Steckt hinter der Schließung des Gymnasiums Nonnenwerth ein Immobiliengeschäft?

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REMAGEN. Das geplante Ende der fast 170-jährigen Schultradition auf der Insel Nonnenwerth könnte bald mehrere Gerichte beschäftigen. Auch der Mainzer Landtag befasst sich damit. Betroffen sind Schüler aus Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen.

Idyllisch: Das Hauptgebäude des Klosters Nonnenwerth, zu dem auch das Gymnasium gehört. Foto: Günter Ruch / Wikimedia Commons CC BY-SA 3.0

Der Elternbeirat des privaten Gymnasiums auf der Rheininsel Nonnenwerth will gegen die angekündigte Schließung der fast 170-jährigen Schule klagen. Verschiedene Klagen sollen sich gegen den Schulträger Peter Soliman und mehrere Investoren mit Sitz im Ausland richten, sagte der Vorsitzende des Gremiums, Olaf Schmitz, am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Die Insel Nonnenwerth gehört größtenteils zu Rheinland-Pfalz und mit einer Spitze zu Nordrhein-Westfalen. In einer Mitteilung des Elternbeirats hieß es: «Es gibt realistische und belastbare Lösungen, den Fortbestand der Schule unter anderer Trägerschaft zu sichern.»

Am Mittwoch hatte Soliman die Schließung zum Ende des Schuljahres 2021/2022 bekanntgegeben. Als Grund nannte er «massive Brandschutz-Probleme» im denkmalgeschützten riesigen Schul- und Klostergebäude: Die fälligen Kosten von «mindestens zehn Millionen Euro sowie von mir zusätzlich zu deckende Verluste von jährlich mehr als einer Millionen Euro sind nicht mehr tragbar». Am Donnerstag teilte sein Sprecher mit, dass sich Soliman wie auch in der Vergangenheit selbstverständlich «an alle vertraglichen Inhalte und Verpflichtungen» halten werde: «Es ist deshalb überhaupt nicht vorstellbar, worauf diese Klage zielen soll.»

Der Brandschutz sei nur ein Vorwand für eine «Entmietung» der Gebäude, es gehe um «ein gewinnorientiertes Immobiliengeschäft»

Zuvor hatte der Elternbeirat kritisiert, Soliman habe keinen Einblick in das Brandschutzgutachten und in die Kostenschätzung gewährt. Für den von ihm angegebenen hohen Finanzbedarf gebe es keine Belege. Der Brandschutz sei nur ein Vorwand für eine «Entmietung» der Gebäude, es gehe um «ein gewinnorientiertes Immobiliengeschäft». Schon seit Monaten übe Soliman Druck auf Lehrer und Schüler aus, so seien in den Sommerferien Eltern angerufen und geraten worden, die Kinder von der Schule zu nehmen. Mittlerweile hätten die ersten Lehrer betriebsbedingte Kündigungen erhalten.

Um die Zukunft der traditionsreichen Schule hatte es viel Wirbel gegeben. Rund 600 bis 700 aktuelle und ehemalige Schüler sowie Eltern hatten Anfang November bei Remagen für den Erhalt demonstriert. In einem Exposé eines Immobilienmaklers waren Luxuswohnungen in dem Schulgebäude in Aussicht gestellt worden.

Laut dem rheinland-pfälzischen Bildungsministerium ist die Schulaufsicht in engem Kontakt mit der Schulgemeinschaft Nonnenwerth und «unterstützt und berät auch vor Ort». Im Falle einer Schließung nach dem Schuljahr 2021/2022 könnten die Schülerinnen und Schüler an anderen Schulen untergebracht werden.

Die CDU-Opposition im rheinland-pfälzischen Landtag will die Lage der Schule weiterhin am 19. November im Bildungsausschuss zum Thema machen. Die Sitzung soll laut CDU im Internet übertragen werden. Das einst von Nonnen geführte Gymnasium war 2020 von Solimans International School on the Rhine gGmbH (ISR) übernommen worden. Nach Problemen wegen Corona und Brandschutzmängeln hatten Eltern bereits befürchtet, dass die Schule geschlossen und verkauft werden könnte. dpa

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2 KOMMENTARE

  1. Nonnenwerth: Wohnungen statt Schule?
    Zumindest haben die Nonnen ein bleibendes Wohnrecht auf der Insel. Dieses Konstrukt und Ziel war doch bereits beim Verkauf erkennbar.

    Personalunion – wobei Betrieb und Immobilieneigentum der Insel zu unterschieden ist

    Peter Soliman scheint Geschäftsführer der Schule mittels Betreibergesellschaft über „ISR International School on the Rhine gemeinnützige GmbH“, Neuss und „Privates Gymnasium Nonnenwerth gemeinnützige GmbH“, Remagen zu sein.

    Eigentümer der Immobilie (Insel) scheint allerdings die „Objektgesellschaft Meerbusch BW mbH“, Düsseldorf mit Geschäftsführer Peter Alexander Soliman.

    Durch die Schreibweise der Vornamen „Peter“, „Peter A.“ und „Peter Alexander“ mit Nachname „Soliman“ lässt sich durch die zu beachtenden Schreibweisen im Handelsregister kein direkter Bezug erkennen, denn es könnten drei verschiedene Personen sein.

    https://www.rhein-zeitung.de/region/aus-den-lokalredaktionen/kreis-ahrweiler_artikel,-nonnenwerth-wohnungen-statt-schule-_arid,2326752.html

    https://www.northdata.de/?id=16807287

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