Karliczeks Leitlinie für Schulen: Politisches Wunschdenken – nicht Stand der Wissenschaft

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Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek.

BERLIN. Einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ solle ihre Leitlinie ermöglichen, so sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) – und verfehlt den Anspruch deutlich. Möglichst sicher? Wer lediglich das „Lüftungskonzept“ der KMK aufwärmt und den Einwand der Deutschen Physikalischen Gesellschaft ignoriert, dass das darin als einzige Maßnahme vorgesehene Fensteröffnen keinen sicheren Luftaustausch gewährleistet, der beschreibt einmal mehr politisches Wunschdenken – aber nicht den Stand der Wissenschaft.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek, Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus. Foto: Tina Umlauf

Karliczeks Papier wärmt auf, was schon seit den Sommerferien nicht funktioniert und Deutschland womöglich in die zweite Welle hineingetrieben hat: ein angeblich nach „Kohorten“ getrennter Schulbetrieb (der dann in der Praxis im Ganztag oder spätestens im Schulbus wieder fröhlich zusammengemischt wird), ein viel zu zögerlicher Umgang mit Schutzmasken, ein Unterricht praktisch ohne Abstandstandregel. Lediglich bei „hohem Infektionsgeschehen“ sollen Schüler, Lehrer und Schulpersonal im Unterricht einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz tragen. Wenn das Infektionsgeschehen „hoch“ ist, dann rät die Leitlinie auch dazu, das Personenaufkommen in den Verkehrsmitteln zu reduzieren. Dazu müsste dann der Unterricht zeitversetzt beginnen, was vor allem für Nachbarschulen gelte.

„Schulen sind keine Treiber der Pandemie“ – wenn das nicht stimmt, ist die nächste Corona-Welle schon absehbar

Mal davon abgesehen, dass es niemandem in der Praxis hilft, von einem „hohen Infektionsgeschehen“ zu schreiben, ohne sich festzulegen, ab welchem Inzidenzwert das denn bitteschön der Fall ist: Mit solchen Empfehlungen wird einmal mehr das Märchen weitergesponnen, dass Schulen „keine Treiber der Pandemie“ seien. Es reicht danach völlig aus, auf ein „hohes“ Infektionsgeschehen (das irgendwo stattfindet; wo genau weiß man nicht – aber natürlich in jedem Fall außerhalb der Schulen) zu reagieren. Prävention? Fehlanzeige.

Wenn aber diese Prämisse nicht stimmt – und der Chef-Virologe der Charité, Prof. Christian Drosten, hat erst in der vergangenen Woche erklärt, was für ein wissenschaftlicher Unsinn diese „Treiber-der-Pandemie“-Diskussion ist –, dann ist die dritte Corona-Welle damit programmiert: Dann sorgen schon der morgendliche Verkehr von elf Millionen Schülern in Deutschland und die tägliche Massenveranstaltung mit nochmal 800.000 Lehrkräften obendrauf dafür, dass das Infektionsgeschehen, das wir mühsam jetzt gerade per Lockdown einfangen müssen, sich wieder nach oben schraubt. Und zwar in einem rasanten Tempo, wenn das, was über die Virusmutationen berichtet wird, auch nur zur Hälfte stimmt.

Eine „Kohorte“ aus Hunderten von Schülern und Lehrern verhindert keine Ansteckungen

Wer wirklich ein Konzept für einen möglichst sicheren Schulbetrieb vorlegen will, erklärt zunächst einmal schlüssig, wie er die beiden Hauptinfektionswege, die das Robert-Koch-Institut beschreibt  – nämlich Ansteckungen über Aerosole, also kleinste Schwebeteilchen in der Luft, und direkte Ansteckungen über Tröpfchen – unter so vielen Menschen, die meisten davon auch noch Kinder und Jugendliche, im laufenden Schulbetrieb zu unterbrechen gedenkt. Eine „Kohorte“ aus womöglich Hunderten von Schülern und Lehrern leistet das nicht. Virenverseuchte Aerosole lassen sich, das bestätigt die Deutsche Physikalische Gesellschaft einmal mehr, am besten mit technischen Lösungen – sprich: Luftfilteranlagen – beseitigen. Vor direkten Ansteckungen schützen Masken und Plexiglas-Wände. Einzelne Kommunen haben Klassenräume bereits entsprechend ausgestattet.

Zu diesen praktischen Modellen findet sich in Karliczeks Leitlinie leider – nichts. Dafür bauen die Autoren des Papiers bereits vor, sollten ihre Empfehlungen tatsächlich ernst genommen werden und in der Praxis dann scheitern. Alle Hygienevorkehrungen müssten „streng befolgt“ werden, heißt es. Es genüge nicht, einzelne Maßnahmen herauszugreifen, nur das Paket wirke. Im Umkehrschluss: Wenn es nicht wirkt, haben sich manche eben nicht daran gehalten. Im Zweifel waren es dann die Lehrer, die Infektionen „von außen“ hereingetragen haben müssen. Auch das hatten wir ja schon. News4teachers

Der Autor

Der Journalist und Sozialwissenschaftler Andrej Priboschek beschäftigt sich seit 25 Jahren professionell mit dem Thema Bildung. Er ist Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus – eine auf den Bildungsbereich spezialisierte Kommunikationsagentur, die für renommierte Verlage sowie in eigener Verantwortung Medien im Bereich Bildung produziert und für ausgewählte Kunden Content Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Andrej Priboschek leitete sieben Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen.

In eigener verlegerischer Verantwortung bringt die Agentur für Bildungsjournalismus tagesaktuell News4teachers heraus, die reichweitenstärkste Nachrichtenseite zur Bildung im deutschsprachigen Raum mit (nach Google Analytics) im Schnitt mehr als 100.000 Seitenzugriffen täglich und einer starken Präsenz in den Sozialen Medien und auf Google. Die Redaktion von News4teachers besteht aus Lehrern und qualifizierten Journalisten. Neben News4teachers produziert die Agentur für Bildungsjournalismus die Zeitschriften „Schulmanager“ und „Kitaleitung“ (Wolters Kluwer) sowie „Die Grundschule“ (Westermann Verlag). Die Agentur für Bildungsjournalismus ist Mitglied im Didacta Verband der Bildungswirtschaft.

Hier geht es zur Seite der Agentur für Bildungsjournalismus.

Karliczek stellt Leitlinie vor, die einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ gewährleisten soll

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58 KOMMENTARE

  1. Dem Kommentar kann ich uneingeschränkt zustimmen . Warum werden solche Dilletanten wie Frau Karliczek auf die Menschheit losgelassen ? Sinnlose Alibi – Aktivität .

  2. Herr Priboschek, Danke! Genau so ist es!

    Unfassbar.
    Eine Lüge bleibt eine Lüge egal von wem sie wie oft wiederholt wird.
    Eine Dauerwiederholung der alten Fehlentscheidungen… Wenn man immer wieder den selben Fehler macht, darf man nicht erwarten und noch nicht mal hoffen, daß man andere Resultate erzielt.
    Es ist genauso absurd den Knopf eines Fahrstuhls zig mal hintereinander zu drücken. Das Ergebnis ändert sich nicht dadurch und der Fahrstuhl kommt nicht schneller.
    Wir können doch nicht ernsthaft da weitermachen wo das bestätigte Versagen der Politik vor Weihnachten geendet hat.
    Die Desinformationspolitik, Intransparenz und Propaganda gehen weiter.
    Wissenschaftbasiertes Handeln sieht anders aus.

    Es macht einen nur noch bitter.

    • @Illy

      Und hier kann man die „Schirmherrin der frohen Botschaft“ in Bild und Ton genießen, während sie alles noch mal „für Doofe“ erklärt.

      Schön z.B. der Aspekt mit den Schulbussen:
      „… das ist dann die Arbeitsteilung … die wir den Praktikern vor Ort nicht abnehmen können …“
      (Dunja Hayali fragte zuvor nach KONKRETEN Richtwerten und Maßnahmen gefragt! … Darauf Karliczek: „Das wichtigste ist doch die Akzeptanz vor Ort!“ Und weiter dann mit viel Blabla nach Art von: Darum braucht es Transparenz vor Ort …. Die Situation ist sehr, sehr unterschiedlich …)
      https://www.zdf.de/nachrichten/zdf-morgenmagazin/karliczek-fragile-lage-100.html
      (etwa 5 Minuten)

  3. Förderschüler sollen diese Konzepte konsequent befolgen??? Das komplette Paket….Die schaffen es oft nicht mal sich alleine die Hose zu zu machen, die Nase zu putzen oder einen Stift zu halten…..
    Was für ein Glück, dass sie aber die Hygienekonzepte zu 100 Prozent befolgen können….ähm nicht….

    Bitte fragen Sie doch mal nach, warum Förderschüler – speziell geistige Entwicklung – IMMER unerwähnt bleiben. Die Schulen sollen zwar unbedingt bevorzugt geöffnet werden, aber wie bitte soll hier der Schutz aussehen?

  4. Was haben alle diese Minister/innen, vor allem die für Bildung und Kultur zuständigen, gemeinsam?

    Vergangene Fehlentscheidungen werden nicht nur unter den Teppich gekehrt, sondern bei Bedarf auch von dort wieder herausgekehrt.

    Lernprozess? Gibt es nicht. Bildung? Findet bei diesen Funktionsträgern offenbar nicht statt.

    Beharren auf Wiederholung der immergleichen Floskeln wider alle Evidenz.

    By the way: Wie hoch wären alternativ eingesetzte und entsprechend programmierte, sprechende (darf ruhig monoton sein, dann fällt der Unterschied kaum auf) KI-Minister*innen (Roboter) besoldet? In der Anschaffung vielleicht etwas kostspielig, aber die Programmierung stelle ich mir sehr einfach vor, und die Wartung wäre sicher auch nicht das große Problem.

    • Tatsächlich werden KIs trainiert und nicht programmiert. Die Kosten wären wahrscheinlich deutlich niedriger als für eine einzige Ministerin in einem Monat.
      Vielleicht fühlt sich der eine oder andere Programmierer ja bemüßigt eine KI mit den bisherigen Coronaverlautbarungen der Kultusminister zu trainieren und erstellt einen KM-Quatsch-Generator. 🙂

      Das wäre eine herrliche Idee.

      • Dafür braucht man doch keine KI!
        Da reichen die guten alten Spielpuppen mit Schaltplatte oder Kassette zum ständigen Wiederholen.

        • Ein bisschen Variation muss schon sein, sonst fällt es auf.
          Also auch ein kleines bisschen Training. Auch der angepasste Minister-Sprechhabitus mit der oberflächlichen Scheinlogik will ‚trainiert‘ sein, und das kann auch nicht jede/r. (Zum Glück)

    • Das ist ne Beleidigung für ne KI! Die lernen nämlich ziemlich schnell, welche Strategien Erfolg bringen und vermeiden dann erfolglose Schlussfolgerungen. Wenn ich mir dagegen die Äußerungen der Kultusminister im Laufe des letzten Jahres ansehe… wünsche ich mir in offensichtlicher Ermangelung kompetenter lebender Politiker für die Bewältigung der Pandemie ne kleine, niedliche KI, die den Job mal fix übernimmt.

  5. Das Marktforschungsinstitut Novus schätzt mittlerweile die Zahl der von Long Covid betroffenen in Schweden auf 160.000 (aktuell 12.000 Todesfälle). Insbesondere Frauen zwischen 25 und 45 seien betroffen berichten aktuell die schwedischen Medien. Es seien auffällig viele Frauen darunter, die „viel leisten“ würden („högpresterande“ wird ins Englische mit „overachiewer“ übersetzt).

  6. Vielleicht ist es einigen schon aufgefallen. Die Bildzeitung mach massiv Berichterstattung pro Schulöffnung.
    Ich habe das jetzt schon eine Weile verfolgt und man kann es heute wieder sehen.
    Besonders bei den Videos werden Fakten verdreht. Und es wurden sogar Experten, die in Interviews gerde darüber reden wollten, wie ansteckend Kinder wirklich sind einfach mit „Wir haben jetzte eine wichtige Meldung“ weggeschaltet.
    Das ist schon wirklich krass.

  7. Wenn die Impfung als das Allheilmittel propagiert wird…“….Wir müssen das einfach beobachten.“
    Nun die schnellen Notfallzulassungen der Impfstoffe bergen wohl noch sehr viele Risiken….sowie Unbekannte.

    In einem Alten- und Pflegeheim in Belm im Landkreis Osnabrück hat es einen Ausbruch der britischen Variante des Coronavirus gegeben. Wie der Landkreis mitteilte, waren alle Bewohnerinnen und Bewohner am 25. Januar zum zweiten Mal geimpft worden. Dennoch sei bei 14 Senioren das Virus B 1.1.7. nachgewiesen worden. Das Heim, alle Mitarbeiter und deren Familien wurden unter Quarantäne gestellt.

    Bisher gebe es nur asymptomatische oder leichte Verläufe der Erkrankung bei den Bewohnerinnen und Bewohnern, was eine positive Wirkung der Impfung sein könne, sagte der Pressesprecher des Landkreises Osnabrück, Burkhard Riepenhoff, mit Verweis auf Angaben des zuständigen Amtsarztes. Es sei mit dem Produkt der Unternehmen BioNTech und Pfizer geimpft worden. Wann sich die Bewohner genau infiziert haben, sei unklar.
    https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-02/corona-mutation-altenheim-impfung-variante-b-1-1-7-posititv-getestet

    Zulassung verweigert: BNT162b2 – Pfizer/Biontech Impfstoff ist Indern zu unsicher
    Die für die Zulassung zuständige Kommission der CDSCO hat empfohlen BNT162b2 in Indien nicht zuzulassen, weil Nebenwirkungen wie Lähmung (Palsy) und Anaphylaxis (also heftige allergische Reaktionen) und andere “SAE”s berichtet werden. SAE steht hier für Serious Adverse Reaction, also schwere Nebenwirkungen, die durch den Impfstoff hervorgerufen werden.

    https://www.reuters.com/article/health-coronavirus-india-pfizer-idUSKBN2A50GE

    https://cdsco.gov.in/opencms/opencms/system/modules/CDSCO.WEB/elements/download_file_division.jsp?num_id=Njg4MA==

    Pfizer-Impfung ist viel weniger wirksam» – keine Transparenz
    https://www.infosperber.ch/gesundheit/public-health/die-pfizer-impfung-ist-viel-weniger-wirksam-keine-transparenz/

    https://childrenshealthdefense.org/defender/peter-doshi-impfstoffe-von-pfizer-und-moderna-mit-95iger-wirksamkeit-wir-brauchen-mehr-informationen-und-die-rohdaten/?lang=de

    • Danke für die sehr wichtigen und korrigierenden Hinweise zur Wirksamkeit der zur Zeit zugelassenen Impfstoffe.Da hat man bei Pfizer anscheinend einige unerfreuliche Ergebnisse über mögliche SARS-positive Testpersonen einfach herausgestrichen – und schwups war der Impfstoff wirksamer als andere Impfstoffe von der Konkurenz.
      Wie dem auch sei, anscheinend sind aber nach einer Impfung mit dem Pfizer -Impfstoff die Krankheitsverlerläufe von covid-19-Infektionen milder.
      Von den hier vor Ort mit dem Pfizer-Impfstoff geimpften Mitarbeitern wurden insgesamt 3 Personen von 130 geimpften Mitarbeitern nach der ersten Impfung positiv auf SARS-CoV-19 im PCR-Test als Infizierte identifiziert.

    • Bevor Schulen wieder geöffnet werden, sollten zumindet die Risikogruppen unter den Lehrern geimpft worden sein, die 7-Tage-Neuinfektionszahlen unter 50/100.000 liegen, das Tragen von FFP-2-Masken zwingend umgesetzt sein und wöchentlich Schnelltests bei jedem durchgeführt werden, der sich in der Schule aufhält und engen Kontakt zu Schülern und Lehrern hat.

      • @AvL, ach, da ich Sie gerade hier sehe. Sie waren doch derjenige, der einen Zusammenhang herstellte zwischen Corona-Hotspots und AfD-Wahlerfolge. Nun, jetzt sind Thüringen und einige bayrische Kreise Corona-Hotspots. Liegt das dort dann jetzt an den Linke- oder CSU-Wahlerfolgen?

        PS: Es wurde inzwischen ein anderer Zusammenhang festgestellt, nämlich der mit den Pendlern aus Tschechien, die in sächsischen Altenheimen arbeiten – als Tschechien Hochrisikogebiet war. Macht Sinn, ne?

        • Ihre Erklärung ist wieder einmal sehr einfach !
          Es waren also wieder einmal die Ausländer.
          Und nach Brandenburg , Sachsen-Anhalt, und Sachsen pendeln also auch ebenso wie in andere Hotspots in anderen Landesteilen beständig ausländische Pflegenkräfte.
          Dann wird es aber mal Zeit, dass dem Pflegepersonal mehr Bedeutung und Anerkennung zu Teil wird, dieses besser bezahlt, damit wieder mehr deutsches Personal für diesen Beruf gewonnen werden kann.
          Ansonsten sehe ich für sie und ihre Mitmenschen im Alter schwarz.
          Und nebenbei, auch das SARS-Virus interessiert es gar nicht, welche Person es in die Alten-und Pflegeheime, sowie die Krankenhäuser einträgt. Es entfaltet auch über deutsche Mitbürger seine fatalen Auswirkungen. Es breitet sich grenzübergreifend diffus da aus, wo Menschen enge Kontakte miteinander aufnehmen, pflegen und diese intensiv unterhalten. Und die bierlaunig-fröhlichen Männer mit ihren Fahnen entlang der thürinischen und sächsischen Landstraßen, sowie deren Auftreten gegen Coronamaßnahmen trugen auf Grund der mit Nichten eingehalten Regeln, entscheidend zur Ausbreitung des Virus bei. Die Folgen waren Erkrankungen bei zahlreichen Verwandten. Man verhält sich in diesen Kreisen genauso ignorant gegenüber den Eigenschaften des Virus, wie dies auch große Teile von Mitmenschen aus Kulturen tun, die traditionell sehr enge Familienbande pflegen.

          • @AVL, bitte konstruieren Sie hier nichts, was nicht ist! Die Erklärung von Frau Wagenknecht (Linke), wohl doch im Allgemeinen nicht des Ausländerhasses verdächtig, war, dass die Pendler aus Tschechien das Virus mit nach Sachsen brachten. Das klingt zumindest logisch, denn erst war Tschechien ein Hochrisikogebiet und dann Sachsen und dann südliches Brandenburg und Thüringen … Das hat doch nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun. Oder darf man diese Tatsache jetzt einfach nicht nennen, um nicht diesen Vorwurf gemacht zu bekommen?!? Was soll das?!? Es scheint mir ein sehr billiger Versuch, eine missliebige Meinung zu diskreditieren!

            Von Sachsen aus hat sich das Virus weiter verbreitet, was ist daran schwer zu verstehen. Niemand hat gesagt, es befällt nur tschechische Pflegekräfte in sächsischen Altenheimen. Es tut mir leid, dass Ihr AFD-Erklärungsansatz einfach NICHTS taugt.

      • @AVL: Bei den notwendigen Maßnahmen stimme ich Ihnen zu, bis auf den Schnelltests.

        Die Schnelltests sind viel zu unsicher um asymptomatisch Infizierte zu ermitteln. Die Schüler und auch Lehrer würden glauben es bestehe keine Gefahr, wenn montags alle negativ getestet werden.

        Manche Schnelltests haben aber nur eine 50%ige Genauigkeit. Der Leiter vom Gesundheitsamt in meinen Kreis setzt deswegen lieber auf konsequente Quarantäne der Kontaktpersonen statt auf das vielfach praktizierte Freitesten.

        Wenn Lehrer und Schüler getestet werden, dann per PCR und Sequenzierung der Mutationen.

  8. Tja, Freunde…
    Zur Erinnerung an alle, die sich hier Tag für Tag, Stunde für Stunde und völlig zurecht über politische Entscheidungen und Entscheidungsträger ärgern:
    Früher (das ist aber lange her) sind Menschen Politiker geworden, weil sie sich für die positive Weiterentwicklung unserer Gesellschaft und Demokratie einsetzen und in deren Dienst stellen wollten.
    Heute (und das geht leider auch schon länger) werden Menschen Politiker, weil ihre bisherige Lebensplanung relativ erfolglos blieb und eine einfache Parteizugehörigkeit ohne die Voraussetzung nennenswerter wissenschaftlicher Fachkenntnisse rasche Karrierechancen bietet. Wer dann noch über steife Ellebogen und genügend Klüngelkompetenz verfügt, ist ganz schnell vorn mit dabei und darf mitschwimmen im Strom der Lobby- und Wirtschaftsdienstleister*innen. Leider lassen sich Spesen und sonstige Annehmlichkeiten nicht aus gemeinnützigen Tätigkeiten finanzieren. Und so geht es hier nicht um das Wohl von Schulen, sondern bestenfalls um das Wohl potentieller Wähler*innen. Der ministeriale Stammplatz will gesichert bleiben.
    Dem zu Hilfe kommen eine sehr strikte Hierarchie und immer strengere Verwaltungsvorschriften, damit wenigstens Angst und Machtlosigkeit dazu führt, dass unsinnige Beschlüsse umgesetzt werden.
    Vielleicht sollten wir das gesamte Schauspiel dieser narzisstisch gelenkten Parteiakteure und deren tägliche Äußerungen unter den o.g. Voraussetzungen anders einordnen. Es geht nicht um die Sicherheit in Schule, es geht leider auch nicht um die Gesundheit der Kinder und schon gar nicht um die der Lehrkräfte.
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, versucht euch stattdessen so gut es geht zu schützen, wehrt euch, wo und wann auch immer dies möglich ist und haltet zusammen! Es wird auch in den nächsten Monaten und Jahren so weitergehen. Wir sollten stattdessen lieber gemeinsam an einer guten (Gegen-)Strategie arbeiten.
    Vielen Dank, lieber Herr Priboschek! Sie und Ihr unermüdliches Team tragen zu dieser Gegenstrategie bereits eine Menge bei und bieten in diesem Portal eine wunderbare Gelegenheit des Meinungsaustauschs. Ich bin mir sicher, dass Sie damit einen Anfang in Richtung Veränderung setzen!

    • PeBa
      Aus ihrem einleitenden Satz lese ich ein „früher waren alle Poltiker besser heraus“, und „besonders vor sehr langer Zeit“,schreiben sie sinngemäß weiter, weil diese Politiker sich für die Weiterentwicklung der Gesellschaft einsetzten.
      In welche Richtung zielte denn diese anvisierte Weiterentwicklung der Gesellschaft ?

      Mir fallen in Bezug auf lange vergangene Zeiten aber spontan nicht nur ein paar sehr negative Politiker ein, sondern deutlich mehr Politiker dieser Kategorie, die mehr für die Durchsetzung ihrer Ziele sich rücksichtslos gegen die Interessen der Allgemeinheit sich durchzusetzen verstanden, die sich den eigenen Interessen und anerzogenen Vorurteilen mehr verpflichtet sahen, als den Interessen der Mehrheit verpflichtet zu sein.
      Ich habe mehr den Eindruck, dass die derzeit regierenden Politiker sich sehr wohl mehr wissenschaftlichen Rat einholen, bevor diese ihre Entscheidungen treffen, und diese sind sehr wohl in der Lage aus Fehlern anderer und der eigenen Fehler zu lernen, um Schaden von der Allgemeinheit abzuwehren.
      Auch ist der Umgang miteinander unter diesen politischen Interessenvertretern sehr viel mehr auf eine Konsensfindung ausgerichtet, anstelle auf eine bewusste öffentliche Dissonanz und Provokation der Gegenseite.

    • Tja, leider ist Frau Gebauer hier ein leuchtendes Beispiel. Eine Rechtsanwaltsgehilfinnenstelle hätte ihr höchstens ein Einkommen unterhalb des mittleren Durchschnittsverdienstes gebracht. Dank Papi hat sie auch ohne Studium und ohne jedwede Fachkompetenz für dies Amt ein mehr als auskoemmliches Salär und kann den Akademikern diktieren, wie Schule geht…

  9. Unfassbar!

    Was verstehe ich an der erneuten Schulöffnungsdebatte nicht?

    Schulen sollen jetzt doch mal wieder ein sicherer Ort sein??? – Aber der Friseur, das Restaurant etc. müssen weiter geschlossen bleiben, weil das zu gefährlich ist???

    Lüftungsanlagen sind eigentlich ja schon nötig, aber dann doch irgendwie überbewertet und deshalb gibt’s schlussendlich keine für die Schulen… Hauptsache die Regierenden haben ihre Büros schon seit Monaten damit ausgestattet – macht Sinn, denn irgendwer muss ja immer wieder darüber befinden, dass Schulen ein sicherer Ort sind – oder auch nicht – oder doch – oder…????

    Kohorten- oder GruppenBILDUNG – Hauptsache da steckt Bildung drin! Und die eigentliche bleibt bei diesem ganzen Hin- und Her weitestgehend auf der Strecke! AAAAABER wenn wir erstmal alle wieder am sicheren Ort sind…

    Und dann muss jetzt einfach das exakt gleiche Hygienekonzept aus der Zeit von vor Lockdown II umgesetzt werden, aber jetzt mal ganz komplett bitte! Und schwupps, haben wir ganz viele wunderbar sichere Orte geschaffen! Applaus!!!

    Und diese kleinen Mutanten, was sollen die schon ausrichten, wenn wir an all den sicheren Orten ganz eng zusammenrücken und uns ihnen wie ein Phalanx entgegenstellen!

    Dann werden die kleinen Mutanten sicher einsehen, dass sie an unseren sauberen, sicheren Orten nicht willkommen sind und sich schmollend zurückziehen…

    Danke, dass mein Arbeitsplatz ein so sicherer Ort ist! Ich bin heilfroh, wenn ich aus der einsamen häuslichen Scheinsicherheit ausbrechen und endlich wieder in die personalintensive Schulwelt eintauchen kann, um tagtäglich vereint mit soooo Vielen dem Virus entschieden die Stirn (Nase, Rachen, Lunge) zu bieten!

    Mögen sich doch Frau Gebauer&Kolleg*Innen doch mal tagtäglich ein Bild vor Ort in den Schulen machen und sich in diese großartige Bewegung „Der sichere Ort“ einreihen! Sie hätten sich einen Platz mittendrin mehr als verdient!

  10. Auch auf die Gefahr sich zu wiederholen, danke für diesen Kommentar, Herr Priboschek. Es macht nur noch fassungslos, was da geschieht und wie die Schuldigen für das Scheitern dieses Schwachsinns schon ausgemacht sind. Glasklar benannt.

  11. Schnell mal zum Ausprobieren für Schulöffnungfans, nur eine kleine, erste Übung für zuhause zum Mitmachen:

    -Setzen Sie eine FFP2-Maske oder OP-Maske auf und sprechen sie 4-5h am Stück mit etwa dreifacher üblicher Lautstärke durch diese Maske hindurch.
    -Lüften Sie alle 20 min. für mind. 3 min. das Zimmer quer, nach 45 min dann für voll 5 min. und nach je 2x 45 min. dann für volle 15 min. Gerne dürfen Sie dabei sich durch eine kleine Kniebeuge oder Händeklatschen aufwärmen.

    -Für die Simulation all der anderen Maßnahmen inlusive Infektionsrisiko suche ich noch nach Ideen …

    • – Laden Sie 30 Ihrer Nachbarn ein, stellen Sie für jeden eine Sitzgelegenheit zur Verfügung und versuchen Sie dabei den geforderten Mindestabstand von 1,5m einzuhalten. Achtung: Die zur Verfügung stehende Grundfläche darf max. 60 m² betragen.

  12. Ganz herzlichen Dank, Hr. Priboschek!

    Wann wird den politisch Verantwortlichen endlich klar, dass wir ohne Realitätsbezug nicht aus dieser Krise finden werden, zumindest nicht auf menschlich zivilisierten Weg?

    Welche Gesellschaft bringt es denn übers Herz ihre Kinder in eiskalte Räume zum Viruswichteln, mit einem Erreger zu schicken, von dem noch nicht geklärt ist, was er langfristig, u.U. auch irreversibel, im menschlichem Körper anrichtet?
    Die Verdopplung der Kinderbetreuungstage war doch schon ein Anfang. Warum wird jetzt nicht der Arbeitsschutz für Eltern, die diese auch in Anspruch nehmen möchten, verbessert? Für die Familien die sich, aus welchen Gründen auch immer, dem homeshooling nicht gewachsen fühlen, müsste es doch möglich sein, Klassenräume mit Luftfilteranlagen so auszustatten, dass das Infektionsrisiko für alle Anwesenden minimiert wird…..

  13. @Knecht Ruprecht,
    ich bin etwas überfordert. Ihre Lüftungsempfehlungen, die vielen Zahlen, es ist kurz vor dem Abendbrot. Aber morgen werde ich es ausprobieren, ganz bestimmt.
    Oder nein, ich mache so weiter, wie immer- ohne Schutz, aber mit viel AHA!
    Sorry, natürlich nicht ernst gemeint, aber gut von Ihnen geschrieben!

  14. Herr Priboschek, danke, danke, danke.
    Frau Karliczek, GÄÄÄÄÄÄÄHN. Großartige neue „Leitlinie“. Fast so großartig wie die „Studie“ von Herrn Senator Rabe. Hatten wir alles schon. Differenziert, transparent, gar wissenschaftlich halbar ist es immer noch nicht. Erschütternd ist, wenn Bildungsminister sich dem rationalen Denken verweigern. Herzlichen Glückwunsch, die dritte Welle wurde soeben eingeläutet.

  15. Eine Leserin in einem Der Artikel meinte sinngemäß:
    LuL verdienen genug Geld, sollen sich nicht so anstellen und die Lüfter selbst kaufen, statt nur herumzujammern.

    Ich habe das Gefühl, dass die Länder/Gemeinden genau das vielleicht im Geheimen hoffen.

    Und vielleicht haben wir LuL ja auch noch ein bisserl Kleingeld über (nach dem Kauf von Laptops, Tablets, Minibeamer, Presenter, Rotstifte, Papierblöcken, Druckerpapier, Lehrmaterialien, Verlängerungskabeln, Adapter, …), um die Plexiglaswände zu stemmen. Wir können ja von den Eltern Spenden sammeln. Bei Übergabe der Lernmaterialien, vielleicht z.B.

    • Wahrscheinlich würde nicht wenige Kollegen das sogar machen. Macht allerdings nur wenig Sinn, wenn ich jede Stunde in einem anderen Raum bin 🙁

      • Oh, toll, also der Solinger Weg. Es wird etwas Konstruktives gestemmt und von oben her dann verboten.

        Macht Sinn im Zuge der Gleichbehandlung aller.
        Werden die Münster angeschafften Luftreiniger auch bald verboten? Es war ja ziemlich erfolgreich. Das geht ja gar nicht. Man muss unbedingt dagegen einschreiten.

  16. Liebe Anja K.,

    du hast ganz viel geschrieben und kannst richtig stolz auf dich sein. Das ist eine tolle Leistung, über die du dich sehr freuen kannst.

    Leider, liebe Anja, ist vieles, was du schreibst nicht richtig oder abgeschrieben. Habe den Mut und bediene dich deines Wissens – denn: Selber denken macht klug.

    Falsche und unsinnige Ideen abzuschreiben zeigt nur, dass du den Weg vom Input einer Information zum Output einer Information zu schnell gehst. Da muss noch der Gedanke, das vorhandene Wissen zwischengeschaltet werden. Dann überprüfst du am besten das alles mit der Realität. Erst dann kommt der Output.

    Ich bin sicher, wenn du dir genügend Mühe machst und dich richtig anstrengst, lernst du etwas dazu, das dir für das Leben weiterhilft, nicht nur für die Schule. Du hast bestimmt noch oft Gelegenheit, das zu üben. Ich bin ganz sicher, dass es dir mit täglicher Übung und Training und viel Einsatz gelingen wird.

    Dann wirst du das Ziel der Klasse ganz bestimmt erreichen.

    Ich weiß, du bist KuMi, kannst ja nichts dafür.

  17. Lieber Herr Priboschek,
    Sie haben wie immer mit allem recht.

    Herr Spahn hat heute gegen die Lehrer entschieden und sie in Impfgruppe 3 belassen.

    Es gibt ca. 8 Millionen Menschen zwischen 70 und 80 Jahren.
    Deren Erstimpfung dauert bei der aktuellen Impfgeschwindigkeit von 125.000 pro Tag 2 X 66 Tage.

    250.000 Grundschullehrer eine Erstimpfung zu geben hätte 2 Tage gedauert. Damit hätte man die Pandemie ausbremsen können.

    Wären damit indirekt die Senioren nicht alle gleichzeitig ein Stück weit besser geschützt gewesen, als durchschnittlich 33 Tage warten zu müssen?
    Kommt es wirklich auf 2 Tage an?

    • @Koogle, das verstehe ich überhaupt nicht, wieso ließe sich die Pandemie ausbremsen, wenn die 250.000 Grundschullehrer jetzt ganz schnell geimpft werden würden? (darunter sehr viele junge Lehrer, die wenig gefährdet sind)

      – nicht alle wollen sich impfen lassen
      – nicht bei allen wirkt der Impfstoff
      – eventuell kann das Virus trotz Impfung weitergegeben werden
      – inwieweit profitieren Hochbetagte und Pflegekräfte von der Impfung der Grundschullehrer
      – inwieweit kann das Virus an Schulen nicht mehr durch Kinder weitergetragen werden, wenn Grundschullehrer geimpft sind

      Aber vor allem wieso profitieren Hochbetagte davon, wenn junge Grundschullehrerinnen vor ihnen geimpft werden? Weil junge Grundschullehrerinnen auch Omas und Opas in Altenheimen haben, die sie gelegentlich besuchen?

      • 1 Geimpfter von ca. 30 Personen in einem geschlossen Raum testet nur den eigenen Impfschutz.
        29 sind mit fröhlichem Viruswichteln beschäftigt.

  18. Da diese „Leitlinie“ wirklich nur Dinge wiederholt, die schon im Herbst nicht funktioniert haben und anscheinend auch keinen Weg aufzeigt, wie man diese Dinge nun doch zum Funktionieren bringen soll, kann man nur hoffen, dass Frau Merkel und die MP-Runde sich herzlich über diese Leitlinie amüsieren und sie dann in den Mülleimer werfen. Wir brauchen keine dritte Welle! Diese Leitlinie ist alleine schon geeignet, die dritte Welle auszulösen, zusammen mit B117 wird sie es ganz sicher schaffen.

    • Jan aus H. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Ich gehe stark davon aus, dass ich ab dem 15. wieder alle Klassen an meiner BBS empfangen darf. Seit letzter Woche werden die Pläne bei Untis schon nicht mehr überarbeitet- sonst war klar digital u.ä. gekennzeichnet. Und zwar genau ab dem 02.O2.21- da kam der Brief und Stufenplan aus der Tonne- sorry vom Tonne. Da macht man sich keine Mühe mehr. Auf der Basis der Leitlinie von Frau K.- ist ja ohne Zahlen- kann jetzt jeder/ jede Tonne in seinem Bundesland was Feines basteln. Und so wie das Ganze in den Medien aktuell kolportiert wird, geht es dann wohl wieder los für uns. Es gibt ja jetzt immerhin eine „kompetente“ Leitlinie und weiter 150€ Schweigegeld für die Eltern. Diese müssen ja jetzt möglichst schnell ausgegeben werden und zwar natürlich im stationären Handel oder beim Friseur. Da ist es doch toll, wenn die “ Blagen“ betreut werden. Das wird Nix am Mittwoch…. Mir ist da echt blümerant….

  19. „Politisches Wunschdenken — nicht Stand der Wissenschaft“
    Aber das ist auch bei anderen Dingen so. Auch der große Erfolg des „längeren gemeinsamen Lernens“ sowie der Ganztagsschulen ist Wunschdenken und nicht nachgewiesen. „Die Starken ziehen die Schwachen mit“ ist Wunschdenken und nicht nachgewiesen, an Wunschdenken hat es in den vergangenen Jahrzehnten in der Schulpolitik nie gemangelt. Man schaue nur auf die Web-Seiten der Parteien und der Kultusministerien. da wird immer das „individuelle selbständige Lernen“ als großes Ziel angepriesen, aber bei Distanzunterricht heißt es dann: „geht nicht, die SuS können das nicht, sie sind nicht so selbständig“. Und bei der Wissenschaft haben halt oft beide Seiten ihre Hauswissenschaftler, die das eine oder auch das andere bestätigen, jede Seite hat ihre Studien, auf die sie sich beruft. Leider ist auch die Wissenschaft schon in die Politik hineingezogen.
    Der Unterschied ist nur: Bei der Coronakrise merken es alle, und deswegen wird das auch mal benannt. Ist ja auch richtig. Ansonsten sehe ich aber nicht, dass gerade Herr Priboschek gegen politisches Wunschdenken angetreten wäre, jedenfalls nicht das Wunschdenken seiner eigenen politischen Richtung. Es sind immer die anderen, die alles falsch machen.

  20. Ein sehr treffender kritischer Kommentar. Ich empfinde es seit mittlerweile einem Jahr als sehr bedrückend, dass wir Lehrer gesundheitlich kaum geschützt werden und jetzt immer noch keine flächendeckenden Investitionen in effektiven Gesundheitsschutz stattfinden. Geringschätzung des Lehrerberufs hat eine lange Tradition, mit der man mittlerweile umzugehen weiß, jetzt geht es allerdings um konkrete Eingriffe in persönlichen Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz. Das macht mich traurig!

    • Das Jammern und Wehklagen über zu wenig Wertschätzung hat aber auch eine unausrottbare Tradition unter Lehrern, nicht wahr?! Wir z.B. haben einen Gehaltszuschlag bekommen für Masken im Frühjahr und wiederholt Masken gestellt bekommen, obwohl Lehrer ja nun nicht gerade Hartz-IV-Aufstocker sind. Nun sollen wir ja auch noch Laptops gestellt bekommen. Wie viele haben sich im Frühjahr ohne irgendeine Prüfung selbst zur Risikogruppe erklären dürfen? Da sprach man noch nicht von Hochbetagten, sondern von den Alten und jeder ab 60 rechnete sich dazu. O-Ton einer Kollegin: „Ich bin über 60. Ich gehöre zur Risikogruppe. Ich mache nur noch homeoffice.“ Es sind viele Hygienebestimmungen erlassen worden. Mehr als mir manchmal lieb ist. Unsere Schulleitung achtet darauf, dass sie eingehalten werden. Vielleicht sollten Sie mal mit Ihrer Schulleitung sprechen als die ewig-gleiche Leier von der mangelnden Wertschätzung zu bemühen?

      • Häh? Gehaltszuschlag für Masken?? Das wüsste ich aber! Im gegensatz zu z.B. Bundestagsabgeordneten, die einen Coronazuschlag bekommen haben, kam bei uns genau Null an, weder Geld noch Masken. Das Dienstgerät gestellt wird, ist in jedem anderen Beruf ganz selbstverständlich. Nur Lehrer müssen sich wieder entschuldigen, weil sie jetzt einen Laptop bekommen sollen. Die Riskikogruppen waren im frühjahr vom RKI so benannt, damals haben sich KuMi auch noch daran gehalten. Wer über 60 war, musste schriftlich beantragen, im Präsenzunterricht zu arbeiten und hat damit jegliche mögliche Haftung für eine Erkrankung von vornherein ausgeschlossen. Da wäre ich auch zu Hause geblieben. Und ja, es sind Hygienebestimmungen erlassen worden: Hände waschen und Fenster auf. ist ein prima Arbeitsschutz, ganz bestimmt, mit Sicherheit, wenn ich es mir lange genug einrede. Und damit noch einmal: Lehrer jammern nicht, Lehrer bestehen auf die Einhaltung geltender Arbeitsschutzgesetze.

  21. Lernort nur die Schule in Präsenzform wo Kinder „erzogen“ werden. Ich dachte immer es soll Bildung vermittelt werden.

    MP Laschet gestern zu Schulöffnung:
    „So zu tun, als könne man Kinder digital erziehen, ist eine schlicht falsche Herangehensweise und Unsinn.“

    „Das Homeoffice für Kinder ist kein guter Lernort“, sagte Laschet.

  22. Herr Schleicher ist gar nicht der Meinung von Herrn Priboschek. In der heutigen Tagesschau
    https://www.tagesschau.de/ausland/oecd-schulen-coronavirus-schliessungen-101.html
    verdammt er die deutschen Schulschließungen und lobt diejenigen Länder wie Frankreich, die es angeblich besser gemacht haben, nämlich indem sie den Schulen „Prioritäten“ eingeräumt und sie nicht geschlossen haben. Und natürlich verweist Schleicher in dieser Situation zum x-ten Male auf die angeblichen sozialen Ungerechtigkeiten der deutschen Schule. Das ist schon lange seine Masche, dabei hat PISA ergeben, dass in der französischen Schule der Bildungserfolg noch mehr von der sozialen Herkunft abhängt. Also wie sieht’s aus: Gesundheit oder Bildungsgerechtigkeit? Beides zusammen haben zu wollen ist derzeit wohl Wunschdenken.

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