Eisenmann will die Schulbesuchspflicht fürs kommende Schuljahr aufheben

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STUTTGART. Ganz so wie früher wird der Unterricht in Baden-Württemberg auch nach den Sommerferien nicht werden. Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) erläuterte am Mittwoch ihren Plan für die Schulen im Land. Bemerkenswert: die Schulbesuchspflicht für die Schüler wird demnach aufgehoben – Eltern, die ihre Kinder nicht zum Präsenzunterricht schicken wollen, müssen das nur formlos melden.

Auf Schulbesuch: Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg
Hält nichts von einer Maskenpflicht im Unterricht: Baden-Württembergs Kultusministerin Eisenmann. Foto: Kultusministerium Baden-Württemberg

Wie sieht der Schulalltag in Baden-Württemberg ab September grundsätzlich aus?

Die Schüler sollen wieder vor allem im Klassenzimmer lernen statt am heimischen Küchentisch – Präsenzunterricht soll die Regel sein. Eisenmann spricht von einem «Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen». «Wir streben so viel Präsenz an wie möglich», betonte sie. Das Abstandsgebot soll – wie bereits jetzt an Grundschulen und Kitas – dann auch an den weiterführenden Schulen entfallen.

Wieso hebt man das Abstandsgebot auf?

Weil man, wenn die Schüler eine Distanz von 1,5 Metern wahren sollen, zu viel Platz bräuchte und nicht alle Kinder gleichzeitig unterrichten könnte. Für die kleineren Gruppen bräuchte man auch mehr Lehrer. Deshalb müsse für Regelunterricht das Abstandsgebot fallen, sagte Eisenmann.

Und was ist mit der Infektionsgefahr?

Der versucht man an anderen Fronten zu begegnen. Der Unterricht soll in möglichst festen und konstanten Gruppen ablaufen, sodass sich die Schüler möglichst wenig durchmischen. Die Schulen sollen sich auch ein Konzept für die Wegeführung überlegen, damit nicht alle Schüler gleichzeitig über die Gänge zu den Klassenzimmern und in die Schulhöfe laufen. Wer Kontakt zu einer infizierten Person hatte oder Symptome wie erhöhte Temperatur spürt, soll zuhause bleiben.

Müssen die Kinder Masken tragen?

Die grün-schwarze Landesregierung erwägt zudem eine Maskenpflicht für ältere Schüler. Zumindest im Unterricht könne sie sich aber keine Maskenpflicht vorstellen, sagt Eisenmann. Das Kultusministerium sei aber vorbereitet – und verfüge bereits über 27 Millionen Alltagsmasken und 800 000 FFP2-Masken.

Was wird sich im Schulalltag noch ändern?

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Zum Start des Schuljahres sollen die Lehrer die Lernlücken ihrer Schüler analysieren, die durch Corona entstanden sind. Die Abschlussprüfungen schiebt man im nächsten Schuljahr um drei bis vier Wochen nach hinten, um Puffer zu haben für die Vorbereitungen. Mehrtägige außerschulische Veranstaltungen wie der Besuch im Schullandheim bleiben untersagt, auch auf Schüleraustausche und Studienreisen müssen die Schüler noch verzichten. Auch Singen in geschlossenen Räumen bleibt zunächst verboten.

Sind denn genug Lehrer da für diesen Plan?

Die CDU-Politikerin zeigte sich zuversichtlich mit Blick auf die Personallage. Seit Einführung der Attestpflicht würden wieder mehr Lehrer am Präsenzunterricht teilnehmen. Vorher hatten sich 20 Prozent zur Risikogruppe gezählt und waren der Schule ferngeblieben. Eisenmann warb am Mittwoch für freiwillige Testmöglichkeiten für alle Lehrer. Das wird heiß diskutiert in der grün-schwarzen Koalition.

Wie sieht die Lehrergewerkschaft das Konzept?

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft nennt Eisenmanns Plan «riskant und falsch». Die Lehrer fühlten sich wie Versuchskaninchen der Landesregierung, sagte die GEW-Landesvorsitzende Doro Moritz. Es fehlten klare Zusagen, welche Schutzmaßnahmen für die 1,5 Millionen Schüler und 130.000 Lehrer zur Verfügung stünden. Moritz fordert Schutzmasken für alle Lehrer und zusätzliche Reinigungskräfte.

Und wenn das Virus zurückkehrt?

Darauf müsse man stets vorbereitet sein, sagt Eisenmann. Man werde damit rechnen müssen, dass immer wieder Schulstandorte oder Teile davon zeitweise geschlossen werden. Deshalb plane man auch weiterhin mit Fernunterricht. Dafür soll es nun verbindliche Leitlinien und Qualitätskriterien geben, sagte Eisenmann. Schüler, die über keine digitale Ausstattung verfügen, sollen diese von der Schule bekommen. Allein in Baden-Württemberg sei der Kauf von rund 300.000 Laptops geplant.

Muss ein Kind denn zur Schule gehen?

Nein. Eltern, die nicht wollen, dass ihr Kind am Präsenzunterricht teilnimmt, können dies der Schule formlos melden. Dann müssen die Kinder aus der Ferne mitlernen. Eine Attestpflicht für Schüler besteht nicht. Der grüne Koalitionspartner findet das nicht gut: «Dass Schülerinnen und Schüler ohne ärztliches Attest vom Präsenzunterricht befreit werden, halten wir für schwierig», sagte die bildungspolitische Sprecherin Sandra Boser. «Hier wünschen wir uns eine klare und nachvollziehbare Regelung, unter welchen Voraussetzungen eine Befreiung erfolgt.» News4teachers / mit Material der dpa

Der Beitrag wird auch auf der Facebook-Seite von News4teachers diskutiert.

Kretschmann erwägt Maskenpflicht für ältere Schüler – um Lehrern entgegenzukommen

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142 KOMMENTARE

  1. Tja, da kann ich Frau Boser nur zustimmen. Wir haben leider Eltern, die ihre Pflänzchen gerne zuhause behalten (das sind oft Kinder, die eh schon eine 3 bis 4-Tage-Woche feiern) ohne wirkliches Risiko in der Familie. Was sagte gestern ein Vater am Telefon: „Aber die Schulpflicht ist doch momentan aufgehoben….da liegt es doch in meinem Ermessen, ob mein Kind zur Schule geht….“ Leider ist es eben ein Kind aus einem bildungsfernen Elternhaus. Es hat nun von 9 Schultagen seit den Pfingstferien an fünfen gefehlt. Und dann soll ich auch noch schauen, dass das Kindlein seine Materialien bekommt. Und leider ist das kein Einzelfall!
    Geht‘s eigentlich noch, Frau Eisenmann? Bin ja echt ein Fan von Ihnen gewesen, aber was in letzter Zeit vom KuMi kam, lassen mir die Augen tränen.
    Wenn Kinder oder Eltern zur Risikogruppe gehören, dürfte es ein Leichtes sein, ein Attest zu bekommen.

  2. Ich habe bei der Aussage „Aussetzung der Schulpflicht“ Bauchweh bei den Kindern, die zu Hause gefährdet sind. Dass eröffnet die Tore für Missbrauch ohne dass es jemand mitbekommen könnte. Ich verstehe, dass man (bei Vorlage eines ärztlichen Attestes ) Kinder zu Hause lassen kann. Doch dass sollte nicht Prinzip sein. Bei uns zeigt sich, dass einige Familien noch nicht mal das Material abholen, dass ihre Kinder ja zu Hause bearbeiten sollten. Wie sollen diese Defizite (-vielleicht 1 1/2 Jahre ) aufgeholt werden???

    • Na endlich!!
      Bleibt nur zu wünschen, dass die anderen Bundesländer ebenfalls diesen Schritt gehen.
      Der Schulalltag wird dadurch entzerrt, zu gunsten aller!
      Kleinere Klassenverbände und damit ein bessererr Infektionsschutz für diejenigen, die Schule aufsuchen.
      Es werden eben nicht nur die Schüler aus bildunfsfernen Familien oder Schulvermeider fermbleiben sondern ebenfalls Schüler deren Eltern das Risiko anders einschätzen als es derzeit hierzulande popilär ist!
      Ich finde das fair. Jeder sollte in dieser Ausnahmesituation entscheiden dürfen wie er durch diese Pandemie kommt. Schulpflicht darf nicht vor dem, im Grundgesetz verankerten Recht auf Unversehrtheit, stehen.
      Ehrlich gesagt hoffe ich, dass der Infektionsschutz für die Teilnehmer in der Schule auch durch gute Ausrüstung für Lehrer und die teilnehmenden Schüler in Form von (llangfristig) Lüftungsanlagen und (kurzfristig) Masken, Desinfektionsmittel ebenfalls sichergestellt wird.
      Der Arbeitsschutz kann ja wohl nicht (wie geschehen) juristisch abgesichert ausgesetzt werden! Das war ja wohl mal der Oberhammer?!

      …ich stimme Ihnen zu: für Kinder, aus schwierigen Verhältnissen mit gewalttätigen oder übergriffigen Eltern ist das eine Sackgasse….und macht mir persönlich große Sorge….
      …und diejenigen, die sowieso schon keine Initiative ergriffen haben sich im Distanzlernen aktiv zu kümmern, die werden grosse Defizite aufbauen.
      …die Frage bleibt, wie diese Kids ins Boot geholt werden….

      Z.B.
      Jeder der sein Kind zu hause lernen lässt muss vorher diesbezüglich verbindliche Vorgaben bekommen,. Die Aufgaben sowie die Stunden im Online Unterricht sind verpflichtend und werden nachgehalten.
      Nichr erbrachte Leistungen weden entsprechende Auswirkungen auf das Ergebnis haben. Wenn der erreichte Leistungsstand am Ende nicht ausreicht hat das eben seine Konsequenzen.
      Familien, die ihre Kinder nicht schicken müssen verpflichtend und regelmäßig Rückmeldung geben. Z.B. an die Schule. Erfolgt keine Rückmeldung, wird durch die Schule z.B. eine (einzurichtende) Sondereinheit des Jugendamtes informiert, die die Familien ins Amt einlädt oder per Videotelefonie oder am Wohnort diese Familien aufsucht.
      Das aktive Hinterherhaken kann /soll/ darf nicht Aufgabe der Schule ind Lehrer sein!
      Diese informiert nur das entsprechende Amt über nicht eingehaltene Termine. …

      • Populär…seufz
        Bitte sehen sie mir diese vielen Rechtschreibfehler nach. Meine Finger sind zu dick und das Rechtschreibkorrekturprogramm von der Händi is kaputt

      • Hallo Olly.
        Ich als Hauptschullehrer kann da nur den Kopf schütteln. Das wäre für mein Klientel ein Freibrief fürs Fernbleiben.
        Wer würde denn ihrer Meinung nach den Online- Unterricht anbieten? Die Lehrkräfte müssten ja dennoch ihre volle Unterrichtszeiten in der Schule verbringen.
        Das hiesigen Jugendamt ist ja schon jetzt überfordert und braucht, wenn es sich nicht um eine bekannte Großfamilie handelt, Ewigkeiten bei einem Antrag auf Kindeswohlgefährdung.
        Wie bewertet man Aufgaben, bei denen keiner weiß, wer sie gemacht hat.
        Wie wollen sie Unterricht planen, wenn die Schülerzahl täglich zwischen 1-30 SuS schwankt?
        Hoffe, Präsenzpflicht bleibt in NRW!
        Gut für die SuS, gut für die Eltern und auch gut für uns als Lehrer.

          • @Gustav: gerade für NRW wünsche ich mir genau diese Entscheidung der Einführung der Bildungspflicht. Wir haben in den letzen Monaten eine derartig schlechte Landespolitik erlebt. Da bleibt nur zu wünschen dass Frau Gebauer diesen Schritt geht und die Schulpflicht aussetzt. Eltern müssen die Wahl haben in dieser Situation entscheiden zu dürfen , wie sie durch diese Krise kommen. Schulpflicht kann nicht vor dem Recht der Unversehrtheit stehen!
            Einige andere Kommentatoren haben bereits alles, dazu geschrieben: in europäischen Umländern wird die Bildungspflicht bereits erfolgreich umgesetzt. Schüler, die nicht in diesem System lernen können oder wollen, werden es auch mit Schulpflicht nicht tun – also ändert diese auch nichts daran.
            Im Moment gibt es wichtigeres als Pisa….und nach der Krise wird es ebenfalls weiterhehen. Aber im Moment befinden wir uns noch vor der zweiten Welle. Jeder, der noch denkt er sei unsterblich wird im Herbst wohl eines besseren belehrt, wenn wir jetzt nicht durch Entzerrung des Systems entgegenwirken. Ich verstehe das Denken hier nicht. Wir sehen doch alle die selben Nachrichten und lesen doch die selben Studienergebnisse? Deutschland ist doch keine Insel. Wir haben derzeit diese gute Situation geschaffen durch unser gemeinschaftliches Handeln. Wir sind weder immun, noch ist es Gottes Wille, dass wir die Infektionszahlen auf diesem niedrigen Level haben.
            Ein Schuljahr kann man wiederholen, die tote Verwandschaft aber nicht ausbuddeln und wiederbeleben.
            Auch wenn es offenbar immer noch Zweifel gibt, die populär wissenschaftlich gerne übertönt
            werden: es werden viele auch junge Menschen Langzeitfolgen von diesem Infekt davon tragen. Das macht das Leben nicht lebenswerter und v.a. werden diese Menschen für den Arbeitsmarkt und damit für die Wirtschaft ausfallen und ein Kostenfaktor für das gesamte System werden.

            Ich hoffe sehr, dass diese Entscheidung die Schulpflicht temporär auszusetzen Vorreiter ist -gerade für NRW einem, der dicht besiedelsten Bundesländer Deutschlands.
            Wenn hier der Arbeitsschutz ausgesetzt werden soll spricht das von einer Ignoranz der Tatsachen, die nichts mit Mut oder Innovation genein haben, sondern schlicht das bestehende Risiko für die betroffenen Lehrer und Schüler und deren Familien ausblendet.

            Die Kultusminister hatten schon schlechtere Ideen.
            Aussetzung derr Schulpflicht ist mal eine gute – eine richtig gute Entscheidung!

            Schule muss innovativ und erneuert werden, nicht nur die Schulklos sondern das gesamte System braucht eine Überholung. Jetzt und nicht in 100 Jahren!

          • @Illy
            Wir haben schon verstanden, was Sie sich vorstellen.

            Aber wir sehen auch, was mit unseren SuS beim Vorgehen mit dem Distanzlernen passiert:
            Weil etliche Familien kaum digitale Möglichkeiten haben und/oder damit überfordert sind, haben wir die Materialien analog zusammengestellt.
            Es gibt einen deutlich kommunizierten Abholtermin.
            Die Familien holen das Material nicht ab.
            Die Lehrkraft ruft an.
            Wenn man jemanden erreicht, holt danach _irgendwann_ vielleicht jemand das Material ab.
            Während des Bearbeitungszeitraumes versucht man die Familie telefonisch zu erreichen. Schwierig!
            Als Antwort erhält man, man würde sich bemühen oder es würde alles bearbeitet.
            Kommt der Abgabetermin, fehlt das Material ODER es wird gänzlich unbearbeitet abgegeben.
            Organisiert man ehrenamtliche Hilfe, werden Termine nicht wahrgenommen.
            Beginnt die Schule wieder, werden Termine auch nicht wahrgenommen, regelmäßiger Schulbesuch war sonst weitestgehend gegeben.

            Die Aussetzung der Schulpflicht führt dazu, dass diese Kinder bis zur nächsten und übernächsten Prüfung, wie auch immer das organisiert wird, gar nichts bearbeiten. Da gäbe es dann ja vermutlich nicht mal eine Lehrkraft als AnsprechpartnerIn, die es nun gab, deren Hilfe aber nicht angenommen noch gesucht wurde.

            Wenn in Deutschland die Schulpflicht abgeschafft wird, dann sicherlich nicht aus pädagogischen oder gesellschaftlichen Gründen, sondern allein dafür, dass man Lehrkräfte einsparen kann. Diese Diskussion wird kommen!

            Aufspringen werden die Familien, die sich jetzt schon Privatschulen, Privatlehrkräfte und auch sonst eine Menge anderes leisten.
            Da kann man dann auch in seinem Umfeld bleiben und muss sich mit niemand anderem mehr auseinandersetzen, schon gar nicht mehr daneben sitzen.
            Aufspringen werden also auch alle, die lieber unter sich bleiben möchten.

            Der Rest kann sehen wo er bleibt – mit allen anschließenden Konsequenzen, auf allen Seiten der Beteiligten.

      • Hahahahaha, das Jugendamt. Ich lieg noch unterm Tisch vor Lachen. Die haben sich als aller erste ins Homeoffice verzogen und waren nicht mehr gesehen. Hilfeplan Gespräche die dringend nötig gewesen wären, wurden abgesagt und müssen auch nicht mehr nachgeholt werden. Absolut naiv zu erwarten das von dieser Seite Sinnvolle Hilfe kommt.
        Die Vorgaben die vom Jugendamt kamen für Einrichtungen mit Jugendlichen waren absurd und vollkommen unrealistisch. Die Betreuer, Jugendlichen und Eltern wurden komplett hängen gelassen.
        Das komplette System braucht eine Kernsanierung.

        • Hallo Palim,
          die derzeitige Situation ist einem Ausnahmezustand geschuldet.
          Auf beiden Seiten (Lehrer/ Schüler) ist bedingt durch diese kurzfristige Veränderung des Schulalltags vieles nicht „optimal “ gelaufen. Jedoch habe ich persönlich kein Verständnis für die Anspruchshaltung vieler Eltern aber auch mancher Lehrer.
          Dass natürlich viele Schüler diese Zeit für sich lockerer gestaltet haben, lag vielleicht auch an der taktisch unklugen sehr verfrühten Aussage: keiner bleibt sitzen.
          Ich persönlich fand das nur fair….jedoch ist doch klar wozu das bei den Kids führt. Wäre die Aussage erst gegen Ended des Schuljahres getroffen worden , wäre das Bemühen einiger Schüler sicher ein anderes gewesen.

          Eine zukünftige t e m p o r ä r e Aussetzung der Schulpflicht müsste an verbindliche Absprachen mit den Eltern oder ggf volljährigen Schülern geknüpft werden. …wie ein Vertrag in dem deutlich wird, dass es keine Spassveranstaltung wird, in der bis 11 Uhr geschlafen und danach gezockt wird und am Ende der Woche der Lehrer noch in Überstunden den Versäumnissen hinterher telefoniert. Das kann nicht der Plan sein.
          Eltern, die möchten, dass ihr Kind im Distanzlernen beschult wird müssen die Voraussetzungen und Konsequenzen kennen. Wenn die Schüler dann nicht mitziehen, dann werden eben die Noten entsprechend die Versetzung gefährden.

          In der Schweiz, Österreich und Dänemark als Beispiel wird ebenfalls Homeschooling seit Jahren praktiziert…
          dort können doch nicht nur Bildungsverlierer leben?

          Auch wenn wir uns alle darüber im klaren sind, dass wir mehr Lehrer benötigen, kann ich ihre Sorge nachvollziehen, dass die Aufhebung der Schulpflicht Begehrlichkeiten weckt, Personal einzusparen. Jedoch fällt es mir gerade wirklich schwer zu glauben, dass diese Konsequenz tatsächlich eintritt. Mit der dünnen Personaldecke der Länder, können ja dann unter Einhaltung des noch einzufordernden Arbeitsschutzes, gerade mal die Schüler beschult werden, die dann nicht im Distanz Lernen wären….Lehrer einsparen?
          ….so blöd werden die Landesregierungen (hoffentlich) nicht sein….

    • Die können und sollen das nicht aufholen. Man erzeugt eben mal so eine unwissende Generation. Der Zweck heiligt die Mittel. Normal ist das Ganze jedenfalls nicht!!!

  3. Dem kann ich nur beipflichten, in meiner Klasse, einer 2-jährigen Berufsfachschule, habe ich mehrere Schüler, die deutlich mehr Fehltage haben als die Tage, an denen die Schule coronabedingt geschlossen war. Das ist seit Jahren so und wir kommen da weder mit Elterngesprächen noch mit ärztlicher Bescheinigungspflicht für die betroffenen Schüler weiter. Von einer Schülerin hatte ich in diesem Schuljahr für 55!Tage eine ärztliche Bescheinigung, immer ausgestellt für 1-3 Tage.

    • Ich kann Sie zwar verstehen, aber unser Sohn hat auch Unmengen Fehltage. Trotzdem hat er bessere Noten als viele die immer anwesend waren. Er lernt lieber für sich und bringt sich die Sachen selber bei oder fragt Leute mit denen er klar kommt anstatt sich von Lehrerinnen mobben zu lassen nur weil er eben anders lernt. Man muss immer den Einzelfall betrachten.
      Manchen Kindern tut es eben auch gut, wenn sie zuhause nach ihrer Art lernen können. Es hat alles Vor- und Nachteile.

  4. Schulpflicht gehört generell abgeschafft, auch unabhängig von Chorona.
    Schule für Eltern und Kinder weiter als Bildungspartner vorhanden aber nicht verpflichtend u eben als PARTNER.

    Bildungsinseln mit verschiedenen Angeboten, z.b. Werken, Zeichnen, Karate, Musik, Physil u Chemie in breitgefächerter Gestaltung (Kochen, Backen, Experimente), Waldpädagogik…etc.
    So können Kinder durch ausprobieren früh ihre Interessen erkennen und sich dahingehend bedeutend intensiver auf ihren späteren Einstieg ins Berufsleben vorbereiten.

    Zwangsjacke Schule ist alles andere als pädagogisch wertvoll.

    • Genau, am besten mit bedingungslosem Grundeinkommen was die drei Menschen die dann in 20 Jahren noch lesen und schreiben können für die restlichen Mitbürger die „ihren Interessen nachgegangen sind“ und nun auf der Couch liegen weil 2+2 gleich Lutscher ist finanzieren sollen.

    • sehe ich auch so.
      Das Gelaber das dann alle verdummen würden und nix mehr schaffen bei einem Bedingungslosen Grundeinkommen ist absolut Unsinn. Menschen sind von Grund auf Neugierig und wollen Arbeiten. Sie könnten dann eben etwas entspannter leben oder kreativer sein und wären Gesünder.

      Meine Kinder müssen heute noch den gleichen Quatsch lernen wie wir damals und noch mehr in kürzerer Zeit. So viel Mist den keiner für sein späteres Leben braucht. Lieber lässt man mehr Kreativität zu und das die Schüler nach ihren Fähigkeiten lernen und sich entwickeln und dann auch wieder Lust auf lernen und später arbeiten haben anstatt das sie nach dem Abi erstmal ein Jahr Erholung brauchen.

      • Beispiele für den veralteten Quatsch, der immer noch gelernt wird: Englisch-Vokabeln, Namen und Funktion der Organe im Körper, geschichtliche Fakten über den 2. Weltkrieg, Grundrechenarten und Satz des Pythagoras

    • Ja, alles abschaffen. Polizei, Gefängnisse, Schule usw. Ich kann es langsam nicht mehr fassen. Wenn ein Kind keine Spur, keine Kontrolle, kein Muss, hat, hat nicht jedes Kind die Disziplin Zuhause zu lernen, oder überhaupt die Möglichkeit Zuhause zu lernen. Außerdem wird es nie wehrhaft und vereinsamt womöglich sozial.
      Der Lernstoff und die Art und Weise zu lernen, könnten jedoch überholt werden.

    • „Chorona“ – Vielleicht hätten Ihnen ein paar Jahre Schule auch nicht geschadet. Das Virus SARS-CoV-2 heißt umgangssprachlich „Corona“ – „Chorona“ könnte ein gemeinsames Singen mehrerer Chöre sein. Wenn überhaupt.

    • …auch das unterstütze ich voll und ganz- der Staat sollte die Gründung von alternativen Lernorten mehr unterstützen, statt zu boykottieren. Das bestehende System hat mehr als gezeigt, dass es nicht ( mehr ) angemessen ist.

  5. Was in Deutschland noch diskutiert wird wird schon viel liberaler in der Schweiz umgesetzt, Heimunterricht grundsätzlich möglich.
    Nach Corona wurde im Mai mit komplett gefüllten Schulklassen der Regelschule (Kindergarten bis und mit 9. Klasse) gestartet OHNE Masken für Schüler…. Ansteckungen gab es nicht mehr sondern die Zahlen sanken sogar (erst mit dem öffnen der Discotheken und der Aufhebung des Veranstaltungsverbotes stiegen die Zahlen wieder etwas an)
    VOn da her kann Deutschland ja nun nachziehen.

  6. Bisher kann sich das kaum ein Deutscher vorstellen, aber es gibt tatsächlich Länder, in denen diese Regelung völlig selbstverständlich ist. Da muss man auch nicht nach Afrika in den Dschungel gucken, da reicht ein Blick nach Österreich (dort spricht man sogar Deutsch!), Frankreich oder Dänemark (oder fast den Rest der Welt… China und Nordkorea mal ausgenommen). In diesen Ländern gibt es keinen Schulzwang, sondern eine Bildungspflicht. In Dänemark ist dies sogar ein verfassungsmäßig gesichertes Recht. Aus diesen Ländern wissen wir, dass nur sehr wenige Eltern – die sich gewöhnlich sehr vorbildlich um ihre Kinder kümmern – von der Möglichkeit sie legal selbst zuhause zu unterrichten gebrauch machen. Es wäre ein gigantischer Quantensprung, wenn es auch in Deutschland (incl. BW) möglich wäre, den Schulzwang, der de Facto seit 1938 (!) besteht, durch eine Bildungspflicht zu ersetzen. Die Erfüllung dieser Pflicht lässt sich ja durchaus überprüfen. Was spricht denn dagegen, dass auch in Deutschland Homeschooling legalisiert wird? Ich fürchte, für viele vor allen Dingen die mangelnde Vorstellungskraft (mangels Erfahrung…), dass dies funktionieren könnte. Aber andere Länder beweisen, dass es geht. Ich wünsche der Baden-Württembergischen Regierung den Mut, hier systemverändernd mutig voranzugehen. Immerhin hinken wir international an dieser Ecke stark hinterher. Dass sie so etwas gegen einen vorherigen Konsens in der KMK umsetzen ist sowieso schon super mutig.

    • Viele tolle Vorschläge und ein massives Problem. Wer soll das alles leisten? Es fehlten vorher schon tausende Lehrkräfte an Schulen. Zusätzliche werden als Risiko Gruppe zu Hause bleiben. Kleine prophezeiung: wenn sich an den Voraussetzungen nichts ändert, wird das mehr Probleme bringen als es löst. Lehrer und Schulen werden überfordert sein. Die Qualität der Bildung wird abnehmen.

      Die Regierung sollte endlich den lehrberuf attraktiver machen und viel, viel, viel mehr Geld in dieses System stecken. Vor allem in Personal!

      Pflaster bei Knochenbruch und hoffen, dass es von alleine gut wird.

  7. Hallo ich muss jetzt auch ein Kommentar abgeben wenn ich das alles so lese muss ich nur mit dem Kopf schütteln tut mir leid aber ich glaube das es einige Menschen noch nicht bewusst ist mit was wir es grade zu Tuen haben CORONA!!! Warum darf und soll bitteschön nicht jeder für sich entscheiden können ob mann das kind in die schule schickt oder nicht ich finde es richtig so das die Schulpflicht aufgehoben wird weil es gibt eltern und das denke ich genug davon die einfach angst haben um ihre kinder sich mit dem Virus zu infizieren und um das zu vermeiden finde ich es fair das die eltern selber entscheiden dürfen ob das kind zur schule geht oder nicht und diese kommentare mit dem Jugendamt zu drohen finde ich Mega übertrieben den ich galaube die haben wichtigeres zu Tuen wie sich drum zu kümmern welches Kind welches nicgt an den homeschooling teilnimmt oder nicht ich gakube da gibt es wichtigeres im Leben wie sich um sowas zu befassen die Kinder die nicgt lernen wollen werden es in der schule auch nicht manche kinder tut das sogar gut zuhause zu lernen wie in der schule und deshalb finde ich das es vernünftig ist selber zu entscheiden ob das kind in die schule geht oder nicht nicgt weil die die kinder aus spaß zuhause lassen sondern weil sie einfach angst haben also lasst es bitte sein irgendwelche Vorurteile gegenüber anderer menschen zu beurteilen weil wenn mann sich dann infiziert dann ist das geheule gross danke frau boser das sie das den eltern ermöglichen selber zu entscheiden

    • Und dann kommt genau sowas dabei heraus, dass man alles ohne Punkt und Komma schreibt und der deutschen Rechtschreibung nicht mehr mächtig ist – armes Deutschland!

      Schlimm, dass selbst viele Lehrer die deutsche Rechtschreibung nicht beherrschen, aber sie sollen es unterrichten.
      Unsere Volksverdummung wird immer weiter vorangetrieben, vor allem durch Helikoptereltern, durch bildungsferne Menschen und durch falsche Politik. Wir sollen dumm gehalten werden, damit die Politiker mehr Macht ausüben können. Kritisches Denken hat noch nie geschadet. Wissen schadet nur dem, der es nicht hat!

      Gute Schulbildung muss erhalten bleiben und daher auch die Schulpflicht!

      • …wir haben längst kein System mehr, dass eine „gute Schillbildung“ für alle bringt. Schade, dass Sie Ihre Meinung dahingehend verdeutlichen müssen, in dem Sie als erstes andere Menschen persönlich angreifen .

  8. Ich fasse es nicht!
    Weil seit Jahrzehnten an den falschen Stellen im Bildungssystem gespart wurde, sind die Kinder nun die leid tragenden!
    Sanitäreinrichtungen waren schon in meiner Schulzeit katastrophal! Das was Anfang der 80ziger Jahre! Auf Toilette gehen hat man sich damals schon verkniffen wenn es ging!
    Klassen wurden immer größer, weil man Lehrer eingespart hat! Und die Pisa Studie zeigte deutlich, daß Deutschland Lücken hat. Und dann können sich Lehrer auch noch zurücklehnen, und sich auf Risiko Gruppe berufen! Zum k….! Als krankenschwester arbeite ich jeden Tag an der Front. War vor corona schon mit Infektionskrankheiten konfrontiert. Uns wird abverlangt, präsent zu sein. Und trotz Ausfall von Personal eine rundum fürsorgliche Arbeit an 365 Tagen im Jahr, 7 Tage die Woche, 24 Stunden zu gewährleisten. Zusätzlich noch alleinerziehende Mutter mit 2 Kindern kämpfte ich teilweise, eine notbetreuung zu bekommen. Obwohl systemrelevant! Und seit der sog. Regelbetrieb wieder läuft, bekommt man keine Betreuung mehr für die Kinder! Nicht i. Dem Umfang, wie man es braucht, um arbeiten zu können! Nochmal :systemrelevant! Ich werde angegangen, das ich meine Kinder abschieben will!
    Herzlichen Glückwunsch Sozialstaat!
    Kinder fallen hinten runter im System. Frauen ebenso. Alleinerziehende schon immer. Und systemrelevant war nur kurz wichtig, als jeder Angst hatte, es könne ihn selbst hart treffen durch corona.
    Uns fragt auch niemand, ob es anstrengend ist, eine maske die komplette Schicht zu tragen. Und Kollegen sind auch risikogruppen angehörig! Und gehen arbeiten.
    Wenn man dann noch mitbekommt, das Lehrer oder Erzieher, die sich ein attest geben lassen, weil sie Angst vor einer Infektion haben, auf Festen Sitzen und feiern, als ob es kein corona gibt, fällt man wirklich langsam vom Glauben ab!
    So ist es bei mir seit Ausbruch der Pandemie geschehen.
    Der Sozialstaat ist am untergehen.
    Meine Meinung.

  9. Von der Bildung her macht es wahrscheinlich nicht mal groß einen Unterschied, ob Kinder nun zu Hause oder in der Schule lernen. Die Kinder, die unmotiviert und faul sind, sind es zu Hause genauso, wie wenn sie Zeit in der Schule einfach nur absitzen. Interessierte Kinder, die gerne lernen tun dies auch unabhängig vom Ort, an dem sie sind. Genauso sind Kinder, deren Eltern sich nicht für Bildung und Lernen interessieren auch schon jetzt benachteiligt. Ohne Eltern geht Bildung nicht, das kann nicht alles an Schulen aufgefangen werden. Hausaufgaben, Lernen auf Tests, Bildungsaktivitäten wie Museumsbesuche, Lesen, Möglichkeiten kreativ zu sein, … findet zu Hause statt oder eben nicht. Ich denke, dass viele Eltern Lerninhalte mit Büchern, Internet und anderen Angeboten sehr gut vermitteln können. Was mir eher Sorgen macht, sind fehlende Sozialkontakte für die Kinder. Über Monate nur mit den eigenen Eltern daheim zu sitzen, kann nicht der richtige Weg sein.

    • Wir haben vor einigen Jahren das Land verlassen, um unsere Kinder zuhause zu unterrichten. Das hat alles prima geklappt. Die Geschwister kennen sich und wachsen tatsächlich gemeinsam auf, laufen nicht ständig in alterssortierte Gruppen. Darüber hinaus sind sie ja nicht im Gefängnis, lernen Instrumente, machen mit anderen Sport, haben Freunde etc. Da uns die Oberstufe zu schwer zu unterrichten war, haben wir die Kinder in diesem Alter zur Schule geschickt. Die ersten beiden haben bereits ihr Abitur absolviert und studieren. Einer von ihnen wurde auch zum Schulsprecher gewählt, war Teil der Schulkonferenz, um so die Schule weiter zu entwickeln. Probleme mit Sozialkontakten und Probleme bei der Sozialisation gab es keine. Das kann ich auch von anderen aus der „Homeschoolingszene“ so bestätigen. In Deutschland fehlen dafür natürlich die Daten, weil es de facto verboten ist… Natürlich liegt das auch an jedem einzelnen, aber Schule ist nicht der einzige Ort, wo man sich sinnvoll sozialisiert.
      Zum Nachdenken: Wie viele Islamisten und Neonazis haben sich in Deutschland in der Schule sozialisiert und die Grundwerte der demokratischen Freiheit eher schwach verinnerlicht? Wie viele Menschen (Kinder!) leiden unter Mobbing und sozialen Zwängen oder psychischen Krankheiten, die ihnen die Schule aufdrängt oder fördert?
      Um nicht falsch verstanden zu werden: Schule ist eine kulturelle Errungenschaft, die nicht abgeschafft werden sollte. Aber warum muss jeder gezwungen werden, dorthin zu gehen? Bildung sollte eingefordert und überprüft werden, aber nicht über Schule erzwungen (was ja eh nicht klappt).
      Beispiel: Autos müssen zum TÜV. Man kann sein Auto über die Fachwerkstatt in Schuss halten oder es selbst machen. Der TÜV guckt, ob alles o.k. ist. Bei Bildung könnte das doch auch so funktionieren oder nicht?

    • Die sozialen Kontakte und das Miteinander der Kinder sind auch nicht zu vernachlässigen. Die Schule übernimmt heute auch eine wesentliche Rolle bei der Erziehung. Wenn die Kinder nur noch ihren unfähigen Eltern überlassen sind, sehe ich nichts Gutes auf uns zukommen.

  10. Der Schritt, die Schulpflicht auszusetzen ist erst einmal völlig richtig. Und clever ist er auch. Hätte ich dieser unsäglichen Frau gar nicht zugetraut.
    Warum? Weil automatisch die Klassen kleiner werden…

    Selbstverständlich gehört die Schulpflicht abgeschafft und in eine Bildungspflicht überführt. Was denn sonst? Das funktioniert in anderen Ländern problemlos – ja klar in Deutschland würde das selbstverständlich nicht funktionieren. Hier funktioniert ja alles immer nur mit staatlichem Zwang. Das ist uns allen soviele Jahre eingeimpft worden, dass wir es selbst glauben.

    Unsere 3 Kinder waren seit der Schulschließung die allermeisten Zeit zuhause. Sie durften die Zeit, die sie für den Schulweg brauch etc. länger schlafen und sich den Lerntag ansonsten aufteilen, wie es am besten passte. Aber Ferien hatte hier keiner – nicht einen Tag. Manche Lehrer haben es gut gemacht, die meisten mittelmäßig, einige mangelhaft und wenige haben gar nichts gemacht.
    Was aber unsere Kinder gearbeitet haben – alle Achtung. Da wurden Videovorträge erstellt, Plakate nicht mehr auf Papier, sondern mittels Software geschaffen (alles ohne Schulische Anleitung – es waren immer Vorschläge und Entscheidungen unsere Kinder). Stundenlang hat man Vorträge gefilmt und geschnitten – vorher erarbeitet etc. Den Aufwand hätten sie im Normalfall nicht gehabt. Jeden Tag wurde deutlich länger gearbeitet als sonst.
    Aber motiviert und mit Freude, Leistungen auch mal anders abgeben zu können!
    Lehrer sind über ihren Schatten gesprungen, haben alle möglichen Dinge zur Leistungsfeststellung akzeptiert. Eine meist respekvolle Kommunikation per Mail, Telefon etc. mit den Schülern…

    Endlich mal 3 Monate nicht Angeschrien, grundlos bloßgestellt, willkürlich mit Kollektivstrafen belegt. So haben sicherlich viele Schüler gedacht! Dieses System ist einfach nicht für alle etwas – das ist doch evident!

    Das Ergebnis: 3 tolle Zeugnisse – nicht geschenkt, sondern motiviert und kreativ erarbeitet!

  11. Ist das nun eine Verdoppelung der Arbeitszeit für Lehrer? Soll zum Präsenzunterricht noch online unterrichtet werden für die tausenden Schüler, die den Freibrief nutzen?

    • Nein. In RLP ist die Sache so geregelt, dass Lehrer keine Überstunden machen müssen. Wenn ich mit dem Präsenzunterricht mein Stundendeputat geleistet habe, mache ich keinen Onlineunterricht zusätzlich. Zumal der Onlineunterricht kaum effektiv ist und eher frustrierende Erlebnisse bereithält wie z. B. kopierte Lösungen.

  12. Hallo Illy.

    Auch wenn es sich komisch anhört. Ich stimme Ihnen da voll und ganz zu.
    Aber dann doch bitte erst die Rahmenbedingungen, dann die Befreiung. Alles andere wird so enden wie die Inklusion im GL. In eine Verwaltung und Betreuung der SuS.
    Wie wollen Sie denn mit voller Unterrichtsverteilung noch Inline-Unterricht, Betreuung und Organisation von Schulaufgaben bewerkstelligen?
    Wie wollen Sie nachhalten, wer kommt und wer nicht, wenn ein kompletter Ausschluss nicht gewünscht ist? Ich könnte die Liste ewig so weiterführen.
    Aber ich denke mal, die nächste Schulmail wird genau das fordern und keiner weiß wie.
    Arbeitsschutz gibt es ja trotzdem nicht, egal ob 10 oder 30 da sind.

    • Hallo Gustav, ich bin kein Lehrer und daher kann ich ihren Arbeitsalltag in der Schule sicher nicht erfassen, wie Sie das können.
      Als außenstehende Eltern ist es sicher alles leicht gesagt und gedacht, daher möchte ich mich auch nicht als überheblicher Besserwisser in eine solche Diskussion begeben. Daher sind dies nur Gedankenmodelle….
      Jedoch wäre vorstellbar, dass die Lehrer sich ebenfalls aufteilen in Präsenz- und Homeschooling -Teams.
      Es kann doch nicht sein, dass einer für alles zuständig sein soll.
      Sie Teilnahme von Schülern im Online Unterricht stelle ich mir wie ein Klassenbuch-Eintrag vor. Zudem könnte ich mir vorstellen, dass es ein technisches Erfassungssytem für diese Fragestellung gibt?
      Im analogen Unterricht werden doch auch Aufgaben kontrolliert und Arbeiten abgegeben, das muss digital von den Schülern termingerecht erledigt werden.
      Diejenigen, die nicht teilnehmen oder Aufgaben nicht abgeben werden dann erfasst.
      Ich persönlich fänd es wünschenswert, wenn Jugrndämter in ihren Dienststellen ausgebaut werden und dann eben als verlängerter Arm der Schule tätig werden.
      Das gesamte Schulsystem muss personell aufgestockt werden.
      Die Gründe weshalb jedoch nur wenige ins Lehramt wollen, werden einem spätestens hier deutlich, wenn man auf dieser Seite liest …oder schlicht seine Kinder in diesen Schulalltag schickt. Schule ist eine Lernfabrik, Kinder die mal neugierig waren und Lernen wollten kommen aus diesem System völlig erschöpft und ernüchtert heraus. Bulimielernen und Gehorsam fördern kein Quer- und Freidenken. Verstehen Sie mich nicht falsch, der dringend notwendige (und leider zu vermissende) Respekt vor Lehrern und Seinesgleichen hat eine andere Qualität als Gehorsam.
      Es gibt sehr gute Konzepte, die stehen und fallen jedoch mit dem Personalschlüssel! In die Schule muss endlich investiert werden! Was wir hier erleben mit Inklusion, jahrhangsübergreifendem Unterricht, Einführung von G8 dann wieder G9…usw. ist das Dilemma, dass Schulmodelle am Reissbrett entwickelt und nie bis zum Ende gedacht werden. Lehrer und Schüler werden schon viele Jahre als Versuchsobjekte verheizt.
      Das System muss verändert werden. Dafür muss endlich mal Vernunft walten und gute Leute müssen in die entsprechenden Ministerien gesetzt werden.
      Eine Frau YG hat schlicht nicht die Kompetenz und den Weitblick, um die Tragweite ihrer bisher schlechten Entscheidungen zu überblicken.
      Die Freistellung der Präsenzpflicht kann kur der Anfang der dringend notwendigen Veränderung des derzeitigen Schulsystems sein.
      Sie dürfen bemängeln, dass ich hier allgemein spreche, es gibt gute konkrete und konstruktive Vorschläge, die ich von Lehrern und Eltern in Gesprächen erfahren durfte. …und auch ich habe viele Gedanken und vielleicht auch ein paar brauchbare, jedoch findet das keine Resonanz. Weil ich, wie wir hier alle, am Bodensatz versuche zu verstehen, was über mir abläuft. Ich aber nicht nach oben gelange mit meinen eingeschränkten Möglichkeiten.

      • Arbeitsschutz: so hoffe ich inständig, dass durch weniger Teilnehmer des Präsenzunterrichts die Verkleinerung der Klassenverbände beibehalten und damit besserer Schutz gewährleistet ist!
        …. kleinere Klassenverbände, ffp3 bzw ffp2 Atemschutz, Lüftungsanlagen und zur Verfügung Stellung von ausreichend Desinfektionsmitteln wären bei geringerer Teilnehmerzahl sicher oder hoffentlich ?! kurzfristig finanzier- und machbar!

  13. Be allem Verständnis (und das habe ich) für die LehrerInnen, die sagen, sie erreichen die Kinder nicht. In unserem Fall hat es die Grundschule nicht mal versucht. Aber im Nachhinein sollen die Kinder dafür büßen, wenn sie was nicht verstanden haben. M.E. der Klassenlehrer war nicht mal per Telefon erreichbar während dem Lockdown. In der Gemeinschaftsschule waren die LehrerInnen stets erreichbar, das haben wir genutzt aber viele viele andere Familien nicht. Das bringt mich zu meiner Frage: Warum macht man es sich nicht einfach, installiert je eine Webcam (oder stellt einfach einen Laptop aufs Lehrerpult mit Blick auf die Tafel) im Klassenzimmer und überträgt so den Präsenzunterricht für alle, die nicht im Klassenzimmer sitzen. Überprüfbar wäre die verbindlich einzuhaltende Anwesenheit auch so (zum Beispiel über Teams oder Moodle). Selbst wenn ein Kind (weil es die Eltern wollen bzw. vorsichtshalb und nicht weil es todkrank mit Fieber, sondern vielleicht einfach hüstelnd zu Hause bleiben sollte) zu Hause ist, kann es so den Unterricht verfolgen, Aufgaben mitmachen und bekommt btw auch mit, was es zu Hause zu erledigen gilt. Warum machen es sich alle so saumäßig kompliziert? Doppelt Arbeit usw., wenn es doch ganz einfach und unkompliziert ginge?

    • Dazu müsste von Lehrkräften verlangt werden, dass sie das Recht am eigenen Bild aufgeben.

      Hinzu kommt die Frage, welche Kamera? Wer zahlt die Lizenz für Teams an MS? Wie soll verhindert werden, dass Daten auf Servern außerhalb der EU landen? wie sieht es mit der Bandbreite an der Schule aus, da ja zeitgleich der Unterricht von einer Vielzahl von Unterrichtsveranstaltungen gestreamt werden müsste? An großen Schulen mit über 100 Lehrkräften finden zeitgleich mindestens ca. 60 bis 70 Unterrichtsveranstaltungen statt. Wie viele Videokonferenzen können in großen Firmen zeitgleich stattfinden? Bei großen Bundesbehörden ist das allenfalls eine je Tag.

      • Die Schule kann zum Beispiel einen eigenen Konferenzserver aufsetzen (lassen), da gibt es mehrere gute Open-Source-Lösungen. Je nach Schulgröße braucht es möglicherweise mehrere Server. Monatliche Preise für so eine Bereitstellung liegen im mittleren zweistelligen Bereich. Die Software selbst ist lizenzkostenfrei. Die Frontkamera eines Tablets oder Mobiltelefons reicht meistens aus. Der Standort des Servers ist wählbar, allerdings kommt die Schule ohne einen kompetenten Verantwortlichen nicht aus. Das kann auch ein beauftragter Dienstleister sein.

        Die Bandbreitenfrage ist spannend. Oft stellt sich nach ein paar Stunden heraus, für welche „Unterrichtsform“ die Kamera für die Präsentation nicht immer gebraucht wird, schließlich zeigt man noch sein Unterrichtsmaterial, und die Konferenzsoftware lässt zu, die Videoqualität auszuwählen oder regelt im Betrieb herunter. Unterrichtsformen mit Fernkommunikation können nicht alle Aspekte schulischen Lernens ersetzen, und wenn man versucht, die alle abzubilden, fällt man sehr schnell über viele der Fallstricke, die sich in Ihren Fragen zeigen. Ich glaube dennoch, dass eine Schule mit 1500 Schülern und einer heute üblichen Mittelklasse-Internetanbindung und ein bis vier Servern leisten kann, was wir von ihr erwarten.

        Für genauere Zahlen frage ich noch mal bei den Menschen nach, die die von mir betreuten Dienste benutzen. Wenn das alles gar nicht funktionieren würde, wüsste ich das aber wohl schon seit ein paar Monaten. Eine große Konferenz pro Tag halte ich für sehr freundlich und eigentlich nicht wirklich eine Anforderung.

        • „ Monatliche Preise für so eine Bereitstellung liegen im mittleren zweistelligen Bereich.“ Und wer zahlt das? Die Eltern über eine Umlage? Die Stadt würde bei uns auf das Haushaltssicherungskonzept verweisen und ablehnen, und das Schulbudget ist eh schon viel zu niedrig.

          • Dann muss das wohl wegen fünfzig Euro scheitern, OK. Oder wegen hypothetischen Konjunktivs. Ich fände beides schade, bin aber als Praktiker in Schulkonferenzkram möglicherweise voreingenommen.

          • Ach so, und die Antwort auf die erste Frage lautet: Weiß ich nicht. Die Schulleitung hat da irgendwie einen Weg gefunden. Die Alternativen waren sehr viel teurer, die Motivation war klar und eine Lösung wurde gefunden.

    • # Katrin michl
      Danke für das Kopfkino: Ich komme um 8 Uhr in die Klasse und stelle fest, wer anwesend oder vielleicht zu Hause ist, drücke auf den entsprechenden Startknopf, begrüße meine SuS und beginne mit meinem Unterricht. Die nicht im Klassenraum Sitzenden sind zu Hause von 8 bis halb zwei an ihren Laptops -oder was auch immer- und alle Schüler und Lehrer ( und wer noch?) können zuschauen, was bei ihnen zu Hause so passiert …natürlich auch umgekehrt.
      Selbstverständlich sind keine Geschwister oder Eltern anwesend ( Datenschutz) und alle SuS können sofort und immer im Homeoffice mitarbeiten, weil natürlich alle Familien mit den nötigen technischen Sachmitteln ausgerüstet und vertraut sind und selbst die Kleinsten schon seit dem 1. Schuljahr mit Hilfe von Videokonferenzen mitarbeiten können. So einfach und unkompliziert???
      Wir schreiben das Jahr…dies sind die Abenteuer auf der..

  14. Diese Regierung ist einfach NUR NOCH PEINLICH. Warum lässt man das einmal als „Musterländle“ geltendes Bundesland so verkommen. Ich verstehe das alles schon lange nicht mehr. Bitte alle am Samstag, 11.07.2020 15.30 nach Stuttgart zum unteren Schloßgarten kommen. Dort werden wir informieren.

  15. @Katrin Michl: Im Prinzip ein toller Vorschlag. Und Moodle bietet da eine gute Plattform. Aber was, wenn die Schule noch immer kein Wlan hat? Dass ein Schüler mit dem Handy filmt, ist datenschutzrechtlich ein no Go.

    • Wie kommen Sie auf die absonderliche Idee, Onlineunterricht würde funktionieren? Ich frag rein interessehalber, da ich das Experiment „Homeschooling“ nach 2 Monaten frustriert abgebrochen habe. Ich bekam von mehreren Schülern fast zeitgleich identische (und oft grottenfalsche) Lösungen, es war zeitraubend, jedes Blatt einzeln zu korrigieren (teilweise) saß ich 6 bis 8 Stunden an den Aufgabenkorrekturen, die Kommunkation war umständlich, das Erklären einfacher Sachverhalte fast unmöglich, da man die Schüler nicht sehen konnte und auch nichts zeigen konnte etc.

      • Wenn Sie von Blättern und 6 bis 8 Stunden Korrekturzeit berichten, ist die Unterrichtsform möglicherweise verbesserbar.

        Ich halte es nicht für sinnvoll, Abläufe des Präsenzunterrichts telekommunikativ nachbauen zu wollen. Da stößt man selbst mit exzellenter Ausstattung an Grenzen, die mit keiner Technik kompensierbar sind. Aber das ist für Sie doch nichts neues, DK7IH.

  16. Lächerlich dass sich die Lehrer als Versuchskaninchen fühlen und Systemrelevante Berufe, wie Handwerker, Verkäufer, Landwirte und Sicherheitskräfte seit Dezember sich jeden Tag Opfern und nichts passiert mit den richtigen Vorkehrungen. Absolute Demütigung seitens der Beamten. Danke Staat.

    • Welcher Verkäufer oder Landwirt hat sich denn bitte schön „geopfert“? Verkäufer haben übrigens nach wenigen Tagen Masken, Abstandsregeln und Plexiglasabtrennungen an ihren Arbeitsplätzen gehabt? Aber Hauptsache, wieder auf die Lehrer einhauen!
      Nebenbei: Es geht im Artikel um die Aufhebung der Schulbesuchspflicht seitens der Eltern. Diese Idee finde ich persönlich gut, kommt sie doch den Eltern entgegen, die sich – zu Recht – Sorgen um die Gesundheit ihres Kindes machen.

    • @Max – […]und nichts passiert mit den richtigen Vorkehrungen[…]

      Wie gesagt, mit den „richtigen Vorkehrungen“. Das Weglassen des Mindestabstandes und der Verzicht auf Mund-Nase-Bedeckungen sowie die Einrichtung fester Gruppen nach Vorgabe des MSB zur Durchführung eines Regelbetriebs sind eben keine geeigneten Vorkehrungen.

      Keiner Berufsgruppe ist derzeit die Arbeit ohne Mindestabstände oder ohne sonstige Schutzmaßnahmen, wenn diese nicht eingehalten werden können, gestattet. Wäre es anders, müsste sich niemand über die Arbeitsbedingungen in Zerlegebetrieben oder Pausenräumen echauffieren. – Aber Lehrkräfte sollen mit bis zu 30 Personen in schlecht belüfteten Räumen ohne Mindesabstand und MSB arbeiten. Hinzu kommt noch dass die Arbeitgeber im Falle einer Infektion diese nur dann als Berufserkrankung ansehen wollen, wenn der Infizierte lückkenlos den Nachweis erbringt, dass die Infektion im Unterricht erfolgt ist. In Konferenzen und Dienstbesprechungen kann das nämlich nicht passieren, da dort der Mindesabstand einzuhalten ist.

  17. Kein Angehöriger der von Ihnen genannten systemrelevanten Gruppen ist über Stunden mit 30 Personen in kleinen Räumen ohne vernünftige Belüftung, Abstand und Maske zusammengesperrt. Viele Lehrer sind übrigens gar nicht verbeamtet. Je nach Bundesland. Welche richtigen Vorkehrungen, mit denen nichts passiert, meinen Sie denn? Abstand und Maske? Gibt es im Unterricht nicht.

    • Ich will auch keine Gesichtswindel tragen. Weder in der Schule noch außerhalb. Das Infektionsgeschehen spielt sich in DE nur noch in einzelnen Clustern ab, also ist jede Panik unangebracht. Die Inzidenz für Covid-19 ist hier im Landkreis so niedrig, sie liegt im Bereich von Hunderstel Promille /d (i. e. 4 von 160.000 Personen in unserem Landkreis, also 0,025 o/oo).

      Es wäre Zeit, mal wieder auf den Teppich zurück zu kommen.

  18. Sana:
    Schön, dass sie noch so herzhaft lachen können. Soll ja auch gesund sein!

    Das ist der Grund, weshalb das Eindringen von Gedanken in einem Forum einfach so gar nichts bringt. Jeder weiss es besser und kann schön andere abwatschen und in der Anonymität versinken. Da schliesse ich mich nicht aus.
    Ich weiss es weder besser, noch verfüge ich über den Löffel der mit Weisheit gefüllt wäre und den ich schlucken könnte.
    Jedoch denke ich, das jeder konstruktive Beitrag auch zu einem Austausch führt, der alle weiterbringen kann.
    Egal wie lächerlich es im Beginn aussehen mag, so führen auch „falsche“ Gedanken dazu eine Entwicklung anzutreiben, die zu einem verbesserten Ergebnis führen soll.

    Ich finde due Aussetzung der Schulpflicht nir fair. Gesundheit geht vor!
    Aber klar bleibt: das System/Rahmenbedingungen müssen verändert werden. …und das kostet MUT den neuen Weg einzuschlagen und GELD

  19. Ironie an:
    „Das ist ein besonders sinnvoller Schritt, wenn man gegen die angebliche Bildungsungerechtigkeit, die angeblich immer in jeder Pisa-Studie aufgedeckt wird, vorgehen will.“

    Wirklich Prima Idee.

  20. Unverantwortlich solche Äußerungen ohne Absprache mit anderen Bundesländern zu tätigen. Entweder wir haben Schulpflicht oder nicht. Wer krank oder Risikogruppe ist = Attest. Aber nicht willkürlich zu Hause bleiben. Formlos. Taktlos.

    • Aber das dann bitte überall. Es zeigt von der Wertigkeit die Kinder für eine Gesellschaft haben, wenn sie anscheinend weniger schutzwürdig sind als andere

  21. Kurze Frage: WO steht denn das mit der ausgesetzten Schulpflicht genau? Ich habe in den bisherigen Verlautbarungen von Frau Eisenmann nichts dergleichen lesen können. Irgendwas übersehe ich da.

  22. Nachtigall ick hör dir trappsen: Karriere von Frau eisenmann: schulbürgermeisterin in Stuttgart, jetzt kultusministerin in bw, was kommt dann? Natürlich Bundesministerin!
    Und nirgends hat sie was zerrissen. Aber eins hat sie gelernt: der Mehrheit aufs Maul schauen! Das gibt Stimmen bei den nächsten Wahlen. Und wer wählt so was? Natürlich die, die keine Bildung brauchen. Die haben ja uns, die, die fleissig arbeiten und steuern Zahlen. Der Wahnsinn ist perfekt.

  23. Mal abgesehen von Sinn oder Unsinn der Aussetzung der Schulbesuchspflicht. Wir könnten unser Kind gar nicht zu Hause unterrichten. Da wir beide Eltern Vollzeit arbeiten gehen. Wenn das Kind mal krank ist gehen wir zum Arzt und es gibt ein Attest. Dieses Attest wiederum ist auch beim Arbeitgeber einzureichen. Wie sollte das mit dem Homescooling denn funktionieren? Ohne „Kind-krank-Attest“, müsste man Urlaub nehmen. Was logischerweise nicht funktioniert. Wie setzten (oder würden) sie alle das Homescooling um? Wir (einschließlich unser Kind) sind froh das die Kinder (die möchten) wieder zu Schule dürfen. Anders würde es für uns gar nicht funktionieren.

  24. Tolles Konzept, Chapeau. Ein Bundesland, das weiterdenkt.
    Als Mutter eines Risikokindes aus Niedersachsen, dessen „hochgelobtes“ Konzept von Vielen wohl nicht wirklich detailliert durchgelesen wurde (Corona gibt es in Niedersachsen nicht mehr, Leer und Göttingen gingen an Hr. Tonne wohl vorbei), kann ich nur den Hut ziehen. Es wurden sich Gedanken bis ins kleinste Detail gemacht, wer dem Konzept der Durchseuchung folgen will kann dies ebenso umsetzen wie vorsichtige Mitbürger das Zuhausebleiben.

    Die Stigma- Vorwürfe zu Problemschülern kann ich nachvollziehen, sehe aber den Zusammenhang nicht. Wer bisher viel geschwänzt hat, wird das auch in der Zukunft nicht lassen, gleichgültig wie viele Mitschüler in der Klasse sitzen und ob Anwesenheitspflicht besteht, oder nicht. In diesen Fällen greift auch bisher auf Zuruf das Jugendamt ein und erinnert Eltern an die Fürsorgepflicht, die Polizei unterstüzt, wenn nötig. Streifen können auch morgens in der Stadt „lungernde“ Schüler aufgreifen, genau wie bisher.

    Im Homeschooling sind diese Schüler eher besser zu kontrollieren: Kommen keine Aufgaben, kann der offizielle Melde- Weg doch viel schneller begangen werden und entsprechende Hilfsangebote sogar mit Beweis (des Nichteinreichen von Aufgaben) an die Eltern ausgesprochen werden. Schüler sind so wesentlich greifbarer, als bei bloßem Nichterscheinen oder unregelmäßiger HA- Kontrolle.

    Trauen wir alle den Eltern und Schülern doch etwas Mündigkeit zu und warten erstmal, was passiert!!!
    Das Konzept hilft Allen: Denen, die arbeiten müssen und die Kinder betreut wissen müssen ebenso wie denen, die Sorge haben und eine Ansteckung umgehen wollen. Das ist gelebte Demokratie.

    • Der offizielle Meldeweg kann generell nicht nach dem ersten Fehltag oder der ersten unbearbeiteten Aufgabe bestritten werden, das dauert schon ein bisschen und man muss es sehr genau dokumentieren.
      Dann geht diese Dokumentation an das Ordnungsamt, das einen Bescheid ausstellen kann.

      Davon hat das Kind die Aufgaben jedoch noch immer nicht erledigt und die Aufarbeitung des Inhaltes wird darüber auch nicht geleistet.
      Hilfsangebote kann man aussprechen. Aber warum sollten Familien diese annehmen, wenn auch zuvor Aufgaben weder abgeholt noch erledigt wurden?

    • Zitat:

      „In diesen Fällen greift auch bisher auf Zuruf das Jugendamt ein und erinnert Eltern an die Fürsorgepflicht, die Polizei unterstüzt, wenn nötig. Streifen können auch morgens in der Stadt „lungernde“ Schüler aufgreifen, genau wie bisher.“

      Hier musste ich kurz lachen, und frage mich, ob es in anderen Bundesländern etwa anders läuft, als in meinem. Hier wird das Jugendamt nur bei massiver Kindeswohlgefährdung mit Maßnahmen tätig und darf es vorher auch nur, wenn der Wille von den Eltern aus geht. Bis das Jugendamt oder die Polizei (was übrigens auch nicht deren Aufgabe ist) etwas unternimmt, ist das Kind lange in den Brunnen gefallen.

  25. Ich würde mir immer noch eine Quellenangabe wünschen. Mir scheint nämlich dass hier über etwas diskutiert wird was so überhaupt nicht besteht…

  26. In jedem blöden Strategiespiele gewinnt man, wenn man es schafft, die Bevölkerung mit Wissen und Bildung aufzubauen.. das diese Spiele so gebaut sind liegt sicherlich daran, dass bisher die Meinung vorherrschte, dass Bildung der Schlüssel zu einer fortschrittlichen Gesellschaft ist.. und nun soll das alles über den Haufen geworfen werden?

    Also ich denke und befürchte, dass nur wenige Eltern die Möglichkeit haben ihre Kinder gut auszubilden.. ok für manche wird es besser sein, als in dem vorhersachenden Schulsystem, aber für die meisten eher nicht.. da wird es ab Zeit und auch pädagogischer Ausbildung mangeln.. und das ganze soll einfach unbürokratisch per Meldung durchgewunken werden?
    Sprich nicht Mal geprüft werden, in wie weit das Grundlagen hat?

    Das öffnet übrigens in Familien, bei denen Gewalt und Missbrauch vorherrscht Tür und Tor.. dann haben die Kinder nach einer formlosen Meldung der Eltern überhaupt keinen Kontakt nach draussen mehr.. keine Change irgendwie Hilfe zu bekommen oder überhaupt die Ahnung zu bekommen, dass das was zu Hause passiert nicht OK ist…

    Wer ist so Kurzsichtig und schlägt so was vor? Ist das Dummheit oder Absicht?
    Was für eine nachfolgende Generation soll da geschaffen werden?
    Im Mittelalter hatten die „Gelehrten“ der Kirche auch was dagegen, dass das niedere Volk lesen konnte und die Bibel in Deutsch übersetzt wurde.. soll es wieder da hin gegen?
    Keiner kann lesen und schreiben und die „Bildung“ kommt über „Kika“?

  27. Ich würde mir vor allem wünschen, dass man nochmals genau auf das Präsenzverhalten der lieben Lehrerinnen und Lehrer schaut. Es ist m. E. absolut indiskutabel, mit welch‘ überzogenen Maßstäben hier von der Gesellschaft alimentierte Beamtinnen und Beamte von ihrer Pflicht, Präsenzunterricht durchzuführen, befreit werden, während wissenschaftliche Studien mehrheitlich eher von geringerer Ansteckungsgefahr durch Kinder und Jugendliche berichten. Und zwar bei voller Besoldung, während die Eltern neben der Alimentierung dieser freigestellten Lehrerschaft auch noch einen Großteil ihrer Bildungsarbeit übernehmen dürfen. Auf Dauer und insbesondere mit Blick auf das aktuell hierzulande äußerst überschaubare Infektionsgeschehen indiskutabel und in keiner Weise zu rechtfertigen! Die Kassiererin an der Supermarktkasse hat ein solches Privileg trotz vergleichbarer oder höherer Risiken regelmäßig nicht.

    • Die Kassiererin hat eine Plexiglasscheibe und die Kunden tragen MNB und ansonsten in Geschäften gilt die Abstandsregel. Außerdem ist die Kassiererin nicht stundenlang mit vielen Kunden auf engem Raum eingesperrt und sie muss sich nicht ungeschützt anhusten lassen.

      • Auch für Lehrer*Innen sollte es grundsätzlich möglich sein, für Lüftung zu sorgen und Abstand zu halten, die Plexiglasscheibe hat wohl eher psychologische Schutzwirkung gg. eine Aerosolübertragung. Darüber hinaus gibt es viele weitere Berufe, die vergleichbare oder noch größere Infektionsrisiken mit sich bringen, die Ausübenden aber trotzdem nicht einfach in die Freistellung gehen können. Polizeikräfte oder medizinisches Personal wären hier gute Beispiele. Diese besonders sensible Privilegierung des Lehrberufs lässt sich objektiv in keinster Weise rechtfertigen. Hier muss schnellstmöglich wieder zu einer realistischen Pflichten-/Risikoabwägung zurückgefunden werden. Andernfalls wäre zeitnah zu prüfen, ob entsprechende Personen dauerhaft den Anforderungen an ihre Aufgabe entsprechen. Es ist jedenfalls schwer vermittelbar, die aktuelle Masse an Freistellungen bei vollen Beamtenbezügen fortdauernd zu rechtfertigen…

        • Die wenigsten Lehrer wollen in die Freistellung gehen, wie Sie es nennen. Aber ohne Abstand (der wird ja im Klassenraum bewusst aufgegeben), Masken und vernünftige Lüftungsmöglichkeiten in den Räumen (z.B. viele Räume nur mit Kipplüftung, es gibt Schulen, da gehen Fenster gar nicht auf…) mit 30 Personen im Raum wächst die Infektionsgefahr erheblich. Stichwort Aerosole, die sogar bei Einhaltung des Abstands problematisch werden können, wenn zu viele Personen in den Raum atmen, sprechen usw. Abstand und Maske gelten überall als die quasi einzig probaten Mittel, Infektionen zu verhindern. Und beides wird im Unterricht nicht umgesetzt.

          • Da bin ich anderer Meinung. Die Vergleiche zwischen verschiedenen Berufsgruppen sind sogar zwingend notwendig, um übergreifend feststellen zu können, welche Risiken offensichtlich (in einzelnen Berufsfeldern) als kalkulierbar akzeptabel erscheinen. Nur dadurch wird die kritische Auseinandersetzung mit der diesbezüglichen Privilegierung einzelner Berufsfelder (Lehrer*Innen) sachlich möglich. Die regelmäßig hohe Emotionalität einzelner Lehrkraftfreistellungsverfechter lässt allerdings erhebliche Zweifel daran bestehen, ob der Interessengruppe der Lehrer*Innen tatsächlich an sachlicher Auseinandersetzung mit dem Thema Freistellung von Lehrkräften gelegen ist…;-)

          • Ja, man kann Vergleiche sinnvoll finden. Dann sollte man diese auch umfassend hinzuziehen.
            Übernehmen wir doch einfach die Privilegien der Lehrkräfte für alle anderen Berufe:

            Der Arbeitsschutz gilt für Lehrkräfte nicht?
            Gut, lassen wir ihn doch in allen anderen Berufen auch einfach sein. Schutzeinrichtungen an Maschinen, Unfallverhütung, Lärmschutz, Gefährdungsbeurteilung? Braucht man alles nicht, wenn die festgestellten Mängel ohnehin seit Jahrzehnten niemanden interessieren. Man sieht ja, dass es bei Lehrkräften auch hervorragend ohne geht!

            Eine Regelung für Arbeitszeit und Pause, für die Erfassung von Stunden gilt für Lehrkräfte nicht?
            Abhilfe wird es nicht geben, weil Lehrkräfte fehlen, die zudem Geld kosten würden?
            Gut, lassen wir das doch auch in allen anderen Berufen sein, zählen Überstunden nicht länger, da müssen wir sie auch nicht ausgleichen oder entlohnen.
            Fahren wir alle Bereiche der Arbeit mit einer Unterbesetzung von 20% und stellen ggf. ein paar ungelernte Aushilfen für den Notfall.
            Ansonsten kann doch jeder selbst aufpassen, dass alle vom Arbeitgeber eingeforderten Aufgaben zeitnah und qualifiziert erledigt werden.
            Wenn es generell 1/3 der regulären Wochenarbeitszeit länger dauert, ist das ja nicht so schlimm, das machen wir doch alle gerne! Alles andere ist Jammerei!

            Zusätzliche Arbeitszeit an Wochenenden, in der Nacht, bei Bereitschaft o.a. wird bei Lehrkräften nicht beachtet, gewertet oder entlohnt?
            Gut, lassen wir das doch in allen anderen Berufen auch einfach sein, wer will schon Zuschläge für Bereichtschaft-, Wochenend- oder Nachtschicht? Die Arbeit ist doch die gleiche, da reicht doch der einfache Lohn.

            Ein Masterabschluss und eine 18-monatige Spezialisierung einschließlich staatlicher Prüfung führen zu A12-Besoldung?
            Gut, übernehmen wir das auf alle anderen Berufe, lassen wir die Lohnerhöhungen und passen sie an die Nullrunden und Lohnentwicklung der Lehrkräfte der letzten Jahre an, streichen wir Beförderungsstellen oder Gratifitkationen trotz zusätzlicher Qualifitkation oder Aufgabenübernahme, Prämien, Weihnachts- und Urlaubsgelder, lassen wir Dienstreisen selbst bezahlen und achten wir peinlichst genau darauf, dass niemand ein Geschenke oder andere Vergünstigungen oder Vorteilnahmen höher als 10€ im Jahr annimmt!

            Das Bereitstellen von Arbeitsmaterialien wird von Lehrkräften selbst bezahlt, beim PC werden entsprechende Verpflichtungen eingefordert?
            Gut, machen wir das doch in allen anderen Berufen auch so, bringen eben die Bediensteten im Krankenhaus, bei der Krankenversicherung und beim Finanzamt oder bei der Bank ihre privaten Laptops mit, kümmern sich um Software zur Nutzung und Administration der eigenen Geräte wie auch der gesammelten Daten.

            Hygiene ist in Schulen nicht wichtig, war es ja bisher auch nicht?
            Gut, lassen wir das überall sonst auch einfach sein, streichen wir Hygieneverordnungen und -schulungen. Das wird schon, es kann doch jeder ein bisschen selbst darauf achten, dass alles sauber aussieht.

            Das Arbeiten ohne persönlichen Schülerkontakt wird als Freistellung angesehen, die nicht entlohnt werden muss?
            Gut, lassen wir doch das Entlohnen aller, die nur in Büros ihre Arbeitszeit verbringen, die telefonieren, mailen, Videokonferenzen abhalten, Konzepte erstellen, organisieren, Administrierungen vornehmen, planen, dokumentieren. Wie konnte man je darauf kommen, dass das Arbeit sein soll?

    • Also da kann ich Ihnen nur zustimmen. Außerdem würde ich noch weiter gehen: Es ist nämlich absolut indiskutabel, mit welch überzogenen Maßstäben die von der Gesellschaft subventionierten Eltern ihre Kinder beim Nichtbearbeiten der Online- oder Analogaufgaben, erstellt von der Präsenzunterricht befreiten attestpflichtigen Lehrkraft, unterstützen und dann noch überzogene Forderungen stellen. Und das bei vollem Kindergeld plus Coronapflästerchen. Und dann noch die Dreistigkeit der lieben Lehrerinnen und Lehrern (vom Staat alimentiert) zu fordern, dass der Arbeitsschutz auch für sie gelten soll, ABER HALLO! Wo doch die Infektionsrate nur ein kleines bisschen steigt. Da kann ja die privilegierte Kassiererin im Supermarkt regelmäßig sagen: „Wie gut, dass immer noch in den Läden die Masken-und Abstandsregel gilt und ich mich hinter meine Plexiglasscheibe setzen kann.“

    • Dann haben sie doch sicher auch belegbare Quellenangaben für ihre Aussagen? Ich kenne keinen einzigen Lehrer, der freigestellt wurde.

      Ich kenne auch lediglich nur einen Kollegen, in unserem gesamten Kollegium, der aufgrund von Corona dauerhaft zu Homeoffice verbannt wurde und von dort aus arbeitet, aber auch nicht freigestellt wurde. Übrigens handelt es sich bei diesem Kollegen um einen Angestellten. Ich hoffe also wirklich, dass Sie Ihre Aussagen belegen können, ich vermute nämlich dass es sich lediglich um reißerisches Lehrerbashing aufgrund eigener Frustrationen handelt.

      Übrigens ist es fast im gesamten öffentlichen Dienst so, dass Beamte und auch Angestellte mit einem nachgewiesenen erheblichen Risiko von zu Hause aus arbeiten müssen. Z.B. auch in einem Jobcenter, einem Finanzamt oder sonstigem. Dort ist die Rate derer, die zu Hause bleiben teilweise auch vielfach höher, und in diesen Jobs gibt es bei weitem nicht so viele Kundenkontakte, wie in Schulen.

  28. Schulpflicht abschaffen ist wie Feuer gegen denn
    Klimawandel machen. Es wird etwas gemacht aber leider Falsch.

    Wie sollen Kinder Bildung erhalten wenn deren Eltern dies nicht leisten können oder wollen, wie soll sich ein Kind gegen verdummung währen wen seine Eltern dafür verantwortlich sind und keiner hilft.

    Dummes gesabbel die Schulpflicht abzuschaffen, auch wenn wir dort scheinbar unnötiges gelernt haben.
    Sehen Sie mal in angeblich entwickede Läder wie Amerika oder England….
    An diesen Beispielen kann man erkenn in welche Richtung Volksverblödung führt.

    Die Schulpflicht muss bleiben….alles ander wäre dämlich.

  29. Der große Haken ist, dass dabei nicht zugegeben wird, dass wir auch mehr Lehrer bräuchten, neben mehr Ausstattung usw. – das dürfte aber in unserem Land kein großes Problem sein, oder?
    Stattdessen entlässt Frau Eisenmann wieder einige bewährte Lehrer in die Arbeitslosigkeit, weil sie zum Beispiel Deutsch nicht zum Mangelfach macht! Ich bin selbst davon betroffen. Ich hatte in der Corona-Pause als einziger Lehrer in meinem Bereich konsequent Fernunterricht betrieben, ich habe auch davor Erfahrung damit gehabt. Zudem unterrichte ich VABO (also Flüchtlinge und andere Zugewanderte). Ich habe Deutsch studiert (Magister), habe aber kein Staatsexamen. Seit 12 Jahren unterrichte ich… dennoch wurde ich – trotz Entfristungsantrag und sehr guter dienstlicher Beurteilung – nicht fest angestellt! Da darf jetzt jeder selber mal nachdenken…

  30. Als Mutter 2 er Teenies, die noch zur Schule gehen finde ich das ganze einfach nur u durchdacht.

    Zum einen von Seiten der Lehrer verstehe ich die Sorgen, dass der Virus an der Schule rumgegragen wird zu gut.

    Zum anderen die Schulpflicht aussetzen geht für mich gar nicht. Es gibt zu viele Teenies die dann gar nix machen und erst mittags aufstehen.

    Es muss glaub ich noch kreativer überlegt werden wie man zu einer guten Lösung kommt

  31. Wie gesagt, die besondere Behandlung der Lehrkräfte lässt sich auch mit maximalem Sarkasmus nicht rechtfertigen, eine besondere Gefährdung lässt sich evidenzbasiert im Vergleich zu anderen Berufsgruppen nicht erkennen. Und die erhebliche Zusatzbelastung (insbesondere berufstätiger und ihrer Arbeit trotz Corona-Risiko nachgehender) Eltern durch die zusätzliche Übernahme des Lehrauftrags lässt sich seriös auch nicht wegdiskutieren.

    • Besondere Behandlung?? Ein Minimum an Infektionsschutz sollte möglich sein. Vielleicht sollte man den Abgeordneten, die sich in ihren Plexiglaskabinen verschanzen, einmal einen Tag Unterricht in vollen Klassen unter den schon beschriebenen Bedingungen gönnen. Und in den Behörden? Unser Finanzamt z.B. hat seit dieser Woche überhaupt erst wieder für Publikum geöffnet. Man muss sich telefonisch anmelden und vorher schon ein Formular „Kontaktdaten Besucher“ ausfüllen. Als ich anrief, wurde mir gleich gesagt, dass es besser wäre, ich stecke alles in den Briefkasten. Ob ich noch Fragen hätte? Hatte ich, und die wurden mir am Telefon beantwortet. Also maximale Kontaktvermeidung. Warum? Wenn das doch alles an anderer Stelle nicht nötig ist? Da wird mit zweierlei Maß gemessen.

      • D‘accord hinsichtlich sinnvoller und realisierbarer Infektionsschutzmaßnahmen im Rahmen des Unterrichtsbetriebs. Eine fortgesetzte Freistellung von Lehrer*Innen bei vollen Bezügen ist und bleibt davon unabhängig trotzdem inakzeptabel und muss zeitnah beendet werden.

        • Es geht nicht um Freistellung, möchte ich nochmal betonen. Welche „sinnvollen und realisierbaren Infektionsschutzmaßnahmen“ im Rahmen des Unterrichtsbetriebs fallen Ihnen denn ein? Welche würden Sie denn den Schülern und Lehrern zugestehen? Vielleicht machen Sie da mal gute Vorschläge, die die Kultusminister aufgreifen könnten. Und kommen Sie mir bitte nicht mit Händewaschen, Desinfektionsspendern und Tests als „Vorsorge“. All das ist nicht dazu geeignet, sich vor Aerosolen zu schützen. Und das dürfte die Haupfinfektionsquelle in geschlossenen Räumen mit vielen Personen sein.

          • Ich sehe mich eigentlich nicht in der Rolle, ein pauschales Hygienekonzept für alle Schulen zu erstellen. Ich denke trotzdem, dass ich als Vater von zwei schulpflichtigen Kindern, der täglich den Bildungsauftrag ihrer freigestellten Lehrer mitübernehmen darf, Kritik an dieser Form des absoluten Infektionsschutzes äußern darf, der den berechtigten Bildungsanspruch von In diesem Falle Grundschulkindern so selbstverständlich nachrangig priorisiert den Lehrkörper auf diese Weise privilegiert. Wie gesagt, in vielen anderen Berufen mit vergleichbarem oder höherem Risiko stehen hier die Pflichten ganz anders im Fokus…

    • Ich verstehe Ihren Kommentar nicht.
      Wenn der Arbeitsschutz, der überall gilt und vorgeschrieben ist, mit dem Hinweis, dass kein Personal vorhanden ist, ausgesetzt wird, wieso sollen sich Lehrer da keine Sorgen machen dürfen? Entweder ich habe eine Maskenpflicht in öffentlichen Gebäuden oder nicht. Oder können Sie mir die unterschiedliche Vorgehensweise erklären?
      Ich bin gespannt auf Ihre Erklärung. Es würde keine Diskussion geben, wenn der ausgerufene Arbeitsschutz für alle gilt, nicht nur, wenn es dem Kultusministerium passt.

      • Will mich jetzt eigentlich ungern auf einen Ironie-Wettbewerb einlassen, aber dennoch gern fragen, ob aus Ihrer Sicht die Freistellung von Lehrern auf nicht absehbare Zeit akzeptabel erscheint? Ich berichte übrigens aus meinem eigenen Lebensalltag, in dem mehrere Lehrer aus der Grundschule meiner beiden Kinder bereits seit mehreren Monaten freigestellt zu Hause sind und außer im wöchentlichen Turnus Übungsblätter zu kopieren und den Eltern zukommen zu lassen keinerlei Bildungsauftrag wahrnehmen…
        Gut so aus Ihrer Sicht? Bitte wenn möglich keine weitere Gegenfrage oder ironische Zuspitzung sondern eine schlichte Antwort. Vielen Dank.

        • Nein, finde ich nicht gut.
          Die Lehrkräfte, die keine Freistellung bekommen/ wollen, müssen diese Lücke füllen. Ich hoffe, die Antwort war schlicht genug.
          Wir hätten dies aber auch nicht, wenn Arbeitsschutz auch in der Schule gilt. Auf meine Frage haben Sie leider nicht geantwortet. Nur Ironie unterstellt.

        • @M.S.
          Mein Lebensalltag und meine Erfahrung sieht ganz anders aus. Ich kenne keine Lehrer (von diesen kenne ich ziemlich viele…), die auf nicht absehbare Zeit freigestellt sind. Es wird im Übrigen nicht einfach so ein Lehrer freigestellt. Wenn eine Lehrkraft ein vom Arzt ausgestelltes Attest bringt, dann wird diese schlicht und ergreifend für andere Aufgaben eingesetzt, und zwar in der Schule. Da gibt es genug Dinge, die aufgearbeitet werden müssen.
          BTW: Ich habe drei schulpflichtige Kinder. Und auch bei ihnen ist kein einziger Lehrer freigestellt. Die arbeiten alle, das machen sie übrigens den Umständen entsprechend gut. Online und in der Schule. Gleichzeitig. Da gibt‘s auch Arbeitsblätter. Ja was denn sonst?
          Deshalb finde ich es einfach nicht angebracht, hier pauschalisierend Vorwürfe gegen die Lehrer, die ja alle freigestellt sind (staatlich alimentiert), einen Lauen bei vollem Gehalt haben….Das mag bei Ihnen in Ihrem Lebensalltag vielleicht so ankommen. Muss dann aber nicht in ganz Deutschland so sein. Gut so, aus Ihrer Sicht?

          • Zumindest war die Antwort sachlich 😉
            Letztlich zeigt sie lediglich, wie sehr die Erfahrungen hier abweichen, sowohl zwischen verschiedenen Schulen als vermutlich auch zwischen den Ländern. Und ich berichte aus meinem Lebensalltag in der Grundschule meiner Kinder in Nordbaden. Und dort ist es eben so, wie bereits mehrfach dargestellt. Mehrere Lehrer*Innen sind seit mehreren Monaten freigestellt zu Hause, außer der wöchentlichen Übermittlung von kopierten Arbeitsblättern findet dort NICHTS statt. Was sie zu Hause machen, kann ich natürlich nicht bewerten, für die Bildungsvermittlung meiner Kinder jedenfalls ansonsten nichts und in der Schule sind sie definitiv ebenfalls nicht. In den ersten Monaten, als nicht mal ein Attest erforderlich war, lag die Freistellungsrate im Übrigen bei rund 20 % der Lehrerschaft in BW (s. Artikel)! Nur noch mal für‘s Protokoll, mir geht‘s nicht darum, alle Lehrer*Innen zu stigmatisieren, sondern darum, die Teilmenge derer, die nachweislich vom Unterricht freigestellt zu Hause verweilen wieder zurück in ihren Bildungsauftrag zu berufen. Und die Aussage, sie würden stattdessen andere wichtige Aufgaben wahrnehmen, ist ebenfalls sehr pauschal, entspricht nicht meinen Erfahrungen und lässt die Frage offen, wer diese Aufgaben denn bislang erbracht hat?

          • Die Aufgaben haben Lehrkräfte sonst auch erbracht, nicht umsonst haben sie so viele Überstunden.

            Letztlich wird jetzt die Arbeit anders aufgeteilt:
            Es gibt Lehrkräfte, die mehr unterrichten,
            und andere, die alles das übernehmen, was nicht im Klassenraum in Anwesenheit der Schüler zu erledigen ist.

            Hinzu kommt, dass bei normaler Stundentafel mit geteilten Gruppen doppelt so viele Unterrichtsstunden zu erteilen wären.
            Stattdessen gab es in den letzten Wochen in vielen Schulen ein Wechselmodell, sodass ein Teil der SuS in der Schule war, der andere zu Hause, sodass man Unterricht + Lernen zu Hause vorbereiten, durchführen und nachbereiten musste.
            In den Schulen mussten Gruppen zur Notbetreuung von Lehrkräften betreut werden, wobei es stets neue und widersprüchliche Angaben zur Zusammensetzung gab (kein Durchmischen der Gruppen vs. Wechsel zwischen Klasse+Notbetreuung, Gruppengröße von max. 2 Kinder, dann 5 Kinder, dann 15 Kinder, aus einer Klasse, einem Jahrgang, einer Schule, mehreren Schulen)

            Gleichzeitig gab es, gerne über Nacht und noch lieber übers WE, eine Menge Vorschriften, die umzusetzen waren aus Boardmitteln oder unter Einbeziehung der Träger, denen gegenüber man als Schulleitung nicht weisungsbefugt ist.

            Und sehr viele Schulen haben sich, nach vielen Jahren der Versprechungen, in der Not eigenmächtig um ein Voranschreiten digitaler Möglichkeiten gekümmert, auch aus Boardmitteln, möglichst unter Beachtung der DSGVO sowie der Beteiligung der vorgeschriebenen Gremien, selbst wenn nicht einmal E-Mail-Adressen für Lehrkräfte und SuS/Eltern vorhanden sind/waren.

            Am Ende der Sommerferien wird wieder die Frage aufkommen, warum sich „die Schule“ denn nicht rechtzeitig gekümmert habe.

            Antworten:
            … weil Lehrkräfte tatsächlich seit Januar durchgearbeitet haben und den Abbau ihrer Überstunden und einen Teil ihres Urlaubs zur Erholung benötigen.

            … weil die üblichen Aufgaben in den Sommerferien (Nachbereitung, Ausräumen und Einräumen des Klassenraumes, Vorbereitung auf den regulären Unterricht, Bereitstellung von Materialien, z.T. noch Dokumentationen) auch in diesen Ferien erfolgen müssen und Arbeitszeit benötigen.

            … weil die Vorgaben bruchstückhaft erfolgen und ein Planen gar nicht ermöglichen, angekündigte neue Rahmen-Hygienepläne können jegliche Gruppenzusammensetzung sowie Stundenverteilung und -planung über den Haufen werfen.

            … weil eine dreifache Vorbereitung auf Szenario ABC (eingeschränkten Regelbetrieb, Wechselmodell, Quarantäne) erfolgen muss, zusätzlich weiterhin Kinder zu Hause bleiben und versorgt werden müssen (Risikogruppe mit oder ohne Attest, je nach BL).

            … weil die Digitalisierung weiterhin nur in Abstimmung mit dem Träger oder unentgeltlich erfolgen kann, immer im Rahmen der Vorgaben, unter Beteiligung der Gremien, deren Mitglieder in den Ferien nur schwer zu erreichen sind.

            … weil auch in diesem Sommer, die personelle Ausstattung der Schulen vor den Sommerferien noch gar nicht fix ist, sondern sich erst im Laufe der Wochen oder nach Schulbeginn herausstellen wird und eine neue Lehrkraft/ Vertretung nicht immer die fehlenden Fächer auffangen kann, sondern der komplette Plan neu erstellt werden muss, bei Abordnungen in Abstimmung mit mindestens einer, häufig auch mehreren Schulen.

    • @M.S.

      Den Lehrauftrag haben Sie aber freiwillig übernommen … und sich damit tatsächlich übernommen?
      Wenn Sie keinerlei pädagogische Ausbildung haben, dann – dass muss einmal gesagt werden dürfen – sind Sie trotz allerbester Absichten dazu nicht in der Lage. Auch nicht als noch so engagierte(r) Mutter oder Vater.
      Wenn Sie Ihrem Kind ein Pflaster aufs aufgeschürfte Knie kleben, sind Sie dann gleich Notarzt?

      • @M.S. – Moment, welchen Lehrauftrag meinen Sie? Ich habe einen Arbeitsvetrag, der die Wochenstundenzahl festsetzt und den Arbeitsort. Die Wochenstundenzahl umfasst die zahl der Unterrichtsstunden je Woche, in denen ich die Fächer in den Jahrgangsstufen unterrichte, für die ich Fakultas habe.
        Die über die Deputatsverpflichtung hinausgehenden Verpflichtungen wie Aufsichten und Adhoc-Vertretungen erfolgen über Dienstanweisungen seitens der Schulleitung als direktem Dienstvorgeseztem. Die Mehrarbeit kann erst ab der dritten Mehrarbeitsstunde abgerechnet werden.

        Bei den jetzt absehbaren Dauervertretungen, da einige Lehrkräfte (bis zu 15% infolge vorgelegten Attests vom Präsenzuntericht ausgenommen worden sind) ist zwangsläufig der Lehrerrat einzuschaflten, da dieser planbaren Vertretungen zustimmen muss.

        • Wie bereits mehrfach umfänglich dargestellt geht es mir nicht um Sie bzw. den Teil der Lehrerschaft, der aktuell in vollem Umfang (und teilweise darüber hinaus) Dienst verrichtet, sondern um die coronabedingt Freigestellten. Die Erlasslage zu Dienstzeiten oder Mehrarbeit hilft in dieser Frage nicht weiter, da die Freigestellten regelmäßig weder vorgeschriebene Dienstzeiten erbringen noch Mehrarbeit leisten…

          • Ich gehöre und gehörte nie zu den, wie sie es nennen, „Freigestellten“. Wie ich aber bereits sagte, haben wir einen einzigen Kollegen, der noch „freigestellt“ ist, und dieser kümmert sich bei uns sehr wohl auch um die Kinder. Natürlich kann man aber nicht erwarten, dass dieser Kollege alle 200-300 Schüler, die er unterrichtet anruft und am Telefon beschult.

            Wenn Sie die Abschaffung von dieser „Freistellung“ fordern, dann aber bitte auch für den gesamten öffentlichen Dienst, denn so wie sie es darstellen ist es bei weitem nicht, diese Regeln gelten auch in den meisten anderen Behörden.

            Im übrigen finde ich es übrigens nicht zu viel verlangt, wenn man sich als normale Familie (mit zwei Erziehungsberechtigten) auch mal etwas um seine Kinder kümmern muss. Seine Kinder morgens um 7:30Uhr an der Schule abgeben, dann um 16:00 wieder in Empfang nehmen und mit nichts etwas zu tun haben wollen (wie es leider vielfach praktiziert wird), geht halt einfach auch nicht, wenn ich Kinder habe.

        • Also ich kann M.S. nur zustimmen, auch ich habe über 3 Monate den Lehrauftrag für die Schulbildung meiner Tochter übernommen, unentgeltlich. Von der Schule kam der Wochenplan und etliche Arbeitsblätter, die bearbeitet werden mussten, das Ganze konnte man von Moodle herunterladen oder in der Schule abholen. Ergebnisse wurden auf Moodle eingestellt zur Selbstkorrektur. Die Klassenlehrerin hat sich am 2. Tag der Schule ohne Abstand krank gemeldet, es ist nicht mal klar, ob sie nach den Ferien wieder kommt. Also ich vergleiche mal einfach die Tätigkeit der Mathelehrerin, vor und während der Schließung. Davor gab es den WP inkl Arbeitsblätter und zusätzlich Präsenzunterricht, danach gab es WP inkl AB ohne Präsenzunterricht. Ein Feedback für unsere Kinder gab es nicht, wir sprechen von einer 3. Klasse. Da in BW durchaus viele neue Themen gelernt und bearbeitet werden mussten, war ich leider als unbezahlte Lehrkraft tätig. Leider kann ich meiner Tochter nicht die soziale Struktur einer Schule bieten, ebenso die Abwechslung die ein Schultag den Kindern bietet.

      • Bitte was?? Den Lehrauftrag freiwillig übernommen? Als hätten wir uns das ausgesucht…
        Wenn der Schulalltag meiner Kinder wie aktuell nur sehr reduziert stattfindet, ein Klassenlehrer wg. Freistellung nicht zur Verfügung steht sondern im täglichen Wechsel Aushilfslehrer zum Einsatz kommen, und insgesamt ein wesentlicher Teil der Bildungsarbeit via Arbeitsblätter nach Hause verlagert wird, wer bitte soll denn dann den Bildungsauftrag wahrnehmen, wenn nicht die Eltern?

        • @M.S.
          Ja, genau so.
          In Ihrem letzten Satz (11.Juli 2020 um 8:14) erkennen Sie den partnerschaftlichen (!) Ansatz an: „wenn nicht die Eltern“.
          AUCH die Eltern.
          Vorübergehend. (Mehr zum Zeitfaktor weiter unten.)
          (Nebenbei: Ich vermute, auch die LehrerInnen haben sich das nicht ausgesucht. Natürlich kann man auch das noch behaupten, aber das wäre dann wirklich eine zu steile These.)

          Zuerst ein wichtiger Gedanke, auch wenn ich mich in diesem Punkt wiederholen muss:
          „Wenn Sie keinerlei pädagogische Ausbildung haben, dann – dass muss einmal gesagt werden dürfen – sind Sie trotz allerbester Absichten dazu nicht in der Lage. Auch nicht als noch so engagierte(r) Mutter oder Vater.“
          Wenn Sie nicht schriftlich und klar dazu aufgefordert wurden (von wem auch immer) den Bildungsauftrag zu übernehmen, so haben Sie das durchaus aus freien Stücken übernommen – oder auf der Grundlage eines Missverständnisses.

          Bildungsauftrag und Erziehung sind durchaus verschiedene Dinge. Am besten für alle (!) Beteiligten ist es, wenn diese Bereiche ineinandergreifen können, weil die Beteiligten zusammenarbeiten (können).

          Was Erziehungsberechtigten durchaus zugemutet werden darf ist Folgendes (zu finden im Grundgesetz), hier besonders Punkt (2):
          „Art 6. (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung. (2) Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.“
          Alltagstauglich wäre z. B.:
          1) Die Eltern sorgen durch eine einfache Kontrolle dafür, dass die Kinder sich überhaupt mit Ihren Aufgaben beschäftigen und das sogar dann, wenn die Kinder gerade keine große Lust darauf haben. Meine Mutter – die selbst auf Grund ihres Geburtsjahrganges Anfang der 30er, Bauernkind (musste frühe mitarbeiten) und Flucht … kaum mehr als – zusammengerechnet (!) 3 Jahre die Schule von innen sehen durfte – hat das bei drei Kindern hinbekommen. Nein, sie war nicht berufstätig. Aber wie gesagt, sie hatte selber wohl kaum den Bildungshintergrund, um drei Kindern durchs Abitur zu „helfen“ … dennoch gab es so etwas wie den Erziehungsgedanken.
          Von manchen Schulfreunden waren auch in den 70ern schon beide Elternteile in Vollzeit berufstätig, aber abends wurden die Hefte kontrolliert, ob alle Aufgaben erledigt oder wenigstens ernsthaft probiert worden waren. Eine unerledigte Aufgabe (= leere Seite) mit „Habbinichverstandn“ wurde NIE aktzeptiert!
          2) Diesem Erziehungsgedanken haben sich die Erwachsenen damals nicht ENTzogen.
          Es ist ja auch ein irreführender Begriff: „ErziehungsBERECHTIGTE“.
          Mütter und Väter sind zur Erziehung VERPFLICHTET, schon allein aus moralischen Gründen.
          Dann muss man manchmal auch aushalten, dass es Unstimmigkeiten mit dem Nachwuchs gibt, denn Familienmitglieder sind Menschen. Die sind nicht immer einer Meinung. So ist das Leben.
          3) Jetzt wird es noch einmal wichtig:
          Erziehungsberechtigte müssen doch nicht Sachverhalte wie Experten für dieses eine Fach (z. B. Mathematik) erklären (!) können und Rechenwege herleiten o. ä. – in den höheren Klassenstufen können Erziehungsberechtigte das unter Umständen noch nicht einmal nachvollziehen – und das ist doch völlig in Ordnung.
          Das ist etwas für MathematiklehrerInnen! Ich behaupte einmal, DeutschlehrerInnen könnten vielleicht diese eine bestimmte Aufgabe auch rechnen und womöglich sogar zum korrekten Ergebnis kommen – aber nicht unbedingt auf dem gewünschten Rechenweg.
          Allerdings kann man es probieren. Ja, man kann auch scheitern.
          Und wie überall im Leben wird man dabei sogar dann noch etwas lernen können:
          Man hat es wenigstens versucht.
          Vielleicht versucht man es wenig später, wenn sich die Enttäuschung gelegt hat, noch einmal.
          Wenn wir uns erinnern, so haben wir alle einmal Laufen gelernt, oder Fahrradfahren, oder uns selber die Schuhe zubinden und und und …
          Man wird es überstehen, wenn es nicht geklappt hat. Das nennt man Frustrationstoleranz. Und genau daran fehlt es auch heute schon weiten Teilen der Gesellschaft, auch jenseits der BRD. Global.

          Fangen wir doch einfach damit an, wieder auf „kleinerer Flamme“ zu kochen, die Erwartungen ein wenig herunter zu schrauben.
          Fangen wir doch einfach damit an entspannter zu agieren und zu reagieren.
          Ich weiß, das ist nicht leicht.
          Für niemanden.

          Ich beziehe mich jetzt auf den hoffentlich nachvollziehbar erklärten und reduzierten „Bildungsauftrag“:
          Das gilt nur für einen begrenzten Zeitraum, auch wenn dessen Ende gegenwärtig nicht bestimmbar ist – von niemandem.
          Ebenfalls konnte niemand dieses Ereignis (Corona) konkret vorhersehen und sich entsprechend konkret vorbereiten – solche Begebenheiten lassen sich zuhauf in den Geschichtsbüchern nachlesen, mit abgesicherten Fakten.

          Ergo ist es unpassend, „den“ Schulen – oder noch besser – „den“ Lehrern Vorwürfe zu machen, weil es nicht gut bzw. perfekt geklappt hat.
          Schon mehrfach wurde hier von Lehrkräften – aber auch von Erziehungsberechtigten – sachlich berichtet, dass die Anweisungen seitens der Ministerien am Wochenende (beginnend Freitag nach 22.00 Uhr) eintrudelten.
          Wie wir alle wissen (Tun wir doch, weil wir uns nicht nur mitteilen, sondern auch seriös informieren?), sind LehrerInnen verpflichtet, auf dieser Grundlage zu handeln.
          Allerdings haben diese Anweisungen der Ministerien (auf deren Homepage für Jedermann/-frau einsehbar) so viel Verlässlichkeit zu bieten, dass man da nur erstaunt sein kann. Viel Text, keine Grundlage.
          Leider werden entweder „die“ Schulen verantwortlich gemacht oder noch besser „die“ Lehrer: Aber die können doch gar nicht so frei entscheiden, wie es ein selbständiger Unternehmer kann – der zwar auch Gesetzen unterliegt, aber doch – mit allen Vor- und Nachteilen – auf eigene Rechnung und auf eigenes Risiko handelt. Und selten dermaßen im Rampenlicht steht, wie es schon seit vielen Jahren bei LehrerInnen der Fall ist. Denn auf diesem Gebiet ist ja – gefühlt – jeder Experte, denn jeder war einmal Schülerin oder Schüler.
          Das ist so ähnlich wie mit dem Fussball(bundes)trainer.

          Nur weil hier so oft der Vergleich zu Medizinern gezogen wird: Hätten diese ähnliche Richtlinien und Vorgaben, wären diese arbeitslos, denn niemand würde sich mehr freiwillig in ärztliche Behandlung begeben, lieber russisches Roulette spielen.

          Wenn man es einmal von dieser Seite betrachtet, ist es vielleicht doch gar nicht so schlecht gelaufen?
          Ich möchte gar nicht in Abrede stellen, dass die Arbeit von LehrerInnen sehr unterschiedlich gewesen sein mag. Jedoch darf man auch hier nicht außer Acht lassen, dass LehrerInnen auch Menschen sind!
          Ja, tatsächlich.
          Wissen Sie denn genau, warum sich (nur für Ihren speziellen Fall) die LehrerInnen Ihrer Kinder so und nicht anders verhalten haben? Wissen Sie, ob es da im Hiintergrund vielleicht nicht auch dieselben Herausforderungen im Alltag gegeben hat? (Z. B. hochbetagte zu pflegende Eltern der Pädagogen, denn jeder ist irgendjemandes Kind, auch LehrerInnen. Oder vielleicht auch eigene Kinder? … und alle anderen Problemchen des Alltages, weil ja sogar ein simpler Einkauf plötzlich sehr viel mehr Zeit in Anspruch nimmt.) Psychische Belastungen aller Art und Ursache darf und muss man jeder Bevölkerungsgruppe und Berufsgruppe zugestehen, so auch LehrerInnen!
          Dann hätten diese Leute ja genau dieselben Probleme wie Sie auch???

          Falls Sie mir bis hierhin aufmerksam gefolgt sind, danke ich Ihnen.
          (Keinerlei Ironie oder Sarkasmus.)

          Und die wirklich klugen Gedanken hat man leider selber nur ganz selten, das hier ist ein Beweis:
          „Wenn es ein Geheimnis für den Erfolg eines Projektes gibt, so dies: Den Standpunkt des Anderen verstehen und die Dinge mit seinen Augen sehen!“ (Leider muss ich die genaue Quelle schuldig bleiben.)
          Das wusste schon Henry Ford.
          Sicherlich kein auch Engel, aber auch nicht dumm und nicht erfolglos.

          P.S.:
          Ich wünschte wirklich, diese ewigen Anfeindungen zwischen Personengruppen und Berufsgruppen hörten endlich auf.
          In diesem Forum.
          Aber nicht nur hier.
          Landesweit.
          Bundesweit.
          Gerne auch global.
          Aber lassen Sie uns erst einmal auf kleiner Flamme kochen.

          • Ich nehme den verbindenden Ansatz Ihres Kommentars gerne auf, werde deshalb auch die geäußerte Kritik an der in meinem Schulumfeld angewandten Freistellungsverfahrensweise nicht noch einmal wiederholen. Wie gesagt, der Mehrheit der Lehrerschaft gestehe ich die besten Absichten und gute Motivation sowie Engagement zu. Trotzdem muss ich zur Einordnung nochmals ergänzen, dass es eben nicht trivial ist, dass es nicht „partnerschaftlich“ möglich ist, einem Kind das Schreiben beizubringen, das schriftliche Addieren und Subtrahieren auf bestimmtem (Rechen-)-Weg. Diese Grundkompetenzen erfordern einfach die tagtägliche Kontrolle durch die Lehrerschaft im Rahmen von Präsenzunterricht sowie das Wissen und die konsistente Anwendung einer einheitlichen Lehrmethodik. Alles andere erfordert eine umfängliche Einarbeitung der Eltern in die jeweils zu Grunde liegende Lehrmethodik, von pädagogischen Schwierigkeiten für Eltern, die direkt aus der Eltern-Kind-Konstellation resultieren, möchte ich hier gar nicht anfangen. Es ist eben nicht das Gleiche, wenn es Eltern anstatt Lehrkräfte sagen…
            In diesem Sinne wünsche ich uns allen schnellstmöglich wieder Normalbetrieb in jeder Beziehung, dann löst sich auch dieses Streitthema ganz von selbst…

          • Also, ich erwarte von keinem Lehrer oder Ministerium die Übernahme meiner Erziehungspflicht. Anscheinend wird aber die Übernahme der Bildungspflicht schon von mir erwartet, und da sprechen wir nicht nur von Hausaufgabenkorrektur.

  32. WO steht das alles???
    Diese Seite ist die einzige die was von Aussetzung der Schulpflicht schreibt…
    Ich dachte das mit den Quellenangaben hätten wir alle mal im Studium gelernt..

  33. In diesem Artikel liest man sehr oft „soll(en)“ oder „sollte“… Was ist, wenn nicht?
    Wenn aus Platzgründen (enge Flure usw.) kein gutes Konzept für Wegeführung möglich ist? Wenn Schüler trotz Symptomen nicht zu Hause bleiben? Hat das alles nur Empfehlungscharakter, und wenn es die Gegebenheiten nicht zulassen, kann man darauf verzichten?

  34. Mein kind war seit 2 Jahren in der lrs Förderung. In den drei Monaten corona hat sie schreiben und lesen gelernt…….
    Auch meine anderen Kinder haben viel effektiver gelernt.

    • Das kann ich mir durchaus vorstellen. Vielleicht hat ihr Kind ja zusätzlich noch eine Aufmerksamkeitsstörung? Kinder mit Benachteiligungen gehen nicht ohne Grund im Schulsystem unter, ich gehe nicht davon aus, dass Sie zu Hause 29 weitere Kinder gleichzeitig unterrichtet haben… wenn Sie ihr Kind zu Hause im Einzelunterricht unterrichten konnten ist das für das Kind einfach ein absoluter Luxus, den es ansonsten leider nicht bekommt, und auch nicht bekommen kann.

  35. MS: Welchen absoluten Infektionsschutz der Lehrer meinen Sie denn? Ich habe schon betont, dass es nicht um Freistellung geht, sondern darum, mit einem gewissen Infektionsschutz für Schüler und Lehrer ins neue Schuljahr zu starten. Und wie der aussehen soll, wenn Abstand und Masken nicht zur Debatte stehen, diese Frage können Sie offensichtlich auch nicht beantworten.

  36. Und ich habe schon mehrfach betont, dass es MIR ausdrücklich um die Freistellungen geht, die eben in der Realität umfänglich stattfinden. Und da Sie auf meinen Kommentar reagiert haben, sollten Sie sich eben auch auf diese Problemstellung beziehen und mir nicht wie hier bereits zum zweiten Mal erfolgt erklären, um was es Ihrer Meinung nach geht oder nicht geht!
    Darüber hinaus bin ich kein Hygieneexperte und dementsprechend auch nicht prädestiniert, Hygienekonzepte für Schulen zu erstellen. Dafür gibt es Fachleute, die durch das Kultusministerium entsprechend befragt und eingebunden werden sollten. Diese Frage gilt es ungeachtet der Beendigung haltloser Zustände durch voll alimentierte Freistellungen zu beantworten. Trotzdem haben Eltern wie auch alle anderen Steuerzahlenden ein Recht darauf zu erfahren, wie man gedenkt diese privilegierte Freistellungspraxis für Lehrer zeitnah zu beenden. Und darauf haben Sie offensichtlich auch nichts Konstruktives beizutragen. Der Verweis auf notwendige Infektionsschutzmaßnahmen trägt jedenfalls nicht als Rechtfertigung für diese Art fortgesetzter Entpflichtung von Lehrer*Innen bei vollem Lohnausgleich. Die Corona-Krise betrifft die gesamte Gesellschaft und jeder muss in verschiedenen Situationen Risiken in Kauf nehmen. Eine dermaßen privilegierte Behandlung von Lehrkräften, insbesondere im direkten Vergleich mit anderen Berufsgruppen bleibt inakzeptabel und lässt sich – wie auch Ihre Kommentare zeigen – nicht nachvollziehbar rechtfertigen. Eine Erklärung, warum es für manche Lehrer*Innen aus Gesundheitsgründen in der Coronazeit (die ggf. noch lange anhält) besser wäre, zu Hause zu bleiben lässt sich leicht finden. Eine Begründung, warum das nur für Lehrer*Innen gelten sollte jedoch eben nicht. Und das ist das Problem, wir können nicht alle fortgesetzt bei vollem Lohnausgleich aufhören zu arbeiten, auch wenn dann das Erkrankungsrisiko wesentlich reduziert würde. Maximaler Infektionsschutz im Rahmen der jeweiligen Gegebenheiten auf jeden Fall! Freistellung zum Ausschluss jedes Restrisikos definitiv nein!

    • „Darüber hinaus bin ich kein Hygieneexperte und dementsprechend auch nicht prädestiniert, Hygienekonzepte für Schulen zu erstellen. Dafür gibt es Fachleute, die durch das Kultusministerium entsprechend befragt und eingebunden werden sollten.“
      Es läuft so, wie immer: es gibt eine Vorgabe, dass von einer Lehrkraft in der Schule ein Konzept zu erstellen ist. Punkt.
      Wenn Fachleute des Landes eingebunden werden, können diese _Empfehlungen_ aussprechen. Die Umsetzung müsste über den Schulträger erfolgen, der dann auch die Kosten tragen muss und es entsprechend aussitzen oder auch ablehnen kann.
      Aus der direkten Praxis: Da bestreitet der Beauftragte des Schulträgers arbeitsschutzrechtliche Vorgaben, die der Beauftragte des Landes angemahnt hat, das Anbringen von Waschbecken in Klassenräumen (vor Corona) dauert Jahre oder wird für unnötig erachtet und in Neubauten eingespart, Reinigung von Räumen wird zusammengestrichen und preisgünstig an Putzfirmen abgegeben.

      Schule findet täglich statt und die Arbeitsbedingungen sind so schlecht, WEIL das Prinzip seit Jahrzehnten so ist und WEIL Lehrkräfte dort trotzdem arbeiten.
      Und Sie, M.S., fordern, dass Lehrkräfte uneingeschränkt in den Schulen arbeiten, unter Missachtung von Arbeitsschutz, Hygienevorschriften etc.
      Fordern Sie das für alle anderen Arbeitsgruppen auch?
      Lösen wir auch das Homeoffice aller anderen ArbeitnehmerInnen auf?

      Sie schreiben von „privilegierte Freistellungspraxis“ und „Entpflichtung von Lehrer*Innen bei vollem Lohnausgleich“ und „wir können nicht alle fortgesetzt bei vollem Lohnausgleich aufhören zu arbeiten“ und unterstellen damit, Lehrkräfte säßen unbeschäftigt zu Hause.
      Das ist unverschämt und völlig unbegründet!

      Lehrkräfte wurden zu Beginn alle ins Homeoffice gesetzt, es gab Vorgaben, dass sie möglichst NICHT ins Schulgebäude gehen sollten, mit Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts wurde zwar dieser zugelassen, anderes aber nicht.

      Lehrkräfte im Homeoffice erledigen auf Weisung der Schulleitung Aufgaben im Rahmen ihrer üblichen Tätigkeit (also unter Berücksichtigung von z.B. Teilzeit).

      Sie haben nicht aufgehört zu arbeiten, sie verrichten nur derzeit keine Aufgaben im Klassenzimmer in Anwesenheit von Schülerinnen und Schülern.
      Die in der Arbeitszeitstudie aufgeschlüsselten Tätigkeiten zeigen deutlich, dass sich im normalen Schulalltag 30-40% der Arbeitszeit von Lehrkräften auf den Unterricht im Klassenzimmer erstreckt, der andere Teil auf weitere Tätigkeiten.
      Es gibt unzählige außerunterrichtliche Aufgaben, die einen hohen Anteil an den Überstunden der Lehrkräfte haben, das Deputat selbst wurde in den letzten Jahren ja wenig oder gar nicht geändert.

      Unterstellen Sie anderen Arbeitnehmern im Homeoffice auch Untätigkeit und fordern, dass sie nicht entlohnt werden?

      P.S.:
      Was mir in der Praxis der Schulschließungen und des Lernens zu Hause auch sehr deutlich geworden ist: Der Unterricht im Klassenzimmer ist sehr differenziert. Auch das braucht Zeit und Vorbereitung, wird aber durch die Lehrkraft vorab und im Unterricht geleistet.
      Dies für das Lernen zu Hause umzusetzen, Aufgaben und Arbeitsaufträge sowie Erläuterungen für unterschiedlich begabte Schülerinnen und Schüler und für zieldifferent beschulte Kinder breitzustellen, zu begleiten, zu korrigieren und fördernde Rückmeldungen zu geben, ist eine Herkulesaufgabe!

      Die Kritik von allen Seiten, zuviele und zu wenige Aufgaben, zu viel und zu wenig Digitalisierung, zu viel und zu wenig Rückmeldung, zu viel und zu wenig Erreichbarkeit der Lehrkräfte anzumahnen, spiegelt einmal mehr, wie sehr sich viele allein an ihrem winzigen Erfahrungsbereich orientieren, die Komplexität von Schule aber nicht wahrnehmen wollen oder können.

      • Ja, ich fordere in der Tat überall dort Präsenz, wo diese untrennbar mit der Aufgabe verbunden ist, z. B. auch bei Polizei oder Pflege, bei medizinischer Versorgung und entsprechenden Dienstleistungen. In der Bildung ist meines Wissens ebenfalls eine regelmäßige Anwesenheit von Lehrern in Klassenzimmern mit Schülern gängige Praxis gewesen. Und dass die Alternativen definitiv nicht funktionieren, erlebe ich wie gesagt Tag für Tag…
        Deshalb, Home-Office immer dann gerne, wenn es die ursprüngliche Präsenz adäquat ersetzen kann, ansonsten ist sie fortgesetzt abzulehnen. Über die ersten Zeit, die Chaos-Phase rede ich hier im übrigen nicht, mehr geht‘s um die aktuelle und die perspektivische Dienstverrichtung.
        Es ist in der Tat bedenklich, wenn die Organisation von Schule wie von Ihnen beschrieben so defizitär erfolgte und erfolgt, dafür kann ich als Elternteil aber nichts und ich denke, ich verliere deshalb auch nicht meinen Anspruch auf bedarfsgerechte Bildung meiner Kinder. Vielleicht sollten Sie als Lehrkörper einfach mal einen Perspektivwechsel vornehmen, es würde Ihnen besser zu Gesicht stehen, als blind offensichtlich Privilegierungen zu verteidigen. Und nochmal, Sie brauchen mir die Realität nicht zu erklären, es stimmt sehr wohl, dass einige Lehrer aktuell ihr dienstliches Dasein in ihrer Freistellung mit den von mir dargestellten Minimalaufgaben wie z. B. Übermitteln von Aufgabenblättern und monatliche Zusendung eines Elternbriefs fristen, mir hier aus der Ferne die Unwahrheit zu unterstellen ist die eigentliche Frechheit, ich erlebe es seit mehreren Monaten!

        • „Es ist in der Tat bedenklich, wenn die Organisation von Schule wie von Ihnen beschrieben so defizitär erfolgte und erfolgt, dafür kann ich als Elternteil aber nichts und ich denke, ich verliere deshalb auch nicht meinen Anspruch auf bedarfsgerechte Bildung meiner Kinder.“

          Ja. Fordern können Sie ganz viel!
          Dann fordern Sie das doch bitte an zuständiger Stelle und unterlassen die Unterstellungen hinsichtlich Freistellung von Lehrkräften. Die vermeintlich offensichtlichen Privilegierungen kann ich nicht erkennen, wohl aber die Missachtung von Arbeits- und Gesundheitsschutz in Schulen.

          Es ist Ihr Erleben, dass EINE Lehrkraft für sie nicht erreichbar und nicht präsent erscheint.
          Ob sie erkrankt ist, woran auch immer, vom Präsenzunterricht freigestellt wurde oder ob sie andere Aufgaben übernehmen musste, wissen wir alle nicht.
          Wie man ohne Kenntnisse darüber aber behaupten kann, Lehrkräfte würden nicht arbeiten, erschließt sich mir nicht.

          • SIE wissen es nicht und unterstellen mir dasselbe. Und ich habe betont, es geht hier nicht um eine Lehrkraft sondern um eine von der Schulleitung bestätigte grundsätzliche Verfahrensweise. Somit sind kritischen Äußerungen auch nicht wie von Ihnen angemahnt Unterstellungen sondern verifizierte Zustandsbeschreibungen. Und diese zu äußern sollte an dieser Stelle möglich sein, auch wenn es Ihnen persönlich nicht gefällt. Auch weiß ich um die konkrete Vorerkrankung, die zur Vulnerabilität i. S. Corona führt, werde sie hier aber nicht am konkreten Einzelfall benennen. Um welche Fallgruppen es hier grundsätzlich geht, können Sie einem meiner anderen Kommentare gern entnehmen. Schade, dass Sie eine Privilegierung hier nicht erkennen können, im Abgleich mit vielen ebenfalls betroffenen Eltern sind Sie da die Ausnahme. Aber die vertreten Sie hier ja auch nicht, sondern ganz offensichtlich die Lehrerschaft.

          • Tatsächlich gab und gibt es seitens des Kultusministeriums Vorgaben und Anweisungen, wer aus welchen Gründen im Homeoffice arbeiten soll oder muss. Diese Erlasse sind in meinem Bundesland auf den Seiten des Ministeriums veröffentlicht. Man kann sich dort informieren über Pflichten und Aufgaben der Lehrkräfte.

            Die Freistellung und Untätigkeit dieser Lehrkräfte entstammt Ihrer Annahme und Behauptung. Verifiziert ist da nichts. „Was sie zu Hause machen, kann ich natürlich nicht bewerten“ (M.S., 11.7., 8:09)

            Es ist immer wieder erstaunlich, wie stark verbreitet die Ansicht ist, Lehrer würden Präsenzunterricht erteilen, hätten davon abgesehen aber keinerlei Aufgaben.

            Gleichzeitig stellen Sie Forderungen, den Arbeits-, Gesundheits- und Datenschutz bei Lehrkräften zu missachten, weil es Ihrer Meinung nach unnötige Privilegien seien.
            Hoffentlich lesen das nicht zu viele Arbeitgeber!
            Die Kultusministerien versuchen schon das ihre, weiterhin die Fürsorge und den Schutz der Lehrkräfte kostenneutral zu halten. Da kommt Ihre Schützenhilfe gerade recht!

    • Nun möchte ich auch noch etwas zum Vorwurf der „voll alimentierten Freistellungen“ anmerken. Zum einen herrscht Attestpflicht für Kolleginnen und Kollegen, die ein besonderes Risiko für eine schwere Infektion haben. Zum anderen sind diese Kollegen nicht von der Arbeit befreit, sondern vom Präsenzunterricht, d.h. sie stehen nicht selbst vor der Klasse. Ich habe eine Kollegin an einer Realschule, die an Krebs erkrankt war und nun zwar die zu haltenden Stunden plant und vorbereitet, ein anderer Kollege geht aber in die Klasse. Sie selbst korrigiert ganz normal die geschriebenen Arbeiten, bereitet Arbeitsblätter vor usw. Sie ist auch selber jeden Tag in der Schule, eben nur ohne den direkten Schülerkontakt bzw. nur mit kleinerer Gruppe, wo der Abstand gut eingehalten werden kann. Also wo ist das Problem? Es gibt sehr viele Dinge, die die Kollegen den anderen abnehmen, während diese dafür in den Unterricht gehen. Ich betone also noch einmal, dass Lehrer nicht freigestellt sind im Sinne von „nicht arbeiten“, sondern dass hier lediglich aus Gründen des Gesundheitsschutzes eine Umverteilung von Arbeit erfolgt. Mag sein, dass das mitunter anders scheint für Außenstehende, aber wer da nicht direkt drin ist im Geschehen, sollte mit vorschnellen Urteilen vorsichtig sein. Aber leider ist pauschales Lehrerbashing gerade mal wieder angesagt.
      Mal abgesehen davon sollte es in Jedermanns Interesse sein, dass die überalterte Lehrerschaft gesund bleibt, denn sonst drohen bei dem sowieso schon eklatanten Lehrermangel noch größere Probleme bezüglich Unterrichtsausfall usw.

  37. @Gustav: Ich hatte nicht auf Ihren Kommentar geantwortet, sondern auf den von „Konfutse“. Ihrer Argumentation kann ich zwar folgen, erkenne aber nicht wirklich, wo genau der Widerspruch zu meiner Position besteht. Infektionsschutz in der Schule erkenne ich ebenfalls als fundamental wichtig an, Freistellungen lehne ich hingegen ab.

    • @M.S.
      Freistellung …

      „Freistellung (Suspendierung) bezeichnet im Arbeitsrecht die einseitige Anordnung des Arbeitgebers oder eine einvernehmliche Vereinbarung zwischen den Parteien des Arbeitsvertrages, einen Arbeitnehmer von der Pflicht zur Erbringung seiner Arbeitsleistung dauerhaft oder zeitweise zu entbinden.“
      Das sagt Wikipedia.

      Ich bin nicht versiert im Hinblick auf Arbeitsrecht. Ich möchte das auch gar nicht vortäuschen.
      Aber ich bin mir immerhin sicher, ich könnte niemals für eine unbestimmte (!) Anzahl von Personen (hier: LehrerInnen) behaupten, ein sachlich fundiertes Urteil in dieser Angelegenheit fällen zu können.
      Schon mehrfach war in diesem Forum – auch unter dem Ausgangsartikel – zu lesen, dass LehrerInnen durchaus im Homeoffice tatsächlich gearbeitet haben.

      Das hat u. a. auch Palim um 13:52 Uhr noch einmal sehr detailliert und nachvollziehbar dargelegt.
      Übrigings: Dank dafür an Palim.

      Dennoch antworten Sie direkt darauf wieder mit „Freistellung“.
      Es ist schlichtweg nicht angebracht, immer wieder von „Freistellung“ zu reden, weil dies faktisch nicht zutrifft.
      Wenn es in – Ihnen bekannten und stichhaltig nachweisbaren – Einzelfällen zutreffen mag, dann könnte es ratsam sein, auch genau dort anzusetzen.

      Wer Zuhause auf der Fensterbank die Blumen gießt, kann ja auch nicht hoffen damit irgendwo auf einem anderen Kontinent einen Waldbrand löschen zu können.
      (Tut mir leid, aber das war jetzt Sarkasmus. Als kleine „Falle“, um die Aufmerksamkeit zu lenken. Ich hoffe, das wird nicht mehr vorkommen, weil es nicht mehr nötig sein wird.)

      • Was einige nicht verstehen können oder wollen, ist die Tatsache, dass den Ländern zunächst nichts anderes übrig blieb, als den Präsenzunterricht auszusetzen. Da eine solche Situation unvorstellbar gewesen ist, gab es auch keine entsprechenden Konzepte oder Vorbereitungen, wie das „Lernen auf Distanz“, das eben kein Fernunterricht ist, von statten gehen sollte Ohne den Einsatz privater IT-Ausstattung wäre es überhaupt nicht gegangen. Dabei ist die Verwaltung von schülerbezogenen Daten, wozu auch die Kontktdaten wie Email-Adresse oder Telefonnummer der SuS gehören, auf privaten Rechnern bzw. Telekommunikationsendgeräten unter Strafanfrohung verboten. Hinzu kamen die administrativen Vorgaben, nur wiederholende Übungen, nur Fächer der Fächergruppe I, keine Leistungsüberprüfungen und erst recht keine Leistungsbewertung, Versand per Email. Somit mussten am letzten Präsenztag vor Ostern erst einmal die Email-Adressen in aller Eile aktualisiert werden.

        Nach den osterferien wurde dann in NRW als erstes die die Aussetzung der Dienstverpflichtung von Lehrkräften der verschiedenen Risikogruppen, die ja der Dienstherr angeordnet hatte, aufgehoben. Die vom Präsenzunterricht entbundenen Lehrkräfte konten folglich für sonstige dienstliche Aufgaben (Verwaltung), Aufsichten und Prüfungen (Abschlussjahrgänge) eingesetzt werden. Nach den Abi-Prüfungen und den Zp10 wurde der Präsenzunterricht auf alle Jahrgänge in einem rollierenden System angeordnet und die Befreiung der Risikogruppen vom Präsenzunterricht aufgehoben und die attestpflicht eingeführt. Wegen des Abstandsgebotes von mindestens 1,50 Metern mussten die Klassen gedrittelt werden, da die Raumgrößen nicht mehr her gaben. Für die unterrichtliche Versorgung der Lerngruppen (10 bis 12 SuS) mussten schon alle vorhandenen Lehrkräfte eingesetzt werden, dei zusätzlich zum Präsenzunterricht zusätzlich ihre anderen Lerngruppen mit Materialien versorgen mussten.

        Wären lehrkräfte in dieser zeit bei vollen bezügen defacto und de jure „freigestellt“ gewesen, hätte überhaupt kein Unterricht stattgefunden.

  38. @M.S.
    Weshalb reden Sie immer von Freistellungen? Eine Freistellung ist die Entbindung von allen Arbeitsaufgaben bei vollem Lohnausgleich. Freistellungen gibt es häufig nach Kündigungen, da der Arbeitgeber nicht will, dass der ausscheidende Arbeitnehmer noch weiter an seinem Arbeitsplatz bleibt und dort eventuell „Schaden“ verursacht.
    Davon kann aber in der Schule nicht die Rede sein. Auch wenn kein Präsenzunterricht stattfand, gab es Dienstzeiten und Dienstpflichten. Sicherlich gab es bei den Lehrkräften solche, die mehr eingespannt waren und solche, die eben weniger Verpflichtungen hatten. Das lag und liegt zum Teil an den Unterrichtsfächern, da waren eben die Lehrkräfte mit den Kernfächern mehr gefordert als die Lehrkräfte mit den praktischen Unterrichtsfächern.

    • Nun ja, ich antworte nun abschließend und zusammenfassend auf die in unterschiedlicher Ausprägung offensichtliche Betroffenheit der anwesenden Lehrerschaft auf den von mir gewählten Begriff „Freistellung“. Mein Anspruch war es nicht, eine juristische Abhandlung durchzuführen, ich wollte lediglich einen passenden Begriff für das durch MICH in unserem persönlichen Schulumfeld beobachtete und verifizierte Verfahren wählen, in dessen Rahmen Lehrer*Innen bei vollem Lohnausgleich von ihrer Aufgabe des Erbringens von Präsenzunterricht entbunden wurden und werden und stattdessen zu Hause verweilen. Die „Home-Office“-Arbeiten, die sie für den Bedarfsträger Schüler erbringen, erschöpfen sich im Kopieren und übermitteln von Übungsaufgaben, der Präsenzunterricht erfolgt durch Vertretungen in stark reduzierter Form. Im Ergebnis ist ein erheblicher Mehraufwand durch elterliche Unterstützung bei der Bearbeitung von Aufgabenblättern zu Hause erforderlich, eine Kompensation der im Rahmen der „Freistellung“ nicht erbrachten Dienstzeit ist weder von außen ersichtlich, noch wird sie auf Nachfrage des Elternbeirats bei der Schulleitung erklärt. Argumentiert wird hier (durch die Schulleitung) ausschließlich mit dem erhöhten Risiko für einen schweren Corona-Verlauf bei sog. „vulnerablen Lehrer*Innen“. Eine Kompensation der nicht erbrachten Dienstzeit wird vor diesem Hintergrund explizit nicht gefordert! Und auch um diesen Begriff zu konkretisieren, vulnerabel ist hier bei weitem nicht nur der Krebskranke, sondern auch Betroffene von häufigen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Hypertonie, oder auch raucherspezifischen Erkrankungen der Atemwege. Im Übrigen genügt für die erforderliche Einstufung ein einfaches ärztliches Attest, eine amtsärztliche Begutachtung ist explizit nicht erforderlich. Und selbst diese Minimalvoraussetzung gilt erst seit kurzer Zeit, zuvor durften die Beamt*Innen selbst bewerten, in wie weit bei Ihnen (oder den in ihrem Haushalt lebenden Personen!) eine entsprechende Vulnerabilität vorliegt, die ihnen eine Erbringung von Präsenzunterricht unmöglich macht. Soviel abschließend von meiner Seite zu den sachlichen Hintergründen für das hier von mehreren Seiten direkt oder indirekt kritisierte Lehrer*Innen-Bashing. Manchmal würde es auch Lehrkräften gut zu Gesicht stehen, die Fakten ehrlich zu reflektieren, anstatt reflexartig die Opferrolle einzunehmen. Das dargestellte Verfahren der „Freistellung vulnerabler Lehrer*Innen“ (übrigens die exakte Formulierung der Schulleitung für die Wikipedia-zitierende anwesende Lehrerschaft…) muss jedem OBJEKTIVEN Betrachter als klare Privilegierung der Lehrerschaft im Vergleich zu vielen anderen Berufsfeldern erscheinen, das wegzudiskutieren ist unseriös, unehrlich und erweist m. E. den weiterhin unstrittig ihren Dienst erbringenden Mehrheit der Lehrerschaft einen Bärendienst. Ich hoffe, dass ich mit dieser Bewertung auch auf einer natürlich stark Lehrer*Innen-lastigen Internetpräsenz auf Verständnis oder gar Zustimmung stoße, wie gesagt, der Rest der Bevölkerung ist für und nicht gegen Sie, Exzesse und Fehlentwicklungen sind aber offen und ehrlich zu thematisieren, Fehlverhalten und durch eine Minderheit zu Unrecht und zu Lasten der Gemeinschaft in Anspruch genommen Privilegien sind abzustellen.
      @Denkmal: Keine Sorge, ich setze insbesondere auch ganz direkt in meinem Umfeld mit dieser Kritik an, da von dort (Schulleitung) aber explizit auf die gültige Landeserlasslage bzw. -Verfahrensweise verwiesen wird, steht meine allgemeine Kritik m. E. sehr berechtigt an dieser Stelle. Nicht angebracht ist an hingegen vielmehr, durch Unterstellung eines Einzelfallproblems die dargestellte Verfahrensweise unsachlich zu relativieren…

      • Das Wort „vulnerabel“ taucht in den Vorgaben des Ministeriums meines Bundeslandes auch auf. Da wurde festgelegt, wer warum zu welchen Bedingungen vom Präsenzunterricht freigestellt werden kann.
        Ein ärztliches Attest musste in unserem BL gleich zu Beginn vorgelegt werden, also im März.

        Die amtsärztlichen Begutachtungen wären nicht zu realisieren gewesen, gerade weil das Gesundheitsamt durch die Pandemie genug zu tun hatte. Da konnten ja schon die Einschulungsuntersuchungen nicht überall stattfinden, Begutachtungen von Lehrkräften in Wiedereingliederung übrigens auch nicht.

        Das Privileg kann ich noch immer nicht erkennen. Der Arbeitgeber sieht sich generell nicht in der Lage, den gängigen Arbeitsschutz in Schulen zu gewährleisten, sonst nicht und jetzt auch nicht.
        Statt für alle Lehrkräften angemessene Arbeitsbedingungen zu schaffen, werden zumindest in dieser Situation die Lehrkräfte mit ärztlich bestätigten Vorerkrankungen und entsprechend höherem Risiko für diese Situation aus dem Präsenzunterricht genommen.

        Es ist schon erstaunlich, dass Eltern sich nun, da ihre Kinder zu Hause die von der Schule gestellten Aufgaben bearbeiten, um fehlende personelle Ausstattung in der Schule sorgen.

        Wie wird es sein, wenn angesichts des bundesweiten Lehrkräftemangels demnächst weit häufiger Lernen zu Hause bestimmt wird, da die Klassen nicht mehr zu besetzen sind? In Niedesachsen ist dies bereits für das kommende Schuljahr für Klasse 7-13 vorgesehen.

  39. Ist es denn zu glauben? Das Infektionsschutzgesetz ist ein Grundlagengesetz. Wenn es zu einem epi- oder pandemischen Infektionsgeschehen kommt, wird nach Maßnahmen gesucht, um dieses einzudämmen. Diese Maßnahmen sind aktuell Menschenansammlungen meiden, deshalb waren z.B. Schulen geschlossen und Fußballspiele abgesagt. Weitere Maßnahmen sind Abstand und MNS. Diese Maßnahmen gelten für alle! Die Pandemie soll eigedämmt werden! Jede Person hat ein Recht durch diese Maßnahmen geschützt zu werden. Und jetzt fragt ihr euch wie das in meinem Job geht? Mein Arbeitgeber kann mir den gesetzlich vorgeschriebenen Schutz nicht voll bieten, da das Abstandsgebot nicht eingehalten werden kann. Er muss mir alternativ dann den bestmöglichen Schutz gewährleisten, aktuell z.B. zur FF2 Maske ein Visier für Tätigkeiten, bei denen es zu Flüssigkeitskontaminationen kommen kann. Diese Pflicht hat er mir und der Gesellschaft gegenüber. Wir wollen die Pandemie ja eindämmen um insbesondere Menschen mit Risikofaktoren vor schweren Verläufen zu schützen! Die Maßnahme Menschenansammlung meiden kollidierte mit dem Recht auf Religionsfreiheit und mit dem Recht auf Bildung. Daher haben wir für beide Bereiche, immer unter Berücksichtigung der infektionszahlen, die sehr wichtigere Maßnahme Meidung von Menschenansammlungen aufgehoben. Die Konsequenzen folgten prompt, z.B. Masseninfektionen nach Gottesdiensten, Infektionen in Schulen und in der häuslichen Umgebung der schüler etc. Jetzt kann man streiten, ob das Recht auf Bildung nur durch Homeeschooling zu verwirklichen ist (dieser Meinung ist eine Freundin von mir, allerdings hat sie auch verständige lernbereite Kinder und ist selber fit genug für den Schulstoff). Für die Eindämmung der Pandemie wäre das natürlich an besten. Da sich einige Eltern dem Homeshooling nicht gewachsen fühlen und dieses Homeschooling von seiten einiger Lehrer ja auch nicht immer geklappt haben soll, soll jetzt voll Anwesenheitsunterricht stattfinden. Durch diese Vollanwesenheitsbeschulung entsteht eine Situation, die wir eigentlich unbedingt vermeiden wollten: Viele Personen in einem kleinen Raum bei einem Virus welches sich unbemerkt überträgt! (Personen sind dann infektiös wenn sie es nicht merken) Da Schulgemeinschaften sich täglich sehen sollen, wird das mit dem Unterbrechen der Infektionsketten auch schwierig! Nun sind auch Personen in der Schule, die zur einer Risikogruppe gehören oder Risikoangehörige haben und natürlich müssen diese geschützt werden! Da der beste Schutz das Meiden von Menschenansammlungen ist, sollten sie außerhalb dieser arbeiten. Ich persönlich kenne niemanden der daran zweifelt. Wir können doch nicht erwarten, dass u. U. Menschen sterber, weil Eltern, aus welchen Gründen auch immer, auf Anwesenheitsunterricht bestehen. Hinzu kommt, dass wegen der räumlichen Enge die andere Maßnahme Abstand auch nicht mehr eingehalten werden kann, und stimmt es, dass Schüler keine Masken tragen müssen? Damit wären alle im Raum komplett schutzlos. So eine Situation hat das medizinische Personal nicht!!! Mir fällt keine einzige Berufsgruppe ein, für die alle 3 Maßnahmen aufgehoben wurden! Welche Ersatzmaßnahmen eignen sich für diese Situation? Wie kann da Infektionsschutz überhaupt noch gewährleistet werden? Als Krankenschwester und als Mutter kann ich mir die Idee Vollanwesenheitsbeschulung bei Sars Cov 2 nicht erklären! Haben Sie jetzt bitte keine Angst, dass sich hier jemand ablabern möchte, Ich möchte, dass die Lehrer auf ihre Rechte bestehen, deshalb eine kleine Geschichte aus meinem Leben: Als ich sehr jung war, habe ich im Infektionsbereich, speziell HIV, gearbeitet. Damals war vieles über die Erkrankung noch unbekannt und wir hatten wenig wirksame medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten. Zahlreiche Patienten haben also das Vollbild AIDS entwickelt und sind daran verstorben. Man nahm an, dass Schwererkrankte sehr infektiös seien. Wir hatten daher alle Angst! Unser Arbeitgeber hatte uns Handschuhe zur Verfügung gestellt. Wir Krankenschwestern hatten uns aber über geprüfte Handschuhe informiert und waren auf die der Firma Hartmann aufmerksam geworden. Diese Handschuhe kosteten sehr viel mehr und wir wollten diese huten Handschuhe aber haben! Unser Arbeitgeber hat sich gesträubt. Wir haben ihn auf seine Pflicht zum bestmöglichen Schutz hingewiesen und auch Anspielungen gemacht, wenn das jetzt nicht passiere, dann könnten wir ja auch gehen und… schwuppdiwupp war das Lager mit teuren hochwertigen Hartmann-Handschuhen gefüllt. Wie ist das jetzt mit euch Lehrern? Von euch wird verlangt, auf alle 3 Infektionsschutznassnahmen zu verzichten! Anstatt sich für diesen unverschämten Anspruch an euch zu entschuldigen, werdet ihr immer wieder in eine Situation geredet, wo ihr euch für das was während des Lockdowns die meisten Menschen machen mussten, nämlich Homeoffice, entschuldigen müsst. Findet ihr das nicht komisch? Ihr rechtfertigt euch für Maßnahmen, die für andere berufliche Bereiche auch getroffen worden sind. Die meisten sind noch immer im homeoffice.
    Im Krankenhaus ist es üblich, dass Kollegen, die sich die Versorgung von bestimmten Patientengruppen nicht mehr zutrauen, wenn möglich in andere Bereiche wechseln können. Krank sein, angst haben, das nehmen wir sehr ernst! Wir wollen ja Arbeitskraft erhalten und nicht zerstören. Von daher verstehe ich die Diskussion um ältere oder ängstliche Lehrer jetzt nicht – natürlich wären sie im Homeoffice am besten aufgehoben.
    Worüber ich mich auch immer wundere, sind Eltern, die ihre Anfeindungen gegenüber Lehrern, damit begründen, dass sie mit der Begleitung des Homeschoolings „komplett am Ende“ gewesen wären, und das auch bei Grundschülern! Oje, oje oje… Meine Kinder fanden, wie die meisten ihrer Kumpels übrigens auch, dass ihre Mamas immer die besten Lehrerinnen waren (zumindest war das bis Jg. 8 oder 9. so). Was ja keinen wundert, denn keiner kennt das Kind so gut wie seine Mama und daher weiß die ja auch über welche Antenne welches ihrer Kinder am besten lernt.
    Für Außenstehende ist die Situation um Schule besorgniserregend, aber auch extrem komisch. Alle wollen was von den Lehrern. Ihr sollt die Kinder unterrichten, betreuen… Dafür sollt ihr eure Gesundheit, die eurer Lieben und auch die der Schüler etc. aufs Spiel setzen. Ihr habt die professionelle Kompetenz, ohne euch läuft nichts. Erklärt das doch mal eurem Arbeitgeber und vor allen Dingen auch den Eltern: Beste Unterrichtsqualität nur bei bestmöglichsten Infektionsschutz. Sonst macht ihr eigene Schulen, in denen es zu euren Konditionen läuft, auf.

    • Recht einseitige Sichtweise in einer Situation, in der überall die Maßnahmen gelockert werden. Ansammlungen im ö. Raum ohne Einschränkungen bis 20 Personen, private Feiern bis 100 Personen ohne jegliches Hygienekonzept, Veranstaltungen bis 250 bei festen Sitzplätzen und festgelegtem Programm. Ich erkenne nicht, worin sich Schulunterricht in festen Klassenverbänden hier so fundamental unterscheiden soll. Aber wie gesagt, man kann auch einfach weiterhin so tun, als hätte sich am Infektionsgeschehen seit März dieses Jahres nichts geändert und bis zu einer (wann auch immer vielleicht zur Verfügung stehenden) Impfung, am Prinzip der Freistellung vulnerabler Personen festhalten. Eine Privilegierung bleibt es trotzdem und auf Akzeptanz stößt sie nach meiner Erfahrung auch nicht mehrheitlich, auch wenn das auf einer Lehrerplattform wie dieser vielleicht so aussehen mag.
      Und über die These, Mamas bzw. Eltern wären die besten Lehrer, kann ich nur den Kopf schütteln, diese Bewertung teilt in unserem Umfeld niemand und keine Sorge, wir haben grundsätzlich ein gutes Verhältnis zu unseren Kindern. Aber wie bereits ein Lehrer in dieser Kommentarfolge selbst erklärt hat, sind Eltern eben in keinem Fall die besseren Lehrer. Die Relativierung der offensichtlich weit verbreiteten Schwierigkeiten von Eltern mit der Übernahme des Lehrauftrags erscheint mir vor diesem Hintergrund nicht nur ignorant sondern auch anmaßend, aber das nur am Rande…

      • Infektionsgeschehen, laut RKI:
        9.3.: 346 gemeldete Fälle
        9.7.: 402 gemeldete Fälle

        „Aber wie gesagt, man kann auch einfach weiterhin so tun, als hätte sich am Infektionsgeschehen seit März dieses Jahres nichts geändert…“

        Gibt es eigentlich Daten dazu, wie viele ArbeitnehmerInnen weiterhin in Kurzarbeit oder im Homeoffice sind?

        Und gibt es auch Daten darüber, wie vielen Personen im Homeoffice die Bezüge gekürzt wurden, weil man ihnen unterstellt, sie würden ihrer Arbeit nicht nachkommen?
        Schlagen Sie, M.S., das doch mal in Ihrem Unternehmen vor, wo es doch so unfair ist, dass manche Menschen in der Firma arbeiten müssen und andere nicht einmal zur Arbeit kommen.

        • Die Zahlen stimmen zwar, haben hinsichtlich der von Ihnen unterstellten Vergleichbarkeit der Entwicklung des Infektionsgeschehens zu Beginn des Geschehens und aktuell in Deutschland leider NULL Aussagekraft, Sie verzerren hier offensichtlich bewusst die Realität. Ergänzend daher: 19. März: 2.801; 27. März: 5.780; 10. April: 5.323…
          DAS war das Niveau, auf dessen Grundlage entsprechende Sofortmaßnahmen nachvollziehbar waren. Zum Vergleich aktuell: seit 9. Mai nie mehr über 1.000 Neuinfektionen, klammert man die regional begrenzten Ausbrüche in bekannten Hochhaussiedlungen oder Schlachthöfen aus, eher im Bereich unter 500…
          Also bitte keine Taschenspielertricks in Bezug auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens in Deutschland, das hat sich seit Beginn der Pandemie, als auch harte Maßnahmen absolut gerechtfertigt waren, deutlich und nachhaltig entspannt, ich denke hierzu gibt es keine zwei unterschiedlichen seriösen Meinungen.
          Und auch Ihr Sarkasmus zum Thema Home-Office ist unangebracht. Wenn Home-Office TATSÄCHLICH Substitution für ausbleibende Präsenzarbeit ist, sind Minderungen der Besoldung nicht angezeigt (diese Art von Home-Office hatte und hat ja auch außerhalb der Coronazeit jederzeit Berechtigung). Bei meinen kritisierten Beispielen geht es – wie bereits umfänglich und wiederholt beschrieben – um FREISTELLUNGEN ohne nennenswerte Kompensation der Fehlzeiten! Und nur indem sie de facto Freistellungen als Home-Office betiteln, werden selbige nicht automatisch tatsächlich dazu…
          Und Kurzarbeit geht ausnahmslos mit erheblichen Kürzungen der Vergütung einher, taugt also eher zur Unterstützung der These, dass bei Freistellungen von Lehrer*Innen analog zu verfahren ist, sicher nicht um zur Rechtfertigung de facto freigestellter Lehrer*Innen mit dem Finger auf andere zu zeigen.
          Vielleicht nehmen Sie einfach Abstand davon, die von mir kritisierten Fallbeispiele umzuwandeln, um sie für ihre Argumentation passend zu gestalten bzw. weiterhin Parallelen in anderen Berufsfeldern anzuführen, die in wesentlichen Bereichen eben nicht vergleichbar sind?
          Vielen Dank!

      • M s,
        danke für Ihre unaufgeregte Reaktion auf meinen Kommentar. Wie gut, dass wir in 2 sehr unterschiedlichen Welten leben. In meiner zweifelt niemand an der Freistellung „vulnerabler Personen“, zumal diese Freistellung nicht bedeutet, dass diese nicht arbeiten. Es soll ja Risikokinder und auch nicht wenige Eltern, die keinen Anwesenheitsunterricht für ihre Kinder wünschen, geben. Wer leistet denn das Homeschooling für diese Gruppen?
        In meiner Umgebung sind noch die meisten im Homeoffice. Die Universitäten meiner Kinder haben sogar für das nächste Semester keine Präsenzlehre, nur Videokonferenzen, geplant. Gefällt meinen Kindern auch nicht, aber die Unis sind nur konsequent und meiden Menschenansammlungen. Können Sie mir zwei Fragen beantworten: Was könnte der Unterschied zwischen einer Menschenansammlung bei einer privaten Feier und der Menschenansammlung in einer Schule sein? Ich gebe die Stichworte Persönlichkeits- und Freiheitsrechte.
        „Darüber hinaus gibt es viele weitere Berufe, die vergleichbare oder noch größere Infektionsrisiken mit sich bringen, die Ausübenden aber trotzdem nicht einfach in die Freistellung gehen können.“ Welch ein Satz aus Ihrer Tastatur! Gerichtet offensichtlich an einen Menschen, der sich um seine Gesundheit sorgt. Was könnte eine Krankenschwester wohl daran empören? Wenn Sie in der Lage sind, mir diese beiden Fragen zu beantworten, werde ich mich vielleicht mit Ihnen weiter unterhalten.

    • Eins noch, ich arbeite in einer großen Verwaltungsorganisation mit insgesamt rund 2.500 Mitarbeitern. Von denen befinden sich aktuell noch knapp 40 (!) im (sinnvollen weil die fehlende Präsenz voll kompensierenden) Home-Office. Soviel zu der steilen These, grundsätzlich wären „die Meisten aktuell immer noch im Home-Office“. Dem ist zum Glück in keinster Weise so, da es neben dem Infektionsschutz für unsere Gesellschaft eben auch noch andere wichtige Bindungen gibt, die eine vergleichbare Wertigkeit besitzen, wie z. B. eine funktionierende Wirtschaft oder eben auch sachgerechte Bildung…

    • Ganz herzlichen Dank!
      Ich (Lehrer an einer Gemeinschaftsschule 1-10) und sehr viele meiner Kollegen sehen das GENAU SO!!
      Ich habe auch große Bedenken, dass unser großer Sohn sich in der Schule und damit uns und seine kleine Schwester (3 Monate)zu Hause ansteckt.
      Die totale Öffnung von Schulen wird in einem vermeidbaren Desaster enden.

      • Genau das ist auch mein Problem. Ich selbst bin Lehrerin und gehöre zur Risikogruppe, habe ein Attest und war aber den Ferien ( freiwillig) komplett im Unterricht, seitdem meine Klasse wieder da war. Ich habe durchgehend eine FFP2 Maske getragen und fühle mich damit recht sicher. In meinem Haushalt leben meine Eltern beide vorerkrankt und über 80. Meine Angst besteht nicht darin, dass ich mich nicht In der Schule schützen kann. Aber was ist mit meinen Kindern? Meine Kinder Grundschule und Gymnasium sind bis zu den Ferien im Homeschooling gewesen. Problemlos. Nun werden sie wieder zur Schule gehen in volle Klassen ohne Schutz. Wie schütze ich mich und meine über 80 jährigen Eltern jetzt, wenn meine Kinder aus ihrer Kohorte (denn darauf lässt man es ja ankommen) das Virus mit nach Haus bringen? Bei uns In Nieders. wird die Schulpflicht wohl nicht ausgesetzt. Ich dürfte als Risikopatient zu Haus bleiben, das nützt mir nichts, wenn meine Kinder es mir direkt nach Haus bringen.

  40. @M.S.

    Ich beziehe mich im Folgenden ausschließlich auf die Beiträge unter dem Artikel „Eisenmann hebt die Schulbesuchspflicht fürs kommende Schuljahr auf“

    1)
    Wir leben in einem Land, in dem es glücklicherweise Meinungsfreiheit für alle gibt.
    Jedoch ist es in der Regel eine gute Idee, sich den Unterschied zwischen Meinung und Fakten von Zeit zu Zeit einmal zu vergegenwärtigen.
    Für das Individuum ist es einfach eine feine Sache.
    Sobald das Individuum in Kontakt mit Anderen tritt – womöglich zum Zwecke der respektvollen und später unter Umständen zielführenden Kommunikation – ist es unabdingbar.

    In diesem Zusammenhang haben einige Mitmenschen hier – wohlbemerkt aus verschiedenen Berufsgruppen – Ihre Ansichten geäußert.
    Oft auch derart, dass sich bei Interesse die Grundlage der Ansichten nachvollziehen lassen, so werden Meinungen durch Fakten gestützt: Quellenverweise auf z. B. Ministerien und Erlasse oder auch sehr geduldige und sachliche Darstellungen von Hintergründen. Diese kamen zumeist von Menschen, denen die Hintergründe bekannt sind – ja bekannt sein müssen. Diese Menschen sind … natürlich Lehrer.
    Wie überraschend kann es sein, wenn man in einem Forum für LehrerInnen (darauf verweist ja schon der Name „news.4teachers.de“) tatsächlich auf Lehrer trifft?
    Aber wie bereits gesagt: Es gibt auch offensichtlich auch Nicht-LehreInnen in diesem Forum.

    2)
    Stets halten Sie an Ihrer Meinung fest.
    Das ist in Ordnung, vgl. 1).

    3)
    Die ebenfalls unter 1) genannten sachlichen Beiträge retournieren Sie im immer gleichen Muster:
    Festhalten an der eigenen Meinung.
    Zügige Gegenrede.

    Auch das ist in Ordnung, vgl. 1).

    Schade ist allerdings, dass dabei mehrfach den anderen Teilnehmern etwas unterstellt wird, nachfolgend nur eine kleine Auswahl an Highlights (?):
    I.)
    „Recht einseitige Sichtweise“ sowie „Ignoranz und Anmaßung“ (M. S. 12. Juli 2020 um 13:56)
    „Die Relativierung der offensichtlich weit verbreiteten Schwierigkeiten von Eltern mit der Übernahme des Lehrauftrags erscheint mir vor diesem Hintergrund nicht nur ignorant sondern auch anmaßend, aber das nur am Rande…“ (M. S. 12. Juli 2020 um 13:56)
    II.)
    „Unterstellung“ und „unsachlich relativieren“ (M. S. 11. Juli 2020 um 16:04)
    „@Denkmal: Keine Sorge, ich setze insbesondere auch ganz direkt in meinem Umfeld mit dieser Kritik an, da von dort (Schulleitung) aber explizit auf die gültige Landeserlasslage bzw. -Verfahrensweise verwiesen wird, steht meine allgemeine Kritik m. E. sehr berechtigt an dieser Stelle. Nicht angebracht ist an hingegen vielmehr, durch Unterstellung eines Einzelfallproblems die dargestellte Verfahrensweise unsachlich zu relativieren.“
    III.)
    M. S. 11. Juli 2020 um 16:04:
    „Manchmal würde es auch Lehrkräften gut zu Gesicht stehen, die Fakten ehrlich zu reflektieren, anstatt reflexartig die Opferrolle einzunehmen.“
    Sehr geehrter M.S.,
    nur als Impuls, wohlwissend, dass Sie keine Lehrkraft sind: Was könnte Ihnen
    in diesem Zusammenhang gut zu Gesicht stehen?
    Und weiter in: M. S. 11. Juli 2020 um 16:04:
    „Das dargestellte Verfahren der „Freistellung vulnerabler Lehrer*Innen“ (übrigens die exakte Formulierung der Schulleitung für die Wikipedia-zitierende anwesende Lehrerschaft…)“

    Ich habe das einmal genau geprüft (FAKTENCHECK Teil 1, ja, nur auf diese Seite bezogen): Die einzige (!) Erwähnung und das einzige Zitat von Wikipedia stammen von mir.
    „Wikipedia-zitierende anwesende Lehrerschaft…“ hingegen stammt von Ihnen. – Wenn das keine Unterstellung ist?
    Da wir uns nicht kennen, woher wollen Sie Ihr „Wissen“ um meinen Beruf nehmen? (Trotz Fragezeichen, einfach mal so stehenlassen, tatsächlich mache ich Gebrauch von einer rhetorische Frage.)

    Sehr geehrter M.S.,
    so viele Menschen haben sich viel Zeit genommen, um auf Sie einzugehen.
    So viele Menschen haben sich bemüht, Ihnen im Sinne eines friedfertigen Miteinanders zu begegnen.
    So viele Menschen haben sich auf Ihre Beiträge mit manchmal mit Mitgefühl, aber immer mit Achtung geäußert.
    Wie sehen Sie Ihre Rolle und und wie sehen Sie Ihre Reaktionen?
    (Nein bitte, nicht den Reflexen nachgeben. Bitte – klären Sie das zunächst einmal für sich selbst, ganz so wie es auch Sokrates gefallen hätte, dazu finden Sie ganz am Ende meines Beitrages mehr, bitte halten Sie durch.)

    FAKTENCHECK, Teil 2:
    Zu Ihrem Beitrag vom 12. Juli 2020 um 14:11:
    „Eins noch, ich arbeite in einer großen Verwaltungsorganisation mit insgesamt rund 2.500 Mitarbeitern.“
    Hier möchte ich direkt klarstellen, dass ich jetzt nur hoffen kann – wohlwissend, dass meine Hoffnung weit entfernt sein kann von Fakten und ebenfalls klarstellend, dass ich damit nicht provozieren sondern noch einen weiteren Impuls setzen möchte:

    Laut eigenem Bekunden arbeiten Sie in einer großen Verwaltungsorganisation.
    Hoffentlich entsprechen Sie nicht dem Klischee von Menschen, die in der Verwaltung arbeiten, denn viele Menschen sind bedauerlicherweise der Ansicht, dort würde gar nicht gearbeitet! – Das sind natürlich Vorurteile ohne Grundlage.

    Hoffentlich befinden Sie selbst sich NICHT im Homeoffice, denn dort wird – manche Menschen denken auch das – nicht gearbeitet!
    Im Homeoffice befindliche Menschen arbeiten nicht und werden staatlich alimentiert! (Kommt Ihnen das vertraut vor? – Ja, entsprechend äüßerten Sie sich mehrfach.)

    FAKTENCHECK, Teil 3:
    Ihr erster Beitrag zu dem o. g. Artikel dieser Seite erfolgte hier :
    „M. S. 10. Juli 2020 um 08:26“
    Der 10. Juli 2020 war Freitag.
    8:26 Uhr.
    Ist das nicht eine wunderschöne Zeit?
    Auch, um einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, die auf ehrlicher Arbeit basiert.
    So dürfen wir wohl davon ausgehen, dass Sie einen ehrlich verdienten freien Tag in Form von regulär beantragtem und entsprechend gewährtem gesetzlichem Urlaubsanspruch hatten.
    Andernfalls hätten Sie während eines ganz normalen Wochentages voller Arbeit (!) immer wieder ausschweifend in diesem Forum Ihre Beiträge hinterlassen. Und DAS ist doch wohl kaum die Art von Tätigkeit, die Ihr Arbeitgeber Ihnen aufgetragen hat, um Sie dafür auch noch zu bezahlen?
    Freistellung wäre aber auch seltsam, würde sich doch hier argumentativ „die Katze in den Schwanz beißen“.

    Und hier – wie versprochen – Sokrates:
    „Eine Geschichte als Anreiz zur Selbstreflexion
    Folgende kleine Geschichte möge Anreiz zur Selbstreflexion bieten: Eines Tages kam ein Mann voll Aufregung zu Sokrates und begann sofort erhitzt zu sprechen. „Sokrates, hast du das gehört, was dein Freund getan hat? Das muss ich dir gleich erzählen.“
    „Warte“, unterbrach ihn der Weise, „hast du das, was du mir sagen willst, durch die drei
    Siebe gesiebt?“
    „Drei Siebe?“, fragte der Andere voller Verwunderung.
    „Ja, mein Lieber, drei Siebe. Lass uns prüfen, ob das, was du mir zu sagen hast, durch die drei Siebe hindurchgeht. Das erste Sieb ist die Wahrheit. Hast du alles, was du mir erzählen willst, geprüft, ob es wahr ist?“
    „Nein, ich hörte es irgendwo und…“.
    „Aber sicher hast du es mit dem zweiten Sieb geprüft? Es ist das Sieb der Güte. Ist das,
    was du mir erzählen willst, wenn es schon nicht als wahr erwiesen ist, so doch wenigstens gut?“
    Zögernd sagte der Andere: „Nein, das nicht, im Gegenteil…“.
    „Aha!“, unterbrach ihn Sokrates. „So lass uns auch das dritte Sieb noch anwenden und fragen, ob es notwendig ist, mir das zu erzählen, was dich erregt?“
    „Notwendig nun gerade nicht…“.
    „Also“, lächelte der Weise, „wenn das, was du mir das erzählen willst, weder erwiesenermaßen wahr, noch gut, noch notwendig ist, so lass es begraben sein und belaste dich und mich nicht damit!“
    Quelle: https://www.die-tagespost.de/leben/familie/Die-drei-Siebe-des-Sokrates;art4887,206967

    Sehr geehrter M.S.,
    mit der Bitte um weitere Kontrolle der (Antwort)Reflexe und den besten Wünschen verbleibe ich freundlich grüßend.
    Adieu.

    • Letzter Reflex, versprochen: Vielen Dank für diese umfängliche Würdigung meiner verschiedenen Kommentierungen, die Sie sicherlich einiges an Zeit gekostet hat. Auf den Inhalt und die verschiedenen Schlussfolgerungen möchte ich nicht eingehen, ich denke, das würde tatsächlich den Rahmen sprengen, außerdem möchte ich nicht den Eindruck erwecken, mich rechtfertigen zu müssen. Ich möchte lediglich betonen, dass ich keinem Kommentierenden zu Nahe treten wollte, für ggf. zu emotionale Formulierungen möchte ich mich entschuldigen, sollten Sie persönlich getroffen haben. Inhaltlich stehe ich zu dem, was ich geschrieben habe, es beruht auf meinem tagtäglichen Erleben mit der Grundschule meiner Kinder sowie den Einlassungen der Schulleitung.

  41. Wir müssen uns nicht weiter unterhalten, unsere Sichtweisen sind letztlich vermutlich zu unterschiedlich, eine Annäherung eher nicht möglich. Darüber hinaus sehe ich mich nicht in der Pflicht, Fragen zu beantworten, insbesondere wenn selbige sich auf Ihr persönliches Störempfinden beziehen. Allerdings nehme ich mir heraus, ergänzend zu Ihrer Grundrechtslehre das Recht auf Bildung hervorzuheben, um das es hier im Kern ja geht…

  42. Ich finde es gut und richtig, dass die Eltern für ihre Kinder entscheiden können, das würde ich mir für mich auch wünschen. Dann ist man eben mal selbst in der Verantwortung, kann sich aber zumindest der potentiellen Gefahr entziehen. Was da gerade mit den Hygienemaßnahmen in den Grundschulen passiert ist ein Skandal!
    Denn selbst wenn Kinder nicht oder wenig betrofen sind: Was ist mit den Lehrern und den anderen Betreuern an den Schulen?
    Ich bin Lehramsstudentin Grundschule und habe ab Ende September mein Praxissemester. An den Grundschulen in BW sind in den Klassen der Mindestabstand und die Maskenplficht abgeschafft. Bei den anderen Schulformen gelten diese Gebote aber. Genauso im öffentlichen Raum und an meiner Hochschule. Aber mit den Lehrern und Studenten kann man es ja machen. Wer schützt uns und unsere Angehörigen? Keiner. Und wir Studenten sind bei diesem Pflichtpraktikum und der eventuellen Erkrankung durch Corona und deren Folgen nicht abgesichert. Wir sind kostenlose Arbeitssklaven an der Corona-Front, mehr nicht. Und alle Studenten und Lehrer dürfen ausbaden, was die Politik mal wieder verbockt hat. Vor Corona durfte ich schon während meines ersten Pflichtpraktikums die desolaten Zustände an Grundschulen (Ausstattung, Personaldecke) erleben und frage mich wirklich, wieso ich mir das eigentlich noch antue. Wer heute Lehrer wird, ist dumm.

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