Schulpolitik: Mitsprache des Bundes? Kretschmann bürstet Karliczek ab

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STUTTGART. Mit ihrer Forderung nach mehr Einfluss des Bundes in der Bildungspolitik stößt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek bei Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann auf Granit. «Als ich das (…) gehört habe, dachte ich, ich falle vom Pferd», sagte der Grünen-Politiker am Dienstag in Stuttgart. Der Regierungschef fordert bereits seit längerer Zeit eine neue Föderalismuskommission, um vor allem das Zusammenspiel von Bund und Ländern auf finanzieller Ebene zu verbessern.

Verteidigt den Bildungsföderalismus: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Foto: Staatsministerium Baden-Württemberg

Karliczek hatte in einem «Spiegel»-Interview über «neue Formen der Zusammenarbeit» gesprochen und unter anderem gesagt: «Für die Digitalisierung der Schulen können wir im Moment nur Geld für Investitionen geben.» Eine inhaltliche Zusammenarbeit sei selbst dann nicht möglich, wenn sich Bund und Länder einig seien. «Das kann doch kein Zukunftsmodell sein.» Sie fügte hinzu: «Es geht darum, dass wir Themen identifizieren, die Bund und Länder gemeinsam besser angehen können als jedes Bundesland allein.»

Es geht darum, so Kretschmann, „ob wir im Bildungssystem international wettbewerbsfähiger werden“

Kretschmann wies den Vorstoß zurück. Es sei bereits bei den zeitraubenden Verhandlungen zum Digitalpakt deutlich geworden, wohin Berliner «Eingriffe» führten. «Und jetzt will die noch mehr in diese Richtung gehen», ärgerte sich der grüne Regierungschef über die CDU-Ministerin. «Solange es aber so bleibt, dass der Bund in Materien, für die er nicht zuständig ist, Programme auflegt, wird sich das nicht ändern.» Es brauche eine Föderalismusreform, «um das richtig wieder aufzustellen».

Es gehe in dem regelmäßig neu aufgelegten Streit um die Kompetenzen nicht nur um ein Fingerhakeln zwischen Bund und Ländern, sagte Kretschmann, «sondern es geht darum, ob wir im Bildungssystem international wettbewerbsfähiger werden». Dies werde man aber nicht erreichen, wenn Kompetenzen immer mehr vermischt würden «und jeder die Schuld auf den anderen schiebt». Er zeigte sich «einigermaßen optimistisch, dass wir das in der nächsten Legislaturperiode des Bundes ändern werden».

Die Länder haben in Bildungsfragen die Hoheit. Deshalb gibt es unter anderem unterschiedliche Schulen, Lehrpläne und Abituraufgaben. Kretschmann ist bekannt als lautstarker Streiter für den Föderalismus und die weitgehende Eigenständigkeit der Bundesländer.

Landkreistag: Bei der Digitalisierung hat sich der Bund bislang auch nicht mit Ruhm bekleckert

Zuvor hatte auch bereits der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, ablehnend auf den Vorstoß Karliczeks reagiert. «Generell ist mir schleierhaft, was ein stärkeres Engagement des Bundes in der Bildungspolitik bringen sollte», hatte er gesagt. Schließlich habe der Bund bei der Digitalisierung kaum Erfolge vorzuweisen. Das zeige sich beispielsweise im öffentlichen Gesundheitsdienst. Ein weiteres Negativ-Beispiel sei der «weitgehend unpraktikable neue Personalausweis». dpa

Von wegen Corona-Strategie: Gipfel-Beschluss löst Chaos um den Kita- und Schulbetrieb aus – jedes Bundesland macht jetzt, was es will

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34 KOMMENTARE

  1. Jedes Bundesland soll selber entscheiden, ob Autos rechts fahren oder links.
    Ob man von rechts nach links schreibt oder von unten nach oben. Ob kyrillisch oder in griechisch.

    Recht hat er der Herr Kretschmann. Weiter so!

  2. Der Föderalismus im Bereich der Bildung ist schon gut so. Nur die Abschlussprüfungen gehören bundesweit genau gleich gestellt. Das erbringt eine Vergleichbarkeit und auch einen Wettbewerb unter den Bundesländern. Wer die besten Absolventen hervorbringt bekommt mehr Förderungsgelder und wird auch besser bezahlt. Wer sich ausruht wird zurückgestuft und bekommt Druck zu spüren. Dann kommen auch die Berliner Abiturienten von ihrem hohen Ross herunter, den die sind in überregional operierenden Unternehmen schon berüchtigt. Südkorea und die anderen Tigerstaaten hängen uns Jahr für Jahr weiter ab. Die Schulen schrauben ihr Niveau immer weiter runter, das ist ja auch das bequemste. Es wird Zeit, dass sich auch Lehrer wiedermal anstrengen dürfen.

    • @ stefan
      Lehrer strengen sich immer an, die meisten jedenfalls!
      Wenn aber die Notendurchschnitte bei den KA’s immer sehr schlecht sind, kommt von oben( nicht von der Schulleitung) die Anweisung, noch einmal durch zu korrigieren, um vielleicht noch 1/4 Punkte zusammenzutragen! Die nächste KA muss dann nicht so schwierig gestaltet werden , da die Schüler bei der ersten KA überfordert waren!! Manche der schlechten KA’s hatte ich ca. 5 Jahre früher ähnlich schon einmal geschrieben, teilweise mit mehr Fragen, Details und weniger Zeit und in der selben Klassenstufe . Damals wurde ein normaler Durchschnitt erreicht!
      Die Lehrer werden heutzutage gezwungen ihre Anforderungen herunterzuschrauben, von wegen “ Lehrer müssen sich wieder anstrsngen“!

    • Da geht mir ja die Hutschnur hoch! „Es wird Zeit, dass sich auch Lehrer wiedermal anstrengen dürfen“?! Da redet wieder jemand wie der Blinde von der Farbe!
      Wieso sind bitte die Lehrer Schuld, wenn die Bildungspolitik nicht stimmt? Genauer gesagt: Wie kommen Sie dazu, mir und meinen Kollegen so ein Brett hinzuknallen, während wir uns gerade (und wenn wir ehrlich sind, eigentlich immer…) den Hintern aufreißen, damit der Laden halbwegs läuft? „…AUCH Lehrer… WIEDERMAL… anstrengen DÜRFEN“… Boah… Mein Blutdruck…

      Fangen wir doch oben an! Wie soll ich bitte das Niveau hochhalten, wenn ich gleichzeitig inklusiv beschulen soll? Wenn die Hauptschulen abgebaut werden, damit die Gemeinschaftsschulen besser angenommen werden? Ich unterrichte an einer Realschule in Baden-Württemberg. Seit dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung und dem neuen Bildungsplan haben wir ca. 30% Schüler mit einer Hauptschulempfehlung in der Klasse sitzen. Bei dieser Heterogenität kommen Sie nur mit Differenzierung weiter. Das kostet Zeit und ist aufwändig – und bleibt damit vollständig am Lehrer hängen. Ich kann halt nicht mit der einen Hälfte der Klasse in Englisch gefühlt die Grundfarben wiederholen und die andere auf einen mittleren Bildungsabschluss vorbereiten – gleichzeitig! Und ehrlich gesagt frage ich mich auch, warum diese Zerreißprobe meine Aufgabe sein soll! Die Schulen schrauben ihr Niveau nicht aus Faulheit immer weiter runter, sondern weil wir auf die Kinder eingehen und mit dem arbeiten, was diese uns anbieten – im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten. Und dazu gehören eben auch Raumausstattung, Material und Lehrerversorgung. Und vor allem: Zeit!

      Ich gebe Ihnen insofern Recht, dass es nichts bringt, das Niveau runterzuschrauben – sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich. Aber glauben Sie mir, wir Lehrer würden uns freuen, wenn wir nur leistungsstarke, gesunde Kinder aus intakten Elternhäusern mit soliden sozialen Kompetenzen, Frustrationstoleranz und Deutsch als Muttersprache unterrichten dürften. Das würde unser Leben sehr viel einfacher machen! (Sarkasmus off!) Leider – und das meine ich vor allem für die Kinder! – sieht die Realität halt oft anders aus. Und damit müssen wir pädagogisch umgehen. Das ist unser Job. Das ist mein Job. Und ich mache ihn gern.

      Wenn aber dann jemand von ungünstigen Ausgangsbedingungen von Seiten der Gesellschaft, der Bildungspolitik, der Umstände und der Elternhäuser aus irgendwie zu dem Schluss kommt, die Lehrer seien Schuld bzw. faul… Dann haben Ihre Lehrer an dieser Stelle vielleicht tatsächlich – sowohl pädagogisch als auch als Wissensvermittler – versagt.

      • Sehr gut geschrieben, danke.
        Ich habe als Hauptschullehrerin ähnliche Erfahrungen an einer Gemeinschaftsschule in Baden-Württemberg gemacht. Das was ich im Jahr vorher meinen Hauptschülern (!) abverlangen konnte war auf keinen Fall in der Gemeinschaftsschule denkbar, und das, obwohl ich offiziell Realschüler mit im Unterricht sitzen hatte. Ein Sechstklässler hat mir einmal erklärt: „Was wollen Sie eigentlich? Ich will nichts lernen und an dieser Schule muss ich auch nichts lernen.“ Das war in der Gemeinschaftsschule. Der mit den „Lernbüros“, wo sich nur sehr schwierig eine Vereinzelung aufhalten und eine Klassengemeinschaft bilden lässt. Hier werden die Kinder auf eine neoliberale Zukunft eingestimmt. Jeder kämpft für sich allein.
        Noten gibt es ja da nicht, aber Prozente. Sie betteln übrigens nach Noten. Dafür gibt es Farben und Niveaus, die die Klasse in Kasten einteilen. So viel Mobbing wie innerhalb der Klassen an der Gemeinschaftsschule habe ich auch noch nicht erlebt. Dafür sind die Lehrer aus der Schusslinie, das kommt einigen entgegen.
        Um dann die Abschlüsse an den Gemeinschaftsschulen super zu gestalten, werden z.B. Realschüler gebeten, die Hauptschulabschlussprüfung mit zu schreiben. Vorher werden leistungsschwache Schüler an eine der noch offenen Hauptschulen „abgeschult“. Das geht mit einem Telefonat von Schulleitung zu Schulleitung und einem strengen Elterngespräch. Von Coaching keine Spur.
        Meine Schüler an der Hauptschule hatten ihre Klassengemeinschaft und die Klassenlehrer. Das hat sie durch die Schule getragen. Sie kamen aus schwierigsten Verhältnissen, trotzdem hatten wir nur 2% ohne Schulabschluss bis vor 5 Jahren.
        Nun haben wir bereits 6% ohne Schulabschluss, die Prognose sind 10%. Ich habe jedes Verständnis für die Kollegen an den Realschulen. So wie Sie es beschreiben ist es. Meine Hauptschüler schaffen das mittlere Niveau (noch) nicht. Dann kommen die Schüler irgendwann völlig deprimiert und überaltert an die Hauptschule zurück. Wenn die Eltern kein Einsehen haben, müssen sie erst zweimal wiederholen, bevor man sie an eine andere Schulart schicken darf. Wir müssen sie dann irgendwie wieder aufbauen, das gelingt uns zunehmend weniger.
        Insgesamt zeigen auch unsere Ergebnisse der letzten PISA Studien, dass Baden-Württemberg leistungsmäßig abfällt.
        Sollte die SPD das Kultusministerium wieder übernehmen, ist bereits angekündigt, dass es das Zwei-Säulen-Schulsystem geben wird. Das Gymnasium und die Gemeinschaftsschule. Das bedeutet, keine Hauptschule mehr, keine Realschule mehr. (Frau Dr. Eisenmann ist natürlich auch keine Alternative).
        Ich frage mich echt, wie wir dann den Wirtschaftsstandort noch aufrecht erhalten sollen. Und ohne Geld gibt es halt keine Butter aufs Brot. Dann wird bei den sozialen Einrichtungen gestrichen und bei allem, was unsere Gesellschaft menschlich macht. Der Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg wird getragen von unseren Schülern, die eine Lehre machen und evtl. den Meister, die in der Pflege arbeiten, als Erzieher und Verwaltungsfachangestellte. Das Niveau an den Gymnasien ist wahrlich nicht unser größtes Problem. Wir brauchen Menschen, die nicht studieren und trotzdem ihre Arbeit gut und leistungsstark machen. Die müssen wir wieder wertschätzen.
        Mit dem Niveau der Lehrer hat das meiner Meinung nach tatsächlich auch was zu tun. Es kann nicht sein, dass man wie selbstverständlich verlangt, dass dieser Job in Vollzeit neben einer Familie her zu schaffen ist. Das ist er nicht. Und es kann auch nicht sein, dass gerade junge Männer mit nicht ganz schlechten Abinoten belächelt werden, wenn sie Lehrer werden.
        Leider ist es so (auch wenn ich es nicht gut finde), dass das Ansehen und die Bezahlung eines Berufes sinkt, wenn er überwiegend von Frauen ergriffen wird.
        Das finde ich nicht gut (ich weiß, einige werden es falsch verstehen wollen) aber so ist es leider. Menschen, die Lehrer pauschal als faul beschimpfen, tragen im übrigen das ihre dazu bei, dass sich die Schraube immer weiter nach unten dreht.

        • Das ist jetzt ein Text für die Öffentlichkeit. Aber was denken und sagen Lehrer hinter der geschlossenen Türe ihrer Schule zu den Schülern? Nicht alle aber doch ein hoher Prozentsatz.
          Willst Du auf den Bau? / Geh doch Putzen! / Willst Du Friseurin werden, wie Deine Mutter? / Für Dich gibt’s nur Hartz4! / Handwerk, dann bist ja schön blöd! / Willst Du arbeiten bis 65? / Hände dreckig machen, Pfui Teufel!
          Das ist die Regel, nicht die Ausnahme. Was meinen Sie, denkt ein Schüler der so etwas hört und die Mutter schneidet Haare oder der Vater repariert Autos?
          Die erzählen so etwas zuhause, nur stehen die Lehrer eben am längeren Hebel. So etwas macht das Lehrerimage kaputt! Oder haben das auch die Ministerien zu verantworten, dass der Lehrerruf mittlerweile unten durch ist? Ihr mittlerweile niedriges Ansehen haben sich die meisten Lehrer selbst zuzuschreiben. Oder wessen Schuld ist das?

          • Ich muss sagen, inzwischen haben Sie mein volles Mitleid. Und das völlig sarkasmusfrei. Was müssen Sie für furchtbare Lehrer gehabt haben bzw. kennen, um so ein Bild von einem gesamten Berufsstand zu haben? Hier schwingt so viel Verbitterung und Hilflosigkeit mit, dass mir die Augen feucht werden…
            Aber ich darf Ihnen wirklich versichern: Ihr Bild ist nicht annähernd repräsentativ! Ich kenne wirklich genug Lehrer, auch aus verschiedenen Bundesländern, Schularten und Kollegien. Und Sie dürfen mir glauben, wenn ich sage: Wir haben uns zu einem ganz ganz überwältigend großen Teil für diesen Beruf entschieden, weil wir Kinder zu erfolgreichen, glücklichen und wertvollen Mitgliedern der Gesellschaft erziehen wollen. Und da passen die von Ihnen vorgetragenen Äußerungen auf keinen Fall rein! Ich persönlich würde einen Teufel tun und auch nur einen dieser Sätze zu einem Schüler sagen! Und ich kenne auch niemanden, der das tun würde oder getan hat. Deshalb weiß ich nicht, was Ihre Quellen dafür sind, diese Aussagen zur Regel zu erklären.
            Und ich denke, wer „Schuld“ am schlechten Image der Lehrer ist, können Sie gut den Antworten von „Echt jetzt?“ und „Senior Didi“ entnehmen. Zusammenfassend: Wie soll auch ein Beruf mit miesen (weil nicht erfassten) Arbeitszeiten, unklaren Aufgabenbildern, häufigen persönlichen Anfeindungen, personeller Unterbesetzung, viel Verantwortung, einer (gelinde gesagt) unhilfreichen Führungsebene und einem Totalversagen bei der Ausrüstung attraktiv werden?! Und ganz nebenbei – reich wird man damit auch nicht!

          • Was soll das? Meine Kollegen und ich an der Hauptschule haben nicht einmal im Lehrerzimmer so geredet. Ich habe heute noch netten Kontakt mit vielen meiner ehemaligen Schüler. Sie kennen mich nicht, also beurteilen Sie mich nicht.
            Sie bauen Fronten auf, die nur schaden.
            Darf ich nach Ihrem Beruf fragen?

          • @Stefan,
            meinen Schülern sage ich,auch bei der Wahl des Praktikumplatzes, Sie sollen das wählen, wo sie gerne eine Ausbildung machen würden oder was sie selber gerne als Hobby jetzt schon machen.
            Aber, es bringt wenig, wenn Schüler sich einen Praktikumsplatz oder Ausbildungsplatz suchen, bei welchem sich der Beruf gut anhört, sie aber keine Ahnung habe, was da zu tun ist oder welche Fächer , dabei gut gebraucht, ihren Einsatz finden z.B Mathe und der Schüler darin aber völlig talentfrei oder überfordert ist!
            Ausserdem lasse ich meine Schüler immer recherchieren, was man in diesem Beruf oder Berufsfeld im Durchschnitt verdient.
            Was nützt es einem, wenn der Lieblingsberuf erlernt oder angestrebt wird , man aber davon nicht leben kann?? Sie evtl. noch einen Nebenjob dann brauchen oder bei Mädchen, blöderweise sie sich einen gut verdienenden Freund/ Mann suchen müssen, somit in dessen Abhängigkeit geraten, wenn in diesem Moment auch aus Liebe? Dies kann sich aber einige Jahre später auch plötzlich ändern!
            Meine Schüler sollen sich einen Beruf suchen, der sie erfüllt, unabhängig ( vom Partner) macht und ein eigenständiges Leben ohne Geldnot ermöglicht!
            Die Realität sieht nämlich oft nicht gut aus! Bei vielen Berufe ist der Verdienst so gering, dass man diesen nicht empfehlen mag ,obwohl er bestimmt sehr erfüllend ist.
            Von Arbeit, Luft und Liebe lässt es sich leider oft nicht gut und sorgenfrei leben!
            Dies ist meine Erfahrung.Ich mache dadurch keine Berufe schlecht, ich bin nur Realist!

      • Pet – Gut gebrüllt Löwe – stimmt so alles!
        Aber Sie beschreiben ungewollt eine perfekte Systemlücke, die sich quer durch die gesamte Gesellschaft zieht: die Abgrenzungslücke.
        Berufsbilder zeigen sie, die laufende Praxis verstärkt sie: der Blick ist auf den eigenen Arbeitsbereich fokussiert, die Praxis erst recht. Die von außen, von anderen Experten bestimmten Rahmenbedingungen werden – so gut es geht – von innen her angepasst – mehr ist nicht.
        MEHR würde bedeuten, im Berufsbild und in der eigenen Praxis die Aufgabe zu verankern, fortwährend und nachhaltig FACHPOLITIK zu betreiben = den Außenbestimmern auf die Pelle zu rücken, und das nicht allein irgendwelchen „Beauftragten“ = neuen Experten zu überlassen.
        Gut – Kinder gehören NICHT zu den Rahmenbedingungen, wohl aber z.B. die Chancen der Schulsozialarbeit.
        Aber der schulübergreifende Austausch zwischen LuL derselben Schulform auf Stadtebene könnte regelmäßig den Anteil „Fragen an den Schulträger“ beinhalten – vorbereitet in den Kollegien und begleitet durch die Lokalmedien.
        Ergebnisse?
        „Studiert SOLINGEN und bringt es zu Ende – HANDELT.“

        • @Echt jetzt?
          Wenn Sie mein Beruf interessiert, gerne.
          Ich arbeite als Elektroingenieuer in einem Kernkraftwerk in der Schweiz.

          • Traumjob. Das wollte ich auch immer werden. Hat halt nur zu Lehrerin gereicht bei mir. Ärgerlich.

          • @Stefan,
            falls Sie Kinder haben, welche Berufe dürften die denn erlernen?
            Würden Sie diese auch versuchen anderst zu beraten, wenn deren Berufswunsch in eine schlecht bezahlte ,arbeitsreiche Zukunft führen würde? Zwar erfüllend aber mit vielen finanziellen Einschränkungen verbunden? Ausser Papa hilft finanziell und unterstützt ein Leben lang? Die jungen Menschen wollen diese Abhängigkeit aber nicht!
            Also dürften Ihre Kinder wirklich das Tun, was sie wollen?

    • Ich bin so einer, der sehr extrem auf die 80-20 Regel achtet, nachdem mir im Ref schon Schüler gekommen sind, ich solle doch nicht so motiviert rangehen. Lieber ein Arbeitsblatt, Thema durchmachen und gut ist…

      Das, was seit JAHREN passiert, ist hart demotivierend. Einen anderen Job finde ich momentan leider nicht so eben, hab aber keine Lust mehr. Meine Optionen: arbeitslos werden oder mich psychisch schützen, um langfristig nicht krank zu werden, und dabei auf Halbmast fahren.

      Da die meisten Probleme in meinem Alltag NICHT MEINE SCHULD sind und mir das vorher keiner so beschrieben hat (auch in der Ausbildung nicht), pfeife ich inzwischen auf einiges und ja, bestätige sicher das ein oder andere Klischee. Trotzdem läuft der Unterricht irgendwie bei mir und das Zwischenmenschliche mit den Schülern klappt auch.

      Ich kann nur mehr Kollegen raten, einfach ordentlich zurückzufahren, rein gar nichts mehr nebenbei zu machen, was nicht nötig ist. Anders wird sich nichts ändern, aber man verheizt sich wenigstens nicht mehr.

      Mir inzwischen auch ziemlich egal, ob das jemand abstoßend, anmaßend oder sonstwas findet. Ich betone nochmal; ich reibe mich für nichts auf, was nicht von mir so krachend vergeigt worden ist. So viel zu Lehrermotivation.

      • Hallo Wimm – Unterstütze Ihre Haltung zu 100% und hoffe, Sie bleiben den SuS erhalten. Und zwar genau deshalb, weil Sie ein wertvolles Vorbild sind für Resilienzarbeit – etwas, was junge Leute zunehmend brauchen werden.
        Und daran möchte ich zwei Bitten anschließen, von denen die erste wahrscheinlich eine Offene Tür einrennt:
        (1) Wenn Sie sich auf die absoluten Kernaufgaben konzentrieren – reden Sie darüber mit den SuS, wie es aussieht, verstehen die das im Einzelvorgang, aber auch als Zusammenhang?
        (2) Wenn nach dem letzten Impftag in D langsam wieder etwas Ruhe eingekehrt sein wird, machen Sie dann mit bei der Ausarbeitung eines neuen Kapitels SCHULE für den Pandemieplan Ihres Bundeslandes? Den Plan gibt es, das Kapitel SCHULE nicht.
        Und falls Sie Lust hätten, bereits jetzt dabei mitzumachen, empfehle ich die Plattform
        https://discord.com/channels/788704318273486879/797524235042947134

    • Sind Sie ein Troll?
      Föderalismus ist, mit Verlaub, der Totale Schwachsinn. Als Kind habe ich, wegen Umzug, in 4x das Bundesland gewechselt. Horror!
      Ich war auf Hauptschule, Privatgymnasium und „normalem“ Gymnasium.
      Ich war in 13 Schuljahren auf 6 Verschiedenen Schulen und kann aus eigener Erfahrung beurteilen was ich erlebt habe.
      Fazit:
      Föderalismus gehört abgeschafft, ebenso das andauernde Ändern der Schulkonzepte, Schulformen und der Rechtschreibung. Es wird immer nur schlechter.
      Bitte auch vergleichbare Bewertungsschlüssel auch bei unterschiedlichen Schulen.
      Das Anpassen des Klassenschnitts (Durchschnittlicher Schüler in schlechter Klasse = Note 2, in guter Klasse Note 4) ist Zensurbetrug!
      Thema Inklusion lasse ich mal aus, da sträuben sich mir nur die Haare.

      Das wichtigste aber ist: Endlich mal MEHR GELD FÜR SCHULEN als für GEZ!
      Wer Rechtschreibfehler oder Kommafehler findet, darf sich bei den Befürwortern des Föderalismusses beschweren.

      • Ehemaliger S. – Danke für plastische Darstellung, beeindruckend. Aber am Wichtigsten erscheint mit tatsächlich die Frage nach dem Geld – als Maßstab für gesellschaftlichen Stellenwert.
        Und wer streitet dafür? Lehrerverbände? Beamtenbund? LuL selber – auf Stadt- u. Kreisebene, auf Landesebene?
        Die Geldverteilerwaren schon immer happy darüber, wie leichtgewichtig die Interessenvertetung von unten – über Jahrzehnte hinweg – läuft.
        Und dann kommt eine Jahrhundertchance – eine Pandemie, die gar nicht anders zu bewältigen geht als mit ZUSAMMNENRÜCKEN – die einzelne Schulgemeinschaft mit LuL, SuS, Eltern, Leitung – die Gemeinschaft der Schulformen und die Schulkonferenz auf Stadtebene, und der Schulterschluss mit Stadtverwaltung und Kommunalopolitik = SOLINGEN, das Schreckgespents aller Landespolitiker*innen.
        Frage – was machen Sie jetzt?
        Konnten Sie sich an einer konstruktiven Diskussion beteiligen, wie ein neues Kapitel SCHULE im Pandemieplan Ihres Bundeslandes aussehen sollte?
        Falls ja – hier ist das Forum dafür:
        https://discord.com/channels/788704318273486879/797524235042947134

    • Um es mal vorweg zu nehmen:
      Ja es gibt Lehrer, die solche Aussagen tätigen – auch gegenüber Schülern. Kenne ich aus meiner Laufbahn und von meinen Kindern.
      Ja es gibt Lehrer, die es sich extrem einfach machen und kaum das Nötigste tun.

      Es gibt aber auch die, die ihren Job gut machen. Trotz steigender Arbeitsbelastung und widrigen Umständen.
      Wenn ich sehe, was meine Frau für einen Aufwand betreibt um jeden im Homeschooling noch mitzunehmen. Jeden Tag mehrere Konferenzen. Bis nachmittags immer online bei Teams um auf Fragen zu antworten. Dazu noch mehrere Telefonate mit Eltern, Kollegen und Schülern, wenn die Technik es nicht besser zulässt. Dazwischen: Korrekturen, neue Unterrichtsplanung, Zeugnisse…
      Wir haben auch in Technik investiert: Neue Computer für meine Frau und 2 von den Kids. Extra Microphone, Ständer, Halter, Kamera für Videos etc.
      Klar mit Glück gibt’s 1/3 von der Steuer wieder, aber mal ehrlich…
      Ach so noch ein Upgrade auf die Datenleitung, weil 4 Leute jetzt gleichzeitig Online Konferenzen…

      Es ist doch so:
      Das gibt es in jedem „Betrieb“, „Behörde“, „Organisation“
      – ein Teil macht, was er muss – nicht mehr und nicht weniger
      – ein Teil ist engagiert und trägt den „Laden“
      – ein Teil macht – wenn überhaupt – gerade so das Nötigste.
      Das Problem im Bereich Schule ist, dass man den letzten Teil nicht los wird.

      Das die Rahmenbedingungen gelinde gesagt „bescheiden“ sind und zwar für Schüler wie Lehrer ist doch jeden außerhalb der Bildungsministerien klar.

      • SW – Ich tu mal so als schriebe ich Ihren Kommentar noch ein bißchen weiter:
        Den Kolleg. mit „Dienst nach Vorschrift“ und denen mit der „Inneren Kündigung“ ist es ziemjlich egal, was wir Engagierten treiben – und sie werden uns auch nicht unterstützen. Aber wenn wir den Spieß umdrehen, den „Dienst nach Pandemie-Vorschrift“ selbst definieren – und ihn nach Rücksprache mit den Eltern genau so durchführen, dann werden diese beiden Kolleg*innengruppen keinen Einspruch einlegen. Wenn wir unseren Eltern mitteilen, dass wir – mit Vorlauf von zwei Wochen – den Unterricht mit Halbklassen einführen, im Wechsel von 2+3Tagen/3+2 Tagen, und in unseren Klassen MNS getragen wird, und einzelne Kinder immer da sein dürfen (Notbetrieb) – dann können wir uns und den Eltern den ganzen Ärger mit der erbärmlichen Datentechnik solange sparen, bis der Breitbandanschluss im Haus gelegt und aktiviert ist, und jeder LuL ein passendes Dienstgerät in der Hand hält.
        Und so machen wir es auch mit der Raumlüftung: in unseren Klassen bauen wir mit Elternhilfe die Luftaustauscher des Max-Planck-Institutes ein (derzeit im Schultest in Mainz) – und sammeln dafür Spenden – u.a. mit Hilfe der Lokalmedien. Und im Haus sorgen wir für die getrennte Nutzung der Wege für unsere SuS von/nach draußen.
        Dürfen wir alles nicht?
        Wir machen es aber – es ist „Dienst-nach-Pandemievorschrift“. Von Kolleg.seite wird es geduldet, Direktion macht mit oder duldet ebenfalls. Und sobald in der Schule ein Infektionsfall auftritt, stecken wir es dem Amtsarzt, dass unser „Dienst-nach-Pandemievorschrift“ – Konzept die Kontakt-Nachverfolgung wie auch die Beobachtungsquarantäne für die symptomfreien Kontaktkinder erleichtern kann.
        Und was soll jetzt Anderes passieren als die schlichte Fortsetzung? Und wer soll das verhindern? Holt die Direktion die Polizei vor die Schultür und sperrt uns aus?
        Na, das gäbe erst richtig Spaß…..s

  3. Was am Bildungsföderalismus gut sein soll, habe ich bis heute nicht begriffen. 16 verschiedene Schulsysteme, völlig unterschiedliche Prüfungen, der Umzug in ein anderes Bundesland häufig mit dem Verlust eines Schuljahres verbunden, hier zentrale Aufgabenstellung für alle Abschlussprüfungen, dort keine oder nur wenige zentrale Prüfungen, die Liste ließe sich noch deutlich erweitern. Der einzige Vorteil sind die versetzten Ferientermine, das freut die Tourismusgebiete. Wobei auch hier zwei Bundesländer nicht „mitspielen“ (Bayern und Baden-Württemberg) und bei den Sommerferien der früher übliche (1970er und 1980er) 90 Tage Spielraum zusammengeschmolzen ist.

    • Was soll am Bildungszentralismus gut sein? Das habe ich bis heute nicht begriffen. Jede Änderung müßte den kompletten Gesetzgebungsprozeß über Bundestag, Bundesrat samt Vermittlungsausschuß durchlaufen. Das würde, wie andere Beispiele zeigen, sehr lange dauern und, da die bildungs“schwachen“ Länder ja (aus politischen Gründen) nicht abgehängt werden dürfen, brächten die jeweiligen Kompromisse eine Nivellierung nach unten, die eher zu Lasten der erfolgreichen Länder und somit Schüler ginge. Wäre uns bzw. den Kindern und Jugendlichen damit gedient?
      Föderalismus bedeutet nun mal Wettbewerb, auch um das beste Bildungssystem.

      • Bildungsschwache Länder? Was soll jetzt das heißen?
        Schlechte Noten werden von den Lehrern ja mittlerweile auf bildungsferne Eltern geschoben. Dann sind die Eltern schuld.
        Sollen es in Zukunft bildungsschwache Länder sein, nur um das eigene Unvermögen zu kaschieren?
        In welchen Bundesländern leben denn die bildungsschwachen (dummen) Menschen?
        Bloss nicht Versäumnisse bei sich selbst suchen, wenn Minister und Eltern nicht mehr genug sind, einfach ganze Länder abstempeln. Vielleicht gibt es ja auch Versäumnisse der Lehrer?

        • Versäumnisse bei Lehrern gibt es sicher, keine Frage. Genau wie in jeder anderen Berufsgruppe auch. Allerdings ist Ihre Argumentation fehlerhaft. Sie ziehen nämlich einfach eine direkte Kausalität von den Versäumnissen der Lehrer zu den schlechten Noten (und setzen dabei schlechte Noten mit dumm gleich…) und unterstellen damit den Lehrern Unfähigkeit/Eigennutz. Was ist also wahrscheinlicher: Dass eine ganze Berufsgruppe nur aus unfähigen und/oder egoistischen Menschen besteht? Oder dass es andere Gründe gibt, weshalb die Menschen diesen Beruf nicht mehr zur Zufriedenheit aller (auch der eigenen…) Ausüben können? Kleiner Tipp: Ockham’s Rasiermesser hilft bei der Entscheidung 😉
          Übrigens, kleine Einführung in die Pädagogik: Lernen ist ein Prozess, der zwar durch äußere Umstände begünstigt oder angestoßen werden kann, der aber dennoch vom Lernenden selbst durchgeführt werden muss. Die Vorstellung, dass Lehrer das Wissen „in die Schüler reinschaufeln“ können/sollten, ist schon lange überholt! Kamele und Brunnen, Sie verstehen…?

      • Es dürfte wohl ziemlich klar sein, dass Länder mit besonders vielen bildungsschwachen Einwohnern dann ebenfalls als „bildungsschwach“ bezeichnet werden könnten. Aber das kann dann nicht einfach den Kultusministern angelastet werden, man wird fragen müssen: Warum gibt’s denn dort so viele bildungsschwache Leute? Die sind ja möglicherweise ganz woanders in die Schule gegangen, z.B. im Ausland. Und geringe Einkommen haben auch immer was zu tun mit der Wirtschaftslage, also der Konjunktur und der Wirtschaftsstuktur, siehe nördliches Ruhrgebiet. Ein anderes Beispiel ist Bremen, das bei allen Vergleichs-Tests Schlusslicht ist. Das wird gern damit entschuldigt, dass es dort halt so viele arme Leute (und auch viele Migranten) gibt, besonders in Bremerhaven. Die SPD-Schulsenatoren, seit 1946 ohne Unterbrechung im Amt, wollen natürlich keine Schuld haben. Sie vertreten ja die einzig richtige (gesamtschulfreundliche) Schulpolitik. 🙂

        • Um diese Aussage zu entkräften reicht ein kurzer Blick in die statis-DVD. Gerade die Stadtstaaten wie Bremen und Hamburg ist das Durchschnittseinkommen am höchsten. Daran kann es also nicht liegen, dass die Schulleistungen dort schwächer sind. Die Lehrerdichte und -versorgung bezogen auf die Einwohner ist dort auch höher als beispielsweise in Baden-Württemberg. Das Ruhrgebiet ist mittlerweile eine Armetei, leider wurde die Industrie von unseren Umweltschützern dort niedergemacht und diese Menschen machen auch noch weiter. Diese Leute würde ich als bildungsfremd bezeichnen. Welche Jobs und Bildung die Hambibesetzer haben, weiss ich nicht. Vielleicht kann ja jemand aufklären. Hoffentlich sind nicht zuviele Studenten dabei, die in Richtung Lehramt gehen. Genug Zeit haben sie ja offensichtlich….

  4. … 16 verschiedene Schulsysteme, völlig unterschiedliche Prüfungen, der Umzug in ein anderes Bundesland häufig mit dem Verlust eines Schuljahres verbunden, …

    – – – – –

    Besonders in diesem Punkt sprechen sie mir so etwas von aus der Seele @Donauperle!

    Ich habe schon Erfahrung mit den Schulsystemen von 3 Bundesländern gemacht. Und eins meiner Kinder musste leider auch durch die „Hölle“ und mitten im Schuljahr auf eine Schule in einem anderen Bundesland wechseln. Nicht wirklich witzig, kann ich aus Erfahrung nur sagen.

    Gerne würde ich persönlich umziehen, aber noch einmal tue ich das keinem meiner Kinder an. Also noch weitere 2,5-3,5 Jahre hier ausharren.

  5. Je mehr Kleinstaaterei betrieben wird und desto stärker das Chaos wird, desto weniger werden die Menschen im Land den Bildungsföderalismus akzeptieren. Gerade in Grenzgebieten zwischen den Ländern ist es nicht einzusehen, warum in einem Ort die Schulen offen sind, während im Nachbarort mit der gleichen Inzidenz alle im Distanzunterricht sind (oder ähnliche Auswüchse).

    Das Ziel ist momentan nicht, sich möglichst gut zu profilieren, sondern eine Pandemie zu überstehen und möglichst schnell und mit möglichst wenigen Opfern zu beenden. Wenn da der Bildunsgföderalismus als Plattform für den Wahlkampf verwendet wird, dann muss er temporär ausgesetzt werden. Durch schnelles, entschlossenes und koordiniertes Handeln hätte man viele der 30+ Tausend Opfer der zweiten Welle verhindern können, denn die weitgehend ungeschützten Schulen waren einer der entscheidenden Treiber.

  6. An dieser Stelle kopiere ich einfach meinen Text vom 11.01 mit der Anmwekung, dass ich ja fesgt habe, es geht vor allem um eine andere Verteilubg der Mittel.

    — Snip

    In Zeiten der Populisten eine Zentralisierung des Bildubgssystems zu fordern – Auf die Idee musste erstmal kommen.

    Ich bin froh darüber, dass wir nicht wie in Frankreich, wo Paris gerne auf Paris schaut und nicht in den Rest des Landes, hier die Kompetenz bei den Ländern haben. Was meinen denn die Verfechter der Zentralisierung, was passiert, wenn solche Stars wie ein Scheuer Bildungsminister werden? Ich sage nur „Autobahnbehörde“. Dat Karli ist ein weiteres Beispiel für Inkompetenz. Um auf die Frage zu antworten: Richtig, es würde weiterhin ministeriale Vertretungen vor Ort geben müssen, die individuell nach Situation vor Ort entscheiden. So ist es in JEDER Bundesbehörde, egal ob Finanzen oder Verkehrswesen. Schaut euch doch die Strukturen einmal an. Allein 16 Landesämter für Finanzen. Dazu der Zoll (Bubdesbehörde) mit Liegenschaften in allen Bundesländern. Oder Verkehr: 16 Verkehrsbehörden, unzählige Ämter (Wasser und Schiffahrt, Luftverkehr, Infrastruktur), Mittelbehörden und ein Ministerium. Gewonnen wird hier nichts, allenfalls das die Bürger noch unzufriedener sind, weil eine zentrale Entscheidung für 13 von 16 Bundesländer gut ist und für 3 schlecht.

    Das es Reibungspubkte gibt, unter anderem ein uneinheitliches Abitur oder ein besseres Gebäudemanagement – daran muss zweifelsohne gearbeitet werden.

    Während also die einen noch über eine völlig abwegige Zentralisierung schwadronieren, würde ich gerne das Augenmerk auf ein anderes Feld richten: Der unfairen Verteilung von Steuermitteln zwischen Bund und Ländern. Würden die Bundesländer nicht durch den Bund notorisch unterfinanziert werden, hätten wir viele Probleme nicht. Indirekte Abhilfe könnte durch ein Liegenschaftdmanagement geschaffen werden, in welchem der Bund zahlt und dem dann auch die Gebäude gehören. An solchen Stellen macht Zentralisierung vielleicht noch Sinn, auch weil die Behördenstrukturen über das BMI größtenteils da sind. Auf der anderen Seite könnte der Bund aber auch einfach einen Investitionstopf auflegen. Wird aber alles nicht gemacht. Und ausgerechnet die Zentralisierung soll die Lösung sein?

    Um den loop nach oben zu schließen: Auch Hitler hat das Bildungssystem zentralisiert, brauchte dafür aber die Gleuchschaltung. Ich will nicht wissen, welche zerstörerische Kraft es hätte wenn ein Mensch mit ähnlicher Ideologie gar nicht mehr gleichschalten muss, aber Bildungsminister wird.

  7. Wieder einmal völliger Blödsinn von einem Minister. Da aber vermutlich alle in dieser Hinsicht so denken „Bloß nicht der Bund“, wird sich nie etwas ändern und unser „wettbewerbsfähiges“ Bildungssystem so schlecht bleiben, wie es ist.

    Und zum Digitalpakt sollte sich Kretschmann am besten gar nicht äußern, dass der nicht funktioniere oder eine Katastrophe sei.

    Der wurde doch sowieso NUR nötig, weil die Länder seit Ewigkeiten ihren Pflichten für Investitionen in Bildung in allen Bereichen nicht nachkommen. Mit dem Bund in Verantwortung wäre wenigstens Finanzstärke da, im Gegensatz zu den Ländern, die z.T. bei allem, v.a. aber bei Bildung knausern. Kein Personal, keine Ausstattung, keine intakten Gebäude, etc. etc….

  8. Ich kann Donauperle nur zustimmen. Bildungsförderalismus MUSS aufhören und die Schulsysteme endlich einheitlich gestaltet werden. Nur so ist ein Vergleich der Länder wirklich möglich. Nach meiner Auffassung scheitert diese „Utopie“ aber an den Institutionen, die vom Förderalismus profitieren. Niemand will Kompetenzen abgeben aus Sorge Einfluss zu verlieren. So werden fadenscheinige Ausreden vorgebracht, die den Flickenteppich rechtfertigen sollen – hier von einem Politiker, dessen Ansichten im 20. Jahrhundert steckengeblieben sind.

  9. Also,ich bin ganz klar der Auffassung, dass die Bildungspolitik Bundessache werden sollte. Heutzutage sind Familien viel mobiler unterwegs. Man zieht viel öfter um,eben dahin, wo der Job einen hinverschlägt. Die Leidtragenden sind die Kinder, die sich entweder langweilen, weil sie alles wiederholen aber ein überspringen der Klasse nicht in Frage kommt, weil sie sozial- emotional noch nicht so weit sind oder sie sind trotz Nachhilfe grenzenlos überfordert, weil ein Wissen vorausgesetzt welches ihnen noch nicht vermittelt wurde. Auch darf ein Abschluss aus einem Bundesland mehr Wert sein, als aus einem anderen.

  10. Noteninflation!
    Sie besteht bereits seit vielen Jahren, seit Jahrz e h n t e n. Ist Fakt!

    Auch wenn sie von manch‘ Unkundigem geleugnet, von Kundigen schöngeredet oder vertuscht wird.

    In der Pandemiesituation galoppiert sie noch weiter! – muss sie ja – gezwungenermaßen -, jetzt aber aus sehr gutem Grund!!!

    Denn unsere Kinder sollen wirklich nicht – auch noch in diesem Kontext – Leidtragende sein!!!

    Beschulung funktioniert eben nicht überall regelgerecht! – kann das auch gar nicht zur Zeit! – obwohl die Schulleitungen und die LehrerInnen seit Monaten alles Menschenmögliche leisten, andauernd sehr weit über ihre Kräfte gehen!

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