Nicht genug Geld: Giffeys Ausbildungsoffensive für Kita-Fachkräfte halbiert sich

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BERLIN. Das Bundesfamilienministerium fördert deutlich weniger Ausbildungsplätze für Erzieher als zunächst angekündigt. Aus Hessen und Bayern hagelt es deswegen Kritik. Bayerns Familienministerin Kerstin Schreyer (CSU) sagte am Donnerstag laut einer Mitteilung ihres Ministeriums, ihr sei unbegreiflich, dass ausgerechnet dort gespart werde. «Schließlich ist der Fachkräftemangel im Bereich der gesamten Kinder- und Jugendhilfe eklatant. Besonders die Kindertagesbetreuung ist stark betroffen.»

Will die Qualität der Kita-Betreuung verbessern: Bundesfamilienministerin Giffey. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)
Hatte offenbar mit mehr Geld gerechnet, als ihr tatsächlich zur Verfügung steht: Bundesfamilienministerin Franziska Giffey. Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Zuvor hatte sich Hessens Sozialminister Kai Klose (Grüne) per Brief mit einem «dringenden Appell» an Familienministerin Franziska Giffey (SPD) gewandt, «die “Fachkräfteoffensive”, wie ursprünglich von Ihnen angekündigt, im Schuljahr 2020/2021 mit einem weiteren Förderdurchgang unmittelbar fortzusetzen».

Giffey hatte 2018 rund 300 Millionen Euro Fördergeld vom Bund angekündigt – unter anderem für rund 5000 Fachschüler, die sich zur Erzieherin oder zum Erzieher ausbilden lassen wollen. Mit dem Geld soll eine Ausbildungsvergütung gezahlt werden, was bislang in der Regel nicht der Fall ist und junge Leute möglicherweise abschreckt, diesen Beruf zu ergreifen. Hessen und Bayern kritisieren nun, dass der Bund nach dem ersten Jahrgang die Förderung eingestellt habe.

Auf der Internetseite für das Fachkräfteprogramm ist zu lesen, die Bundesregierung habe bis einschließlich 2021 insgesamt 160 Millionen Euro eingeplant. Damit würden 2500 Plätze im Ausbildungsdurchgang 2019/2020 gefördert. «Weitere Mittel für die Finanzierung eines weiteren Jahrgangs mit Ausbildungsbeginn im Herbst 2020 stehen nicht zur Verfügung.» Gründe werden nicht genannt. Ein Sprecher des Familienministeriums teilte auf Nachfrage mit, mit der Fachkräfteoffensive habe der Bund einen wirksamen Impuls gesetzt. «Nun ist es Aufgabe der Länder, die praxisintegrierte Ausbildung als Zukunftsmodell weiter in die Fläche zu tragen.» dpa

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