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Wow, das ist mal eine Ehrung! Diese Kollegin ist für den Weltlehrerpreis nominiert – wenn sie ihn gewinnt, bekommt sie eine Million Dollar

LONDON. Wir gratulieren!  Wie heute bekannt gegeben wurde, ist Marie-Christine Ghanbari aus dem westfälischen Münster, eine Sport-, Mathematik- und Deutschlehrerin an der Gesamtschule Gescher und Lehrbeauftragte am Arbeitsbereich Sportpsychologie der Uni Münster, in den Kreis der letzten 50 Kandidaten für den „Global Teacher Prize 2017“ aufgenommen worden. Dieser jährliche Preis wird jetzt zum dritten Mal verliehen – und ist mit einer Dotierung von einer Million US-Dollar, was umgerechnet aktuell etwa 940.000 Euro entspricht, der weltweit größte und bedeutendste seiner Art. Zum Vergleich: Ein Nobelpreis ist „nur“ mit umgerechnet rund 800.000 Euro dotiert.

Große Ehre: Marie-Christine Ghanbari aus dem westfälischen Münster ist für den Weltlehrerpreis nominiert. Foto: Stefan Lehmann / Global Teacher Prize

Große Ehre: Marie-Christine Ghanbari aus dem westfälischen Münster ist für den Weltlehrerpreis nominiert. Foto: Stefan Lehmann / Global Teacher Prize

Kein Geringerer als Papst Franziskus würdigte die Vorjahressiegerin Hanan Al Hroub, eine palästinensische Lehrerin. „Ein Kind hat das Recht zu spielen“, erklärte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einer Videobotschaft. Und betonte: „Es gehört zur Bildung und zur Erziehung, Kindern das gemeinsame Spiel zu vermitteln, weil sie dadurch lernen, sozial zu sein und die Freude des Lebens zu verstehen“. Und weil Hanan Al Hroub in ihrer praktischen Arbeit in der Schule dem Spielen eine große Bedeutung beimesse, sei sie ein Vorbild – und eine würdige Preisträgerin.

Auch der vergangene Woche in den Ruhestand verabschiedete langjährige Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki-moon, hat sich anlässlich des „Global Teacher Prize“ zu Wort gemeldet: „Ich zähle meine Lehrer zu den einflussreichsten Menschen in meinem Leben. Lehrer sind damit betraut, das Potenzial der jungen Leute zu hegen und zu pflegen, um sie zu produktiven und verantwortungsbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft zu erziehen. Ihr Wert sollte folglich niemals unterschätzt werden“, erklärte er. Und betonte: „Ich begrüße die Einführung des Global Teacher Prize, der Lehrkräften die ihnen gebührende Anerkennung zukommen lässt.“

„Enorme Leistungen von Millionen von Lehrkräften“

Laut Ausschreibung des Veranstalters, der Varkey Foundation, wird der Preis „an eine außergewöhnliche Lehrkraft verliehen, die einen herausragenden Beitrag zum Lehrberuf leistet und damit unterstreicht, welche bedeutende Rolle Lehrkräfte in unserer Gesellschaft spielen“. Weiter heißt es: „Der internationale Lehrerpreis möchte möglichst viele Beispiele bekannt machen, die aufzeigen, wie mutige Lehrer das Leben junger Menschen verändert haben. Er will auf die enormen Leistungen von Millionen von Lehrkräften weltweit aufmerksam machen und dient dazu, den Respekt, der dem Lehrberuf weltweit entgegengebracht wird, zu verstärken.“

Marie-Christine Ghanbari bei ihrem Einsatz in Nigeria. Foto: privat.

Marie-Christine Ghanbari bei ihrem Einsatz in Nigeria. Foto: privat.

Bekommt jetzt eine Deutsche erstmals den Weltlehrerpreis? Die Chance besteht – die 33-jährige Marie-Christine Ghanbari aus Münster gehört zu den 50 Nominierten, aus denen der Preisträger schließlich ausgewählt wird. In der Begründung für ihre Nominierung heißt es: „Marie-Christine Ghanbari fördert das Selbstkonzept, die Motivation und die Empathie ihrer Schüler durch selbstbestimmte, kooperative und handlungsorientierte Lehrmethoden. Ein Beispiel ist das Sportpatenprojekt, das Kinder mithilfe von ehrenamtlich tätigen Sportstudenten durch selbstbestimmte kooperative sportliche Aktivitäten stärkt und anregt. Dafür hat Marie-Christine Ghanbari, die an der Universität Münster Mathematik, Sportwissenschaft und Deutsch studiert hat, im Jahr 2013 den ersten, vom Cusanuswerk gestifteten Preis erhalten. Sie ist für den deutschen Bürgerpreis 2016 nominiert und außerdem vom GoFPEP 2014 als „Future Leader“ ausgezeichnet worden. Ihr zentrales Ziel als Lehrerin ist es, alle Kinder mit und ohne ungünstige Entwicklungsbedingungen in ihren motorischen, sozialen, emotionalen, kognitiven und körperlichen Fähigkeiten zu unterstützen und so allen Kindern Chancengleichheit zu ermöglichen.“

Weiter heißt es: „Die Idee des Sportpatenprojekts entstand während des Lehramtsstudiums in Münster und hat sich im Kontext ihrer Dissertation entwickelt. Mittlerweile ist es Bestandteil des Lehramtsstudiengangs der Sportwissenschaft und bei der gemeinnützigen Organisation skate-aid fest verankert. Im Rahmen ihrer kulturvergleichenden Studie forschte und unterrichtete sie auch in Nigeria an einer Junior- und Senior Secondary School. Vor allem das interkulturelle Lernen liegt ihr besonders am Herzen.“ Seit ihrem Forschungsprojekt 2009 in Nigeria setzt sich die Münsteranerin auch für Projekte wie einer Digital-Partnerschaft mit Schulen in dem afrikanischen Land ein.

Marie-Christine Ghanbari selbst sagt: „Mein Ziel ist es, dass meine Schüler zu Weltbürgern werden, die ein großes Bewusstsein für die Menschenrechte haben.“ Das ist ein preiswürdiger Ansatz, meint die Redaktion von News4teachers – und drückt der Kollegin die Daumen. Allerdings: Eine Gewinnerin ist sie schon jetzt!

Was sie mit der Million Dollar anfangen würde, hat sie übrigens auch schon verraten: „Das fließt zurück in meine Projekte, wie die Sportpaten oder auch ‚Digitale Patenschaften'“, so erklärte sie gegenüber der „Rheinischen Post“.

Agentur für Bildungsjournalismus

 

Hintergrund: Der 'Global Teacher Prize'

Die Auswahlliste von 50 Kandidaten ist das Ergebnis von über 20.000 Nominierungen und Bewerbungen aus 179 Ländern. Die Benannten stammen aus 37 Ländern. Der Gewinner wird am 19. März 2017 anlässlich des „Global Education and Skills Forum“ in Dubai bekannt gegeben. Die Varkey Foundation wurde 2010 von Sunny Varkey, Gründer und Chef von GEMS Education gegründet, dem weltgrößten Privatschulanbieter. Die Varkey Foundation arbeitet eng mit Organisationen wie der UNESCO, UNICEF, der “Clinton Global Initiative” und  Oxfam zusammen.

Hier gibt es mehr Informationen zum Weltlehrerpreis.

Aus Neid auf den Deutschen Lehrerpreis von der Schulleitung gemobbt? Ausgezeichnete Lehrerin seit Monaten krankgeschreiben

3 Kommentare

  1. Wow, Hut ab vor dieser Kollegin. Da gibt es nur ein Wort: weltklasse! Sowohl für die Schüler, als auch für das Bild des Lehrers in Deutschland 🙂

  2. …Millionenboni für Lehrer – warum nicht? Es müssen ja nicht immer nur sogenannte und selbsternannte „Spitzenmanager“ sein, die für ihre dort aber meist etwas obskuren und kaum nachvollziehbaren „Leistungen“ Sonderzahlungen bekommen… 😉

  3. Die Dickebank kann folgende Frage sicherlich kompetent beantworten:

    Angenommen, die Lehrerin gewinnt den Preis. Darf sie das Preisgeld überhaupt annehmen ohne dass es sich um Bestechung / Vorteilsannahme o.ä. handelt? Ein Dankeschön einer Klasse im Wert von 200€ oder so hat ja schon einen Riesenstress gemacht.

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