
An Berliner Schulen soll der Lernstand der Schüler künftig regelmäßig und deutlich öfter als bisher überprüft werden. Entsprechende Daten will die Bildungsverwaltung perspektivisch in jedem Schuljahr für jeden Schüler systematisch und verpflichtend erheben – etwa im Rahmen von Vergleichstests zum Beispiel in Lesen oder Mathematik. Der Senat beschloss dazu einen Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes.
Ziel ist nach Angaben von Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU), Lernfortschritte bei Schülern verlässlicher zu analysieren, Förderbedarfe früher zu erkennen und die Wirksamkeit pädagogischer Maßnahmen zu überprüfen.
KI und digitale Zeugnisse
Der Gesetzentwurf wird nun an das Abgeordnetenhaus zur weiteren Beratung und Beschlussfassung weitergeleitet. Er ist laut Günther-Wünsch nicht nur rechtliche Grundlage für eine datengestützte Schulentwicklung. Er enthält auch Regelungen zu den Übergängen in weiterführende Schulen, zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) oder von digitalen Klassenbüchern, Zeugnissen und Schülerausweisen.
Unter dem Strich soll die Gesetzesnovelle dazu beitragen, die Qualität schulischer Bildung zu verbessern, so Günther-Wünsch. «Damit machen wir unsere Schulen zukunftsfähig.»
Schulschwänzer zum Amtsarzt
In dem neuen Gesetz sind auch neue Regelungen gegen Schulschwänzen vorgesehen. Schüler, die oft fehlen, die Atteste über angebliche Erkrankungen vorlegen und deren Eltern nicht erreichbar sind, sollen künftig zu einem Amtsarzt geschickt werden können. Es gehe dabei nicht um chronisch kranke Kinder und Jugendliche, betonte Günther-Wünsch. Vielmehr gehe es um Abwesenheiten, die nur schwer zu erklären seien, und um Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung. News4teachers / mit Material der dpa
“Kultur des Hinschauens”: KMK-Gutachten beschreibt Potenzial von Daten im Bildungssystem









Find ich klasse, dass in Berlin die Verwaltung höchstselbst die Daten erhebt.
Ja, da arbeitet die Schulaufsicht noch.
Zumindest möchte sie durch die Formulierung ihrer Pressemitteilung diesen Eindruck erwecken.
Oder glaubt tatsächlich, dass sie selbst irgendwas gemacht hat, wenn sie auf die von der Agentur für Bildungssimulation für 788844588 Euro hübsch aufbereiteten Daten guckt, die irgendjemand ganz weit unten im Maschinenraum erhoben und digitalisiert hat (=99,999 Prozent des Aufwands).
So ein Dashboard ist schon was Feines.
Man muss das Büro nicht verlassen und hat trotzdem das Gefühl, irgendwas gesteuert zu haben.
So funktionieren ja auch Spielautomaten: die Illusion von Einfluss.
Für das Selbstbild narzisstischer Menschen mit Allmachtsphantasien und Kontrollfetisch sicher eine feine Sache.
Zum Glück gibt es die in der Bildungsverwaltung kaum.
Naja, die stellen doch die übersichtlichen Excel Tabellen zur Verfügung, in die wir die Daten doch eben mal fix eingeben können.
Nee, die verschicken sie nur.
Erstellt wurden sie von der Agentur für Bildungssimulation für 1358934678 Euro.
Weil die Agentur weiß, dass ihr Auftraggeber sehr doof ist, sieht das Ergebnis so aus, als hätte das der Praktikant im KM gemacht.
Das Dashboard für die Kontrollettis hat dafür aber viel bling, bling.
Ein Hoch auf die Mehrarbeit!
Und den Weg zum Amtsarzt gab’s schon immer.
“Atteste über angebliche Erkrankungen”
Spannend. Wie erkenne ich denn, ob eine ärztliche Krankschreibung falsch ist?
“Angebliche Atteste über Erkrankungen” würde ich ja noch verstehen, aber “Atteste über angebliche Erkrankungen”? Sind Lehrkräfte jetzt dazu berechtigt ärztliche Krankschreibungen anzuzweifeln? Bekommen Lehrkräfte jetzt eine medizinische Grundausbildung?
Oder ist mitt “Attest” einfach nur die elterliche Entschuldigung gemeint? Schön, wenn man als “Bildungsverwaltung” die Lehrkräfte (wieder einmal) so im Unklaren lässt. Dann kann man den Schwarzen Peter bei Bedarf (wie immer) “nach unten” weiterschieben…
Und wie läuft das dann mit dem “zum Amtsarzt” schicken? Termin in drei Monaten? Und in der Zwischenzeit zitiert die Lehrkraft den Schüler in die Schule? Und wer haftet, wenn die Erkankung echt war? Ok, das letzte war wie so oft eine rhetorische Frage…
Betrügt in aller erster Linie nicht der, der falsche Atteste ausstellt. Und für den Attesteinreicher sind diese falschen atteste nur Mittel zum Zweck?
Das ist ja auch der Grund, warum illegaler Waffenhandel bestraft wird.
Das kann so nicht gemeint sein, denn die eiserne Regel besagt: Lehrer dürfen niemals Recht haben oder Autorität ausüben, sondern nur konsequenzlos quackeln.
Jedem offensichtlichen Lügner oder auch sonst irgendwem ist im Zweifelsfall immer zu glauben.
Schon mal versucht das Attest eines Arztes anzuzweifeln oder nur mal nachzufragen? Der Anwalt ist schneller bei der Schulleitung / Schulaufsicht, als Sie “Leistungsdaten” sagen können.
Mit angeblichen Krankheiten und den dazugehörigen Attesten kennen sich Lehrkräfte ja dann und wann auch aus.
Das Lehrerzimmer kann bestimmt beratend zur Seite stehen.
Haben wir die “medizinische Grundausbildung” nicht bereits während der unzähligen Corona-Testungen.mit Bravour absolviert…. 😉
Vergleichstests von Klasse 1-10. Oh man. Die kommen sicherlich zusätzlich oder kann man das Ergebnis als Note für die Klasse verwerten? Grundsätzlich bedeuten zentral gesteuerte Prüfungen immer mehr Arbeit, weil es Vorgaben gibt, die immer eingehalten werden müssen. Das geht schon bei der nicht ausreichenden Korrekturzeit für die Prüfungen los. Ein Glück, dass ich nicht in Berlin bin. Da scheint es ja mit am schlimmsten zu sein.
“Da scheint es ja mit am schlimmsten zu sein.”
Berlin gilt dafür in Expertenkreisen als das Bundesland mit der größten Bildungsgerechtigkeit in DE.
Natürlich kommen die dazu und ersetzen keine Arbeit. Ist zumindest in Hessen so. Sonst hätte man doch am Ende zu wenig zu tun. Oh Mann. Als ob das Schwein vom wiegen fetter würde…
Es wird doch sowieso nichts passieren, zumindest nichts, was Geld kostet. Am Ende bestätigt sich das, was schon bekannt ist.
Man konnte auch bisher schon bei Verdachtsfällen ein ärztliches Attest verlangen, das jedoch in der Regel nie eine Hürde ist. Mit einem gewissen Vorlauf war auch der Amtsarzt schon möglich. Ist das jetzt leichter? Und wie beweist der Amtsarzt, dass das Kind gar keine Bauchschmerzen bzw. Kopfschmerzen hat?
(Und macht der das bei den Kollegen, die regelmäßig vor oder nach Ferien und langen Wochenenden fehlen, auch?!?)
Ja, das macht der Amtsarzt ohne großen Schnick und Schnack…wenn die B-BESOLDETEN Führungskräfte das ANWEISEN, denen die Schulaufsicht obliegt!
Einfach mal von goooooogel erklären lassen, wer die Vorgesetzten der Lehrer sind.
Wie heißt es doch – vom Wiegen wird die Sau nicht fett!
Es ist schön und gut, wenn es bspw. jährlich Tests zum Leseverständnis gibt. Aber was ist dann die Konsequenz daraus?
Man erkennt doch jetzt schon, wenn jemand massive Sprachprobleme oder beim sinnentnehmenden Lesen hat. Aber davon bekommt man auch keine Förderstunden, -materialien oder gar Förderschulpädagogen.
Machen wir uns nichts vor. Es geht um mehr Kontrolle. Arbeiten die Lehrkräfte richtig? Warum sind die Ergebnisse so schlecht?
Lisa kann in Klasse 10 immernoch nicht lesen? In Klasse 5 konnte sie es auch schon nicht. Wurde das von der Lehrkraft erfasst? Wie wurde sie gefördert? Hat der Lehrer richtig gearbeitet??????
Förderung funktioniert nur mit einem entsprechenden Schülerschaft-Lehrkraft-Schlüssel – das (Ohren zuhalten/Augen schließen) kostet Geld, weil das Personal, das dafür benötigt wird, angemessen entlohnt werden will (Hände von den Ohren/ Augen wieder auf).
Da die Klassen jedoch eher Wachsen denn kleiner werden, wird das ein feuchter Traum der empirischen Pädagogenschaft bleiben. Es sei denn: Weniger Forschung und das dadurch freiwerdende Personal in die Schulen schicken. Oder schlägt da dann der “Realitätsschock” durch und es wird festgestellt, dass manche tollen Ideen, bei gewissen Charakterkombinationen im Klassenzimmer vergleichbar sind mit Honeckers “unbeabsichtigten” Mauerbau. Eine weitere Möglichkeit wäre: “überflüssiges” Behördenpersonal aus dem Elfenbeinturm der Bildungspolitik knallhart mit der Praxis an der “Front” zu konfrontieren, was vermutlich neben spontanen “Traumata durch das Leben” auch ganz schnell die “Krankschreibung” durch Doc Holiday via Attest zur Folge hat.
An dieser Stelle sei der Hinweis erlaubt: Es gibt überall gewisses medizinisches Fachpersonal, das eine “Krankheit aus Faultiertum*” attestiert. Diesem gegenüber stehen die entsprechenden Fachkräfte, die bei definitiver Erkrankung aufgesucht werden und dann angemessen eben dieses ärztlich Belegen.
Schulen haben in der Regel gewisse Maßnahmenmöglichkeiten, die zur Überprüfung der Einhaltung der Anwesenheitspflicht innerhalb der Unterrichtszeit herangezogen werden könnten. Ein kleines, aber feines Hindernis dieser Kontrollmechanismen sitzt zumeist ebenfalls im Klassenraum: alle Lehrkräfte sollten diese Durchsicht der Präsenz ihrer Schülerschaft inspizieren und Fehlen melden und notieren. Auf diese Weise lässt sich auch ein präferiertes Fehlen von Kindern im Unterricht zu bestimmten Tagen/Zeiten/Zeitpunkten belegen. Insbesondere gewisse Auffälligkeiten werden somit auch dem entsprechenden Amtsschimmel deutlich und er kann seiner Amtspflicht hoffentlich nachgehen.
*nicht das Tier betreffend!
Für Ironie, Satire und Komödie wird keine Haftung übernommen. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte den Komödianten oder/und Satiriker Ihres Vertrauens.
Naja, wir haben in Klasse 5 inzwischen pro Klasse rund 5 Kinder, die keine Schreibschrift schreiben können und niemand kümmert sich darum. Ist egal. Spielt keine Rolle. Keine Zeit. Dabei gibt es einen Beschluss der KMK, dass jedes Kind eine verbundene Handschrift erlernen soll.
Ich habe dann in der Berufsschule diese Schüler. Wie bewertet ihr dann die Groß- und Kleinschreibung?
Die Groß- oder Kleinschreibung ist doch aber unabhängig von Schreib- oder Druckschrift.
Nur fünf wäre ja ein Traum. Ich habe eher fünf, die eine vollständige Schreibschrift schreiben können, 10 mit vereinfachter Variante und der Rest schreibt irgendwie. Die halbe Klasse kann Schreibschrift nicht richtig lesen. Ich kann dafür die Test nicht richtig lesen, weil das ein einziges Gekrakel ist.
Wird bei uns auch irgendwie nicht gelehrt. “Die Handschrift findet sich!”, hieß es. Hat sich bei uns leider nur durch Übung zuhause gefunden, sonst würden wir sie heute noch suchen. Leistungstests scheint es im Übrigen zu geben – ich hab nur leider noch nie ein Ergebnis bei meinen Kindern gesehen. Der Lernstand der Kinder ist absolut undurchsichtig. Hauptsache das Kind kann irgendwas lesen und irgendwie schreiben und fällt nicht auf, dann muss man die Eltern nicht informieren. Und bloß keine Noten!!!!! Es ist ein Graus.
Da fehlt es noch etwas an der Kosten-Nutzen-Rechnung: mindestens am Tag des Tests ist mit den Klassen nicht viel anderes anzufangen, macht bei nur zwei Fächern (sehr optimistisch!) in zehn Schuljahren 20 Tage=1 Monat Unterrichtsausfall. Die ausfallende Zeit der Lehrkräfte für sinnvollen Unterrichtsvorbereitung vergessen wir einfach mal.
Preisfrage: Führen frühere Erkennung von Förderbedarf, Analysemöglichkeiten für Lernfortschritte und pädagogische Massnahmen (wie meinen..?) automatisch zu besseren Ergebnissen? Die Erkenntnisse daraus sind umzusetzen von den gleichen Lehrkräften, die seit Jahren zu viel zu erledigen haben…
Leon versteht die linearen Gleichungen nicht, mangelnder Lernfortschritt, große Erkenntnis. Es hilft aber wenig, dass er per KI noch einige Übungsreihen bekommt, wenn er Punkt- und Strichrechnung nicht verstanden hat, Klammerregeln nie relevant fand und sich nicht konzentrieren kann. Das Ministerium stellt fest ‘Defizite lineare Gleichungen’, denn Leon ist nicht allein, Abhilfe vermutlich Änderungen im nächsten Lehrplan an dieser Stelle. Noch eher der Hinweis an die Schulen ‘aber ihr habt doch jetzt die Daten, macht mal’. Finde den Fehler.
Dieses Datensammeln hat nur einen Zweck, nämlich eine Pseudoobjektivität herzustellen, die scheinbar rationale Begründungen ermöglicht. Angst vor Verantwortung, Entscheidungen, Fehlern – so ängstlich wie die Schulaufsicht würde kein Lehrer in irgendeiner Klasse überleben.
Das wird dann wohl so aussehen: Schüler X erfüllt in mehreren Fächern nicht die sog. “Mindeststandards”, wurde aber bislang in jedem Jahr versetzt. Einen Widerspruch wird man in der “datengestützten Schulentwicklung” dann nicht sehen, so wie schon bisher nicht. Das “Monitoring” sollte nichts mit Schulnoten, Versetzungen, Zertifikaten zu tun haben.
Ja, das ist faszinierend. Es müssten sooo viele Kinder sitzen bleiben, die die Lernziele des Jahrgangs verfehlt haben. Tatsächlich wiederholen nur die krassesten Extremfälle, manchmal nicht einmal die.
Auf dem Zeugnis steht dann immer der Satz:
„Wird in die x. Jahrgangsstufe versetzt“.
Klingt nach:
„Hat die Ziele der Klasse x-1 erreicht.“
Bedeutet aber eigentlich:
„Hat die Ziele der Klasse x-1 nicht erreicht, mal sehen, vielleicht klappt es ja in der x. Klasse.“
# Prinzip Hoffnung
# toi, toi, toi
# schulorganisatorische Gründe
# ist uns zu teuer
Wie hat hier jemand letztes Jahr als in NRW die unzähligen Lernstandserhebungen angekündit wurden:
“Die Sau wird nicht vom wiegen fett“.
Dadurch, dass ich die Schüler rund um die Uhr teste, werden die jetzt auch nicht schlauer.
Und damit auch ganz sicher sichergestellt 😉 ist, das von dieser Testerei und den erwartbaren Ergebnissen keinerlei “Druuuuuuck” oder gar “Zwaaaang” ausgeht (oder im schlimmsten Fall gar mal gebüffelt wird, meine Güte, diese Lehrer immer!), verkündet man auch und ganz bewusst den SuS und Eltern circa 579 mal, dass dies alles KEINESFALLS benotet werden soll und darf, eine “Momentaufnahme” ist usw.
So wird in einer doppelten Zangenbewegung aus “””vorbereiteten””” “”””Kompetenz””””tests (VERA z.B.) mit maximaler Schul- und Lernferne und konsequenter Abwiegelung und Unwichtigmachen der Ergebnisse wirkungsvoll erreicht…das der ganze Aufwand für die Katz’ war. 😀
Da könnte Clausewitz noch was lernen, hossa!
Es sollte sich inzwischen herumgesprochen haben, dass mehr Tests nicht automatisch bessere Leistungen bedeuten. Danach müsste sich die individuelle Förderung anschließen, für die wir aber keinerlei Ressourcen haben.
Um überhaupt zu wirken muss eine GEförderte Person dabei mitwirken WOLLEN, eine “Förderung” überhaupt ANnehmen.
Schon ab da rennt der Förderwahn ins Leere.
Als Lehrer ergeben sich für mich daraus jetzt zwei Fragen:
1. Müssen wir überhaupt noch Klassenarbeiten schreiben lassen und korrigieren oder entscheidet eh am Ende des Schuljahres die zentrale Lernstandserhebung über die Versetzung?
2. Wer bezahlt den Amtsarzt, wenn wir als Schule einen Schüler dorthin schicken? Auch heute ist es schon möglich einen Schüler zum Amtsarzt zu schicken, nur stellt der Amtsarzt der Schule dann behördenintern eine Rechnung aus, weswegen es nicht gemacht wird.