WIESBADEN. Der Philologenverband lehnt die angekündigte Kürzung der Altersermäßigung für Lehrkräfte ab 55 Jahren in Hessen ab. „Aus unserer Sicht ist das der falsche Weg, mit knapperen Haushaltsmitteln umzugehen“, stellt der Landesvorsitzende Volker Weigand fest – zumal das Kultusministerium erst vor wenigen Wochen ein „Kompetenzzentrum Gesunde Schule“ gestartet hat.

Mit zunehmendem Berufs- und Lebensalter steige die Belastung, ebenso wie in anderen Berufen, auch bei Lehrerinnen und Lehrern an – erklärt der Hessische Philologenverband (hphv). Die Altersgruppe der über 55-jährigen verzeichne eine über dem Gesamtdurchschnitt liegende Krankenstandsquote, Langzeiterkrankungen nähmen zu und Burn-out oder Depressionen seien Folgen einer psychischen Belastung, die viele Faktoren wie Gewalt gegen Beschäftigte hat. „Immer häufiger mündet die Überbelastung auch in der Dienstunfähigkeit und verschärft somit den Lehrkräftemangel weiter, der bereits seit Jahren eine Herausforderung in bestimmten Regionen und Schulformen darstellt“, so heißt es in einer Stellungnahme.
„Im Grunde genommen hat man die Problemlage ja bereits erkannt und eingestanden“, sagt Weigand und verweist auf das erst im vergangenen Monat gestartete Hessische Kompetenzzentrum Gesunde Schule. Dieses soll als zentrale Anlaufstelle auch für den Erhalt und die Stärkung der psychischen und körperlichen Gesundheit der Lehrkräfte sorgen, wie das Kultusministerium in einer Pressemitteilung betont hat.
Der hphv erkenne die Einrichtung des Kompetenzzentrums als flankierende und eine von mehreren notwendigen und sinnvollen Maßnahmen zur Stärkung der Lehrergesundheit an, so heißt es nun. Mit der Kürzung der ersten Stufe der Altersermäßigung sieht der Verband die Einrichtung des Kompetenzzentrums jedoch konterkariert. Ziel sollte es sein, den Arbeitsplatz Schule so zu gestalten, dass Krankheiten möglichst gar nicht erst entstehen, anstatt sie dann über eine Beratungsstelle auffangen zu müssen. „Der Bereich Arbeitsmedizin hat in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen“, nimmt Weigand auch die zunehmende Komplexität an Themen in den Arbeitsschutzausschüssen (ASA) wahr. Die beste Prävention sei weiterhin, mit zunehmendem Dienstalter die Kolleginnen und Kollegen zumindest im bisherigen Umfang schrittweise zu entlasten. News4teachers
Gewerkschaften: Regierung plant, Altersermäßigung für Lehrkräfte deutlich einzuschränken









Die verstehen es immer noch nicht. Das bringt doch gar nichts. Dann bleiben auch die gutwilligen Kollegen bei jeder Krankheit bis zum letzten Tag der Krankschreibung zuhause und schleppen sich nicht mehr mit Tabletten vollgestopft zur Schule, damit ja kein Unterricht ausfällt, und “die anderen” tun das ja alles sowieso. Beamte bekommen unbegrenzt 100% Gehaltsfortzahlung. Wissen die das nicht?
Bei allem Respekt für die Leistungen der Lehrkräfte, aber…..als Arbeitswirtschaftler kann ich es nicht gutheißen, wenn Lehrkräfte weniger Leistung erbringen wollen, während Männer und Frauen in Produktionsbetrieben bis zum Alter von 55, teilweise bis 60 Jahren, 100 Prozent der REFA Normalleistung erbringen müssen .
Wo ist denn da der Widerspruch? Es geht doch hier auch um eine Grenze von 55 bzw. 60 Jahren (je nach Bundesland)?
Lehramt ist KEIN ruhiger Beamten-Sesselfurzer-Job, wo man höchstens einemal zum Kaffeeholen aufsteht. Das ist locker mit einem Job in der Produktion vergleichbar, wo Bewegung, Stress und hoher Lärmpegel angesagt ist.
Nebenbei: Durch Betriebspraktikumsbesuche habe ich so manche Jobs in der “Produktion” gesehen: Die allermeisten waren aufgrund von konsequentem Arbeitsschutz deutlich ruhiger und stressfreier als die Arbeit im Klassenraum!!!
Gehen Sie als “Arbeitswissenschaftler” ruhig einmal in die Praxis, laufen einmal eine Woche Vollzeitstelle an einer Schule mit heutzutage “normaler” Schülerschaft mit, inkl. der Arbeit “danach” (Aufsichten, Korrekturen, Konferenzen, Unterrichtsvor- und -nachbereitung, Schüler-/Elterngespräche, …). Und dann melden Sie sich wieder!
Ich finde dieses Vorgehen grundsätzlich falsch, auch in der gesellschaftliche Diskussion um die Verlängerung der Arbeitszeit bis 70 usw. Wenn die Menschen im Durchschnitt länger leben, ist ein späterer Renten-/Pensionseintritt aus meiner Sicht durchaus gerechtfertigt. Rente und Pension waren ja mal “geplant” für die letzten 10 oder 20 Jahre. Jetzt sind es immer öfter die letzten 30-40 Jahre. DAS muss ja erstmal auch erwirtschaftet werden von den aktuell Arbeitenden. (Nein, man hat das nie eingezahlt und angespart, sondern immer für die aktuellen Rentner oder Pensionäre bezahlt!)
Wenn die Menschen also länger arbeiten sollen, muss man Rechnung tragen dem Umstand, dass ältere Menschen naturgemäß im Durchschnitt kränker und schwächer werden. Man sollte ihnen also aus meiner Sicht das längere Arbeiten erleichtern und nicht erschweren, indem Abminderungsstunden gestrichen, gekürzt oder verschoben werden. Es sollte mehr geben! Z.B. die 35-Stunden-Woche ab 55; die 30-Stunden-Woche ab 60; die 25-Stunden-Woche ab 65 (pauschales Beispiel) und andere Erleichterungen (späterer Arbeitsbeginn, wo machbar und erwünscht; mehr Urlaubstage; mehr medizinische Vorsorge, Kontrolle und Wiederherstellung/Kur/Reha…).
Ansonsten hat man ja einfach nur Arbeitskräfte (ich meine alle), die immer öfter wegen Krankheit ausfallen, bevor sie in Rente/Pension gehen, also eventuell keine einzige Arbeitsstunde mehr trotz Streichung, Verschiebung oder Reduzierung der Abminderungsstunden (hier bei Lehrern).
In Hessen wurde immer schon verbeamtet. Das zeigt, dass die Frage Verbeamtung oder nicht nie der wirkliche Grund für den Lehrermangel war und deshalb auch durch die Verbeamtung (im Osten) nicht behoben werden kann. Die Abwanderung wegen Verbeamtung anderswo war marginal. Ein Teil ging nur weg auf Zeit. Und ein Haus kann man eben nicht mitnehmen. Da ist nun wieder viel Geld für lauter nichts verplempert worden.