Schulministerin stellt 1.280 Sek.-II-Lehrkräfte ein, um sie an Grundschulen abzuordnen

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Im Vorgriff auf die vollständige Umstellung auf G9 an den nordrhein-westfälischen Gymnasien zum Schuljahr 2026/27 hat das Land schon mal 1.280 zusätzliche Lehrkräfte eingestellt. Wie Schul- und Bildungsministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montag in Düsseldorf mitteilte, konnte NRW somit bereits einen großen Teil der mittlerweile 1450 geschaffenen «Vorgriffsstellen» für Lehrkräfte der Sekundarstufe II besetzen. Die sollen größtenteils an Grundschulen abgeordnet werden.

„Win-win“: NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP). Foto: Martin Kraft / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 DE)

Mit dem sperrigen Begriff der «Vorgriffsstellen» sind zusätzliche Arbeitsplätze für Lehrerinnen und Lehrer gemeint, die eigentlich erst von 2026 an für die Gymnasien vorgesehen sind. Bis dahin sollen diese für die Sekundarstufe II ausgebildeten Lehrkräfte an anderen Schulen und Schulformen unterrichten, die unter besonderem Lehrkräftemangel leiden.

Gebauer sprach von einer «Win-win-Situation»: «Zum einen können wir den Personalherausforderungen an anderen Schulformen besser begegnen, zum anderen schaffen wir schon heute die besten Bedingungen für den Unterricht in den Gymnasien ab 2026.» Die Lehrerinnen und Lehrer sollen überwiegend von ihren Stammschulen an andere Schulformen abgeordnet werden. Die meisten davon an Grund- und Gesamtschulen, wo sie aktuell am dringendsten gebraucht werden.

«Das ist jedoch die Schulform, die momentan ohnehin am besten mit Lehrerinnen und Lehrern versorgt ist»

Mit den 1450 Zusatzstellen im Zuge der Rückkehr vom G8-Bildungsgang zu G9 (9 Jahrgangsstufen an Gymnasien) zum Start des Schuljahres 2026/27 ist es aber nicht getan. Insgesamt wird ein Bedarf von etwa 4200 Lehrerinnen und Lehrern erwartet. Im Vorgriff darauf werden bereits jetzt Stellen bereitgestellt – und die Lehrkräfte gewissermaßen erst einmal an andere Schulen verliehen.

Nach Ansicht der SPD-Opposition verwaltet die schwarz-gelbe Landesregierung lediglich den Lehrkräftemangel und verschiebt das Problem. Für die Gymnasien werde zwar nun perspektivisch gesorgt. «Das ist jedoch die Schulform, die momentan ohnehin am besten mit Lehrerinnen und Lehrern versorgt ist», kritisierte der stellvertretende SPD-Fraktionschef Jochen Ott.

«Eklatanter Lehrermangel» herrsche vielmehr am Berufskolleg, den Grundschulen und in der Sekundarstufe I (Gesamt-, Real- und Hauptschulen). «Diese dürfen nun zeitlich beschränkt von den Abordnungen an ihren Schulen profitieren. Spätestens 2026 werden die Lehrkräfte an das Gymnasium zurückversetzt. Dann ist der Mangel an den andern Schulformen wieder da», betonte Ott.

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lobt das Vorgehen grundsätzlich als «pragmatische Lösung», übt aber ebenfalls Kritik. Laut des VBE-Landesvorsitzenden Stefan Behlau sei die Ungerechtigkeit in der Bezahlung «überdeutlich sichtbar». Die Lehrkräfte, die über Vorgriffsstellen beispielsweise an Grundschulen abgeordnet würden, müssten nun dort von den Kolleginnen und Kollegen mit hohem Zeitaufwand eingearbeitet und intensiv begleitet werden – und würden «dennoch besser bezahlt». Gymnasiallehrerinnen und -lehrer werden nach A13 besoldet, Grundschullehrkräfte nur nach A12. News4teachers / mit Material der dpa

Verbände schlagen Alarm: „Der Lehrkräftemangel ist das größte Problem des Bildungssystems in Deutschland“

 

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30 KOMMENTARE

  1. Wie geil! Die werden all kündigen!

    Wer für die GS nicht ausgebildet ist (und ich habe da bei Gymasiallehrkräften so meine Bedenken), wird am Rad drehen.

    Ehrlich.

    • Das glaube ich allerdings auch! Wir hatten vor einiger Zeit einen Referendar aus einem Gymnasium in der Nähe da, der für einen Tag in der Grundschule hospitieren „musste“.
      Der kam sich vor, als ob er in „einer anderen Welt“ gelandet wäre.

    • Da wäre ich mir nicht so sicher….

      Sind wir doch mal realistisch. Durch diese Vorgriffsstellen (vermutlich werden insbesondere Deutsch und Mathematik Lehrkräfte betroffen sein), sind in den nächsten Jahren kaum noch Stellen im Gymnasium zu besetzen.

      Da wird sich die Person schon fragen, ob sie das jetzt x Jahre aushält oder eine Planstelle zurück gibt, die sie in diesem Bundesland in den nächsten Jahren nicht mehr bekommt.

  2. Für die Absolventen sehe ich es einerseits positiv, als dass sie eine Stelle haben und (ab 2026) auch ans Gymnasium dürfen. Nachteilig ist, dass die prägendsten ersten fünf Jahre Vollzeitlehrer an der „falschen“ Schulform stattfinden. Zum einen wird das aufgebaute Material nur bedingt (Gesamtschule) oder überhaupt nicht (Grundschule) wiederverwendet werden können, zum anderen droht der Burnout wegen Arbeitsflut und nur zum Teil (Gesamtschule) oder nicht (Grundschule) erfolgter Ausbildung. Ich bin gespannt, wie die Grundschulen mit den eigentlich als Fachwissenschaftlern ausgebildeten Spezialisten umgehen werden.

    • Niedersachsen hat es auch so gemacht und die Umstellung auf G9 inzwischen vollzogen.

      Für die Lehrkräfte an den Grundschulen bedeutet es, dass sie weitere Leute einarbeiten, danach aber wieder verlieren und wieder weitere einarbeiten müssen. Entlastet wird das genauso wenig, wie die Einarbeitung von Vertretungen, Abordnungen oder die Betreuung von Referendaren oder PraktikantInnen.
      Es bedeutet auch, dass wichtige Aufgaben, an das Stammpersonal verteilt werden, sodass dieses erheblich mehr stemmen muss. Auch das erfährt keine Entlastung, man braucht ja die Lehrkräftestunden dringend.
      Ebenso kann es sein, dass das Land Vorgaben setzt, was die Gymnasiallehrkräfte unterrichten dürfen (nur ihre Fächer), sodass es innerhalb der kleinen Systeme zu erheblichen Verschiebungen kommt und auch dazu, dass Grundschullehrkräfte eher den anstrengenden Erstunterricht übernehmen.

      Trotzdem ist man froh, für die Grundschulen überhaupt einen Erwachsenen zu finden, der sich in den Unterricht stellt und die Versorgung hebt. Ansonsten müssten Klassen zu Hause bleiben, da die Beaufsichtigung nicht gewährleistet werden kann – von Unterricht ist da noch gar keine Rede.

      Dabei sind Gymnaisallehrkräfte ja gut ausgebildet, besser als anderen Personen, die zur Vertretung eingesetzt werden – pädagogische MitarbeiterInnen, Studierende oder Quereinsteigende u.a.
      Man muss Gymnasiallehrkräften nicht das Fach erklären, weniger vom Schulbetrieb, nicht, was Unterricht ist, keine Schulgesetze und ähnliches, allerdings müssen sie sich auf Grundschüler:innen und auf die Inklusion einstellen.

      Wenn Grundschullehrkräfte auch A13 erhalten würden, wäre es vielleicht eher möglich, dass Gymnasiallehrkräfte (auch A13) später an der Grundschule bleiben, wenn sie sich dort eingearbeitet und daran Gefallen gefunden haben.

      Nach der Umstellung, wenn die vielen Gymnasiallehrkräfte die GS und SekI-Schulen auf einen Schlag verlassen, sind die Lücken dort wieder riesig und man beginnt das Einarbeiten wieder von vorn, sofern man Lehrkräfte findet.

      Daran haben die Gymnasiallehkräfte, die sich bereit erklären, keine Schuld, es liegt an der jahrelangen Fehlplanung der Länder, dem Sparkurs, der geringeren Bezahlung und an den Bedingungen in den GHR-Schulen, die hinsichtlich der dort gegebenen Herausforderungen nicht angemessen sind.

    • Die gehen in meiner Stadt nicht gut mit ihnen um. Viele Leute die diese Stellen bekommen, haben keine regulären Stellen erhalten. Sind quasi nicht die Besten der Besten um es freundlich zu sagen. Viele sagen auch offen dass sie eigentlich nicht hier sein wollen und in 2 Jahren sowieso gehen.

      Ergo sieht auch das Engagement aus. Die Grundschulkollegen sind sogar fälschlicherweise wütend auf die Kollegen aus der Sek2. Die Sek2 Kollegen verdeutlichen in dem Moment die Unfähigkeit der Regierung, die die Lehrer an Grundschulen nach wie vor ungerecht mit A12 bezahlt und durch fehlende Attraktivitätssteigerung dafür sorgt, dass man Sek2 Lehrer abordnen muss, statt eigene Grundschullehrer auszubilden.
      Nach dem Motto:“ Hey wir finden niczt genug Deppen die für A12 ein Masterstudium abschließen wollen. Ordnen wir einfach unsere überschüssigen Sek2 Lehrer ab statt das Grundschullehramt attraktiver zu machen!.“

      Mit den Sonderpädagogen die auch A13 verdienen knisterte es ja vorher auch schon immer gewaltig wegen dem Geld… aber bei den Sek2 Kollegen erreicht es in zwei Nachbarschulen neue Dimensionen.
      Ich finde hier verlieren alle. Die Lehrer von Sek2, die nicht dahin wollen, die Grundschullehrer die nach wie vor die falsche Politik ausbaden und zu schlecht bezahlt werden.

      • ….und der Zusage, dass die Sek.II KuK nach Ablauf der avisierten Dienstzeit an der GS an eine Schulform ihrer Ausbilldung entsprechend wechseln können (SekII) traue ich so weit, wie ich ein Klavier werfen kann.

        Aus eigener Erfahrung darf ich berichten,dass eine Anstellung an einer Hauptschule in NRW nach erfolgreichem Abschluss des Referendariats für Sek II mit Zusatzprüfung für die Sek I (sowas gab es tatsächlich mal) zu einer Arbeitsbiographie mit 12!!! Jahren Hauptschule geführt hat.
        Nach Ablauf der angepeilten „Einstiegsdauer an einer Hauptschule in den Schuldienst“ gab es dann plötzlich einen „Versetzungsstopp“, weil die damaligen Hauptschulen keine ausreichende LuL-Versorgung hinbekommen haben.
        Da das Schulministerium über derlei Regelungen verfügt gibt es keine Versicherung, nicht doch an einer Schulform zu „versauern“, für die man sich nicht entschieden, die man nicht studiert, auf die man vllt auch gar keinen Bock hat.
        Ich hatte letztlich Glück, weil ich in dieser Stelle die Möglichkeit bekommen habe, an einem Kooperationsprojekt mit der örtlichen Universität mitzuwirken („Trainingsraumprogramm“ ab 1996)… ohne diese Aufgabe hätte ich an der Schulform schnell aufgegeben.

        Ich rate seit einigen Jahren meinen Referendar*innen davon ab, solche Angebote anzunehmen.
        Zumal es bereits den einen oder andern Fall gegeben hat, in dem KuK, die sich auf diesen Deal eingelassen hatten…diesen dann „kündigen“ wollten…von weiteren Bewerbungsverfahren ausgeschlossen blieben.

        Einer kompetenten und engagierten Ex-Referendarin blieb nichts anderes übrig als auch in ei anders Bundesland zu bewerben, weil sie hier in NRW für Bewerbungen gesperrt worden war.

      • „Viele Leute die diese Stellen bekommen, haben keine regulären Stellen erhalten. Sind quasi nicht die Besten der Besten um es freundlich zu sagen.“

        Ich gehöre zu diesem Jahrgang. In NRW wurden quasi keine Stellen ohne Abordnung ausgeschrieben. Bestnote + Mangelfächer helfen dann auch nichts. Ich hatte Topnoten mit Mathe und Informatik. Es gab an genau 2 Gymnasien eine Festanstellung ohne Abordnung in NRW für diese Fächer. Nicht weil der Bedarf nicht vorhanden ist, sondern weil man eben keine Stellen freigemacht hat und lieber spart.

        Das kam für mich nicht in Frage. Andere Referendare haben zähneknirschend diese Stellen angenommen mit z.b. Physik/Informatik an eine Förderschule oder mit Mathe/Chemie an eine Grundschule. Völlig absurd.

        „Viele sagen auch offen dass sie eigentlich nicht hier sein wollen und in 2 Jahren sowieso gehen.“

        Die Rückmeldung höre ich auch durchweg von allen, die eine solche Abordnung angenommen haben. Nur sind es leider 4 statt 2 Jahre. Das hat sich ja geändert. Insgesamt eine Lose-Lose-Situation für alle.

        Im übrigen würde ich sogar den Gymnasien einen Verlust ausstellen. Auch dort gibt es Mangelfächer. Diese können aktuell aber nur durch Abordnungen besetzt werden. Keine Ideallösung.

  3. Ich habe vor einem Jahr eine Vorgriffsstelle angetreten und unterrichte an einer Realschule mit einer Teilabordnung. Seit Sommer unterrichtet außerdem eine Kollegin ebenfalls an den beiden gleichen Schulen wie ich. Gerade der Einstieg in zwei Schulen mit zwei Kollegien, zwei Systemen und zwei unterschiedlichen Schülerschaften während der Pandemie, großteils auch mit Lernen auf Distanz, war eine enorme Herausforderung.

    Von einer Win-Win-Situation kann ich nicht wirklich sprechen. Erstens bekommt unser Gymnasium fast nur noch Vorgriffsstellen zur Verfügung gestellt, was zur Folge hat, dass die Belastungen im Kollegium (wie bereits in einem vorigen Kommentar beschrieben) auf weniger Leute verteilt werden. Diese Belastung löst sich immerhin mit Ende der Abordnungen zum Schuljahr 26/27 auf. Zweitens wird aber die durch mehrere Abordnungen an die gleiche (Real-)Schule der Bedarf nur vorübergehend gedeckt. Am Ende entstehen dadurch noch größere Lücken an den Schulen, die jetzt noch von den Abordnungen profitieren, als vorher. Das Problem des Lehrkräftemangels wird also nur übertüncht. Die jetzt so pragmatisch wirkende Maßnahme ist leider nicht zu Ende gedacht worden.

  4. „Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lobt das Vorgehen grundsätzlich als «pragmatische Lösung», übt aber ebenfalls Kritik. Laut des VBE-Landesvorsitzenden Stefan Behlau sei die Ungerechtigkeit in der Bezahlung «überdeutlich sichtbar». Die Lehrkräfte, die über Vorgriffsstellen beispielsweise an Grundschulen abgeordnet würden, müssten nun dort von den Kolleginnen und Kollegen mit hohem Zeitaufwand eingearbeitet und intensiv begleitet werden – und würden «dennoch besser bezahlt». Gymnasiallehrerinnen und -lehrer werden nach A13 besoldet, Grundschullehrkräfte nur nach A12.“

    Diese Aussagen des VBE kann ich voll unterschreiben! Die Idee, die größten Brände an den anderen Schulformen vorübergehend durch schulformfremde Lehrkräfte zu löschen ist gut, wobei das an Realschulen und Gesamtschulen einfacher ist als an Grund- oder Hauptschulen, da die Didaktik sich hier ggü. dem Gymnasium viel stärker unterscheidet. Aber langfristig gibt es nur einen Ausweg: NC für Grundschul- und Sek.I-Lehramt senken durch neue Studienplätze (bereits in Teilen geschehen) und A13 für alle einführen (lange gegebenes Versprechen, das bislang nicht gehalten wird).

    • Es hat halt schon eine besondere Komik wenn man die Lehrämter trotz gleicher Ausbildung weiter unterschiedlich bezahlt, dadurch selbst einen Mangel erzeugt (wer will schon für A12 und Mastderstudium an die GS, wenn bis zu A15 am Gymnasium winkt) und den Mangel dann dadurch beheben will die viel zu vielen Gymnasiallehrer an die GS abzuordnen.

      Warum überhaupt noch GS Lehrer werden dann? Lasst uns direkt alle Gymnasiallehrer werden und die verteilen wir an die Schulformen….

      Das Problem löst sich mit der Attraktivitätssteigerung an den Grundschulen und Sek1, damit nicht alle mehr nur ans Gymnasium strömen. Abordnen ist dann ein Schlag ins Gesicht für alle

      • Vielleicht gibt es Leute, die nicht wegen des Geldes ans Gymnasium wollen, sondern weil sie schlicht lieber mit älteren SuS arbeiten oder in einem nicht-GS-Fach eher zu Hause sind? Warum wird immer nur Geldgier unterstellt?

        • Wurde so auch nicht behauptet. Dennoch ist der monetäre Anreiz zwar nicht der alleinige, dennoch ein auch nicht unwesentlicher Anreiz…

  5. Danke für die vielen guten Kommentare. Da merkt doch jeder Mensch, dass da schwer Mist gebaut wird. Warum ist es so schwer eine ordentliche Lehrkräfteausbildung an den Unis und Hochschulen hinzukriegen?
    Ganz schlimm ist es für die Kinder in der GS; sie lernen die wichtigen Schritte in die Grundlagen des Lesens, Schreibens und Rechnens von Lehrkräften, die über diesen hochkomplexen didaktischen Lernstoff (der immer unterschätzt wird) nichts in ihrer Ausbildung gelernt haben. Schlimm, traurig und sehr ärgerlich!

  6. Dann fasse ich mal bis hierher zusammen: Eine weitere politische Meisterleistung im Bildungs- und Schulbereich unserer hygienefilternden Bremsscheibe in NRW, die, unabhängig von der weiteren, verschleierten eigentlichen Misere, erneut zu eigenem Krönchen Polieren und milde in die Runde Lächeln führen wird, ohne an der eigentlichen Stellschraube (ja, auch ich bemühe mal technische Begriffe aus anderen Bereichen, Frau Gebauer bringt uns sooo viel bei!) drehen zu müssen. Super!

  7. Hallo, Frau Gebauer! Ich bin da raus – ich werde keine zusätzliche Arbeitszeit aufwenden, um als A12-Frau einen A13-Menschen einzuarbeiten, der gar nicht an unserer Grundschule sein will.
    Wie wenig Ahnung Sie von „Schule“ haben, sieht man an der implizierten Missachtung unserer Unterrichtsarbeit. Grundschule ist nicht einfach „Schule in leicht“ und bei uns sind auch nicht nur süße Kleine, die keine Probleme machen/haben. Wir sind die wirklichen Gesamtschulen der Nation! Bei uns ist die wirkliche, ganze Bandbreite und die ist ohne spezifische didaktische Kenntnisse nicht gut zu beschulen. Grundschulkinder verdienen die besten Lehrkräfte – um das zu sein, braucht man eine entsprechende Ausbildung!

  8. absolutes Unding, völlig realitätsfremd! Nicht zielführend!!!

    Die Methodik und Didaktik unterscheiden sich wesentlich, in weiten Teilen wirklich erheblich!
    Also wohl fast immer Fehlgriffe vorprogrammiert!

    Außerdem haben die LehrerInnen ihre f a c hwissenschaftlich (!!) orientierten Studienfächer ja bewusst gewählt und sehr fundiert studiert:
    was soll denn dann z.B. eine Philologin, Germanistin, mit Studium auch des Mittelhochdeutschen, der Literaturwissenschaft und Linguistik etc., mit Grundschülern anfangen, die Lesen, Schreiben, Rechtschreibung usw. lernen sollen?

    Eklatante Ressourcenvergeudung!: (fach)wissenschaftliche Überqualifizierung – und zugleich falsche, zumindest sehr mangelhafte, eigentlich fehlende Ausbildung für den Primärbereich!!!

    Die KollegInnen im Primärbereich arbeiten – zielgruppenbezogen – zudem noch sehr viel mehr erzieherisch, pädagogisch:
    sie vermitteln grundsätzliche Skills/bereiten die Kleinen liebevoll und hochkompetent auf das Lernen, die Einfügung in Gruppen etc. vor, mit höchster Fachkompetenz für die Grundschule speziell ausgebildet.
    Sie sind breit aufgestellt, unterrichten (meist) alle Fächer der Grundschule.

    Alle Grundschullehrkräfte leisten d i e äußerst wertvolle, unabdingbare (!!!) Vorarbeit für jegliche weiterführende Schulausbildung:
    sie stellen somit maßgebliche, entscheidende Weichen für erfolgreiche Schulkarrieren und die erfolgreiche Eingliederung in den Arbeitsmarkt, auch für ein evtl. Studium.

    Die Lehrkräfte im Gymnasium hingegen sind sehr viel stärker f a c hwissenschaftlich orientiert, in ihren (meist) zwei (bis drei) Unterrichtsfächern:
    sie arbeiten besonders in der Oberstufe wissenschaftspropädeutisch, d.h. bereiten geeignete (d.h. gute, sehr gute) SchülerInnen auch auf ggf. ein Hochschulstudium vor.

    Manche meiner KollgInnen taten sich mit unseren „Kleinen“, d.h. 5. /6.Klasse, am Gymnasien etwas schwer, außer sie hatten selbst kleine Kinder.

    Ich selber habe auch „die Kleinen“ sehr gerne unterrichtet. Ist halt auch was für’s Herz, diese zu „betüteln“ und sie behutsam, wie einst ihre Grundschullehrerin, im Übergang zu begleiten – und sie zugleich effektiv in das am Gymnasium Erforderliche einzuführen.

    Die Arbeit mit höheren Klassen, besonders auch der Oberstufe einschließlich KollegiatInnen (= angehende AbiturientInnen), liegt einigen KollegInnen – nach eigenen Aussagen – mehr.

    In Ermangelung von Mathe- LehrerInnen unterrichtete bei uns am Gymnasium (in Bayern) jahrelang eine Kollegin einer unserer Grundschulen (im Team mit unseren Mathe- Lehrkräften in den vielen Parallelklassen.
    Dies klappte sehr gut, die Kollegin fühlte sich bei uns sehr wohl und war fachlich sehr anerkannt.

    Der Austausch von Didaktik-Tipps und methodischen Arbeitsmitteln, in der Unterrichtsvorbereitung und -praxis, war sehr fruchtbar.
    Besonders die Gymnasiallehrer bekamen wertvolle Anregungen für die Lerntheke, Ideen für selbstgesteuertes Lernen, Materialien gemäß der Montessori-Pädagogik.
    Wenn die Kollegin in höheren Klassen ‚mal hospitierte, „schlackerten ihr jedoch die Ohren“!

    Fazit: „Schuster bleib bei deinen Leisten!“

    • Wie so oft dürfte das beste Viertel der Grundschüler ab Klasse 3 von den Gymnasiallehrern profitieren, weil die fachlich um einiges mehr fordern dürften als die Grundschullehrer. Alle anderen fallen aber durch das Raster und insgesamt noch tiefer als unter den Grundschullehrern.

      • Öhm wie kommen Sie zu der steilen These?
        Glauben Sie jetzt Gymnasiallehrer können Grundschüler besser fördern als Grundschullehrer selbst? Weil Grundschullehrer keine Ahnung von ihren Fächern haben?? Jetzt wirds aber dreist.

        Dem Gymnasiallehrer wird es nicht helfen Integrale rechnen zu können wenn der Tim stärkere Matheaufgaben braucht. Der Grundschullehrer, der gelernt hat zu differenzieren, wird schon eher wissen wie man eine Aufgabengruppe für Tim herausfordernder gestaltet….

        • „Wie kommt man darauf?“
          Warum hat man denn vor kurzem einen obligatorischen Mathe-Teil im Grundschul-Lehramtsstudium eingeführt? Weil man festgestellt hatte, dass die Grundschullehrer, die sich im Studium nur mit anderen Fächern beschäftigt hatten, die Matheaufgaben der Schüler selber nur unzureichend lösen konnten und das alles nicht mehr wirksam erklären konnten. Da geht es neuerdings nicht mehr nur um das klassische Rechnen, sondern um alle möglichen Kompetenzen (schaut mal in VerA 3 – Aufgaben).

          • Dass Mathe Pflicht wurde war absolut korrekt. Bin da voll bei Ihnen. Aber die These dass Gymnasiallehrer die besseren Grundschullehrer sein sollen, halte ich für sehr vermessen

          • Erstens geht es nicht „neuerdings“, sondern schon seit Jahren um „alle möglichen Kompetenzen“. Zweitens wird uns ebenso seit Jahren vorgebetet, wie unglaublich hoch qualifiziert Gymnasiallehrer sind und das man das bisschen Malen und Basteln in der GS locker hinbekommt. Insofern: viel Spaß dabei, mit 28 Kindern auf 28 Leistungsniveaus zu arbeiten. Es geht nämlich nicht nur darum, das „obere Drittel“ mit Fachwissen zu versorgen.

          • Aus dem Grund haben Gymnasiallehrer an den Grundschulen auch nichts verloren und deshalb ist Gebauers Programm auch ein Schuss in den Ofen. Fachlich kriegend die das problemlos hin, didaktisch und pädagogisch nicht. Grundschullehrer kriegen selbst in ihren schwerpunktmäßig studierten Bereichen den Gymnasialstoff fachlich auch nicht hin. Über die Jahrgangsstufe kann man streiten, ich setze mal alles ab Klasse 7 oder 8 an. Man möge mich plausibel widerlegen.

          • @ Georg: Ist schon richtig. Aber in Berlin könnte man die 5. und 6. Klassen durchaus von Gymnasiallehrern unterrichten lassen, denn im Rest der Republik werden diese Jahrgänge auch nicht mehr von Grundschullehrern unterrichtet. In Berlin ist die 6-jährige Grundschule eine rot-rot-grüne und „heilige“ Kuh. Viel Milch hat sie bislang nicht gegeben.

  9. Gebauer?? Gebauer?? Mmmh…moment…das war doch die Dame, die sich in ihrem aktuellen Job so wenig auskennt und dann immer wieder so Knaller bringt und die dann als die Topsache verkaufen will, nur werden sie mittlerweile quasi von jedem direkt durschaut.

  10. @Alex: Stimmt absolut! Fachwissen nützt nichts ohne didaktisches Knowhow! Die guten SuS kommen auch mit schlechtem Unterricht durchs Leben. Die Messlatte müssen die Kinder sein, die Probleme beim Lernen haben! Und da behauptete ich sehr selbstbewusst: Da können GymnasialkollegInnen viel von uns GS-LehrerInnen lernen!

    • Für ein Hochtechnologieland wie Deutschland müssten eigentlich die Besten der Maßstab sein. Die Bestnoteninflation bei gleichzeitig immer weiter zunehmender Abiturquote ist kein Zeichen für ein funktionierendes Schulsystem.

      Schüler, die selbstverschuldet Probleme beim Lernen haben, sollten definitiv nicht die Messlatte sein, sind es aber leider zunehmend. Am Gymnasium ist die Vorbereitung auf eine akademische Ausbildung das Ziel.

    • … aber die von Alex genannten 28 unterschiedlichen Leistungsniveaus in einer Klasse, die beim Unterrichten zu berücksichtigen sind, sind doch wohl was für Satire. Der Moderator der Heute-Show könnte sich dazu mal drastisch äußern, das Volk würde wiehern.
      Ohne Satire: Was hat das individuelle Beschulen in heterogenen Lerngruppen eigentlich bislang nachweislich gebracht? An den großen Tests wie IGLU usw. kann man keinen positiven Trend ablesen. Woraus soll folgen, dass mit mehr homogenen Lerngruppen die Resultate schlechter wären? Ich argwöhne immer, es soll uns was so lange eingeredet werden, bis alle daran glauben. Ob es stimmt, darf danach nicht mehr diskutiert werden. Das ist wie bei den Dogmen von Religionen.

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