Schüler beklagen Alltags-Rassismus, Forscher fordern von Lehrern mehr Sensibilität

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MÜNCHEN. Je dunkler die Hautfarbe, desto höher die Wahrscheinlichkeit, von Alltagsrassismus betroffen zu sein. Eine Münchener Studie zeigt eine erschreckende Tendenz. Wissenschaftler fordern mehr Sensibilität von Lehrern.

Viele Kinder und Jugendliche fühlen sich fremd in Deutschland – das hat Gründe. Foto: Shutterstock

Fast zwei von fünf Kindern und Jugendlichen in Deutschland (39 %) haben einen
Migrationshintergrund, 70 % von ihnen haben einen deutschen Pass. Doch nur 37 % von ihnen würden sich selbst auch als „Deutsche“ bezeichnen.

Tatsächlich wird es Heranwachsenden mit Zuwanderungsgeschichte offenbar nicht leicht gemacht, sich als Deutsche zu fühlen. Sieben von zehn Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 19 Jahren mit Zuwanderungsgeschichte erfahren Alltagsrassismus, ergab eine Studie des Münchener Internationalen Zentralinstituts für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI). Tendenz: Je dunkler die Hautfarbe, desto höher die Wahrscheinlichkeit, von Alltagsrassismus betroffen zu sein. Fast alle der befragten 6- bis 19-Jährigen mit dunklerer und dunkler Hautfarbe sind mit Formen von Alltagsrassismus konfrontiert.

Für ihre Studie befragten die IZI-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund 1500 Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 19 Jahren zu ihren Erfahrungen mit Alltagsrassismus, darunter knapp 500 mit Migrationshintergrund. Um die Zusammenhänge noch tiefer gehend zu verstehen, wurden 22 Einzelfallstudien durchgeführt, in denen Kinder zwischen acht und 12 Jahren von ihren Erfahrungen und ihrem Erleben von Alltagsrassismus erzählten.

Angesichts ihrer Ergebnisse sei dringend mehr Schulung und Sensibilität von Lehrkräften, aber auch von Schülerinnen und Schülern gefragt, so die Wissenschaftler. Dies zeige sich schon an den ganz konkreten Formen von Alltagsrassismus, die sie aus den Einzelgesprächen und der Befragung ermittelten.

„Wo kommst du wirklich her?“

Als häufigste Form von Alltagsrassismus begegnete den Forscherinnen und Forschern die scheinbar ganz harmlose Frage „Wo kommst du wirklich her?“, die oftmals aus Neugier oder beim Small Talk gestellt werde. So harmlos die Frage auch gemeint sein mag, beinhalte sie unterschwellig doch: „Du bist anders“ und „Du kannst nicht von hier kommen“. Durch diese „Mikroaggressionen“ würden Kinder und Erwachsene immer wieder, auch unbewusst ausgegrenzt. Mehr als sieben von zehn Heranwachsenden mit dunkler Hautfarbe bekämen diese Frage immer wieder gestellt, wobei Antworten wie „Aus Bayern“ oder „Aus Berlin“ nicht akzeptiert würden. Neun von zehn Kindern und Jugendlichen mit dunkler Hautfarbe gaben an, auch ähnliche Fragen, wie die, ob sie schon immer in Deutschland lebten oder wo sie wirklich herkämen, als sehr negativ und ausgrenzend.

Acht von zehn Heranwachsenden mit dunkler Hautfarbe empfänden auch die Aussage „Du kannst aber gut Deutsch sprechen!“ als negativ. Insbesondere diejenigen, die in Deutschland geboren und aufgewachsen sind. Wenn Deutsch ihre Muttersprache ist, empfanden sie diese unreflektierte Aussage besonders von Lehrkräften als verletzend. Im Unterschied dazu empfanden sieben von zehn weißen Kindern und Jugendlichen mit Zuwanderungsgeschichte eine solche Aussage als Kompliment.

Die Aussage „Du bist hässlich!“ wird wohl niemand als Kompliment werten können. Fast sieben von zehn Kindern mit dunklerer Hautfarbe (67 %) berichteten, dass ihnen schon einmal gesagt, worden sei, dass sie hässlich seien, meist aufgrund ihrer Hautfarbe und ihrer Haare. Von den Kindern ohne Zuwanderungsgeschichte erfuhren solche Abwertungen, „nur“ 23 % der Befragten.

Jungen mit Zuwanderungsgeschichte sind von Alltagsrassismus etwas häufiger betroffen als Mädchen

„Du gehörst nicht zu Deutschland. Geh zurück in dein Land. Geh sterben“: Die häufigste Form von Beschimpfung stellten, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Äußerungen dar, dass die Kinder und Jugendlichen in das Land zurückgehen sollten, aus dem sie gekommen seien. Der heute neunjährige Aabid aus Syrien etwa, beschrieb, schon als er in der ersten Klasse war, von einem älteren Schüler mit dieser Aussage konfrontiert worden zu sein. Die zweithäufigste Form hätten Beleidigungen in Bezug auf eine türkische Zuwanderungsgeschichte dargestellt, gefolgt von allgemeinen Beschimpfungen als „Ausländer“.

Die meisten Beschimpfungen, denen Jugendliche ausgesetzt waren, kamen aus dem direkten alltäglichen Umfeld. Sieben von zehn Beschimpfungen gingen von Mitschülerinnen und Mitschülern aus. Bei Lehrkräften kämen dagegen meist subtilere Formen von Alltagsrassismus vor, was von den Jugendlichen noch einmal mehr als verletzende Abwertung empfunden werde.

Jungen mit Zuwanderungsgeschichte sind von Alltagsrassismus etwas häufiger
betroffen als Mädchen. Körperliche Angriffe erleben Jungen mit Zuwanderungsgeschichte fast doppelt so häufig wie Mädchen. Auch Beschimpfungen, Witze oder Vorurteile aufgrund ihrer Herkunft erlebten Jungen häufiger. Mädchen würden hingegen öfter als Jungen gefragt, ob ihre Haare angefasst werden dürften, was ausnahmslos alle Befragten mit dunkler Hautfarbe als unangenehm empfanden.

Insgesamt werde anhand der Studie deutlich, wie sehr Heranwachsende tatsächlich von Alltagsrassismus betroffen sind – als Täterinnen und Täter sowie als Opfer. Um der real existierenden Vielfalt in Deutschland gerecht zu werden, brauche es daher dringend fundierte Schulungen von Lehrkräften und pädagogische Einheiten im Kontext von Schule und Freizeit, schließt Studienleiterin Maya Götz.

Zur Studie: „Wenn Du mich noch einmal ‚braune Schokolade‘ nennst!“ Erleben von Alltagsrassismus bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland

„Schulbücher verbreiten nach wie vor Klischees über jüdisches Leben“: Zentralrat-Geschäftsführer Botmann im Interview

 

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69 KOMMENTARE

  1. Ich glaube nicht, dass sich nur 37% der Passdeutschen auch als Deutsche bezeichnen, weil sie andauerndem Rassismus oder dem, was heutzutage alles darunter läuft, ausgesetzt sind. Vielmehr ist es die deutlich andere Sozialisation und Erziehung, selbst dann, wenn die Sozialisation mit der deutschen Sozialisation kompatibel ist. Ich kann es sogar nachvollziehen, wenn „harte“ Araber mit den „weichen“ oder „verweichlichten“ Deutschen nichts zu tun haben oder identifiziert werden wollen. Der Pass und die Sozialleistungen sind aber gerne genommen.

    Ganz abgesehen davon müsste man auch mal erheben, wieviele der Deutschen ohne Migrationshintergrund sich auch als deutsch bezeichnen. Wer das zu deutlich macht, sieht sich schnell einem Nationalismus- und damit Rechtsextremistenvorwurf ausgesetzt.

    • Es ist wie immer. Sobald es um Dikrimierung in Deutschland geht kommt Georg das deutsche Opfer, relativiert und heult rum. Das finde ich unerträglich. Aber anscheinend kann er nicht anders.

  2. Das ist halt die „eklige weiße Mehrheitsgesellschaft“, die sich da austobt, eine Formulierung, die wir der Vorsitzenden der grünen Jugend (Frau Heinrich) verdanken. Die ändert sich nicht von heute auf morgen und auch nicht „auf Befehl von Politikerinnen“. Fragt sich nur, wie freundlich man in Afrika mit Minderheiten oder den „Ungläubigen“ umgeht, z.B. mit den Kopten in Ägypten.
    Was diese Komplimente angeht, die als Beleidigungen aufgefasst werden: Wenn einem Deutschen in USA gesagt wird, er spreche aber gut Englisch, dann wird der nie beleidigt sein, denke ich. Ich finde sowas nicht ausgrenzend, im Gegenteil. Noch besser wäre das Analoge in Frankreich, aber das ist viel schwerer zu erreichen.

  3. Klar, sofort ploppen hier wieder die beiden AfD-Versteher Georg und Carsten60 auf – es geht wieder gegen Migranten!

    Und natürlich werden Stereotype rausgehauen, bis die Schwarte kracht: der „harte Araber“, der es natürlich nur auf die deutschen Sozialleistungen abgesehen hat, und der arme deutsche Nationalist, der nicht mal mehr Nazi sein darf. Armes Deutschland.

    Carsten aus 1960 hat das Problem überhaupt nicht verstanden: Menschen mit Migrationshintergrund sind eben nicht zwingend Ausländer, auch wenn das in Ihrer Weltsicht noch nicht angekommen ist.

    Krass, wie deutlich mit zwei Posts hier en passant der Beitrag oben bestätigt wird.

    • Danke, dass Sie mit Ihrem Kommentar meinen letzten Absatz 1:1 bestätigen. Erinnern Sie sich an den Spruch „Özil ist kein richtiger Türke“ als Mezut Özil die Türkei für die EM-Quaifikation 2012 mit seinem Tor rauswarf? Oder wissen Sie, dass eine Strafe zur Bewährung für die zugewanderten Araber wie ein Freispruch aufgefasst wird?

      Übrigens bin ich selbst Ausländer, bezeichne mich selbst nicht als deutsch und würde die deutsche Staatsbürgerschaft ohne trifftigen Grund nicht annehmen. Ich würde sie als in Deutschland geborener und aufgewachsener EU-Ausländer problemlos bekommen, verzichte aber darauf, weil mir das Wahlrecht als Grund nicht ausreicht.

      • Es geht in dem Beitrag gar nicht um Ausländer (noch immer nicht verstanden) – und es spielt auch gar keine Rolle, was Sie sind.

        • Formal geht es um Passdeutsche, da haben Sie recht. Wenn ich die deutsche Staatsbürgerschaft annehmen würde, wäre ich auch so einer. Als deutsch würde ich mich deshalb noch lange nicht bezeichnen.

    • Ich hatte nur von Frau Heinrich gesprochen, der neuen Ikone der Grünen. Sie wollte doch mal mit 14 „alle weißen Menschen aus Afrika rauskehren“. Was wäre wohl, wenn der Vorsitzende der Jungen Union oder einer anderen Partei im gleichen Alter verkündet hätte, er wolle „alle schwarzen Menschen aus Deutschland rauskehren“? Wäre das dann Rassismus? Müsste der dann zurücktreten? Aber Frau Heinrich nicht?

      • Auf Blöd Zeitungs Niveau diskutieren könnt ihr gut Carsten und Georg. Das ist wirklich widerlich, was ihr hier jedes Mal absondert, wenn’s um solche Themen geht.

        • Beantworten Sie lieber meine Frage von 15:36.
          Manche Leute müssen wohl erst noch lernen, dass man in jedem Satz, der „weiß“ und/oder „schwarz“ in Bezug auf Menschen enthält, diese beiden Adjektive auch vertauschen kann. Der dann entstehende Satz sollte auch noch Sinn machen und nach denselben Maßstäben beurteilt werden. Die Frau Heinrich scheint da etwas die Orientierung verloren zu haben.

          • Ich beantworte deine Frage überhaupt nicht. Deine braune Hetzjagd auf eine junge Politikerin kannst du alleine mit deinen Freunden von Blöd und der blauen Partei machen. Das ist so erbärmlich, dass ihr einen echt nur leid tun könnt.

          • Es geht um Rassismus und um rassistische Alltagserfahrungen. Sarah Lee Heinrich ist ein aktuelles prominentes Beispiel einer jungen Dame, die einerseits zur möglicherweise rassistisch beleidigten Gruppe gehört, andererseits aber selbst gut austeilt. Ihre Parteizugehörigkeit spielt erst einmal keine Rolle. Den Tonfall einiger der hier Kommentierenden finde ich, wenngleich von der Meinungsfreiheit gedeckt, bedenklich. Inhaltlich leisten sie keinen nennenswerten Beitrag zu dem Artikel.

          • Die NZZ als seriöse Zeitung hier anführen? Was kommt als nächstes? Compact oder Junge Freiheit? Kommentier doch da, passt du besser hin Carsten.

  4. Der sonst ja immer gerne gesuchte internationale Vergleich wird bei dem Thema ja gerne außen vor gelassen, daher mal mit Scheuklappen nach innen gefragt:

    Unterhalten sich auf dem Schulhof einer deutschen Schule beispielsweise ein paar Schüler auf türkisch und andere Schüler können dem Gespräch demnach nicht folgen und fühlen sich dadurch ‚ausgegrenzt‘, wie bewerten die Elfenbeinturmhelden das dann?

    • Wer sich ausgegrenzt fühlt, weil jemand sich in Deutschland auf seiner Muttersprache unterhält, der sollte Mal zum Arzt gehen.

      • Sie schicken also Kinder zum Arzt, die sich aufgrund von Sprache ausgegrenzt fühlen? Interessant!

        Also… wenn der Flüchtlingsjunge nicht ein Wort deutsch versteht und sich dadurch isoliert und wohlmöglich ausgegrenzt fühlt, soll er zum Arzt?

        In Deutschland welcher Zeit leben Sie denn?

        • Klar jetzt wieder alles verdrehen und hier rumopfern. Ich diskutiere nicht mehr mit Euch. Ihr wollt sowieso nur provozieren mit Eurem braunen Gelaber. Der Hass wird euch von innen zerfressen. Viel Spaß dabei.

          • Was Sie machen, ist ja ohnehin kein Diskutieren, sondern nur ein Versuch, hier die „richtige“ politische Ausrichtung klarzustellen.

      • Auch wenn gerade deutsch die Sprache ist? Ein Schüler hatte mal Stress mit Mitschülern, weil er in der Klassengruppe auf WhatsApp mal deutsch statt ich glaube türkisch lesen wollte.

  5. Mich würde interessieren, wie viele der Vorfälle bewusste und wie viele unbewusste Diskriminierung sind.
    Ich denke, dass es allmählich ein Umdenken gibt, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht gefragt werden, woher sie kommen. Dabei ist es oft, wie im Artikel gesagt, Interesse und wird nicht als diskriminierend gemeint, aber von der/dem Befragten so empfunden. Genau das muss man verstehen und lernen, um diese Fragen zu unterlassen, sodass unbewusste Diskriminierung vermieden wird.

    Andererseits frage ich mich, wie viele Bemerkungen Erfahrungen der Diskriminierung auch andere Personen machen und es bemerken. Da ist man auch innerhalb von Deutschland über mehrere Generationen „der Zugereiste“ oder bringt ein anderes Merkmal mit, das zur Ausgrenzung dient.

    Und um die Aufgabe nicht allein in Schulen zu stecken:
    Wie wäre es, wenn es für Medien eine ähnliche Forderung gäbe und auch dort Schulung absolviert werden sollten, die dazu führen, dass in der medialen Kommunikation wie in Sendeformaten kein Alltagsrassismus gezeigt wird – und auch keine Diskriminierung auf Grund anderer Merkmale?

      • Ja, oder beeinträchtigt, lernschwach, falsche Kleidung, an der Armutsgrenze lebend … oder eine Kombination der Merkmale …
        oder zu vorschnell in Attribuierungen, zu undifferenziert in der Wahrnehmung, zu wenig empathisch
        oder bewusst diffamierend und diskreditierend.

        Da muss sich jedeR Einzelne und die Gesellschaft insgesamt überlegen, wie sie dem entgegentreten kann.

  6. Oben steht: „70 % haben einen deutschen Pass, aber nur 37 % fühlen sich als Deutsche“.
    Ist es da nicht doch unehrlich, pauschal in allen Statistiken und Zeitungsmeldungen alle eingebürgerten Zuwanderer als „Deutsche“ zu bezeichnen? Ruft Erdogan nicht seine Anhänger immer auf, sich als Türken und eben nicht als Deutsche zu fühlen? Und ist das nicht eine Art von „Selbstausgrenzung“?
    Und was ist eigentlich mit der „rassistischen Feindschaft“ der einen Zuwanderer gegen die anderen? Türken und Araber sind sich nicht besonders freundlich gesonnen, und die Sinti & Roma sind in der Türkei keineswegs besser angesehen als in Deutschland, folglich sind sie in der Hackordnung in Schulklassen auch dann ganz unten, wenn gar keinen „Biodeutschen“ mehr dabei sind. Was halten die Türken eigentlich von den Schwarz-Afrikanern? Das ist der blinde Fleck im obigen Artikel. Nicht alles, was irgendwie schlecht ist, ist auch auf die „Biodeutschen“ zurückzuführen. So manche Brutalität ist zugewandert. Letztlich ist das auch nicht unnatürlich, aber um etwas dagegen zu unternehmen, muss man es wenigstens benennen.

    • An Ihrer Schule scheint es besonders wichtig zu sein, dass man sich gemeinsam mit den Themen auseinandersetzt.
      Sie schreiben immer wieder von Vorfällen und zeichnen sowohl zur Inklusion als auch zum Zusammenleben ein erbärmliches Bild, dem offenbar bisher nicht genug entgegengesetzt wird.
      Oft fordern Sie selbst, dass es segregierende Maßnahmen geben sollte und mehrfach habe ich Sie schon gefragt, wie viele Einzelschulformen bis hin zum Individualunterricht Sie denn wünschen.
      Anscheinend ist nicht klar, dass Segregation nicht die Lösung sein wird, wenn man als Gesellschaft zusammenleben will und wenn das Verständnis und die Akzeptanz anderer so wenig Raum erhält.

      • Das klingt konfus. Ich hatte nur darauf hingewiesen, dass nicht jeder Rassismus gegen Schwarze oder Sinti & Roma von Deutschen ausgeht, sondern eben auch von Türken und anderen. Lesen Sie mal nach, welche Feindschaft es inzwischen in der Türkei gegen Zuwanderer aus Syrien gibt Mit Einzelschulformen hat das überhaupt nichts zu tun. Gibt es nicht unter Schülern oft eine „Hackordnung“, die in der theoretischen Pädagogik meist ignoriert oder schöngeredet wird? Wer am Ende dieser Hackordnung steht, hat es immer schlecht. Aber solche Rangordnungskämpfe sind nicht nur „rassistisch“. Es ist oft einfach die Herrschaft der körperlich Stärkeren. Zurück zum Faustrecht des Stärkeren.

        • Konfus?
          Ja.
          Sie hatten „nur“ darauf hingewiesen…
          Nein!
          Sie schreiben hier viel und es geht gerne um Ausgrenzung und Herabsetzung.

          „Gibt es nicht unter Schülern oft eine „Hackordnung““
          „Es ist oft einfach die Herrschaft der körperlich Stärkeren. Zurück zum Faustrecht des Stärkeren. “
          Ist das so an Ihrer Schule?
          Sie schreiben nicht zum ersten Mal davon.
          Wenn Sie das erkannt haben, was setzen Sie als Lehrkräft entgegen?
          Wie nutzen Sie Ihre Kenntnisse in Pädagogik und Psychologie, um Ihren Auftrag zu Erziehung und Bildung nachzukommen und an der Sozialisation der Schüler:innen teilzuhaben?

          • Gegenfrage: Sie haben also von einer Hackordnung nie etwas wahrgenommen?
            Siehe das Buch „Lehrer über dem Limit“ von Ingrid Freimuth, einer langgedienten Lehrerin auch an Hauptschulen. Da ist viel die Rede von diesen Rangordnungskämpfen und der daraus resultierenden Hackordnung. Nur rot-rot-grüne Schulpolitiker und der Tross der angeschlossenen pädagogischen Theoretiker wissen davon nichts.
            Kleines Zitat aus dem Buch von Seite 47:
            „Nachdem sie einige Wochen den angstfreien Einflüssen des deutschen Schulsystems und seiner konsequenzenlosen Pädagogik ausgesetzt waren und täglich im Pausenhof erlebten, was andere alles aushecken konnten, ohne je bestraft zu werden, verloren sie den Respekt vor den Lehrern und begannen aggressive Randordnungskämpfe untereinander und teilweise auch mit Lehrern.“
            Wie man das Problem löst, weiß ich nicht. Man redet nicht einmal davon, sondern tut so, als wollten die SuS ganz lieb nur möglichst viel voneinander lernen.
            Und wurde nicht auch hier bei news4teachers gelegentlich über Messerstecher an Schulen berichtet? Da muss es eine erhebliche Dunkelziffer von bloßen Drohungen mit Messern geben. Lehrer bekommen das vermutlich kaum je mit, es findet in ihrer Abwesenheit statt, und dann gibt’s ja das Petzverbot.

          • Danke @carsten60
            In der Grundschule, an der Polin tätig ist, scheint sich das mit der Hackordnung und dem Petzverbot nicht so zu zeigen.

            Es ist aber immer wieder bezeichnend, wenn die Politiker und Bildungstheoretiker von einer wahnsinnig lieben und lernwilligen Schülerschaft ausgehen, sie aber im Bedarfsfall bildungsfernen, herausfordernd oder heterogen nennt, wenn die heile Welt mal doch ein paar Dellen bekommt. Bei deren eigenen Kindern wird das vermutlich auch noch halbwegs so gewesen sein, weil die erstens überwiegend Gymnasien besucht haben und zweitens selbige schon längst wieder verlassen haben. Bei den Enkeln ist das möglicherweise anders, weil sich die gymnasiale Klientel verändert hat.

          • Jetzt zitieren Sie aus Büchern, verweisen aber selbst auf theoretische Kenntnisse, und wir wissen noch immer nicht, was Sie an Ihrer Schule unternehmen, an der die Hackordnung so deutlich zu Tage tritt.
            Sie nehmen das von Ihnen zitierte Buch als Vorbild, schauen weg und installieren ein „Petzverbot“?

          • @ Palim: Sie sagen doch auch nicht, was Sie konkret machen, sondern Sie formulieren die üblichen Postulate wie die GEW, ohne zu sagen, wie da konkret geht. Glauben Sie an das, was im GEW-Blättchen steht? Natürlich ist das an einer Hauptschule anders als an einer 4-jährigen Grundschule. Mit beiden war ich nie konkret konfrontiert, aber ich darf doch bitte zur Kenntnis nehmen, was andere so schreiben. Das „Petzverbot“ ist so alt wie die Schule selbst und wurde niemals „installiert“, ebenso der Strebervorwurf. Sie kritisieren in einem gewissen Grundsatz, was ich schreibe, aber bei Ihnen habe ich umgekehrt den Eindruck von „Eiapopeia, wie schön könnte doch alles sein, wenn es nur mehr Ressourcen gäbe“. Mehr Geld für das Bildungswesen könnte auch zu einem großen Teil in der Bürokratie versickern und für Theoretiker ausgegeben werden, die alles besser wissen. Berlin gibt schon sehr viel Geld für Schule aus, aber dadurch bessert sich nichts. Ich behaupte nicht, dass ich Patentrezepte habe, aber andere tun es.
            „… wenn man in einer Gesellschaft zusammen leben will …“, schreiben Sie oben 17.10. um 11:23. Wir können uns die Gesellschaft aber nicht aussuchen, jeder ist auf vielfache Art eingebunden. Diese Veränderungs-Illusionen teile ich jedenfalls nicht. Sie waren zur Zeit der 1968er Studentenbewegung ungeheuer verbreitet, man wollte schon den Sozialismus im Bildungswesen einführen, alle schwärmten von der Gesamtschule, aber meist kam es anders als gewünscht. Wer ist denn verantwortlich für die angebliche „Spaltung der Gesellschaft“ heute? Sind das nicht Mechanismen, die wir gar nicht wirksam beeinflussen können? Mit Politphrasen und mit Wunschdenken kann jedenfalls nichts erreicht werden.

          • „ Natürlich ist das an einer Hauptschule anders als an einer 4-jährigen Grundschule.“
            Ach so?

            „Mit beiden war ich nie konkret konfrontiert, …“
            Wenn Sie nicht in der Schule arbeiten, dann müssen Sie sich ja auch nicht selbst eingehend oder in der Praxis mit der Erziehung von Kindern und Jugendlichen beschäftigen und können weiter zitieren, was andere in Büchern schreiben oder was sie vom Hörensagen über Schulen im Brennpunkt meinen zu wissen.

            Ich bleibe bei dem, was ich täglich vor Augen habe, und weiß, dass man durchaus etwas verändern kann, und muss mich nicht der Vorstellung hingeben, das Recht des Stärkeren sei eine gesellschaftliche Basis in unserem Land.

          • @ Palim: Das klingt aber reichlich vage und nach Wunschdenken. Was machen Sie konkret gegen Gewalt an Schulen? Sie wissen, was man verändern kann? Aber ändert es sich auch wirklich, oder bleibt es bei den Wünschen und Ankündigungen? Ich bin keineswegs für das Recht des Stärkeren, aber erzählen Sie das mal den Banden der organisierten Kriminalität, z.B. in kriminellen Clans, und erzählen Sie das mal den „bildungsfernen Schichten“. Überall kann man doch sehen, dass die Unverschämtheit siegt. Der Rechtsstaat weicht zurück. Überlastete Gerichte führen zur Einstellung von Verfahren. Ein schlechtes Vorbild für SuS, weil die den Eindruck bekommen, sich alles erlauben zu können. Siehe das Zitat, das ich oben zitiert hatte. Das kommt aus der Praxis (!), von einer langgedienten Lehrerin. Und die spricht in ihrem Buch Klartext auch über Lehrerinnen, die bedroht wurden, Sie schwurbeln nur herum mit der — glaube ich — Phraseologie der GEW.
            Glauben Sie eigentlich ernsthaft, das Petzverbot sei von irgendjemandem „installiert“ worden?

          • „und erzählen Sie das mal den „bildungsfernen Schichten““

            Das Berufsbild nennt sich „Lehrkraft“.

            Und was machen Sie?

  7. Es gibt sicher diesen beschriebenen Alltagsrassismus, der in der Schule selbstredend Thema sein muss. Die Klassen sind mittlerweile so durchmischt, dass eine Sensibilisierung der Lehrer längst erfolgt ist, man muss da nicht schon wieder von „Nachhilfe“ sprechen. Es gibt mit Sicherheit noch vereinzelt Dummköpfe, die Rassismus in sich haben, das Elternhaus trägt da nicht unerheblich dazu bei. Aber in der Schule wird da erfahrungsgemäß vehement gegengesteuert mit variantenreichen Maßnahmen. Sehr oft wird aber auch vergessen, dass der Rassismus keine Einbahnstraße ist und gerade durch die kulturelle Durchmischung ist es unerlässlich, in alle Richtungen zu schauen. Der Bericht hat durchaus seine Berechtigung, aber auch er zeigt auf, dass heutzutage sehr schnell das Wort „Rassismus“ in den Mund genommen wird, wo faktisch keiner ist. Demzufolge muss man offenbar schon eine neue Sprachordnung aufstellen die festlegt, was man zu Einwanderern sagen darf und was nicht. Das ist doch lächerlich und kann im Einzelfall wohl besser durch die Betroffenen gelöst werden. Kommunikation leidet halt zuweilen auch unter Missverständnissen, man muss nicht alles gleich überbewerten, es ist eine Sache der Verständigung.
    Ich warte nun schon auf die alles zerfetzenden Reaktionen von Bernd und HerrWirf….. zu Meinungen, die sie in obligatorischer Weise aggressivst und beleidigend niederknüppeln müssen, wobei mich immer wundert, dass es meist eine destruktive Kritik ist ohne überzeugende und vernünftige Gegenargumentation bzw. beweisträchtige Widerlegung. Verlangt man (wie Georg oder Carsten60) eine schlüssige Erklärung, dann kommt nichts. Das macht diese Plattform leider etwas unangenehm.

      • Danke Alla, das musste ich einfach mal loswerden. Ich hasse diese Beschimpfungen, da damit jeder vernünftige Austausch unmöglich gemacht wird.

    • @Teacher Andi
      Danke.
      Ich hatte ganz ähnliche Gedanken.
      Dann habe ich mich mit einem durchaus themenbezogenen Kommentar aber zurückgehalten, weil „Die 3 !!!“ sich schon wieder gefetzt haben wie die Kesselflicker und kurz darauf die üblichen Zaungäste dazustießen.
      Irgendwie „vergurkt“ das bei gewissen Themen die Kommentarspalte mit unschöner Regelmäßigkeit.
      Sehr schade.

    • Danke, Sie schreiben mir mit ihrem Kommentar aus der Seele. Ich habe die große Sorge, dass das Sprichwort „get woke, go broke“ irgendwann in einem großen Knall bewahrheitet, woran ich kein Interesse habe. Ich lebe gerne in dem Land, in dem ich aufgewachsen bin, auf einen Überwachungsstaat wie in der DDR in Kombination mit Muezzin-Rufen habe ich keine Lust.

  8. Oje, wie soll der Rassismus an Schulen bekämpft werden, wenn ein Lehrer*innenforum solche Meinungen widerspiegelt? Hier ein paar Antworten : Verstehen Sie nicht den Unterschied zwischen Weiße aus Afrika rausschmeißen und Schwarze aus Deutschland rausschmeißen? Der Unterschied liegt in dem (Kolonial) – Erbe. Die Weißen haben die Afrikaner unterdrückt, oder nicht? Und tun es auch heute noch. Die Schwarzen unterdrücken und diskriminieren uns aber nicht, so einfach ist das. Außerdem geht es hier ja um eine symbolische Aussage. Und wenn ich in die USA reise und mir jemand sagt, ich könne aber gut englisch sprechen, ist das ein Kompliment, richtig. Aber nicht, wenn ich schon immer dort gelebt habe, denn dann suggeriert mir diese Aussage, man könne von Leuten wie mir da sonst eigentlich nichts erwarten. Ist das so schwer?

    • Ja Indra, ich bin auch immer sehr geschockt wenn ich das lese. Das verstehen die Herren Carsten und Georg und wie sie sich sonst so nennen einfach nicht. Dazu scheint es intellektuell nicht zu reichen in ihren beschränkten Köpfen. Das lassen sie sich aber nicht gerne sagen und werden sofort wieder rumopfern und alles falsch verstehen. Ich hoffe inständig, dass niemand von denen Lehrer ist.

      • Schon wieder Beschimpfungen? Zu mehr reicht es wohl nicht? Meinen Sie, dass ein guter Lehrer alles derart pauschalisiert und verurteilt, nicht richtig interpretiert und zuhört? Keine anderen Meinungen zulässt bzw. diese nicht objektiv und unaufgeregt widerlegen kann? Na ich weiß nicht ……….

      • Ich glaube, Teacher Andi am 18.10. um 13:26 ist einfach nicht verstanden worden. Am besten nochmal lesen, dann nachdenken und danach erst kommentieren.

      • „Die Weißen haben die Afrikaner unterdrückt“
        Ja, die Kolonialzeit vor mehr als 100 Jahren war kein Ruhmesblatt, die Menschenrechte waren noch gar nicht formuliert, man herrschte „nach Gutsherrnart“. Aber heute unterdrückt niemand andere in Afrika? Es gibt keine brutalen und korrupten Diktatoren, die ihr Land ausplündern? Was war mit Herrn Mugabe? Mit Herrn Gaddafi und seinen Auslands-Milliarden? Wie ist das derzeit in Mali? Gibt es nicht eine Militärdiktatur in Ägypten?
        Gerade heute wird gemeldet, dass Amnesty International alle Büros in Hongkong schließt, weil man nicht mehr arbeiten kann. Zur Zeit der britischen Kolonialherrschaft konnte man sehr wohl arbeiten. Das Ende der Kolonialherrschaft hat nicht überall mehr Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gebracht, sondern mehr Willkürjustiz, Korruption, Geheimpolizei, Folter, streitende Milizen verschiedener Bevölkerungsteile usw.

          • Jetzt wollen Sie auch noch den Kolonialismus zurück? Sie haben doch eine Meise. Die Deutschen haben in Namibia den ersten Genozid der Weltgeschichte zu verantworten – was die Bundesrepublik übrigens seit diesem Jahr offiziell anerkennt. Die Europäer (und Japan) haben in den Kolonien verbrannte Erde, Leichenberge und willkürlich gezogene Grenzen hinterlassen – keine lebensfähigen Gebilde. Die wirtschaftlichen Strukturen sind bis heute so, dass die Länder des Südens nach wie vor als billige Rohstofflieferanten herhalten müssen, kaum eigene Entwicklungschancen haben und deshalb Warlords das Sagen haben. Und Sie faseln davon, dass man in der britischen Kolonialherrschaft „arbeiten“ konnte? Klar, als weißer Sklavenhalter.

            Ihr Rassismus stinkt so dermaßen zum Himmel, dass mir der Atem wegbleibt. Arme Schülerinnen und Schüler, die Ihnen in die Hände fallen – und sich womöglich einen solchen Scheiß anhören müsen.

            Zu den Verbrechen des Kolonialismus: https://www.bpb.de/geschichte/zeitgeschichte/postkolonialismus-und-globalgeschichte/219134/koloniale-gewalt-und-kolonialkrieg

          • @Bernd: Jetzt haben Sie mir geantwortet, ich habe gar nichts zum Kolonialismus gesagt. Davon abgesehen: das war im 19. Jahrhundert, fast 200 Jahre her, da haben die Uhren wahrhaftig noch anders getickt. Da gab es nicht nur in den Kolonien Gewalt, sondern auch blutige Glaubenskämpfe, Zucht und Ordnung in Form von Gewalt gegen Kinder und Frauen, Konfliktaustragung durch Kriege und bewaffneten Widerstand, unzählige Schlachten wegen Landesgrenzen etc. Es kann doch keiner ernsthaft behaupten, dass diese Gangart weitergeführt wird und die Einstellung von damals in den Leuten noch vorhanden ist! In Ihrem genannten Beitrag ist auch deutlich aufgeführt, dass diese Zeit aufgearbeitet wird, gesellschaftlich wie juristisch und dementsprechend auch mit Reparationszahlungen. Ich denke, die überwiegende Mehrheit der Europäer wird sich keinesfalls mehr in der Rolle der überlegenen Kolonialherren sehen, das ist ausgedachter Unsinn, um partout eine Rassismusdiskussion heraufzubeschwören. Lesen Sie die Beiträge doch richtig und picken Sie nicht immer irgendwelche Satzteile heraus.

          • Sie haben Carsten60 bei seiner Tirande beklatscht.

            Mit Geschichte haben Sie’s aber ohnehin nicht so, ne? Der Kolonialismus ist in größtenteils in den 60-er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu Ende gegangen – mitnichten vor 200 Jahren. Und die Wunden (Algerien-Krieg / Frankreich, Hetero-Genozid / Deutschland, aktenkundige Gräuel in 37 britischen Kolonien noch in den 50-er Jahren) schwären bis heute. Fragen Sie dazu mal Menschen in den Pariser Banlieues.

            „Die Briten haben zwischen 1952 und 1961 Hunderttausende Menschen in Straflager gepfercht. Mindestens 90.000 Kenianer wurden nach Erkenntnissen der kenianischen Menschenrechtsvereinigung hingerichtet, gefoltert oder verstümmelt. Eines der Opfer: der kenianische Großvater des ehemaligen US-Präsidenten Barack Obama.“ Blutbäder richteten auch andere an: Franzosen in Indochina und Nordafrika, Portugiesen in Mosambik und Angola.

            Aber alles kein Problem – „man“ konnte ja prima arbeiten, besser jedenfalls, als wenn die Afrikaner/Chinesen/Araber sich selbst regieren, klar.

            Quelle: https://www.sueddeutsche.de/politik/britische-kolonialverbrechen-staubige-graeueltaten-1.1082881

          • @Bernd, da haben wirs mal wieder: ich habe nie vom Ende des Kolonialismus gesprochen, schon wird mir aber wieder ein Strick nach altem Muster gedreht. Das ist nur noch ätzend. Außerdem reden Sie hier von dem britischen Empire, eine ganz andere Hausnummer, ich dachte, wir reden über den Rassismus an deutschen Schulen. Zu erwähnen sei auchl, dass Englsnd und Spanien, im Gegensatz zu Frankreich und Deutschland ihre Schuld anerkennen und auch finanziell aufarbeiten. Und um Ihren letzten Satz zu kommentieren: es wäre mir viel lieber, wenn Afrikaner/Chinesen/Araber sich selbst regieren würden, ohne unsere Einmischung.
            Übrigens: die „Beklatschung“ von Carsten60s „Tirade“ war lange nach Ihrer Antwort, Sie sollten wirklich sorgfältiger lesen. Mit dem Kopf durch die Wand hat noch nie zu Gutem geführt.

          • Bernd: Mag alles sein, nur hatten die Exkolonien mindestens 50 Jahre Zeit, um sich davon zu erholen und selbst eine gute Industrie und Wirtschaft aufzubauen. Die Realität ist aber vielfach so, dass noch immer die Infrastruktur der ehemaligen Kolonialherren und -damen genutzt wird. Der deutsche Kolonialismus ist seit über 100 Jahren vorbei.

          • Sorry, es muss heißen: das England und Spanien, im Gegensatz zu Frankreich und Deutschland, ihre Schuld NICHT anerkennen und auch NICHT finanziell aufarbeiten. Lapsus.

        • Wir sollten die Leute in Hongkong fragen, ob sie zufrieden sind mit dem Ende der britischen Kolonialherrschaft. Die Herren in Peking drohen ja schon unverhohlen mit einer militärischen Eroberung von Taiwan als „Wiedervereinigung“. Das wird dann kaum unblutig abgehen. Und ob das nun dem Völkerrecht entspricht? Oder brauchen kommunistische Parteien das Völkerrecht nicht zu achten, es genügt, wenn sie das bei anderen einfordern?
          Man kann mit Verbrechen aus der Kolonialzeit vor rund 120 Jahren eben nicht die Verbrechen der unfähigen und korrupten Regierungen im heutigen Afrika relativieren und schönreden. Ich bin sicher: die Kolonialmächte würden heute die Menschenrechte mehr achten als diese korrupten Diktatoren. Dafür würde schon unsere Presse sorgen, die es in Diktaturen natürlich nur als Organ der Regierungspropaganda geben darf. Den Genozid in Deutsch-Südwestafrika hat man ja wenigstens zugegeben (ich beschönige das auch nicht), andere Regierungen geben aber nichts zu, auch die türkische nicht.
          Ob wohl die Kinder der Uiguren dieselben Bildungschancen haben wie die Kinder der Parteibonzen in Peking? Ich glaube, kaum. Aber nur in Deutschland ist die Schule sozial ungerecht, wenn man der Linkspartei folgen will.

          • Carsten60, Sie haben so Recht und ich verstehe nicht, dass manche diese Argumentation völlig ignorieren und immer wieder auf ihren festgefahrenen Vorstellungen herumreiten. Es ist meiner Meinung nach eine Unart der eher linksgerichteten Parteien, keine anderen Meinungen zuzulassen. Das erschwert das Zusammenleben erheblich.

          • @Bernd
            AfD-Anhänger haben immerhin noch nicht die Plakate ihrer Konkurrenten abgerissen oder deren Wahlkampfstände angegriffen.. und verbessern sie mich, aber die AfD hat auch noch nicht versucht sich von der ungeliebten Konkurrenz im Bundestag abzuschotten und wollte noch nicht einmal die Spieler aus anderen Parteien aus der Bundestagsfussballmannschaft ausschließen.

            Um es mal ganz direkt zu sagen: diejenigen, die immer behaupten so tolerant zu sein, sind um das x-fache intolerante als der intoleranteste AfDler und alles was diese Leute machen ist Wasser predigen und Wein saufen… ich könnte wenigstens noch ein wenig Achtung vor diesen Menschen empfinden, wenn sie ihre Gehässigkeiten wenigstens nicht hinter mit Monstranz emporgehaltener Heuchelei verstecken würden.

          • Wenn die damaligen Kolonialmächte heute noch das Sagen hätten, dann hätten sie wohl zumindest mit dem Hexen-Aberglauben aufgeräumt:
            https://www.tagesschau.de/ausland/afrika/hexenverfolgung-ghana-103.html
            Das wäre für diejenigen Frauen, die der Hexerei beschuldigt werden, zumindest ein gewisser Fortschritt. Es ist auch an der Tagesordnung, die Schwulen für alles mögliche verantwortlich zu machen: Krankheiten, Naturkatastrophen usw., z.T. mit Unterstützung religiöser Autoritäten. Man soll eben nicht glauben, diejenigen, die heute in Afrika das Sagen haben, seien irgendwie besser. Das ist zu naiv. Die früheren Verbrechen der Kolonialherren sind dadurch nicht entschuldigt, aber man muss auch die Verbrechen anderer sehen.

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