Start Themenmonate Frühe Bildung Briefe von der Grundschule: Wie Kindern die Einschulung erleichtert wird (Praxistipp)

Briefe von der Grundschule: Wie Kindern die Einschulung erleichtert wird (Praxistipp)

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DÜSSELDORF. Franziska Wenzel, Sonderpädagogin an einer Grundschule in Nordrhein-Westfalen, beschäftigt sich in ihrer Arbeit intensiv mit der Frage, wie Kindern ein gelingender Start in die Schule ermöglicht werden kann. Besonders der Übergang von der Kita in die Grundschule steht dabei im Mittelpunkt – eine Phase, die für viele Kinder mit Vorfreude, aber auch mit Unsicherheiten verbunden ist. Mit ihrem Projekt der „Vorschulpost“ (das sie im folgenden Gastbeitrag vorstellt) zeigt sie, wie sich dieser Übergang mit einfachen, alltagsnahen Mitteln beziehungsorientiert gestalten lässt.

Post von der Schule. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Vorschulpost – Wie wir den Übergang von der Kita in die Grundschule begleiten

Wenn Kinder von der Kita in die Grundschule wechseln, erleben viele diesen Schritt mit großer Neugier – aber auch mit Unsicherheit. Neue Räume, neue Menschen und neue Erwartungen müssen bewältigt werden. An unserer Grundschule haben wir deshalb ein kleines Projekt entwickelt: die „Vorschulpost“. Vorschulkinder erhalten bereits vor der Einschulung regelmäßig Post von der Schule mit kleinen Aufgaben, Ideen oder Forscherimpulsen.

Übergänge als pädagogische Aufgabe

Die Gestaltung des Übergangs zwischen Kita und Grundschule wird seit vielen Jahren als gemeinsame Aufgabe beider Institutionen verstanden. Forschungsergebnisse zeigen, dass ein gelingender Übergang insbesondere dann unterstützt wird, wenn Kinder bereits vor dem Schuleintritt positive Erfahrungen mit der zukünftigen Lernumgebung machen können und erste Beziehungen zu den neuen Bezugspersonen aufbauen.

Dabei geht es weniger um eine frühzeitige Vermittlung schulischer Inhalte als vielmehr um emotionale Sicherheit, Orientierung und die Erfahrung von Selbstwirksamkeit. Kinder profitieren besonders dann, wenn sie aktiv am Übergangsprozess beteiligt werden und sich als kompetent erleben können. Genau an diesem Punkt setzt die Idee der Vorschulpost an.

Die Idee der Vorschulpost

Kinder, die im folgenden Schuljahr eingeschult werden, erhalten bereits mehrere Monate vor der Einschulung regelmäßig Post von der Schule. Die Briefe enthalten kleine Aufgaben, Rätsel, kreative Impulse oder Forscherideen, die die Kinder zu Hause ausprobieren können.
Die Inhalte sind bewusst niedrigschwellig gestaltet und lassen sich ohne besondere Materialien umsetzen. Ziel ist es nicht, schulische Inhalte vorwegzunehmen, sondern Neugier, Freude und Selbstvertrauen zu stärken.

Die Kinder können beispielsweise:

  • kleine Beobachtungsaufgaben lösen
  • Bilder gestalten oder malen
  • einfache Experimente ausprobieren
  • Fragen nachgehen, die zum Nachdenken anregen.

Durch diese regelmäßigen Impulse entsteht bereits vor der Einschulung eine erste Verbindung zwischen den Kindern und der Schule.

Die Briefe werden an unserer Schule nicht nur von Lehrkräften vorbereitet. Auch Schülerinnen und Schüler der Grundschule beteiligen sich daran. Sie helfen dabei, die Vorschulpost zusammenzustellen und auszutragen. Auf diese Weise übernehmen sie Verantwortung für die zukünftigen Schulanfänger und erleben sich selbst als Teil einer unterstützenden Schulgemeinschaft. Gleichzeitig entsteht so bereits vor der Einschulung eine erste Verbindung zwischen den Kindern der Schule und den zukünftigen Erstklässlern.

Beziehung entsteht schon vor dem ersten Schultag

Ein zentraler Gedanke des Projekts ist der Aufbau von Beziehung und Vertrautheit. Kinder erleben Schule zunächst häufig als abstrakte und unbekannte Institution. Durch die Vorschulpost wird Schule bereits im Vorfeld als ein Ort wahrgenommen, der sich für sie interessiert und sie einlädt, aktiv zu werden.

Viele Kinder bringen ihre bearbeiteten Aufgaben später stolz zur Einschulung mit oder berichten von ihren Erfahrungen. Dadurch entstehen erste Gespräche über Schule im familiären Alltag.

Solche positiven Vorerfahrungen können dazu beitragen, Unsicherheiten zu reduzieren und Vorfreude auf den Schulbeginn zu entwickeln. Studien zur Übergangsgestaltung zeigen, dass frühe positive Erfahrungen mit Schule einen wichtigen Beitrag zur erfolgreichen Bewältigung des Übergangs leisten können.

Niedrigschwelligkeit als wichtiger Faktor

Ein wesentliches Anliegen bei der Entwicklung des Projekts war es, einen Zugang zu schaffen, der für alle Familien möglich ist. Die Aufgaben sind deshalb so gestaltet, dass sie unabhängig von sprachlichen oder materiellen Voraussetzungen bearbeitet werden können.
Alltagsmaterialien reichen in der Regel aus, und viele Aufgaben lassen sich gemeinsam mit Eltern oder Geschwistern umsetzen.

Gerade für Kinder aus Familien, die mit schulischen Anforderungen weniger vertraut sind, kann dieser niedrigschwellige Zugang eine wichtige Brücke darstellen.  eteiligungsorientierte und alltagsnahe Formen der Übergangsgestaltung gelten daher als besonders wirksam.

Zusammenarbeit mit Kindertageseinrichtungen

Die Vorschulpost wird auch in Kooperation mit den umliegenden Kindertageseinrichtungen genutzt. Einige Kitas greifen einzelne Aufgaben in ihren Gruppen auf oder sprechen mit den Kindern über die erhaltenen Briefe. So entsteht eine Verbindung zwischen den beiden Bildungsorten, die den Übergang für die Kinder zusätzlich unterstützt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Kita und Grundschule wird in der Übergangsforschung als wichtiger Faktor für gelingende Bildungsbiografien beschrieben.

Kleine Impulse mit großer Wirkung

Die Erfahrungen aus der bisherigen Umsetzung zeigen, dass bereits einfache Impulse eine große Wirkung entfalten können. Kinder begegnen der Schule mit größerer Neugier, fühlen sich angesprochen und erleben sich selbst als aktiv Beteiligte in diesem Übergangsprozess.
Die Vorschulpost verdeutlicht, dass Übergangsgestaltung nicht zwangsläufig umfangreiche Programme erfordert. Oft können bereits kleine, kontinuierliche Impulse dazu beitragen, Kindern Sicherheit zu geben und ihnen einen positiven Start in die Schule zu ermöglichen. Gerade vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussionen um gelingende Bildungsübergänge kann eine niedrigschwellige und beziehungsorientierte Gestaltung des Übergangs einen wichtigen Beitrag leisten.

Inzwischen gehört die Vorschulpost fest zu unserem Übergangskonzept. Viele Kinder kommen zur Einschulung bereits mit einer ersten Vertrautheit mit ihrer neuen Schule – und genau das war das Ziel. News4teachers 

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Frühe Bildung”. 

Immer mehr Kinder mit Sprachdefiziten (und anderen Auffälligkeiten) vor der Einschulung – vor allem Jungen betroffen

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Fräulein Rottenmeier
18 Tage zuvor

An meiner vorherigen Schule hätte das gut funktioniert, an der Schule meiner Kinder stand eines Sonntagmorgens die zukünftige Klassenlehrerin vor der Tür und übergab meinen höchst erfreuten Sohn persönlich einen Brief…..Waren beides Landschulen mit festen und kleinem Einzugsgebiet….
An meiner jetzigen Schule sieht das deutlich anders aus. Die Kinder kommen nicht aus einem Umkreis von ein paar Straßen, z.T. Wohnen Sie sehr prekär……wir haben ca 10 Kitas, in die die Kinder gehen…..
Natürlich bekommen die Kinder auch Post von der Klassenlehrerin mit Button und allem Zipp und Zapp…..aber persönlich wird da nichts vorbeigebracht……

Palim
17 Tage zuvor

Ja, unsere bekommen auch Post, zumeist kurz vor oder in den Sommerferien.

Den Aufwand mehrere Briefe zu verschicken samt Rückmeldungen müssten bei und die Klassenlehrkräfte übernehmen, die in der Regel ein 4. Schuljahr abgeben, also parallel Übergang und Abschluss der 4. organisieren, mit allen zusätzlichen Aufgaben, und schon in den Vorbereitungen für das 1. Schuljahr stecken – wieder mit allen zusätzlichen Aufgaben. Das Halbjahr ist intensiv,

Dass eine Förderschulkollegin Zeit hat, sich um vorschulische Beziehungsarbeit zu kümmern, ist für mich nicht vorstellbar, die Stunden sind so knapp und die Aufgaben so vielfältig, dass sie nicht zu schaffen sind und schon bei der Unterstützung ständig reduziert werden muss.(z.B. siehe Diskussion um Sprachförderung)

Die Situation mit vielen Kindergärten haben wir auch, obwohl die Kinder in relativer Nähe zur Schule wohnen.

Und wieder muss man abwägen:

  • Was wäre schön, dass man es realisieren könnte? (mehrere Schnuppertage, fließender Übergang KiGa-Schule?
  • Was und wer ist realistisch zu erreichen? (Personal, Räume, Erreichbarkeit der Eltern und Kinder, Sprachbarrieren)
  • Was ist jede von uns bereit, an Mehrarbeit zu investieren? Oder was oder wo kann man etwas streichen, sodass die Arbeitszeit im Rahmen bliebe?

Kurzum: Es wäre wundervoll, wenn Schulen so viel Personal und Räume hätten, dass sie alle diese Möglichkeiten der Wertschätzung und Wahrnehmung umsetzen könnten.

Rainer Zufall
12 Tage zuvor
Antwortet  Palim

“Dass eine Förderschulkollegin Zeit hat, sich um vorschulische Beziehungsarbeit zu kümmern, ist für mich nicht vorstellbar, die Stunden sind so knapp und die Aufgaben so vielfältig, dass sie nicht zu schaffen sind und schon bei der Unterstützung ständig reduziert werden muss.”
Vielleicht möchten Sie dazu Lehrer fragen?
“Sprry, aber das machen wir seit ca. 25 Jahren. Ist also ein sehr alter Hut!!!”
Vielleicht hat er einen Tipp für Sie 🙂

Palim
12 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Möchten Sie damit ausdrücken, dass ich keine Lehrerin sei?
Was soll diese Unterstellung bezwecken?
Oder wollten Sie darauf verweisen, dass ich als Grundschullehrerin gar nicht gemeint bin, schließlich übernimmt ja im Beitrag die Förderschulkollegin die zusätzlichen Aufgaben?

Es geht nicht um EINEN Brief, das dargestellte “Neue” ist: die Kinder “erhalten bereits mehrere Monate vor der Einschulung regelmäßig Post von der Schule. Die Briefe enthalten kleine Aufgaben, Rätsel, kreative Impulse oder Forscherideen, die die Kinder zu Hause ausprobieren können.”

Besagte Förderschulkollegin hat also mehrmals im Jahr Zeit, Briefe zu entwickeln, zu kopieren, zu verschicken und Rückmeldungen zu würdigen.

Nebenbei erledigt die Kollegin sicher auch die Aufgaben, für die sie als Förderschulkollegin zuständig ist. Bei uns wäre das die Betreuung aller Kinder der Grundschule hinsichtlich Prävention und Förderung, Diagnostik, das Erstellen von Förderplänen, Elternberatung, Konferenzen zur Förderung, Gutachten vor/nach der Einschulung etc.
Unsere Förderschulkolleginnen können dies mit ihren wenigen Stunden leider nicht abdecken, die Grundversorgung ist pauschal und richtet sich nicht nach der Anzahl der Kinder, die Hilfe benötigen.

Ich fände es nicht gut, wenn dann Arbeitszeit in zusätzliche Briefe für zukünftige Schüler:innen gesteckt wird, während die Kinder in der Schule weniger oder keine Förderung erhalten können, da die Zeit nicht ausreicht.
Aber ich lobe ausdrücklich das, was die FöS-Kolleginnen trotz begrenzter Zeit schaffen und im Team unterstützen.

Es ist auffallend, dass Sie, @Rainer Zufall, fortwährend die zusätzlichen Aufgaben betonen und positiv bewerten. Sie wünschen sich viel und lasten es Lehrkräften an, wenn es nicht umgesetzt wird.
Da stelle ich Ihnen gerne noch einmal die Frage, die schon oben stand:
Was sind Sie bereit, an unentgeltlicher Mehrarbeit zu leisten?

Leider wirkt es gerne so, als wollten Lehrkräfte sich schlicht nicht kümmern. Dass sie das aber täglich tun und viele dabei weit über die gesetzlichen Arbeitszeiten gehen, um den Kindern möglichst gute Bildung und Förderung zu ermöglichen, wird nicht erwähnt. Dass es Lehrkräften angesichts der ständigen Überlastung durch unzählige Aufgaben gar nicht möglich ist, weitere Aufgaben zu übernehmen oder bestehende (es gibt Post) zu erweitern (es gibt mehrere Briefe in regelmäßigen Abständen mit Aufforderung), müsste aber immer mitschwingen und stets bedacht werden.
Genau das habe ich bereits oben zum Ausdruck gebracht.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  Palim

Nö, ich unterstellte Ihnen nichts.
Da es für Lehrer “ein alter Hut” ist nahm ich an, dass seine Schule änhliche Schwierigkeiten gehabt haben könnte und überwandt.
https://www.news4teachers.de/2026/04/briefe-von-der-grundschule-wie-kindern-die-einschulung-erleichtert-wird-praxistipp/#comment-795126

Lehrer
12 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Leidensfähigkeit von Grundschullehrern ist unbegrenzt!
Dass Sonderschullehrer Briefe schreiben halte ich aber auch für ein Gerücht.

Rainer Zufall
11 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Wollen Sie Palim keinen Rat geben, dass das Briefeschreiben bei Ihnen nur noch “ein alter Hut” ist?
Sie könnten Palim erklären, wie Sie den beschriebenen Aufwand in den Griff bekamen. Ihr “alter Hut” ist hoffentlich mehr als Leidensfähigkeit – dies würden Sie ja kaum promoten

Lera
17 Tage zuvor

„aber persönlich wird da nichts vorbeigebracht“

Erbärmlich. Das wäre ja das Mindeste.

# Mal wieder für lau
# leuchtende Kinderaugen
# sonst noch was

Realist
17 Tage zuvor

Nicht einmal der Postbote bringt die Post am Sonntag vorbei…

Warum sollten das also Lehrkräfte tun???

Palim
17 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Weil das Wetter schön war.

Susanne M.
17 Tage zuvor

Wir hatten zum Briefeverteilen die Schulpaten aus der vierten Klasse. Impliziert natürlich, dass sich wenigstens Neun- bis Zehnjährige einigermaßen frei bewegen können und sich auskennen. Dann muss die Lehrkraft nicht alles alleine machen..

Fräulein Rottenmeier
16 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Höhöho…..ja, an meiner ehemaligen Schule wäre das wohl möglich gewesen…..dort gab es nur eine mittelgroße Straße mit Fußgängerampel, der Rest war Wohngebiet mit Zone 30 oder Spielstraße…..da hätte ich die viertklässler auch losschicken können…..
Da wo ich jetzt bin, gibt es zig Hauptverkehrsstraßen mit Straßenbahnverkehr und tausend Möglichkeiten abhanden zu kommen…..und viele Kinder kennen sich gar nicht aus (mit Glück finden die zu Fuß nach Hause)…..

dickebank
15 Tage zuvor

Aber dann können doch die Eltern der Schülerpaten eben mit dem SUV im Viertel rumku

Fräulein Rottenmeier
12 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Welche SUVs?…….

dickebank
11 Tage zuvor

Das ist der Unterschied zwischen Stadtwald und Karnap oder Hahnwald und Chorweiler.

dickebank
11 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

… rumkurven und bei der Zustellung helfen.

Sepp
18 Tage zuvor

So schön sich diese Idee auch erstmal anhören mag, finde ich sie doch bei weiterem Nachdenken doch eher befremdlich:

Nur weil sich einzelne Kinder beim Übergang in die Grundschule möglicherweise ein kleines bisschen unsicher fühlen könnten, braucht es Maßnahmen, um einen möglichst sanften, spielerischen Übergang zu ermöglichen?
Das hat m.E. sehr viel von sog. “Rasenmäher-Eltern”, die in vorauseilendem Gehörsam jede mögliche kleine Unebenheit aus dem Weg räumen, und ihnen damit leider auch Entwicklungsmöglichkeiten nehmen.

Gehört ein bisschen Aufregung und Nervosität bei einer neuen Klasse, Schule oder Arbeitsstelle nicht einfach dazu? Ist es nicht auch ein wichtiges Lernziel, sich auf Neues einlassen zu können?
Wenn ich am Anfang der Grundschulzeit noch etwas unsicher war, aber mich gut eingefunden habe, hilft mir diese Erfahrung später beim Übertritt an eine weiterführende Schule. Diese Erfahrung nimmt man den Kindern, wenn man alles immer nur ganz sanft macht und mit zusätzlichen Maßnahmen unterstützt, damit sie nie auch nur ein bisschen Unsicherheit aushalten müssen.

mississippi
17 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Außerdem setzt schon vor dem Betreten des Schulhauses die Ungerechtigkeit ein: Eltern, die sich kümmern versus Eltern, die die Briefe in die Ecke schmeißen. Wieder einmal hängt alles vom Elternhaus ab. Wie schade für die Kinder, die niemand zu Hause unterstützt.

Susanne M.
17 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Also bei meinen Töchtern gab es schon Ende der Neunziger – da gab es noch kein flächendeckendes Internet, kein Corona und was weiss ich alles- Schulpaten aus der vierten Klasse, die sie auch morgens abgeholt haben. Damit machten sie früh den Schulweg alleine zu Fuss. Das ist nicht so neu.

Lehrer
17 Tage zuvor

Sprry, aber das machen wir seit ca. 25 Jahren. Ist also ein sehr alter Hut!!!

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Lehrer

Offenbar nicht alt genug. Freut mich, dass andere es Ihnen allmählich gleichtun 🙂

Rainer Zufall
17 Tage zuvor

Einfach schön 🙂

TaMu
17 Tage zuvor

„Viele Kinder bringen ihre bearbeiteten Aufgaben später stolz zur Einschulung mit oder berichten von ihren Erfahrungen. Dadurch entstehen erste Gespräche über Schule im familiären Alltag.“

Ich vermute, das sind genau die Kinder, deren Eltern sie ohnehin gut auf die Grundschule vorbereiten. Diese können auch schon mit Schere und Kleber umgehen und Stifte richtig halten. Vermutlich wurde ihnen jeden Abend eine Geschichte vorgelesen. Als die Briefe aus der Schule ankamen, durften sie diese selbst öffnen und Mama oder Papa, vielleicht auch die Großeltern, haben sich mit ihnen gefreut, ihnen die Aufgaben vorgelesen und sie ermutigt, diese zu bearbeiten. Wahrscheinlich wurde ein hübscher Ordner gekauft, um die Briefe und die Bearbeitungen in Form von Bildern oder Ausgemalten ordentlich abheften zu können für den ersten Schultag. Diese Kinder sind nicht unbedingt auf die Briefe angewiesen.

Die anderen Kinder sehen die Briefe, die gelösten Aufgaben und die hübschen Ordner zum ersten Mal bei der Einschulung. Ihre Briefe liegen ungeöffnet zu Hause auf dem Stapel unbezahlter Rechnungen und ungeliebter Schreiben von Ämtern, auf die die Eltern vielleicht irgendwann einmal antworten könnten, wenn sie die Energie dafür aufbrächten. Ihnen wurde auch nie vorgelesen und wenn sie mal mit Stiften und Kleber hantiert haben, wurde wegen dem Dreck, den sie veranstaltet haben, geschimpft. Für sie ist die Situation wahrscheinlich unangenehm und peinlich.

So wird direkt am ersten Schultag sichtbar, wer zu Hause Unterstützung hat und wer nicht und wer vermutlich dem Unterricht gut folgen kann und wer eher abschweift, weil die Lernsituation völlig unbekannt ist.

Es gibt aber vermutlich auch die Kinder, deren Eltern sich mit ihnen neugierig und freudig durch die Briefe angeregt auf den Weg machen, obwohl sie selbst bildungsfern sind.
Für diese Kinder und ihre Eltern dürften diese Briefe ein Segen sein.

Ich glaube, es ist sehr aufwändig für Lehrkräfte in den Grundschulen, diese Briefe zu gestalten, die so unterschiedliche Reaktionen hervorrufen. Vielleicht wäre es möglich, die Inhalte zentral über die einzelnen Bildungsministerien zu erstellen und durch die engagierten Lehrkräfte „nur noch“ mit einem besonders gestalteten Deckblatt versehen zu lassen, das den Kindern den persönlichen Bezug zu ihrer neuen Schule vermittelt. Der Aufwand muss auch leistbar sein.

Fräulein Rottenmeier
16 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

Naja, es gibt auch Dinge zwischen Schwarz und Weiß…..
Wir bieten kurz vor den Sommerferien eine Schnupperstunde für die Kinder an und wenig später kommt der Elternabend, an dem alle Eltern einen großen Umschlag mit allen wichtigen Dingen erhalten. Darin findet sich auch ein schöner Brief an die Kinder (von der Klassenlehrerin) und ein Button mit dem Logo des Klassentieres…..
Ich bin der Meinung, dass das völlig hinreichend ist…..

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

“Ich glaube, es ist sehr aufwändig für Lehrkräfte in den Grundschulen, diese Briefe zu gestalten, die so unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.”
Das habe persönliche Briefe so an sich 😉

Aber vielleicht ist es auch nur ein niederschwelliges Angebot (!) Kinder an der Grundschule ankommen zu lassen, anstatt auszuloten, “wer eher abschweift, weil die Lernsituation völlig unbekannt ist”?
Das merken die Kolleg*innen an den Grundschulen meines Wissens auch so schnell in Erfahrung, es wird also wohl mehr um die Kinder gehen 🙂

Ulla
16 Tage zuvor

Auch bei uns gibt es die Vorschulpost seit vielen Jahren. Ebenso einen Schnuppertag, an dem die Kinder ihre zukünftige Klassenlehrerin kennen lernen. An der Idee ist wirklich gar nichts neu.

Rainer Zufall
14 Tage zuvor
Antwortet  Ulla

Naja, die Briefe sind es offensichtlich, wenn Sie keine verfassen. Der Briefverkehr ist ja ergänzend, nicht als Alternative angesetzt

Ulla
9 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich habe geschrieben, dass es bei uns an der Schule seit vielen Jahren Vorschulpost gibt, und natürlich verfassen wir Kolleginnen diese selbst. Was war daran denn jetzt nicht zu verstehen?

potschemutschka
10 Tage zuvor

“Kindern die Einschulung erleichtern” ?
Ich erinnere mich noch an Zeiten, da freuten sich fast alle Kinder auf die Einschulung und erzählten jedem voller Stolz: “Ich bin schon groß! Bald bin ich ein Schulkind!”

Fräulein Rottenmeier
10 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Und so ist es heute noch! Ich begrüße jedes Jahr die Kinder in unserer Aula und genieße diese freudigen, erwartungsvollen Blicke. Ich frage auch immer, wer sich denn auf die Schule freue, wer sehr aufgeregt sei, wer die Nacht schlecht geschlafen habe,….(das frage ich übrigens auch die Eltern 🙂 )
Es ist immer wieder eine wunderschöne Einschulung und fast alle Kinder freuen sich wie Bolle….

potschemutschka
10 Tage zuvor

🙂