Karliczek stellt Leitlinie vor, die einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ gewährleisten soll

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BERLIN. „Wenn es das Infektionsgeschehen zulässt und die Entscheidung getroffen wird, die Schulen wieder zu öffnen, ist es notwendig, dass die Verantwortlichen vor Ort wissen, was zu tun ist“, sagt Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU). Sie hat heute eine unter 40 Fachgesellschaften abgestimmte Leitlinie vorgestellt, die Handlungsempfehlungen dafür liefert. Der Anspruch ist hoch: Die Ratschläge sollen einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ gewährleisten.

„Große Hilfestellung für den Schulbetrieb in den nächsten Wochen und Monaten“: Bundesbildungsministerin Anja Karliczek. Foto: obs/Bundesministerium für Bildung und Forschung/BMBF/Hans-Joachim Rickel

Lässt sich über wissenschaftliche Erkenntnisse sinnvoll abstimmen? Genau das versucht eine neue Leitlinie von 40 wissenschaftlichen und medizinischen Fachgesellschaften, die – gefördert vom Bundesbildungsministerium – einen „möglichst sicheren, geregelten und kontinuierlichen Schulbetrieb“ gewährleisten soll. Federführend waren vier medizinische Verbände beteiligt: die Deutsche Gesellschaft für Epidemiologie, die Deutsche Gesellschaft für Public Health, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin sowie die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie. Das Prinzip der darin enthaltenen Empfehlungen: Die einbezogenen Experten sollten sich möglichst im Konsens darüber einigen. Entsprechend vage fallen die Hinweise aus.

„Das Thema der Schulschließungen wird in der Leitlinie ausdrücklich nicht behandelt“

„Bei mäßigem Infektionsgeschehen sollte eine Kohortierung von Klassen/Jahrgängen erfolgen“, so heißt es in dem Papier beispielsweise. „Bei hohem Infektionsgeschehen soll zusätzlich zur Kohortierung von Klassen/Jahrgängen eine gestaffelte Öffnung nach Jahrgängen und/oder eine Halbierung der Klassen erfolgen. Bei sehr hohem Infektionsgeschehen sollen alle Maßnahmen umgesetzt werden.“ Was ein „hohes“ oder ein „sehr hohes“ Infektionsgeschehen ist, lässt die Leitlinie offen. Ohnehin vermeiden die Experten Festlegungen in brisanten Punkten: „Das Thema der Schulschließungen wird in der Leitlinie ausdrücklich nicht behandelt. Auch das Thema Testen wurde (…) ausgeklammert“, so heißt es in den Erläuterungen.

Weitere Empfehlungen dagegen: „Ab hohem Infektionsgeschehen soll ein medizinischer Mund-Nasen-Schutz zum Einsatz kommen.“ Und: Maßnahmen zum Infektionsschutz (Maskentragen, Reduktion des Personenaufkommens) sollen auf Schulwegen im öffentlichen Personennahverkehr und in Schulbussen umgesetzt werden.“ Dazu wird ausgeführt: „Eine Reduktion der Anzahl von Personen im ÖPNV kann auf unterschiedlichen Wegen erreicht werden, u.a. Wechselunterricht oder gestaffelte Öffnung, versetzter Unterrichtsstart, Erhöhung der Taktung und der Verfügbarkeit der Verkehrsmittel.“

Darüber hinaus heißt es in der Leitlinie: „Bei Schüler*innen, bei denen kein Risikokontakt bekannt ist und die mindestens eines der folgenden Symptome aufweisen, soll ein erhöhtes Risiko für das Bestehen einer Infektion mit SARS-CoV-2angenommen werden (solange nach ärztlichem Urteil keine andere Erklärung vorliegt): Fieber > 38,0 °C, reduzierter Allgemeinzustand, trockener Husten (mehr als gelegentlich und nicht durch eine Grunderkrankung erklärt), ausgeprägte gastrointestinale Symptome (anhaltende erhebliche Bauchschmerzen mit oder ohne Durchfall und Erbrechen), Störung des Geruchs- und/oder Geschmackssinns (Hypo- oder Anosmie bzw. Hypo- oder Ageusie).“ Schüler mit entsprechenden Symptomen sollten bis 48 Stunden nach Abklingen nicht am Präsenzunterricht teilnehmen.

Woher nehmen medizinische Fachgesellschaften die Expertise, Lüftungsmaßnahmen in Klassenräumen zu beurteilen?

Zum Thema Lüften: „Es soll regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Korrektes Lüften erfolgt mittels Querlüftung bei weit geöffneten Fenstern alle 20 Minuten für 3-5 Minuten, im Sommer alle 10-20 Minuten, außerdem nach jeder Unterrichtsstunde über die gesamte Pausenzeit. Der Betrieb einer geeigneten Lüftungs- oder Raumlufttechnischen Anlage ist als gleichwertig anzusehen.“ Und wie steht es mit dem Einsatz mobiler Luftreiniger in Schulen? Der könne „als ergänzende Maßnahme zum Lüften zur Aerosolreduktion erwogen werden, wenn grundsätzlich eine ausreichende Lüftung gewährleistet werden kann“.

Woher medizinische Fachgesellschaften die Expertise nehmen, Lüftungsmaßnahmen zu beurteilen, bleibt offen. Die Deutsche Physikalische Gesellschaft warnt hingegen aktuell davor, sich im Schulbetrieb allein auf offene Fenster zu verlassen. Der Einsatz technischer Geräte zur Belüftung ist nach Ansicht dieser Fachgesellschaft (deren Mitglieder zum Thema tatsächlich auch forschen) jeder Art passiver Lüftung durch bloßes Öffnen von Fenster und Türen weit überlegen, da bei der technischen Belüftung der in kontrollierter Art und Weise geschieht. Allerdings war die Deutsche Physikalische Gesellschaft nicht in die Leitlinie einbezogen.

„Die neue Leitlinie ist aus meiner Sicht eine große Hilfestellung für den Schulbetrieb in den nächsten Wochen und Monaten, wobei natürlich die jeweiligen Schulverantwortlichen gemeinsam mit den Gesundheitsämtern die Entscheidungen treffen müssen“, meint Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU), die das Papier heute vorstellte. „Der große Wert besteht bei der Leitlinie auch darin, dass die Sichtweisen der verschiedenen Fachrichtungen zusammengetragen und untereinander abgestimmt wurden.“ Man kann allerdings gerade darin auch die große Schwäche des Papiers sehen. News4teachers

Hier lässt sich die Kurzfassung der Leitlinie herunterladen.

Karliczeks Leitlinien für Schulen: Politisches Wunschdenken – nicht Stand der Wissenschaft

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52 KOMMENTARE

  1. Was genau ist daran jetzt neu?

    „Korrektes Lüften erfolgt mittels Querlüftung bei weit geöffneten Fenstern alle 20 Minuten für 3-5 Minuten, im Sommer alle 10-20 Minuten, außerdem nach jeder Unterrichtsstunde über die gesamte Pausenzeit.“

    Dass das nicht ausreicht, hat der Herbst doch eindrucksvoll gezeigt. Zudem hängt der Luftwechsel bei diesem Ansatz extrem vom Wetter, vor allem Temperaturen und Windrichtung an. Auch die Lage der Fenster zueinander und zu den SuS ist für das Risiko einer Infektion von enormer Wichtigkeit.

    Insgesamt: Nichts neues… nur alte Dinge in neuer Verpackung. Es ist zu befürchten, dass das dann wiederum verwendet wird, um das schon lange gescheiterte Experiment fortzusetzen.

    Gesundheitsschutz? Fehlanzeige. Arbeitsschutz? Fehlanzeige. Immerhin werden Luftreiniger als mögliche „Ergänzung“ gesehen, aber anscheinend ist niemand bereit, sie zu bezahlen (Tipp an die Entscheider: Das kostet für alle Schulen in DE weniger als jetzt eine Woche Lockdown kostet).

    • Das unfassbarste aus dem Papier ist aber, die folgende Vorgabe bei Auftreten von Corona bei Schülern:

      „Schülerinnen und Schüler mit typischen Symptomen (Geschmacks- und Geruchsstörungen, Fieber oder Husten) sollen erst nach einer symptomfreien Phase von 48 Stunden wieder am Präsenzunterricht teilnehmen. Hingegen sollen Kinder mit laufender Nase oder Halskratzen nicht in häusliche Quarantäne geschickt werden müssen.“ © bee/aerzteblatt.de

      Corona scheint nach der Bildungsministerin und ihren bestellten Experten deutlich weniger gefährlich als jede Grippe oder jede Durchfallerkrankung.

  2. Wenn ich mich bei der Pressekonferenz eben nicht verhört habe, sprach der per ViKo zugeschaltete Fachmann, der bei dem Papier mitwirkte, von Maßnahmen, die sich bereits bisher bewährt hätten, um die Zahlen nach unten zu bringen.
    – Kann das jemand bestätigen?

    Falls ja, von welchen Maßnahmen spricht der Fachmann da?

    • @KnechtRuprecht

      „von Maßnahmen, die sich bereits bisher bewährt hätten, um die Zahlen nach unten zu bringen.“

      Ich habe das nicht gehört, denke aber, das Wort soll sein – nach OBEN zu bringen.
      Denn da wissen wir ja aus Erfahrung – das klappt!

  3. Was für ein gigantischer Schwachsinn ! Die armen Journalisten , die sich durch den Schnee gequält haben , um sich diesen Müll anzuhören . Die überflüssigste Ministerin überhaupt . Alles , was sie gesagt hat , ist bekannt und wird auch schon gemacht . Und reicht nicht aus . Schulen zu lassen , bis ausreichend geimpft wurde . Distanzunterricht ist sowieso effektiver als in Klassen zu sitzen , in denen die Temperatur knapp über 0 liegt . Die Frau und ihre Handlungsempfehlungen sind ein Fall für den Bund der Steuerzahler .

  4. Nur ein kurze, sachliche Frage: wie warm ist es bei Ihnen und ihren werten Kollegen im Büro?
    Denn Sie lüften ja sicherlich genauso gründlich, da ja keine, gegen Corona quasi immunen, Kinder zu gehen sind, die sie, wie es in der Schule scheinbar der Fall ist, gegen Ansteckung schützen.

    Jeder Mitarbeiter in der freien Wirtschaft hätte längst seinen Job verloren, würde er so arbeiten, wie unsere Minister. Zudem die meist völlig fachfremd eingesetzt werden, was aber ihre Bezüge in kleinster Weise mindert.
    Wo sollten alle in die Politik gehen. Scheint ein tolles Paralleluniversum zu sein!

  5. Also eigentlich hätte sie sich auch kürzer fassen können:
    Weiter so, jeder wie er will.
    Immerhin. Der Plan ist so unkonkret, dass man sich nicht nicht daran halten kann. 🙂

    • Leider kam außer „weiter so“ bei unserer SL auch nichts an. Die plant schon mal für den Wechselunterricht. Allerdings nicht, wie man in Pandemiezeiten vermuten könnte, mit möglichst nur dem Klassenlehrer in der Klasse, sondern Wechsel nach regulärem Stundenplan. In meiner Klasse sind dann täglich drei Kollegen unterwegs, ich muss auch noch in eine andere Klasse. Also dann, auf zum fröhlichen Viruswichteln.

  6. Unverschämt solche Aussagen – lüften bei minus 10 Grad….welcher Arbeitnehmer würde sich so etwas gefallen lassen. Konsequenz die Fenster bleiben zu und die Ansteckungsgefahr steigt.
    All das wurde zudem schon im Herbst erfolglos praktiziert….über 50000 Tote in der zweiten Welle!!!! Wenn das für die Gute Erfolg bedeutet, dann weiß ich nicht….

    Hygienekonzepte – wo sind die für Förderschulen??? Hier halten Schüler keinen Abstand, tragen kaum Masken und kennen keine Hustenetikette….dazu sind die Schüler Risikogruppe!!!!

    Eigentlich denkt man, dass Erwachsene Menschen aus Fehlern lernen – leider trifft das auf unsere Minister NICHT zu….Vielleicht sollten sie unter eben diesen Voraussetzungen nochmals die Schulbank drücken…alle zusammen in ein Klassenzimmer!!!!

  7. Die Hoffnung stirbt zuletzt…. sie ist nahe dran zu sterben… oder schon tot?
    Kann aber auch sein, dass wir irgendwie nicht wahrhaben wollen, dass Hoffnung in dieser Sache nur Illusion ist…

    Auf Vernunft brauchen wir wohl endgültig nicht mehr zu hoffen. 🙁

    Oder vielleicht doch:
    Es könnte ja – zumindest theoretisch – noch irgend jemand Zuständiges, jemand der die Verantwortung übernehmen will, rechtzeitig merken, dass das alles nur veraltete Papiertiger sind und nicht durchdachter Unsinn obendrein und diesen Wahnsinn noch rechtzeitig stoppen, bevor wieder Versuchskaninchen geopfert werden!!!!

    • @kanndochnichtwahrsein

      „rechtzeitig merken, dass das alles nur veraltete Papiertiger …“

      Warum fällt mir da SOFORT die Geschichte mit der Neujahrsansprache ein:
      „Besondere Berühmtheit erlangte die TV-Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl, die das Erste Deutsche Fernsehen am 31. Dezember 1986 ausstrahlte: Statt der aktuellen Aufzeichnung wurde die Rede vom Vorjahr 1985 gesendet – nach Angaben des Ersten und des Norddeutschen Fernsehens aus Versehen. Der Sender holte die Ausstrahlung der korrekten Fassung vom 31. Dezember 1986 am 1. Januar 1987 nach.[4] CSU-Generalsekretär Gerold Tandler vermutete, es habe sich um eine „bewusste Sabotage“ gehandelt, „die ganz systematisch vorbereitet wurde“. CDU-Generalsekretär Heiner Geißler konnte sich nicht vorstellen, dass daran ein „Redakteur namens Zufall oder ein Techniker namens Versehen“ schuld sei.[5]“
      https://de.wikipedia.org/wiki/Neujahrsansprache

      Ich glaube aber, im aktuellen Fall hat Niemand namens „Zufall“ oder „Versehen“ die Schuld … und Verantwortung will ja auch keiner übernehmen.
      Ich tippe mehr auf Persönlichkeiten wie „Ignoranz“, „Selbstherrlichkeit“, „Nein-ich-will-meine-Fehler-nicht-wahrhaben-und-schon-gar-nicht-einräumen“ oder schlicht „Dummheit“.

      • Ja, man sich erinnert fühlen.
        Oder an „Ewig grüßt das Murmeltier“…

        Aber Ausreden gelten nicht mehr!
        Wer jetzt unbedacht (ich würde mich ja gerne schärfer ausdrücken, möchte aber vermeiden, mit Steinen zu werfen) handelt oder weiter aussitzt, kann sich nicht damit rausreden, er habe „gedacht, Schulen seien sicher“…
        Die Technik kann auch keiner verantwortlich machen.

        Also müssen die, die uns sagen wollen, was richtig ist, auch Verantwortung übernehmen!
        Keiner hat sie gezwungen, Verantwortung für ein Land und seine Bürger zu übernehmen. Jeder Politiker wollte das so! Genau so!
        Und jeder, der Politiker werden kann, muss sich auch vorstellen können, dass der Job nicht immer nur aus Fernseinterview und Sonnenschein bestehen kann. Jeder Politiker weiß um die Existenz von Katastrophenplänen und um die Tatsache, dass im Zweifel er selbst es ist, der mit diesen Situationen – wenn auch nicht alleine – wird fertig werden müssen.
        JETZT aber sind alle überrascht.
        Und ausgerechnet JETZT, wo es wirklich JEDEN betrifft, wollen einige an den Schaltstellen alles ALLEINE entscheiden (können)?

        Einige benehmen sich eher wie trotzige Kinder… „Will aber selbs machen…“, „Weiß auch schon…“, „Kann schon…“, „Lass mich…“, „Kann ich allein…“…………….
        Und am Ende putzt Mama die Scherben weg.
        Wenn’s damit getan ist – unter „neue Erfahrung“ und „aus Fehlern lernt man“ verbucht und gut ist.
        Aber wer putzt am Ende ertrotzte zusätzliche Kranke weg???

  8. Unverschämt, das alles… Ich habe kein Magen mehr für all das… Wieviel kostet das Leben heute würde ich gerne wissen?

  9. „Es soll regelmäßig und ausreichend gelüftet werden. Korrektes Lüften erfolgt mittels Querlüftung bei weit geöffneten Fenstern alle 20 Minuten für 3-5 Minuten, im Sommer alle 10-20 Minuten, außerdem nach jeder Unterrichtsstunde über die gesamte Pausenzeit.“
    Was ist das: Querlüften? In den meisten Schulen geht das gar nicht. Die Tür aufzumachen um die Aerosole in den Flur zu schieben, der wiederum nicht belüftet werden kann, ist aus gutem Grund strengstens verboten!
    Ich habe es heute in der Notbetreuung ausprobiert. Selbst bei einer Außentemperatur von -6° und einem nur zur Hälfte belegten Klassenraum kann ich keinen kompletten Luftaustausch in 3-5 Minuten erreichen (gemessen mit der CO2-Ampel). Die war auch nach 10 Minuten noch nicht wieder auf grün.
    Und auch der ganze Rest ist eine Wiederauflage des alten Geschwafels.
    Neu ist nur, dass Kinder bei Geruchsverlust zu Hause bleiben sollen. In unserem alten Schnupfenplan hieß es noch „(zu Hause bleiben)… bei Geruchsverlust, soweit nicht durch einen Schnupfen erklärbar“.
    Waste of time and money!
    Mir wäre es peinlich, mit so einem bullshit in die Öffentlichkeit zu gehen.

    • Das ist der Unterschied zwischen Bürgern und Politikern : Letzteren ist es nicht peinlich , mit einem solchen Extrem – Bullshit an die Öffentlichkeit zu gehen . Die Frau ist sowieso überflüssug , da Bildung Ländersache ist .

  10. Irgendwie bin ich in einer Zeitschleife. Das hatten wir doch schon alles. Und das wurde jetzt von Experten neu erarbeitet? Ich fass es nicht. Also packen wir wieder die Wolldecken ein und begeben uns in überfüllte Klassenzimmer mit jugendlichen und erwachsenen Berufsschülern, stellen den Timer, damit pünktlich gelüftet werden kann und warten, bis die ersten Klassen wieder in Quarantäne geschickt werden.

      • Genau. Dies ist auch neu am Konzept. Konsequent keine Klassenquarantäne mehr.

        Dafür weiterhin auch dieses unsägliche Thema mit dem Schnupfen, mit dem die Schüler weiter in den Unterricht kommen.

        • Dabei hieß es noch im Dezember in NRW, ab Januar würde bei einem positiven Fall immer die ganze Klasse in Quarantäne geschickt.

          • War es nicht Oktober? Ab Mitte November wurden bei uns nur noch direkte Sitznachbarn nit eindeutigen Symptomen in Quaranräne gebeten.

  11. Bin sprachlos.
    Mehr des Gleichen macht eine schlechte Situation nicht besser. Das ist pädagogisches Grundwissen. Ein gesunder Menschenverstand, mit Mut zu ein wenig selbständigem Denken, scheint bei dem allgemein grassierenden „Ich-wünsch-mir-was“ – Virus der Kultusminister und der Bildungsministerin keine Chance mehr zu haben. Umso erschreckender, da mit der Gesundheit unserer Kinder und anderer Menschen so gleichgültig umgegangen wird. Aber man hat ja mal wieder so getan, als ob man was tut. Dafür wird unser Steuergeld rausgeworfen, statt es denen sinnvoll zukommen zu lassen, die sich täglich schutzlos dem ganzen Theater aussetzen müssen. Wie traurig und wie peinlich.

  12. Das schlimme ist dass auf Basis dieser Empfehlungen dann politisch entschieden wird.

    Mutation bitte nicht einfach unterschlagen.

    Neues steht ja überhaupt nicht drin. Wie rki sowas unterstützen kann verstehe ich nicht….

  13. Und in NRW verkünden die Nachrichtensprecher schon, dass Wissenschaftler festgestellt hätten, dass Schulen wieder komplett öffnen können…

  14. Wenn man Fachverbände wie Kinder- und Jugendmediziner mit solchen Aufgaben betraut, dann doch aus offensichtlichem Kalkül. Diese Gruppe schreit doch die ganze Zeit schon nach Schulöffnungen.
    Schulen totsparen und gleichzeitig 40! Fachgesellschaften beauftragen, damit solch ein Haufen von Nichts herauskommt. Unfassbar! Mich würde brennend interessieren, wieviel Geld völlig unsinnig dafür verbraten wurde!

  15. Mir reichts!
    Wieder nur totaler Quark trotz Mutanten. Ich empfinde so langsam absoluten Widerwillen entgegen solch faulen Äußerungen. Es waren genug Wochen, um z.B. für Berlin ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. Wo sind diese Konzepte?
    Die positiven Kinder sollen 48 Stunden Zuhause bleiben und dann fröhlich alle anstecken kommen? Und sind die Quarantäneregeln immer noch so lasch? Ab 200er Inzidenz vermutlich erst Wechselunterricht? Wie davor?
    Ach und was ist mit den Strafmaßnahmen gegen Eltern, die ihre Kinder, trotz bekannter positiv Testung der Geschwisterkinder, zur Schule schicken? Hab ich auch erlebt. Es gab keine rechtlichen Konzequenzen, das darf nicht sein.
    Oh Mann…mich als wirklich gewissenhafte Mitarbeiterin haben sie endgültig verloren, liebe Politiker.

  16. Mir ist trotz all der Zeit und all den Berichten, Texten, Kommentaren….. immer noch nicht klar,
    was Kultusminister mit Gesundheit zu tun haben.

    Wir haben eine Pandemie mit lustigen Mutanten. Da brauchen wir Profis, keine KuMis.

  17. aktuell NTV-Online 08.02.2021

    Coronavirus-Liveticker +++ 18:36 Hannover meldet deutlichen Anstieg an Infektionen mit Mutanten +++
    Die Region Hannover meldet einen deutlichen Anstieg an Infektionen mit den Virus-Mutanten. Man habe 74 Positivproben untersucht und bei 32 von ihnen die zuerst in Großbritannien aufgetauchte Virus-Mutante B117 festgestellt, teilt das Gesundheitsamt mit. „Wir müssen also annehmen, dass sich der Anteil der Mutationen deutlich im zweistelligen Prozentbereich bewegt“, sagt Cora Hermenau, Gesundheitsdezernentin der Region Hannover. Das Robert-Koch-Institut hatte am Freitag geschätzt, dass der Anteil bei 5,8 Prozent lag. Es wird aber mit einer raschen Ausbreitung der ansteckenderen Virus-Mutanten gerechnet.

    Anteil der Mutationen in Hannover im ZWEISTELLIGEN Bereich!
    Frau Karliczek, Ihre LEITLINIEN sind bereits JETZT ÜBERHOLT und VERALTET!

  18. Schulen zu lassen bitttttte!!!!!!!!!!!!!.Was tun wir unseren Kindern (und natürlich auch Lehrern) da denn bitte an.Schlimmer geht es ja nicht mehr. Mit Masken im eiskalten Klassenzimmer.Da lernt es sich top! Das alles nur für die super Bildung. Unfassbar.Gesundheit ist das Wichtigste!!!!!!

  19. Frau Karlizcek hat Recht. Die neuen Leitlinien sind wahrlich nicht alle neu, aber eine Art Zusammenfassung und Sortierung und Abstimmung aller bisherigen Einzeldarstellungen und das ist gut so.

    Ich unterstütze sie vollumfänglich.

  20. Die Frau hat den Schuss immer noch nicht gehört! Dann muss sie ihn wohl erst selbst spüren, wenn sie sich bei ihren Kindern angesteckt hat. Aber vemutlich kann sie sich ja bald prioritär impfen.
    Es ist einfach unfassbar, mit wieviel Dummheit und mit wie vielen Verschleierungstaktiken hier gearbeitet wird, um kein Geld ausgeben und keine Organisationsarbeit aufbringen zu müssen für die Jugend!
    Sind über 60.000 Tote noch nicht genug?

  21. Wechselunterricht erst ab einer Inzidenz von 300. So, wie vor Weihnachten. Da hat man lustig die RKI Empfehlung ab Inzidenz 50 ignoriert, erst auf 200 angehoben und als wir das erreicht hatten, kurzerhand auf 300 erhöht.

    Ist nicht schlimm. Mit den Mutationen und dem hervorragenden Hygienekonzept sind wir schnell wieder bei einer Inzidenz von 300. Und dann fragen sich wieder alle, wie das sein konnte, denn Schulen sind ja keine Treiber der Pandemie und Schüler sind nicht ansteckend.

  22. Es mehren sich die Stimmen, die Schulöffnungen für möglich oder gar notwendig halten:

    „Berliner Amtsarzt hält Schulöffnungen für machbar
    Der Reinickendorfer Amtsarzt Patrick Larscheid sagte am Montag dem rbb, dass die Infektionszahlen zwar gesunken seien. Die bisherigen Lockdown-Maßnahmen hätten jedoch – insbesondere im Hinblick auf die Virusmutationen – nicht „den Effekt gehabt, den wir gern gesehen hätten“. Er sehe daher keine weitreichenden Öffnungen, so Larscheid weiter. Allerdings ist es seiner Meinung nach „natürlich möglich, Schulen hier und da unter bestimmten Voraussetzungen zu öffnen“. Es sei auch bei der Betrachtung der vorliegenden Daten nicht herleitbar oder zu rechtfertigen, die Schulen kategorisch und undifferenziert geschlossen zu halten.

    Auch Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hatte am Freitag dafür plädiert, noch im Februar Schulen und Kitas schrittweise zu öffnen. Den Familien müsse in der Corona-Pandemie eine Perspektive geboten werden, sagte sie im rbb-Inforadio.“
    https://www.rbb24.de/politik/thema/corona/beitraege/2021/02/berlin-brandenburg-schulen-ferienende-schuloeffnungen.html

  23. Fassen wir mal zusammen. Pünktlich vor Beschluss zur Öffnung von Schulen zaubert man wieder einmal etwas völlig Irres aus dem Hut – dessen Fertigstellung erst für den 22.02. geplant war/ist.

    Diesmal haben „Fachgesellschaften“, zu denen neben z. B. dem Landeselternrat Sachsen, dem Bundeselternrat oder der Bundesschülerkonferenz auch die geballte Kompetenz der Kultusministerkonferenz gezählt und z. T. vom Bundesbildungsministerium „finanziell unterstützt“ werden, 40 Studien analysiert und unter Beobachtung (ohne Stimmrecht) von insbesondere Schulministerien einzelner Länder einen Leitfaden erstellt, in den Maßnahmen nur dann aufgenommen wurden, wenn 75 % der „direkt am Leitlinienprozess Beteiligten“ zugestimmt haben.

    Fürs nächste Mal schlage ich als Experten Horst Schlämmer aus Grevenbroich vor. „Ich bitte um Handzeichen, wer für die Maßnahme ist“ – „Schätzelein, krrrr, geht nicht, ich hab Rücken“.

  24. Meine Güte, was haben die eigentlich für ein verdammtes Problem mit Luftreinigern oder Trennwänden?
    Die Lernen einfach nicht aus ihren Fehlern und sind immer noch der Meinung, dass Schule einfach kein Geld kosten darf, egal was passiert, das ist wirklich ein Armutszeugnis für Deutschland.

    Jetzt fehlt nur noch, dass sie den Beginn der Stufe 1 ihrer Maßnahmen auf eine Inzidenz von 200 legt, wie Frau Gebauer das Mitte Dezember für Januar beschlossen hatte, wozu es dann zum Glück nicht mehr gekommen ist.

    Ich kann es wirklich nicht verstehen. Ich will in die Schule unterrichten, die Schüler wollen in die Schule unterrichtet werden, das einzige was wir wollen sind ein gewisser Schutz und Hygienemaßnahmen, die über das normale putzen und lüften hinausgehen.

    • „Meine Güte, was haben die eigentlich für ein verdammtes Problem mit Luftreinigern oder Trennwänden?“

      Sie kosten GELD.

      Auf der anderen Seite verstehen die aber nicht, dass genau dieses Geld vermutlich den zweiten Lockdown im aktuellen Umfang vermieden oder zumindest kürzer gemacht hätte.

      • @Jan aus H

        Ich bin mir gar nicht so sicher, ob das der Grund ist, keine Luftreiniger oder Trennwände anzuschaffen.

        Denn Geld ist da – sie 32 Mio für Schnelltests für Lehrer und Erzieher.

        Ich vermute eher, dass das vorhandene Geld an die falschen Leute gehen würde.

        Was sollen die KuMis machen, wenn sie keine KuMis mehr sind? Wo kommen sie unter, wer wird sich um sie kümmern, sie bezahlen?

        Der nächste „Karriereschritt“ – hüstel – wird sicher nicht zum Luftfilterhersteller führen.

  25. Werte Kollegen,

    ich frage euch: Wenn es so viele Lehrer_innen/Erzieher_innen gibt, die die Schulöffnung hinsichtlich mangelnder effektiver Maßnahmen ablehnen, warum tut sich dann nichts? Wo bleibt die gesammelte Gegen…ähem…wehr?
    Die entsprechenden Verbände, Wissenschaftler etc. mit Ihren Forderungen und Stellungnahmen scheinen nicht erhört zu werden – sind also keine Hilfe; in einschlägigen Foren gibt es keinen Austausch.
    Deswegen wende ich mich an euch – Ideen zu konkreten Maßnahmen, Austausch und Orga gemeinsamer Vorgehensweisen bitte an: schulesicher@abwesend.de

    Sehr hilfreich wäre der Austausch mit Personalräten; bevorzugt Raum Sachsen.

    … oder gibt es schon irgendwo eine Sammelstelle dafür? (Nein, die GEW etc. meine ich nicht.)

    Es grüßt
    Lehrer Hampel

    schulesicher@abwesend.de

    • @Lehrer Hampel

      Die KuMis sind taub – sie können nicht hören.
      Die KuMis sind …… – sie sehen keine Zusammenhänge.
      Die KuMis sind …… – sie können nicht denken.
      Die KuMis sind …… – die wollen nur spielen.
      Die KuMis sind …… – und uns tut das weh.
      Die KuMis sind …… – und werden für das was sie verzapften auch noch bezahlt.
      Die KuMis sind …… –

      Und zum Glück für mich, können die KuMis auch nicht lesen.

  26. @Lehrer Hampel
    Nach vier Tagen nur eine Antwort.
    Macht bei den sonst so zahlreichen Beiträgen „kontra Schulöffnung““ doch nachdenklich.

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