Freiwillig die Klasse wiederholen? Kein Interesse bei Schülern und Eltern

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HAMBURG. Schätzungen zufolge hat rund ein Viertel der rund elf Millionen Schüler in Deutschland wegen der Corona-Pandemie Lernrückstände. In Hamburg zeichnen sich dennoch kaum freiwillige Klassenwiederholungen ab.

Zurück an den Start? Nö, danke. Illustration: Shutterstock

Das freiwillige Wiederholen des Schuljahres wegen der Corona-Pandemie ist in Hamburg derzeit kein Thema. «Bislang haben wir keine Meldungen aus den Schulen erhalten», sagte ein Sprecher der Schulbehörde. Allerdings müssten noch die Zeugniskonferenzen Mitte Juni abgewartet werden. «Wie rechnen aber nicht mit einer größeren Anzahl von Anträgen.»

Bundesweit wird davon ausgegangen, dass rund ein Viertel der rund elf Millionen Schüler in Deutschland Lernrückstände aufzuholen hat, weil sie per Fernunterricht kaum oder nur schlecht erreicht wurden. Das Bundeskabinett hat deshalb bereits ein zwei Milliarden Euro schweres Corona-«Aufholprogramm» für Nachhilfe- und Förderprogramme sowie soziale Projekte beschlossen.

In Hamburg wurde das Sitzenbleiben bereits vor zehn Jahren abgeschafft und durch eine verpflichtende fächerbezogene Lernförderung ersetzt. Insofern sei die Klassenwiederholung bei Hamburgs Familien eher kein Thema, sagte der Sprecher. Gleichzeitig habe die Stadt bereits einen Maßnahmenkatalog zur Aufarbeitung von Lernrückständen aufgelegt, der in Teilen bereits in den Sommerferien starte. (dpa)

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2 KOMMENTARE

  1. Wie man uns von der Schule mitteilte ist es auch nicht so leicht zu wiederholen. Die Begründung, man hätte es besser machen können, mit Präsensunterricht und besseren Bedingungen, soll nicht ausreichen. Wenn es also nicht mit diversen „fünfen“kippelig wird, muss man eben mit einem schlechteren Durchschnitt leben. Es muss Anträge geben, über die entscheidet dann wieder das Schulamt und ,dieses Mal, etwas mehr als sonst ,die Schule.
    Selber wirklich entscheiden, kann man nicht. Und in vielen Fächern, bei vielen Aufgaben, wissen die Kinder ( meist die höheren Klassen) nicht einmal ob diese korrekt bearbeitet wurden, da die Rückmeldungen fehlten. Da fehlt sicher der Überblick für Eltern und Schüler wie es überhaupt ausgeht.

  2. Uns wurde von der Schule abgeraten die 9. Klasse der Oberschule in Sachsen freiwillig zu wiederholen, da
    1. kein Platz an der Schule, also zwingender Schulwechsel
    2. keine weitere Wiederholungsmöglichkeit, falls das Schuljahr im 2. Anlauf nicht bestanden werden sollte und damit kein Abschluss
    3. Überlaufener Ausbildungsstellenmarkt im übernächsten Jahr
    4. Es steht nicht fest, ob das nächste Schuljahr in Präsenz stattfinden kann

    Von Seiten des Schulministeriums kamen folgende Argumente:
    – alle bisherigen Bemühungen der Schüler und Schülerinnen und ihrer Lehrkräft würden nur unzureichend Berücksichtigung finden
    – würde Anstrengungen der letzten Monate bedeutungslos machen
    – Lernmotivation würde minimiert werden
    – welche Möglichkeiten sollen die Schüler und Schülerinnen der anderen Klassenstufen erhalten?

    Nachhilfe läuft und wir hoffen, dass unsere Bemühungen ausreichend waren und sie nach der 10. Klasse eine Ausbildung in ihrem Wunschberuf machen kann. Ein freiwilliges Wiederholungsjahr hätte viel Druck genommen und Zeit gegeben, den Lernstoff, gerade in den naturwissenschaftlichen Fächer aufzuholen und evtl. doch noch das ein oder andere Praktikum zu machen. Aber so geht’s natürlich auch.

    Einen schönen Abend noch.

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