SPD-Chefin plädiert für Projektunterricht als «Corona-adäquatem Weg»

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BERLIN. SPD-Chefin Saskia Esken hat kurz vor Beginn des neuen Schuljahrs im ersten Bundesland Mecklenburg-Vorpommern vor zu großen Erwartungen mit Blick auf den Schulalltag gewarnt. «Wir sollten nicht der Illusion erliegen, dass die Schulen zu einem „Regelbetrieb“ zurückkehren können, wie er vor Corona üblich war», sagte sie im Interview mit «Zeit Online». Es brauche Hygienekonzepte und Kontaktbeschränkungen, die in der Pause und in den Schulbussen eingehalten werden.

Sieht noch keinen echten Regelbetrieb in den Schulen: die SPD-Vorsitzende Saskia Esken. Foto: Anne Braun for Wikimedia Deutschland / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Mehrere Bundesländer haben solche Konzepte bereits, andere arbeiten noch daran. Die Länder hatten vor dem Sommer gemeinsam die Absicht erklärt, im neuen Schuljahr wieder in den Regelbetrieb zurückzukehren. Nach Mecklenburg-Vorpommern am Montag, startet am kommenden Donnerstag Hamburg ins neue Schuljahr. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein los.

Esken schlug Unterricht in kleinen, festen Projektgruppen vor. «Zwei Wochen Projektunterricht mit den Lehrkräften für Geschichte und Politik, dann kommen für zwei Wochen die Naturwissenschaften zu einem Projekt zusammen.» Ein solcher Unterricht wäre ihrer Ansicht nach ein «Corona-adäquater Weg».

Habeck: Schul-Chaos der vergangenen Monate darf sich nicht wiederholen

Grünen-Parteichef Robert Habeck appellierte an die Bundesländer, alles daran zu setzen, «dass sich an den Schulen das Chaos der letzten Monate nicht wiederholt und sie auf mögliche neue Ausbrüche vorbereitet sind». «Dafür braucht es Flexibilität, kreative Lösungen, Unterstützung beim Digitalen und vor allem bessere Konzepte zur Verknüpfung von Fern- und Präsenzunterricht», sagte Habeck dem Nachrichtenportal t-online. Habeck kritisierte zugleich die Bundesregierung für ihr Vorgehen bei Urlaubsrückkehrern. «Dass man bei den Urlaubsrückkehrern erst kurz vor knapp auf die Idee gekommen ist, sie systematisch zu testen, ist ein klares Versäumnis», befand der Grünen-Chef. dpa

GEW fordert fürs nächste Schuljahr Kleingruppen, Projekt-Unterricht, dünnere Lehrpläne

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2 KOMMENTARE

  1. Frau Eskens Vorschlag entspricht ihrem Kompetenzstand zu den Themen Schulorganisation und Lernpsychologie. Zum Glück haben das die SPD-Bildungsminister noch nicht gehört.

  2. Soll das nen Witz sein? Die kleinen Gruppen sind der Grund dafür, dass es keinen Regelbetrieb vor den Ferien gab, und zwar ausschließlich die kleinen Gruppen. Wenn ich statt 30 Schüler nur 10 habe, bräuchte man dreimal so viele Lehrer, verstehe nicht, warum man da nicht selbst drauf kommt.

    Übrigens, was soll das für nen schlechter Projektunterricht sein, der Frontal und mit wenig Kontakt unterrichtet wird? Das ist doch nen Witz! Wenn jeder an seinem Platz an Aufgaben arbeitet zwei Wochen zu Geschichte, dann ist das eher nen Epochenunterricht, aber niemals ein Projektunterricht!

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