Notbetreuung? Von wegen – Berliner Kitas im Lockdown voller als gedacht

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Berliner Kitas sind im Corona-Lockdown gut gefüllt – obwohl sie eigentlich nur in Einzelfällen eine Notbetreuung von Kindern anbieten sollen. Darauf hat am Mittwoch die Gewerkschaft Verdi hingewiesen. Nach ihren Angaben liegt die Auslastung in den Kita-Eigenbetrieben bei 43 Prozent, für kommende Woche seien sogar 63 Prozent Auslastung zu erwarten.

Ordentlich was los in den Kitas (Symbolbild). Foto: EnergieAgentur.NRW / flickr (CC BY 2.0)

Das Risiko für Berliner Erzieherinnen, an Corona zu erkranken, steige also dramatisch, erklärte die stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin Andrea Kühnemann. Von einer Notversorgung lediglich für außerordentlich dringliche Fälle, von der der Senat spreche, könne keine Rede sein. «Wir erwarten, dass der Senat endlich Klarheit schafft, welche Regelung in Berlin gültig ist: Notversorgung für außerordentlich dringliche Fälle, systemrelevante Berufe oder Zwei-Drittel-Auslastung», so Kühnemann. «Der Senat muss sich entscheiden. Das ist er Kindern, Eltern und Erzieherinnen schuldig.»

Laut Bildungsverwaltung haben die Einrichtungen, zu denen nicht nur Eigenbetriebe gehören, aktuell eine Betreuung von 31 Prozent der Kita-Kinder gemeldet. Für weitere 10 Prozent sei ein Betreuungsbedarf angekündigt worden. Eine Sprecherin bekräftigte das Ziel des Senats, dass im Lockdown möglichst wenig Kinder in Kitas sind. Die Einrichtungen könnten das bisher individuell mit den Eltern regeln; dieses Verfahren sei auch ihr Wunsch gewesen. Man sei aber permanent im Gespräch mit den Kita- Trägern, ob die Situation gegebenenfalls neu bewertet werden müsse.

Während des Lockdowns im Frühjahr wurde über eine Liste systemrelevanter Berufe definiert, wer sein Kind in die Kita schicken durfte und wer nicht. Aktuell gibt es keine solche Liste. dpa

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5 KOMMENTARE

  1. Wahrscheinlich kommen nächste Woche sogar mehr Kinder in die Kitas als eigentlich offiziell für die jeweilige Einrichtung angemeldet sind?
    „Tag der offenen Tür“ mal ganz konsequent gedacht:
    Am besten gleich die Türen aushängen und täglich gibt es noch Spielzeug, das man kostenlos mit nach Hause nehmen kann … Das wäre dann kein Lockangebot im Zuge des allgemein grassierenden Irrsinns – nein – das dient der Bildungsgerechtigkeit. (Ja richtig: Sarkasmus.)
    Das würde wahrscheinlich bald auch niemanden mehr wundern …
    🙁

  2. Ganz toll für die Eltern, die beide systemrelevant sind, müssen ihre Kinder betreuen lassen in viel zu vollen Kitas. Solange die Kitas nicht in Notbetreuung laufen, können Eltern ihrem Arbeitgeber ggü. nicht auf Freistellung bestehen. Und alle Beamten, die privatversichert sind, haben auch keinen Anspruch auf 10 zusätzliche Kindkranktage. Ganz toll auch für die Erzieherinnen, die reihenweise an Corona erkranken.

  3. Ich kenne nicht wenige, die in Elternzeit sind oder Home Office machen und das Kind trotzdem in die Kita geben. Das ist wenig zielführend… Das verlängert den Lockdown am Ende nur, und zwar für alle.

  4. Das RKI kann sich nicht erklären, warum die Zahlen trotz des Lockdowns nicht runtergehen! Wen wundert das?
    Volle Kitas und volle Notbetreuung in den Schulen, weil man ganz klar mit nur einem Appell, Kinder möglichst zu Hause zu betreuen, nicht erwarten kann, dass Eltern verstehen, wie ernst die Lage wirklich ist. Ein Appell ist kein Beschluss!

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