Angeblich geringes Infektionsgeschehen an Schulen: Wie Stark-Watzinger die Wissenschaft zurechtbiegen lässt

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BERLIN. Vor dem Schulstart in acht Bundesländern versucht das Bundesbildungsministerium, in der wissenschaftlichen Debatte um das Infektionsrisiko in Schulen mitzumischen – und blamiert sich mit einer falschen Behauptung auf Twitter. Ist das der neue Stil von Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP)? Ihr Kabinettskollege, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), zeigt sich derweil durch (echte) Daten aus Großbritannien alarmiert.

„Nennt sich Bestätigungsfehler“: Bundesbildungsministerin Bettina Stark-Watzinger (FDP). Foto: BMBF / Hans-Joachim Rickel

Die FDP-Politikerin Bettina Stark-Watzinger ist als neue Bundesbildungsministerin sehr darum bemüht, den Präsenzunterricht um jeden Preis zu bewerben. „Wir müssen alles tun, um die Schulen auch mit Omikron offen zu halten“, so lässt sie sich auf Twitter zitieren. Alles tun – meint das: notfalls auch die Wissenschaft biegen?

„Studien zeigen, dass Schulen für sich keinen übermäßigen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben. Es zeigt sich aber, dass Schulschließungen negative Auswirkungen vor allem für das psychische Wohl der Kinder haben. Viele Grüße, die Social-Media-Team“, so heißt es nämlich aktuell im Twitter-Kanal des Bundesbildungsministeriums (falscher Artikel im Original).

Die Grünen-Politikerin und Bildungsexpertin Marina Weißband fragt umgehend nach: „Studien? Können wir dazu Quellen haben, bitte? Würde mir die Studien gern ansehen.“

Tatsächlich werden die Studien in der Antwort angegeben:

  1. SARS-CoV-2 circulation in the school setting: A systematic review and meta-analysis (Martinoli et al.)
  2. Transmission of SARS-CoV-2 by children and young people in households and schools: a meta-analysis of population-based and contact-tracing studies (Viner et al.)
  3. Risk of infection and transmission of SARS-CoV-2 among children and adolescents in households, communities and educational settings: A systematic review and meta-analysis (Irfan et al.)

Das Problem: Keine einzige der Studien sagt das aus, was das Bundesbildungsministerium behauptet. Der Physiker und Wissenschaftsjournalist Markus Pössel hat sich die drei Untersuchungen im Detail angeschaut. „Kurzfassung: Die Studien belegen die Behauptung leider nicht, sondern widersprechen ihr zum Teil sogar“, so schreibt er – und begründet das in einem Blogbeitrag auf Spektrum.de ausführlich.

Sein Fazit: „Zur Rolle von Schulen für das Infektionsgeschehen finde ich da nichts Aussagekräftiges. Dazu müsste man ganz andere Zusammenhänge betrachten als in jenen Studien untersucht. Und man müsste insbesondere untersuchen, wie sich das Virus zwischen den einzelnen Untergruppen verbreitet. Dass eine Familie sich gegenseitig ansteckt, sobald ein Mitglied infiziert ist, dürfte sehr wahrscheinlich sein. Dass in diesem Sinne Schulen sicherer sind als gegenseitiger Umgang mit der Familie ohne Maske und in kurzem Abstand: klar, geschenkt. Aber zur möglichen Rolle der Schulen könnte auch unter solchen Umständen eine Art Verteilerfunktion gehören (wie sie bei Grippewellen ja offenbar gegeben ist). Wenn sich von 1000 Schüler*innen nur 50 in der Schule anstecken, jede*r dann aber wieder 2 Familienmitglieder bei sich zuhause ansteckt, könnten wir ja auch nicht einfach sagen: Ha, Haushalt ist gefährlich, dort 100 Ansteckungen, in der Schule dagegen nur 50! Sondern dann hätte die Schule eine Schlüsselrolle bei der Verbreitung und damit bei der Infektionsdynamik gespielt, ohne dass das direkt an den reinen Fallzahlen des Zahlenbeispiels abzulesen gewesen wäre.“

Auch auf Twitter fallen Reaktionen von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern verheerend aus:

  • „Ich bin Wissenschaftler (kein Mediziner) & ich habe ab dem 1. Semester gelernt wissenschaftlich zu arbeiten & jetzt stellt sich hier jemand von einer Bundesbehörde hin & sagt: ‚Ätschibätsch, ich nehme nur die Studien, die mir gefallen.‘ Nennt sich Bestätigungsfehler. Auch 1. Semester.“
  • „Ich wollte mich heute an einen Forschungsantrag bei euch setzten. War eh am überlegen, ob ich mir diese Mehrarbeit antun will. Ich lasse dass jetzt. Ich will kein Geld von Schwurblern und verbringe meine Zeit lieber damit, mein Kind zu schützen. Danke für die Entscheidungshilfe.“
  • „Beim Lesen des Threads musste ich lachen. Es ist so durchschaubar, was hier gerade passiert. Cherry Picking bei Studien, um das Ergebnis zu bekommen, was angenehm ist und zur politischen Agenda passt. Studien, die ein differenzierteres Bild zeigen, sind ja hier von anderen gepostet worden. Germany, we have a problem! Wenn Bundesbehörden entgegen der Wissenschaft agieren, um blind der Regierung zu dienen, dann ist die Frage, wie gut unsere Demokratie noch funktioniert?“

Tatsächlich hätte das Bundesbildungsministerium nur mal bei der Kultusministerkonferenz anfragen brauchen, die unlängst den Stand der Forschung zur Rolle von Schulen in der Pandemie zusammentragen ließ – den dann allerdings nur widerwillig veröffentlichte, wie News4teachers berichtete.

Darin heißt es: „Der Beitrag, den Kontakte mit in der Schule infizierten Menschen am Gesamtgeschehen in der allgemeinen Bevölkerung haben, hat sich über die Zeit verändert. Dies galt auch innerhalb der 3. Welle, in der wir den Beitrag in Infektionsmodellierungen zwischen 5 und 12% schätzen. Dieser Beitrag steigt seit KW 33 deutlich an und wird in den nächsten Wochen vermutlich über das Maximum der 3. Welle steigen.“

„Insgesamt zeigt sich, dass Schulschließungen effektive Instrumente zur Eindämmung der Epidemie sind“

Dabei ist festzuhalten, dass mit „Gesamtgeschehen“ lediglich die offiziell erfassten Infektionen gemeint sind – bevor in Schulen getestet wurde, waren Kinder (weil Ansteckungen mit dem Coronavirus bei ihnen meist symptomlos bleiben) statistisch unterrepräsentiert. Das hat sich mit den Tests von Schülerinnen und Schülern geändert. Und siehe da: Die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen übersteigen die der übrigen Altersgruppen um das Dreifache. Die Schulen sind also sehr wohl nennenswert am Infektionsgeschehen in Deutschland beteiligt.

Deshalb heißt es auch in der Studie: „Insgesamt zeigt sich in den Übersichtsarbeiten, dass Schulschließungen effektive Instrumente zur Eindämmung der Epidemie sind.“

Vielleicht wäre ein Anruf im Bundesgesundheitsministerium auch nicht schlecht gewesen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) twitterte nämlich erst gestern – unmittelbar vor dem Schulstart in acht Bundesländern also: „Daten aus UK zeigen bei Kindern erschreckende Werte. Da Omicron durch Masken gut abgewehrt werden kann, sind Maskenpflicht in der Schule und regelmäßiges Testen absolut notwendig.“ Entwarnung klingt anders. News4teachers

Wissenschaft selbstgemacht – Bildungsbehörde bestätigt Bildungssenator mit eigener Studie: Schulen sind sicher!

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Metalman
4 Monate zuvor

So ähnlich haben ja auch Prien (furchtbar selbstgefällig) und Streeck (leicht unsicher vorgetragen) bei Lanz arumentiert. Kinder würden sich einfach nicht so oft anstecken!

Diese intellektuelle Beleidigung ist schwer zu ertragen. Wenn man Schulen aus politischen Gründen TROTZ der Omiokron-Welle und der Infektionen auch und gerade dort unbedingt offenhalten muss, dann soll man das bitte auch so kommunizieren. Man könnte auch sagen, dass man die Nachteile (für die Wirtschaft, für die Psyche, für die Eltern etc.) einfach größer einschätzt als den Nutzen.

Aber bitte nicht immer wieder die Mär von sicheren Schulen und Kindern, um die Corona irgendwie einen Bogen macht, auftischen.

Können wir mal ehrlich kommunizieren, die wirklichen Beweggründe kommunizieren? Ich glaube nicht mehr dran. Aber auch deshalb haben ja 30% der Bürger ihr Vertrauen in die Politik verloren, wenn man Gysi zitieren darf.

Trulla
4 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Genau richtig.
Wenn sie sagen würden, wir BRAUCHEN offene Schulen, weil … Und wir wissen, dass es eine Gefahr für die Gesundheit darstellt und auch psychisch belastet.
Aber dieses:
-Tarnen als „Gutmenschen,
-selektive Nutzen von Wissenschaft,
-Schönreden von Handlungslosigkeut
-Kleinreden von Risiken
ist extrem kontraproduktiv

Megalodon
4 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Stimmt, ich war nicht mehr sicher, Metalman, auch Herr Streeck wiederholte bei Markus Lanz, dass sich Kinder sehr viel weniger anstecken und sehr selten schwer erkranken. Hat Herr Streeck nun Ahnung oder hat er sie nicht?

Metalman
4 Monate zuvor
Antwortet  Megalodon

Er wird schon Ahnung haben. Er lag aber in seinen Prognosen wesentlich häufiger falsch als Drosten oder Lauterbach.

Er ist halt für einen politischen Kurs mit wenig Einschränkungen. Und das ist er immer gewesen. Auch er sucht sich die für seine politische Aussage passenden Studien raus. Objektiv scheint er mir nicht zu sein, er ist ja auch Mitglied im Beratungsteam der Regierung. Beim Vortrag bei Lanz hörte man fast raus, dass er selbst nicht so glaubt, was er sagt.

Lauterbach scheint wenigstens noch selber zu denken, gucken wie lange noch oder ob er auch eingenordet wird.

Ein Blick in die USA oder nach England zeigt übrigens, wie „selten“ sich Kinder anstecken und wie es in Schulen zugehen kann.

Und das ärgert mich, diese einseitige Kommunikation der meisten Verantwortlichen.

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Es ist zum Verzweifeln.

Und es ist auch zu kurz gegriffen.

SuS sind ja nicht vergleichbar. Wenn wir versuchen, unsere fast 15jährige Tochter zu „betreuen“, lacht die uns aus.

Ginge es um das Wohl der Kinder, hätte es andere Konzepte gegeben, die auch mit Niedriginzidenzstrategien funktioniert hätten.

Da, wo am meisten kaputt geht, nämlich im Vorschulalter und den ersten Grundschuljahren, hätte man Kleingruppen in Großräumen bilden können und die Lehrkörperkompetenz komplett einsetzen können, um sich um diese Gruppe zu kümmern.

Während parallel die Inzidenz konsequent gedrückt wird, damit die Schulen nach technischer und digitaler Nachrüstung wieder für alle gefahrlos öffnen können.

Warum aber in der aktuellen Situation auch Teenager und Erwachsene (Berufsschüler zum Beispiel) zur Präsenz gezwungen werden, kann nicht mit dem Betreuungsargument der von mir überhaupt nicht geschätzten Frau Giffey erklärt werden.

Da geht es um etwas anderes. Was genau, weiß ich nicht, befürchte aber. Schlimmstes.

Wenn mit derselben Konsequenz, mit der Kinder, Jugendliche und Erwachsene durchseucht werden, mit gewaltbereiten Querdenkern und ihrer Nazi-Claqueuren-Bande umgegangen würde, wäre mir die Situation nicht erträglich, aber zumindest verständlicher.

So aber ist Kafkas Werk ein Arztroman und Kassandra eine Motivationstrainerin im Vergleich zur deutschen Corona-Politik.

Dass die FDP mit Frau Stark-Watzinger und den restlichen Don’t Look Up – Protagonisten (Lindner, Buschmann, Wissing, Kubicki) auf dem Weg zur FPÖ ist – geschenkt.

Dass aber die Kanalisierung von Lobby-Interessen durch eine 11,5%-Partei überhaupt keine Gegenreaktionen hervorruft, ist absurd.

Wehe, wenn die nächste Variante kommt.

Wehe, wenn die nächste Pandemie kommt.

Bin gespannt, mit was wir dann „leben müssen“.

Hauptsache, die Schulen sind sichere Orte.

eldorado
4 Monate zuvor
Antwortet  Ravel

„Warum aber in der aktuellen Situation auch Teenager und Erwachsene (Berufsschüler zum Beispiel) zur Präsenz gezwungen werden, kann nicht mit dem Betreuungsargument der von mir überhaupt nicht geschätzten Frau Giffey erklärt werden.“

Ich gehe mittlerweile von einer gewollten Durchseuchung aus. Mich würde nicht mal mehr wundern, wenn man die Welle mit Absicht hat hochgehen lassen, damit man endlich ein Argument für eine Impfpflicht hat. Statt einfach mal mit bestmöglichem Schutz abzuwarten, wie sich die Freigabe des Impfstoffes für Kinder und die Zulassung von proteinbasiertem Impfstoff auf die Impfquote auswirkt.

„Wenn mit derselben Konsequenz, mit der Kinder, Jugendliche und Erwachsene durchseucht werden, mit gewaltbereiten Querdenkern und ihrer Nazi-Claqueuren-Bande umgegangen würde, wäre mir die Situation nicht erträglich, aber zumindest verständlicher.“

Aber wenn sie gegen Querdenker vorgehen, müssten sie doch auch gegen die in ihren eigenen Reihen vorgehen, die Studien zurückhalten, Wissenschaftlern falsche Worte in den Mund legen u.ä. Die sind vielleicht nicht gewaltbereit im Sinne von, sie schlagen zu, aber eine Zwangsdurchseuchung hat für mich auch etwas sehr gewaltvolles.

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  eldorado

„Ich gehe mittlerweile von einer gewollten Durchseuchung aus. Mich würde nicht mal mehr wundern, wenn man die Welle mit Absicht hat hochgehen lassen, damit man endlich ein Argument für eine Impfpflicht hat. Statt einfach mal mit bestmöglichem Schutz abzuwarten, wie sich die Freigabe des Impfstoffes für Kinder und die Zulassung von proteinbasiertem Impfstoff auf die Impfquote auswirkt.“

Ja, davon gehe ich auch aus. Aber warum?
Wir sind eine überalterte Gesellschaft; zusätzlich gibt es mindestens 3 Millionen immunsupprimierte chronisch Kranke (Herz/Kreislauf nicht eingerechnet) + mehr als 500.000 Krebserkrankungen pro Jahr.

Viele davon haben Kinder oder Enkel, so dass die Zahl der Betroffenen im zweistelligen Prozentbereich liegt.

Jetzt macht man zweierlei:
a) die Kinder zusätzlich der Gefahr auszusetzen, chronisch krank zu werden
b) die Angehörigen einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes bis hin zum Tod auszusetzen

Was soll diese Durchseuchung erreichen, wenn man gleichzeitig weiß, dass jede neue Mutation diese ignorieren kann?

Durch Omikron ist der Genesenenschutz hinfällig und der Impfschutz reduziert.

Das wird mit einer der nächsten Varianten wieder so kommen.

Wir nehmen also x hunderttausend Tote und chronisch Kranke in Kauf, um unseren Wettbewerbern (z.B. China) kurzfristig die Stirn zu bieten.

Das hört sich nach einem Plan an. NICHT!

Selbst, wenn man menschenfeindliche Überlegungen anstellt, ergibt das keinen Sinn.

„Aber wenn sie gegen Querdenker vorgehen, müssten sie doch auch gegen die in ihren eigenen Reihen vorgehen, die Studien zurückhalten, Wissenschaftlern falsche Worte in den Mund legen u.ä. Die sind vielleicht nicht gewaltbereit im Sinne von, sie schlagen zu, aber eine Zwangsdurchseuchung hat für mich auch etwas sehr gewaltvolles.“

Nun, da haben Sie recht. Wenn Sie Einsicht und Vertrauen auf wissenschaftliche Erkenntnisse voraussetzen.

Für die vielen Schattenfamilien (immunsupprimiert, chronisch krank, krebserkrankt) bedeutet das, jeden Tag mit Todesangst zu beginnen.

Das sind bestimmt motivierte Arbeitskräfte.

eldorado
4 Monate zuvor
Antwortet  Ravel

„Ich gehe mittlerweile von einer gewollten Durchseuchung aus. […]“

> „Ja, davon gehe ich auch aus. Aber warum?“

Ich habe den Eindruck, dass neben wirtschaftlichen Interessen (eigene Tasche, Großkonzerne), alle anderen Argumente bei unseren Politikern kaum Gewicht haben, auch wenn sie sie durchaus kennen. Einen langfristigen Plan gibt es nicht. Man tut, was jetzt aktuell wirtschaftlich am besten ist. Eine hohe 4. Welle per Zwangsdurchseuchung in den Schulen hat drei Vorteile – es lassen sich mehr Leute aus Angst vor dem Virus impfen, man hat ein Argument für eine Impfpflicht und zudem auch noch jede Menge genesene Kinder. Und für unser Politiker gilt wahrscheinlich „alle geimpft/genesen = Wirtschaft floriert“.

“ Wenn Sie Einsicht und Vertrauen auf wissenschaftliche Erkenntnisse voraussetzen.“

Ich bin mir sehr sicher, dass unsere Politiker sehr wohl wissen, dass ihre Entscheidungen entgegen aller wissenschaftlicher Logik sind. Sie haben nur, wie oben beschrieben, eine komplett andere Priorität. Und um die durchzusetzen, wird auch mal gerne in die Trickkiste der Querdenker gegriffen. Und gleichzeitig kann man diese auch noch dazu benutzen, um ihnen die Schuld an der 4. Welle zuzuschieben. Wie gut das gelungen ist, merkt man daran, wieviele Leute aus der Bevölkerung in der Zwischenzeit glauben, dass alle Ungeimpften Querdenker und rechtsradikal sind.
Dabei sind das einfach nur die sichtbaren. Die, die Zuhause sitzen und sich andersweitig schützen, sieht man halt nicht.

Alla
4 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Ja, ich bin fast vom Stuhl gefallen, als Frau Prien, im Brustton der Überzeugung, bei Lanz behauptete, es sei ja erwiesen, dass Kinder sich seltener anstecken als Erwachsene.
Hää? Mal die Inzidenzien in den Altersgruppen ansehen????
Gysi meinte, Politik müsse sich ehrlich machen um verloren gegangenes Vertrauen zurück zu gewinnen.
Frau Prien darauf: Auf Marketing zu verzichten sei naiv!
Ach so!
Auch so durchsichtige Unwahrheiten zu verbreiten?

Die Berlinerin
4 Monate zuvor

Das meinen aber andere auch weiterhin (wobei, gleiche Partei, nicht wahr?!):

„Schüler würden nicht als „Treiber“ des Infektionsgeschehens gelten, argumentiert Paul Fresdorf (44), parlamentarischer Geschäftsführer der FDP-Fraktion. „Sie sind weder Gesundheitsrisiko noch Risikogruppe“, so der Politiker zur B.Z. „Wir wollen den Unterricht für Schüler verantwortungsbewusst erleichtern.“
https://www.bz-berlin.de/berlin/fdp-antrag-schueler-sollen-nicht-staendig-masken-tragen?fbclid=IwAR2muy8w3J4NfVenrNTLcOd9bUZQ643IPH1VPZAUdEE7CWxECQ4aK_Lu3dI

S.
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Dass die FDP so blind ist. Auch wenn die meisten SuS nicht zur Risikogruppe zählen, so aber viele Lehrkräfte, Erzieher*innen und Eltern. Und diejenigen Kinder und Jugendliche die „vorerkrankt“ sind, werden in eine ganz, ganz schwierige, lebensbedrohliche und mental nur schwer tragbare Situation gebracht. Inhumane FDP. Als Geisteswissenschaftlerin empfehle ich allen, sich mit dem New Materialism auseinanderzusetzen: Donna Haraway oder Karen Barad haben schon vor vielen Jahren gezeigt, wie alle Lebensformen und Materialiäten auf der Erde zueinander in Beziehung stehen und von menschlicher Seite Achtsamkeit und Fürsorge geboten sind.

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Jaja, die FDP – Freiheit über alles, besonders den gesunden Menschenverstand.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Die Berlinerin

Wenn irgendjemand Kinder als „Gesundheitsrisiko“ während dieser Pandemie bezeichnet, ist dessen Motivation stets zu hinterfragen. Kein Lehrer, Erzieher oder Elternteil tut dies: diese weisen auf das Infektionsrisiko hin. Das allerdings liegt in der Natur des Virus begründet, nicht in der Natur der Kinder. Personen, die wie oben beschrieben agieren, wollen meiner Ansicht nach vom eigentlichen Problem ablenken: ihrer offensichtlich massiven Panik (ich verwende das Wort bewusst), die eigene Freiheit zugunsten der Kinder einschränken zu müssen. Will man offene Schulen mit vielen Kontakten , müssen eben andere Kontakte reduziert werden, und zwar massiv – auch und gerade im Arbeitsleben der Wirtschaft.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Insbesondere meine ich diese „Kinder sind kein Gesundheitsrisiko“ – Rhetorik, vergleichbar mit „ Luftfilter können offene Fenster nicht ersetzen“, welche Aussagen unterstellt, die nie getätigt wurden.

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

„Will man offene Schulen mit vielen Kontakten , müssen eben andere Kontakte reduziert werden, und zwar massiv – auch und gerade im Arbeitsleben der Wirtschaft.“

ja Lockdown light in NRW hat ja super geklappt… / solange die Schulen und KiTas zu aktuellen Bedingungen offen gehalten werden, wird es das Infektionsgeschehen weiter beschleunigen. 11% der Bevölkerung sind in diesem System tätig… jeder 10. ist damit ein hochpotenter Inkubatur. Impfung ist an der Stelle zu vernachlässigen.

kanndochnichtwahrsein
4 Monate zuvor

„…bevor in Schulen getestet wurde, waren Kinder (weil Ansteckungen mit dem Coronavirus bei ihnen meist symptomlos bleiben) statistisch unterrepräsentiert. Das hat sich mit den Tests von Schülerinnen und Schülern geändert. Und siehe da: Die Inzidenzen bei Kindern und Jugendlichen übersteigen die der übrigen Altersgruppen um das Dreifache. Die Schulen sind also sehr wohl nennenswert am Infektionsgeschehen in Deutschland beteiligt.“

Ja, und jetzt wird getestest. Nein, man lässt die Kinder sich testen.
Weitere Fehlerquelle!
Viele Kinder machen es nicht richtig, Tests sind dann noch ungenauer als sie ohnehin schon sind, weil sie nur die „Spitze des Eisbergs“ erfassen, die akut stark virenstreuenden Personen.
Wenn man dann noch bedenkt, dass auch in den Familien nicht alle Folgeinfektionen wirklich gefunden werden, eben weil Kinder oft wenig symtpomatisch sind und Tests nicht immer ansprechen, weil Eltern und andere Kontaktpersonen geimpft sind, eine versteckte Infektion aber durchaus weitergeben können, dann können wir uns vorstellen, wie hoch die Dunkelziffer eigentlich ist.

Mir graut, wenn ich sehe, wie wenig gesunder Menschenverstand und Wissenschaft wert sind.
Mir graut vor den hygienischen Zuständen in den Schulen – schon seit vielen Jahren/Jahrzehnten.
Mir graut vor allem, weil Corona vielleicht noch ein recht „kleines“ Problem ist.

Wir sind in keiner Weise vorbereitet auf weit gefährlichere Infektionen oder andere „Natur-“ (oder menschenverursachte) Katastrophen – nicht im Gesundheitswesen, nicht im Verkehr, nicht in der Versorgung der Bevölkerung, in Schulen schon gar nicht!

Wir sind nicht in der Lage, Schule halbwegs sicher zu machen und Unterricht sicherzustellen.
Schulschließungen dürfen nur das allerletzte Mittel sein – werden aber kommen, wenn wir all die vielen Möglichkeiten vor dem allerletzten Mittel nicht nutzen.
Ob durch individuellen oder verordneten Unterrichtsausfall und Mangel überall – und das war auch schon vor Corona nicht anders – geht so viel Bildung verloren, dass mir graut vor der Auswirkung in einigen Jahren, wenn neue Wissenschaftler und Politiker gebraucht werden, die mit vielleicht noch viel größeren Herausforderungen werden umgehen müssen… werden die Schüler von heute dann in der Lage sein, diese Aufgaben zu übernehmen?
Welche Bildung haben sie dann?
Welche Sozialisierung genossen sie?
Welche Vorbilder hatten sie?
Welche Ziele werden sie haben?
Welche Ressourcen werden sie nutzen können?

Christel
4 Monate zuvor

Jeder Politiker biegt sich doch die Studien so hin, wie sie ihm/ihr gerade passen. Der hier im Artikel angesprochene Karl Lauterbach sagte am 11. April über seinen Twitter-Account und wiederholte es auch im Fernsehen: „Statistisch gehen 7 Prozent infizierter Kinder in Long Covid.“ Später gab er zu, dass die korrekte Aussage sei: „Statistisch gehen 7 Prozent infizierter Kinder, DIE SYMPTOME AUFWEISEN, in Long Covid.“ Was dann natürlich weit weniger als 7 Prozent sind.
Damit hat Herr Lauterbach sich entweder ebenfalls bis auf die Knochen blamiert oder (was wahrscheinlicher ist) er will die Leute für dumm verkaufen. Insofern wundere ich mich, dass Frau Stark-Watzinger gerade bei ihm für „Nachhilfe“ anrufen sollte, wie es am Ende des Artikels heißt.

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Christel

soweit ich es gelesen habe, macht es keinen Unterschied ob es asymptotisch oder symptomatisch mit Corona infizierte Kinder sind.
Bei asymptomatisch fallen Veränderungen aber erst mal nicht unter LC, weil man deren Infektion nicht mal mitbekommen hat. Die Verbindung zu einer Infektion lässt sich dann auch nicht mehr so schön herleiten ohne aufwendigere Untersuchungen.

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Sehr richtig!

Canishine
4 Monate zuvor

„Schüler würden nicht als „Treiber“ des Infektionsgeschehens gelten, argumentiert Paul Fresdorf (44)“
Gelten: Das hat er aber clever formuliert …

Megalodon
4 Monate zuvor

Nach kurzer Anfrage an Google lese ich aber dies, immerhin vom RKI, selbst wenn das lange vor Omikron war:

„Schulen sind eher keine Pandemie-Treiber
Stand: 25.02.2021 16:00 Uhr
Tragen Schulen in besonderem Maße zur Verbreitung des Coronavirus bei? Über diese Frage wird auch in Fachkreisen seit Beginn der Pandemie gestritten. Das Robert Koch-Institut hat nun eine große Datenanalyse veröffentlicht.Das Robert Koch-Institut (RKI) ist der hoch umstrittenen Frage nach dem Beitrag von Schulen zur Pandemie in Deutschland nachgegangen. Eine Analyse von Meldedaten und Studien lege nahe, dass Schülerinnen und Schüler „eher nicht als ‚Motor‘ eine größere Rolle spielen“, aber dass es auch bei ihnen zu Übertragungen komme und Ausbrüche verhindert werden müssten. So schreibt es das RKI in einer neuen Online-Publikation…“
https://www.tagesschau.de/inland/coronavirus-schulen-rki-101.html

Megalodon
4 Monate zuvor
Antwortet  Megalodon

Hier findet man diese Aussage auch relativ aktuell, nämlich im Dezember 2021. Da war Omikron schon bekannt und wirksam.

„Schulen sind kein Treiber der Pandemie
VON HEIKE SCHMOLL, BERLIN-AKTUALISIERT AM 15.12.2021
… Insgesamt hätten Schulen eine regulierende Funktion für das Infektionsrisiko, sagte der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Jörg Dötsch, während der Vorstellung der Studie am Mittwoch. Er plädierte dringend dafür, den Schulbetrieb während der gesamten vierten Welle aufrechtzuerhalten, weil die psychischen, sozialen und körperlichen Folgen von Schulschließungen enorm seien. Depressionen, Angststörungen, Adipositas und Essstörungen wie Anorexie hätten in hohem Maße zugenommen.“
https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/corona-studie-schulen-sind-kein-treiber-der-pandemie-17685905.html

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Megalodon

..und die Beweise dazu liefern Zeiträume von April 2019 bis August 2019, wo die Schulen fast alle in Distanz waren. Zudem war es nicht mal eine Studie.

Durch stetes Wiederholen wird der Wahrheitsgehalt von Null nicht gesteigert.

„regulierende Funktion für das Infektionsrisiko“.. Pah! In den östlichen Bundesländern kann man die Regulierung der Infektionswelle nach oben ganz toll bewundern.

Metalman
4 Monate zuvor
Antwortet  Megalodon

Ja sorry, aber Kinderärzte sind eben keine Virologen. Auch die haben ihre Interessen und schieben das Argument der so sicheren Schulen vor.

Niemand hat gesagt, dass Infektionen nur in Schulen stattfinden aber eben auch und aufgrund der Bedingungen von keinem Abstand und so vielen Menschen in Innenräumen liegt das auf der Hand und das lässt sich auch nicht mit nebulösen Behauptungen widerlegen.

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  Metalman

Das ist ja auch irrelevant.

Wenn ein Kind sich in KiTa oder Schule infiziert, infiziert es den Rest der Familie.

Mit Omikron auch Geboosterte.

Ergebnis: 1 Schulinfektion, x Folgeinfektionen.

Die Schulen und KiTas waren von Anfang an die entscheidenden Treiber der Pandemie. Was alle Metastudien bestätigen.

Megalodon
4 Monate zuvor
Antwortet  Megalodon

@Klugscheißer, Metalman,

nur jedes dritte infizierte Kind steckte sich in der Schule an. Ziemlich aktuell.
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Studie-Nur-jeder-dritte-infizierte-Schueler-steckte-sich-in-Schule-an,schule2890.html

Sind, wenn sich Kinder vor allem in der Familie anstecken, eigentlich dann nicht Familien = Treiber der Pandemie?

Bauer
4 Monate zuvor

Wir machen uns die Welt, wie sie uns gefällt.

Klugscheisser
4 Monate zuvor

Warum kann sich das Bildungsministerium nicht mal um Bildung kümmern, und das Gesundheitsministerium um Gesundheit an Schulen?

Die einen kümmern sich um den Unterricht und die
anderen um hygienische Zustände in den Schulen, mal ganz neu nach Ressorts gedacht.

Riesenzwerg
4 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

@Klugscheisser

DAS frage ich mich schon lange!

Als Autohändler verkaufe ich ja auch keine Tomaten.
Autohändler verkaufen Autos, Landwirte verkaufen Tomaten.

ABER – ich habe Grund- und Hauptschullehramt studiert und unterrichte nun alle Schulformen ab Klasse 5, da sich ja hier die einen oder anderen tummeln.

Somit muss vermutlich das Bildungswesen dem Gesundheitswesen (schließlich geht es um Zahlen und um Auswertung von Studien – röchel, hust) erklären, wie die Zahlen zu deuten sind. – Allein, mir scheint, dort sitzen nur Deutschlehrer 😉 (Bin selber einer!)

DerechteNorden
4 Monate zuvor

Um mal etwas anderes ins Spiel zu bringen: Gestern gab es in der ARD einen Bericht aus Dänemark, das die Schulen wieder geöffnet hat. Ja, wenn die Zustände so sind wie in DK, dann kann man so argumentieren. Habe noch eine Schule gesehen, in der so wenige Schüler*innen Unterricht haben. Nicht einmal, als bei uns Wechselunterricht lief, war es so gut möglich Abstände einzuhalten. Und das ist dort der Normalzustand!
Machen wir uns nichts vor, in Deutschland herrscht an Schulen Massenmenschhaltung, der ein wesentlicher Pandemietreiber ist. Da beißt die Maus keinen Faden ab.
Politik muss sich ehrlich machen und endlich zugeben, dass deutsche Schulen vernachlässigt wurden, weshalb wir sehr wohl dieses Problem, dass Schulen auch Pandemietreiber sind, haben. Alles andere sind Lügen. Das ist kein Zurechtbiegen, sondern schlicht gelogen.

Leseratte
4 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

In dem Bericht (falls es der war, den ich auch gesehen habe) gab es in der dänischen Schule eine strikte Trennung der Klassen und die Räume konnten bzw. mussten alle von außen her betreten werden, damit sich die Schüler im Gebäude nicht in Massen begegnen, jeder Raum hatte eine eigene Tür nach draußen. Dazu große Räume mit großen Fenstern. Getestet wurde auch.

Lametta
4 Monate zuvor

„Studien zeigen, dass Schulen für sich keinen übermäßigen Einfluss auf das Infektionsgeschehen haben.“

Was soll das überhaupt heißen: „Schulen für sich“ , „kein ÜBERMÄßIGER Einfluss“? „Studien“?

Aussagen aus dem Bildungsministerium haben für sich keinen übermäßigen Einfluss auf den Erkenntnisgewinn.

Maja
4 Monate zuvor
Antwortet  Lametta

Wer die Aussage verstehen will, kann sie auch verstehen.

Mthdnmnn
4 Monate zuvor

Der eine macht Wissenschaft (bspw. Rabe) selbst, der andere biegt sich Wissenschaft zurecht (bspw. Stark-Watzinger) – und traurigerweise passiert das seit unzähligen Monaten.

Ein x-beliebiger Internetnutzer, der schamloses cherry-picking betreibt und das Resultat dessen unbelegt öffentlich macht, der verbreitet – je nach Definition – ‚fake news‘!

Macht das ein politischer ‚Würdenträger‘, nennt man es bspw. Pressemitteilung.

Armes Deutschland!

Mrs.Braitwhistle
4 Monate zuvor

Wer Studien anführt, die nicht beweisen, was es zu beweisen gilt … ja, die eher noch das Gegenteil belegen! … sollte keinen Anspruch auf Rationalität erheben und vor allem nicht das Amt der Forschungsministerin bekleiden.
Aber Herr Lauterbach regt mich ebenso auf … mitverantwortlich für den Durchseuchungskurs in den Schulen twittert er noch Studien darüber, dass alles gefährlicher ist, als von der Allgemeinbevölkerung angenommen oder auch zukünftig noch schlimmer werden wird!
Und dann macht man sich in Gesellschaftsanalysen Gedanken, warum die Generation Z so zynisch ist! Wie soll man diese permanente Double-Bind-Situation denn sonst bewältigen als mit Zynismus?

Rosa
4 Monate zuvor

Lehrer/in Mädchen für alles. Was sollen Schulleitungen und Lehrer noch alles zusätzlich übernehmen um Unterricht um jeden Preis anzubieten. https://www.tagesschau.de/newsticker/liveblog-coronavirus-montag-251.html#Stark-Watzinger-fuer-bessere-Vorkehrungen-an-Schulen Die Erwartungshaltung ist von der Politik und KM groß und die Gegenleistung von den Machthaber ist mangelhaft. Auch der respektvolle Umgang mit allen die an der Schule sind fehlt.

Koogle
4 Monate zuvor

Das Bildungsministerium sollte lieber von der ständig zu späten STIKO eine Impfempfehlung für Kinder fordern und eine Empfehlung zur Booster-Impfung.

Das gilt ebenso für den Kinderschutzbund der endlich, nach 2 Jahren Pandemie, empfiehlt, dass Eltern sich impfen lassen.

Leseratte
4 Monate zuvor

Die Dame möchte Notfallpläne für die Schulen und stellt sich das so vor:
„[…]Das bedeute, dass etwa in Quarantäne geschickte Lehrer in hybrider Form zugeschaltet werden und so weiter unterrichten sollten. Auch Schüler, die in Quarantäne sind, sollten weiter in den Unterricht eingebunden werden. „Das muss ins Schulmanagement“, sagte Stark-Watzinger. „Bildung muss oberste Priorität haben.“[…]
Zudem forderte die Ministerin verstärkte Impfungen in der Altersgruppe der Schüler. „Wir müssen schaffen, dass auch an den Schulen geboostert wird“, sagte Stark-Watzinger. Dass die Impfquote der unter 18-Jährigen unter der der älteren Bevölkerung liege, hänge damit zusammen, dass in dieser Altersgruppe erst später mit dem Impfen begonnen wurde. Aber jetzt müsse jede Schülerin und jeder Schüler dieser Altersklasse ein Impfangebot bekommen.[…]

https://www.tagesschau.de/inland/schulbeginn-vorkehrungen-corona-101.html

Welche LuL gehen denn überhaupt noch in Quarantäne? Wer geboostert ist, schon mal nicht, es sei denn, man ist positiv getestet und erkrankt. Und dann kann man kaum erwarten, dass man noch Unterricht macht. Abgesehen davon – die Klasse ist allein im Raum und der Lehrer wird zugeschaltet? Aufsichtspflicht? Datenschutz? Usw. Wie die Frau sich das vorstellt… Distanzunterricht vorzubereiten, um alle LuL und SuS zu schützen, ist offenbar nicht vorgesehen, lieber ein paar noch gesunde SuS in Präsenz zwingen mit zweifelhafter Unterrichtung durch den Lehrer aus der Quarantäne heraus, damit sich die restlichen SuS auch noch infizieren und der Lehrer einen Wahnsinnsaufwand betreiben muss, um das organisatorisch hinzubekommen, falls die technischen Voraussetzungen in der Schule dafür gegeben sind. Distanzunterricht mit allen zu Hause hat letztes Jahr technisch sehr zuverlässig geklappt. LuL haben dazu ihre häusliche Technik genutzt. WLAN in der Schule hat da nicht zuverlässig Funk, wenn viele gleichzeitig die Schulcloud mit Videokonferenz nutzen wollten. Aber doch nicht so.
Und zu den Impfungen: in unserem LK beträgt die Impfquote 56 %. Seit Monaten ist da kaum was hinzugekommen, und Eltern, die sich nicht impfen lassen, lassen sich und ihre Kinder natürlich auch nicht boostern. Die Frau soll mal nach Thüringen kommen, wo Coronaleugner und Impfgegener in Massen unterwegs sind, und da versuchen , in der Schule zu impfen. Toller Plan, basierend auf völliger Realitätsverweigerung.

soso
4 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Ich wünsche mir Präsenzunterricht also macht ihr mal, egal wie! Bei uns sind die KuK zu 90 % geboostert. Egal, wie viele SuS sich infizieren, wie werden vermutlich nicht in Quarantäne gehen. Nur bei Husten oder Schnupfen und ersten Erkältungsanzeichen sollen wir uns 1-2 Tage zu Hause isolieren und schnelltesten. Plan B unserer Schule: Egal wie viele SuS fehlen, wir bleiben in Präsenz! A b e r wenn 20 % der LuL krank werden oder fehlen, gehen wir in den Distanzunterricht + Notbetreuung. Alles andere ist reines Wunschdenken von Büro-Kraken, die vermutlich überwiegend allein dort sitzen und nicht in Massenveranstaltungen und nicht mal eben für hunderte „Mitarbeiter“ ein komplexes Tages-und Wochenprogramm aufstellen ( müssen oder wollen), wie es die SL machen sollen.

xy
4 Monate zuvor

Wenn Lehrer krank im Bett liegen oder sich schonen sollen, sollen sie sich in den Unterricht streamen?! Welches Kraut rauchen die?
Sind Lehrer Roboter?
Das ist NICHT mit Digitalisierung gemeint.
Und Prävention aka Distanzunterricht ist immer besser als Schadensbegrenzung, die nicht nötig wäre, hätte man vorher Prävention betrieben.
Die Ideen werden immer abstruser.
Bald werden sie Lehrern Kasernierung in Schulen vorschlagen.

Leseratte
4 Monate zuvor
Antwortet  xy

Jepp. In Wien klappt es doch auch bei den Kraftwerksmitarbeitern 😉

Müssen eigentlich Verkäuferinnen und Busfahrer in der Quarantäne auch weiterarbeiten?

https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/oesterreich-wiener-energieversorger-kaserniert-mitarbeiter-in-kraftwerken-a-f0b9ee8a-7718-402f-8dd4-f954441a1b50

W.
4 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

@Leseratte
Könnten dann nicht die Lehrer den Unterricht aus den Linienbussen oder aus den Supermärkten streamen?
😉
Nicht für die Schule, sondern aus Bussen und Supermärkten lernen wir.

Man kann den doofen Slogan recyclen „Make in Germany.“ und mit einem anderen Satz verknüpfen.
2 Vorschläge:
– „Bildung „to go“ mit der FDP – jetzt auch in Ihrem Bus!“
– „Noch ein Häppchen für Ihr Hirn? Bildung mit der FDP – jetzt auch in Ihrem Supermarkt!“
( Wundern sollte das niemanden. Die FDP und ihre tollen Ideen kennen keine Grenzen, soweit es UN-Vernunft oder Realitätsverweigerung betrifft. )

Kaum zu glauben
4 Monate zuvor
Antwortet  Leseratte

Als geboosterte Kontaktperson, ja.

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  xy

Können sich Lehrer eigentlich nicht krank melden?

Frage für ein Schulprojekt…

Genz2
4 Monate zuvor
Antwortet  Ravel

@Rahel, Lehrer können sich bis zu 3 Tage „selbst krankschreiben“, danach brauchen auch sie ein ärztliches Attest. Aber mit einem Arzt des Vertrauens ist das doch kein Problem.

Hier wurde seltsamerweise schon öfter dazu aufgerufen, sich fälschlicherweise krankzumelden. Und dann wundert man sich über die Meinungen in der Bevölkerung über die Lehrer.

W.
4 Monate zuvor
Antwortet  Genz2

@Genz2
Was es nicht so alles gibt … in der Meinung der Bevölkerung:
– faule Lehrer ( das größte Problem muss zuerst genannt werden, Ironie! ), alle anderen Berufsgruppen sind fleißig
– 24/7 besoffene Handwerker, alle anderen Berufsgruppen sind abstinent
– dumme „Frisösen“, alle blond ( ich weiß, dass es „Friseurin“ heißt ), alle anderen Berufsgruppen sind klug
– betrügerische Banker, alle anderen Berufsgruppen sind ehrlich
– unfreundliche Verkäufer, alle anderen Berufsgruppen sind freundlich
– …
Ihnen fällt bestimmt auch noch allerhand ein.

Was zum Teufel stimmt eigentlich nicht mit allen diesen Lehrern, Handwerkern, „Frisösen“, Bankern, Verkäufern … oder dem Rest der Bevölkerung … also denen mit den „Meinungen“?

Ich freue mich auf ernsthafte Antwort.
Schreiben Sie gerne dazu, warum und woher SIE Geld bekommen.
Schreiben Sie auch gerne, ob SIE glauben, dieses Geld verdient zu haben. ( Bekommen und verdienen … muss nicht gleichbedeutend sein. )

Susi
4 Monate zuvor

Schlimmer geht immer – da war die Kalyczek mit ihrer Trägheit ja harmlos gegenüber ihrer Nachfolgerin mit dieser unwissenschaftlichen Haltung.

Das wäre ja so, als wenn ein*e Polizeipräsident*in Paragraph 1 des Polizeigesetzes durch das 1. Gebot des Mafia-Kodex ersetzt.

Einfach kriminell! Heilige Immunität, beschütze uns und lass unsere Diäten wachsen, komme, was da in wolle …

Trulla
4 Monate zuvor

Hmmm, irgendwie fehlen dich LuL. Die Dame wollte doch mehr Nachwuchs für diesen „Traumjob“ mit viel Ferien. Sogar NWler und Kirchenmusiker sollten abgeworben werden.
Das kommt doch von WERBUNG, oder?
Warum nur muss ich lachen.

Megalodon
4 Monate zuvor

Hier ein interessantes, neues Studienergebnis:

„Studie: Nur jeder dritte infizierte Schüler steckte sich in Schule an
Stand: 07.01.2022 13:43 Uhr
Rund ein Drittel der in Hamburg mit Corona infizierten Schülerinnen und Schüler hat sich einer Studie zufolge auch in der Schule angesteckt. Das berichtet das Robert Koch-Institut in seinem am Donnerstag veröffentlichen Epidemiologischen Bulletin.

Demnach handelt es sich um das Ergebnis einer Auswertung von Fällen zwischen August 2020 und Oktober 2021. …“
https://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/coronavirus/Studie-Nur-jeder-dritte-infizierte-Schueler-steckte-sich-in-Schule-an,schule2890.html

Und noch einmal meine Frage, kann man nicht, wenn Kinder sich vor allem in der Familie infizieren, sagen, dass Familien Treiber der Pandemie sind? (nach hier oft geäußerten Auffassung, was Treiber einer Pandemie bedeute)

Ravel
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Geschätzte Redaktion,

„Sind, wenn sich Kinder vor allem in der Familie anstecken, eigentlich dann nicht Familien = Treiber der Pandemie?“

gestatten Sie mir dem Treiben unseres maritimen Trolls noch folgendes ergänzend hinzuzufügen:

Die Familie ist die Keimzelle des Lebens. (Helmut Kohl)

Deshalb kann sie nicht Treiber der Pandemie sein!

Ich hätte mir eigentlich nicht wirklich vorstellen können, mal Helmut Kohl zu zitieren.

Und stelle mit Zufriedenheit fest: Alles ist zu irgendetwas gut.

Schöne Grüße ins Miozän,
Ravel

hausmeister
4 Monate zuvor

Es gibt keine Institution in Deutschland wo 20-25 menschen auf engstem Raum stundenlang zusammen sitzen und die selbe Luft atmen. Haben heute Dienstag, von 600 Schülern – 16 positiv seit gestern ,das sprengt jegliche Inzidenz. Schulen sind der eigentliche Herd und dieser wird schön warm gehalten, alles andere ist schlicht gelogen. Habe das Gefühl das der gesunde Menschenverstand komplett ausgeschaltet ist .Was passiert hier eigentlich ?

Nucatino
4 Monate zuvor
Antwortet  hausmeister

Das sprengt jegliche Inzidenz? Wieso? Das sind 2-3%. Das ist doch im Rahmen des derzeit Üblichen.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Nucatino

Stimmt, hatten wir vor Weihnachten: eine Inzidenz von 2000 unter den SuS und LuL in Brandenburg, in einzelnen Landkreisen auch 3000. „Üblich“ oder „normal“ finde ich das allerdings nicht.

Anonymous
4 Monate zuvor
Antwortet  hausmeister

„Schulen sind der eigentliche Herd (…)“.
Genau, Schulen zu und alles wird gut, d. h. die Pandemie besiegt.
Aber mal im Ernst, haben Sie einen validen Beleg für diese These? Ich meine, natürlich finden zahlreiche Infektionen in der Schule statt, aber nicht jede/r Schüler/-in hat sich dort infiziert. Wenn man den Ort der Testung vereinfachend mit dem Ort der Ansteckung gleichsetzt, wie Sie es offenbar tun, dann dürften die Testzentren die Ansteckungsherde schlechthin sein …

Klugscheisser
4 Monate zuvor
Antwortet  Anonymous

japp, im Impfzentrun trifft man sich ja auch in den Innenräumen zum Frühstücken, dort nehmen 25 Personen gleichzeitig die Masken ab und niessen kräftig in den Raum.
Ja, der Vergleich hält einem Realitätscheck stand.

Zudem geht es darum, dass bis zu 30 Personen auf engem Raum mit OP Masken, die selten richtig sitzen, über teils 90 Minuten Wange an Wange „beatmen“.
Aber klar, ist im Testzentrum genauso.

Anonymous
4 Monate zuvor
Antwortet  Klugscheisser

Vielleicht habe ich mich unglücklich ausgedrückt, vielleicht wollten Sie mich auch bewusst missverstehen: Jedenfalls wollte ich nur darauf hinaus, dass sich nicht jede/r Schüler/-in in der Schule ansteckt, der Ort der Testung nicht mit dem Ort der Ansteckung gleichgesetzt werden kann. Daher das Beispiel zur Veranschaulichung. Die Bedingungen an Schulen habe ich keineswegs mit denen in Testzentren verglichen.