Auch Hubig verwirft RKI-Empfehlungen zur Abstandsregel im Unterricht

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MAINZ. Eine Maskenpflicht im Unterricht an weiterführenden Schulen wird es in Rheinland-Pfalz nach den Herbstferien in der Regel bei der Corona-Warnstufe Rot geben. Es werde aber auch Ausnahmen für diese Regel geben können, betonte Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig (SPD) am Donnerstag in Mainz. «Es wird keine landesweite Maskenpflicht in Rheinland-Pfalz geben.» Die benachbarten Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg haben eine solche erlassen.

„Schulen sind nicht die Treiber der Pandemie“: die rheinland-pfälzische Bildungsministerin und KMK-Präsidentin Stefanie Hubig, amtierende Präsidentin der Kultusministerkonferenz. Foto: Bildungsministerium Rheinland-Pfalz/Georg Banek.

Es komme, so Hubig, immer auf das Infektionsgeschehen vor Ort und auf die Einschätzung der regionalen Taskforces aus Vertretern der Kommunen, Kreisen und der Landesregierung an. Warnstufe Rot bedeutet mindestens 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen (Inzidenz). Möglich sei mancherorts auch eine Maskenpflicht ab einem Inzidenzwert von 35, wenn die Taskforce dies für hilfreich halte, sagte Hubig. An Grund- und Förderschulen werde der Mund-Nasen-Schutz im Unterricht aber «nur in absoluten Ausnahmefällen» vorgeschrieben werden.

RKI empfiehlt Wiedereinführung der Abstandsregel im Unterricht bei einem Inzidenzwert von 50

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt ab einem Inzidenzwert von 50 Neuinfektionen innerhalb einer Woche auf 100.000 Einwohner für alle Schulen des betroffenen Gebiets eine generelle Maskenpflicht im Unterricht (also auch in Grundschulen) sowie eine Verkleinerung der Lerngruppen, damit die Abstandsregel in den Klassenräumen eingehalten werden kann (News4teachers berichtet ausführlich über die Empfehlungen des RKI für den Schulbetrieb – hier geht es hin).

«Kinder und Jugendliche sind nicht die Treiber der Pandemie», meint hingegen Hubig. Mit Stoßlüften, den Abstands- und Hygieneregeln und mobilen Luftaustauschgeräten in für den Unterricht notwendigen Räumen, die aber nicht gelüftet werden könnten, seien die Schulen gut gerüstet. Diese Geräte seien nur in Einzelfällen notwendig und es sei eine fachgerechte Auswahl entscheidend. Das Umweltbundesamt habe dafür «zeitnah» Empfehlungen angekündigt, denen sie sich anschließen wolle, sagte Hubig. Der Termin sei noch offen.

Seit Beginn der Sommerferien seien an jedem Schultag die Infektionszahlen erhoben worden. Danach habe es nur einen Fall gegeben, in dem eine Corona-Infektion in der Schule übertragen worden sei. Sonst seien die Infektionen in die Schulen hineingetragen worden, vor allem durch Erwachsene. Neben dem Infektionsschutz sei das Recht auf Bildung entscheidend – und dieses sei am besten in Schulen im Präsenzunterricht zu verwirklichen. Wenn Kinder und Jugendliche daran nicht teilnähmen, könnten sie psychische Nachteile haben. News4teachers / mit Material der dpa

Schulen in der Pandemie: Kultusminister missachten das RKI – Länder stellen sich damit gegen die Kanzlerin

 

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27 KOMMENTARE

  1. Wo ist diese Kultusministerin ausgebrochen. Hoffentlich bekommt sie corona und nicht unsere Kinder und deren Angehörige. Und sieht dann was die der Bevölkerung an tut. Inzwischen zeit geht ein in diesem Land die Galle hoch.

  2. Frau Hubig schreibt Folgendes an die Schulleiter*innen:
    „Sehr geehrte Damen und Herren, überregionale Studien und Erhebungen seitens des RKI und eine neue Studie des Bonner Institute of Labor Economics (IZA) zeigen: Kinder und Jugendliche sind seltener betroffen als Erwachsene. Darüber hinaus werden Infektionen oftmals von außen in die Schulen getragen, Schulen sind nicht die Treiber der Pandemie.

    Auch die Untersuchungen unserer rheinland-pfälzischen Gesundheitsämter kommen zu dem Ergebnis, dass in Schulenvor Ort nach den Sommerferien in der Regel keine Ansteckungen stattgefunden haben. Bei den Sekundärfällen, also wenn ein Indexfall eine andere Person infiziert, haben uns die Gesundheitsämter zum Stichtag 7.10.2020 landesweit seit Start des Schuljahres lediglich einen Fall genannt, in dem die Rückver-folgung eine Infektion innerhalb der Schule bestätigte. Das zeigt, dass die Hygienemaß-nahmen an unseren Schulen wirksam sind.Es bleibt deshalb für alle Schulen im Land wichtig, dass der Hygieneplan Corona und die allgemeingültigen AHA-Regeln eingehalten werden. Dazu kommt das regelmäßige Lüften. Das Umweltbundesamt hat eine Handreichung zum Lüften in Schulenerar-beitet, die diesem Schreiben beigefügt ist. Sie entspricht inhaltlich den Lüftungsemp-fehlungen, die wir Ihnen vor den Herbstferien übersandt haben. Lüften bleibt also das A und O –auch in der kalten Jahreszeit.“

    Frau Hubig vertraut auf Statistiker eines privaten wirtschaftswissenschaftlichen Instituts für den Gesundheitsschutz! Und sie ist tatsächlich überzeugt, dass es nicht zu Ansteckungen in Schulen kommt.
    Warum gibt es dann Tausende infizierte SuS und Hunderte infizierte LuL?

  3. Ich frage mich auch in welcher Welt die lebt. Sie hat den Knall noch nicht gehört was Schulen betrifft. Frechheit was sie sich anbahnt dem RKI zu widersprechen.

  4. Oh Junge, wie kann eine studierte Juristin (sogar Dr. jur.), was jetzt nicht unbedingt eine Qualifikation für die Position einer BILDUNGSministerin und KMK-Präsidentin ist, einer solchen Studie so viel Glauben schenken?!

  5. Es wäre gut für diese Dame darüber nachzudenken, dass den Kindern dadurch auch psychische Schäden entstehen. Größeren Kindern kann man keine „heile Welt“ vorgaukeln. Sie wissen was läuft und die Angst vor Ansteckung, oder dass sie das Virus nach Hause weitergegeben geht keineswegs spurlos an ihnen vorbei. Mein Sohn ist 16 Jahre und die Angst ist groß, mich als Hochrisikopatienten zu infizieren. Auch die Erkenntnis dass bei Politikern die Kinder scheinbar eine sehr untergeordnete Rolle spielen, das tut ihnen weh. Sich nicht um die Erwachsenen von morgen zu scheren, sollte man wirklich überdenken…..

  6. Das ist wirklich das Allerschlimmste! Die KM denken wahrscheinlich, das sie einen „Heiligenschein“ tragen und deshalb die Kinder und Jugendlichen in ihre „Lehranstalten“ schicken, damit sie psychisch nicht krank werden.

    Der Hohn ist, dass gerade die Psyche der Kinder und Jugendlichen besonders leidet, wenn man sie jetzt in den Präsenzunterricht zwingt. Es ist unfassbar! Wie können 16 KM über das Leben aller Kinder und deren Familienangehörigen entscheiden und wir können nichts dagegen tun???
    Wann gehen wir endlich auf die Straße und lassen uns das nicht mehr gefallen? Bildungs-statt Schulpflicht und zwar ab sofort für immer!!!

    Ich will in einem freiheitlich-demokratischen Land nicht leben wie ein Entmündigter, der nicht allein handeln oder entscheiden kann.

    Betreutes Denken unterstützte ich in keinster Weise!

  7. Es ist Krank was hier passiert!!!
    Und Kinder sollen dann damit leben das sie Angehörige infiziert haben die vielleicht sterben.
    Lieber zu Hause lernen wo es geht ,dann sind auch gleich die Klassen kleiner.

  8. Es ist unverantwortlich, Schüler ohne Abstand in die Schule zu schicken. Was geht in den Köpfen der Kultus-und Bildungsminister vor? Haben deren Kinder Privatlehrer? Wir leben in einem Haushalt mit einer Risikopatientin. Die Schülerin weiß mir 17 Jahren was auf dem Spiel steht. Sie hat sehr große Angst ab Montag wieder zur Schule zugehen. Denkt vielleicht mal jemand daran was man den Schülern zumutet damit? Immer mit der Angst zu leben sich anzustecken und somit auch die Familie? Dieses Virus verläuft oft genug ohne Symptome. Frage mich was in den Köpfen der KMK vorgeht. Hauptsache ihnen geht es gut. Egal was mit den Schülern, Lehrern und Eltern ist. Weihnachten steht vor der Tür. Also tut gefällig das Richtige. Und hört auf einfach nur den Kopf durchsetzen zu wollen. Das RKI wird bestimmt wissen wo von sie reden.

  9. Wenn ich ständig einen schlechten Job mache, werde ich entlassen. Den Job den die Bildungsminister/innen machen lässt sehr zu wünschen übrig. Wir werden ständig aufgefordert immer mehr Regeln zu beachten, was meiner Meinung auch ok ist. Was aber nicht okay ist ,ist dass die Bildungsminister/innen was Schulen betrifft nicht mitspielen. Ohne Abstand in 30er Klassen. Was soll der Quatsch? Wenn wir uns alle Einschränken sollen, dann bitte auch die Schulen ordentlich mit einbeziehen. Was ist an wöchentlich wechselnden Unterrichtet mit Distanz und Präsenzunterricht so furchtbar schlimm wenn man damit vielleicht komplette Schulschliesungen vermeiden kann?

  10. Sorry dieser Frau wünsche ich nichts mehr nettes. Die ganzen KM und andere Politiker haben sich Luftfilter etc angeschafft und stecken die Kinder in Räume wo nur Lüften gilt. Diesen Menschen ist es egal ob es Tote oder schwer Kranke geben wird. Was spielt es schon für eine Rolle sollte mal ein Kind sterben, ist ja nur eines und nicht meines. . .so denken die doch alle. Denn die Kinder dieser KM etc gehen sicher nicht in die Bunker wo wir unsere Kinder schicken müssen. Das ist ein Verbrechen an uns allen!!!!

  11. Ich möchte gern mal wissen was mit AHA(L) gemeint ist in der Klasse???
    In den Klassen ist in keiner Schule und schon gar nicht in Grundschulen ein Abstand möglich. Hier sitzen wie vorher auch 2 Kinder an einem Tisch. Und ohne Maske!!
    Und wo hat Frau Hubig an die Schulen geschrieben nach welcher Zeit die Masken getauscht werden müssen? Und das bei einem Oberstufenschüler von Unterricht 8 bis 17 Uhr mindestens pro Tag 3 bis 4 Masken gebraucht werden.

    • Abstand- Die Lehrkräfte sollen zu jeder Zeit den Abstand zu anderen Personen einhalten, was jedoch in der Realität nur schwer umsetzbar erscheint – nur eingeschränkt möglich

      Hygiene – Alle waschen sich zu Schulbeginn, nach jeder Pause, vor dem Essen, nach dem Toilettengang und nach jedem Maskenwechsel die Hände (pro Händewaschen etwa 15 min bei kleiner Klasse). – möglich, schränkt aber die Unterrichtszeiten erheblich ein

      Alltagsmaske – bisher vor Ort nur außerhalb des Klassenraumes, an weiterführenden Schulen manchmal auch mehr – eingeschränkt

      Lüften – wird jetzt auf 5 min begrenzt, damit niemand frieren muss – eingeschränkt

      App – unter Grundschülern ist der Besitz eines Handys in unserer Region nicht üblich – entfällt also

  12. Wenn den politisch Verantwortlichen wenigstens ein zweiter Begriff mit L einfallen würde, sie könnten die Luft im Klassenzimmer zumindest als „halal“ einstufen.
    Halal = rein ==> da kann man sich die Luftreiniger sparen.

  13. Ich kann nur von meinen Erfahrungen berichten und die waren bislang (Stand heute) sehr positiv! Es gab bei uns an der Schule keinen Coronafall – weder unter Schülern noch unter den Lehrern (kein Abstand im Unterrich, keine Maskenpflicht im Unterricht). Auch im Umkreis gab es zwar Coronafälle in den Schulen, aber der Virus wurde nicht weitergegeben. Alle Getesteten waren negativ. Wir haben als Lehrer auch eine Schutzfunktion für die seelische Gesundheit der Kinder und wenn ich lese, dass Kinder Angst haben, dass sie jemanden anstecken könnten, dann zweifele ich doch am Verstand der Erwachsenen, die so etwas in die Welt setzen. Aber man muss zweifelsfrei den Hut vor dem Innenministerium ziehen, wir perfekt die Kommunikaktionsstrategie gezogen hat (Strategiepapier vom Innenministerium Wie wir mit Covid 19 umgehen – Seite 13).
    Masken im Unterricht ist absoulte Quälerei für mich als Lehrerin und für Kinder und Jugendlíche 6-9 Stunden ebenso. Das ist ein Verstoß gegen jedes Kinderrecht und auch gegen jedes Unterrichtsprinzip. Wer so etwas fordert, soll es bitte selbst vormachen – auch unsere werten Politiker. Zahlen, die vorgeben, zeigen wie unnützt Masken im Unterricht sind. Die Zahlen der Bundesländer, die nun auf Maske setzen oder nicht, unterscheidet sich überhaupt nicht. RLP 0,02 Prozent der Schüler positiv getestet (Ohne Maskenpflicht im Unterricht bislang), in NRW 0,04 % und in Berlin 0,07 %. Die Studie von Chandini Raina MacIntyre belegt wissenschaftlich, wie gefährlich der unsachgemäße Umgang mit Masken ist. Viele Schüler haben keine gereinigten Masken zur Hand oder fassen sich ständigt ins Gesicht. Eigentlich verstößt Deutschland seit Pandemie-Beginn täglich gegen die UN-Kinderrechtskonvention, die es unterschrieben hat. Das Wohl des Kindes steht überhaupt nicht mehr im Fokus. Völlig unnatürlich werden sogar Grundschulkinder dazu angehalten sich nicht zu berühren und Abstand zu halten. Für die kindliche Entwicklung und ein gutes Sozialverhalten ist Körperkontakt beispielweise unter Freunden absolut wichtig. Es reduziert aggressives Verhalten und fördert auch die Lernfähigkeit. Die non-verbale Kommunikation ist beim Masketragen völlig eingeschränkt, Emotionen können nicht richtig entschlüsselt werden und eigentlich ist die Fähigkeit zu lernen so eingeschränkt. Wir schützen gerade nicht unsere Kinder, unsere Zukunft, sondern wir schützen uns VOR den Kindern. Das ist ein absolutes Armutszeugnis für dieses Land!

    • Wie gut ist es wohl für das Kinderwohl, wenn das Kind als Halbwaise in dem Bewusstsein aufwächst, dass ein Elternteil durch das aus der Schule mitgebrachte Virus verstorben ist?

      Oder soll der Lösungsweg etwa sein, dass man seine Kinder anlügen soll, was die Gefährlichkeit dieser Krankheit angeht?

      Nochmal: Man kann von einem Virus nichts fordern. Man kann sich nicht hinstellen und sagen „Wir brauchen aber xyz und ignorieren das Infektionsrisiko darum“ – das verstößt ganz klar gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit.

      Veröffentlichte Infektionszahlen von SuS sind irrelevant, denn Kinder werden nur in seltenen Fällen getestet (selbst bei Symptomen passiert das im Normalfall nicht). Da sie zudem meist asymptomatisch sind, dürfte die Dunkelziffer bei ihnen deutlich höher sein als bei anderen Altersgruppen.

  14. Besonders „critical“ kann ich Ihren Beitrag beim besten Willen nicht finden…
    Kinder sehen außerhalb der Schule, dass etwas vor sich geht, die meisten Leute Masken tragen und die Erwachsenen sich im Alltag anders verhalten als noch vor ein paar Monaten.
    Glauben Sie allen Ernstes, dass Sie Kinder davon fernhalten können?
    Kinder fühlen sich nur dann sicher, wenn man Ihnen (kindgerecht) die Dinge so erklärt wie sie nun mal sind, sei es nun die Scheidung der Eltern, der Tod des Großvaters, die schwere Krankheit eines Mitschülers etc., denn nur dann haben Sie nicht das Gefühl, einer Situation ohnmächtig ausgeliefert zu sein bzw. sie nicht einordnen zu können. (Beinahe hätte ich „sie“ groß geschrieben)…
    Wenn man Ihnen dann auch zeigt, dass sie aktiv etwas tun können, einen Beitrag leisten können, um die Situation erträglicher zu machen, dann hilft man ihnen.
    Auch dies hat etwas mit Kindeswohl zu tun.
    Und die Existenz dieser Pandemie können wir beim besten Willen nicht wegdiskutieren.
    Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Sie nicht im Schuldienst tätig sind, sorry!
    Sie müssten eigentlich mehr über Kinderseelen wissen, als Sie hier plakativ propagieren.
    Falls dies doch der Fall sein sollte, interpretiere ich Ihre Einstellung als falsch verstandene Überfürsorge.
    Das würde bedeuten: Thema verfehlt!
    Bitte lesen Sie den Beitrag von @Esther Baum s.o…auch dort geht es sehr deutlich um Kindeswohl.
    Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, auf Beiträge wie den Ihren nicht mehr zu reagieren.
    Sei’s drum….hatte heute meinen guten Tag!
    So wünsche ich Ihnen, dass es weiterhin so toll an Ihrer Schule(?)
    laufen wird, so ohne Maske und Anstand, äh Abstand…

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