„Zwangsdurchseuchung per Schulpflicht“: Ein Leserkommentar zum Verhalten der Kultusminister

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BERLIN. Hat die KMK eine von ihr selbst in Auftrag gegebene Studie zu Schulen in der Pandemie (mit nicht genehmen Ergebnissen) im Giftschrank verschwinden lassen, bis der Bundestag – wie von den Kultusministern gewünscht – ein Verbot von generellen Schulschließungen erlässt? Gestern berichtete News4teachers über den Verdacht. News4teachers-Leserin Viva hat den Beitrag im Forum kommentiert – ihr ist erkennbar der Kragen geplatzt. Wir dokumentieren den lesenswerten Post an dieser Stelle noch einmal.

Es reicht! Illustration: Shutterstock

Viva

Sie ignorieren PIMS bei Kindern!
Sie ignorieren Longcovid bei Kindern!
Sie ignorieren neben der physischen auch die psychische Belastung einer Ansteckungsgefahr in der Pandemie bei den Kindern!
Sie ignorieren die Schwächen der Impfstoffe, gerade auch bei vulnerablen Menschen!
Sie ignorieren die potenzielle Gefährlichkeit von Mutationen!
Sie heucheln Sicherheit in den Schulen vor und bieten statt einer solchen eine Zwangsdurchseuchung!
Sie ignorieren das tägliche Sterben wegen Covid-19 in den Krankenhäusern und ignorieren einen Zusammenhang zwischen Infektionsgeschehen in den Schulen und Schülerhaushalten und der Anzahl der gesamtgesellschaftlichen schweren Covid-19-Verläufe!
Sie wehren sich dagegen, die Schulen der Lage angemessen zu reformieren, einen nachhaltigen Schritt zu tun!

Die KMK zeigt sich nicht nur überflüssig in dieser Pandemie, weil sie nicht proaktiv im Sinne der Bewältigung der Pandemie mit dem Ziel möglichst weniger Opfer (Kranke/Tote) handelt, sondern schädlich! Denn: Vielleicht wurde durch die Zwangsdurchseuchung zwar der eine/die andere Impfgegner(in) unter den Eltern und dem Umfeld bisher mit zwangsimmunisiert, da man einer Infektion in einem Schülerhaushalt nicht ausweichen kann, aber wieviele der dadurch stattgefundenen Impfdurchbrüche mussten infolge der vorangetriebenen Durchseuchung der Gesellschaft über die Schulen wohl deswegen sterben? Man erinnere sich auch an die Hochrechnungen der Vergangenheit aus früheren Wellen bezüglich der Wirkung von (versäumten) Schulschließungen. Manche Dinge vergisst man nie!

Jetzt kommt auch noch Omikron. Und was passiert in den Schulen? Nichts

Und nun erfordert Omikron ein konsequentes Handeln durch Kontaktbeschränkung und man setzt zeitgleich auf die Boosterimpfung, um die Ausbreitung in der Gesellschaft zu verlangsamen, damit das Gesundheitssystem, das sowieso schon am Limit ist wegen Delta, nicht vor ein unlösbares Problem gestellt wird. Genesene infizieren sich, Doppeltgeimpfte infizieren sich und zum Teil sogar auch Dreifachgeimpfte, Ungeimpfte sowieso. Über Krankheitsschwere und was Omikron für die Kinder bedeutet, weiß man noch nichts Genaues.

Was passiert aber in den Schulen? Nichts, worauf man deutschlandweit bauen könnte! Weder sind Kontaktbeschränkungen verpflichtend, noch nicht einmal AHA-L, noch ist in Deutschland bei unter 18-Jährigen zum jetztigen Zeitpunkt eine Boosterimpfung zum Schutz gegen Omikron vorgesehen, noch hat man das Recht, sich individuell der Gefahrenlage durch Aufhebung der Präsenzpflicht zu entziehen. Man wird geradezu dazu gezwungen, sich der Schule durch übermäßige Fehlzeiten zu entziehen.

Verlieren tun dabei wieder nur die Kinder. Mit phasenweisem Distanzunterricht zur rechten Zeit könnte man viel Unheil der Gesellschaft und individuelles Unglück abwenden! Infektionsgeschehen könnte wirksam eingedämmt und Zeiten bis zur Impfung sicher überbrückt werden. Sollen es doch die Schulen in dieser Gefahrenlage selbst entscheiden können, ob sie es bewerkstelligt bekommen oder nicht. In anderen Ländern geht das auch (z.B. Österreich). Wo es geht und wo man es kann, einfach mal machen lassen.

Hier setzt man dagegen wie besessen auf ein einheitliches und solidarisches gemeinsames Untergehen, damit die Defizite in der Digitalisierung und auch sonstige Versäumnisse nicht als Riesenthemen auf dem offenen Tisch präsentiert werden müssen. Hier hat das Vertuschen des gemütlichen Vor-sich-hin-Dümpelns in der Vergangenheit der KMK selbst bei einer noch nicht einschätzbaren und vermutlich sehr gefährlichen Fluchtmutation mehr Gewicht als Menschenleben und die Gesundheit allgemein zu retten! Hier macht man lieber nichts und lässt sich das gesetzlich absegnen und nennt das dann zur Krönung noch „bildungsgerecht“. Hier wird geheuchtelt, ignoriert, zwangsinfiziert, Fortschritt und Umbruch verweigert, Möglichkeiten bleiben ungenutzt!

Was für eine destruktive Schulpolitik im 21. Jahrhundert mitten in der Pandemie! Nun machen sich die Schulentscheider(innen) lieber zwei Jahre lang in der Öffentlichkeit konsequent unbeliebt statt ihre Kraft produktiv und positiv dafür einzusetzen, Schule und Pandemie miteinander in Einklang zu bringen. Außer einer Zwangsdurchseuchung ohne (!) Einverständniserklärung der Erziehungsberechtigten per Schulbesuchspflicht ist ihnen nichts dazu eingefallen! Meiner Meinung nach ist das der größte Skandal in der Pandemie in Deutschland!

Schulen sind und bleiben ein gefährlicher, weitgehend ungeschützter und im Winter noch ziemlich kalter Durchseuchungsraum

Es gibt viele Schwierigkeiten in der Pandemie, aber in den anderen Bereichen ist man wenigstens bemüht, Fehler auszuräumen und sich weiter zu entwickeln, sein Verhalten anzupassen. Nur Schulen sind und bleiben ein gefährlicher, weitgehend ungeschützter und aufgrund aufgerissener Fenster im Winter dazu noch ziemlich kalter Durchseuchungsraum, wo es in der Vergangenheit noch nicht einmal selbstverständlich war, Masken bei hohen Inzidenzen tragen zu müssen.

Im Gegenteil: Die Maskenpflicht wurde in manchen Bundesländern sogar noch passgenau gerade zur Zeit der Verschlechterung des Infektionsgeschehens bei massiv ansteigenden Inzidenzen aufgehoben, was doch ein Beweis dafür ist, dass man möglichst noch viele (auch Eltern) infizieren wollte, so lange das Gesundheitssystem es noch irgendwie hergeben könnte.

Man war, ist und bleibt aus Prinzip voll auf (Durchseuchungs-)Kurs … Fakten, (sogar selbst in Auftrag gegebene) Studien, Entwicklungen, Einwände sind unerwünscht und dürfen keine Beachtung finden! Für was braucht man die Schulentscheider(innen), unflexibel und starrsinnig wie seit zwei Jahren auf die Ereignisse der Pandemie reagieren? Noch nicht einmal als Galionsfiguren taugen die Akteure, denn sie wenden kein Unglück ab! Im Gegenteil: Sie produzieren es!!!

Hier geht es zum Beitrag „Hat die KMK dem Bundestag Erkenntnisse über Schulschließungen verschwiegen, damit der ein Verbot beschließt?“.

„Sie spielen mit unserer Gesundheit!“: Empörte Mutter schreibt an NRW-Schulministerin

Resignierter Lehrer: „Lemming-Eltern, schickt eure Kinder zu uns. Schulen sind sicher.“

„Jeden Tag bete ich, dass die Impfung hält!“ Eine Lehrerin berichtet

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66 KOMMENTARE

  1. Die Niederlande agieren vorausschauend und sind seit heute im Lockdown . Die Schulen sind inbegriffen . Nach dem 10.01.22 ist Distanzunterricht geplant . Den deutschen Schulministern zufolge sind alle holländischen Kinder ab jetzt suizidgefährdet und übergewichtig . Von den deutschen Politikern hört man nichts . Leise rieselt der Schnee . Sie wenden keinen Schaden vom Volk ab , sie führen ihn mit Nichtstun und Verharmlosen herbei .

    • Dafür kommen die Niederländer mit ihren Kindern sicher ab morgen Vormittag zum Einkaufen in die deutschen Innenstädte,
      aber sie werden nur dort SchülerInnen treffen, wo die Präsenzpflicht für die letzten 3 Schultage aufgehoben worden ist.

      • Das wird so kommen . Es gibt ja drei Dogmen , an denen nicht gerüttelt wird : Die Grenzen bleiben offen , die Läden und die Schulen . Und so spülen die Holländer dem Einzelhandel das Geld in die Kasse . Und bringen Omikron gleich mit .

        • Geht’s in der Ausdrucksform etwas weniger dramatisch?
          Präsenzunterricht hat nun wahrlich nichts mit „Durchseuchungszwang“ zu tun, auch wenn der Leserkommentar zu den krassen Darstellungen hier bei News4teachers passt.

          • Manchmal ist es wichtig, die Dinge mit dem richtigen Namen zu benennen, und nicht mit Bremsscheiben und Gesundheitsfiltern den Menschen vormachen zu wollen, Schulen wären sicher. 22 Monate an Lügen und Faktenverdrehung reicht schon.

  2. Ivh verstehe die Aufregung nicht, unlängst wurde doch darauf verwiesen, dass Omikron in Südafrika viel weniger schlimme Auswirkungen habe, weil die „Immunitätssituation“ dort eine ganz andere sei als hier, weil dort ja viel weniger Menschen geimpft sind und die Mehrheit der Bevölkerung eine „natürliche Immunität“ erworben habe (Genesene). Dort fand also die „Durchseuchung“ statt.

    • Du verstehst die Aufregung nie. Das musst du immer groß kundtun hier. Lies halt Mal ein paar Artikel zum Thema, vielleicht verstehst du es dann. Länder um uns herum machen alles dicht, verstehst du das auch nicht? In meinem Nachbarkreis hat das Gesundheitsamt alle Eltern aufgefordert, die Kinder bis zu den Ferien daheim zu lassen, nachdem es in einer Schule einen bestätigten Omikron Fall gab. Die machen das bestimmt nur um dich zu ärgern oder wie? Wirklich unerträglich dein pausenloses Unverständnis.

    • Ich denke, das Afrikaner und Inder sowieso ein viel besseres Immunsystem haben, allein schon durch die hygienischen Missstände und Mangel an Wasser und Seife usw. dürften diese Menschen wesentlich resistenter sein als wir hier. Ich weiss nicht, ob man das wirklich vergleichen kann.

  3. Vielen Dank,

    Sie sprechen mir aus der Seele. Ich hatte mich zu diesem Artikel nicht geäußert, weil mir wirklich die Worte fehlten. Doch jetzt sind sie wieder da.
    Wir sind ja einiges an absoluten Fehlentscheidungen aufgrund Inkompetenz gewöhnt, das hier ist aber Vorsatz.

    Und da spreche ich jetzt alle KMs, aber auch andere Sozial Behörden, mit denen man beruflich mal in Kontakt kommt, an:

    SIE WIEDERN MICH AN!

    Wir Pädagogen scheinen alle Masochisten zu sein, dass wir tagtäglich nicht nur gegen ihre Unfähigkeit, sondern auch gegen vorsätzlichen Schaden an unseren Schutzbefohlenen und auch an unserer Gesundheit ertragen, ohne uns zu wehren.

    • Dass Lehrer Masochisten zu sein scheinen, wie Sie schreiben, merkt man bei den Streiks. Die meisten machen brav und artig weiter ihre Arbeit (ich rede von den Angestellten). Die Mehrheit beteiligt sich nicht. Lass doch die anderen machen!

      Die erstreikten Gehaltserhöhungen lehnt allerdings auch niemand ab. Komisch.

      Man meckert höchstens, dass es zu wenig ist.

  4. Das BVG hat entschieden. Distanzunterricht ist legitim, wenn die Gesundheitssysteme gefährdet sind. Auch Bildungsbehörden stehen nicht über dem BVG. Oder tun sie das?
    Bei steigenden Long Covid Fällen wird es zu unschönen Auseinandersetzungen kommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Eltern, die gezwungen werden, ihre Kinder auch bei Omikron in die Schule zu schicken, es klaglos hinnehmen werden, sollte es ihre Kinder treffen.
    Long Covid wird die Wirtschaft belasten und viele in den Ruin treiben.
    Es ist unfassbar, dass in Deutschland weiter abgewartet wird. Das Fenster schließt sich, in dem eine minimale Abbremsung noch möglich wäre. Jeder weitere Tag wird mit Toten und Kranken erkauft.
    Wir haben statt Prävention verkaufsoffene Sonntage und Querdenker Demos.
    Es wird keine sinnvollen Maßnahmen geben, die Agenda lautet Durchseuchung. Es gibt sonst keine Erklärung mehr.
    Oder gibt es morgen eine Sondersitzung? Wird morgen ein Lockdown beschlossen? Werden die Schulen vor Weihnachten geschlossen?

    • Ich fürchte, nichts dergleichen wird passieren. Bei uns ist zwar der Präsenzunterricht ab morgen ausgesetzt, aber die große Masse der SuS ist trotzdem da. Bei mir werden von 30 SuS 2 fehlen. Für diese dürfen wir dann zusätzlich noch die Cloud bestücken. Und die angesetzten Klausuren usw in den Prüfungsklassen finden eh statt, d.h. auch die 10. und 12. Klassen sind vollständig da, Kranke mal abgezogen. Und wir LuL haben noch bis zum Schluss Gelegenheit, uns das Virus aufzusammeln und an unsere Familien weiterzugeben… ich treffe Weihnachten niemanden außerhalb unseres Haushalts. Kann ich keinem zumuten. Zumal die Tests ja eben auch nicht zuverlässig sind. Private persönliche Kontakte sind bei uns quasi seit Monaten auf Null. Zum Glück gibt es Telefon …

      • Leseratte,
        Ihnen gilt mein Mitgefühl. So kann es nicht weitergehen.
        Dienstag wird der Expertenrat eine Empfehlung abgeben.
        Man darf gespannt sein, ob weiter auf nicht vorhandene Zeit gespielt wird.

        • Vielen Dank. Ja, man hofft immer noch, dass sich was tut hinsichtlich eines besseren Infektionsschutzes in Schulen. Aber man glaubt nicht mehr dran… und gegen Omikron werden auch ffp2- Masken nicht helfen.

      • Tatsächlich halte ich mich als Lehrer momentan (wieder) für besonders gefährlich für andere Menschen – kein Witz ausnahmsweise. In den Gemeinschaftskeller im Haus gehe ich nur mit FFP2, sage bei Geburtstagsfeiern ab, gehe nicht aus, halte mich privat nur mit 2 bis 3 der immer gleichen Leute in Räumen auf.

        Beruflich hingegen, holla die Virenfee!

    • Wie Leseratte befürchte ich auch, das die Eltern alles so laufen lassen. Die, die sich ernsthaft Sorgen machen, behalten ihre Kinder schon lange zuhause. Es ist unfassbar, was hier abgeht und unser Herr Piwarz sieht sich mit den sinkenden Zahlen nun auch noch bestätigt.

      Für mich ist es die Ruhe vor dem Sturm.

  5. Bei uns kommen auch fast alle Schüler/innen trotz Aussetzen der Präsenzpflicht. Ich wurde sogar vor einer Woche von Eltern gefragt, ob ich noch eine Klassenfahrt plane.
    Trotzdem wage ich die Prognose, dass wir aus den Weihnachtsferien direkt in den Distanzunterricht gehen, weil der kleine Covid sich einfach nicht ignorieren lassen will. Ich sehe jedenfalls zu, dass die Kids alle nötigen Arbeitsmaterialien mjt nach Hause nehmen.

    • Was verstehen Sie an meinem Kommentar nicht? Oh ja, Klassenfahrten sind bei uns auch immer wieder gern Thema. Wie kann man zur Zeit ernsthaft scharf darauf sein…naja…manche wollen ihre Kinder eben mal los werden. Anders kann ich mir das nicht erklären.

  6. Der Zwang zur Anwesenheit während einer Pandemiewelle ist einfach nicht mehr zeitgemäß! Aber Menschen in Machtpositionen sind fast immer so gewesen. Bildung lasst sich nachholen, das Leben nicht! Die Politik hat versagt, wie es vorausschauend gegangen wäre, die vierte Welle gar nicht erst entstehen zu lassen, zeigt ein Blick nach Israel, wo bereits seit dem Spätsommer geboostert wurde. Die Inzidenz liegt dort bei 40. In Holland hingegen fing man erst im Dezember an zu boostern, und muss nun bei einer Inzidenz von 600 in den Lockdown. Und Deutschland? Zwingt die Kinder in Präsenz. Wobei: bei Aussetzen der Präsenzpflicht würde hierzulande wahrscheinlich trotzdem fast jedes Kind in die Schule geschickt…Das laesst sich an den vielen Demos gegen Coronamaßnahmen derzeit ablesen….Wir waren in den ersten Wellen stets die einzigen Eltern, die ihr Kind daheim lassen wollten. In einer Demokratie sollte in Pandemien keine Präsenzpflicht gelten dürfen. Alles andere hat den schalen Beigeschmack von Diktatur.

    • Das ging uns auch so und jetzt wieder. Man wird eher noch angefeindet, wenn man sein Kind zuhause lässt. Teilweise sogar von Lehrern, Kinder und Lehrer verweigern die Weitergabe des Materials, da frage ich mich echt, was das soll. Mein Kind wird so stigmatisiert

  7. Und einen Dank an das news4teachers Team, dass Sie immer wieder Kommentare als Artikel online stellen.

    Sie sind eine der wenigen Stimmen, die man aktuell hat.

    • Ist das nicht frustrierend?
      Hier kann man seine Stimme abgeben. Aber ich fürchte, niemand wird diesen Stimmen Beachtung schenken.

      Ich lese viel hier. Es tut gut zu lesen, dass es nicht nur Idioten gibt die mit seltsamen Parolen auf die Straße gehen. Es tut gut zu sehen, dass es Menschen gibt, die ebenso denken wie ich.

      Aber es ist auch traurig hier zu schreiben und irgendwie zu wissen dass es die KM’s nicht im geringsten interessiert.

  8. Die Durchseuchung wird auch dank FDP ungehindert weitergehen.

    „Statt eines Lockdowns sollten die bestehenden vielfältigen Instrumente ausgeschöpft werden. Insbesondere darf es keine Schulschließungen geben, denn unsere Kinder haben unter dem Verlust ihrer Sozialkontakte und Bildungschancen bereits sehr gelitten“, sagt die gesundheitspolitische Sprecherin der FDP-Fraktion. „Fakt bleibt: Impfen ist und bleibt der Weg aus der Pandemie. Daher tun wir alles, um das Angebot zum Impfen und Boostern massiv auszuweiten.“

    https://www.n-tv.de/panorama/14-50-Zahl-der-Intensivpatienten-sinkt-weiter-aber-einige-Landkreise-ohne-freie-Betten–article21626512.html

    Da hat es sich bis zur FDP noch nicht herumgesprochen, dass die Impfungen Infektionen mit Omikron kaum verhindern und die vielgepriesenen „Sozialkontakte und Bildungschancen“ werden sich recht bald in Luft auflösen, wenn massenweise LuL und SuS erkranken. Gerade die Sozialkontakte (Gruppenkuscheln ohne Abstand und Luftfilter…) sind Teil des Problems. Und Bildung geht in der Notlage auch über Distanzunterricht. Dazu muss man nicht die Gesundheit aller und den Zusammenbruch des Gesundheitssystems und anderer relevanter Bereiche riskieren.

    • Vor allem soll heute vielleicht wieder über Einschränkung bei Personen in Innenräumen beschlossen werden.
      Kurz dachte ich toll, endlich! Und dann.. ach ne, Schule hat ja keine Innenräume, keine große Menge Personen in denselben…

      Heisst wahrscheinlich wieder, Schüler tummelt sich in Massen an der Schule, sollen sich aber privat wieder einschränken. Welcher Schüler sieht das denn noch ein, wo sie sich schon über einem Jahr eingeschränkt haben.

      Belohnung für die Einschränkungen ist nicht,“ihr dürft wieder feiern“, sondern“ ihr dürft wieder in die Massenanstalt Schule, alles andere ist wieder nicht erlaubt“. Ich höre geradezu die Jubelrufe der Jugend von heute.

  9. Besonders bedenklich finde ich, dass die Impfquote bei den Erwachsenen und auch bei den Kindern und die Hospitalisierungsinzidenz in den Bundesländern bei der Entscheidung über den Schulbetrieb keinerlei differenzierende Auswirkung haben. Thüringen und Sachsen haben extrem niedrige Impfquoten, was sich garantiert auch bei den Kindern so fortsetzen wird (Coronaleugner und Impfgegner, die sich selbst nicht impfen lassen, werden die böse Spritze wohl kaum ihren Kids zumuten). Die Positivrate der Tests ist in Thüringen absolute Spitze, sogar Weltspitze (wenn Thüringen ein Staat wäre), wie man vor ein paar Tagen auf der Seite der „Welt“ erfahren konnte (an der Weltspitze lag Kroatien mit 32%, Thüringen hatte um die 40%, da darf man mit hoher Dunkelziffer rechnen. Auch bei der Inzidenz von 851 lag Thüringen, als Staat gedacht, weltweit auf Platz 5!

    https://twnews.nl/de-news/thuringen-an-der-weltspitze-die-aktuellen-corona-zahlen-fur-sie-erklart

    Nach wie vor werden Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt. Trotzdem steht Wechsel- oder Distanzunterricht bei uns genausowenig zur Debatte wie in Bundesländern mit höherer Impfquote und wesentlich niedrigerer Inzidenz.
    Und dann liest man sowas:

    „Schulen und Kindergärten
    Das Thüringer Warnstufensystem gilt grundsätzlich auch für den Betrieb von Schulen und Kindergärten. Je nach Höhe der Stufe gelten strengere Regelungen für Distanzunterricht, Schnelltests oder Maskenpflicht.“

    https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/corona-zahlen-grafiken-aktuell-statistik-100.html

    So ein Satz ist ein Witz. Distanzunterricht ist ja quasi ausgeschlossen. Egal wie hoch die Inzidenzen geklettert sind, es gibt ja keine Grenze, Schwellenwerte o.ä., sondern nur krampfhaft offene Schulen ohne AHA, Luftfilter usw.
    Und es geht ja laut KM Holter am 3.1. auch lustig uneingeschränkt weiter. Übrigens gibt es bei uns trotz (sehr kurzfristiger ) Aufhebung des Präsenzunterrichts für die nächsten 3 Tage so gut wie keine Abmeldungen. Und für die wenigen dürfen wir nun auch noch extra Aufgaben für die Schulcloud vorbereiten. Super. Infektionsrisiko bis zum Schluss und doppelte Arbeit on top. So sieht echte Wertschätzung aus. Wer Spuren von Ironie und Sarkasmus findet, darf sie behalten und damit seinen Glühwein würzen.

  10. „+++ 15:50 Grünen-Experte Dahmen warnt vor Personalausfall durch Omikron +++
    Der Grünen-Gesundheitspolitiker Janosch Dahmen warnt für den Fall einer weiteren Ausbreitung der Omikron-Variante vor massiven personellen Engpässen etwa in Krankenhäusern. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass in Bereichen der kritischen Infrastruktur sehr viel Personal krankheitsbedingt ausfallen wird“, sagt Dahmen dem „Handelsblatt“. „Ich sehe diese Gefahr nicht nur in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, sondern beispielsweise auch bei der Feuerwehr, Polizei, in Apotheken und dem Lebensmittelhandel.“

    https://www.n-tv.de/panorama/15-59-Wuest-fordert-gemeinsamen-Fahrplan-von-Bund-und-Laendern-noch-vor-Weihnachten–article21626512.html

    LuL finden in dem Kontext wieder mal keine Erwähnung. Entweder sind wir komplett immun gegen Omikron oder wir gehören eben doch nicht zu den relevanten Bereichen…

    • Wir betreuen doch nur Kinder. Und da man ja mittlerweile jeden dazu als UPlus Kraft hernehmen kann, who Cares? Außerdem sind wir doch faule Jammerlappen, die ständig frei oder Ferien haben. I Love it

  11. Und es ist alles auch so logisch aufgezogen. In der Schule ist es ja nicht gefährlich und keiner muss in Quarantäne, selbst wenn der Sitznachbar einen vollgehustet hat. Kinder geben nie das Virus weiter, völlig klar. Aber wenn man dann aus dem Ausland einreisen möchte (gibt ja Menschen mit Familie woanders) dann plötzlich müssen Kinder in Quarantäne, selbst wenn sie getestet sind usw. Ja klar. Voll logisch. Sind Kinder jetzt problematisch oder nicht? Warum werden sie unter 12 nicht mitgezählt? Warum können sie in der Freizeit nichts mehr machen, nicht mal draußen, aber Schule mit 30 anderen völlig ohne Abstand geht wieder? Kinder fragen sich das auch. Zu Recht. Unlogische Regeln, inkonsequent durchgezogen füttern wieder gewisse Gruppen. Ich komme mir langsam vera…. vor. Anders kann ich es nicht mehr sagen.

    • Aber mal ehrlich: Strenge Kontaktbeschränkunge, ohne dabei auch die Schulen einzubeziehen, das wäre doch ein Witz bei der Infektiosität von Omikron. Ich fürchte, die Experten wollten es nur nicht so konkret sagen, das böse Wort „Sch…sch…ung“…

      • Und was wäre kein Witz? Präsenzunterricht bis in alle Ewigkeit aussetzen, bis es keine Covid-Mutationen mehr gibt? Wann wird das sein und gibt es überhaupt ein Mutationsende?
        Bitte mehr Realismus statt Suhlen und gegenseitiges Überbieten in Schreckensszenarien.

        • Naja, würde man rechtzeitig die Schulen kurzzeitig schließen, könnte man langfristige Schließungen, aufgrund von Erkrankten SuS und LuL sowie der ansteigenden Hospitalisierung, vermeiden. Just my 2cents…

          • Man müsse irgendwie differenzierter vorgehen. Es gibt ja durchaus SuS, die mit dem Distanzunterricht gut klargekommen sind, teilweise sogar davon profitiert haben. Andere brauchen unbedingt den Präsenzunterricht. Aber man ist ja nicht bereit, nach unkonventionellen und individuelleren Lösungen, die auch mehr Infektionsschutz bringen würden, zu suchen. Bei uns in Thüringen sind die Intensivstationen voll und regelmäßig werden Intensivpatienten in andere Bundesländer verlegt. Da kann man doch nicht einfach alles laufen lassen, egal, wie viele Menschen sich anstecken und eben zu einem nicht unerheblichen Teil auch schwer erkranken werden. Notärzte haben schon Probleme, schwere Fälle zeitnah in einem Krankenhaus unterzubringen, wo sie angemessen versorgt werden können…

        • Aufgrund hoher Infektionszahlen, auch unter Geimpften, wird irgendwann kein Personal mehr in der Schule sein, siehe UK!
          Aber das heißt natürlich nicht, dass man die Schule deswegen schließen müsste! Die Kinder könnten die Räume ja trotzdem aufsuchen!

        • Dann setz dich doch endlich Mal für mehr Gesundheitsschutz in den Schulen ein Maja anstatt uns immer nur zu erzählen, was wir nicht sollen. Dieses Bashing geht mir mittlerweile so auf die E…

  12. Indirekt ist aus dem Papier des Expertenrates schon einiges zur Schule herauszulesen. Dort heißt es nämlich:
    „Bei allen Entscheidungen müssen die Interessen besonders belasteter und vulnerabler
    Gruppen, wie beispielsweise Kinder, Jugendliche oder Pflegebedürftige höchste Priorität
    erhalten. “
    Dieses Neusprech heißt für die Schule wohl in etwa:
    „Das Wohl der vulnerablen Gruppe der Kinder ist in keiner Weise durch das Virus gefährdet, sondern durch Schließungen von Schulen. Wir hören auf die Lobbygruppen. Schulen bleiben in jedem Fall, unabhängig und frei von den Inzidenzen für das kindswohl und den Präsenzunterricht geöffnet; erst wenn der gesellschaftliche Druck aufgrund Bergamo-ähnlicher Bilder zu groß geworden ist und es zu spät ist, werden wir Schulen schließen, ohne dabei Alternativkonzepte wie den Wechselunterricht mit einer angebundenen Online-Schule überdacht zu haben.“
    Vielleicht tue ich einigen Expert:innen mit dieser „Übersetzung“ Unrecht, aber das ist wohl nach fast zwei Jahren Pandemie realistischerweise das, was zu erwarten ist…

    • Ich denke, das wurde so ganz richtig übersetzt. Also zumindest Politiker würden dies Aussagen genauso auffassen.
      Und wechselunterricht hatte sich so schnell eingespielt und es gab auch Angebote für schwache SuS , die zuhause nicht so gut lernen konnten. Man müsste sich eben mal Gedanken machen. Mehr Räume für die kleinen organisieren und Betreuungspersonal, dann könnte man Klassen besser aufteilen und die großen schaffen das auch im Wechsel. Und wenn LuL Mal mehr als 2 Tage Vorlauf hätten, würde es sogar besser laufen. Hier fehlt auch der Wille zu Alternativen oder der Wille, den Schulen Spielräume zu geben. Man müsste ja evtl. Kreativ werden oder/ und geld in die Hand nehmen.

    • Das Problem könnte sein, dass der Expertenrat schon sagen wird, was sinnvoll ist, dabei aber nur von Belang ist und nach außen dringt, was gut mit dem neuen Infektionsschutzgesetz vereinbar ist. Für einen Lockdown wie in den Niederlanden und anderswo …. müssten sich die Politker(innen) da nicht eingestehen, dass sie mit dem Auslaufen der „epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ falsch gelegen und sich damit selbst die Rechtsgrundlage für einen harten Lockdown genommen haben? Müsste zu diesem nach dem ganzen Hin und Her nicht der Ausnahmezustand erneut ausgerufen werden? So bleibt nur ein bisschen Rumbestimmer- und Verhandelerei bei nicht allzu relevanten Kontaktbeschränkungen.

      Das RKI hat die Risikobewertung zwischenzeitlich aufgrund Omikron angepasst:
      für Ungeimpfte sei die Gefährdung einer Infektion „sehr hoch“,
      für Geimpfte mit zweimaliger Impfung „hoch“,
      für Geimpfte mit dreimaliger Impfung „moderat“.

      Notfallpläne für die Grundversorgung werden auch ausgearbeitet. Wenn dann noch mehr medizinisches Personal wegbricht, wird dies dann wie ersetzt werden?

      Und die FDP ist sich einig: „Wir wollen keinen harten Lockdown!“ (und sicher kein erneutes Ausrufen des Ausnahmezustandes). Noch ein bisschen impfen und ein bisschen die Kontakte beschränken. Im schlimmsten Fall darf man sich dann als Geimpfter nur noch mit 9 weiteren Personen gleichzeitig treffen drinnen. Nur. Welch´ein genialer Schachzug und verdammt alltagstauglich und sogar auch nichtalltagstauglich. Die tun echt was gegen die „Katastrophe einer neuen Dimension“.

      Ob der Expertenrat es schafft, den Entscheidern klarzumachen, dass es kein politisches und auch kein Strategie-Spiel, sondern bitterer Ernst ist, BEVOR Omikron es so von „Mensch-zu-Mensch“ tut? Und wir uns dann lieber freiwillig gar nicht mehr operieren lassen wollen, bevor es noch ein Apotheker z.B. tun darf in der Not? Es kann ja nicht sein, dass auf einmal alle Kieferklemmen tragen!

  13. „Hier setzt man dagegen wie besessen auf ein einheitliches und solidarisches gemeinsames Untergehen, damit die Defizite in der Digitalisierung und auch sonstige Versäumnisse nicht als Riesenthemen auf dem offenen Tisch präsentiert werden müssen“.

    Das ist so treffend formuliert, wie es in der Sache erbärmlich ist. Wahrscheinlich ist das wirklich die Erklärung für das verantwortungslose realitätsverweigernde Verhalten der KM seit nun über einem Jahr.

    Die KM-Haltung „Die Schultüren bleiben weit offen, niemand wird ausgeschlossen“ ist die als Einladung übertünchte Verpflichtung, sich mit all den anderen Lemmingen in den Abgrund zu stürzen.

    Ich gehe auch gleich wieder hin, gegen Gemecker anlüften und Nasen über die Masken kommandieren. Sowie heimlich auf die Statistik hoffend, dass mich eine ffp2-Maske „wahrscheinlich“ schützt.

  14. „Wand statt Welle“, „Naturkatastrophe“, „unlösbare Probleme im Gesundheitswesen“, „Boosterimpfungen reichen nicht als Maßnahme“ … solche Meldungen liegen seit Tagen wie schwere Brocken im Magen und stecken auch im Hals fest. „Lockdown vermeiden, Maßnahmen ausschöpfen“, „kein Lockdown vor Weihnachten“, „Omikron ändert in den Schulen nichts“ … wiegen ebenso schwer.

    Und nachher heißt es wieder so oder so ähnlich: „Wir haben die Situation falsch eingeschätzt. Die Maßnahmen wirkten: Die Inzidenzen und der R-Wert waren vor Weihnachten gesunken. Die Lage auf den Intensivstationen zeigte einen positiven Trend. Die Maßnahmen wirkten und wir glaubten uns trotz Omikron auf einem guten Weg.“

    Warum nur, warum?

    Israel verbietet zwischenzeitlich Reisen nach Deutschland. Offensichtlich sind die Reisen hierhin noch nicht einmal mit einer Sondergenehmigung erlaubt. Alle sehen´s, alle wissen, was hier los ist. Nur wir stehen uns bei der Pandemiebekämpfung selbst im Weg. Nur wir! So bekommt „die Ampel“ nochmal eine besondere Bedeutung! 😉

    Danke für den Zuspruch und überhaupt das Möglichwerden erhöhter Aufmerksamkeit für den Kommentar. Es bleibt einem sonst nicht mehr viel in der Situation als sich wenigstens auf diesem Wege etwas Luft zu machen, auch wenn es nicht wirklich etwas bewirken wird. Im Grunde ja schon seit fast zwei Jahren nicht. Im Gegenteil: Offensichtlich wird alles nur noch schlimmer statt besser.

    Bald sind Ferien/Urlaub – in dieser Lage eine Zeit der Zuflucht – so bedeutend wie nie! Eine Insel zuhause mit Sicherheit auf Zeit! Den Weihnachtsferien sei Dank! Wie gut, dass diese überhaupt noch erhalten geblieben sind! Als selbstverständlich kann man das wohl nicht mehr ansehen, wenn man der Argumentation in Sachen „Bildungsdefizite, benachteiligte Kinder zuhaus´ in häuslicher Gewalt, wichtige Pandemiebremsscheiben und -hygienefilter …“ folgt. Hätte durchaus auch anders laufen können …

  15. Das Problem:
    Wenn man einen Lockdown macht, muss man auch in Kauf nehmen, dass die SchülerInnen in der Zeit nichts lernen (wie eine Studie für die Niederlande nachgewiesen hat). Schule kann durch keinerlei digitale Features ersetzt werden – es wird nicht funktionieren.
    Lockdown der Schulen = Schüler lernen in dieser Zeit (fast) nichts. Dessen muss man sich bewusst sein. Ich möchte diese Entscheidung nicht treffen – eine Entscheidung zwischen Pest und Cholera.

  16. Man darf davon ausgehen, dass die Regierung nur einen privaten Lockdown Light verhängen wird, angesichts von Omikron ein Faustschlag für das medizinische Personal. Ab Januar werden die Schulen wieder öffnen.
    Lehrer und Schüler sind Verfügungsmasse und Omikron wird sich durch die Schulen und die Bevölkerung pflügen.
    Schütze sich, wer kann.

    • Tja, und wenn es dann, wie von einigen befürchtet wird, zu weiter absteigenden Krankenzahlen kommt, immer mehr Kräfte in den Schulen erkrankt sind oder in Quarantäne, dann fällt der Unterricht auch aus. Dann ist aber niemand verfügbar für Arbeitsaufträge, Onlineunterricht etc …
      Konnte dann wieder niemand ahnen, kam dann total überraschend.

      • Ja, genau. Wer ersetzt dann eigentlich die Lehrkräfte? Wer springt für sie ein? Ob es dafür auch einen Notfallplanplan geben wird? DAS sollte auf hoher Prioritätenstufe wie andere Versorger stehen. Eigentlich nach dem ganzen Tamtam hier in der BRD um die Schulen, in Relation zu sterbenden Menschen gesehen, auf der höchsten. 😉

  17. Ich stimme dem Kommentar in vielen Punkten zu. Nur in einem entscheidenden nicht. Wechselunterricht und Online Unterricht ist leider keine Alternative.
    Die Endgeräte sind da bei dem Lehrpersonal (sei es als Dienstgerät oder das privat als Arbeitsmittel angeschaffte Gerät). Bei den Süß ist das ähnlich wobei wenn es Probleme gibt, dann auf dieser Seite. Auch technisch sind die Möglichkeiten gegeben Teams, ISERV, etc) (Ja auch mir ist bekannt das es technische Probleme gab).

    Aber das größte Problem ist, daß neben den bekannten Ausnahmen, weite Teile des Wechselunterrichts und des Online Unterrichts eben gelinde gesagt suboptimal gelaufen sind. Dafür gibt es neben organisatorischen Gründen (Träger die Teams nicht erlaubt haben, ISERV abstürze, DATENSCHUTZ, etc.) aber eben auch die Seite des Lehrpersonals. Und entgegen aller Hürden gab es einige die es ganz toll gemeistert haben. Aber leider, entgegen der Ausführungen der Gewerkschaften, viel mehr die eben nur Aufgabenblätter abarbeiten haben lassen. Aber sonst eben nichts zwischen Lehrpersonal und SuS erfolgt ist.
    Und ehrlich gesagt, glaube ich, daß genau das einer der Gründe ist, weshalb man die Schulen offen halten will.
    Natürlich ist das auch eine Geld frage (nicht alle haben ein Entgerät vom AG, Schulen sind zum größten Teil schlecht ausgestattet, etc.). Aber diese traurige Seite der Pandemie wird leider oft vergessen.

    Und das aufzufangen, neben dem 42h Job den ich zum Glück daheim ausführen durfte war für viele eben kein Spaß. Und ja, Urlaub und unbezahlte Urlaub und Kinderkrankentage sind endlich.

    • Die Kluft zwischen den Schulen im Digitalisierungsfortschritt ist groß! Aber viele Schulen KÖNNEN Distanzunterricht und dürfen nicht, weil es nicht ALLE gleich gut können. Also haben ALLE das Nachsehen und können keinen Beitrag zur Infektionseindämmung leisten.

      In Österreich ist es möglich, Kinder ohne Attest zu Hause zu lassen. Ein Entschuldigung der Eltern reicht in der Notlage aus. Unterricht findet dort grundsätzlich in Präsenz statt, die Kinder aber, die der Schule fernbleiben, können sich aber im Rahmen einer Präsenzstunde über die zuständigen Stoffgebiete informieren oder aber, viel besser, wenn die technischen Voraussetzungen gegeben sind, eigenintiativ am Unterricht virtuell teilnehmen. Klassenarbeiten und Prüfungen finden unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen statt. Freigestellte Schüler(innen) können auch tageweise in Präsenz erscheinen.

      Was gäbe ich um eine solche Regelung hier in Deutschland! Mitnehmenkönnen zum Infektionsschutz, was (auch subjektiv) möglich ist, zum individuellen und gesellschaftlichen! Stattdessen stecken wir hier aufgrund der Versäumnisse der Kultusminister(innen) im Einheitssumpf fest und drohen „bildungsgerecht“ darin gemeinschaftlich bei vollen Klassen unterzugehen. Die Assoziation, die ich mittlerweile mit dem Schulbesuch in Deutschland mitten in der Pandemie habe, hat irgendwas mit Knechtung zu tun. Wünschenswert wäre dagegen ein Umgang mit Schülern, Lehrkräften, Eltern, der respektvoll lösungsorientiert ist und Chancen und bereits vorhandene und funktionierende Möglichkeiten nicht vergibt, sondern nutzt, gerade auch in Hinblick auf die Pandemie!

  18. @ Erstaunte Vater
    Außerdem hat bei uns nach ein paar Anfangsschwierigkeiten in Kürze sogar der 100%ige Distanzunterricht sehr gut funktioniert. Vermutlich waren die reinen Distanz-Zeiten sogar besser als bei einem „Dazuschalten“ der Quarantänekinder oder im Wechselunterricht einer 1/2 Truppe zuhause z.B., weil er eine entsprechend bessere Kommunikation bot. Auch Politiker(innen) halten ihre Online-Konferenzen ab. Überall eigentlich ist es doch der „Geist der Zeit“ … und die Pandemie hat es zum Infektionsschutz vorangetrieben. Als die Not uns zwang, war ich erstaunt, was Schulleitungen und Lehrkräfte in Kürze bewegen können, wenn man sie denn lässt! Und die Kinder haben ebenso schnell erstaunliche Kompetenzen entwickelt, von denen sie im Übergang in die Ausbildung oder das Studium sehr profitieren werden! Es gibt auch eine wirklich positive Seite dabei, die genauso Beachtung verdient wie die negative, finde ich.

    Wichtig bei allem aber ist in jedem Fall, die Kinder nicht zwangszudurchseuchen! Fair – und für manche sogar überlebenswichtig – wäre eine Wahlmöglichkeit statt Zwang per SchulBESUCHSpflicht!

  19. Einspruch. Wenn der Distanzunterricht wieder kommt, werde ich wieder 50 Prozent meiner Schüler verlieren, die das nicht schaffen. Ich habe etliche Bespiele, die aus dem Lernen weggebrochen sind und heute noch nicht zurück sind. Wir leiden noch immer an die psychischen Folgen des ersten Lockdowns in der Schule, dass die Kids erst jetzt so langsam wieder wirklich ankommen. Ich fasse es nicht, wie jetzt schon wieder Leute von Schulschließungen reden können. Wir werden alle das Virus bekommen. Es wird endemisch werden. Das können wir nicht verhindern.Gerhört zu jeder Pandemie. Boostern, ggf. Impfpflicht für Ü50, Schwache massiv schützen und durch. Alternativen gibt sonst nur mit massiven wirtschaftlichen und sozialen Kollateralschäden, die wir jetzt schon sehen.

    • Sie wissen doch aber überhaupt nicht, wie sich Omikron auf die Kinder auswirkt! Sie unterstellen, dass es harmlos sein wird so wie es bei Delta auch unterstellt wird (und nicht stimmt!).

      Komisch, Sie blicken auf eine Minderheit an Kindern, die in der Distanz abgetaucht sind und betonen die massiven wirtschaftlichen und sozialen Schäden aufgrund von Schulschließungen; ich blicke auf die täglich Sterbenden, auf das Gesundheitssystem am Limit, auf die Gefahr eines Zusammenbrechens des Gesundheits- und Versorgungssystems der BRD aufgrund von politischer Fehlentscheidungen in der Pandemie. Jeden Tag schaue ich mein Kind an und frage mich innerlich: „Werden wir da heil rauskommen?“. Ich kenne persönlich schon zwei recht junge Familienväter, die da nicht heil rausgekommen sind. Einer war ungeimpft und kerngesund. Einer war doppelt geimpft und vorerkrankt. Impfpflicht Ü50 und Schützen der Schwachen, was Sie da propagieren, hat den beiden und ihren Familien NICHTS genutzt!

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