Merkel zeigt den Länderfürsten die Grenze auf. Die haben uns tief in die Corona-Krise geführt – mit ihrem Nichtstun für Kitas und Schulen !

102

Ein Kommentar von News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek

BERLIN. Der Bundesrat hat die vom Bundestag bereits beschlossene Neufassung des Infektionsschutzgesetztes abgenickt – und damit den Weg freigemacht für eine bundesweite Notbremse im Kita- und Schulbetrieb. So unbefriedigend hoch die mit dem seltsamen Inzidenzwert von 165 auch angesetzt ist: Dass Bundeskanzlerin Angela Merkel die Grenzen des Nichtstuns in der größten Krise Deutschlands seit dem Zweiten Weltkrieg auf diese Art markieren musste, ist ein Armutszeugnis für die Provinzfürsten, die sich in über einem Jahr Pandemie nicht auf einen gemeinsamen Kurs einigen konnten.

Die Bundeskanzlerin hat die Haltelinien in der Corona-Krise für die Länder markiert. Foto: Shutterstock / Juergen Nowak

Bundesratspräsident Reiner Haseloff gab den Grabredner auf einer Beerdigung. „Der heutige Tag ist für mich ein Tiefpunkt in der föderalen Kultur der Bundesrepublik Deutschland“, sprach der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt mit belegter Stimme. Die Länderkammer berate ein Gesetz, „dessen Entstehung, Ausgestaltung und Ergebnis unbefriedigend sind“. Gemeint war der Neuentwurf für ein Infektionsschutzgesetz, mit dem der Bund den Landesfürsten (endlich!) Grenzen bei der Nichtbeachtung der Corona-Pandemie setzt und den Präsenzbetrieb in den Bildungseinrichtungen ab einem Inzidenzwert von 165 verbietet. Diesen scheinbar auf dem Basar ausgehandelten Wert kann man durchaus als unwissenschaftlich kritisieren. Die allermeisten Virologen und Epidemiologen halten ihn für viel zu hoch.

Haseloffs Auftritt ist an Scheinheiligkeit allerdings kaum zu überbieten: Zum einen hätte Sachsen-Anhalt im Bundesrat durchaus Widerspruch gegen die Neufassung des Infektionsschutzgesetz einlegen können. Die Verantwortung, Deutschland bei der Pandemiebekämpfung ausgebremst zu haben, wollte der Christdemokrat aber offenbar dann doch nicht übernehmen. Zum anderen waren es gerade Corona-Ignoranten wie Haseloff und sein sächsischer Amtskollege und Parteifreund Michael Kretschmer, die die Notbremse des Bundes für den Kita- und Schulbetrieb unumgänglich gemacht haben.

Ein Deich ist immer nur so stark wie seine schwächste Stelle

Sachsen-Anhalt und Sachsen waren nämlich erklärtermaßen gewillt, den Präsenzbetrieb in den Bildungseinrichtungen unabhängig vom Infektionsgeschehen aufrechtzuerhalten – wie Covidioten, die meinen, in der Hochphase der Pandemie eine Party veranstalten zu müssen und uns alle damit gefährden. Dass Sachsen-Anhalt und Sachsen den Inzidenzwert für Deutschland statistisch kräftig nach oben treiben, ist also kein Zufall. Ein Deich ist immer nur so stark wie seine schwächste Stelle. In einem Jahr Pandemie haben es die deutschen Bundesländer nicht vermocht, eine gemeinsame Linie in Form eines Stufenplans zu finden. Das ist erbärmlich, und daran haben die Oberheuchler unter den Ministerpräsidenten einen gehörigen Anteil.

Am Wochenende haben die Spitzen des Staates der mittlerweile fast 80.000 Corona-Toten in Deutschland gedacht. Sinngemäß sagte der Bundespräsident dabei: Jetzt sei nicht die Zeit für eine Abrechnung, wir müssten erst einmal nach vorne schauen. Das ist sicher richtig. Rollende Köpfe bringen uns in der aktuellen Lage nicht weiter. Ein Hinweis an die Amtsträger sei allerdings gestattet: Tote (nicht Wählerstimmen) sind die Währung, nach der später abgerechnet wird. Da sieht die Bilanz für die dickfelligsten Corona-Verharmloser in den Landesregierungen düster aus: Sachsen liegt auf Platz eins mit 216 Todesfällen auf 100.000 Einwohner, Sachsen-Anhalt mit 135 (nach Thüringen, 172, und Brandenburg, 138) auf Platz vier der Horrorliste.

„Wenn dereinst die Geschichte der Coronapandemie geschrieben wird…“

Gescheitert sind aber nicht nur diese Landesregierungen im Osten, gescheitert sind alle 16 – und zwar vor allem in ihrer Verantwortung für Schulen und Kitas. „Wenn dereinst die Geschichte der Coronapandemie geschrieben wird, geht als eines der schlimmsten Versäumnisse in die Annalen ein, was die Regierenden den Kindern – und ihren Eltern – angetan haben: als sie es versäumten, Schulen und Kitas zu sicheren Orten zu machen“, so schrieb unlängst der „Spiegel“.

Tatsächlich ist die Schuld noch weitaus größer als das angesprochene Versäumnis. Die Kultus- und Familienminister ließen nicht nur jeden Elan vermissen, sich um Arbeitsschutz für Schüler und Lehrer, Kinder und Erzieher, um Lüftungsanlagen und Plexiglaswände in den Klassen- und Gruppenräumen, um einen sicheren Schülertransport und um die Einhaltung der elementarsten Hygieneregeln (Abstand!) oder auch nur der Quarantäne-Vorgaben des RKI in den Bildungseinrichtungen zu kümmern. Die Minister zwangen Lehrer und Erzieher sowie die Schüler zudem tagtäglich ins volle Risiko, während sie selbst sicher per Video konferierten. Sie lernten auch nicht aus ihren Fehlern. Und: Sie taten auch noch alles, um ihr Versagen zu verschleiern.

Wissenschaftliche Stichproben zum Infektionsgeschehen in Kitas und Schulen wurden nach dem Sommer 2020 nicht mehr veröffentlicht (die davor waren wertlos, weil sie nur den Effekt des Lockdowns maßen) – stattdessen: Gefälligkeitsstudien auf Grundlage der löchrigen Daten der Gesundheitsämter, die Kinder schon deshalb kaum testeten, weil junge Menschen nun einmal selten Symptome zeigen. In Hamburg verschwand eine Untersuchung zu einem großen Schul-Ausbruch, die wichtige Erkenntnisse zum Infektionsschutz hätte liefern können, in der Schublade des Bildungssenators. Pressemitteilungen wurden verfälscht. Daten wurden zurückgehalten, dann auf öffentlichen Druck hin kleckerweise herausgegeben – in Prozentwerten, die viel kleiner aussehen als Inzidenzen.

Statt den Rat seriöser Wissenschaftler einzuholen, wurden Scharlatane und Kinderärzte-Lobbyisten vorgeschoben. Empfehlungen der Gesellschaft für Virologie wurden genauso ignoriert wie die der Leopoldina oder des Robert-Koch-Instituts. Die Bundeskanzlerin wurde mit ihrem Wunsch nach einem Stufenplan für den Schulbetrieb brüskiert. Steigende Infektionszahlen unter Kita-Kindern und Schülern nach den Herbstferien? Egal. Die Kitas und Schulen blieben schutzlos geöffnet.

Deutschland ist also einen Sonderweg gegangen. Und zahlt wohl jetzt den Preis dafür

Eine Übersicht der OECD, die dieser Tage erschien, zeigt ein bemerkenswertes Bild: Nicht Schweden, dessen lockerer Kurs in der Corona-Pandemie (mit vielen Toten!) als Sonderweg gilt, verzeichnet für 2020 bei den weiterführenden Schulen die wenigsten Tage mit Schulschließungen – Deutschland und Dänemark sind es, die in der Vergleichstabelle weit nach unten ausschlagen. Deutschland ist also einen Sonderweg gegangen. Und zahlt wohl jetzt den Preis dafür.

Immer deutlicher wird das Bild: Anders als die Kultusminister immer wieder behaupten, sind die Kitas und Schulen sehr wohl Treiber der Pandemie. Waren die Schulen geschlossen, sanken die Inzidenzen. Sind sie geöffnet – steigen sie. Kein Wunder: Nirgends sonst kommen so viele Menschen praktisch ungeschützt täglich aufeinander. Das Märchen von den angeblich kaum ansteckenden Kindern, das die Kultusminister monatelang verbreiteten, ist längst widerlegt. Die Vermutung, dass die Kitas und Schulen dem Virus spätestens seit vergangenem Herbst als Verteilzentren dienen und die Grundlage des vom RKI so benannten „diffusen Infektionsgeschehens“ bilden, liegt also nahe.

Wie schlampig die Kultusminister – die wohl eigentlichen Treiber der Pandemie – darüber hinaus arbeiten, lässt sich anhand der von den Ministerpräsidenten bereits Anfang März beschlossenen Selbsttests in den Schulen zeigen. Schulen wurden pädagogisch sinnfrei kurz vor den Osterferien aufgerissen, obwohl die Testkits, die zur Sicherung des Schulbetriebs dienen sollten, noch gar nicht ausgeliefert worden waren. Dass die Inzidenzen unter Kindern und Jugendlichen unterdessen in die Höhe schossen? Egal. Frech wurde behauptet, dass ja nun auch mehr getestet würde (was zu diesem Zeitpunkt nicht stimmte). Die Feststellung des RKI, dass bei den Tests die Positivenquote steigt, was belegt, dass sich das Virus tatsächlich ausbreitet, wird geflissentlich überhört.

NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer beklagt, dass sie ja leider nicht über eine Glaskugel verfügt

Dazu kommt eine Wissenschaftsferne, die schmerzt. NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer etwa beklagt, dass sie ja leider nicht über eine Glaskugel verfüge, um das Infektionsgeschehen in den kommenden Wochen vorhersagen zu können. Auf (echte) Wissenschaftler zu hören, die seit Monaten das Infektionsgeschehen aufgrund von präzisen Simulationen korrekt vorhersagen, kommt ihr offenbar nicht in den Sinn. Das Ergebnis der Planlosigkeit: ein Hin und Her, Schulen auf – Schulen zu, im Wochentakt.

Jetzt, nach mehr als einem Jahr Pandemie, bekommen die Lehrer, Schüler und Eltern in Nordrhein-Westfalen dank der Bundes-Notbremse nun erstmals eine konkrete Information darüber, was das Kriterium für offene/geschlossene Schulen ist, ein höherer/niedriger Inzidenzwert als 165 eben. Fun Fact: Der Hauptverantwortliche für dieses Chaos (Ministerpräsident Armin Laschet) will jetzt Bundeskanzler von Deutschland werden.

Nicht einmal als mit Auftauchen der „britischen“ Mutation B.1.1.7 die Gelegenheit zur gesichtswahrenden Kurskorrektur kam, reagierten die Landesregierungen. Die Mutante gelangte in Großbritannien nachweislich (wie viel bessere Erhebungen als in Deutschland belegen) über die Kitas und Schulen in die Familien und erreichte so die vulnerablen Älteren. Eine dritte Corona-Welle mit Zehntausenden von Toten war die Folge. In Deutschland ist mit drei Monaten Zeitverzug die gleiche Katastrophe absehbar. Unser Land steht vor dunklen Wochen, bis die Impfquote so hoch ist, dass sie Wirkung entfalten kann.

Die Landesregierungen waren also frühzeitig gewarnt. Sie hätten behaupten können, dass erst jetzt, mit der ansteckenderen und gefährlicheren Variante, die Notwendigkeit des Eingreifens gekommen sei – und endlich handeln können, ohne damit ihr Versagen im Herbst anzuerkennen. Stattdessen blieben die Länder bei ihrem Kurs. So beschloss die Kultusministerkonferenz Anfang April allen Ernstes, dass Inzidenzwerte gar nicht mehr so aussagekräftig seien – weil ja jetzt eben mehr getestet werde –, und stattdessen „perspektivisch“ andere Kriterien für die Verbreitung der Seuche herangezogen werden sollen. Welche, das erklärten die Kultusminister in ihrem Beschluss nicht.

Mein Vorschlag: Nehmt doch die Statistik der Corona-Toten.

Der Autor

Der Journalist und Sozialwissenschaftler Andrej Priboschek beschäftigt sich seit 25 Jahren professionell mit dem Thema Bildung. Er ist Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus – eine auf den Bildungsbereich spezialisierte Kommunikationsagentur, die für renommierte Verlage sowie in eigener Verantwortung Medien im Bereich Bildung produziert und für ausgewählte Kunden Content Marketing, PR und Öffentlichkeitsarbeit betreibt. Andrej Priboschek leitete sieben Jahre lang die Öffentlichkeitsarbeit des Schulministeriums von Nordrhein-Westfalen.

Der Bildungsjournalist Andrej Priboschek. Foto: Tina Umlauf
News4teachers-Herausgeber Andrej Priboschek, Gründer und Leiter der Agentur für Bildungsjournalismus. Foto: Tina Umlauf

In eigener verlegerischer Verantwortung bringt die Agentur für Bildungsjournalismus tagesaktuell News4teachers heraus, die reichweitenstärkste Nachrichtenseite zur Bildung im deutschsprachigen Raum mit (nach Google Analytics) im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich und einer starken Präsenz in den Sozialen Medien und auf Google. Die Redaktion von News4teachers besteht aus Lehrern und qualifizierten Journalisten. Neben News4teachers produziert die Agentur für Bildungsjournalismus die Zeitschriften „Schulmanager“ und „Kitaleitung“ (Wolters Kluwer) sowie „Die Grundschule“ (Westermann Verlag). Die Agentur für Bildungsjournalismus ist Mitglied im didacta-Verband der Bildungswirtschaft.

Hier geht es zur Seite der Agentur für Bildungsjournalismus.

Kultusministerkonferenz brüskiert den CDU-Chef: Laschet wird zum traurigen Clown

Anzeige


102 KOMMENTARE

  1. Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich weiß nicht, was man noch an der 165 machen kann, was sie soll, woher sie stammt. Ich weiß nicht, wie man ungestraft davon kommt, wenn man ein festgelegtes Gesetz (abgesegnet von allen Ländern) aus dem März ignoriert und mit Füßen tritt (man erinnere sich dunkel an 35 und 50), aber anscheinend erreicht man damit einfach mehr, nämlich 165. Ich weiß nicht, wie man als Regierende in Bund und Ländern noch ruhig schlafen kann, ich kann es nicht. Ich weiß nicht, wie ich meinen Schüler*innen die Angst nehmen soll, wenn ich meine nicht in den Griff bekomme. Ich weiß nicht, ob ziviler Ungehorsam, der in die richtige Richtung deuten könnte, dem „zivilen Ungehorsam“ der Regierenden, indem sie einfach alles ignorieren, was Wissenschaft und Expertise zu bieten hat, das Wasser reichen kann. Ich weiß nicht, wie wir aus der Pandemie herauskommen sollen, ohne das Ruder herumzureißen. Ich weiß nicht wie. Ich weiß nicht, wie viele Anträge, Schüler*innenbriefe, Petitionen losgeschickt haben. Ich weiß nicht, wie ich eine ganze Schule zu zivilem Ungehorsam aufrufen kann, wenn nicht alle mitmachen. Ich weiß nicht, wie mein Landkreis sich für eine Modellregion bewerben konnte bei den Zahlen. Ich weiß nicht, warum ein Bundestag ein Gesetz verteidigt, das keine Verbesserung verspricht, nur weil die Länder rein gar nichts zum Schutz von irgendwem auf die Kette kriegen. Ich weiß nicht…aber resignieren will ich auch nicht, obwohl ich manchmal zu schwach zum Heulen bin…

    • gilmore girl – Sie zeigen Engagement bis über die Belastungsgrenze hinaus, Sie stellen die radikal richtigen Fragen – und leiden an den schrecklich verlogenen Reaktionen derer, die ihren Anteil an der verbindlichen Kooperation schlicht verweigern.
      „Ich weiß nicht, warum …“
      Die zutreffende Analyse von Herrn Priboschek beschreibt die Situation, das WARUM bleibt offen.
      Ich fürchte sehr, dass unter all den vielen Einzelantworten zwei elementare Tiefenschichten liegen:
      – die eine ist in diesem Forum vor allem durch kanndochnichtwahrsein dargestellt worden = die fortwährende Unterfinanzierung mit erbarmungsloser Mängelverwaltung des Bildungssystems, seit dem Ende von WK II, und genau so erbarmungslos aufgedeckt durch den Virusangriff seit Jan 2020. Mängelverwaltung + MEHRbedarf für die Virusabwehr = AngebotsKÜRZUNG – in Qualität und Quantität, exerziert durch die MPs, ihre Fachminister*innen, und die OBs/Landräte: „nehmt was ihr habt – zusätzlich gibts nichts, anderen gehts noch schlechter“;
      – die andere Tiefenschicht ist die VERWEIGERUNG der Pandemie-VORSORGE auf allen politischen Ebenen – trotz vorliegender Aufforderungen u. Pläne, und die folgende >Totalüberraschung< durch die Bergamo-Schockbilder im TV. Nur um solche Bilder in D zu vermeiden, sollte es gehen – mithilfe der Kontaktunterbrechung zwischen wildlaufenden EINZELPERSONEN = BÜRGERkörper und WIRTSkörper, durch die Zentralsteuerung der Politik und ihre heillos überforderte Administration – die neueste Fassung des IfSG bezeichnet den Gipfel dieses Irrweges von ganz Oben direkt nach ganz UNTEN.
      Werte gilmoe girl – für die Zeit bis zur Test- u. impfgestützten Herdenimmunität bleibt es so wie bisher. All die mentalen u. kognitiven Reserven bei Erwachsenen und Schüler*innen sollten deshalb auf Analyse und darauf fußende Formulierung eines VORBEREITUNGS-KONZEPTES gerichtet sein – für die nächste vergleichbare Pandemie. Ich hoffe darauf, dass durch diese Aufgabe auch der Leidensdruck tragbar bleiben kann….

        • Richtig – und ich habe stillgehalten, ob es eine Chance zu konstruktiver Diskussion gibt, über den berechtigten Jammer hinaus…
          gilmore girl hat meine vollste Hochachtung – sie hat gehandelt, und leidet unter den Folgen des grobfalschen Ansatzes der bisherigen Pandemieabwehr. Kitas u. Schulen eingeschlossen sehe ich es inzwischen so:
          Pandemieabwehr GEGEN die Bürger’innen ist ein grob falscher Ansatz – von ganz OBEN nach ganz UNTEN, mit Regelungen, die von der Gesundheits- und Ordnungsadministration NICHT ANNÄHERND durchgesetzt werden können.
          Oder deutlicher vielleicht so:
          Die virologisch – u. epidemiologisch richtige Fokussierung von Einzelwesen, genannt (potenzielle) WIRTSkörper, das kann GEGEN die BÜRGERkörper gestellt werden – durch Nichtachtung ihrer gleichzeitigen Existenz (= die notorisch renitenten Ego-Bürger)….
          Oder man kann die (potenziellen) WIRTSkörper als BÜRGER ansprechen, die im EIGENinteresse funktionierende Immunabwehrkräfte entwickeln. Und das im KERN des Problems – nicht in Streitereien wegen tatsächlicher Ungerechtigkeiten…
          Also was?
          Die Menschen da ansprechen, wo sie als BÜRGER sind – im Alltag unter wohlgeordneten und durchaus kontrollierten Bedingungen. Und diese v o r h a n d e n e n Strukturen = die ORGANISIERTE BÜRGERSCHAFT sind die richtigen Partner der Politik für eine effektive Pandemieabwehr!
          Praktisch:
          ALLE Bereiche der Gesellschaft bleiben in Betrieb – aber jeweils in
          p a n d e m i e f e s t e r Form. Die Ausfall- u. Mehrkosten trägt der Steuerzahler.
          AHA-L-Test – interne Arbeitsquarantäne für Kontaktpersonen = Erweiterung in Arbeits-, Dienstleistungs- u. Nutzungsverträgen.
          KEIN BenachteiligungsÄrger- kein Notbetrieb – dafür stabile Mitarbeit der O r g a n i s i e r t e n B ü r g e r – s c h a f t !!

          Was halten Sie davon?

          • @didih4 aka Senior Didi

            Verzeihung, aber das klingt für mich immer noch unverändert wirr.
            Nicht klar sondern vage, nicht konkret sondern ein Sammelsurium von Allgemeinplätzen, z.B. „v o r h a n d e n e n Strukturen = die ORGANISIERTE BÜRGERSCHAFT“ die hier in der Vergangenheit schon viel Raum eingenommen haben, aber immer auf dieser Stufe hängenblieben.

          • W. u. gilmore girl – Atwort auf diesem Weg:
            ich zitiere:
            „Kitas u. Schulen eingeschlossen sehe ich es inzwischen so:….
            ALLE Bereiche der Gesellschaft bleiben in Betrieb – aber jeweils in p a n d e m i e f e s t e r Form. Die Ausfall- u. Mehrkosten trägt der Steuerzahler.
            AHA-L-Test – interne Arbeitsquarantäne für Kontaktpersonen = Erweiterung in Arbeits-, Dienstleistungs- u. Nutzungsverträgen.
            KEIN BenachteiligungsÄrger- kein Notbetrieb – dafür stabile Mitarbeit der [Praxis].“
            Also bitte:
            Schulen werden mit a l l e n erforderlichen Mitteln ausgestattet – als verbindliches Konzept für eine k ü n f t i g e Pandemie. Für diese ist es zu spät…

          • @ didih4 aka Senior Didi 24. April 2021 um 00:42

            Wie ich oben bereits erwähnte:
            Nicht klar sondern vage, nicht konkret sondern ein Sammelsurium von Allgemeinplätzen, die hier in der Vergangenheit schon viel Raum eingenommen haben, aber immer auf dieser Stufe hängenblieben.

            Sie hatten schon vor Monaten die Möglichkeit NICHT genutzt, sich konkret zu äußern.
            Begriffe wie „v o r h a n d e n e n Strukturen = die ORGANISIERTE BÜRGERSCHAFT“ tauchen immer wieder auf, leider ohne Definition.

            Noch mal „Verzeihung“, aber so ist und bleibt das völlig unausgegoren.

            Natürlich kann man hier andere Seiten im Netz verlinken, sie dienen entweder der Information oder der Unterhaltung.

            Allerdings habe ich nicht vor, auf „Ihren“ Link zu gehen, nur damit (Sie?) dort erfolgreich Klickzahlen generieren und mit ähnlichem Wirrwarr mehr „Traffic“ auf dieser Seite dort schaffen, um sich den Anschein einer erfolgreichen Aktion für ??? geben zu können.

            Sie hatten auf n4t vor Monaten schon jedes Mal die Gelegenheit zu sinnvoll informierenden Beiträgen (konkrete Äußerungen und Erklärungen) verschenkt, jetzt wieder.

            Natürlich können Sie das Spiel von vorn beginnen.

    • Die 165 stammt aus der – zum Zeitpunkt der Festlegung dieser Zahl – aktuellen Inzidenz. Nicht mehr und nicht weniger. Da gibt es keinen Hintergrund. Die wurde einfach pauschal festgelegt, weil sie an diesem Tag 165 deutschlandweit betrug.

  2. Wow! Einfach nur DANKE für diese präzisen Formulierungen. Diese harten, wahren Worte sind absolut treffend! Vielen Dank, Herr Priboschek!

  3. Ein sehr guter Kommentar, der das bisherige Geschehen gut zusammenfasst. Es wird auch deutlich, welche Versäumnisse es in der Politik gegeben hat. Vielen Dank dafür!

  4. Und was soll jetzt besser werden? In Bayern gelten die meisten der beschlossenen Vorschriften schon seit Wochen – welches Bundesland hat mit die höchsten Inzidenzen???
    Es bleiben jetzt nur noch zwei Lösungen:
    Entweder komplett öffnen mit Testen und Impfen wie in Österreich oder für 3-4 Wochen kompletter Lockdown inklusive Wirtschaft (aber so weit geht dann der Gesundheitsschutz auch wieder nicht, dass man sich das traut).
    Somit bleibt alles wie es ist – nicht Fisch nicht Fleisch und alles dümpelt weiter so vor sich hin, wenn nicht der Zufall oder gutes Wetter nachhelfen.

  5. Lieber Herr Priboschek…
    Ganz großes Kino, wie man bei uns oft sehr lax formuliert. Was mir gut tut, ist die deutlich spürbare Wut in ihren Worten, die so viel von uns seit Wochen / Monaten verspüren!
    Die völlige Realitätsverweigerung zugunsten von politischen Pöstchen, Wählerstimmen, Ignoranz oder auch schlichter Dummheit tut mittlerweile weh und beschädigt in hohem Maße das Vertrauen in demokratische, politische, verantwortliche Prozesse. Das hat von den „Entscheidern“ (Arschlöchern!!) scheinbar keiner auf der Agenda. Ebensowenig spielen die mittlerweile 80tausend Toten eine Rolle…die z.T. zynisch wirkenden Betroffenheitsbekundungen verschlimmern den Eindruck von einer – an völlig anderen Wertmaßstäben orientierten – Politik…hier gelten offenbar lediglich die für die einzelnen „Verantwortlichen“ (die sich keiner Verantwortung stellen wollen und werden) Kriterien der individuellen Karrieremöglichkeiten…und ich bin mittlerweile nicht mehr bereit etwas anderes als Erklärung für dieses massive politische Versagen zu akzeptieren.

    Daher: Vielen Dank für diese – wieder einmal – treffende Analyse des aktuellen politischen Geschehens. Wenn man an Reinkarnation glaubt, dann bietet das angebotene Verhalten der Politiker*innen zumindest den Trost, dass diese als Kakerlake, Eintagsfliege oder Zerleger bei Tönnies wiedergeboren werden, um die Sünden ihres vorangegangenen Lebens abzubüßen – dafür wickel ich mich heute Abend in meine orange Kuscheldecke.

  6. Danke, danke, danke, Herr Priboschek! Ihre Wut teile ich!!! Blöd ist nur, dass man als Elternteil ü 50 und u 60 keine Impfung in Aussicht hat, und es immer enger werden wird, gesund durch die Pandemie zu kommen bei offenen Schulen unter 165.

    • Mit AstraZeneca auf eigenen Wunsch soll doch auch U60 sofort gehen.
      Und der liebe Jens hat doch heute verkündet, dass ab Juni die Impfpriorisierung fällt „Impfung für alle ab Juni!“. Und dazu on top: Im Mai könne bundesweit die letzte Priorisierungsgruppe 3 geimpft werden, wie es jetzt bereits in einigen Bundesländern der Fall sei.

      Und die Menschen der Risikogruppen U70 sind größtenteils immer noch ohne Erstimpftermin. Wobei sich Herr Laumannn in NRW nach seinen Statements scheinbar schon auf der Zielgeraden beim Impfziel sieht.

      Hat unser Landesfürst eigentlich überhaupt noch einmal etwas Zeit für seinen eigentlichen Job als Ministerpräsident NRW.

  7. Ich habe gerade die aktuellen Richtlinien für Sachsen-Anhalt gelesen.
    4.Klassen wurden kurzerhand zu Abschlussklassen ernannt, bis 100 gilt vollständiger Präsenzunterricht (vorher Wechselunterricht an weiterführenden Schulen ab 50) und von der ausgesetzten Präsenzpflicht ist auch keine Rede mehr. Offenbar gilt sie wieder. Man sieht also, selbst die von oben angeordnete Bremse wird noch so weit ausgereizt wie es geht. Haseloff im Wahlkampf.
    Traurig, dass Gesundheitsschutz vom Wohnort abhängig ist.

    • Irgendwann wird sich das Wahlvolk bei den Lobby-Vollstreckern bedanken. Aber bis dahin werden wir alle die Rechnung bezahlen. Die Wiederwahl dürfte in den Sternen stehen, so doof und vergesslich wie man das Wahlvieh gerne hätte, sind sie dann doch nicht.

    • Das kann ich nur bestätigen für Sachsen. Haben soeben die Info von der Schule bekommen. Wechselunterricht für 4. Klasse da seit Wochen der Wert über 200 liegt. Ich bin fassungslos. 4. Klassen mal eben zu Abschlussklassen erklärt.
      Und wieder keine Möglichkeit, dem Arbeitgeber zu erklären, dass man im Home-Office arbeiten und nebenbei die Kinder betreuen möchte. Schule ist ja auf.

      • Auch in Thüringen sind die 4. jetzt Abschlussklassen. Da haben sich die KuMis bestimmt abgesprochen.
        Ansonsten macht Thüringen eine Menge Ausnahmen.

        „Thüringen hält an den vielen bisher eingeräumten Ausnahmen im Fall von Schulschließungen fest. Wie das Bildungsministerium am Donnerstag mitteilte, werden Kinder und Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. Auch Förderschulen bleiben geöffnet und Förderschüler im gemeinsamen Unterricht können ebenfalls weiter in die Schulen gehen. Die Bundes-Schulnotbremse beinhaltet auch, dass Abschlussklassen weiterhin am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. In Thüringen gilt das auch für Viertklässler.
        Auch die zehnten Klassen der Gymnasien dürfen in die Schulen gehen, um sich auf die Besondere Leistungsfeststellungsprüfung (BLF), eine Pflichtprüfung zum Schuljahresende, vorzubereiten. Zu den Abschlussklassen am Gymnasium zählen die Jahrgangsstufen in der Einführungs- und Qualifikationsphase für das Abitur. Auch Berufsschüler des letzten Ausbildungsjahres dürfen in den Präsenzunterricht.
        Beim Überschreiten der Inzidenz von 165 gehen Abschlussklassen und Förderschulen in den Wechselunterricht.“

        https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-notbremse-regeln-schule-und-kindergarten-100.html

        Wir sind jetzt bei etwa 320er Inzidenz. Zurzeit sind nur die 12er in Präsenz. Die neue Regelung bedeutet wohl, dass auch die 10er und 11er im Wechselunterricht zurückkommen dürfen. Dann wird es ganz schön voll. Wahnsinn. Mit 15 SuS und Lehrer im Raum. Da freut sich die Mutation.

    • Abschlussklassen und nur bis 100? Bei Abschlussklassen ist doch nun auch Präsenz bei Ü165 kein Thema mehr frei nach „Ende offen“, wenn zweimal die Woche ein test gemacht wird.

    • Das ist interessant, insofern hier in NRW die Situation an den Berufskollegs stets unter den Teppich gekehrt wird. Hier ist eine sehr große Zahl an Schülerinnen und Schülern in Abschlussklassen aufgrund der Vielzahl der Bildungsgänge. Auch Klassen, die keine Abschlussprüfung ablegen, aber im letzten Schuljahr sind, werden als Abschlussklasse betrachtet. Das führt dazu, dass trotz „Notbremse“ (wenn sie denn jemals gezogen würde) die Situation an den Berufskollegs (fast) unverändert bleibt. In der Öffentlichkeit wird das ganze dann so wahrgenommen, dass ja „nur“ die Abschlussklassen kommen werden und die Lehrer ja bereits geimpft sind (die Einschränkung auf Grund- und Förderschullehrer wird meist nicht mehr erwähnt).

      • Im WbK ebenso: 80% ‚Abschlussklassen‘ und das Abitur fängt morgen an, einfach eine sehr schlaue Definitionssache, und alle denken, die Schulen werden jetzt zugemacht … *seufz*

      • Stimmt … und auch das ist volles Kalkül…habe zuweilen das Gefühl, dass hier mit dem Teufel Schach gespielt wird….man macht einen Zug zum Schutze der an Schule Beteiligten und die KM kontern gleich mit einem Gegenzug (z.B. 4. KLASSEN sind plötzlich Abschlussklassen.), der das just Erreichte wieder zunichte macht.
        Dass das „Spiel“ mit mit den Berufskollegs seit Beginn der Pandemie besonders sorglos umgeht kann man nicht oft genug herausstellen…aber auch an anderen Stellschrauben wird beständig zulasten von SuS, KuK und damit deren Angehörigen gedreht.
        Wie gesagt: „Schachspielen mit dem Teufel“ …. oder deren Handlanger in der Politik.

    • … und Grant Hendrik Tonne hat letzte Woche die Schulen ermächtigt, auch dann Präsenzunterricht durchzuführen, wenn keine Schnelltests augegeben werden konnten.

      Das ist doch ein Wort?
      * Gesundheitsschutz in Niedersachsen … ist wie bei Oscar aus der Sesamstraße
      – für die Tonne –

      • Nein, das ist sogar nich viel besser:
        Tonne zeigt damit selber an, dass seine Anweisungen über Erlasse keinerlei Gültigkeit resp. Bedeutung haben. Wenn der Dienstherr schon seine ministeriellen Erlasse ohne Not aushebeln und somit da absurdum führt, dann sollte das auf der Ebene des Handels an der Basis die gleiche Konsequenz haben – sprich: man folgt ihnen einfach nicht mehr.
        Sollte es dann zu Maßregelungen seitens des KM gegen die Schulen, die nicht mehr buchstabengetreu folgen kommen, kann man auf die Verstöße seitens des Ministeriums itself verweisen und sich schulterzuckend abwenden.

  8. Vielen Dank für die treffenden Worte, die hoffentlich auch einige Verantwortlichen lesen mögen, verstehen bleibt wahrscheinlich Wunschdenken.
    Das größte Versäumnis der Politik ist, dass Bildung, Datenschutz und der Kampf um Wählerstimmen und persönliche Machterlangung VOR Gesundheit und Leben gestellt wurde.
    Unverzeihlich !!! Wieder ein trauriges Kapitel deutscher Geschichte.

  9. Herr Karl Lauterbach hat in den letzen Tagen gemahnt und mit aller Klarheit ausgesprochen.“Es kann doch nicht unser Wille sein die Schülergeneration und deren Eltern in Lebensgefahr zu bringen“! Der Inzidenzwert von 165 ist immer noch viel zu hoch. Man hört auf RKI, Virologen
    und Intensivmediziner nicht. Eine Zusammenarbeit ist von der Politik und den KM nicht angestrebt worden. Die Familien sind der letzte Rest in der Pandemie. Der Aufruf von der Politik
    die alten Mitmenschen zu schützen war sehr groß und die Familien haben dazu einen großen Beitrag geleistet. Was bringt man den Familien entgegen und der heranwachsenden Schulgeneration? Die junge Generation ist schon viele Monate in Ihrer Entwicklung und Entfaltung lahm gelegt. Die Sehnsucht nach Normaltität und Freizeit ist sehr groß. Herr Ralf Scholl vom PhV-BW hat ein Corona Aufholjahr G9 gefordert und um der Schülergeneration eine angemessene Aufarbeitung zu ermöglichen und für alle sozialen Schichten. Die Krise hat alle sozialen Schichten getroffen und nicht nur die benachteiligten Kinder. Die Politik benutzt die benachteiligten Kinder als Aushängeschild und diesmal sind es alle Kinder, egal welcher Schicht oder Herkunft. Die Lernrückstände sind mit Lernbrücken, Zusatzstunden oder Nachhilfeprogramm bei G8 nicht zu schließen. Eisenmann und Kretschmann sind abgetaucht und haben keine respektvolle Zusammenarbeit mit den Schulen auf Augenhöhe nicht umgesetzt. Die Politik und KM haben sich in der Schulpolitik nicht ehrlich gemacht und bieten nur Flickenteppiche an. Haben keine tragende Lösung geschaffen wie es weiter gehen kann für Schüler, Schulen ,Schulleitungen, Lehrer und Eltern. Das G9 wäre für BW- Mannheim bei G8 eine angemessene Lösung und würde alle sozialen Schichten mit einbeziehen und es wäre eine langfristige Aufarbeitung möglich. Von den KM bekommt man immer nur Flickenteppiche angeboten und eine andere Forderung findet kein Gehör. Frau Eisenmann hat kein Miteinander angestrebt und jeglichen Austausch mit Füßen getreten. Herr Kretschmann war nach der Wahl kurz auf der Bildfläche und ist von der Bildfläche schnell wieder verschwunden. Keiner sieht die Bedürnisse von den Kindern und Jugendlichen
    und die Kinder brauchen nach der ersten schweren Lebenskrise einen wohlwollende Entwicklungszeit für die Bildung und für die persönlichen Bereich. Ein Umdenken ist nach dieser schweren Zeit gefordert, um dieses Geschehen was die KM und die Politik sich geleistet hat gegenüber den Schulen, Schülern und Eltern. Herrn Ralf Scholl sollte man Gehör schenken denn er hat erkannt was die Kinder und Jugendlichen brauchen!
    https://www.phv-bw.de/zumeldung-des-phv-bw-zur-pressemitteilung-der-initiative-buendnis-g9-jetzt-fuer-ein-corona-aufholjahr-durch-g9-an-den-gymnasien/

  10. Danke für diesen treffenden Artikel. Ich war erst erstaunt, dass man sol viele Adjektive findet. Aber ich bin ein Freund einer festen Meinung und es ist kein wissenschaftlicher Artikel. Jedoch einer mit vielen Fakten. Ich könnt jeden Tag in den Besen beißen, was unsere Volksvertreter, Vorgesetzten und (sehr gut bezahlten) Entscheidungsträger für ihre unterstellten Bereiche tun. Danke, für nichts.
    Seit Angela in der Interviewtalkshow bei Maybritt war, wussten alle nachfolgenden Organe was kommen wird. Heute zum Donnerstagabend haben wir keine genauen Zahlen an unserer Schule (Süßigkeitenzusammenprallspielender Ministerpräsident), wer in die Notbetreuung kommt. Kommen darf, schreibe ich nicht, denn die Regeln sind so weich gespült, das jeder sein Kind schicken kann. Man kann für die 4. Klassen Wechselunterricht durchführen. D.h. für mich max. 12 Personen pro Gruppe. Jedoch hatten wir im 2. Lockdown Gruppen die waren stärker als 12 Schüler. Ergo ist es für mich sicherer Wechselunterricht durchzuführen als Kinder in der „Not“ zu betreuen, bizzar. Dies wird jetzt wieder passieren.
    Fazit: Bis zum heutigen Tag wurden keine wirksamen Richtlinien für Schulen erlassen, um angemessen, klar und schnell mit der Schulschließung agieren zu können und gegenüber den Schülern und Eltern auskunftsbereit zu sein.
    Ich fühle mich wie ein Clown in der Manege…..

    • @Ich will nicht mehr…… nur der Dumme sein

      Ihr Nickname und Ihr letzter Satz „Ich fühle mich wie ein Clown in der Manege…“ und ich hatte folgende Assoziation:

      https://www.youtube.com/watch?v=EJmKfyijbw0

      Ich kam auf Stelzen zu dir,
      Kein Seil war mir jemals zu hoch,
      Keine Fesseln irgendwann mal zu eng, mit dir in meine Zauberwelt zu flieh’n.
      Stets klatschten Menschen Beifall für mich,
      Ich habe dich gezähmt in allen Dingen,
      Doch all dies war nur lächerlich für dich,
      Fast hätt‘ ich mein Gesicht daran verlor’n.
      Die Manege ist leer, das Licht geht aus,
      Die Musik verstummt, die Luft ist raus, ich bin nicht mehr dein Clown.
      Die Manege ist leer, das Licht geht aus,
      Die Musik verstummt, die Luft ist raus, ich bin nicht mehr dein Clown.
      Das Zelt war Schauplatz unseres Glücks, für dich hat es keinen Platz darin gegeben,
      Der Teppich war zu rot für deine Seele, ich war doch nur ’ne Lachnummer für dich.
      Und alles wurde grau in deinem Leben, Harmonie und Liebe Fremdwörter für dich,
      Wolltest einen Käfig um mich bauen,
      Mir die Freiheit meiner Zauberwelt zu nehmen.
      Die Manege ist leer, …
      Der Vorhang ist für immer gefallen, dein Häschen ist zum Tiger geworden,
      Mein Herz kann keinen Salto mehr schlagen,
      Das Trapez ist unerreichbar für mich.
      Die Maske liegt vergraben im Schrank, die Nummer ist zum Klassiker geworden,
      Mein Lachen werd‘ ich trotzdem nicht verlier’n,
      Meine Träume ohne dich realisier’n.
      Die Manege ist leer, …
      https://www.google.com/search?q=die+manege+ist+leer+++song++++text&ie=utf-8&oe=utf-8&client=firefox-b-ab

      Das geht u.a. an Zickzack-Rapunzel und Richter-Matze.
      Auch das NRW Kita-Stamperl hat sich total verdient gemacht, wie viele Erzieher hier berichten.
      Und in den anderen 15 Bundesländern spielt sich ähnlich Tragisches ab – wenigstens darin sind sich alle Schul- und Kultusminister einig, MinisterpräsidentInnen ebenso.

      Ich weiß nicht mehr, wer im Forum das vor ein paar Tagen schon einmal geschrieben hat, aber es ist mein Wort zum Wochenende:
      „Möge euch ‚Verantwortliche‘ und ‚Entscheider‘ der Blitz beim Sch***** treffen.“
      Dieser Satz hat zeitlich unbegrenzte Gültigkeit.
      Kommt von Herzen.
      … ooooch, da nich für, ne? 😉

        • @Andre Hog

          Du Schlingel!

          Btw:
          Ist der Post @ Ich will nicht mehr…… nur der Dumme sein 22. April 2021 um 20:10 von dir oder willst du mir mitteilen, dass du eigentlich Olaf Henning bist?
          😉

    • In der ehemaligen Grundschule meiner Tochter sind im Wechselunterricht weniger Kinder da als in der Notbetreuung. In der Notbetreuung ist die Schule zu 80 Prozent ausgelastet.

  11. Auch dieses Gesetz wird an den desaströsen Umständen nichts ändern, da für die Umsetzung die Länder zuständig sind, die ja bisher schon komplett versagt haben.
    Allerdings hat sich auch die Bundespolitik während der Corona-Zeit nicht mit Ruhm bekleckert – siehe Impfstoff, Testbeschaffung und ähnliches.

  12. Die Bremse Light wurde (fast) zur vollsten Zufriedenheit der Industrie beschlossen. Bänker, Anleger, Lobbyisten und Liebediener der Wirtschaft können aufatmen. Doch die Vollpfostenbrigade aus Politik und den Liebhabern des Geldes, dass sind die, die den Hals nicht voll bekommen, legten bereits Verfassungsbeschwerde ein. 100 für alle Bürger und für Kinder 165 ist noch zu viel.
    Politiker und Konsorten machen Videokonferenzen. Kinder müssen bis dato zum Präsenzunterricht. Eltern, Großeltern und weitere Kontaktpersonen baden den Mist aus, dürfen als Kanonenfutter dienen und zu Fuß über das Minenfeld, bis der Weg frei ist. Es lebe die Durchseuchung auf unsere kosten.

  13. NRW ähnliches Spiel! Herr Stamp hat jetzt eine neue Strategie entwickelt um trotzdem alle Kinder in der Kita willkommen zu heißen.

    Anspruchsberechtigte für die Notbetreuung sind:(ein paar Beispiele)

    – Kinder, für die der Besuch eines Betreuungsangebotes aus Gründen des Kin- derschutzes erforderlich ist.

    – Besondere Härtefälle

    – Kinder aus belasteten Lebenslagen bzw. deren Lebenssituation ggf. mit einem erhöhten Bedarf einhergeht und die einen besonderen individuellen Bedarf haben.

    – Kinder die im letzen Jahr vor der Einschulung

    Die Kitas die altershomogene Gruppen haben, bei den Kinder im ähnlichen Alter eine Gruppe besuchen (z.B. 4-6 Jährige), diese Kitas werden dementsprechend weiterhin volle Gruppen haben. Ich selber arbeite in so einer Gruppe in der fast nur Vorschulkinder sind.

    Als Mutter eines Grundschulkindes macht mich das wütend! In NRW bleiben Grundschulkinder zu Hause und die Vorschulkinder dürfen in die Kita! Ich verstehe die Logik nicht! Somit muss ich wieder zusehen, dass jemand mein Kind zuhause betreut, während ich in der Kita unsere Vorschulkinder und die Kinder der berufstätigen Eltern etc. betreue!

  14. @Gilmore Girl:
    Im Deutschlandfunk hörte ich ein Interview mit einem FDP-Politiker, in dem von ihm erklärt wurde, wie es zu der Zahl 165 kam: Man hat einfach höchst wissenschaftlich (nicht!), den Tagesdurchschnitt aller 16 Bundesländer genommen.
    Immer wenn man denkt, eine größere Farce könne es kaum geben, wird man leider wieder eines Besseren belehrt…!

    • @juulekind:
      Und dann stellt sich laut FAZ noch der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses (!!!) vor den Bundestag und empört sich, dass die 165 noch zu niedrig und schließlich die Lehrerschaft ja „durchgeimpft“ sei. Ich hatte auch schon von der selbst erdachten (da war man kreativ! Krönchen polieren! Schulter klopfen!) 165 gehört und dachte, mir fallen die Ohren ab. Und sowas darf man dann im Radio sagen, ohne verhaftet zun werden. Und vielleicht sollten wir alle zusammenlegen und Frau (Sär-)Gebauer eine Glaskugel schenken. Vielleicht kann sie dann klarer sehen. Mir fällt bald nüscht mehr ein. Und diese „Entscheidungsträger*innen“ kommen mit allem ohne Konsequenzen davon und gehen irgendwann in die freie Wirtschaft – kein Wunder, dass die mehr zählt…denk ich an Deutschland in der Nacht…

    • @Juulekind

      Abitur 2021, Aufgabe für das Fach Mathematik

      „Wie kommt man in der ‚Bundesnotbremse‘ in allen 16 Bundesländern für den Distanzunterricht auf die rätselhafte Inzidenz ‚165‘ ?“

      Rechne frei.
      Rechne ohne Überschlag, denn du musstest dich im letzten Jahr sinnlos und oft genug verbiegen.

      Lösungsschritte:

      a)
      Anzahl der Bundesländer
      Lösung = 16 (steht ja als „gegeben“ im Aufgabentext)

      b)
      16 x „Wie heißt ein erfolgreicher MP im Volksmund“?
      Lösung = Null

      c)
      Wie viele Finger hat die Hand eines Ministers, mit denen sich die Herrschaft von morgens bis abends den Pöppes kratzt?
      Lösung = 5

      d)
      16 und ’ne Null dran und die 5 aussem Sinn oben drauf addiert = 165

      Juuuubääääälllll:
      Auch in diesem zweiten Corona-Zeiten-Abitur konnten wieder viele SuS ein hervorragendes Abitur ablegen.
      Trotz Corona-Bedingungen verdanken wir dieses wiederum unseren umsichtigen …. ääääh, ne, Lügen ist blöd – hier bin ich raus.

  15. Ja, wie treffend. Ja und nach einem Jahr wie immer kurz am Wochenende Notbetreuung organisieren, auch wenn Mal wieder, noch nicht klar ist, wer denn diesmal darf in BW.
    Immer wenn ich denke der Zirkus ist am größten, kommt ne neue Nummer dazu. Aber demnächst heißt es nicht mehr Manege frei, sondern Ende der Vorstellung!

  16. Kann mich nur anschließen! Spitze! Verbreite ich gleich mal wieder im Kollegium. Hab gerade im NDR gehört, dass Hamburger Lehrende des Dienstvergehens bezichtigt werden – von dem unsäglichen Raben. Das Vergehen, durch eine Kommunikationspanne sind Lehrer einer weiterführenden Schule an eine Impfung „gelangt“. Die vom NDR befragte Kollegin meinte: Sie fühlen sich so ausgeliefert. Worin der Unterschied zwischen 4t oder 6t Klässlern bestehe, wenn es darum gehe Abstände einzuhalten – nicht – erschließe sich ihr nicht. Der Wahnsinn mit Methode. Man sollte ihn teeren und federn. Oben ist die Rede von bad karma – Rabe soll bitte als Lehrer einer Stadtteilschule in Hamburg-Wilhelmsburg wiedergeboren werden ohne Fluchtmöglichkeit in die Politik!

  17. Alle brisanten Argumente aus den hiesigen Kommentaren der kritischen Leserschaft schön zusammengefasst und sauber ergänzt.
    Es tut gut, diese Zusammenfassung so zu lesen. Und doch macht es mich immer noch fassungslos und wütend.
    165 = kleinster gemeinsamer Nenner = akzeptierter Durchschnittswert der aktuellen Inzidenzen
    Bämm.

  18. Danke an n4t. Mein Trost in mancher Sorgenzeit. Danke für Ihren sorgsam recherchierten Journalismus. Eine Wohltat. Auch an alle Kommentatoren hier. Bleiben Sie gesund.

  19. Lieber Herr Priboschek,

    Sie schreiben wirklich gute Kommentare.

    Aber dieser hier sticht unter ihren Kommentaren nochmal besonders hervor. Bravo! Eine journalistische Meisterleistung!

    Eine Komplettabrechnung mit der Coronapolitik der Kultusminister.

    Vielen herzlichen Dank dafür.
    Machen Sie weiter so.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin viel Schaffenskraft und Energie. Bleiben Sie gesund! Journalisten wie Sie braucht unser Land.

  20. Uih, gut, ja so war´s. Eine frustrierende, anstrengende, verzweifelte Zeit – ausgelöst durch eine nicht nachvollziehbare, unehrliche und auch unerbittlich herzlose, verantwortungslose Politik!

    Nun haben wir 165. Höchstens. Eigentlich. 165 ist nun der Maximalwert für Präsenz bzw. Teilpräsenz, der Wert, unterhalb diesem die Landespolitiker ihre individuelle Verantwortung selbst unter Beweis stellen können. Für viele Bürger wird er – je nachdem in welchem Bundesland sie leben – tatsächlich eine zumindest etwas hilfreiche Notbremse darstellen, weil manche Landespolitiker diesen Wert sowieso nicht als Maximalwert, sondern als Rechtfertigung für ihr fortgeführtes Nichtstun betrachten. (Wäre der Wert 1000, ginge er für sie genauso!). Je nachdem, in welchem Bundesland man lebt, wird dieser Wert zumindest etwas schützen vor der Willkür, die wir in gut einem Jahr Pandemie durch so manchen Entscheider – so z.B. auch in NRW – bitter erfahren haben. Nun ist in dieser Hinsicht „aus die Maus“. Und das ist gut.

    Meine Theorie für 165: Frau Merkel hat verlangt, dass eine 1 die erste Ziffer des Schwellenwertes für die Schulen und Kitas doch sein muss! Da wie immer keine Einigung auf einen Schwellenwert unter 200 aber über 100 zustande kam, die jeder hätte als Infektionsschutzgesetzanteil abnicken können, wurde beschlossen, das Schicksal irgendwie entscheiden zu lassen. Frau Merkel, klug wie sie ist, kam ein Würfel in den Sinn, da sie wusste, dass er nur die Ziffern 1 bis 6 trägt und sah in ihrem Geiste eine Maximalzahl von 166, besser aber 111. Sie überrumpelte die in der Vergangenheit gerne (mit Zahlen und Fakten) zockenden und vom Wahlkampf abgelenkten und sowieso nie genau auf Details schauenden und von der ganzen Infekionsschutzgesetzänderungskacke zermürbten MP´s mit einer Einladung zum Würfeln als ein für alle faires Vorgehen zur unwiderruflichen für jeden anzunehmenden Schicksalsbestimmung. Eine kurzweilige, geheime Videokonferenz wurde einberufen und es wurde für alle sichtbar zunächst (leider!) eine 5 und dann (leider!) eine 6 gewürfelt. Da die Zahl 156 jeden direkt hätte erahnen lassen, dass die Schulschwelle gewürfelt hätte sein können, wurden einstimmig (jawoll!) und spitzbübisch (hahaha!) die Ziffern verdreht … so entstand die 165 – wie gewohnt ohne jegliche wissenschaftliche Grundlage als Grundlage, aber kleiner als die von Experten kritisierte zu hohe 200. Und so fand diese Zahl ins Infektionsschutzgesetz und musste und konnte von allen endlich und ohne Widerspruch akzeptiert werden. Jegliche wissenschaftliche Expertise hätte keinen Sinn für die Beschlussfähigkeit des Gesetzes gemacht…das wusste Frau Merkel – hundertfach in vorherigen Verhandlungen erlebt – genau. Zwischenzeitlich fragen sich die MP´s wohl auch nicht mehr, wieso die Schwelle nun keine 199 ist. Zumindest die meisten.;-) Tja, wer nicht auf Zack ist, den bestraft das Leben. Wer gerne zockt, den bestraft das Leben in der Regel auch. Und wer den Wald vor lauter Bäumen nicht sieht, sieht ihn eben nicht. –

    Nun, ich kann es mir im Moment nicht gut ausmalen wie es mit 165 wird. Hier in NRW gehe ich davon aus, dass der Wert von 165 auch ausgereizt werden wird. Gut ist, dass der Wechselunterricht bei 100 (anders als angekündigt) noch verpflichtend gemacht wurde. Unter 100 wird man dann dem Virus recht hilflos ausgeliefert sein, da kein Abstand mehr eingehalten werden kann, die Kontakte sich vervielfältigen und/oder durchmischen durch volle Klassen und Kurse. Ein No-Go in meinen Augen. Jetzt war es allerdings auch so, dass trotz Schulschließungen die Inzidenzen sich über längere Zeit irgendwo bei 70 festgesetzt hatten und nicht mehr runtergingen. Da war die britische Mutation noch gar nicht so verbreitet wie jetzt. Vielleicht ist es gar nicht mehr möglich, die Inzidenz unter 100 zu bekommen und man schaut jetzt einfach, dass man schnellstmöglich bis zum Sommer möglichst viele geimpft hat und lässt dann laufen? Alles nur Spekulationen. Dieses Virus geht allerdings nicht mehr weg. Der einzige Weg, damit relativ glimpflich zu leben, wird darin bestehen, sich jährlich durch Impfung vor schweren Verläufen und Mutationen zu schützen.

    Die Notbremse gilt bis kurz vor den Sommerferien. Und ich bin froh, dass u.a. Frau Gebauer und Herr Stamp Grenzen bis dahin aufgezeigt bekommen, denn dieses 2x „ALLES AUF“ obwohl eigentlich noch alles andere schon oder noch zu war- einmal vor den Weihnachtsferien und einmal vor den Osterferien – zu Zeitpunkten, an denen die Coronavirus-Experten und auch die Experten für Intensivmedizin unüberhörbare Notsignale sendeten, hat neben vielen Toten und Kranken Wunden verursacht, die nicht mehr heilen können. Das sind seelische Verletzungen der Bürger, die sich so nicht wiederholen dürfen. Und dank Frau Merkels Eingreifen werden sie es in dieser Form auch nicht. Was bleiben wird, ist die konsequente Haltung, nicht mehr für die Bürger zu tun als man will. Ich erwarte da nichs Gutes mehr in NRW. Was mir aber hilft, ist, dass nun Klarheit besteht…zu wissen, woran man ist, den Corona-GAU zu kennen.

    Klar ist aber auch, dass man mit dieser Notbremse nicht zum Ja-Sager werden kann. Passt es nicht (und ohne Wechselunterricht passt es für mich aus den oben genannten Gründen zu keiner Zeit bei hoher Infektionslage – und 99 ist hoch!), bleibt ein Schulbesuch meines Kindes nicht möglich. Es geht einfach nicht. Auch sonst wird es schwierig, je nachdem, wie voll die Schulen werden. Wenn z.B. die Inzidenz bei 160 liegt, halbe Klassen oder Kurse … und alle immer und stundenlang… es in den Krankenhäusern nicht gut aussieht, Infektionsfälle in der Schule bekannt sind, aber kaum jemand in Quarantäne geschickt wird… auch dann geht es bis zur Impfung (auch meines Kindes) nicht.

    Viel weiter ist man nun nicht wirklich, oder? Nicht bei DIESER Landesregierung! Und auf das Niveau zu sinken, auf hohe Inzidenzen zu hoffen, damit Distanzunterricht stattfinden kann … das kann es echt nicht sein!

    Also bleibt nur weiter „auf Sicht fahren“ (Wo habe ich das nur her?) bis die Lage klarer ist und es passt. Und es bleibt, darauf zu hoffen, gut bis zu den Ferien durchzukommen und dass es im Sommer dann besser sein wird. Wie bitter kann es sein, in NRW zu leben! Ich hätte nie gedacht, dass Kultusminister, Gesundheitsminister, Familienminister, Ministerpräsidenten einmal so belastend werden können! Nie! – Hätten sie wenigstens die Präsenzpflicht als Option zum Schutz der Familien in dieser Pandemie ausgesetzt, wäre es vielleicht auch ihre eigene Rettung gewesen. Soo zählt man nur noch die Tage bis zu den Wahlen.

    • 165 ist einfach viel zu hoch… damit wird einfach nur ein zyklisches on/off generiert, bis alle geimpft sind.
      Die Zeit für die Vollbremsung wäre kurz nach den Herbstferien gewesen (und nicht dieser halbgare Softlockdown), und mit 35 oder drunter hätte man mit Durchtestung / Filtern … et cetera et cetera … es einigermaßen durch den Winter geschafft. Stattdessen sind die Zahlen der Todesopfer explodiert und der Softlockdown von Ende 2020 ist im Grunde immer noch aktuell.
      Im November und Dezember dermassen fahrlässig gehandelt zu haben, kreide ich den Verantwortlichen doppelt und dreifach an.

      165 ist der Spatz in der Hand, der übrig geblieben ist.

  21. Danke für den tollen Beitrag, Sie haben mir aus der Seele geschrieben.

    Mein Vater (78) war gestern beim Arzt, Blutabnahme-Ergebnisse besprechen. Obwohl er nicht wollte, wurde er von seiner Ärztin überrumpelt und mit Astra Zeneca geimpft. Ab Juni? Nope, die impfen jetzt schon alle damit.

    Eine andere Praxis gibt keine Auskunft darüber, welche Impfung meine Schwiegermutter nächste Woche bekommen wird (69 J.) und meinen, dass sie erst an dem Tag wissen, was sie bekommen wird. Da sie 69 ist, ist ja Astra Zeneca klar. Aber ich finde das, was jetzt auch die Hausärzte veranstalten nicht in Ordnung.

    Das hatte zwar nichts mit dem Beitrag jetzt zu tun, aber ich musste auch diesen Aspekt der Pandemie loswerden.

    • Manche wären froh,wenn sie überhaupt geimpft würden!Das Thromboserisiko ist übrigens bei anderen Impfstoffenfast genauso vorhanden.Bei covid19 aber 100x höher.Also einfach mal zufrieden sein!

      • Das wurde einerseits behauptet und andererseits widerlegt. Was auch gar nicht mehr so grossartig in den Medien erscheint, ist die Tatsache, dass es mittlerweile 59 Fälle von Hirnvenenthrombosen gibt (vor kurzem noch 39). Der älteste Betroffene ist 78. Da stellt sich doch die Frage, ob die EMA recht hat und die Thrombosen gar nichts mit Alter oder Geschlecht zu tun haben. Dass AZ in einigen Bundesländern jetzt ab 18 freigegeben ist, scheint mir ein Indiz dafür zu sein, dass auch andere diese Überlegung angestellt haben. Der moralische Druck der derzeit aufgebaut wird, wenn Menschen diesen Impfstoff nicht wollen, ist krass. Und er ist auch überflüssig, denn es gibt ja genug Menschen, die sich damit impfen lassen wollen. Auch das Argument, auf die Älteren sei Rücksicht genommen worden ist nicht unbedingt zutreffend. Ich jedenfalls musste mit Ü60 ungeschützt in den Präsenzunterricht, wie so viele meiner älteren Kolleg/innen auch.

    • Die Hausärzte können definitiv nix dafür. Sie erhalten selbst keine Infos und haben mindestens genau so viel Ärger mit der Politik wie wir.

  22. Es ist so traurig und frustrierend. So langsam ertappe ich mich immer wieder dabei, mich zu fragen, ob es nächstes Schuljahr so weitergeht. Ich habe wirklich große Sorgen vor dem neuen Schuljahr…

  23. Es grenzt schon an ein Wunder, dass 32 Wesen 83.000.000 Menschen seit über einem Jahr physisch und psychisch kaputt machen dürfen.

    Es grenzt an ein weiteres Wunder, dass diese quantitative Überzahl (83.000.000) sich das gefallen lässt.

  24. Vielen Dank, Herr Priboschek. Ein perfektes Resümee des Versagens, das überaus treffend widerspiegelt, was jedem halbwegs klar denkenden am Bildungsbetrieb Beteiligten auf der Seele brennt!
    Was bleibt, ist unbändige Wut und Trauer (und zwar nicht die staatlich verordnete) um die Menschen, die der politischen Unterlassung zum Opfer gefallen sind und noch fallen werden.
    Kann eine Zahl Unwort des Jahres werden?
    Ich nominiere die völlig absurde und menschenverachtende 165.

  25. Dieser Beitrag beschreibt, wieder einmal, genau zutreffend, wie unfaehig die Politiker derzeit sind!

    Es wird ewig diskutiert, ABER nichts unternommen!!!!

    Unsere Kinder,Lehrkraefte, wir alle werden von DENEN zum Kanonenfeuer deklariert.
    „Sch…. drauf, wenn noch mehr verrecken, Hauptsache wir sitzen geschuetzt im Elfenbeinturm und arbeiten per VK“
    Das ist so abartig und diese Herrschaften bekommen ihr Gehalt(in utopischen Umfang) von unseren Steuergeldern????
    Haben sie absolut nicht verdient!!!

    Und dann noch Coronaverherrlicher in Fuehrungspositionen, unglaublich…..

    Derzeit ist der Wahlkampf von Herrn Laschet ja viel WICHTIGER, als die Pandemiebekaempfung, so wie es sich gestaltet.
    Herr Laschet konnte sich bisher noch nicht mal gegen „seine“ KM Gebauer durchsetzen, die an Kristallkugeln glaubt….
    Auweia, da kann einem nur Angst und Bange werden!

    All diese Politiker, die so unfaehig sind, Entscheidungen zum Wohl aller Beteiligten zu treffen oder gar Corona Leugner sind, gehoeren abgesetzt ohne jegliche Weiterzahlung der Bezuege aus unseren Steuergeldern!
    Sie gefaehrden die Gesundheit und das Leben von uns Allen.

    Die „werten“ Damen und Herren der KM MUESSEN ENDLICH!!!! aktiv werden und ALLE! Klassenraeume mit Hochleistungsfilteranlagen und Plexiglaswaende etc. ausstatten, damit nicht noch ein weiteres Schuljahr verschwendet wird.
    Wir sind auch im kommenden Herbst/Winter nicht durch in der Pandemie, so wie es derzeit aussieht.

    Diese Milliarden, die an TUI verschwendet wurden oder ins Ausland gesteckt werden, haetten ERST dafuer verwendet werden duerfen, wenn BEI UNS IM LAND fuer unsere Kinder alles Notwendige beschafft wurde und nicht umgekehrt.

    Unsere Steuergelder sollten fuer unser Land in allen Bereichen vorrangig zur Verfuegung stehen und nicht frei von der Leber weg ueberall verteilt werden.

    Klingt jetzt sehr egoistisch, nur in unserem eigenen Land gibt es dermassen viel Aufholbedarf in Bezug auf Praevention der Pandemie und durch Corona noch mehr Leid und Armut und das Geld wird ueberall investiert, nur nicht dort, wo es in unserem Land dringend gebraucht wird.

    Traurig, einfach nur traurig!

  26. Absolut treffend zusammengefasst.

    In unserem LK in Sachsen-Anhalt treiben Sie es übrigens so weit, dass die Zahlen nur unzureichend ans RKI gemeldet wird. Erst nur über die Wochenenden und Ostern, jetzt jeden Tag. Laut Risklayer und Sozialministerium/ anhand der vom LK auf dessen Homepage gemeldeten Daten beträgt unsere Inzidenz heute 171, laut der ans RKI übertragenen Infektionen beträgt sie nur 89! Unsere Inzidenzliegt seit Wochen zwischen 200 und 165. Schulen müssten schließen, aber so dürfen sogar Öffnungen vollzogen werden. Ich habe schon sämtliche Institutionen angeschrieben, aber da tut sich nichts. Einzig der Leiter des Gesundheitsamtes hat einem Treffen zugestimmt. Jetzt sammle ich Argumente und Fakten, bin aber wenig hoffnungsvoll, dass sich die Lage ändert. Denn das Problem besteht schon länger. In den letzten Wochen ist es jedoch massiv

  27. Zur Inzidenz von 165 ist es auch noch einmal sehr aufschlussreich zu schauen, wie die Inzidenzen bei den jeweiligen Alterstufen aussehen:

    https://semohr.github.io/risikogebiete_deutschland/

    In Mainz liegt die Inzidenz in der Altersstufe 0-14 z.B. bei 390, vor drei Tagen lag sie sogar bei 424 – obgleich die Gesamtinzidenz seit vielen Tagen „nur“ um die 200 schwankt.

    Und dies, obgleich es hier in den offenen Grundschulen bislang kaum zu Selbsttests gekommen ist (und positive Tests nicht mit PCR überprüft werden müssen), weil Hubig ja Tests für Menschen ab 16 Jahren in Großpackungen gekauft hatte. Ja, die Schulen sind sicher, sehr, sehr sicher, superduper sicher. Hubig und Zanger sollten sich dort mit Feldbetten und ihren schicken OP-Masken einquartieren.

  28. In manchen Kreisen in NRW gibt es gerade den Effekt, dass durch Meldeverzögerungen und Nachmeldungen die Inzidenz mal unter und dann wieder über 165 liegt. Bin gespannt, ob sich der Zickzackkurs fortsetzt. So kann man auch verhindern, dass die Inzidenz 3 Tage in Folge über 165 liegt.

    • Das geht doch noch viel einfacher. Gesetz kaum beschlossen, schon beginnt die Trickserei um in NRW-Kommune den Inzidenzwert durch weniger PCR-Tests zu senken

      Gestern: …Solch einen pragmatischen Weg haben die Schul- und Gesundheitsverwaltung jetzt mit Blick auf die Quarantäne-Regelungen beschritten.
      Anstelle der strengen Regelung, dass in den Schulen gleich die ganze Klasse in Quarantäne muss, wird jetzt in jedem Fall geschaut, ob Masken- und Hygiene-Regeln eingehalten wurden, um dann
      *
      —> nur die engsten Schüler-Kontakte in Quarantäne zu schicken. <—
      *
      Es sei ein „Ausprobieren“, gesteht die Gesundheitsamtsleiterin. Aber anders geht es nicht. Und dieses vorsichtige Ausprobieren muss auch in anderen Bereichen Schritt für Schritt erfolgen – Inzidenz und Klinik-Auslastung immer im Blick.

      Von 218 ist man dann heute schon auf 198 ! Dienstag hat man sicherlich bereits die 164,99 hinbekommen.
      Und im Nebensatz wird erwähnt, dass es vier Infizierte mit einer neuen Mutante gibt, wo erst in zwei Wochen die Ergebnisse der Bestimmung der Art möglich sein wird.
      Na dann Glückwunsch fürs Chaos.

      "Aber anders geht es nicht" mach stutzig. Abartiges „Ausprobieren“!

      • Rigeroses durchgreifen = anders gehts nicht!

        Diese Trickserei ist bei uns seit Herbst normal (NRW).
        Nicht testen = keine Fälle.
        Zumal einmal testen ja nicht mal hilft. Man müsste eigentlich zweimal im Abstand von wenigen Tagen testen, um sicher zu gehen.

        Das einzige, was die Situation aktuell ändert, sind sichtbarere Symptome bei den Jüngeren. Deswegen müssen die jetzt (huch) auch getestet werden. Wie dumm.
        Und bei den ganz kleinen ist jetzt Schnupfen nicht mehr nur Erkältung, sondern eben auch ein potentieller CORVID19-Patient.

        Das hat endlich dazu geführt, dieses Märchen der immunen Kinder und Jugendlichen offiziell zu entlarven.

        • Hier in Mainz ist das auch normal. Maske getragen? Na, dann kann sich ja keiner angesteckt haben. Noch nicht einmal Sitznachbarn von Infizierten werden hier in der Regel in Quarantäne geschickt. In der Schule meiner einen Tochter war dies bislang so. Die „Studie“ von Zanger aus RLP kommt auf Grund dieser Praxis zu dem Schluss, dass es nur selten zu Ansteckungen in Schulen käme.

  29. Man fragt sich halt, wenn sich die Kultusminister schon (nur) zu den Anwälten der Kinder und Jugendlichen erklären und die Schulen egal wie immer offen halten wollten, wann und natürlich wer die Ehre erkennt, für die Beschäftigten im Erziehungssektor und Bildungsbereich von 0 bis Ende Berufsschule die Anwaltsrolle zu übernehmen.
    Auch die Bundesnotbremse zeigt, dass aktuell keiner der politischen Entscheider sich um diese Rolle schlägt.

  30. Ja, der Kommentar fasst das Geschehen um den Bildungsbereich während der Pandemie sehr gut zusammen! Danke!

    Ich fordere eine Evaluierung sämtlicher Kultusministerien und nachfolgenden Behörden vor der nächsten anstehenden Wahl im Hinblick auf das politische Handeln und dessen Konsequenzen. Einheitlich und vergleichbar!

    Folgende Inhalte:

    – Maßnahmenkataloge / Konzepte
    – Fürsorgepflicht
    – Schutzmaßnahmen
    – Bildungswert
    – Strukturen
    – Digitalisierung

    Folgende Leitfragen:

    – Was wurde wann unternommen, um die Menschen im Bildungskontext zu schützen?

    – Welche Risikofaktoren wurden bei erteilten Maßnahmen beachtet/nicht beachtet und warum?

    – Wer war namentlich zuständig und verantwortlich für jede einzelne Maßnahme?

    – Passung: In welcher Form und wann wurden die Maßnahmen mit den Menschen vor Ort abgesprochen?

    – Wie wurde der Bildungs- und Erziehungserfolg definiert, wenn Maßnahmen darauf gründeten?

    – Welche wissenschaftlichen Erkenntnisse lagen den Maßnahmen zugrunde?

    – Wie hoch waren die monetären Ausgaben zur Aufrechterhaltung des Bildungssektors im Vergleich zu vor der Pandemie und wann wurden sie von wem in welcher Höhe an wen getätigt?

    – Welche personellen Veränderungen wurden wann angeordnet und umgesetzt?

    – Welche Hilfsangebote gab es wann für die einzelnen Schulen? Wie waren diese administrativ gestaltet und warum? Gab es wissentlich Alternativen, die vernachlässigt wurden? Wenn ja, warum?

    – Welche Fehler wurden wann erkannt und welche bildungspolitischen Konsequenzen wurden daraus gezogen?

    Bitte fangen Sie an, sich Gedanken zu machen über die Dinge, die uns Pädagogen und Eltern vor Ort beschäftigen! Gründen Sie die Wiederwahl Ihrer Partei auf Fakten und gestalten Sie frühzeitig ein Wahlprogramm, die diese aufgreift! Wenn Sie wissen wollen, wie es besser gehen könnte, kommen Sie an die Schulen und reden Sie mit den Menschen vor Ort! Vergessen Sie Ihre Ministerialrät*innen nicht und die Behördenleiter*innen! Bei 40.000 Schulen in unserem Land können Sie sich schon mal auf den Weg machen. Stellen Sie Ihre Maßnahmen öffentlich zur Diskussion und machen Sie Erfahrungen, die Ihre Haltung langfristig prägt! Lassen Sie sich evaluieren!!!

    • @ Susi …… Sehr schöne Idee!!
      Oh weh, und heraus kommt für die KM : …“wir haben es voll verkackt!“
      ….so, und nun nur noch die Pensions- und Ruhestandsbezüge eindampfen wegen „chronischer Arbeitsverweigerung und Realitätsnegierung“ … Zuweisung eines kompetenten Vormunds, der / die dann den weiteren Lebensweg der KM fremdbestimmen kann … eigenverantwortlich kann man die nämlich nicht mehr durch die Gegend laufen lassen … und im Alter sollen sich lebenslang antrainierte Marotten ja noch erheblich verstärken.

  31. Genau meine Meinung!Bitte millionenfach ausdrucken und als Flugblätter über Deutschland regnen lassen!!!!!Damit auch der letzte Depp endlich mal was mitbekommt!!!!

  32. In seinem Résumé stellt Herr Priboschek deutlich und pointiert das eklatante Versagen verschiedener PolitikerInnen an Schlüsselstellen in unserem föderativen Staatswesen heraus.

    Durch Ignorieren der wissenschaftlichen Expertise ihrer Beraterstäbe, halbherziges Handeln bzw. Untätigkeit tragen diese politischen EntscheidungsträgerInnen unbestreitbar wesentliche Mitschuld am Leid und Tod unzähliger Menschen.

    Es ist allerhöchste Zeit gewesen, zu versuchen, dem auch an der Stellschraube „Bildungsbereich/Schulen“ durch Handeln auf Bundesebene (!) ganz energisch Einhalt zu gebieten.
    Das Infektionsgeschehen muss wieder beherrschbarer werden.

    Ob dies aber mit der letztlich, eigentlich, „willkürlichen“ Zahl 165 überhaupt gelingen kann, wage ich jedoch sehr zu bezweifeln.

    Aber besser als Nichtstun auf Bundesebene ist es allemal.

    Der vom Bund erzwungene Kompromiss birgt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Schulen.

    Letztlich kann aber auch dies nur eine kleine, wenn auch wesentliche, Dreingabe sein.

    In der Endphase der (doch noch langen) Durststrecke aus der Pandemie heraus, kommt es nun wirklich wieder vermehrt auf jede Einzelne, jeden Einzelnen an!

    Schlupflöcher zu nutzen, alle Bemühungen aus Egoismus oder Naivität und Dummheit zu unterlaufen, darf es jetzt einfach nicht mehr geben! Es ist 5 nach 12!

    Nur entschlossenes und geschlossenes Handeln, unermüdliches und stoisches Durchhalten führen zum Ziel.

    Denn die Mutanten lauern, wittern schon ihre Chance.

    • „Der vom Bund erzwungene Kompromiss birgt zumindest einen kleinen Hoffnungsschimmer für die Schulen.“

      Sehe ich ähnlich! Aber er ist auch ein Signal an die Länder – unabhängig von seiner Sinnhaftigkeit hinsichtlich der Zahl 165: ‚Passt auf und übertreibt es nicht, es gibt jetzt jemand, der Euch im Auge hat!‘ Das ist, glaube ich, das Wichtige an dem Kompromiss.

      Von der Sache her bin ich eher pro Föderalismus, weil ich denke, dass ein Zentralismus in Deutschland – anders als in Frankreich beispielsweise – zu wenig Gegenwehr erfährt und damit auch zur Gefahr werden kann. Selbstverwaltung mit klaren örtlichen und sachlichen Zuständigkeiten passen da m. E. besser.

      Seitdem ich in der Pädagogik tätig bin hat sich meine Einstellung zum Föderalismus für diesen Bereich geändert. Ständig ist wer damit beschäftigt, neue Konzepte und Ideen zu entwerfen, die in erster Linie nur einem dienen, und zwar dem Status Quo von wenigen Personen (-Gruppen). Das Schlimmste daran ist, dass alles nur hinterm Vorhang kritisch hinterfragt wird und alle mitmachen – mich eingeschlossen. Damit bleiben wirklich gute, praxisnahe Ideen auf der Strecke.

      Wenn nun generell der Kultusbereich an den Bund abgegeben würde, hätte das m. E. folgende Vorteile:

      – Rechte der Schulen könnten einfacher gestärkt werden; damit auch die Verantwortung erhöht, aber die moralische Verantwortung tragen diese sowieso schon

      – Bemühung, einheitliche, vergleichbare Lehr-Lern-Voraussetzungen zu schaffen hätte eine realistische Chance

      – homogenere Verhältnisse sowohl in der Administration als auch im Lehr-Lernkontext

      – Vernetzung funktioniert besser

      – (quantitativer) Abbau von Funktions- und Hierarchiebarrieren

      – einheitliche Professionalisierung der Lehrer*innen

      – einheitliche Personalwirtschaft inkl. Einstellungs- und Vergütungskriterien

      Wenn der Bund seine Macht im Kultusbereich an die bestehenden Vorgaben zur Schulentwicklung sowie die Ressourcen der Dynamik von Digitalisierung und Herausforderungen wie beispielsweise der Corona-Pandemie anpasst, würde sich für die Schulen viel zum Positiven wenden.

      Formal ist allerdings eine Verfassungsänderung notwendig. Das bedeutet auch, dass der Weg dort hin noch sehr weit sein kann …

      • @Susi
        „Wenn nun generell der Kultusbereich an den Bund abgegeben würde, hätte das m. E. folgende Vorteile:“

        … WICHTIGE Ergäzung:
        * Familienfreundlichkeit + ohne schulische Nachteile für SuS,
        wenn durch beruflichen Wechsel eines Elternteils die Familie mit schulpflichtigen Kindern umziehen muss!

      • Liebe Susi, lieber Wunder SAM,

        trotz einiger nicht zu leugnenden Vorteile einer zentralistischen Organisation im schulischen Bereich sehe ich aus eigener Erfahrung wesentlich mehr positive Seiten im Bildungsföderalismus.

        Wie ich generell auch den Föderalismus als solchen sehr positiv bewerte.

        Man müsste nur den schon institutionalisierten sog. „Kooperativen Föderalismus“ in diesem Bereich wirklich mit echtem Leben erfüllen, ihn viel mehr „leben“ und mit echtem Willen zur „verbindenden, gemeinsamen“ (!) Sache weiter ausbauen.

        Nicht nur „pro forma“, und und dann die gemeinsam gefällten Beschlüsse und Absprachen in der Praxis vielerorts nicht einhalten, also de facto unterlaufen.

        So schon erlebt bei der verabredeten Kooperation einiger Bundesländer bei der Abiturprüfung hinsichtlich einiger Aufgabenteile aus gemeinsamen Prüfungsaufgabenpool in der Vergangenheit – bei Pilotprojekt, Probelauf.

        Auch haben wir ja alle in der Pandemie bisher ein negatives „Lehrstück“ über spezifisch systemimmanente Herausforderungen, Schattenseiten, Probleme und auch lauernde Gefahren im bundesstaatlichen Aufbau unseres Staates überdeutlich vor Augen geführt bekommen.

        Im schulischen Bereich sehen und kennen meist nur die echten InsiderInnen die „Potemkinschen Dörfer“, die Vorspiegelungen, das Vorgaukeln der Hygienesicherheit vor dem Virus, die de facto nur Pseudosicherheit ist.

        Hier noch eine „Kröte“, Schattenseite, des Föderalismus für LehrerInnen:

        Negativ für Lehrkräfte, die als verbeamtete Landesbeamte nur in „ihrem“ Bundesland tätig sein können, kann sich der Föderalismus im Bildungsbereich in der jetzigen Form auch auf ihr (Privat)leben auswirken:
        ein Umzug in ein anderes Bundesland (der Liebe und/oder Familiengründung wegen) und Anstellung in vergleichbarem Beamtenverhältnis im anderen Bundesland ist nur (!) nach erfolgreichem (!) Versetzungsgesuch bzw. positivem Bescheid möglich ist.

        Dies galt innerhalb von BaWü vor einigen Jahrzehnten sogar bei Wechselwunsch von einem der drei Oberschulamtsbezirke in einen der beiden anderen bei Umzug aus privaten Gründen.

        Es war vor ca. 30 Jahren eine echte Hürde – und oft Beziehungskiller!!

        Aber vielleicht ist ein Oberschulamtsbezirkswechsel in BaWü inzwischen im „Zeitalter der Europäischen Integration“, in dem Freizügigkeit ein hohes Gut ist, ja leichter geworden??

        Nebenbei bemerkt, schwerfällige Bürokratie wäre in einem Zentralstaat wohl eher noch viel ausgeprägter zu erwarten – eigentlich ein klares Pro-Argument für Föderalismus, oder?

        Die horizontale Mobilität auch innerhalb Deutschlands hat berufsbedingt weiter zugenommen, Kinder und Jugendlichen leiden unbestritten schulisch sehr unter einem Bundeslandwechsel, besonders, wenn er von Norden nach BaWü oder Bayern erfolgt.
        Ich erlebte deutliches Anspruchsgefälle Richtung Norden – leider!
        Diese geplagten SchülerInnen finden jedoch bei Zuzug schulische Unterstützung
        – und auch wohlwollende Nachsicht!

  33. Herr Priboschek, Sie sind ein Klasse-Journalist!
    Ihre Kommentare sind wirklich eine Aufmunterung, während man als Eltern leider das von den Politikern verursachte Chaos in den Schulen über sich ergehen lassen muss.
    Die Bemerkungen über Fr. Gebauer und Herrn Laschet treffen genau ins Schwarze, besser kann man es nicht zusammenfassen.
    Vielen herzlichen Dank für Ihre Arbeit!

  34. @Redaktion:
    Stimmt es wirklich, dass die Inzidenzzahlen (Stadt, Kreis, Land…) mittlerweile RKI und jeweiliges Gesundheitsamt unabhängig voneinander berechnet und herausgegeben werden, so dass sich fast ausschließlich der Wert des RKI niederschlägt und somit niedriger sein könnte als mit allen zusammengerechneten Zahlen? Oder bin ich da (wäre ja super!) einem Irrtum aufgesessen?
    Lienbe Grüße!

  35. Bei uns schafft es Frau Gebauer wieder, die Gefahr weiter zu ignorieren. Die Sonderschulen bleiben hier auf bei einer Inzidenz von fast 300 in der Stadt, weil man ja in dieser Schulform besonders gut Abstand halten kann 🙁 ..bringt die Frau endlich vor Gericht! So nutzt die tollste Notbremse nichts!

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here