu geben, vor Schülern etwa über Unternehmertum und Handwerk zu sprechen. Das könne dazu beitragen, die bisherige Berufsorientierung an den Schulen deutlich zu verbessern und die Zahl der Lehrlinge zu verringern, die ihre Ausbildung wegen falscher Berufswahl vorzeitig abbrechen. dpa

Zum Bericht: Bundeswehr wirbt weiter ungebremst häufig in Schulen – Bildungsminister Baaske geht auf Distanz

 

4 Kommentare

  1. Respekt vor den LINKEN! 40 Jahre lang schaffte sie es als SED in der DDR, schon 14 jährige Kinder mit ihrer FDJ zu militarisieren, ließ die Kids Fahnenappelle exerzieren und führte den Wehrsportunterricht ( mit „Handgranatenwurf“ ) ein und sorgte dafür, dass möglichst viele Schulabgänger den Beruf des Soldaten bei den Grenzschutztruppen bzw der Volksarmee ergriffen, um sich heute über ein einmaliges Referat von 2 x 45 Minuten eines Jugendoffiziers aufzuregen.

    Gleichzeitig sammeln einige Kreisverbände der LINKEN Geld für Waffen zur Unterstützung der PKK- nahen YPG /YPJ- Einheiten in Nordsyrien. Diese Milizen zwangsrekrutieren hunderte Kinder ab 12 Jahren ohne Erlaubnis ihrer Eltern ( siehe Human Rights Watch bzw. Wikipedia ).

    Eine Distanzierung sucht man dazu bei der LINKEN vergeblich. Öffentliche Unterstützung für diese menschenverachtenden Praktiken gibt es aber in der Partei zuhauf ( leider übrigens auch bei der GEW ).

    Auf der einen Seite also unterstützt DIE LINKE illegale Milizen, während sie auf der anderen Seite unsere parlamentarische Streitmacht diskreditiert.

    Dass die Bundeswehr ( Stand heute: ) 14.500 Menschen aus dem Mittelmeer rettete, sich an UN Friedensmissionen beteiligt, mit 9.000 Soldaten an vielen Stellen in der Republik beim Empfang, dem Transport, der medizinischen Versorgung, der Unterbringung und den Antragsstellungen in der Flüchtlingskrise unterstützend tätig war, bei Katastrophen wie dem Oderhochwasser oder den Hochwassern in Süddeutschland tätig anpackt, all‘ das spielt für DIE LINKE offenbar keine Rolle und wird von ihrer Ideologie verdrängt, die sich aus rückwärtsgewandten Zeiten speist.

    Kann man so machen. Ist aber weder taktisch noch moralisch besonders klug.

  2. Das muss ein Witz sein: DIE LINKE ist die Nachfolgepartei der SED. Die SED war die Partei der paramilitärischen Jugenderziehung in der FDJ und der paramilitärischen Betriebskampfgruppen. beim diesem heuchlerischen Pazifismus der DIE LINKE kann einem nur übel werden.

    • Kann sich eine Partei nicht ändern? Man denke nur mal an die etablierten Parteien im dritten Reich.

      • @GriasDi

        Natürlich können sich Parteien, die ja aus Menschen bestehen, ändern. Schade nur, dass DIE LINKE diese Chance bisher nicht wahrnahm.

        Sie lehnt die Bundeswehr ab- wie früher. Sie lehnt die NATO ab- wie früher. Sie lehnt die EU ab, die Bundesregierung, den Bundespräsidenten, die Polizei- also alles staatliche. Mithin lehnt sie diesen Staat in Gänze ab- wie früher. Nach Außen hat sich- außer dem Namen- auch nichts geändert: Unter der SED war die Zeitung NEUES DEUTSCHLAND ihr Zentralorgan, heute ist diese Zeitung immer noch Propagandamittel für ihren Inhaber, DIE LINKE. Das Karl- Liebknecht- Haus, Sitz der ehemaligen SED, ist noch heute Sitz der LINKEN und selbst der aus Westdeutschland stammende thüringische Ministerpräsident Bodo Ramelow möchte den einstigen Schießbefehl an der DDR- Grenze nach wie vor nicht als solchen verstanden wissen ( obwohl der eindeutig belegt ist: https://de.wikipedia.org/wiki/Schießbefehl ).

        „Zögern Sie nicht mit der Anwendung der Schusswaffe, auch dann nicht, wenn die Grenzdurchbrüche mit Frauen und Kindern erfolgen…“

        Das ist die SED vor 1990. Und spätestens jetzt fällt auf, dass DIE LINKE sich doch verändert hat: Sie kann sich an diese Zeit bis 1989 plötzlich gar nicht mehr erinnern.

        Nur zum Verständnis: Meine Kritik ist keine generelle an dieser Partei. Sie richtet sich ausschließlich an die Parteigruppierungen, die unsere Demokratie nur dazu missbrauchen, sich ihre Revolutionsgedanken durch Steuergelder finanzieren zu lassen: die Kommunistische Plattform, die AKL und andere extreme Flügel.

        Extremismus- ob von links oder rechts- vergiftet die politische Kultur, spaltet statt zu einen und führte in demokratischen Strukturen noch nie zu einem adäquaten Erfolg, der den Bürgerinnen und Bürgern irgendeinen Vorteil brachte. Sie wollen einen „neuen Sozialismus 2.0“ hört man aus Kreisen der LINKEN ( z.B Katja Kipping ). Einer, der „besser“ funktionieren soll, als eben in der DDR. Wie der in der Praxis aussieht, vermag aber niemand zu erklären.

        Die aktuellen Beispiele deuten jedenfalls auf kein Erfolgsmodell hin: Weder in Kuba noch in Venezuela.

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