Brandschutz-Mängel: Traditions-Gymnasium auf der Rheininsel Nonnenwerth wird geschlossen

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Das Gymnasium auf der Insel Nonnenwerth wird zum Ende des aktuellen Schuljahres 2021/2022 geschlossen. Grund seien die «massiven Brandschutz-Probleme» im dortigen Klostergebäude, hieß es in einer Mitteilung am Mittwoch. «Leider hat sich trotz intensiver Gespräche und Verhandlungen in den letzten Monaten kein realistischer Ansatz für eine tragfähige Lösung der Brandschutzprobleme ergeben», sagte Peter Soliman als verantwortlicher Träger der Schule.

Das Hauptgebäude des Klosters Nonnenwerth, zu dem auch das Gymnasium gehört. Foto: Günter Ruch / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

«Die dafür fälligen Kosten von mindestens 10 Millionen Euro sowie von mir zusätzlich zu deckende Verluste von jährlich mehr als einer Millionen Euro sind nicht mehr tragbar», erklärte er weiter. Auch die in den vergangenen Tagen intensivierten Gespräche mit der Politik hätten keine Lösungskonzepte gebracht.

Um die Zukunft der fast 170-jährigen Schule hatte es zuletzt viel Wirbel gegeben. Rund 600 bis 700 aktuelle und ehemalige Schüler sowie Eltern hatten Anfang November bei Remagen für ihren Erhalt demonstriert. Die CDU-Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag wollte die Lage der Schule eigentlich am 19. November im Bildungsausschuss zum Thema machen.

Das einst von Nonnen geführte Gymnasium an der Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen war 2020 von der International School on the Rhine gGmbH (ISR) übernommen worden. Nach Problemen wegen Corona und Brandschutzmängeln hatten Eltern bereits befürchtet, dass die Schule geschlossen und verkauft werden könnte. Ein Elternvertreter hatte zudem mitgeteilt, es sei ein Exposé eines Projektentwicklers aufgetaucht, der das große Schul- und Klostergebäude in Wohnungen verwandeln wolle. dpa

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3 KOMMENTARE

  1. Das hat er doch clever eingefädelt: Niemand kauft aus Freude an der Bildung eine ganze Insel, auf der ein Gymnasium steht, Wie gut, dass es den Brandschutz gibt – das Gebäude ist ja – das war vorher klar- alt und vor all diesen Bestimmungen gebaut. Jetzt kann er ganz in Ruhe wie geplant daraus Luxuswohnungen machen …

  2. Es darf keine Schulschließungen geben – und das nächste Rheinhochwassr kommt bestimmt. Also ist die Umwandlung ein vorausschauender Plan, der sich dem Klimawandel stellt.
    Leid tut mir nur der Fährmann, der ja seinen lebensunterhalt mit dem Transport der SuS verdient hat.

    Warum soll Gentrifizierung nur Stadtviertel betreffen? Weniger SuS führt eben zu mehr Wohnraum für die alternden Babyboomer. That’s the way of life. Die Lateinisch-Gelernt-Habenden würden es mit „pecunia non olet“ übersetzen.

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