Immer weniger Besuche: Linke fordert mehr Schüleraustausch mit Osteuropa

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SCHWERIN. Der Schüleraustausch mit osteuropäischen Ländern soll nach Auffassung der Linken ausgebaut werden. «In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Schüleraustausche mit den Ländern Ost- und Mitteleuropas sowie Israels halbiert», sagte deren Fraktionsvorsitzende im Landtag, Simone Oldenburg, am Donnerstag in Schwerin unter Berufung auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage. «Gerade einmal zehn Austauschprojekte im Jahr 2018 bei zirka 300 weiterführenden Schulen – das ist ein fatales Zeichen.» In diesem Jahr wurden der Antwort zufolge bisher acht Anträge positiv beschieden.

Offenbar sinkt das Interesse am Schüleraustausch zwischen Deutschland und Polen (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Im Jahr 2015 habe es noch 23 Schüleraustausche gewesen, erklärte Oldenburg. Auch diese Zahl ist ihrer Ansicht nach zu gering. Europa, das sei nicht nur Frankreich und Spanien, sagte die Politikerin. «Auch die Staaten östlich von Deutschland und auf dem Balkan gehören zu Europa.» Sie forderte die Landesregierung zum Umsteuern auf. Mehr Schulen müssten die Möglichkeiten von Schüleraustauschen gerade mit den jüngsten EU-Mitgliedstaaten wahrnehmen.

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Dafür müsse auch die Mindest-Altersgrenze auf Klasse fünf herabgesetzt werden, forderte Oldenburg. «Derzeit ist es grundsätzlich erst für Schülerinnen und Schüler ab Jahrgangsstufe sieben möglich, an solchen Schüleraustauschen teilzunehmen.»

Eine Sprecherin des Bildungsministeriums verwies auch auf andere Möglichkeiten der Förderung von Schüleraustauschen. So werde der deutsch-polnische Schüleraustausch seit 2016 vom Deutsch-Polnischen Jugendwerk gefördert. «Die Antragslage bei den Landesmitteln mit Ziel Polen ist seitdem rückläufig, in 2018 und 2019 gab es keine Anträge mehr», erklärte sie. dpa

Mit Ost-West-Schüleraustausch zu “positiven Integrationserfahrungen” und gegen Fremdenhass

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1 KOMMENTAR

  1. Solche Sachen künstlich zu beeinflussen ist genauso wirkungslos, wie mit Absicht die Frauenquote in einem Männerjob hochzutreiben. Wenn die Oststaatenbürger Lust hätten nach Deutschland zu kommen und hier zu lernen, täten sie dies auch.

    Absichtlich die Quote für jegliche Domänen manuell zu manipulieren hat absolut nichts mit Integration oder Gleichberechtigung zu tun. Beispiel: wenn ich über einen Behinderten, dem gerade etwas dummes wiederfahren ist, keine Witze machen darf in vergleichbarer Weise wie mit normalen Menschen, grenzt man den Behinderten damit aus.

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