Elternvertretung sieht die meisten Familien an der Belastungsgrenze

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OSNABRÜCK. Die Eltern von Kita-Kindern in Niedersachsen sehen sich angesichts des Lockdowns laut einer aktuellen Umfrage an der Grenze ihrer Belastungsfähigkeit. Die «Neue Osnabrücker Zeitung» zitierte aus einer bis Freitagabend laufenden Umfrage der niedersächsischen Landeselternvertretung (LEV), wonach mehr als die Hälfte der bislang befragten 9300 Eltern die derzeitige Situation als belastend bis sehr belastend empfinde. Nur 3,6 Prozent der Befragten empfanden den Lockdown als unproblematisch.

Der Tag ist lang und anstrengend – für alle Beteiligten. Foto: Shutterstock

«Mit Blick darauf verstehen wir nicht, dass es nach wie vor keine Langzeitstrategie auf Bundesebene gibt, sagte LEV-Vorsitzende Christine Heymann-Splinter der Zeitung. Die Kinder litten unter den Kontaktbeschränkungen und seien zunehmend verängstigt. Besonders hart seien diejenigen betroffen, die nicht in der Notbetreuung seien. Die werde nur von 38 Prozent der bislang Befragten genutzt. Die Kinder, die zu Hause bleiben müssen, müssten auf frühkindliche Bildung ebenso verzichten wie auf den Kontakt mit Gleichaltrigen. Die LEV-Vorsitzende lobte jedoch, dass Niedersachsen trotz der Beschlüsse auf Bundesebene grundsätzlich daran festhalte, eine breite Notbetreuung anzubieten. dpa

Hört auf, Familien zu Opfern zu erklären! Eltern brauchen jetzt Unterstützung – kein Wehklagen über geschlossene Schulen

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61 KOMMENTARE

  1. Ach kommt Leute, was stellen wir uns auch so dämlich an…scheiß auf die Pandemie und die davon ausgehenden Risiken für die Gesundheit und das Leben tausender Menschen. Über 50- tausend Tote haben wir bereits….“mit einem Messer im Rücken gehen wir noch lange nicht nach Hause!!“ …und jetzt schaffen wir diese ganzen unsozialen und wirtschaftlich schädigenden Beschränkungen ab und leben einfach los … der Nachholbedarf ist offensichtlich riesig…und die Duldsamkeit aufgebraucht…die Welt hat eh ein Problem mit massiver Überbevölkerung und so könnten wir innerhalb von weiteren 14 Monaten die Gesamtbevölkerungszahl um locker ein Zehntel senken. Aber ich will, wenn ich dann noch im Rennen bin kein Gejammer hören, wenn der eine oder andere oder auch ganz viele auf der Strecke geblieben sind.

    Ist bestimmt ganz toll hinterher, man hat viel Platz, es gibt Vollbeschäftigung, die Rentenkasse wird geschont und es wird viel Wohnraum frei…klingt total super, wenn dann der moralische Kanibalismus nicht die schäbigen Reste von Empathie und Ethik verschlungen haben würde. Habe gestern eine Stunde zum Thema Eugenik und Euthanasie gemacht…diese moralischen Deformationen haben zunehmend eine Chance in unserem Land…weil das Leben mit Einschränkungen (zugunsten anderer??) so anstrengend ist. Mir wird grad schlecht…muss mal wohin!!!

    • Andre Hog,
      ich sehe es wie Sie. 50.000 Tote! Moralische Deformation. Sehr richtig. Die Gesellschaft hat völlig den Kompass verloren.
      Vielleicht haben moralisch bankrotte Zyniker berechnet, welchen Vorteil 1000 Tote pro Tag bringen. Einsparung von Renten und Pensionen. Entlastung der Pflegeheime. In meiner Familie heißt es ab sofort nur noch Selbstschutz. Hätte ich schulpflichtige Kinder, ich würde sie nicht in die Schule schicken.

    • Frühkindliche Bildung? Die Erzieher haben aus Überlastung durch die übervolle „NOT“-Betreuung nur noch Zeit für das Nötigste. S-S-S- Sicher, Sauber, Satt… das kriegen manche Eltern aber eben zu Hause nicht hin. Da sollte das Jugendamt tätig werden und in solche Familien eine Familien- oder Haushaltshilfe schicken. Dann kann auch der Alltag wieder organisiert werden.

  2. Frühkindliche Bildung? Im Ernst? Und das geht zu Hause nicht? Das ist eine äußerst seltsame Sicht auf die frühe Kindheit. Und wieso sind die Kinder verängstigt? Wer oder was macht ihnen denn Angst?Kinder in diesem Alter schauen eigentlich keine Nachrichten, Fragen (z.B. zu Masken im Supermarkt) kann man kindgerecht erklären. Wieder frage ich mich: Was ist nur los in unseren Familien, dass die Kinder zu Hause krank werden?

    • In diesen Familien sollte das Jugendamt tätig werden.
      Die Argumente werden immer abstruser, aber die Klagen der Elternvertreter werden hoffentlich für die Kinder, die sie abschieben wollen, gespeichert.
      Denn dann fällt diesen Kindern später die Abschiebung ihrer Eltern ins Pflegeheim leichter.

      Frühkindliche Bildung? Ja, dann lest euren Kindern eben mal was vor. Spielt, bastelt etc mit euren Kindern. Und nein, die Telko ist nicht wichtiger als eure Kinder! Und wovor haben die Kinder Angst? Die Kinder, die wir kennen, haben keine Angst zuhause. Die fühlen sich pudelwohl. Wer sind diese völlig überforderten Eltern?

      • Welche arrogante Sichtweisen hier zutage treten, welch abfälliger Blick auf die Familien mit und nicht gegen die Sie eigentlich arbeiten sollen. Wie bitte sollen denn Eltern Ihren Kinder etwas vorlesen oder Aufgaben mit Ihnen machen, wenn Sie 8 Stunden zu festen Zeiten im Homeoffice arbeiten müssen, in Videokonferenzen, oder ein straffe Tagessoll schaffen müssen. Dazu noch am Vorabend das Mittag kochen usw.
        Sich selbst oder die Kinder öfter oder länger krankschreiben lassen hat in der freien Wirtschaft andere Konsequenzen als in der Beamtenseifenblase und über 30 % weniger Gehalt können sich viele Familien auch nicht lange leisten. Ach stimmt ja, falscher Arbeitgeber,man kann sich ja einen neuen suchen. Macht sich gut in der Krise…

    • Sehr sehr gute Frage, frage mich städig!

      Was stimmt nicht mit unserer Gesellschaft, dass Kinder innerhalb ihrer Familien krank werden? Das kann nicht sein, oder machen wir etwas grundsätzlich sehr falsch.

  3. Wir sind im Krieg. Ist halt so. Nennt sich Pandemie und nicht Ponyhof. Die Familien werden es überleben – wenn sie Kontakte meiden. Viele Menschen leider nicht.

  4. Was haben die eigentlich früher gemacht, als die Familien noch kinderreich(er) waren und es noch kein rundum Betreuungnetz gab? Da waren auch oft beide Eltern berufstätig – nicht weil sie wollten, sondern weil’s nicht anders ging. Meine Eltern sind trotz Nachkriegszeit, großer Kinderschar, berufstatigen Eltern und beengten Wohnverhältnissen tolle, liebevolle, gebildete Menschen mit guten Jobs geworden. Und das obwohl nicht dauern irgendwer um sie rumgeschwebt ist um sie pädagogisch zu fördern.

    • , Und das obwohl nicht dauern irgendwer um sie rumgeschwebt ist um sie pädagogisch zu fördern.“

      Vielleicht WEIL nicht dauernd irgendwer um sie herumgeschwebt ist ?

  5. Na ja, aber die 1. Klasse haben sie doch sicher besucht oder wurden sie von den Eltern trotz Berufstätigkeit zu Hause in den Grundkompetenzen wie schreiben, lesen und rechnen lernen beschult und das so, dass sie am Ende den gleichen Bildungs- und Entwicklungsstand wie ihre Mitschüler hatten? Warum hebt man nicht die Schulpflicht gänzlich auf?

  6. In dieser Situation gibt es leider nur das kleinere Übel . Und das ist eben der Distanzunterricht , bei dem die Kinder zuhause sind . Und ich finde auch , dass sich zunächst einmal die Eltern um ihren Nachwuchs kümmern müssen . Das geht ja nicht schon seit März so : Bis Mitte Dezember waren Kitas und Schulen ja auf . Und seitdem waren bis auf zwei Wochen Ferien . Da wären alle auch ohne Corona zuhause gewesen …

    • Wir kummern uns um unsere Kinder seit März zu Hause. Schulle, top fit, psychisch und physisch top fit. Also bitte, Eltern, macht endlich ihr Job und rettet auch damit die Leben, eure und der Anderen. Macht etwas einmal würdiges in ihrem Leben – statt nur Partys, Urlaube und teuere Geschenke.

  7. Ich könnt schon wieder ko…. .

    Lehrerverband sagt nein. Elternverband sagt ja.

    Und nun?

    Wer am lautesten schreit?
    Wo die meisten vor Corona geschützt sind?

    Niemand zwingt die Eltern, ihre Kinder zu schlagen, sie zu vernachlässigen, sie unbeabsichtigt vor digitale Babysitter zu setzen, sie mit FastFood, Süßigkeiten, Tütensuppen und was weiß ich nicht alles zu „ernähren“. Alles selbst entschieden.

    Und wenn die Kinder zu Hause Angst haben, sind die Eltern der Grund und eine Therapie die Lösung.

    Schon oft gesagt – bisher hat das niemanden, der ernstlich etwas dagegen tun könnte, auch nur im Ansatz interessiert.

    Der Rettungsanker Schule fällt weg und schon werden die Probleme, die es schon sooooo lange gibt erkannt und als Grund für Schulöffnung genommen?!

    Jetzt auf die To-do-Liste setzen – die häuslichen Probleme im Blick behalten (was tun kommt auf die nächste Liste, nachdem zig Arbeitskreise h gähn – gebildet wurden).

    Frühkindliche Bildung – die sind alle prima in digitalen Medien gebildet. Reicht doch. Die sind auf jeden weiteren LockDown vorbereitet. Dumm nur, dass sie kaum etwas als Wortschatz haben und bereits da kein Wert auf Erziehung (durch die ErziehungsBERECHTIGTEN) und Sozialverhalten – das lernt man zuerst in der Familie und leider übernehmen viele Kinder das genau von ihren Eltern – gelegt wird.

    Und da jetzt den Schluss zu ziehen, Kinder aus den Familien, ab in staatliche Erziehungsanstalten ….. Siehe oben, bei Andre Hog

    Eltern sind für ihre Kinder verantwortlich und sollten sie erziehen. Zum Glück gibt es viele, die das gut machen. Die Kinder wachsen gesund auf.

    Vielleicht muss „die Wirtschaft“ umdenken.
    Wir müssen umdenken.
    Und umhandeln.

    Verzicht ist angesagt – nicht drei Autos, nicht jedes Kind jedes Jahr ein neues Handy… Ansprüche senken. Dann kann das klappen.

    • @ Riesenzwerg, dem ist nichts hinzuzufügen, Stichworte „Wohlstandsverwahrlosung“, kann auch Schule langsam nicht mehr kompensieren.

  8. Liebe Betroffene (Eltern)
    Ich (Lehrerin), kann das Jammern bezüglich der „Belastung/Belastungsgrenze erreicht“ nicht mehr hören und noch weniger ertragen.
    Ihr habt Kinder in die Welt gesetzt und wusstet sicher, dass das Leben nicht immer nur „Ponyhof“ spielt.
    Entweder Eltern überschlagen sich mit ihrer übertriebenen und kontraproduktiven Fürsorge für den Nachwuchs bis zur Selbstaufgabe
    oder Eltern vernachlässigen, ignorieren die Bedürfnisse ihrer Kinder, lassen sie mit ihren Problemen allein, sind trotzdem überfordert und genervt.
    Das eine und das andere sind furchtbar und ungesund, aber alltäglich zu beobachten. Die Goldene, gesunde Mitte ist vertreten, aber schwindet.
    Nach 2 Wochen Distanzlernen brechen angeblich viele Eltern förmlich zusammen und beklagen sich permanent über alles!
    MEIN GOTT: viele Kitas sind offen, Erzieher fangen auf, was zuhause vernachlässigt wird und setzen ihre eigene Gesundheit aufs Spiel, Notbetreuung an den Schulen (bin dort selbst eingesetzt) läuft und wird von nicht „systemrelevanten“, zuhause weilenden Eltern missbraucht, wir Lehrer geben uns beim Distanzunterricht die allergrößte Mühe, Abschlussklassen sind in Präsenz an den Schulen, usw., usw.
    Dieses Gejammere der Eltern, das ungerechtfertigte Kritisieren, die Unzufriedenheit auf allen Ebenen, die ungezählten Beschwerdeemails, die Berichte von Schülern, was da zuhause so abläuft nerven nur noch.
    Gebt den Tagen, in denen ihr Eure Kinder versorgen und betreuen müsst, eine klare Struktur, bezieht die Kinder bei den häuslichen Pflichten und Aufgaben sinnvoll ein, geht mit ihnen nach draußen, treibt Sport, kocht mit ihnen gemeinsam, lest Euch gegenseitig vor, spielt und bastelt mit ihnen, schaut gemeinsam fern, gebt ihnen körperliche Zuwendung, lasst sie auch mal alleine etwas bewältigen, schenkt ihnen Vertrauen und das Gefühl, dass sie bei Euch gut aufgehoben sind.
    SIE WERDEN ES EUCH DANKEN!
    Dass von politischer Seite aus keine Unterstützung kommt und wahrscheinlich nicht zu erwarten ist, bringt mich selbst an den Rand der Verzweiflung. Da passiert nichts für den Schutz der Kinder und Lehrer, damit z. B. ein sicherer Präsenzunterricht stattfinden kann. Darauf warte ich seit Beginn des laufenden Schuljahres.
    DAFÜR sollten sich Eltern stark machen, was ja bekannterweise viel mehr bringt, als wenn Lehrer diese Dinge zwecks Arbeits- und Gesundheitsschutz fordern. Wir werden dafür eher abgestraft und moralisch verunsichert und klein
    gemacht . Es macht eher Sinn, kleine Lerngruppen, effektive Luftfilter usw einzufordern.
    Seid da für Eure Kinder,
    hört auf, Euch auf sehr hohem Niveau zu beklagen,
    überprüft Euren eigen Umgang, Eure Strategien mit/in der Situation
    und genießt das Zusammenleben mit Euren Kindern in dieser Zeit!!!
    Schulen und Kitas sind keine Aufbewahrungsstätten in Zeiten der Pandemie, wir haben alle ein Recht auf Unversehrtheit und JEDER muss sich seiner Situation stellen.
    Rike

    • @Rike: Man kann es kaum besser formulieren‘ als du es hier gemacht hast‘ incl der konstruktiven Vorschläge . Warum muss sowas auch noch von uns LuL kommen…warum scheinen einige / viele(??) Eltern nicht mehr von selber darauf. Für jeden Scheiß braucht man in diesen Land einen „Führerschein“ (Mofa, Internet, Drohnen, usw. usf.) aber Kinder darf jeder Depp ohne irgendeine irgendwie geartete Qualifikation oder einen Kenntnisnachweis in die Welt setzen. Da darf es uns nicht wundern, dass bekannte Phänomene, wie der Kevinismus und unerträgliches Gehelicoptere um sich greifen. Genau diese Leute sind es, die uns LuL am Elternsprechtag ihre besonders verhaltensoriginellen Bratzen als hochbegabte Einsteins verkaufen wollen. Und wenn dann zuhause durch eigenes Unvermögen der Baum brennt ist natürlich wieder die Schule verantwortlich und zuständig. Verliere zuweilen in solchen Situationen nach über 25 Dienstjahren die Contenance…und habe kein schlechtes Gewissen mehr dabei. Das habe ich mir mittlerweile antrainiert…hauptsächlich zugunsten meiner eigenen Psychohygiene.

  9. Ich bin zugleich Lehrerin und Mutter und eigentlich Lockdown mit Distanzlernen Befürworterin (zumindest in der aktuellen Situation)! Aaaaaaaber:

    Ich fühle mich tatsächlich an meiner absoluten Belastungsgrenze. Wurde im ersten Lockdown noch von Entschleunigung gesprochen, kann ich jetzt nur noch eine Beschleunigung des Alltags feststellen.

    Den ganzen Tag hetze ich den eigenen Aufgaben und Terminen sowie den Aufgaben und Terminen meiner eigenen Kinder hinterher. Homeoffice als Lehrer kollidiert permanent mit dem Distanzlernen der eigenen Grundschulkinder, die obwohl sie sehr selbstständig sind, die Aufgaben und Videokonferenzen natürlich nicht alleine bewältigen können. Ich bin den ganzen Tag von 9 Uhr bis 21 Uhr mit Schule beschäftigt. Obwohl ich mich selber für sehr taff halte, ich kann nicht mehr.

    Notbetreuung für meine eigenen Kinder kommt für mich nicht in Frage, auch meine Kinder haben ein Recht auf Infektionsschutz. Außerdem werden sie dort nur betreut, die vielen Aufgaben müssten wir also dann nachmittags/abends trotzdem noch zusammen machen. Also lasse ich sie Zuhause und versuche jeden Tag 150% Arbeitseinsatz zu geben auf allen Ebenen, um allen Aufgaben (schulischer und privater Natur) gerecht zu werden.

    Woran liegt dieser Stress, hat es sich im ersten Lockdown doch anders angefühlt? Es war einfacher! Aber warum???

    Es liegt in meinen Augen zum Einen daran, dass Distanzlernen nun oft viel zu ehrgeizig angegangen wird. Meine Kinder werden mit Aufgaben bombadiert, Freunde und Kollegen berichten von ihren Kindern das gleiche, ein flächendeckendes/bundeslandübergreifendes Problem. Für arbeitende Eltern (egal welche Berufsgruppe) gar nicht zu leisten. Wenn leistungsstarke Kinder das Tagespensum an Arbeit nicht schaffen, ist das Ziel eindeutig zu ehrgeizig. Lernen macht gar keinen Spaß mehr, es ist nur noch Stapel abarbeiten. Einen Text zweimal lesen unmöglich, man schafft sonst die restlichen Aufgaben nicht.

    Ein weiteres Problem: Man will außerdem auf biegen und brechen digital sein, da wird in der Sek 1/Sek 2 teilweise nach Stundentafel unterrichtet und selbst die Grundschüler müssen nun wöchentlich eine Vielzahl an Videokonferenzen absolvieren. Dabei sei erwähnt: Videokonferenzen ab dem 4./5. Schuljahr mag für Kinder noch ganz witzig sein, für meinen Erstklässler ist es aber purer Psychoterror. Ein sechsjähriges Kind, welches in diesem Alter eigentlich erst einmal mit EINER Person telefonieren lernen sollte, soll nun mit ZEHN weiteren Kindern Videokonferenz machen, daneben sitzen die Mamas, also mindestens insgesamt ZWANZIG Zuhörer. Leistungsdruck pur!!! Mein Kind umklammert meine Hand: „Hoffentlich komme ich nicht dran Mama.“ Natürlich muss mein Kind nichts sagen wenn es nicht möchte, aber peinlich berührt und bloß gestellt fühlt es sich trotzdem, wenn es die „Aussage“ in der Videokonferenz verweigert.

    Was den Druck nun noch zusätzlich verschärft ist, dass die Kinder tatsächlich zunehmend unzufrieden sind, ihre sozialen Kontakte nicht wie gewohnt pflegen zu können. Da Freizeitgestaltung nun sehr eingeschränkt funktioniert, sind die Eltern nun tatsächlich noch mehr in der Rolle, die Familie bei Laune halten zu müssen. Kinder haben außerdem Ängste durch die Extremsituation Lockdown und durch die Angst vor Corona, diese Ängste müssen nun aufgefangen und verarbeitet werden, in der Regel geschieht dieses Auffangen durch die Mütter.

    Ich beschäftige mich gerne mit meinen Kindern und genieße die gemeinsame Zeit, aber diese Situation, in der wir uns gerade befinden, ist belastend für Familien. Das hat rein gar nichts damit zu tun, dass Eltern sich nicht beschäftigen wollen. Familien sind belastet, weil die Situation eine Extremsituation ist und weil die Anforderungen an Familien zu hoch sind.

    Ich muss als Lehrerin und Mutter dann doch einmal für die Eltern sprechen. Eltern leisten gerade enorm viel, werden aber gerne wenn sie „jammern“ in die Schublade „unwillig“ oder „unfähig“ einsortiert. Mit der Haltung „Eltern sollen sich halt auch mal kümmern“ macht man es sich zu einfach. Die Situation erfordert mehr als kümmern, die Situation erfordert einen 24h Job, 7 Tage die Woche.

    Eine Lösung für dieses Dilemma sehe ich leider auch gerade nicht. Wir befinden uns in diesem Lockdown, der in meinen Augen notwendig ist. Aber vielleicht muss ein Umdenken stattfinden, Ziele und Ansprüche dürfen nicht zu ehrgeizig definiert werden. Vielleicht sollte doch überlegt werden, ob man dieses Schuljahr werten kann, um den Schülern, Lehrern und Familien den Leistungsdruck zu nehmen. Aber dies ist ein anderes Thema…

    Wichtig ist mir an dieser Stelle einmal festzuhalten:
    Für Eltern ist die Situation nicht einfach. Und das hat rein gar nichts mit Jammern zu tun.

    • Dieses Problem lässt sich sehr gut mit gestaffelten Abgabeterminen entzerren. Fächer, die nur einmal die Woche unterrichtet werden, Abgabetermin Freitag, Hauptfächer nach Möglichkeit zur nächsten Stunde. Wochenaufgaben sind ebenfalls eine Möglichkeit in den Hauptfächern (Sprachen) und einigen Nebenfächern (Sachunterricht/Bio/Geo…) den Stress zu nehmen.
      Diese Möglichkeit ist für viele passend und kosten weniger Nerven.
      Die Frage ist nur, wie man es sich selbst zukommen lässt.

    • OH, ich bin so froh, dass ich mich Ihren Ausführungen komplett und uneingeschränkt anschließen kann!

      Als Mutter einer Jugendlichen sowie eines Kindergartenkindes, die seit März 2020 ausschließlich im Homeoffice arbeitet und die Kinder beide sehr viel lieber zuhause lässt, als sie ungeschützt in Schule oder Kita zu setzen, da bin ich gerade so etwas wie glücklich, dass ich eine andere Mutter gefunden habe, die die Dinge so toll beim Namen nennen kann.

      Gerade weil wir unsere Kinder lieben, wollen wir sie nicht einfach so in die Schule oder den Kindergarten schicken – auch wenn der Chef so langsam nicht mehr verstehen mag, dass ich die Notbetreuung nicht in Anspruch nehmen werde. Da vermassle ich lieber so manchen Anruf, wenn die Kleine gerade bei mir sein mag und ich bemühe auch nicht stundenlang PC oder TV, sondern wechsele mich mit meinem Mann (ebenfalls und glücklicherweise Homeoffice) so gut ab, wie es die Kinder und die Jobs zulassen.

      Dabei gehen wir Eltern aber schon irgendwie vor die Hunde, und die 24 Stunden des Tages sind verdammt kurz geworden.
      Gehört man dann selbst noch zur Risikogruppe, fühlt man sich schon ganz schön allein gelassen.

      Und dass Kinder Angst bekommen, das mag auch daran liegen, dass sie UNSERE Ängste und Sorgen mit ihren feinen Antennen sehr gut wahrnehmen, aber leider gar nicht gut einordnen, geschweige denn verarbeiten können.

      Es ist wirklich eine belastende Zeit, und an meinen Nerven zerrt ganz besonders die Tatsache, dass (ich komme aus BW) hier Corona für Kinder und Jugendliche dermaßen verniedlicht wird, dass es keinerlei Interesse für Gesundheitsschutz an Schulen und Kitas zu geben scheint (obwohl da ja auch Erwachsene arbeiten…) und dass man dann noch abgestraft wird mit der Bemerkung „Sie wollten doch Kinder, dann wussten Sie ja, worauf Sie sich eingelassen haben“.

      Nee! Zum Glück sieht man unter meiner FFP2 meine Mimik nicht sooo doll !

    • Toller post, Momo, danke. Das kommt mir bekannt vor. Zumal ich eine Arbeit habe, in welcher erwartet wird, dass ich 8 bis 16 Uhr uneingeschränkt verfügbar bin und jederzeit reagieren und kommunizieren kann. Und eine stabile Verbindung habe, was schon schwierig sein kann, mit Online Unterricht parallel. Wir ordnen das Tagessoll, wir helfen, erklären, korrigieren, schicken ein, vereinbaren, kochen, trösten und bespassen für die Kinder, fungieren als Spielkameraden, Eltern, Pädagoge, Trainer und bald auch Psychologe. Parallel zum arbeiten und Haushalt. Natürlich sind wir gereizt, hängen zu eng aufeinander, sind fertig, überfordert und die Kinder leiden, weil wir nicht mehr einfach ihre Eltern sind, die zu Hause Zeit haben.
      Aber wir sind ja nur unfähig und ein Fall fürs Jugendamt. Danke für diese wertvolle Erkenntnis, liebe lehrer.

  10. Liebe Momo,
    vielen Dank für diesen Post, der eigentlich wirklich vollkommen die Situation trifft.
    Einzig zu ergänzen wäre, dass bei ausgesetzter Präsenz das Zu-Hause-Behalten der Kinder eben LEIDER nicht so leicht ist, wie von einigen hier angenommen.
    Ich (selbst auch in der Lehre (Uni) tätig ) möchte meine Kinder aktuell auch keinesfalls in die Notbetreuung geben, um dem lockdown auch einen Sinn zu geben und sie zu schützen. In meinem Bekanntenkreis sind die Notbetreuungen z.t. so voll, das man fast bei der regulären Gruppenstärke ist. An diesem Punkt, wir es dann albern.
    Es müsste dahin zurückgehen, dass nur systemrelevante Berufe die Notbetreuungen nutzen dürfen.
    Aussetzen der Präsenzpflicht bei laufendem Unterricht ist hingegen insofern schwierig, weil die Entscheidung, das Kind zu Hause zu lassen dann von den Eltern getroffen wird. Aber so viele Arbeitgeber, die freudig sagen: „Ja klar, machen Sie gern Homeoffice, sind Sie weniger produktiv und können nicht zwangsläufig dann funktionieren, wenn wir eine Videokonferenz ansetzen, weil Sie parallel einem Kind das 6. Arbeitsblatt am Tag erklären und beim anderen dafür sorgen müssen, dass es trotz technischer Probleme am Online-Unterricht teilnehmen kann“, gibt es leider nicht.
    In diesem Fall trifft der einzelne die Entscheidung und muss sich dafür selbst beim Arbeitgeber rechtfertigen, der dann zustimmen oder – wie bei uns schon im Herbst geschehen – ablehnen kann.
    Bei einer m.E. absolut notwendigen Schließung der Schulen (auch der Grundschulen) bis mindestens Mitte/Ende Februar, kann man ganz klar argumentieren. Man MUSS Homeoffice machen und fertig. Alles andere ist wieder nur nichts Halbes und nichts Ganzes.
    Ich wünsche weiterhin allen gutes Durchhalten.
    PS.: Ich frage mich ja, wie die Politik meint, dass die Kinder damit klar kommen, wenn sie das Virus aus der Schule in ihre Familien schleppen und sich dann Angehörige anstecken und schwer erkranken. An unserer GRUNDschule gab es bereits solch einen Fall…

    • Nur system relevante? Ist bei uns so. Aber für die anderen Eltern ist es nicht weniger schlimm. Sie müssen auch arbeiten und benötigen das volle Einkommen….

  11. @momo
    So schätze ich die derzeitige Situation auch ein für viele Familien. Gut auf den Punkt gebracht. Ich frage mich, wie das Familien mit langsameren oder /und leistungsschwächeren Kindern schaffen sollen.
    Da muss wohl Druck rausgenommen werden.

  12. Es gibt keine langsame Kinder (und wenn schon, dafür gibt es bestimmte schulische EInrichtungen.. im Freundschafstkreis haben wie ein Mädchen..).

    Heutige Kinder werden dafür trainirt mindestens 20 beste Freunde haben, Partys zu feiern und cool zu sein, aber nicht durch tolle schulische Leistung oder durch Schach oder Instrumente zu spielen, weil das nämlich nicht mehr coll ist.

    Also bitte. Und das fängt heute schon alles im Kindergarten und in der Grundschule an. Sogar von diesen Einrichtungen werde es gepflegt und unterstützt und von Eltern fast apsolut akzeptiert und mitgemacht.

    Gehirn ist wie ein Muskel und muss trainiert werden, und zwar von klein an.
    Im Alter von 10 Jahre anzufangen ist schon etwas spät.

    Das ist die nächste Pandemie heutiger Gesellschaft.

    • Natürlich gibt es langsame Kinder (ich habe 2 davon). Sie denken lange nach, bevor sie etwas machen, arbeiten sehr sorgfältig und brauchen sehr lange. Zum Glück sind beide auf einer Waldorfschule. Sie haben tolle Aufgaben für zu Hause bekommen, wir Eltern haben viel Mitspracherecht, häufigen Kontakt zu den Lehrern und es ist nicht schlimm, wenn etwas mal nicht klappt. Auch in meiner eigenen Grundschulklasse versuche ich den Druck rauszunehmen. Wichtiger als das xte Arbeitsblatt ist es, dass die Familien gut durch diese Zeit kommen. Und wenn die Kinder dann noch ein Buch lesen, mit den Geschwistern oder Eltern mal ein Spiel spielen, dann verliert auch niemand etwas in dieser überschaubaren Zeit.

    • Keine „langsamen“ Kinder?!
      Sowohl meine Erfahrung als Lehrerin als auch als vierfache Mutter lehrte mich etwas anderes. Schon von der Veranlagung her sind Kinder grundverschieden. Das lässt sich schon lange vor der Einschulung erkennen. Auch Begabungen sind, selbst bei Geschwistern, oft sehr, sehr unterschiedlich ausgeprägt.
      Im Grundschulalter zeigt sich das dann in einer enormen Heterogenität der Schüler , und nein, man kann nicht alles im Vorschulalter trainieren, und nicht jedes Kind ist lernbehindert, wenn es in einem Bereich mehr Zeit braucht.
      Im Moment, in dieser Pandamie, ist angesagt, den Focus auf das Wesentliche zu legen, unter Umständen nach dem Motto „weniger ist mehr“. Es kommt jetzt nicht drauf an, in jedem Nebenfach jedes Detail zu lernen. Wichtig ist, den Focus auf Lerninhalte zu legen, die aufeinander aufbauen , also Mathematik und Sprachen. Eltern von mehreren Kindern müssen ja auch noch daheim das Lernen koordinieren können.

    • @Monika, BY

      Liebe Monika,

      in weiten Teilen stimme ich Ihnen zu, bis auf einen Punkt:
      „Das ist die nächste Pandemie heutiger Gesellschaft.“

      Es ist eben nicht die „nächste“ Pandemie, denn diese Pandemie, eine soziale, läuft schon seit etwa 20 Jahren …
      Anfangs war es ein leises Hintergrundrauschen, es waren wenige Kinder, die sich wie „Prinzen und Prinzessinen“ (damals der beschönigende Ausdruck dafür) verhielten, weil sie genau so erzogen worden sind. Auch damals handelte es sich oft um Einzelkinder, so dass also privat kaum Kontakte zu anderen Kindern vorhanden waren, das Einzelkind damals oft schon ein (Prestige-)“Projekt“ war, zum Erfolg verdammt. Allerdings wurden diese Kinder oft noch „aufgefangen“ vom System Schule, denn diese Kinder (Eigentlich sind DAS die sozial benachteiligten Kinder!) hatten ja noch das Glück, dass die „durchschnittlichen“ Kinder, die nicht perfekt sein sollten/mussten, Orientiertung boten und andere (kindliche) Sichtweisen vermittelten.
      Dieses Verhältnis kippte irgendwann immer mehr zu „halbe/halbe“ in einer ganz gewöhnlichen Schulklasse.
      Und danach ging es rasant bergab!
      Immer mehr Erziehungsaufgaben, aber dazu auch noch Organisatorisches und Verwaltungsaufgaben … (Schule muss …! Schule muss auffangen …! Schule muss XXX anbieten …!)
      Eigentlich macht jeder Lehrer mittlerweile mehrere Jobs und schiebt auch regelmäßig Doppelschichten.
      Es hat einen Grund, warum es einen Lehrermangel gibt, seit vielen Jahren.
      Seltsam, dass das niemand mehr machen möchte? – Nein, nur die logische Folge.
      Und auch das ist ein Teil dieser „Sozial-“ und „Ich! Ich! Ich!“-Pandemie unserer Gesellschaft.
      Aber dieses Karussell dreht sich auch schon seit Jahren. Nur ist es kein leises Hintergrundrauschen mehr. Es ist „knallt und fetzt“ seit 10 Monaten, so dass es nicht mehr ignoriert werden kann.
      Man muss gespannt sein, wie es weitergeht und wo wir als Gesellschaft stehen werden in 6 oder 12 Monaten …

    • Das ist eine sehr verallgemeinernde Sicht und abfällig Sicht…. Mein kleiner spielt siedler, mein grosser Schach. Er liest und zockt, fährt Fahrrad und schreibt, trifft Freunde und schaut fern, was soll das? Trotzdem und gerade deswegen ist homeoffice mit den beiden längere Zeit kaum zu stemmen. Der kleinere ist völlig unausgelastet und der grosse braucht Unterstützung bei der Schule. Einmal die Woche gibt’s Aufgaben, die wir strukturieren und korrigieren. Parallel zu homeoffice und Haushalt und kita kindbetreuung…. Langsam oder nicht ist egal..

  13. Was wir hier erleben, ist eine eindeutige Priorisierung zugunsten der Alten und zulasten von Bildung und Wohlergehen der Jungen. Kinder werden zu Hause belassen ohne jegliche Anregung, wobei im Altenheim lustig Besuch empfangen wird und auf dem Markt die Rentner lustig zahlreiche Schwätzchen halten und Sonntags in die Massenveranstaltung Kirche gehen. Da wird natürlich nach der Messe auch noch lustig geschwatzt. Fußpflege, na klar, auch für die Alten, wie immer. Muss ja sein!.
    Wenn ich dann hier die unqualifizierten Kommentare in die Richtung lese, wer Kinder hat, muss sich auch kümmern, zweifle ich doch echt am Verstand dieser Menschen. Der Bildungsauftrag lag zu keiner Zeit bei Eltern. Auch nicht nach dem Krieg! Aber Familie sind wohl nicht so zahlreiche Wähler wie Alte. Früher reichte eine rudimentäre Bildung für den Arbeitsmarkt aus, heute nicht.

    • @ Elsa, der Bildungsauftrag liegt bei der Schule, aber der Erziehungsauftrag bei den Eltern. Wer sein Kind mit einem Jahr in die Kita gibt, um Vollzeit arbeiten zu können, stellt den Karriereanspruch vor den Erziehungsauftrag. In der freien Wirtschaft ist es schwer mit dem Wiedereinstieg. Und hier müsste die Politik ins Spiel kommen: höhere finanzielle Unterstützung für Elternzeit, gesellschaftliche Anerkennung für Eltern, die für ihre Kinder zu Hause bleiben, statt Propagierung von Karrieremenschen, die nebenbei noch 4 Kinder „wuppen“. Zum Rumhacken auf den „Alten“: jeder hat Recht auf Leben und alte Menschen werden nun mal als erstes geimpft und berücksichtigt, weil sie die Intensivstationen füllen und am ehesten am Virus sterben. Auch Sie werden mal alt.

    • „Was wir hier erleben, ist eine Priorisierung zugunsten der Alten und zulasten von Bildung u. Wohlergehen der Jungen“ Davon abgesehen, dass noch nicht alle Faktoren die schwere Verläufe begünstigen, ermittelt werden konnten( es versterben und erkranken schwer auch gesunde junge Menschen),gehören viele Risikogruppenzugehörige zu einer Altersgruppe die noch im Erwerbsleben steht. Der 40 jährige Erzieher mit Diabetis, die 52 jährige Mutter für die eine Chemotherapie lebensnotwendig ist…..Noch nie drüber nachgedacht? Was mich auch verstört ist „Kinder werden zu Hause gelassen ohne jegliche Anregung“ Ist das bei ihnen so? Bei uns nicht! Die Solidargemeinschaft zahlt für uns Eltern jetzt weitere Kinderbetreuungstage und natürlich haben wir auch zu leisten. Was ist daran so schlimm sich jetzt empathisch auf seine Kinder einzustellen und sie ( falls nötig) beim homeshooling und Freizeitgestaltung zu unterstützen? Anstrengend ist das zeitweise schon, aber welche Alternativen bieten sich denn? So viele Infektionen zulassen, bis sich eine Mutante entwickelt hat die die Wirkung der neuen Impfstoffe unterwandert? Einfach zusehen wie die Alten und Krankenpflege vor Erschöpfung kollabiert?

    • @Elsa

      „Kinder werden zu Hause belassen ohne jegliche Anregung“

      Liebe Elsa,
      Sie sind dem Problem schon ganz dicht auf der Spur:
      – zu Hause
      – ohne jegliche Anregung.

      Klingeling?

      Tipp:
      „Bildung und Wohlergehen der Jungen“, fein.
      Erziehung beginnt … wo? Erziehung ist originär wessen Aufgabe?
      „Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.“
      (Art. 6 GG)
      Alle schreien, dass die Grundrechte eingeschränkt sind.
      Bei Art. 6 GG brauchte es aber kein Corona, denn das ist vielen – ja, auch wenn Sie es nicht gerne hören: vielen – Leuten schon seit Jahren lästig, darum wurde es „outgesourct“.

      „zweifle ich doch echt am Verstand dieser Menschen. Der Bildungsauftrag lag zu keiner Zeit bei Eltern. Auch nicht nach dem Krieg! Aber Familie sind wohl nicht so zahlreiche Wähler wie Alte. Früher reichte eine rudimentäre Bildung für den Arbeitsmarkt aus, heute nicht.“

      Familien haben kein Wahlverbot, oder stand das in der „Bild“ oder in „sozialen Medien“?

      „Bildung“ und „Erziehung“ sind 2 unterschiedliche Dinge, beide sind wichtig.
      Aber welches ist die Grundlage des anderen? Was kommt sinnvoller Weise (!) zuerst, damit das 2. überhaupt stattfinden kann?

      Nicht am Verstand zweifeln.
      Ihn zu benutzen, beinhaltet wenigstens die Möglichkeit zum Erkenntnisgewinn.

  14. Es ist für alle Beteiligten gerade grenzwertig.
    Wir, Lehrerehepaar, drei Kinder (Kindergarten, 8 Klasse, 11. Klasse) gehen gerade auf dem Zahnfleisch.
    Sonntag, 12.49 Uhr: Wir sitzen wie gestern im Arbeitszimmer. Aufträge für die nächste Woche haben wir gestern online gestellt, heute ist Nachsehen und Bewerten der eingereichten Schülerarbeiten der letzten Woche. Ab morgen dann wieder im Präsenzunterricht mit den Abschlussschülern, die wegen der Abschlussprüfung gerade nur Hauptfach erhalten, was meine Frau und ich haben.
    Familienleben gab es zuletzt um Weihnachten rum, ansonsten ist von morgens bis abends nur Unterrichtsarbeit angesagt.

  15. Ich habe gerade alle Kommentare durchgelesen und fast immer gedacht:“ Da haben sie recht und da haben sie auch recht!“ Vielleicht liegt die Lösung (Wahrheit hat jeder seine eigene) in der Mitte. Es ist sicher für niemanden gerade leicht. Weder für die Lehrenden noch für die SuS noch für die Eltern und nur mit einer angemessenen Kommunikation untereinander kann man den Druck auf alle Parteien vermindern und nicht zusätzlich erhöhen.
    Also den Lehrenden höflich mitteilen, dass sie das Pensum bitte niederer ansetzen. Die sind vielleicht grad übermotiviert oder auch überfordert mit Onlineunterricht. Und zudem ein bisschen Geduld und Gelassenheit auf allen Seiten- wir müssen gerade alle etwas Neues lernen und das dauert einfach ein bisschen, bis es flutscht. Nach drei Wochen online sind auch die Kids zunehmend selbstständiger und kommen mit den Anforderungen besser zurecht. Wenn wir alle 100% Leistung von allen Beteiligten erwarten, wird das nichts. Und falls die Noten dieses Jahr nicht so gut sind, geht die Welt auch nicht unter, dafür ist das deutsche Bildungssystem zu vielfältig, als dass damit gleich Lebenschancen verloren wären. (Selbst in der 11.Klasse sitzengeblieben und trotzdem Akademikerin geworden).

    Also weniger klagen, mehr miteinander kommunizieren und zuerst auf die eigenen Möglichkeiten schauen, etwas an der Situation zu verbessern, statt Schuldzuweisungen, würde uns schneller zu einer erträglichen Situation für alle bringen.

    • „(Selbst in der 11.Klasse sitzengeblieben und trotzdem Akademikerin geworden).“

      Vermutlich liegt in diesem eingeklammerten Satz der grundlegende Denkfehler, womit ich @Katharina Partosch nicht zu nahe treten möchte. Ich sehe diese Grundeinstellung eher als gesamtgesellschaftliches Problem. Es gibt nicht umsonst den oft kolportierten Satz (in Behörden), dass die Menschwerdung erst jenseits der A13 (Besoldung) anfängt.

      Eine A13-Stelle im höheren Dienst erhält eben nur derjenige, der ein Hochschulabschluss und ein Referendariat erfolgreich abgeschlossen hat. In dem genannten Satz über die Menschwerdung steckt ja die Grundüberzeugung, dass alle unterhalb von A13 allenfalls subalterne Kreaturen sind.

      Und diese Einstellung findet sich ehrlich gesehen in allen Branchen abseits der öffentlichen Verwaltung im Wirtschafts-/Berufsleben. Nur was ist der Volljurist z.B. bei einer IHK oder HWK den „wert“ ohne die vielen Gesellen und Meister, die ja alle keinen akademischen Abschluss haben? – Der gesellschaftliche „Wert“ ergibt sich eben nicht aus dem monatlichen Entgelt.

  16. Ich schäme mich für solche Leute und solche Gedanken.

    Diese Alten sind uns das Leben geschenkt, für uns gearbeitet, für uns sich geöpfert, auf vieles wegen uns verzichtet. Zumindest die, die Kinder haben / hatten.

    Manche Eltern sollen sich später wirklich keine Gadenkan machen, warum eigenes Kind nicht mehr nach ihnen fragt.

    Traurig.

  17. @Cornelia: Bei langsameren und leistungsschwächeren Schülern wird der Druck rausgekommen…
    Schule verteilt Nachteilsausgleiche auf Antrag der Eltern, als gäbe es kein morgen mehr. Viele Eltern knicken sofort ein, wenn Forderungen an ihre Kinder „zu viel, zu schwierig und zu aufwändig und zeitintensiv sind.“ Ich weiss wovon ich rede… Habe fast 40 Dienstjahre hinter mir und kann Tendenzen sehr deutlich wahrnehmen. Viele Kinder sind von Haus aus nicht mehr leistungsbereit und entwöhnt, sich Aufgaben zu stellen und diese zu Ende zu bringen. Bei jeder noch so geringen, selbstverständlichen Leistung wird gelobt, dass es für einen unbeteiligten Betrachter schon peinlich wird.
    Tip: Druck herausnehmen?! und eine passende Schulform wählen, bitte!

    • Ja, ich vertrete die Meinung, dass in Familien, in denen die Situation so ist wie Momo beschreibt, Druck herausgenommen werden muss. . Ich stehe zwar ganz hinter diesem harten Lockdown, ich hielt ihn schon längst für überfällig, aber ,je nach Familienstruktur, wird es schwierig sein. Mehrere Kinder, 2 oder 3 in der Grundschule…ja, das gibt es auch. Gleichzeitig mehrere jüngere Kinder bei Videokonferenzen unterstützen, jede Menge analoge Aufgaben ausdrucken, zuordnen, überwachen, die Kinder immer wieder zum Dranbleiben motivieren, vielleicht noch ein Kleinkind oder Home-Office…
      Ich weiß, es klingt sehr allgemein, „Druck herausnehmen“. Das muss man differenzieren. Manchmal reicht es, ETWAS Druck herauszunehmen, manchmal mehr, jeder Lehrer kennt seine Klasse am besten. Und natürlich gibt es auch Grundschüler, die ohne besondere Hilfe zurecht kommen. Ich rede hier hauptsächlich von Familien mit jüngeren Kindern, bei älteren ist die Situation anders, sie finden sich ja auch besser digital zurecht.
      Das mit dem mittlerweile inflationären Gebrauch des Nachteilsausgleichs ist eine Sache für sich, die Ausnahmesituation der Pandemie ist für alle nicht einfach, da spielen viele Faktoren herein.

    • Langsam bedeutet doch nicht gleich leistungsschwächer. Schade, wenn man nach so vielen Jahren immer noch so undifferenziert denkt. Vielleicht würde es vielen ganz gut tun, erstmal nachzudenken und dann zu handeln….

  18. Genau Elsa@
    Der Bildungsauftrag obliegt der Schule!
    Und den erfüllt sie unter teilweise sehr schweren Bedingungen, da Motivation, Anstrengungsbereitschaft, Verlässlichkeit..
    durch den mangelhaft ausgeführten Erziehungsauftrag mancher Eltern nur „in Ansätzen ausgeprägt“ zugrunde liegt.
    Aber eigentlich wollte ich etwas sagen zu Ihrem Vorwurf der „Priorisierung der Alten zulasten der Bildung und des Wohlergehens der Jungen“.
    Diesen Text von Ihnen muss man sich mal genau durchlesen… Die Kinder säßen ohne Anregung zuhause??? währenddessen die Alten schwatzen (sicherlich und dann mit Maske) und gehen zur Fußpflege und Messe (oh Gott).
    Und dann kommen noch dazu Lehrer daher, die die unqualifizierte Meinung vertreten , dass sich viele Eltern nicht genug um ihren Nachwuchs kümmern, (u.a. nicht genug Anregung geben….)
    So eine Wertung über die Alten hab ich noch nicht gehört!!! Einfach nur daneben….
    …. und dass Kinder ohne Anregung zuhause hocken, ist NUR das Problem betroffener unfähger Eltern, die es eben nicht schaffen, den Alltag ihres Kindes SINNBRINGEND zu gestalten. Sorry, aber das Problem ist zu offensichtlich und bekannt…
    Man möchte nur noch schreien und weinen.
    Mach ich aber nicht, das bringt nämlich nichts….. die Wahrheit.

    • Ihre Antwort enthält nicht weniger Verallgemeinerung. Klar, es liegt an der Unfähigkeit der Eltern. Beide Sichtweisen sind daneben….

  19. Die Fragen dieser Umfrage zu lesen, dass wäre spannend.

    Umfragen können immer zu eigenen Gunsten beurteilt werden.

    Wie lautete die Frage nach der Angst der Kinder?

    Haben sie mit den Kindern jetzt mehr Arbeit als vorher? Oh Wunder das wären wohl 100%.

    Möchten ihre Kinder lieber Geburtstage feiern, oder zu Hause bleiben? Oh Wunder, auch hier 100 %.

    Ich kenne die echten Fragen nicht, aber Umfragen zu deuten ist sehr komplex.

  20. Liebe Mutter@:
    Und weil das Thema zu „komplex“ ist, kann man daraus keine Schlüsse ziehen?
    Die Zahlen sprechen für sich und meine eigene Wahrnehmung, Beobachtung und Erfahrung sagen in etwa das gleiche.
    Die grundlegenden Kompetenzen vieler Eltern sind verbesserungswürdig. Und das unterschreibe ich hiermit.
    RIKE

  21. An Mutter@:
    Lesen Sie nach Zeit und Möglichkeit auch meine anderen Beiträge, dann wissen Sie warum ich unterschreiben würde.
    Ich bin oft verzweifelt über das, was Eltern mitunter anrichten durch Helikopterart oder Vernachlässigung.
    RIKE

    • Mein Kommentar enthält keine Wertung. Es
      Ist lediglich eine überspitzte Erinnerung, wie Umfragen zu deuten sind. Nämlich schwierig.

      Jeder hat seine eigenen Beobachtungen und Erfahrungen und meine sagen mir, dass der Bericht sicher so zu deuten ist, dass Eltern in vielen Haushalten überfordert sind.
      Die Auswertung nach den Ängsten der Kinder kann ich nicht nachvollziehen. Meine Kinder haben garkeine Ängste und die Kinder von Bekannten auch nicht.

      Um welche Angst geht es da? Krank zu werden? In der Schule nicht weiter zu kommen? Freunde zu verlieren? Dass alles immer so bleibt?

      Sowas sollte in so einem Bericht besser erklärt werden.

  22. Schwanger, Kind bekommen, Verantwortung übernommen!
    Mit der Erziehung der eigenen Kinder überfordert? Übernehmen Sie Verantwortung und bilden Sie sich weiter! Sammeln Sie Erfahrungen und sorgen Sie dann für positive Erlebnisse für Ihr Kind, so wird das überfordert sein irgendwann ganz automatisch aufhören.
    Vielleicht wäre die Einführung eines Eltern- Führerscheins doch angebracht, in Anbetracht mancher Beiträge.

    • Wenn ich einiges hier lese frage ich mich, warum das Studium kein Pädagogenführerschein ist… Eltern könnten, wenn sie nicht gerade arbeiten müssen, um nicht aus der Wohnung zu fliegen. Ja, es gibt Menschen deren Arbeitstag mit Weg und Pause, die Pflicht ist, locker 10h umfasst. Man könnte natürlich sagen, wer so arbeitet sollte keine Kinser mehr haben… Was bleibt, Kinder von Freiberuflern, Lehrer und Harz4. Gesunde Mischung….

  23. Danke Momo für diese ehrlichen Worte. Das Gejammer der Lehrer kann man einfach nicht mehr ertragen. Vollkommen abgehoben und eine Arroganz den Eltern gegenüber. Wenn wir das man dem homeschooling lassen und unsere Kinder frei entscheiden lassen würden, was sie lernen möchten im Distanzunterricht, wäre alles viel einfacher. Aber dieser permanente Druck meinen Kindern neuen Stoff zu vermitteln, da ich als Krankenschwester jeden Tag arbeiten gehe. Ich habe noch von keinem Kollegen gehört, dass er keine Patienten versorgen möchte, weil er Angst hat sich anzustecken. Das ist unsere Pflicht und dafür werde ich bezahlt. Und ich glaube bei den Lehrern ist es nicht anders. Hört auf mit eurem Gejammer über,, die bösen Eltern,,die ihre Kinder nicht betreuen wollen. So ist es nämlich nicht. Wir lieben unsere Kinder und sind gerne mit ihnen zusammen. Die Lösung wäre den Distanzunterricht weg zu lassen solange sie sich nicht in der Lage fühlen, unsere Kinder unterrichten zu wollen/dürfen. LG von einer entspannten Krankenschwester mit 3 kleinen Kindern zu Hause. Nicht immer alles verallgemeinern,, liebe,, Lehrer

  24. Hallo Stefanie @:
    Deinen Beruf in allen Ehren und ich achte und wertschätze Deine Arbeit als Krankenschwester sehr.
    Nur Dein Messen mit unterschiedlichem Maß zeigt mir, dass Du keinen Respekt und überhaupt Ahnung von dem hast, was wir Lehrer leisten. Ich arbeite seit Monaten OHNE SCHUTZ im Präsenzunterricht, in der Notbetreuung OHNE SCHUTZ. DAS IST DER UNTERSCHIED. Und ich bin beileibe nicht arrogant den Eltern gegenüber, abgehoben schon gar nicht, fordere aber viel und ich jammere nicht, möchte aber auch leben und bei Gesundheit bleiben!!!
    Ich verwahre mich vor Vorurteilen und haltlosren Klischees.
    Und was bitte sollen Schüler im Distanzunterricht „auswählen“ ????? Dinosauriereschichten oder Bilder von Ritterburgen ausmalen???? Nix da. Auf diese lange Zeit muss neuer Stoff vermittelt werden und zwar in anderer Form als sonst. Ziehen da die Eltern nicht mit, empfinden diese das als permanenten Druck und das Kind wird abgehängt. Klar.
    Und nochmal, ich weiss wovon ich rede. Nicht von „bösen“, sondern von bequemen, nichts aushaltenden, verantwortungslosen, nicht das rechte Maß findenden Eltern ist hier die Rede.Von NICHTforderung an die eigenen Kinder, von Inwattepacken, von „Liebe“, die keine ist, weil man sich auf eine Stufe stellen lässt… .
    Und nochmal, das unterschreibe ich hiermit.
    Auch als Krankenschwester sind Sie nichts Besseres und stehen automatisch auf hohem Sockel, so wie ich auch nicht.
    Sie reden nicht, wie eine empathische Krankenschwester. Ihre Vorwürfe sind arrogant und entbehren jeglicher Grundlage. RIKE

  25. Sie haben selbst keine Kinder, zumindest nicht mehrere.
    Ich liebe meine Kinder und bin durchaus in der Lage Zeit mit ihnen zu verbringen oder mit dem grossen Schule zu machen und Aufgaben zu korrigieren, allerdings möchte ich besonders dem Kleinen nicht den halben Tag sagen, sei bitte leise. Das tut dem Verhältnis nicht gut und er kann das nicht verstehen. Homeoffice heißt in meinem Bundesland, dass ich die Kinder parallel zur Arbeit betreuen muss. Es ist aber keine Betreuung. Und über einen längeren Zeitraum findet es mein Arbeitgeber alles andere, als vertretbar, nicht effizient zu arbeiten…

    • Ist es Ihnen nicht möglich zusätzliche Urlaubstage, für die Kinderbetreuung einzufordern? Die Bundesregierung hat erst kürzlich die Anzahl der Kinderbetreuungstage für berufstätige Eltern verdoppelt.

      • Urlaub? In der freien Wirtschaft gibt’s zwischen 24 und 30 Tage. Und keine Vorbereitungswochen, Schliesszeiten, Brückentage dazu. Das Jahr ist noch jung. Und ja, jeder der studieren darf, kann faktisch Lehrer werden, aber wer entwirft dann Häuser, baut Maschinen, pflegt Kranke? Es kann nicht jeder Lehrer sein. Falls das Argument gleich kommt. Klar, ich kann die Kinder krankschreiben lassen. Pro Elternteil 20 Tage aktuell. Aber das sind auch nur 67 Prozent Lohn. Für uns geht das mal einen Monat, für andere nicht. Ich habe genügend Freunde, die trotz Studium nicht auf 2500 € Brutto kommen. Und jetzt denken Sie mal an andere Berufe, die weitaus weniger verdienen. Schwerer als die Finanzen wiegt zudem, dass Arbeitgeber und oft auch Kollegen Null Verständnis haben, erst recht nicht sobald Homeoffice geht. Da gibt es viele Mittel zum Druck ausüben, keine richtige Vertretung inklusive Burnout danach, spärliche Kommunikation, Unmut im kinderlosen Team, Kündigung, Degradierung usw. Viele Arbeitgeber haben ihr Verständnis im ersten Lockdown aufgebraucht. Klar ist eine Telefonkonferenz nicht wichtiger als das Kind, aber erklären Sie das Kunden, Kollegen und dem Chef. Und das ist kein Einzelfall. Zumal in vielen Familien in meinem Bekanntenkreis nur ein Elternteil im Homeoffice ist und es beim Partner der AG verweigert. Es gibt ja keine Kontrollen oder Druckmittel durch den Arbeitsschutz, wenn der AG sagt, dass es nicht geht. Gründe gibt’s immer. Ein Elternteil mit Kita und Grundschul Kind ist auf Dauer einfach heftig, was jetzt bitte nicht als Abwägung mit an Corona sterbenden Grosseltern ausgelegt werden soll. Mir geht es nur um Verständnis gegenüber der ernsten Situation vieler Eltern. Das hat nichts mit faul, herzlos, dumm und vielem mehr zu tun, was hier Eltern durch einige, zum Glück wenige, Lehrer nachgesagt wird. Sehr traurig. Homeoffice ist nicht gleichzusetzen mit freier Zeiteinteilung zur Unterrichtsvorbereitung oder zum Korrigieren (ich weiss wovon ich rede, Eltern und Freunde sind Lehrer). Homeoffice heisst für viele Arbeitgeber, dass der Mitarbeiter jederzeit erreicht werden und durchweg arbeiten kann. Im Gegenteil, bei Jobs die sonst in Präsenz stattfinden, wird mehr erwartet und der Arbeitnehmer muss ständig 120 Prozent liefern, um dieses scheinbare Privileg nicht zu verlieren.

        • „Es gibt ja keine Kontrollen oder Druckmittel d. den Arbeitsschutz“ Seit März 2020 und geplant bis Sommer 21 verfügt die Bundesregierung im Rahmen des Infektionsschutzgesetzes über diverse Sonderbefugnisse. Sie müsste den Druck auf Arbeitgeber doch darüber verbindlich erhöhen können.Haben sie mal überlegt, sich an die Elternverbände zu wenden, damit sich diese mit der Problematik an die Medien u.v.a. an Fr. Merkel u. Hr. Heil wenden? So wie sie die Situation beschreiben, v. a. das Unverständnis kinderloser Kollegen u Arbeitgeber, wird es sicher jedem halbwegs empathischen Politiker einleuchten, dass Eltern jetzt besonderen Arbeitsschutz benötigen. Die Infektionszahlen werden,wenn wir jetzt Kita und Schulen wieder in Vollpräsenz öffnen, sehr schnell wieder in die Höhe gehen, da es zu zahlreichen Multispreaderereignissen kommen wird. Wenn eine sehr hohe Virenlast in der Gesellschaft unterwegs ist, können sich zahlreiche neue Mutanten entwickeln u. irgendwann ist vermutlich eine dabei, die die gerade erst entwickelten Impfstoffe unterwandert u. dann haben wir eine noch ernstere Situation als derzeit schon. Wenn Arbeitgeber u. Kollegen den Sinn der Kontaktreduktion nicht vollumfänglich begreifen, muss der Gesetzgeber jetzt nachhelfen. Als Mutter(ich bin nicht an Schule oder Kita beschäftigt) finde ich es unverantwortlich u. sehr kurzsichtig, wenn einige Eltern den Anspruch nach umfänglichen Schulöffnungen stellen. Es muss uns doch für die nächsten Monate gelingen, für alle tragfähige Lösungen zu finden. Mir fällt aber z. Zt. auch nur ein den Arbeitsschutz für Eltern zu verbessern.

      • Aber danke der ehrlichen Nachfrage. Zumeist wird hier ja nur geschossen, sobald etwas nicht dem Konsens entspricht. Der Diskurs bei 4 teachers wird ja sehr eng geführt.

  26. Toller post, Momo, danke. Das kommt mir bekannt vor. Zumal ich eine Arbeit habe, in welcher erwartet wird, dass ich 8 bis 16 Uhr uneingeschränkt verfügbar bin und jederzeit reagieren und kommunizieren kann. Und eine stabile Verbindung habe, was schon schwierig sein kann, mit Online Unterricht parallel. Wir ordnen das Tagessoll, wir helfen, erklären, korrigieren, schicken ein, vereinbaren, kochen, trösten und bespassen für die Kinder, fungieren als Spielkameraden, Eltern, Pädagoge, Trainer und bald auch Psychologe. Parallel zum arbeiten und Haushalt. Natürlich sind wir gereizt, hängen zu eng aufeinander, sind fertig, überfordert und die Kinder leiden, weil wir nicht mehr einfach ihre Eltern sind, die zu Hause Zeit haben.
    Aber wir sind ja nur unfähig und ein Fall fürs Jugendamt. Danke für diese wertvolle Erkenntnis, liebe lehrer.

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