„Jetzt sind wir im Tanz“: Prien hält den Schulstart für gelungen

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KIEL. Über 98 Prozent der Schulen arbeiten in Schleswig-Holstein eine Woche lang ohne Beeinträchtigungen – Bildungsministerin Prien sieht den Start ins neue Schuljahr damit weitgehend gelungen. Perfekt ist der Ablauf aber nicht.

Hält die Schulen ihres Landes für gerüstet: die schleswig-holsteinische Bildungsministerin Karin Prienn (CDU). Foto: Frank Peter / Landesregierung

Nach der ersten Unterrichtswoche hat sich Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) zufrieden mit dem Start ins neue Schuljahr unter Corona-Bedingungen gezeigt. Über 98 Prozent der Schulen im Land hätten ohne Beeinträchtigung arbeiten können, sagte Prien am Freitag in Kiel. Stand Freitag gäbe es 14 Schulen, in denen einzelne Schülergruppen (Kohorten) wegen Corona-Fällen oder Corona-Verdachtsfällen vorsorglich nicht im Präsenzunterricht unterrichtet werden. In den meisten anderen Fällen sei die Kohorte schon nach einem Tag wieder zurück in die Schule gekehrt. Am Vortag waren noch 16 Schulen betroffen gewesen (News4teachers berichtete über die Probleme zum Schulstart in Schleswig-Holstein – hier geht es zum Beitrag).

Statt Maskenpflicht im Unterricht: „dringende Empfehlung“, Maske zu tragen

Eine Maskenpflicht hält Prien weiterhin für nicht geboten. Die Erfahrungen der ersten Woche hätten gezeigt, dass der dringenden Empfehlung des Ministeriums in den Schulen weitestgehend gefolgt werde. Sowohl auf den Schulhöfen und Laufwegen, als auch bei den älteren Schülerinnen und Schülern im Unterricht. Dennoch werde man das Infektionsgeschehen im Blick behalten und auch prüfen, ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Pflicht notwendig wird. «Die größte Gefahr für den Präsenzunterricht an Schulen ist die Sorglosigkeit», sagte Prien. Viel hänge von der Zusammenarbeit der Schulen mit den Gesundheitsbehörden vor Ort ab. «Einige Abläufe müssen sich dabei auch erst noch im Schulalltag einspielen», räumte die Ministerin ein.

Wichtig sei jedoch weiterhin die Einzelverantwortung aller in den Schulen. «Wir haben in dieser Woche einige Fälle erlebt, in denen Kohorten vorsorglich nach Hause geschickt wurden. Das zeigt aber nur, dass unsere Routinen des Corona-Reaktionsplanes funktionieren und sich an den Schulen bewähren», sagte Prien.

„Möglichst viel Präsenzunterricht für möglichst viele Schüler“

Der englische Begriff «Hammer and Dance» treffe es gut. Die Schulschließungen seien der Hammer gewesen. «Jetzt sind wir im Tanz und wir bewegen uns einen Schritt vor, einen Schritt zur Seite und auch mal einen Schritt zurück, um möglichst viel Präsenzunterricht für möglichst viele Schülerinnen und Schüler umzusetzen.» Bestehende Pläne und Reaktionsroutinen würden überprüft und der Infektionslage angepasst. «Gleichzeitig arbeiten wir mit Hochdruck daran, die Digitalisierung von Schule weiter voranzutreiben.» dpa

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14 KOMMENTARE

  1. Sie meint offenbar den Tanz auf dem Vulkan, den der Plebs auf ihr Geheiß gerade in den Bildungssimulationsanstalten aufführt. Durch Plexiglas betrachtet sicherlich sehr unterhaltsam für Außenstehende.

  2. Totentanz, genau richtig. Aber vielleicht sollten wir Eltern, aber auch die Lehrer, bei diesem Tanz nicht mitmachen. Viele Eltern gehen gegen die Kultusministerien gerichtlich vor. Was ich selbstverständlich, zum Wohle meines Kindes auch machen werde. Aber es wäre an der Zeit, dass die Lehrer nicht nur anonym schreiben, sondern öffentlich ihre Meinung kundtun. Unterstütz würden die Lehrer von vielen Eltern. Aber es muss JETZT was passieren.

    • Leider muss man als verbeamtete LK die Entscheidungen der jeweiligen Landesregierung nach außen vertreten. Genau deshalb schreiben hier ja so viele anonym.

      • Verstehe ich das richtig, dass Sie und Ihre KollegInnen Ihren Unmut über unzumutbare Arbeitsbedingungen in den Schulen nur hier und anonym äußern, Ihre berechtigten Forderungen in dieser Hinsicht aber nicht an die KM in Ihrem jeweiligen Bundesland richten???
        Dann wundert es nicht, dass wir Eltern so wenig, oder besser gesagt nichts, erreichen…

        • Es gibt das Recht zu remonstrieren – also aufzuschreiben, was einen stört. Es lohnt sich allerdings nicht das Schreiben auf den Dienstweg zu bringen … Reine Zeitvergeudung.

    • Lieber Andreas,
      würden sich Lehrer hier mit ihrem Klarnamen äußern, liefen sie Gefahr, auch noch persönlich (und nicht „nur“ pauschal) angegriffen zu werden. Es reicht schon der indirekte Bezug zum Themenfeld „Schule“ und das Diffamieren, Beschuldigen, Entwürdigen geht los. Ich lese schon keine Nachrichten, geschweige denn Kommentare mehr zu meinen arbeitsrelevanten Belangen, da es mir wirklich mittlerweile zu schaffen macht. Tagtäglich zu lesen, wie schlecht „die Lehrer“ ihren Beruf ausüben, wie faul, unmotiviert und völlig überbezahlt wir sind – das kann ich nur noch einigermaßen ertragen, wenn ich eine gewisse Distanz dazu wahre. Und dazu gehört auch ein Alias. Nicht auszudenken, würde so über die Schulhomepage meine Dienst-E-Mail greifbar werden. Ich möchte einfach nur meinen Beruf – meine Berufung ausüben und das mit dem bisschen Freude und Motivation, die mir nach wochen- und monatelangen Beschimpfungen in den sozialen Medien geblieben sind. Ich stelle auch keine Ansprüche mehr, keine Dienstrechner, saubere Toiletten, Hygienekonzepte, eine verständnis- und respektvolle Gesellschaft. Ich möchte einfach nur in Ruhe mit den Kindern und Jugendlichen lernen, lachen und sie ein Stück ihres Weges begleiten. Das können andere jetzt gerne als Resignation oder Wegducken interpretieren und kritisieren – ist mir egal.

  3. @ Andreas
    Ja, Sie haben grundsätzlich sehr Recht. Leider haben viele Berichte in den Medien (Stichwort: Lehrerbashing…) Land auf, Land ab nicht dazu beigetragen, als Lehrkraft mutig öffentlich zu protestieren und dabei noch auf Unterstützung der Elternschaft zu vertrauen. Da haben zu viele Eltern das Vertrauen verspielt. Und die anderen Eltern, die der Lehrerschaft Wertschätzung entgegen bringen, haben den negativen Brüllaffen, Besserwissern und Klugscheißern zu leise oder gar nicht widersprochen. Höchstens hinter vorgehaltener Hand. Schade drum! JETZT können nur noch DIE ELTERN aufstehen und aufrecht für die Gesundheit UND die Bildung ihrer Kinder kâmpfen.

    • Kommt halt drauf an, was man als “ gelungen“ empfindet. Das Kernkraftwerk von Tschernobyl lief sogar jahrelang störungsfrei und da kamen “ nur“ 50 Leute ums Leben als es nicht mehr funktionierte. Die anderen sind dann- um im derzeitigen Sprachgebrauch zu bleiben- nicht AN, sondern MIT radioaktiver Strahlung gestorben.
      Nur weil man Gefahren leugnet, heisst es nicht, dass sie nicht existent sind. Und nur, weil es eine Zeit lang gut geht, heisst es nicht, dass dies so bleiben wird. Erst gestern hat das RKI noch einmal eindrücklich vor Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen gewarnt. Das lässt ja eigentlich nur zwei Schlüsse zu: Entweder werden Lehrer und Kinder nicht als Menschen gesehen oder sie werden für nicht schützenswert genug gehalten.

  4. …Ach ja, und wer bei Wikipedia die Definition von „Kohorten“ nachschlâgt, der bekommt einen Eindruck, welchen Stellenwert die Lehrerschaft in den Augen der Kultusministerien hat. Den Link hab ich gerade nicht parat, aber da nachzuschauen ist ja kein Hexenwerk. Traurig…

  5. …Ach ja, und wer bei Wikipedia die Definition von „Kohorten“ nachschlâgt, der bekommt einen Eindruck, welchen Stellenwert die Lehrerschaft in den Augen der Kultusministerien hat. Traurig,…
    Den Link hab ich gerade nicht parat, aber da nachzuschauen ist ja kein Hexenwerk. .

  6. Bei mir a der Schule tragen vielleicht 1% der Schülerinnen und Schüler Masken im Unterricht. Auf dem Schulhof eventuell 5%.
    Aus anderen Schulen in der Stadt höre ich, dass die Schülerinnen und Schüler dort Masken im Unterricht tragen, wo die Schulleitung eine interne Maskenpflicht ausgesprochen hat.
    Meine Erfahrung ist daher an die DRINGENDE Empfehlung von Frau Prien hält sich nahezu niemand freiweillig. Zumindest auf Seite der Schülerinnen und Schüler.

    Und mal ganz im Ernst. Wie will Frau Prien dann bitte nach einer Woche die Maßnahmen eurteilen?
    Die 14 Fälle bedeuten doch nur, dass mindestens 14 Personen Corona aus den Ferien mitgebracht haben. Die Fälle, die sich durch die Verbreitungsmaßnahmen des Ministeriums (Schutzmaßnahmen kann man das ja nicht nennen) ergeben, können wir doch erst frühestens nächste Woche und wahrscheinlicher erst übernächste Woche entdecken.
    Dieser Satz zeigt doch schon, wie wenig sich Frau Prien mit dem Virus auseinander setzt.

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