Erfolgten Schulöffnungen voreilig? Laschet: „Ich hab‘ mich auch gewundert…“

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DÜSSELDORF. Armin Laschet (CDU), Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, hat eingeräumt, dass Schulen auf die kurzfristig anberaumten Schulöffnungen in der vergangenen Woche womöglich nicht hinreichend vorbereitet waren – sieht die Verantwortung aber bei den Kommunen im Land. In der Talk-Sendung „Anne Will“ sagte Laschet: „Ich hab‘ mich auch gewundert, dass man nach Ostern sagt, wir werden nächste Woche die Abiturienten wieder in die Schule kommen lassen, und dann alle sagen: Aber da sind wir gar nicht drauf vorbereitet.“ Einen Anlass, den Schulstart zu verschieben, sah die schwarz-gelbe Landesregierung darin jedoch nicht.

Sah keinen Grund, die Schulöffnungen abzublasen – trotz vielfacher Kritik im Vorfeld. Foto: Sandro Halank, Wikimedia Commons, CC-BY-SA 3.0

Grünen-Chefin Annalena Baerbock warf Laschet in der Diskussionsrunde vor, dass weder Schüler noch Lehrer auf die Schulöffnungen vorbereitet gewesen seien. Auch SPD-Vertreter Karl Lauterbach, als Mediziner gesundheitspolitischer Sprecher seiner Partei, befand: „Ich hätte nie die Schulen schon geöffnet, die Schulen sind überhaupt nicht vorbereitet“.

Tatsächlich hatten alle Lehrerverbände in NRW sowie Eltern- und Schülerorganisationen gefordert, den Schulstart zu verschieben, um den Schulen mehr Vorbereitungszeit zu geben. Laschet warf hingegen den Kommunen in seinem Land vor, die Zeit nicht genutzt zu haben, um die Schulen wieder auf die Öffnung vorzubereiten. Gleichwohl sei der Start gut gelaufen. Das könne Laschet doch gar nicht wissen – ohne die Infektionszahlen zu kennen, merkte Lauterbach an. Die Inkubationszeit bei Corona-Infektionen beträgt bis zu zwei Wochen.

Gebauer: Kommunen haben zugesagt, Regeln umzusetzen

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) erklärte in einem Interview mit der „Rheinischen Post“, die kommunalen Spitzenverbände hätten in einem Gespräch am 16. April zugesichert, „dass sie es schaffen, bis zum 23. April die Hygiene- und Abstandsregeln umzusetzen“. Warum der Städtetag NRW die Landesregierung am 18. April öffentlich aufforderte, den Schulstart um mindestens vier Tage nach hinten zu verlegen, darauf ging sie nicht ein.

„Bereits ab dem 23. April zu starten, stellt die kommunalen Schulträger vor erhebliche Probleme“, hatte der Städtetags-Vorsitzende und Hammer Oberbürgermeister Thomas Hunsteger-Petermann erklärt. Die Schulen öffneten vergangene Woche in Nordrhein-Westfalen für rund 250.000 Schüler der Abschlussklassen, die zum Pflichtunterricht erscheinen mussten, plus 90.000 Abiturienten, denen das Erscheinen ins eigene Ermessen gestellt worden war. News4teachers

 

Wenn Parteistrategen in der Coronakrise die Schulpolitik übernehmen: Öffnen um jeden Preis? Der riskante Kurs des ehrgeizigen Herrn Laschet

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16 KOMMENTARE

  1. Hier vor Ort sind die Schulen gut vorbereitet, und die Schüler haben ein Anrecht auf Bildung und ihre sozialen Kontakte in den Schulen.
    Gerade die jüngeren Schüler brauchen ihre Unterricht und die damit verbundene emotionale Verstärkung des Lernens.
    Die Kollateralschäden auf die nicht in die Entscheidungsprozesse eingebundenen gesellschaftlichen Gruppen, wie die der Kindern und die der älteren Mitmenschen, werden einfach nicht berücksichtigt.
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Daran muss man sich im Rahmen beschlossener Maßnahmen orientieren.

    • „Schüler haben ein Anrecht auf Bildung und ihre sozialen Kontakte in den Schulen.“
      Das Recht auf Bildung kann auch durch Fernunterricht wahrgenommen werden, ein Recht auf soziale Kontakte hingegen gibt es nicht. Ich komme gerade aus der Schule und kann Ihnen sagen, die Hygienemaßnahmen sollen genau diese sozialen kontakte verhindern um Infektionsketten zu reduzieren.
      Die Kollateralschäden werden nicht die SuS sein, sondern die Eltern, Großeltern, Pflegekräfte und Lehrer.
      Ein schwer erkrankter oder nicht mehr lebender Lehrer kann auf sehr lange Zeit nicht mehr unterrichten. Bei Lehrermangel sicherlich ein leichtes diesen zu ersetzen.

      • Ich nehme an, dass zur Zeit mehr Menschen an nicht diagnostizierten und therapierten Herz- Kreislauferkrankungen als am Coronavirus in Deutschland versterben, weil die Menschen auf Grund irrationaler Ängste meinen, sich in den Krankenhäusern und den Arztpraxen anzustecken.
        Die Wahrscheinlichkeit, dass man sich bei täglich maximal einem Neuerkrankten Corona-Patienten in Landkreisen mit 125.000 Einwohnern ansteckt ist minimal.
        Kinder unter 12 Jahre erkranken nicht an Corona bedingten Erkrankungen und diese Gruppe überträgt auch nicht das Virus auf Erwachsene, wie eine Studie aus Island dies belegt.
        Sie werden wieder arbeiten müssen !

        • Diese eine Studie wird auch vom RKI benannt, dazu andere, die einen anderen Schluss nahelegen. Die Weitergabe des Virus durch Kinder schätzt das RKI 8ich glaube Stand gestern war der Bericht) als ähnlich hoch ein wie bei Erwachsenen, hat aber auch darauf hingewiesen, dass die Daten während der Phase von Schulschließungen in den untersuchten Gebieten erhoben worden sind.
          Eine Studie aus China fürht zumindest keine stark abweichenden Werte für Kinder auf, aber alle diese Ergebnisse sind noch in der Diskussion, weshalb die Erklärung der göttergleichen Richtigkeit der einen Studie im Vergleich zu anderen im Moment nicht trägt.
          Auch zu dem angeblichen Hoffnungsmedikament, dass den Verlauf zmindest deutlich abmildern soll, gibt es unterschiedliche Befunde derweil. Wir hier haben nur recht wenige Fälle, dafür aber etwas überdruchschnittlich viele Tote im VErgleich zur Zahl der Infizierten.

    • „Die Würde des Menschen ist unantastbar“ und jeder Mensch hat das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Die Studienlage ist nach Prof. Drosten in Bezug auf die Erkrankungen von Kindern und ihre Rolle bei der Übertragung des Virus zu dünn, um derzeit verlässliche Aussagen zu treffen. Eltern, die ihre Kinder trotzdem z.B. in eine Kita bringen, tun dies auf eigenes Risiko. So klar muss man das (leider) mal sagen. Warum sollen Schulen und Kitas öffnen, während Spielplätze geschlossen bleiben? Das wäre auch mal eine dringend zu klärende Frage.

  2. Ich verstehe das jetzt richtig. Das war gar nicht geplant, sondern ein Produkt des Zufalls und letzlich musste fix gestümpert werden, da,it es so ist seht, als wäre es gekonnt?

    Was wollte er noch mal werden? Gärtnermeister in der Sahara??

  3. Ja wenn dem MinPrä auch keiner sagt, dass er über die Richtlinienkompetenz verfügt, dann ist es doch kein Wunder, dass er von der spitze des MSB überrumpelt wird.

  4. Ich bleibe dabei: Herr Laschet sollte sein Mandat niederlegen.
    Was durch sein selbstdarstellrisches Handeln losgetreten wurde ist unverantwortlich. Wie sonst kann ich mir von ähnlich schlecht informierten Politikern wie Herrn Kubicki Kommentare erklären, die die Arbeit und die erhobenen Zahlen des RKi als politisch motiviert beschreiben.
    Dabei war es doch ebensolcher Herr Laschet, der in seiner medienwirksamen Präsentation der Heinsbergstudie bereits VOR der Auswertung der Zahlen das Ergebnis festgelegt hatte und bereits VORHER bestimmt hat, wie diese Studie zu intepretieren sei.
    Bereits VOR der Auswertung stand das Ergebnis fest. Das ist ein Skandal. Regt das eigentlich nur mich so auf?
    Diese Studie hat rein gar keinen neuen Erkenntnisgewinn erbracht, sondern schlicht einen Ist – Zustand beschrieben. Wobei ich mir so oder so die Frage stelle, wie man einen Anteil von 0.01 % auf die gesamte Bevölkerung extrapolieren will.
    Wie wir aus der Karriere von Hern Laschet ja alle wissen ist, er mit der Auslegung der Wahrheit durchaus etwas salopper.
    Wenn ich in diesem Maßstab lügen würde – meine Karriere wäre zurecht beendet. Herr Laschet hingegen tingelt mit gefährlichen Halbwissen weiter durch die Medienlandschaft und macht dabei noch Karriere.
    Wir kennen ja alle die aktuellen Zahlen und jedem ist ja klar, das wir noch am Beginn der Pandemie in Deutschland stehen. All diese Diskussionen und die Handlungen, die dadurch erwirkt werden kommen schlicht verfrüht und werden Konsequenzen nach sich ziehen. Zum Glück nicht nur für die Alten und eh schon Kranken, die wir bei dieser Debatte längst hinter uns gelassen haben. Sondern auch der wirtschaftlich ambitionierte Teil unserer Bevölkerung wird die ein oder andere Feder lassen…aber wahrscheinlich haben die ihre Vorerkrankten und Alten eh schon abgeschrieben.
    Schulen werden genötigt unausgegorene Handlungsanweisungen umzusetzen und durchzuführen. Hygienestandards können schlicht nicht eingehalten werden, da bereits zwischen den Teilnehmenden (Lehrern, Schülern und Eltern) kein Konsens darüber besteht, wie gefährlich diese Situation einzuschätzen ist. Somit werden diejenigen die sich schützen wollen von denen, die es leichter nehmen bereits daran gehindert sich zu schützen. Zum anderen kommen in Schulen: Kinder und Jugendliche. Fachleute haben ja schon Probleme die entsprechenden Massnahmen korrekt einzuhalten. Wie das Schüler bewerkstelligen sollen, ich weiss es nicht!
    (Gerne erinnere ich mich auch an Herrn Laschets Interpretation zum Tragen eines Mundschutzes und das Bild unseres Gesundheitsministers im vollen Fahrstuhl. Wobei auch dies natürlich keine Fachleute sind)
    Auf einer Pressekonferenz habe ich aktuell auch alle Reporter in einer Traube zusammen stehen sehen.

    Solange die Lage noch so unkoordiniert und unklar ist, vertraue ich denjenigen die bedingt durch ihren Background Statistik und medizinische Empfehlungen ableiten können. Diejenigen, die uns gut beraten haben werden bedroht. Weil schlicht der wirtschafrliche Druck auch von Einzelpersonenen, verkennt, dass der Botschafter nicht die Botschaft ist.
    Der Aachener Karnevalsprinz hat sicher andere Kompetenzen, die sich mir aber leider nicht gänzlich erschließen. Genauso geht es mir, wenn ich mir die Vita von Frau Gebauer ansehe. Wäre sie doch in ihrem Boarding house geblieben.
    Schulen und Lehrer können nicht dafür verantwortlich gemacht werden, was seit Jahrzehnten von der Finanzpolitik versäumt wurde…warum also so überrascht Herr Laschet?

  5. Allmählich wenden sich auch Kinderärzte und Kinderpsychologen an die Öffentlichkeit.

    „Professor Dr. Matthias Keller (46) ist besorgt. Der vierfache Vater und Vorsitzende der Süddeutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit den Auswirkungen von Corona auf die Entwicklung von Kindern beschäftigt. Im Interview fordert der Chefarzt der Passauer Kinderklinik Dritter Orden eine schrittweise Öffnung der Kindergärten und Grundschulen. (…)
    KELLER: Es kann nicht so weitergehen wie in den letzten sechs Wochen. Viele Kinder sind der Gefahr ausgesetzt, psychisch und körperlich verletzt zu werden…Kinder unter zehn Jahren erkranken an Corona nur leicht oder gar nicht. Die Influenza-Grippe beutelt sie viel heftiger. Die aktuellen neuen Daten zeigen: Kinder stecken Erwachsene nicht mit dem Coronavirus an. Damit fehlt ab jetzt eine Rechtfertigung für eine soziale Isolierung der Kinder.“
    https://www.merkur.de/bayern/coronavirus-bayern-kinderarzt-auswirkungen-kita-massnahmen-forderung-schulen-lockdown-lockerungen-13718604.html

    Und Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)warnt vor dramatischen Auswirkungen auf die Kinder: „Durch das Kontaktverbot und das Eingesperrtsein drohen psychosoziale Schäden. Die Bedürfnisse von Kindern werden bisher überhaupt nicht berücksichtigt.“
    https://www.sueddeutsche.de/leben/familie-sind-kinder-die-verlierer-der-corona-krise-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-200427-99-850075

    @Illy
    Für Sie ist alles so einfach und sonnenklar, dass Sie Menschen mit anderer Meinung gern die Kompetenz absprechen oder mit Hohn und Spott übergießen. So einfach sollte es aber nicht sein mit dem eigenen Urteil.

  6. @ABC:
    Ja Sie haben Recht. Für mich ist alles ganz einfach. So sitze ich hier in meinem Elfenbeinturm geniesse die Coronaferien und verspotte meine Mitmenschen ohne mir darüber Gedanken zu machen was ich sage.

    Was Herrn Laschet angeht:
    Meine Auslegung von Wahrheit und Rechtschaffenheit ist leider nicht so weit gefasst. Um es abzukürzen: Wer einmal lügt…
    Wie soll ich das Ernst nehmen? Oder anders herum gefragt: wie können Sie das Ernst nehmen und glauben?
    Wer nicht viel weiss muss halt viel glauben.
    Herr Laschet hat sein Ziel vor Augen die Wirtschaft zu unterstützen, ausserdem würde er gerne Kanzler werden. Somit macht er sich die Welt wie sie ihm gefällt.
    Eine 1 bleibt eine 1 und wird keine 2 – nur wenn man sie addiert. Mathematisch gesehen. Wie kann aus 2 mal Unwahrheit eine Wahrheit werden. Minus mal Minus ergibt Plus? So einfach lassen sich die Dinge also in die eine wie in die andere Richtung drehen.

    Diese Pandemie ist eine Katastrophe für alle: Kinder, Eltern, Risikopatienten Wirtschaft…damit haben wir noch nicht im entfernstesten mal darüber nachgedacht, wie hart es die Ärmsten auf diesem Planeten trifft.
    Jede*r von uns ist vor seine persönliche Herausforderung gestellt.
    Wir tun doch gut daran neue Ideen zu entwickeln, die den Einzelnen mehr Entscheidungs- und Handlungsspielraum geben.
    An alten Konzepten wie der Schulpflicht festzuklammern bringt uns leider nicht weiter und ist nach dem derzeitigen Wissensstand mit mehr Risiken verbunden als der einzelne gerade so vermuten mag.
    Das sehe ich als Problem. Jeder könnte die Zahlen einsehen und sich damit beschäftigen. Leider machen sich jedoch viele nicht die Mühe, sondern glauben einfach nur was ihnen medientauglich vorgesetzt wird.
    Vielleicht verstehen viele auch nicht, was diese Zahlen bedeuten und die damit verbundenen Zusammenhänge.
    Jedoch wäre es wichtig, wenn jemand mit so viel Macht (wie Herr Laschet) diese Daten verstünde. Für mich zeigt er von Anbeginn an, dass er den „medizinischen“ Teil nicht Ernst nimmt. Sonst hätte er sich besser vorbereitet (Anne Will, Heinsberg Studie) Er hätte schlicht durch das korrekte Anlegen des MNS durchaus zeigen können, dass er die gegebenen Empfehlungen selbst ernst nimmt. Wer verspottet wen?

    Diese Pandemie wird hier jeden 5. ernsthaft betreffen. Damit ist klar, dass auch das Umfeld jedes einzelnen von uns betroffen sein wird. Sie und Ihre Verwandten und Bekannten wird es genauso betreffen wie alle anderen auch.
    Ein Blick nach Italien oder Spanien, GB oder auch China offenbart eine Wahrheit, die uns langsamer und bedachter Handeln lassen sollte. Diese Gelegenheit wird gerade durch den wirtschaftlichen Druck und die nachvollziebaren Ängste der Betroffenen verspielt.
    Wir wissen nicht zu welcher Gruppe wir gehören werden. 80 % überstehen das alles gut. Aber Sie oder ihre Kinder oder Partner *in oder Eltern ..oder oder oder könnten es auch schlecht antreffen. Wäre schade, wenn dann alle Krankenhhausbetten schon belegt sind oder ein Arzt dann leider ihre Behandlung bedingt durch vorgegebene Pläne nicht aufnehmen kann.

    Natürlich hat das ganze Lockdown Szenario auch psychosoziale Folgen und bringt die gesamte Palette beschriebener Probleme mit sich.
    Dafür müssen natürlich Wege überlegt werden. Ich denke jedoch nicht, dass diese in einem Festhalten an der Präsenzpflicht in der Schule ihre Lösung finden.
    Ich kenne den Königsweg natürlich nicht.
    ABER: Wenn wir in dieser Ausnahmesituation Möglichkeiten bekämen, freier zu entscheiden wie und ob wir die politischen Wege mitgehen würden sich mehr Spielräume entwickeln das würde vieles entzerren.
    Bsp. Ausbau der Notgruppen von und mit denjenigen, die bei der individuellen Einschätzung die Risiken für sich vertretbar halten.
    Bildungspflicht, so dass diejenigen, die an dem Feldversuch nicht teilnehmen wollen oder können in Homeschooling/Homeoffice handlungsfähig bleiben.

    Es gibt sicher noch weiter und bessere Ideen.
    Die kommen aber gerade nicht von Herrn Laschet. Tut mir leid.

    • @Illy
      Auch sie sollten wissen, dass der Shutdown in der Wirtschaft vollzogen werden musste, weil die fernöstlichen die Lieferketten au der VR China unterbrochen wurden und somit große Teile der Wirtschaft nicht mehr weiter arbeiten konnte.
      So hat zum Beispiel die ehemals so benannte Firma Eternit alle ihre Rohstofflager in Belgien und den Niederlanden noch vor einer möglichen Grenzschließung leergeräumt, damit man hier in Deutschland noch weiter produzieren konnte, als in den Beneluxstaaten die gleichen Betriebe der Firma bereits geschlossen waren.
      Ihre Argumentation der Orientierung der politischen Entscheidungsträger an den Interessen der Wirtschaft geht an der Realität vorbei !

      Und in gleicher Weise verhält sich ihre Argumentation in Bezug auf die derzeitige Risikolage, sich eine Infektion von einem Corona-Virus einzufangen.
      Das Risiko für eine derartige Erkrankung ist zur Zeit wieder statistisch gesehen verschwindend gering.
      Schauen sie einmal selbst beim RKI unter Dashboard die täglichen Fallzahlen der einzelnen Kreise an, und so werden sie feststellen, dass in den meisten Kreisen entweder gar keine Fälle oder nur einzelne neue gemeldet wurden.
      Hinzu kommt noch, dass das Virus für Kinder über 2 Jahren die Vitalität bedrohend oder eine Invalidität auslösend irrelevant ist, und so sind Kinder entsprechend der Isländischen Studie gar nicht als die Überträger dieses Virus auszumachen.

      In der Realität erlebt man aber auch derzeit einen geradezu paranoiden Umgang mit Symptomen von Patienten, die Temperaturerhöhungen als Folge eines Abzess, von Harnwegserkrankungen oder exazerbierten chronische Atemwegserkrankungen haben.
      Die werden inzwischen alle mit einem PMC-Test auf das Virus abgestrichen und bis zum negativen Testergebnis isoliert, so dass alle anderen Patienten auf neu eingerichtete erweiterte Intensivstationen verlegt werden müssen, obwohl die klinischen Symptome, die labortechnische Diagnostik und die radiologischen Befunde gegen eine Corona-SARS-19-Infektion sprechen. Jeder Husten wird zum Corona-Alarm.

      Sie unterstellen politischen Entscheidungsträgern ihre Entscheidungen im Hinblick auf politische Wahlerfolge auszurichten. Das ist infam und es entspricht auch nicht der Realität.
      Es ist schon schwer gegen Widerstände aus allen möglichen Richtungen schrittweise Lockerungen in Richtung auf eine neue Normalität durchzusetzen und diese noch einem breiten Publikum moderierend, unter Hinzuziehung von Fachleuten aus allen Teilen des gesellschaftlichen Lebens, umzusetzen.

      • @AvL: es sind Interessenkonflike und Ziele von Herrn Laschet und auch anderen Politikern, die sich sehr wohl in deren politischem Handeln widerspiegeln. Interessant, dass mein Standpunkt infam ist, neben ihrer Behauptung. Aus meiner Sicht stellt sich Ihr Standpunkt genauso realitätsfremd dar.
        Ja derzeit ist die statistische Wahrscheinlichkeit, bedingt durch die getroffenen Maßnahmen gering sich zu infizieren. Das sollte wohl besser auch so bleiben. Was denken Sie?
        Dabei spielt der paranoide Umgang mit den Symptomen in ihrem Arbeitsalltag, sicher eine Rolle. Die Krankenhauskapazitäten werden gerade nicht geschont durch ängstliche und besorgte Patienten. Wobei Sie ja sicher die Verunsicherung als empathischer Mensch und als Arzt nachbvollziehen können.
        Huch, da haben doch gerade neue Studienergebnisse ihren Weg in die Öffentlichkeit gefunden bzgl Kindern und deren Rolle als „Verteiler „. Diesbezüglich wird es sicher auch weiterhin noch weitere Studien geben.
        Mir ist neu, dass die bisherigen bekannten Corona-Viren um Kinder einen Bogen gemacht hätten und diese in der Vergangenheit als Erreger in diesen Gruppen irrelevant bei der Verbreitung gewesen wären. Daher erstaunt mich die „neue“ Datenlage (heute veröffentlicht) zu diesem neuen Corona Virus nicht. Island hin Italien, Spanien her.
        Die „neue“ Normalität in der Präsenzpflicht in Schulen einzufordern ist meiner Meinung nach verfehlt.

        • Die Krankenhauskapazitäten werden nun aber gerade von Patienten mit akuten Herz-und Kreislauferkrankungen nicht aufgesucht, und so stellen sich die Betroffenen viel zu spät in kardiologischen und neurologischen Notfallpraxen vor, um sich dort einer evidenzbasierten Therapie zur Erhaltung ihrer vitalen Funktionen des Nerven- und des Herz- und des Kreislaufsystems zu unterziehen.
          Die Kollateralschäden durch die fehlende Inanspruchnahme von Stroke-Units bei Schlaganfällen und das verminderte Aufsuchen von Herzkatheterlaboren bei akuten Koronararterienverschlüssen sind signifikant und sie übertreffen inzwischen deutlich unsere Befürchtungen.
          Der Krankenhausschirm sollte die Funktionsfähigkeit der Krankenhäuser bei einem Epidemie artigen Anstieg der COVID-19 Erkrankungszahlen erhalten, indem die überwiegende Zahl der Patienten mit leichteren Formen an Atemwegserkrankungen ambulant in heimischer Quarantäne und von Hausärzten betreut versorgt werden sollte.
          Die Hauptüberträger von Corona-19 war und ist weiterhin die mittlere Generation der skifahrenden Winterurlauber, die sich in engen und überfüllten Diskotheken sowie in Feierlokalen in der Tiroler Bergwelt infizierten und so die ersten Clusterketten bildeten, von denen aus sich das Virus dann unaufhaltsam weiter in Island, Norwegen, Italien, Deutschland, Österreich und Frankreich ausbreitete.
          Sie glauben immer noch, dass Kinder als ebenso gefährdende Überträger in Frage kommen, und so vertreten sie diese Meinung ohne eine Grundlage bieten zu können, denn von Kindern gingen bisher keine Clusterketten aus.
          Es ist aber sehr wohl nachgewiesen worden, dass Erwachsene die Erkrankung auf Kinder übertragen haben.
          Kinder haben in unserer Gesellschaft keine starke Lobby, die ihre Interessen derart vertreten kann, wie die Interessen anderer Gruppen vertreten werden.
          Und so bleiben weiterhin Spielplätze in Großstädten und Gemeinden ebenso wie die KITAS geschlossen, wichtige soziale Kontakte werden unterbrochen, Kinder teilweise nicht dem unheilvollen Einfluss gewaltbereiter Elternhäuser entzogen, eine Sprachförderung wird unterbrochen, und so muss man sich noch bis ins kleinste Detail dafür rechtfertigen, wenn man als systemrelevanter Mitarbeiter eines seiner Kinder in die KITA gibt.

          Lächerlich sind die feigenblattartigen Versuche, dem Bürger durch selbst angefertigte Gesichtsmasken ein Gefühl der Sicherheit zu vermitteln, denn diese schützen nicht gegen COVID-19, ja das Tragen diese eigenartigen Gesichtsbedeckungen veranlasst diese Mitbürger gerade dazu den wichtigen Sicherheitsabstand von 1,5 Metern zu unterschreiten.

  7. Merkwürdig ist jedoch, dass meine Kollegin als Herzpatientin von ihrem Kardiologen gerade erst wieder ausgeladen und ihr ein Termin erst im Oktober angeboten wurde. Fand ich ehrlich gesagt auch merkwürdig,

    Bezüglich der Übertragungswege wird es mit Sicherheit noch die ein oder andere Studie geben, die das eine wie das andere Beispiel der Übertragung nachweist.
    Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die Tests nicht empfindlich genug in jeder Phase des Infektionsgeschehens sind und ggf auch andere Infekte die Ergebnisse beeinflussen können.

    Bezüglich der Masken: sehe ich auch so, dass durch das Tragen bei falscher Handhabung und nicht Einhalten der Mindestabstände das Infektionsrisiko sich erhöht. Womit ich allerdings wieder zur Frage der Sinnhaftigkeit einer Präsenzpflicht in den Schulen gelange.
    Erwachsene schaffen es schon kaum die Regeln gut einzuhalten. Sie wissen ja selbst wie komplex das Verhalten sein muss, um sich und andere oder Gegenstände nicht zu kontaminieren. Ich denke bedingt durch den fehlenden Konsens von Lehrern, Eltern und Schülern darüber wie gefährlich die Situation nun einzuschätzen ist, kann keine der eingeforderten Hygieneempfehlungen langfristig eingehalten werden. Diejenigen die sich schützen wollen, werden durch diejenigen, die das Risiko für sich anders einschätzen daran gehindert „sicher“ durch den Schulalltag zu gelangen.
    Im übrigen fand bei dem grossen Wiedersehen an der Schule einer Bekannten erstmal eine Umarmungszermonie unter den Schülerinnen statt.
    Selbst wenn alle wollten, so ist es illusorisch zu glauben, dass von Kindern und Jugendlichen langfristig diese Regeln eingehalten werden könnten.
    Damit spreche ich den jungen Menschen nicht das Bemühen ab, jedoch ist der sich einschneidende Alltag nach der ersten Phase der besonderen Aufmerksamkeit das Problem.

    Ja es gibt häusliche Gewalt. Aber die gab es leider auch schon vor Corona. Da ich mit dem Thema ebenfalls sehr befasst bin wundere ich mich, dass dieser Aufschrei der Bevölkerung erst jetzt kommt. Aber besser jetzt als gar nicht.
    Jedes misshandelte Kind ist eines zuviel. Daher wäre eine offen gestaltete Betreuungsmöglichkeit natürlich wünschenswert.
    Aber zu denken der Grossteil der Kinder würde nun zu hause gequält entspricht auch nicht der Realität.

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