Worauf Lehrer in der Coronakrise einen Anspruch haben: GEW-Rechtsgutachten zum Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Schule

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FRANKFURT/MAIN. Wie sieht in der Coronakrise der rechtlich gebotene Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrer und anderes Schulpersonal aus? „Neben den allgemeinen rechtlichen Grundlagen stellen sich viele individuelle Fragen. Besondere Probleme verursacht der Themenkomplex der sogenannten Risikogruppen. Muss ich, darf ich, soll ich? Das sind die Fragen, die uns besonders häufig erreichen“, erklärt die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe. Um fundierte Antworten geben zu können, hat die Gewerkschaft ein dreiteiliges Gutachten beim renommierten Rechtsprofessor Wolfhard Kohte von der Universität Halle-Wittenberg in Auftrag gegeben. Der spart darin nicht mit Kritik an Landesregierungen.

Der Dienstherrr und der Schulträger sind gemeinsam verantwortlich für den Arbeits- und Gesundheitsschutz für Lehrkräfte und anderes Schulperonal – die Verantwortung hin und her zu schieben, geht nicht. Foto: Shutterstock

„Hygiene ist unteilbar“, so schreibt Kohte in dem Papier. „Hygienedefizite im Bereich der Schülerinnen und Schüler können auch die Gesundheit der Lehrkräfte beeinträchtigen.“ Ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts sei wegweisend für den Arbeits- und Gesundheitsschutz in der Schule. Der Fall: Eine Lehrerin erkrankte durch einen Hepatitis-C-Virus, der durch infizierte Schüler übertragen worden war. Das Gericht sah im mangelnden Infektionsschutz eine Pflichtverletzung der Schule, die im konkreten Fall zu einem Schadensersatzanspruch der Lehrerin führte. Kohte: „Damit gehört der Hygieneschutz im Schülerbereich auch zu den Pflichten des Arbeitgebers/Dienstherrn gegenüber den Lehrkräften, deren Einhaltung vom jeweiligen Personalrat zu überwachen ist.“

Laschets Statement war „rechtlich deutlich verfehlt“

Dienstherr und Schulträger hätten beim Gesundheitsschutz miteinander zu kooperieren und ein gleiches Sicherheitsniveau zu gewährleisten. „Es war daher rechtlich deutlich verfehlt, dass der Ministerpräsident Laschet in der Sendung ‚Anne Will‘ am 26.4.2020 meinte, dass er für die offenkundigen Versäumnisse einiger Schulträger nicht zuständig sei. Als Arbeitgeber/Dienstherr hat das jeweilige Bundesland die ganzheitliche Hygiene sicherzustellen“, befindet Kohte.

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hatte in der Talk-Show erklärt: „Ich hab‘ mich auch gewundert, dass man nach Ostern sagt, wir werden nächste Woche die Abiturienten wieder in die Schule kommen lassen, und dann alle sagen: Aber da sind wir gar nicht drauf vorbereitet.“ Einen Anlass, den Schulstart zu verschieben, sah die schwarz-gelbe Landesregierung darin jedoch nicht (News4teachers berichtete ausführlich über den bemerkenswerten Auftritt – und zwar hier).

Ein effektiver Hygieneplan, so Kohte, sei auf der Ebene der jeweiligen Schule aufzustellen und zu realisieren. „Ein Rahmenplan kann die im Gesetz vorgesehene Aufgabe nicht erfüllen, sondern nur eine Hilfestellung für die Arbeit am konkreten schulbezogenen Hygieneplan geben. Deswegen war es organisatorisch unzureichend, dass zum Beispiel in Berlin am Freitag, dem 24.4.2020, nachmittags der Rahmen-Hygieneplan für die zum Montag, dem 27.4.2020, vorgesehene Teilöffnung von Schulen versandt wurde.“ Kohte betont: „Die schulischen Akteure benötigen einen angemessenen Zeitraum, um den Hygieneplan vor der Öffnung der Schule zu aktualisieren.“

Wenn Schüler Plätze wechseln, muss desinfiziert werden

Und wie muss ein Hygieneplan konkret aussehen? Raumtechnisch sei sicherzustellen, so Kohte, dass kein Wechsel stattfinde und jede Schülerin und jeder Schüler während der eigenen Unterrichtszeit denselben Platz einnehme. Platzwechsel durch Schichtarbeit seien stets mit Reinigung und Desinfektion verbunden. Diese Anforderungen stellten sich auch bei der Organisation des Lehrerzimmers. In den Pausen werde ausreichender Abstand nur bei versetzten Unterrichtsunterbrechungen realisierbar sein. Durch zeitversetzten Unterricht seien darüber hinaus die Auswirkungen auf den Stundenplan und damit die Arbeitszeit der Lehrkräfte zu beachten.

Weiter heißt es in dem Gutachten: „Besonders gefährdete Risikogruppen müssen gegen die speziell sie bedrohenden Gefahren geschützt werden‘ – so eindeutig ist die unionsrechtliche Vorgabe in Artikel 15 der RL 89/391/EWG, der Rahmenrichtlinie für den Arbeitsschutz, die bis heute als ‚Grundgesetz des betrieblichen Arbeitsschutzes‘ gilt.“

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Wer gehört zur Risikogruppe? Kohte verweist auf die Liste des Robert-Koch-Instituts (RKI) – und zitiert daraus: „Dazu zählen insbesondere Menschen mit vorbestehenden Grunderkrankungen wie

  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems (z.B. koronare Herzerkrankung und Bluthochdruck)
  • chronische Erkrankungen der Lunge (z.B. COPD)
  • chronischen Lebererkrankungen
  • Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
  • Krebserkrankungen
  • ein geschwächtes Immunsystem (z.B. aufgrund einer Erkrankung, die mit einer Immunschwäche einhergeht oder durch die regelmäßige Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr beeinflussen und herabsetzen können, wie z.B. Cortison).“

In der Mehrzahl der Bundesländer sei diese Liste des RKI für die Bestimmung der Risikogruppen übernommen worden. Das sei im Grundsatz auch sachgerecht, so befindet der Jurist. „Allerdings ist zu beachten, dass diese Liste nicht abschließend ist, wie der Begriff ‚insbesondere‘ zeigt. Einige Berichte zeigen, dass gerade bei psychischen Beeinträchtigungen eine Pandemiesituation besondere Probleme schaffen kann, so dass sich daraus zusätzliche Risiken ergeben können.

Heikel: Lehrer mit Angehörigen, die zu Risikogruppen zählen

Auch ältere Menschen gehören zur Corona-Risikogruppe. „Im Unterschied zu den RKI-Hinweisen, die relativ offen einen Korridor zwischen 50 und 60 Jahren nennen, greifen die Bundesländer jeweils auf die Altersgrenze von 60 zurück“, so stellt der Gutachter fest. Das wird von diesem allerdings nicht beanstandet. Heikel ist ihm zufolge jedoch, dass manche Bundesländer Lehrer nicht vom Schuldienst befreien, die mit Menschen aus den Risikogruppen zusammenleben. Hier mahnt Kohte eine einzelfallbezogene Lösung an. Es sei „zumindest geboten, dass durch eine ärztliche Bescheinigung dieses Problem an die Dienststelle herangetragen wird und eine entsprechende Versetzung/Arbeit im Homeoffice für solche Beschäftigte ermöglicht wird“.

Die GEW-Bundesvorsitzende Marlis Tepe stellt in ihrem Geleitwort fest:  „Es gibt kein „one fits for all“ – Rezept!“ Folgende Botschaften zieht die Gewerkschaft aus dem Gutachten:

  • „Nicht ohne die Personalräte! Arbeits- und Gesundheitsschutz ist eine Frage der zwingenden Mitbestimmung. Wo es vor Ort keine Arbeitssicherheitsausschüsse gibt, sollten Krisenstäbe o.ä. eingesetzt werden.“
  • „Lasst die Schulen nicht allein! Es muss Schluss sein mit dem Schwarze-Peter-Spiel zwischen kommunalen Schulträgern und Arbeitgeber/Dienstherr Land. Alle Akteure sind gesetzlich verpflichtet, beim Infektionsschutz konstruktiv zusammenzuarbeiten.“
  • „Arbeitgeber haben eine Fürsorgepflicht! Jeder Arbeitgeber ist dazu verpflichtet, Risikogruppen zu schützen und sie über ihre Rechte zu informieren. Dazu gehört auch, Risikogruppen gemeinsam mit den Interessenvertretungen zu definieren.“
  • „Nicht ohne die Interessenvertretungen! Bei der Bestimmung von Risikogruppen und bei der Festlegung eines innerbetrieblichen Verfahrens zum Schutz der Kolleginnen und Kollegen ist der Personalrat in der vollen Mitbestimmung. Auch die Schwerbehindertenvertretung ist zu beteiligen.“
  • „Risikogruppe schließt auch Kontaktpersonen mit ein! Wer mit einer Person zusammenlebt, die einer Risikogruppe zugehörig ist, hat unter Umständen Anspruch auf eine Freistellung oder Umsetzung. Dies ist von der Intensität der Gefährdung abhängig und deshalb als Einzelfall zu untersuchen.“ News4teachers

Hier lässt sich das dreiteilige Gutachten im Auftrag der GEW herunterladen.

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Schulöffnungen: Gebauer macht Schulträger für Hygiene-Mängel verantwortlich

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19 KOMMENTARE

  1. Toll. Das Gutachten hatte ich auch schon gelesen. Aber: Was bringt das?
    Bringt es das Land Hessen dazu, den Landrat des Schwalm-Eder-Kreises auf die Finger zu hauen, weil der sich nun lobt, dass täglich die Schulen gereinigt werden? Demnach also vorher nicht? Allein bei der Vorstellung krippelt meine Oberlippe. EIn Blick in die Schulen des Kreises zeigt, wie überl Schulgebäude vernachlässigt werden können.
    https://www.gew-hessen.de/home/details/schulen-grosse-regionale-unterschiede/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=35b363c56b22c4aac1035123583469ed
    oder
    https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/investitionsbedarf-hessische-schultraeger-sind-unterfinanziert-15686968.html

    Achtet ein Dienstherr darauf, wie die Schulen ausgestattet sind? Nein. Denn man müsste sich als Dienstherr in eine Diskussion begeben, dass unterschiedlich wohlhabende Schulträger gleiche Hygienestandards sicherstellen sollen.
    Mal ein Blick nach Hessen zeigt den bisweilen skandalösen Zustand, den das Land aber seit Jahren duldet, stillschweigend hinnimmt, denn eines ist klar: Wer die Musik bestellt(einheitliche Standards), der bezahlt auch – oder sollte.

    Übrigens: Die nch fehlenden Daten, die nachgereicht werden sollte, wurden nei nachgereicht. Und: Der entsprechende landkreis hat gegen den WIderstand der Schulen die verwaltungn druch den Eigenbetrieb abgeschafft – die Folgen sind derzeit dramatisch.
    Und wo ist der Dienstherr?

  2. Der Dienstherr und die Schulträger versuchen, die Verantwortung auf die Schulleiter abzuschieben. Keiner will für das, was derzeit passiert, die Verantwortung übernehmen. Aber: Welche rechtlichen Schritte kann der einzelne da jetzt einleiten?

  3. Wer schüzt mich als gesunde Lehrerin, die all due Kollegen ersetzten ao.l die nicht mehr kommen. Wenn ich meine eigene Klasse betreue im Homeoffice, Notdienst verrichte und dann noch in anderen Klassen unterrichten soll. Was ist mit meiner Arbeitszeit in Teilzeit. Ich bin jede Woche weit über das normale Maß hinaus mit Emails, Telefonaten, Materialvorbereitung und Verteilung, Videokonferenzen, Lösungshilfen verschicken, Klassenraum vorbereiten für den kommenden Unterricht. Mehrarbeit ohne Bezahlung ist auf Dauer nicht tragbar. Vor allem, wenn man eigene Kinder zu Hause zu versorgen hat.
    Wer sorgt da bei dem Lehrermangel für Abhilfe? Mir graut davor, dass es nächstes Schuljahr so weiter geht.

    • Wieso mit Telefonaten? Wer hat denn die Telefonnummer seiner Lehrerin?

      Wenn ich die privaten Daten meiner SuS – und dazu gehören eben auch die verbindungsdaten – nicht auf meinen privaten Endgeräten speichern darf, dann muss ich im gegnzug auch nicht meine privaten Kontaktdaten an die Schlerschaft und deren eltern weitergeben. Dasselbe gilt für meine schulischen Vorgesetzten.

      Folglich können die SuS und Eltern die lehrkräfte nur über dienstliche Accounts erreichen. Telefonate können allenfalls das Sekretariat der Schule erreichen, die den Inhalt dann weitergeben muss – entweder per Email oder per Postfach im Lehrkräftezimmer.

      Was ist an Schule eigentlich so anders als beim Finanzamt. Ruft da auch jeder Steuerbürger seinen Sachbearbeiter privat zuhause an? Von der Finanzverwaltung würde niemand erwarten, dass deren Mitarbeiter von zuhause aus dem Home-office und von privaten Endgeräten über ungeschützte Datenleitungen aus mit den Steuerzahlern kommunizieren sollen. Von mir als Lehrkraft wird darüberhinaus erwartet, dass ich mich mit meinen SuS per Video-Chat in Verbindung setze – und zwar aus meiner Privatsphäre heraus und unter Aufgabe des Rechts am eigenen Bild.

      Zur Zeit wird von vielen Seiten erwartet, dass Lehrkräfte die DSGVO im besten Fall großzügig auslegen bzw. übersehen. In der Folgezeit (Nach-Corona-Zeit) könnten diese Pflichtverletzungen während der Corona-Zeit aber zu erheblichen diszilpinarrechtlichen Konsequenzen führen. Da reicht dann schon ein Elternteil, um Datenschutzverstöße mittels rechtlichem Beistand zu einem entsprechenden Druckmittel gegen „unliebsame“ Lehrkräfte und Schulleitungen werden zu lassen, ohne dass die politisch Verantwortlichen als fürsorgepflichtige Dienstherren und Arbeitgeber den Betroffenen wohlwollend zur Seite stehen werden. – Schließlich muss ja was Recht ist, auch Recht bleiben …

      • @dickebank
        „Was ist an Schule eigentlich so anders als beim Finanzamt. Ruft da auch jeder Steuerbürger seinen Sachbearbeiter privat zuhause an?“

        Das ist mal ein richtig gut vor Augen führender Vergleich, was sich als Quasi-Selbstverständlichkeit so eingeschlichen hat in die Köpfe, was sich richtig eingenistet hat vielen Köpfen. Auch in einigen Lehrerköpfen allerdings.

        Meine Telefonnummer haben die Eltern nicht. Ich sehe das gar nicht ein. Bei uns im Kollegium ist das nach meinem Gefühl so 50:50.

        Wir sind in der glücklichen Lage, Dienstmailadressen zu haben. Was erlebte ich vor ein paar Tagen? Ein Kollege hatte noch eine Rückfrage und dadurch bekam ich diese Info geliefert -> Sehr offensichtlich lässt er die Dienstmails an seine gmail-Adresse weiterleiten. Von dort kam die Rückfrage. Na perfekt! Wozu noch mal haben wir Dienstadressen? Reicht schon, dass unsere Daten von Wir-haben-nichts-zu-verbergen-Eltern zu den Kraken verteilt werden.

        Ich habe diesbezüglich an den Landesdatenschutz eine Anfrage gesendet. Mal sehen, wann aus diesem unterbesetzten Refugium eine Antwort kommt und wie schwammig oder konkret diese sein wird.

        • Sie erwarten hoffentlich keine digitale Antwort:)

          Ich hoffe ja, dass nachdem Corona-bedingt eine große Anzahl von Menschen mit 9to5-Jobs Erfahrungen mit dem Home-office gemacht haben, die besonderen Arbeitsumstände – also die Entgrenzung zwischen Arbeit und Privat-/Familienleben – deutlich vor Augen geführt worden ist. Dass alle diese Home-office-Arbeitenden ihre berufliche Tätigkeit selbstverständlich auf dienstlichen Labtops und sonstigen digitalen Endgeräten erledigen, lassen wir einmal außen vor. Dass alle diese Menschen feststellen mussten, dass das Labtop- oder Smartphone-Display kein Ersatz für einen 27-Zoll-Monitor oder Zwei-Bildschirm-Arbeitsplatz mit höhenverstellbarem Arbeitstisch ist, können wir mittlerweile als gegeben betrachten.

          Nur dass das, was jetzt viele als Unzulänglichkeiten im Home-office feststellen und monieren, die täglichen Arbeitsumstände von Lehrkräften darstellt, wird der Allgemeinheit nicht zu vermitteln sein. Um so weniger, wenn sich Kolleg*innen dann auch noch so verhalten, wie dei 50% Ihres Kollegiums, die ich als unprofessionell ansehe.

          Aber vieles im Arbeitsalltag von Lehrkräften ist halt anders als bei den leuten. In meinem früheren Berufsleben in der privatwirtschaft war es unter Beachtung der Compliance-Regelungen kein Problem mit Kunden und Firmenpartnern „auch einmal ein Bier trinken zu gehen“. Sollte mein derzeitiger Arbeitgeber die Idee entwickeln, dass das ja das Verhältnis zu den Eltern der Kinder, die ich unterrichten „muss“, entspannen könnte, würde ich kündigen. Intern wird strengstens darauf geachtet, dass Schule eine administrative Organisation ist, die top-down strukturiert ist, soll nach außen hin auf der untersten Ebene auf Augenhöhe kommuniziert werden, da der Staat im Kontakt zum „Kunden“ ja nicht obrigkeitsstaatlich daher kommen möchte. Aber je mehr wir gezwungen werden, das Image der obersten Schulbehörde bzw. deren politischer Leitung aufzupolieren desto mehr verschlechtern sich im gegenzug unsere Arbeitsbedingungen. In der Privatwirtschaft gibt es zwar die hohen Boni für die Spitzen, aber im Gegnzug auch Jahressonderzahlungen für die nachgeschalteten Ebenen.

          • So what? Was soll immer das Gejammer über die nicht vom Staatvgestellzen Computer? Mein Mann musste jetzt Corona bedingt auch Home Office machen . Bei meinem Job geht das nicht, ich gehe weiter außer Haus arbeiten.
            Aber mein Mann musste sich seinen Monitor und was er sonst noch so für seinen Home Office Arbeitsplatz brauchte auch selber kaufen gehen obwohl er in der Wirtschaft arbeitet. Er kann das von der Steuer absetzen…wie Lehrer übrigens auch. Also lasst doch einfach mal das jammern sein…

          • Es jammern doch vermehrt Eltern – LehrerIn ist halt doch kein Job, den man mal so nebenbei erledigen kann.
            Die einen Eltern jammern, weil es ihnen nicht digital genug sein kann, die anderen, weil es ihnen zu digital ist, sprich, sie keine bzw. kaum Möglichkeiten haben am digitalen Unterricht teilzunehmen.

          • Bei Ärzten und Krankenpflegern wird gejubelt, weil sie arbeiten. Bei LehrerInnen reicht das nicht, hier wird natürlich auch noch kritisiert, wie sie arbeiten.

          • @Gabi – nur dass ich genau das nicht beklage.

            Wenn Ihr Mann den Erstattungsanspruch gegenüber seinem AG nicht geltend macht, dann ist das seine Sache. Prinzipiell hat er nämlich im Gegensatz zu Lehrkräften einen Anspruch darauf. Die Ausnahme ist, dass er einen Firmen-Labtop hat und wegen des höheren Komforts sich für den heimischen Arbeitsplatz während der Corona-Pandemie einen größeren Monitor auf eigene Kosten beschafft, den er eben weiterhin privat nutzen kann.

            Im Gegensatz zu Lehrkräften arbeitet Ihr Mann nur aufgrund einer Firmenentscheidung von zuhause aus. Der voll ausgestattete Arbeitsplatz in der Firma steht ihm aber weiterhin zur Verfügung.

            Das, worauf ich abgezielt habe und was bei Ihnen scheinbar nicht angekommen ist, ist die Tatsache, dass das Arbeiten im Home-office gelegentlich eine annehmbare Bedingung ist, wenn sie vom AG eingeräumt wird. Dass das längerfristige oder dauerhafte Arbeiten von zuhause aus belastend ist, da es zu einer Entgrenzung der Arbeit führt, wird von Ihnen nicht aufgegriffen. Und eben genau dieser Punkt ist der, der von Lehrkräften seitens der Gesellschaft als Selbstverständlichkeit angesehen wird.

        • Schon interessant, Lehrer wollen auf gar keinen Fall wieder in den Präsenzunterricht der Schulen weil sie der Meinung sind sofort vom Coronavirus dahingerafft zu werden…aber mit Schülern und Eltern telefonieren bzw.telefonisch erreichbar sein oder per Videochat wollen sie auch nicht. Was denn nun? Lieber doch endlose Coronaferien bei voller Bezahlung? Den Lehrerberuf ganz abschaffen? Können doch offensichtlich die Eltern alles nebenbei übernehmen …und wenn nicht, tja Pech…hätten sie halt keine Kinder in die Welt setzen sollen. … So offenbar die Einstellung vieler Lehrer hier.

          • Ich bin mit Ausnahme weniger Tage in Schule gewesen. Hatte also keine „Corona“-Ferien. Und dennoch erlaube ich mir, bei den Vorkehrungen, die getroffen wurden (schlicht keine bis auf den Beschluss der KMK, dass doch alle Kinder 1,5m Abstand halten sollen), ein mehr als mulmiges Gefühl.
            Werden Sie auch mit ihren Schubladen nicht ändern.

          • Manche Eltern sind jetzt auch noch auf Kurzarbeit geschickt worden, d.h. weniger Geld und mehr sorgen. Die Eltern sollen aber im vollem Umfang noch „Lehrer“ werden wo hier Homeschooling schon immer verboten war.

  4. Ich Frage mich die ganze Zeit wer kümmert sich eigentlich um die Erzieher in den Kitas,die wären froh Abstandsvorgaben zu haben und sich drauf berufen zu können…das ganze Land soll Abstand halten nur die Erzieher sollen sich selbstlos dieser Gefahr aussetzen…es ist so ein Irrsinn…aber wie immer Erzieher sind Pädagogen zweiter Klasse im Vergleich zu Lehrern..

    • @Christina Schulz

      Ehrlich gesagt habe ich dieses Portal die ganzen Jahre als Leser (selten als Schreibender) eher als schulbezogene Website empfunden, mit einer ganzen Reihe unterschiedlicher Lehrer aus unterschiedlichen deutschlandweiten Ecken in den Foren, von Grundschule bis Berufsschule. Es schreiben nach meinem Gefühl neben der Redaktion vorwiegend Schulleiter, schulverbundene Verbandsvertreter o. auch schulbezogene Bildungswissenschaftler, manchmal Lehrer einen Artikel. Sowohl die nachfolgende akademische Zeit als auch die vorangehende Vorschulzeit nehme ich als hier vertreten war, wenn es ganz klar um ANDOCKENDE BILDUNG geht oder um Lebensentwicklung.

      Von dieser Seite her finde ich das überhaupt nicht verwunderlich, dass sich auch aktuell hier mehrheitlich Schultangierte äußern und die Artikel diese Schwerpunkte haben, wobei ich finde, dass während der Coronazeit schon sehr häufig, häufiger als vorher Erzieherprobleme und -angelegenheiten mit benannt werden.

      Wo Websites und Foren für studentische Bildung vornehmlich zu finden sind, weiß ich. Wo für Krippe, Kindergarten, Tageseltern und andere vor der Schulzeit Tangierte nicht. Sollte es so etwas nicht geben, ist das jedoch m. E. kein Verschulden der Website oder der hiesigen Foristen.
      Sollte es so etwas nicht geben und Sie sich hier heimisch fühlen, steht es Ihnen eigentlich auch frei, sich schreibend, auch fundiert belegt oder mit einem erzieherbezogenen Artikel zu beteiligen.

      „Zweiteklassepädagogenabstempelung“ ist leicht in die Welt posaunt. Foren leben jedoch davon, wie sich Lesende und Schreibende mit ähnlicher Fokussierung treffen. Das ist hier momentan eher die Lehrerschaft. Finde ich auch nicht schlimm. Änderungen müssen nicht Lehrer einleiten, sondern diejenigen, die es anders haben wollen.

  5. Hygiene für Lehrer/Lehrerinnen ist doch für viele Schulträger ein Fremdwort. Z. B. in der RS in Bad Pyrmont teilen sich ca. 20 weibl. Beschäftigte ein mind. 30 Jahre altes Toilettchen. Trotz mehrmaliger Aufforderung ist die Stadt dem nie nachgegangen. Im Gegenteil – ein Mitarbeiter hat vorgeschlagen, mobile Toilettenhäuschen aufzustellen. Jede Firma muss bei Verstößen gegen die Richtlinien Strafe zahlen – bei Schulträgern ist es anscheinend egal. Also was soll das ganze Getue auf einmal. Sanitäre Anlagen müssen erstmal saniert und die Anzahl entsprechend des Personals aufgestockt werden, bevor man hier weiter redet über Hygiene. Die Versäumnisse der letzten Jahre machen sich bemerkbar.

  6. @Gabi: Ach wie suess. Der Arbeitgeber hat die Ausstattung fuer das Homeoffice zu stellen. Ausnahme ist, wenn man selbstständig ist. Also, vor markigen Worten ruhig noch ne Schueppe Ahnung draufpacken.

    • @Omg – wie schon weiter oben gepostet habe geht es mir um etwas Anderes.

      Alle mit denen ich in meinem privaten Umfeld über das Thema home-office gesprochen habe und die im Normalfall an ihrem Schreibtisch in der öffentlichen Verwaltung oder der „freien Wirtschaft“ arbeiten, haben so nach und nach erkannt, dass Arbeiten im Home-office auch nicht „das gelbe vom Ei“ ist.

      Ja, es räumt jeder ein, dass es zu normalen Zeiten nett ist freitags nicht ins Büro pendeln zu müssen und von zuhause aus arbeiten zu können. Dass es aber – wie jetzt corona-bedingt – durchaus stressig ist all-time-lomg von zuhause aus arbeiten zu müssen. Diejenigen, bei denen die Firmen die belegschaft in zwei Teams aufgespalten haben, von denen das eine in der einen Woche in der Firma arbeitet und das andere als Back-up von zuhause aus um in der Folgewoche zu wechseln wechsel, berichten, dass sie sich über die Bürowoche freuen.

      Und das berichten sowohl kinderlose als vor allem die jenigen, die auch noch die Kinder im Home-office bändigen müssen.

  7. Als Mitglied der Risikogruppe befallen mich seit Jahren regelmäßig div. Infektionen aus der Schülerschaft, obwohl ich sehr auf persönliche Hygiene achte. Meines Erachtens liegt es an der schlechten Belüftung der Klassenräume.
    Mit 30 Personen in einem Raum, da wird die Luft unweigerlich schlecht (Stichwort Corona und Aerosole).
    Theoretisch muss man einen Klassenraum 3 x pro Unterrichtsstunde stoßlüften, um eine brauchbare Raumluftqualität zu erreichen.
    Dann sitzt man aber im Winter bei 16°C in der Klasse, die Schüler maulen, und bei dem ganzen Fenster-auf-Fenster-zu-Hin- und Her ist kaum geregelter Unterricht möglich. Ganz davon abgesehen, dass man die meisten Fenster nur kippen kann, also Stoßlüftung gar nicht möglich ist.
    Dann ist die Raumluft zu jeder Jahreszeit schlecht.
    Meiner Ansicht nach braucht es statt Flächendesinfektion etc. eher eine geregelte Raumlüftung für jeden Klassenraum.
    Und ohne diese soll ich mich dann jetzt zusätzlich zu Erkältungs-, Grippe-, Magen-Darm-Risiko usw. noch dem Corona-Risiko aussetzen?

    Und zum Stichwort „Corona-Ferien“ für Lehrer: wenn man engagiert Homeschooling betreibt, ist der zeitliche Aufwand nicht geringer als im Präsenzunterricht, eher höher, und das Engagement der einzelnen Lehrkräfte je nach Lernplattform für Schulleitungen vielleicht auch besser überprüfbar.
    Welche Konsequenzen dann aus mangelndem Engagement folgen könnten, ist eine andere Frage.

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