Unterricht im Regelbetrieb? Für den Philologenverband ist das „purer Zweckoptimismus“ – er fordert Maskenpflicht für Schüler und Lehrer

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STUTTGART. Der Philologenverband hält die von Baden-Württembergs Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) angekündigte Öffnung der weiterführenden Schulen im nächsten Schuljahr für „puren Zweckoptimismus“. Fragwürdig ist für den Landesvorsitzenden Ralf Scholl vor allem, dass zwar im ÖPNV und in Geschäften Abstandsgebot und Maskenpflicht weiter gelten sollen, an den Schulen ab September aber nicht – obwohl die Schülerinnen und Schüler (an den Gymnasien im Alter zwischen elf und 19 Jahren) dann stundenlang in schlecht belüftbaren Klassenräumen mit häufig nur 50 Zentimeter Abstand säßen.

Sollen Lehrerinnen und Lehrer mit Mundschutz unterrichten? Foto: Shutterstock

„Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass zu einem Zeitpunkt, zu dem die WHO neue Erkenntnisse über die Virusübertragung durch die Luft untersucht – die auf eine besondere Gefährdung in geschlossenen und schlecht belüfteten Räumen mit vielen Personen hinweisen – in Baden-Württemberg eine Rückkehr zum Präsenzunterricht ohne Abstandsgebot angekündigt wird“, so Scholl. Kultusministerin Susanne Eisenmann hatte am Mittwoch ihre Pläne für das kommende Schuljahr vorgestellt (News4teachers berichtete ausführlich darüber – hier geht’s zum Beitrag).

„Jenseits des Schulgeländes beginnt die Anarchie“

Der Verband der gymnasialen Lehrkräfte möchte von der Landesregierung wissen, mit welchen zusätzlichen Maßnahmen sie eine massive Zunahme von COVID-19-Infektionen verhindern will, wenn sich Schüler und Lehrkräfte in vollen Klassenzimmern aufhalten.

Im Sinne eines bestmöglichen Gesundheitsschutzes von Lehrkräften und Schülern fordern die Philologen:

1. Verbindliche Tests für alle Urlaubsrückkehrer aus COVID-19-Risikogebieten.

2. Eine kostenlose Testmöglichkeit für alle Lehrkräfte und Schüler zu Schuljahresbeginn und danach regelmäßige, freiwillige Testmöglichkeiten.

3. Pflicht zum Tragen von Masken oder Visieren überall dort, wo auf dem Schulgelände oder im Schulgebäude ein Abstand von 1,50 m unterschritten wird, samt Bereitstellung der notwendigen Masken und Visiere.

4. Verbindliche Verhaltensregeln auch auf dem Schulweg: „Jenseits des Schulgeländes beginnt die Anarchie, und die Schüler liegen sich in den Armen“, so die Beobachtung vieler Lehrkräfte.

Scholl fragt weiter: „Wie soll es dann eigentlich im Spätherbst laufen, wenn die jährliche Erkältungs- und Grippewelle beginnt? Erkältungs- und COVID-19-Symptome sind nur schwer zu unterscheiden. Sollen die Schüler also bei den ersten Erkältungssymptomen zu Hause bleiben, bis sie symptomfrei sind? Ohne COVID-19-Tests wird ein Präsenzunterricht spätestens ab diesem Zeitpunkt sehr schnell auf stark dezimierte Klassen hinauslaufen.“

Rollierendes System von Präsenz- und Fernunterricht

Auch über die Möglichkeit, in den ersten beiden Wochen des neuen Schuljahres mit einem rollierenden System von Präsenz- und Fernunterricht zu beginnen, um ggf. eine durch infizierte Urlaubsrückkehrer ausgelöste zweite COVID-19-Welle von Anfang an einzugrenzen, sollte nach Ansicht der Philologen ernsthaft nachgedacht werden. „Da es sich bei der Corona-Pandemie immer noch um eine dynamische Situation handelt, ist ein fertiger Plan B für den Fall, dass ein Regelbetrieb nach den Sommerferien nicht möglich ist, dringend notwendig“, betont der Landesvorsitzende.

„Ein Blick nach Israel oder Serbien sollte uns Warnung genug sein: Zu weitgehende Lockerungen führen mit einer kurzen Verzögerung nur allzu schnell zu einer massiven zweiten Welle“, mahnt Scholl. News4teachers

Kretschmann erwägt Maskenpflicht für ältere Schüler – um Lehrern entgegenzukommen

 

 

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22 KOMMENTARE

  1. Es gibt auch Ärzte, die auf entsprechende Gefahren hinweisen:
    Ein Kinderarzt sorgt sich, zu recht!
    Wir werden nach den Ferien alle Kinder ohne Schutz in die Schulen schicken!
    Und als Kinderarzt macht mir eine Beobachtung besonders Sorgen: Wir sehen bei einigen Kindern, die sich infiziert haben, nach überstandener Erkrankung Symptome wie Bauchschmerzen, niedrigen Blutdruck, Herzmuskelentzündung und Lungenödem. Vereinzelt mussten junge Patienten für einige Zeit an eine Herzlungenmaschine. Es gibt auch Todesfälle.
    https://www.watson.de/leben/interview/349293088-deutscher-arzt-in-new-york-richtet-eindringliche-mahnung-an-deutschland-fahrlaessig

    Spiegel:
    Hongkong schließt erneut alle Schulen
    9.14 Uhr Nach der Zunahme von Corona-Neuinfektionen werden in Hongkong erneut alle Schulen geschlossen. Die Regierung habe die Schließung aller Schulen ab Montag angeordnet und damit den Beginn der Sommerferien vorgezogen, sagte der Bildungsminister der chinesischen Sonderverwaltungszone, Kevin Yeung. Die Stadt hatte am Donnerstag 34 Neuinfektionen verzeichnet.

    Hongkong hatte bereits Anfang Mai seine Schulen, Bars und Kinos wiedereröffnet. Die Finanzmetropole gehörte wegen der Nähe zu Festlandchina zu den ersten Regionen mit Coronavirus-Fällen, bekam die Ausbreitung des neuartigen Erregers aber durch strenge Maßnahmen zügig in den Griff.

    ———-
    Spiegel:
    Israel meldet Rekord an Corona-Neuinfektionen
    9.01 Uhr Die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Wie das Gesundheitsministerium mitteilte, wurden für Donnerstag 1464 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor an einem Tag in dem Land seit Ausbruch der Pandemie.
    Die Zahl der Länder mit beginnenden 2.Wellen steigt. Aus diesen Erfahrungen müssen wir lernen.deshalb kann Regelbetrieb keine Lösung sein!
    Überall zu beobachten mit Öffnung der schulen und Kitas..
    Japan now is joining Australia, Israel, Luxembourg; others likely to follow
    https://twitter.com/EricTopol/status/1281251984620679168

    • Da wird aber immer wieder behauptet Kinder gleich kein Gefahr…..evt. wieder ein Hinweis auch für Spätfolgen bei Kindern.

      Der Arzt warnt, dass das Coronavirus bei Kindern das Auftreten von Typ-1-Diabetes auslösen kann

      Ein DC-Arzt, der glaubt, dass das Coronavirus auch als Auslöser für Typ-1-Diabetes fungieren kann, möchte die Eltern auf Warnzeichen aufmerksam machen.

      Typ-1-Diabetes kann bei Menschen ausgelöst werden, die genetisch dafür prädisponiert sind, wenn sie bestimmten Viren wie einer saisonalen Grippe ausgesetzt sind.

      „Beobachten Sie Ihr Kind und können Sie das übliche Verhalten Ihres Kindes mit etwas Neuem vergleichen“, sagte Dr. Fran Cogen, Direktor des Programms für Diabetes bei Kindern und Jugendlichen im Children’s National Hospital.

      Frühwarnzeichen für neu auftretenden Diabetes sind mehr Hunger und Essen, Trinken und Urinieren.

      „Wenn das Kind draußen spielt und sein Spiel immer wieder unterbricht, um urinieren zu können, muss darauf geachtet werden“, sagte Cogen.
      https://wtop.com/health-fitness/2020/07/doctor-warns-coronavirus-may-trigger-onset-of-type-1-diabetes-in-children/

  2. Der akute Verlauf ist mild und dies bestreitet niemand. Aber es geht um Spätfolgen der Erkrankung, die weltweit immer mehr in den Fokus der Untersuchungen gelangen, aber ist ein netter Versuch, da ich aus bestimmten Gründen davon ausgehe, dass Sie dies sehr wohl wissen.

    Es sind Wissenschaftler , die warnen!

    Krankhafte Veränderungen
    Covid-19 befällt das Herz
    Das Coronavirus kann Herzzellen befallen und diese krankhaft verändern. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie des Hamburger UKE. Die Symptome können zu Langzeitfolgen führen.
    https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-covid-19-befaellt-herzzellen-zeigt-studie-des-uke-a-33f459cb-d566-4569-8f48-1d40d8ae2e51

    Wissenschaftler warnen vor einer möglichen Welle von COVID-gebundenen Hirnschäden
    LONDON (Reuters) – Wissenschaftler warnten am Mittwoch vor einer möglichen Welle von Hirnschäden im Zusammenhang mit Coronaviren, da neue Erkenntnisse darauf hindeuten, dass COVID-19 zu schweren neurologischen Komplikationen wie Entzündungen, Psychosen und Delir führen kann.

    Und wenn wir in einem Jahr 10 Millionen Menschen haben, die sich erholt haben, und diese Menschen kognitive Defizite haben … dann wird dies ihre Arbeitsfähigkeit und ihre Fähigkeit beeinträchtigen, Aktivitäten des täglichen Lebens auszuführen “, so Adrian Owen, Neurowissenschaftler bei Western Universität in Kanada, sagte Reuters in einem Interview.

    Sollte man da nicht sehr sorgsam mit dem Thema umgehen?

    • Auch hier versuchen sie zum wiederholten Male ein im Gefolge einer Langzeitbeatmung auftretendes Delir, Durchgangssyndrome und psychische Veränderungen mit kognitiven Beeinträchtigungen der Patienten als direkte toxische Wirkung des Virus darzustellen.
      Es handelt sich aber um Folgewirkungen einer Langzeitbeatmung in Folge einer länger dauernden Sedierung.
      An neurologischen Symptomen werden vom Robert Koch Institut RKI mit heutigem Datum Kopfschmerzen und Schwindel genannt.
      Die an die ACE-2 Rezeptoren gebundene neurologischen Erkrankungen lassen vermuten, dass in Einzelfällen auch eine nekrotisierende Enzephalitis auftreten kann.
      Das setzt aber einen kritischen Verlauf der Krankheit voraus, wobei Kinder in äußerst selten von kritischen Verläufen betroffen sind.

      Das Robert Koch Institut schreibt dazu unter dem Kapitel 6 unter der
      https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Steckbrief.html , dass 81 % der infizierten Patienten einen milden Verlauf aufweisen, 14 % einen schweren Verlauf und 5 % einen kritischen Verlauf, wobei das Risiko zu schweren Verlaufsformen mit steigendem Alter und der Anzahl an Risikoerkrankungen (Hypertonie, Nikotinabusus, COPD, Diabetes Mellitus ) zunimmt.

      • Achtung, hier könnten Trolle leben. Einfach in Frieden lassen und nicht füttern. Höchstens ein paar Bild-Artikel für die Beschäftigung dalassen.

  3. Die arrogantesten Kommentare sind hier immer die lustigsten! Wie kommen Sie denn darauf, dass sich „diese Leute“ nicht aus „öffentlich wissenschaftlichen Quellen nicht informiert haben“? Und was sind denn für Sie „entsprechende Schlüsse“? Sollten, Ihrer Schlussfolgerung jetzt für andere Bereiche folgend, die Küstenbewohner Schleswig-Holsteins ihre Dämme niederreißen, da es in den letzten Jahren keine Überschwemmungen gab? Die Info des RKI, dass die meisten Covid-19-Erkrankungen harmlos verlaufen, wird sicher auch hier niemand in Frage stellen. Nur sind in der letzten Woche neue beunruhigende Informationen über schwerwiegende Folgeerkrankungen, auch bei leichten Verläufen, zu sehr vielen Mitbürgern durchgedrungen. Und da Erzieher und Lehrer nun mal nicht zu den uninformiertesten Mitmenschen gehören, machen sie sich für ihre Kinder, Schüler und selbstverständlich auch für sich selber dazu viele quälende Gedanken. Und jeder zieht seine persönlichen Schlussfolgerungen. Was ist für Sie eigentlich so schwer daran zu verstehen?

  4. Zumal es absolut möglich ist, im Klassenraum einen MNS zu tragen. Wir haben es ausprobiert – mit Grundschülern, die ja angeblich so große Schwierigkeiten damit haben. Die Kinder fühlen sich sicherer und nehmen das Thema sehr ernst. Auch vor banalen Erkältungskrankheiten schützt der MNS. Wenn Ärzte im OP bei komplizierten Operationen stundenlang einen MNS tragen können, warum nicht LehrerInnen und SchülerInnen im Klassenraum? Es wird nicht gerannt, also kommt man nicht in „Luftnot“ und in einer normalen Arbeitsatmosphäre kann man sich auch wunderbar verstehen. Das ist echt die einfachste Möglichkeit, weitere Ausbrüche zu verhindern….

    • Bin ganz Ihrer Meinung. Aber es würde wohl auch da sofort wieder Eltern geben, die die Rechte ihrer Sprösslinge in Gefahr sehen und gegen eine solche Pflicht klagen würden. Hauptsache, die Schulen öffnen uneingeschränkt …

  5. Wir haben eine Situation, in der man es niemandem recht machen kann. Wie auch sonst im Leben. Nur hier geht es um die Gesundheit, und da sollten sich Kompromisse finden lassen.

  6. „Jenseits des Schulgeländes beginnt die Anarchie, und die Schüler liegen sich in den Armen“, so die Beobachtung vieler Lehrkräfte.

    Genau das beobachte ich auch und das ist auch der Grund, warum ich finde, dass die Maßnahmen in der Schule für die Katz sind! Erzählen Sie doch den Schülern mal was von schweren Verläufen oder Spätfolgen, das interessiert die nicht, die haben einfach noch nicht diesen Weitblick!

    Das mit den rollierenden Systemen (Präsenzunterricht/Homeschooling) bringt nur Chaos, weil überhaupt nicht klar ist, was man dann noch bewerten kann und was nicht und wie man Klassenarbeiten und andere Leistungserhebungen schreiben soll – alles doppelt machen??
    Einzeltische und große Klassen möglichst in große Räume, sodass man zumindest mehr als 50 cm Abstand hat und ein Lüftungskonzept, das verbindlich von jeder Lehrkraft durchgezogen werden muss, sowie regelmäßige Testungen fänd ich angemessen und organisatorisch machbar.

  7. Wie so oft in den letzten Jahren ist die Meinung der Gesellschaft eben auch zu diesem Thema gespalten. Wahrscheinlich soll das so sein.

  8. Vielleicht muss man doch mal ernsthaft darüber nachdenken, was „die Gesellschaft“ in Zukunft von Schule erwartet.
    Die Gesellschaft sind wir alle: Steuerzahler, Arbeitgeber, Konsumenten, Eltern, Nicht-Eltern…

    Ist Schule Ort der Bildung? Soll sie Ort gleichgeschalteter Bildung sein/bleiben?
    Was verstehen wir unter Bildung? Was erwarten wir von Bildung?
    Was sind die Grundlagen, die alle lernen müssen, was ist das, was nur aus Gewohnheit vermittelt wird, welche persönlichen/individuellen Bildungsziele bleiben bei all dem auf der Strecke und könner sich nicht entwickeln?
    Ist Schule Aufbewahrungsort? Soll sie dafür sorgen, dass jemand auf die Kinder aufpasst?
    Ist Schule Notenvergabestelle? Ist nur wichtig, was hinten bei rauskommt, was auf einem Papier steht und ob es vergleichbar ist?
    Was erwarten wir von den Kindern/Jugendlichen, wenn sie irgendwann die Schule verlassen?
    Was sollen sie können? Was müssen sie können?
    Wie viel Zeit und welchen Aufwand, welches Personal und welche sonstigen Ressourcen brauchen wir, um ihnen das zu vermitteln und zu ermöglichen und was sind wir bereit dafür aufzuwenden?

    Ich habe stark den Eindruck, dass die Diskussion sich festfrisst an diesem Punkt:
    Es gibt Menschen (Lehrer, Eltern, Schüler, Arbeitgeber…), die gute Erfahrungen mit Schule, wie sie seit Jahrzehnten gewöhnlich ist, gemacht haben und sich wünschen, dass es so bleibt. Mit, in und gerade wegen der Krise, die Vieles in Frage stellt.
    Es gibt Menschen, die mit dieser Schule schlechte Erfahrungen gemacht haben und eine Gelegenheit wahrnehmen, ihre Enttäuschung, Wut oder ihren Frust über diese Schule an denjenigen auszulassen, die am wenigsten am System ändern können.

    Die Lehrer – auch wenn sie selbst ganz andere, vielleicht innovative Ideen von „besserer“ Schule haben – können das System zur Zeit offenbar nicht besser machen.
    Jeder Lehrer kann nur sein Bestes geben, an seinem Platz das Bestmögliche tun, das seiner eigenen Überzeugung am wenigsten zuwider läuft. Er kann für die Kinder da sein und versuchen, Schule nicht auf Gleichschaltungsinstrument, Aufbewahrungsanstalt, Notenvergabestelle oder ähnliches reduziert zu sehen.

    Was ist Aufgabe der Lehrer? Soll ein Lehrer weiterhin alle Probleme der Gesellschaft lösen, die auch nur im Entferntesten mit Kindern zu tun haben?
    Dann kann man vermutlich auch davon ausgehen, dass sie auch unter besonderen Bedingungen weiterhin die Quadratur des Kreises schaffen und obendrein noch alle Beteiligten vor Infektionen schützen und wenn das nicht gelingt, die Schuld dafür auf sich nehmen.
    Ich bin sicher: Wenn es nach den Ferien in den Schulen keine durchdachten Vorbeugemaßnahmen geben wird (technische Lösungen für effektive Entlüftung, Abstand etc.) und alles wieder so laufen soll, wie wir es kannten, wird „man“ den Kollegen im Einzelfall nachweisen, dass sie selbst oder die Kinder nur krank werden konnten, weil sie ein nicht desinfiziertes Lineal ausgeliehen, eine Minute zu wenig oder zu spät gelüftet, ein Fenster nicht weit genug geöffnet, einem Kind zu nah gekommen oder einfach da gewesen sind…

    Die Gesellschaft muss darüber nachdenken, wie sie Schule in Zukunft – auch unter sich veränderden Bedingungen – haben und Aufgaben in Zukunft verteilen will.
    Was ist Aufgabe von Lehrern, Erziehern, Sozialpädagogen, Betreuern, Eltern, Großeltern, „dem ganzen Dorf“?
    Wer kann diese Aufgaben mit welcher Ausbildung, in welchem Rahmen, mit welchem Anspruch, unter welchen Bedingungen und zu welcher Bezahlung wahrnehmen?

    Ich wünschte mir, dass die Infektionsgefahr (die ja für alle gilt) uns begreifen lässt (und da würde ich gerne die Bildungs- und Schulminister ausdrücklich einschließen), dass wir nur gemeinsam halbwegs unbeschadet da durch und raus kommen!
    Im Moment sieht es für mich nicht danach aus 🙁

    • @ kanndochnichtwahrsein
      Hallo, ja, Ihr Beitrag ist sehr gut! Danke dafür.
      Vielleicht schicken Sie ihn mal an alle (!!!) bundesdeutschen Zeitungen und Nachrichtenmagazine als Leserbrief. Ich fürchte, dass hier im Forum zu wenige Eltern und Schulbedienstete erreicht werden. Das finde ich sehr bedauerlich.

  9. Bitte auch in Rheinland-Pfalz, lasst in den Schulen wenigstens die Maskenpflicht.
    Es arbeiten auch Leute in Schulen, die keine Lehrer sind, Betreuungspersonal, etc.
    Die Kinder verstehen ja gar nichts mehr, hier keine Maske, da wieder eine aufsetzen….

    Oder brauchen wir als Eltern dann auch keine mehr aufsetzen? Wenn die Kinder in vollen Zimmern keine brauchen, so eng nebeneinander wieso dann wir für kurze Zeit im Geschäft?

    Was ist in den Schulbussen? Die werden dann ja wohl, wenn alle wieder gleichzeitig Schule haben voll sein ohne Ende, stehend Schulter an Schulter?

    Also bitte Frau Hubig in Rheinland-Pfalz, lassen sie die Maskenpflicht in den Schulen, auch für das Personal. Haben Sie keine Kinder?????

  10. Wir behalten unser Risiko-Kind auch nach den Sommerferien (RLP) zu Hause. Würden alle Kinder im Klassenraum eine Maske tragen, könnte nicht nur unser Kind endlich wieder zur Schule kommen. Aber so….Covid19-Aerosol-Verbreitung aus den Urlaubsländern, kleine Klassenräume mit bis zu 24 Kindern vollgestopft, Erkältungszeit im Herbst…und dann keine Masken. Das ist mir für unser Kind zu gefährlich.

  11. Ja dem stimme ich bei.

    Maskenpflicht auf dem Schulgelände und den Gängen muss kommen. Gilt doch in ganz Deutschland. Leicht absurd….

  12. Es wird früher oder später darauf hinauslaufen, dass in allen Gebäuden eine permanente Frischluftzufur zu gewährleisten ist. Und das wird nur möglich sein, wenn die Schulen entweder über eine Klimaanlage / Beküftungssystem verfügen oder eben Fenster permanent auf.

    Ich denke mir, letztlich wird dann aber ab Herbst, auch wenn die Grippewelle kommt, jedes nicht komplett sympomfreie Kind nicht in der Schule beschult werden. Es war ja schon „damals“ ein Unding, sein krankes Kind in die Schule zu schicken. Demnächst wird das vielleicht nicht mehr möglich sein.

    Ich lese auf jeden Fall für viele Bundesländer noch nichts von schlüssigen Konzepten. Hingegen lese ich etwas von abbauender Immunität bei bereits infizierten und damit ein mögliches Problem bei der oder besser einer Impfung.

    Sorgen macht mir vor allem, dass es halt in jedem Kollegium einen bestimmten Prozentsatz von Risikogruppen gibt. Wenn dann aufgrund der Grippe und Erkältungswelle Kollegen der Nicht-Risikogruppe ausfallen, dann wird die Personaldecke echt Dünn werden. Vor allem weil niemand, auch mit einer weniger schlimmen Erktankung (Schnupfen) in die Schule kommen wird, weil das Risiko sich zu infizieren so ungleich höher wird (Das Immunsystem hat dann eh mehr zu tun, als es ohnehin zu tun hat). Letztlich könnte also allein die „normale“ Unterrichtsversorgung zusammenbrechen oder sehr schrumpfen.

    Eine Lösung könnte sein, dass die Schultage verkürzt werden und das „Üben“ oder zum Teil auch Textarbeit usw. in die Zeit zuhause verlagert wird. Die Lehrer also sozusagen nur die Hälfte Präsenz haben, dann eine Stunde Pause/ Heimweg und dann in einer Kernarbeitszeit bis X eben per Telefon / Online zu erreichen sind. In dem Halbtag herrscht dann eben Maskenpflicht und Belüftungszwang.

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