Bildungsausgaben des Staates steigen um sechs Prozent – wegen Corona

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BERLIN. Die Bildungsausgaben von Bund, Ländern und Gemeinden sind im Jahr 2020 auf 159,6 Milliarden Euro gestiegen. Das waren rund 9,1 Milliarden Euro oder 6,0 Prozent mehr als 2019. In die Schulen floss 2020 mit 76,8 Milliarden Euro knapp die Hälfte (48,1 Prozent) der öffentlichen Bildungsausgaben.

Der Staat hat Geld ausgegeben. Foto: Shutterstock

36,2 Milliarden Euro entfielen auf die Kindertagesbetreuung (22,7 Prozent) und 33,2 Milliarden Euro auf die Hochschulen (20,8 Prozent). Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt (Destatis) im Bildungsfinanzbericht 2021 auf Basis vorläufiger Daten der öffentlichen Haushalte.

Getragen wurden die Mehrausgaben 2020 von Bund und Ländern. Die Länder gaben 111,8 Milliarden Euro aus und finanzierten mit 70,1 Prozent einen Großteil der öffentlichen Bildungsausgaben. Gegenüber dem Vorjahr stiegen die Ausgaben der Länder um 6,6 Milliarden Euro (+6,2 Prozent). Der Bund erhöhte seine Ausgaben um 3,5 Milliarden Euro (+35,2 Prozent) auf insgesamt 13,4 Milliarden Euro. Zurückzuführen ist der starke prozentuale Anstieg der Bundesausgaben überwiegend auf Zuweisungen des Bundes an verschiedene Sondervermögen für Kindertagesbetreuung, Schulen und Bildungsförderung. Auf kommunaler Ebene lässt sich hingegen ein leichter Ausgabenrückgang beobachten. 2020 haben die Gemeinden insgesamt 34,4 Milliarden Euro und damit knapp 1 Milliarde Euro weniger als 2019 für Bildung ausgebeben (-2,7 Prozent).

Corona-Pandemie: Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt gestiegen

Auch im Bildungswesen war das Jahr 2020 stark von der Corona-Pandemie geprägt. Betroffen waren sämtliche Bildungsbereiche und Körperschaftsgruppen. Ausgabenschwerpunkte der öffentlichen Haushalte im Bildungswesen stellten dabei unter anderem die Digitalisierung von Bildungseinrichtungen, die Umsetzung von Hygienekonzepten, die Schaffung zusätzlicher Bildungs- und Betreuungsangebote sowie die Kompensation unvorhergesehener Mindereinnahmen dar.

Deutlich feststellen lässt sich der Einfluss der Corona-Pandemie auch bei Betrachtung des Anteils der öffentlichen Bildungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt (BIP). Gegenüber dem Vorjahr ist hier der Anteil am BIP auf 4,8 % gestiegen (2019: 4,4 Prozent). Erklärbar ist dieser Anstieg durch den pandemiebedingten Rückgang des nominalen BIP bei gleichzeitig steigenden Bildungsausgaben. Hingegen war beim Anteil der öffentlichen Bildungsausgaben am öffentlichen Gesamthaushalt ein leichter Rückgang auf 20,8 Prozent zu verzeichnen (2019: 21,5 Prozent).

Hier geht es zum vollständigen Bildungsfinanzbericht des Statistischen Bundesamts.

Bildungsausgaben: Deutschland investiert mehr – 1700 Euro pro Kopf und Jahr. Aber…

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2 KOMMENTARE

  1. Deutschland investiert am Bedarf vorbei – wäre eine ebenso gute Überschrift. Es wird reflexartig Geld ausgegeben ohne auch nur kurz zu prüfen was sinnvoll wäre.

    Unser Schulträger hat uns Lehrern 500-Euro-Laptops beschafft. Zu gross, zu schwer, Bildschirm zu dunkel (und deshalb ohne Kabel nicht einsetzbar) und so eingeschränkt in den Rechten, dass wir nichts machen können. Deshalb nutzt sie auch kaum ein Lehrer. Sie stehen ungenutzt auf den heimischen Schreibtischen. Es wurde noch nicht einmal Gefragt, was wir benötigen würden. Es war auch nicht erlaubt, dass wir Lehrer den Betrag aufstocken oder aus einem anderen Topf Geld dazu nehmen.
    Für Schüler liegen davon noch 300 Geräte im Keller. Bisher hat es unser IT-Support nicht geschafft diese Geräte einzurichten. Liegen dort auch erst seit Februar 2020.
    Jetzt haben wir die Anweisung erhalten noch in diesem Jahr (also in den nächsten 14 Tagen) nochmals 100 Geräte für 500 Euro zu beschaffen.
    Weniger Geräte und dafür sinnvollere sind nicht möglich. Also nochmal 50.000 Euro ausgeben für Schrott.
    Und wahrscheinlich ist es an den anderen Schulen unseres Schulträgers nicht anders.
    Aber es wird in die Digitalisierung investiert wie verrückt. WIE VERRÜCKT.

  2. Komplexes Thema, also was ich verstehe:
    „Deutlich feststellen lässt sich der Einfluss der Corona-Pandemie auch bei Betrachtung des Anteils der öffentlichen Bild-Ausgaben am Bruttoeinbildungsprodukt (BLEP).“

    So richtig, oder?

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