ErzieherInnenmangel: Kommunen fordern, Gruppenstärke anzuheben („können uns keine backen“)

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Neugebaute Kitas, die nicht bezogen, Betreuungszeiten, die verkürzt oder Kita-Gruppen, die geschlossen werden – der Erzieherinnen-Mangel führt zu enormen Betreuungsproblemen für die Familien (auch) in Baden-Württemberg. Angesichts von bis zu 40.000 fehlenden Erzieherinnen bis 2030 schlagen die Kommunen Alarm und fordern, Qualitätsstandards zumindest zeitweise herabzusetzen. Bei einer Präsidiumssitzung des Gemeindetages am Mittwoch in Eppingen (Kreis Heilbronn) forderte Verbandspräsident Steffen Jäger, die im Südwesten hohen Anforderungen «etwas zu flexibilisieren».

Der Kita-Alltag ist stressig – zumal dann, wenn Personal fehlt. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

So müssten die Höchstgruppenstärke erweitert und der Mindestpersonalschlüssel unterschritten werden können. Weiter schlagen die Kommunalvertreter vor, fehlende Fachkräfte durch geeignete Männer und Frauen zu vertreten und die Qualifizierung von Quereinsteigern zu fördern. «Jede helfende Hand ist auch eine Entlastung für die Erzieherinnen und Erzieher«, sagte Jäger. «Wir können keine Erzieherinnen backen.»

Wenn die Politik diese Abweichungen nicht ermöglicht, befürchtet Jäger, dass Hunderte von Kommunen ihr frühkindliches Bildungsangebot einschränken müssen. «Und dann müssen wir einem Teil der Kinder sagen: Du kannst leider nicht in die Kita kommen.» Langfristig sei mit den Kita-Trägern und dem Land eine Strategie zu erarbeiten – mit dem Ziel, zusätzliche Kräfte zu gewinnen und die Fachkräfte in den Einrichtungen zu halten. Jäger nannte als ein Beispiel den Ausbau der Aus- und Weiterbildung. dpa

Personalmangel in Kitas: „Fachkräfte verletzten regelmäßig die Aufsichtspflicht“

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Realist
9 Monate zuvor

„So müssten die Höchstgruppenstärke erweitert und der Mindestpersonalschlüssel unterschritten werden können.“

Und weiter geht’s damit die „Attraktivität“ des Erzieherberufs systematisch zu steigern.

Was kommt als Nächstes: Forderung nach einer unentgeldlichen Erhöhung der Wochenarbeitszeit? „Wir können die Mehrarbeit leider nicht bezahlen, aber die Kinder können doch nichts dafür, Sie wissen schon.“

Wer den Schuss immer noch nicht gehört hat und trotzdem noch Erzieher (oder Lehrer) werden will, dem ist wirklich nicht mehr zu helfen.

Emil
9 Monate zuvor

Ich bin dafür, endlich verbindliche Ziele der jahrelangen Kita Aufenthalte festzulegen. Quasi Vera für Kindergärten.
Warum?
Bislang behaupten Erzieher immer, sie würden frühkindliche Bildung vermitteln. In den Grundschulen zeigt sich leider, dass keinerlei Bildung oder Erziehung vorhanden ist.

Jede Schule muss heutzutage Qualitätsstandard vorweisen. Egal, ob Personalmangel ist oder nicht.
Nur die KIGA behaupten weiterhin ohne jeglichen Nachweis, was sie angeblich leisten….. Wer neben einem KIGA wohnt, sieht statt Leistung quatschende Leute und Kinder „spielt euch eins“.
Was spricht gegen Standart wie:
– jedes Kind kann Schuhe binden
-kann eine Stift korrekt halten
-kann eine Schere bedienen
-kann seinen Namen schreiben
-etc.

Die Erzieher können das nicht leisten???
Sorry, jede Schule muss Standards unter miserablen Bedingungen leisten.

Also, entweder Lernziele incl. Überprüfung in der Kita oder Ende mit dem Gejammer der Erzieher!
Gleiche Pflicht für alle!

Nur nebenbei: Erzieher fördern das Gehalt von Grundschullehrerin. Dann auch bitte verbindlich He Leistung. Wie alle anderen Bildungseinrichtungen .

potschemutschka
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

@Emil
Diese Standards zu fordern, geht gar nicht. Das wäre ja Kindergarten nach DDR-Standard. (Achtung Ironie)

D.Sch
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wer als Pädagoge in eine Kindertagesstätte arbeitet, weiß was das für ein hartes Stück Arbeit ist! Ich arbeite bereits seit 8 Jahren in einem Kindergarten und Kräftemangel ist wirklich keine Seltenheit. Wenn ich hier lese, dass KiTas keinen Bildungsauftrag leisten, werde ich richtig wütend! Natürlich zählen wir als Bildungsstätte und leisten so gut es geht unseren Bildungsauftrag. Nur weil kein Frontalunterricht, wie in den Schulen stattfindet, heißt es lange nicht, dass die Kinder nichts lernen. Es geht um ganzheitliches Lernen mit Kopf, Herz und Hand, Lernen am Leben und aus Erfahrung durch Selbstwirksamkeit. Warum verdammt nochmal sollten Kinder denn bitte nicht spielerisch lernen? Wir leben nicht in Asien, wo bereits im Kleinkindalter Vorschulprogramme stattfinden! Was wirklich zählt und das ist das allerwichtigste überhaupt, ist Sozialkompetenz. Was nützt es wenn Kinder den Stift ordentlich halten können, wenn sie es nicht schaffen sich in Gruppen zu integrieren und harmonisch zu interagieren?

Und nun kommt der Knackpunkt – um unseren Bildungsauftrag qualitativ hochwertig gestalten zu können, müssen Personalschlüssel, Rahmenbedingungen wie finanzielle Mittel gewährleistet werden. Ich finde es mehr als nur bedenklich unqualifiziertes Personal in KiTas zu beschäftigen. Hier geht es nicht nur daraum mal ein Auge auf die Kinder zu werfen, es ist so viel mehr! Wir müssen gewährleisten können, dass die Kinder nicht zu kurz kommen, individuell gefördert und in ihrer selbst wahrgenommen werden. Wenn die Gruppengröße steigt, wird unsere Arbeit noch halbherziger. Ich kann kaum den 17 Kindern in meiner Gruppe gerecht werden, dann sollen es noch mehr sein? Wir arbeiten schon Jahre lang immer wieder über den Schlüssel hinaus, da es an Fachkräften fehlt, den Kindern fehlt es so an ungeteilte Aufmerksamkeit, wodurch sie ungehaltener werden. Versucht mal als alleinige Kraft über 20 Kinder um Alter 2.5 bis 6 Jahren zu bändigen, mit ihnen den Tag einigermaßen ruhig zu verbringen, Bildungsarbeit zu leisten, sie zu versorgen und zur Ruhe zu bringen. Zu den 20 Kindern sind evtl 3 nicht trocken, 5 Verhaltensauffällig und grob den anderen Gegenüber. 1 Kind weint ständig, weil das Chaos ihn zu viel ist und und und. Für eine qualifizierte Kraft ist es auf Kurzer Sicht evtl. machbar, wie soll aber jemand ungelerntes das schaffen?

Unser Berufsfeld muss attraktiver Werden – geringerer Schlüssel, Löhne nach dem TVÖD und finanzielle Unterstützung bei Weiterbildungen, Material und Ausstattung. Nur so bekommt man mehr Leute dazu eine pädagogische Laufbahn einzuschlagen. Es ist so ein wundervoller und erfüllender Beruf, der nicht unter solchen Vorschlägen leiden sollte!

Laromir
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Was hat das mit noch größeren Gruppen zu tun? Je größer die Gruppe desto weniger Zeit pro Kind. In Erziehung und Bildung zu arbeiten, wird immer unattraktiver. Generell werden alle sozialen Berufe immer unattraktiver. Und da wundert man sich, dass es kein Personal mehr gibt. Für möglichst wenig Geld und Anerkennung möglichst viel arbeiten ist kein Konzept was zieht. Und nicht alle Erzieherinnen stehen herum, dieses Pauschalisieren ist wirklich nervig und macht die Lage nicht besser.

Angelpoet
9 Monate zuvor
Antwortet  Laromir

Da geb ich dir vollkommen recht!!!!
Die Kinder wie Ware behandeln, zu angepassten Bürgern zu erziehen, kommt der von der Weltregierung geplanten transhumanen Entwicklung (Agenda2030) doch entgegen.
Ohne mich!!!! (Und viele andere)

Toleranz
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Aber Emil!
Kindergärten sind längst weg von Zwang und Drill!
Es werden Angebote gemacht, ob die Kinder diese annehmen, entscheiden sie selbst!
Gemeinsames Spiel ist wichtig für das Sozialverhalten!

Viele Menschen fordern diese Art von Bildung ohne Zwang ja auch in den ( Grund)Schulen!

Alex
9 Monate zuvor
Antwortet  Toleranz

Na, das „tolle“ Sozialverhalten sehen wir regelmäßig bei unseren Erstis. Prinzen und Prinzessinnen, deren Ego es nicht erträgt, wenn die LK mal ein paar Minuten bei einem anderen Kind ist.

Ein SPA
9 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Das Sozialverhalten ist Hauptaufgabe der Eltern. Sicher können wir im Kindergarten Einfluss darauf nehmen aber wenn die Eltern den Kindern was anderes erzählen, stehen die Pädagogen machtlos da. Die Grundfähigkeiten vermitteln ist Aufgabe der Eltern. Kitas sind Bildungsunterstützend und nicht Bildungsersatz. Die Bindung zwischen Eltern und Kind können wir nie erreichen. Und diese ist notwendig für ein Kind um Optimal zu lernen, da es einen Anker braucht, eine Vertrauensperson. Wir können erkennen welche Defizite da sind, welche Stärken das Kind hat, wo man unterstützen muss, wo Fachkräfte von Außerhalb sinnvoll sind. Wir unterstützen das zu Festigen was die Eltern dem Kind vermitteln (sollten….) und suchen nach Entwicklunsverzögerungen. Ich habe in der Kita 2 Jährige die eigenständiger sind als die 6 Jährigen, weil die Eltern ihren Bildungsauftrag verstehen. Ein Kind schlägt einem anderen Kind ins Gesicht der Vater von dem Kind was geschlagen hat steht daneben und Lacht. Keine Konsequenzen. Dagegen kann die Fachkraft keinen Einfluss nehmen. Und dir Kinder die noch nie ein nein zu hören bekommen haben….. Viele Kinder erziehen Leider heutzutage die Eltern nach ihrer Pfeife zu tanzen als dass die Eltern die Kinder erziehen. Und die Fachkräfte kriegen den Ärger dafür.

Eltern müssen verstehen das ohr Kind ein Haus ist. Und sie das Fundament gießen und die Mauern aufbauen. Wir können nur die Räume dekorieren aber wenn das Haus zusammenbricht hilft auch kein Pflaster mehr.

Wir achten auf Entwicklungsstände der Kinder, auf Zeichen Kindeswohlgefährdung wir sollen individuell Zeit haben aber müssen uns um die Kinder kümmern welche zu Hause nicht erzogen werden. Währenddessen fallen die Kinder die zu Hause Erzogen werden hinten über was Aufmerksamkeit angeht weil 2 von 3 Leuten aufpassen müssen, das 3 Kinder nicht die anderen von der Hochebene Schubsen. Es ist jetzt 5 Monate her, das ich Zeit hatte ein Buch mit den Kindern zu lesen.
Zwischen alledem Kündigen die Kollegen links und rechts oder erkranken an Corona.

TaMu
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Emil@ Wenn Sie tagsüber Zeit haben, um die Kinder in der Kita im Außengelände zu beobachten, haben Sie bestimmt auch kurz Ruhe, um den hohen Wert des kindlichen Freispiels zu überdenken. Es gibt mehrere namhafte Erziehungsforscher, die darüber geschrieben haben. Kinder brauchen Zeit, um in Eigenregie zu spielen, zu beobachten und zu träumen. Für ihre kognitive Entwicklung ist das sehr wichtig. Normalerweise lernen Kinder in den Innenräumen, wie sie Stift und Schere halten und damit umgehen, spätestens in der Vorschule. Das findest also nicht unter Ihren Augen statt. Da Kinder im Innenbereich ihrer Einrichtung viel Zeit beim Essen, im Stuhlkreis, bei Bastelarbeiten und ähnlichen Angeboten zubringen, bei denen eine gewisse Unterordnung unter Gruppenregeln verlangt ist, brauchen sie draußen Freispielzeit. Und während die Erzieher und Erzieherinnen geübt die Kinder im Blick haben, reden sie miteinander. Das ist wichtiger, kollegialer Austausch, der auch in den meisten anderen Branchen stattfindet und von guten Geschäftsleitungen gefördert wird. Außerdem wird dabei auch direkt über fachliche Themen gesprochen. Sollten Sie dabei beobachten, dass sie weiter reden, obwohl sich zwei Kinder vor ihren Augen um eine Schaufel streiten, dann ist das nicht Faulheit. Kinder müssen lernen, Konflikte auszutragen. Es ist gut, sie dabei im Auge zu haben. Aber es muss nicht bei jedem Geschrei eingegriffen werden, auch wenn das für Sie am Fenster vielleicht ärgerlich ist. Es wäre schön, wenn Sie die Leistung der Erzieher und Erzieherinnen mehr schätzen könnten. Wer unter solchen Bedingungen frühkindliche Bildung vermittelt, hat Respekt verdient.

Lila
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Es ist schon blöd, neben einem Kindergarten wohnen und nachmittags den „Lärm“ der spielenden Kinder ertragen zu müssen… Ich glaube, da spricht ganz viel Groll aus Emil heraus.

Alex
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

„Sollten Sie dabei beobachten, dass sie weiter reden, obwohl sich zwei Kinder vor ihren Augen um eine Schaufel streiten, dann ist das nicht Faulheit. Kinder müssen lernen, Konflikte auszutragen. Es ist gut, sie dabei im Auge zu haben. Aber es muss nicht bei jedem Geschrei eingegriffen werden.“ DAS muss ich mir merken, wenn Eltern sich mal wieder beschweren, ich würde meine Pausenaufsicht nicht richtig machen!
In den Innenbereich zum „Arbeiten“ dürfen Kinder jedoch oft nach Lust und Laune. Meine Erstis, die dringend malen, basteln, Schere und Kleber benutzen hätte üben müssen, haben stattdessen immer das „Freispuel“ draußen gewählt. Raten Sie mal, warum.

Maren
9 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Wer wie Sie über Kinder redet die er unterrichtet,sollte mal seine Berufswahl überdenken.

Alex
9 Monate zuvor
Antwortet  Maren

Was ist daran falsch, festzustellen, was die Kinder nicht können, und warum? Wenn ich die freie Wahl habe zwischen etwas, was ich gut kann, und etwas, was ich schlecht kann, wofür entscheide ich mich??

Tuula
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Danke für diesen wertvollen Kommentar.

Carola
9 Monate zuvor
Antwortet  TaMu

Bester je dagewesener Kommentar auf solche Aussagen. Danke.

Andrea
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Ich bin Erzieherin in einer Kita.Wir arbeiten nach sehr hohen Standards und unsere Kinder sind sehr gut vorbereitet auf die Kita.Teotz Personalmangel von manchmal fast 50 Prozent!Ich finde diesen Beitrag eine Frechheit und denke er hat überhaupt keine inhaltliche Grundlage.Es mag Kitas geben wo es so läuft,aber ich denke und hoffe es sind Ausnahmen.Wir werden sogar regelmäßig extern in unserer Arbeit bewertet!Auch von Eltern und Kindern.Also,vielleicht mehr recherchieren und dann schreiben!

Andrea
9 Monate zuvor
Antwortet  Andrea

Ich meinte vorbereitet auf die Schule

Christina Scheffler
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Das sind Sachen, die Eltern Kindern beibringen sollten. Das auf Erzieher abzuwälzen, weil man selbst zu faul ist, ist ja auch zu einfach wenn man keine Ahnung, wie es im Alltag eines Erziehers aussieht, sollte seine Meinung für sich behalten und nicht son Quatsch von sich geben!

Donauperle
9 Monate zuvor

So ist es. In meiner Generation (es gab noch keine Schuhe mit Klettverschluss) war Voraussetzung für den Kindergartenbesuch, dass das Kind selbstständig die Schuhe binden konnte. Ich weiß es noch wie heute, wie meine Mutter das tagelang mit mir geübt hat. Für den Schulbesuch mussten wir übrigens eine Brezel zeichnen können.

Steinig
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Also ich weiß ja nicht wo Sie ihr Wissen her haben aber genau die geschieht in Kitas. Ausser Schuhe binden, da gebe ich Ihnen recht. Ist von den Schulen auch nicht gewünscht „bitte besorgen Sie für ihr Kind Sportschuhe mit Klett“. Dies steht auf Zetteln für Schulmaterial drauf. Kann Ihnen auch mit einer Begründung dienen. Selbst,wenn ein Kind Schuhe binden kann, dauert es vielen Lehrern trotzdem noch zu lange, da der Unterricht ebenso an Zeiten gebunden ist. Und bekanntlich ist dafür keine Zeit.
Kitas müssen sehr wohl nach Qualitätsstandarts arbeiten ,welche kontrolliert und evaluiert werde .
Also bitte erst schreien,wenn auch Wissen dahinter steckt.

LePoppero
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Lieber Emil
Wie kommen Sie denn zu dieser Erkenntnis?
Ich gehe mal nicht davon aus das sie Lehrer sind. Dafür sind mir dann doch zu viele Fehler im Text.
Mein Vorschlag: Gehen Sie einen Monat in die Kita und genießen das „Lotterleben“.
Wenn Sie danach immer noch der Meinung sind Erzieherinnen leisten nichts für die frühkindliche Bildung, dann ist es halt so.

Sandra
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Kitas und Schule haben völlig unterschiedliche Aufgaben. Bitte einmal über die herrschende Gesetzeslage informieren und dann schimpfen. Ggf. noch einmal eine Woche in der Kita hospitieren und dann ein Bild machen.
Ich habe das Glück beide Institutionen samt Inhalte zu kennen daher behaupte ich, dass beide Kinder bilden, allerdings nicht unbedingt anschlussfähig sind.
Und wenn wir schon über Vorurteile sprechen: Erzieher*innen sind 39 Stunden in der Woche am Kind und haben 30 Tage Urlaub und spielen nur ein bisschen mit den Kindern. Lehrer*innen sind 28 Stunden am Kind, haben 3 Monate Ferien, haben um 13.15 Uhr Feierabend und geben den Kindern nur Arbeitsblätter und lassen sie alles allein machen….
Ihnen fehlt hier gerade Wertschätzung und der realistische Blick auf den jeweiligen Beruf? Richtig. Sich nicht gegenseitig zerfleischen und den jeweiligen Arbeitsbereich kennen lernen und das System hinterfragen. Nicht die Leut klein machen.

Mona
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

@Emil
Sowas hier, Herr Spaltkeil?
http://www.kindergaerten-bw.de/Orientierungsplan

Gibt es zB in BW und wird beachtet, inkl. Dokumentation und Evaluierung. Mehr Geld, eine bessere Personaldecke oder auch nur Arbeitsschutz gibt es trotzdem nicht. Dafür Grundschul-LuL, die einem dümmlich die Ohren volljammern, dass sie gar keine Zeit und Lust für die Grundschulvorbereitung der Schulanfänger hätten… Na, erkennen Sie sich wieder?

Naja, das ficht mich alles nicht mehr an. Ich habe gekündigt und es jetzt viel besser erwischt. Tut mir leid um die Kinder und die bisherigen KuK, aber nur mit einem Paukenschlag kann sich hier vllt nochmal irgendwann was verbessern.

D.Faber
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

In Berlin und ich denke auch in allen anderen Bundesländern gibt es Standard s (Berliner Bildungsprogramm)die auch regelmäßig überprüft wird in Form von Evaluationen (ext.Senatsfirmen) überprüft werden.Erzieher leisten heute sehr viel in wenig Arbeitsstunden.So was kann nur jemand sagen der keine Ahnung hat von Kita

Sozilla
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Es sind Beiträge wie deiner, Emil, die in mir am meisten Groll und Enttäuschung auslösen. So oft erfahren wir Seitens des Schulsystems solche Vorwürfe und ziehen die Wut von Lehrer*innen oder anderen Akteur*innen des Bildungssystems auf uns. Oft werden wir für die Probleme der Kinder verantwortlich gemacht, welche sie mit in die Schule tragen, nachdem sie uns verlassen. Es macht mich traurig und wütend gleicher maßen das in uns so selten Verbündete gesehen werden oder auch nur Leidensgenoss*innen, denn ich weiß sehr wohl in welcher Situation sich Lehrkräfte befinden, die es vermehrt mit Kindern zutun haben, die kaum auf das System Schule oder auch nur das Konstrukt „Bildung und Lernen“ vorbereitet sind. Ich kann mir sehr gut vorstellen wie man als Lehrkraft in einer solchen Situation unter Stress und Druck steht, der vom permanenten Personalmangel noch verstärkt wird, denn wir erleben es ganz genau so! (Nur das uns selbst noch die Semiproffession, als welche der Beruf einer Lehrkraft immerhin weitestgehend gesellschaftlich angesehen ist, aberkannt wird, da unsere Ausbildungslaufbahn nun mal in der Mittelschicht und nicht im akademischen Hochschulsystem angesidelt ist. )

Blindweg zu behaupten, das Fachpersonal in ausnahmslos allen Kindertageseinrichtungen die gewünschte Vorbereitung ohne weiteres leisten könnte, es aber einfach nicht tut, ist schlicht ungerecht. Ich kenne nur wenige die diesen Beruf nicht aus Leidenschaft gewählt haben und täglich ihr Möglichstes tun. Nicht immer ist dieses Möglichste genug, aber fast immer überschreitet es schon die Grenzen des Machbachen und die der eigenen Gesundheit.

Früher war es vielleicht einmal einfacher zu bewerkstelligen, Kinder auf die Schule vorzubereiten, denn so viel wurde von ihnen dort noch nicht gefordert. Gleichzeitig haben aber auch die wenigsten Eltern(paare) zu dieser Zeit (beide) Vollzeit gearbeitet und konnten ihren Kindern vieles noch selbst vermitteln.
Aber schon vor 20 Jahren haben die Leistungserwartungen an Schulen deutlich zugenommen. Seitdem geschiet das selbe in den Kindertageseinrichtungen, ohne aber dass das Personal und weitere Reccourcen dem ausreichend angepasst werden. Gleichzeitig kommt es aber immer häufiger vor, dass (beide) Eltern vollzeit arbeiten (müssen) und einfach nicht mehr die Kraft und Zeit für ihre Kinder aufbringen können.

Wann immer ein Kind zu uns kommt das mehr Förderung verdient als wir ihm geben können, und wann immer klar wird, dass dieses Kind nicht (mehr) zurückgestuft werden kann und bald in die Schule gehen wird, tut es mir im Herzen weh. Ich denke an die Herausforderungen vor die es gestellt sein wird, frage mich ob es daran seelisch zerbrechen wird und ob es trotzdem seinen Platz in unserer kaputten Gesellschaft finden wird (von der ich weiß, dass sie bei weitem nicht für alle Platz hat) aber genauso denke ich auch an die Personen, die es Unterrichten werden denn ihr Auftrag ist es ursprünglich und vorwiegend zu bilden, und nicht mehr zu erziehen. Und doch müssen sie diese Aufgabe mehr und mehr mit übernehmen, da für uns die Zeit und die Ressourcen ebenso wenig ausreichen wie für sie. Ich habe Sehr viel Verständnis für den Ärger von Lehrkräften, denn ich habe auch sehr viel davon übrig. Für das Bildungssystem und seine Entscheidungsträger*innen, für unsere Gesellschaft und ihre Wirtschaftszentriertheit, Wissenschaftsferne und Kurzsichtigkeit, ja manchmal auch für einige Eltern, aber genauso habe ich auch an vielen Stellen Verständnis für Eltern oder Kolleg*inn, die dem Druck einfach nicht mehr gewachsen sind. Es tut allerdings immer weh, wenn uns als Erzieher*innen der Ärger und nicht das Verständnis trifft. Grade wenn so etwas von Lehrkräften kommt, fühlt es sich an als würde einem in den Rücken gefallen, dabei wir sollten auf der selben Seite stehen, schließlich wollen wir alle das selbe: Kinder aufs Leben vorbereiten, sie bestmöglichst unterstützen und fördern und bestärken in dem was sie können und eben auch in dem was sie (noch) nicht können. Das die Rahmenbedingungen unter denen wir dies bewerkstelligen sollen nicht nur dreist, sondern an vielen Stellen einfach nur noch unzumutbar sind, zeigt auch dieser Artikel, denn durch noch größere Gruppen, gleichzeitig aber noch weniger qualifiziertes Personal, wird all das noch schwerer und unzumutbarer werden, denn pädagogisches Personal (egal ob an Schulen oder in Kitas) geht bereits permanent über die persönlichen Grenzen hinaus und immer mehr verlassen deswegen ihren Beruf (teilweise seelisch und körperlich vollends Zerstört). Und dafür kann niemandem ein Vorwurf gemacht werden. Die Mehrheit der Einrichtungen, die ich kenne hält sich nur durch die überragenden Einzelleistungen der dort arbeitenden Fachkräfte über Wasser. Und leider sind Arbeitnehmer*innen in kaum einem anderen Bereich so sozial involviert wie hier. Dadurch dass wir bereit sind so viel mehr von uns für einen Job zu geben, der dermaßen schlecht bezahlt ist und in keinster Weise für das täglich geleistete und erlebte entschädigt, wird die prekäre Situation in der sich das Bildungssysthem und seine Personallage befindet seit zu langer Zeit verschleiert. Und solange der Apparat zwar ächtzt, aber noch läuft, wird es für lange Zeit noch keine Besserungen geben. Ist man aber täglich mit dem Schicksaal von Kindern konfrontiert, fällt es immer schwer zu erkennen, dass wir uns selbst verheizen, um einen Apparat am laufen zu halten, der zwangsläufig kaputtgehen wird und auch muss damit sich irgendetwas ändert. Und hat man es dann irgendwann erkannt, bleibt es trotzdem schwer damit aufzuhören, wenn man weiß, dass dafür ersteinmal alles noch schlimmer wird. Für einen selbst. Für die Eltern. Die Kolleg*innen. Aber vor allem für die Kinder…

Allen Lehrkräften und auch allen anderen höher gestellten Akteur*innen im Bildungssystem, denen vielleicht schlichtweg der Einblick in den Kita-Alltag fehlt oder die einschlägige persönliche Erfahrungen mit vermeintlich unprofessionellen Erzieher*innen gemacht haben, möchte ich noch mit auf den Weg geben: Hinterfragt zu allererst das System selbst und nicht die Arbeit derer, die mit euch darin kämpfen, tretet nicht nach unten, wenn wir gemeinsam nach oben treten und auf Missstände, die uns alle betreffen, aufmerksam machen könnten.

Mach mal
9 Monate zuvor
Antwortet  Sozilla

DANKE! DANKE! DANKE

Gina
9 Monate zuvor
Antwortet  Sozilla

Sozilla, dein Kommentar spricht mir aus der Seele, ich arbeite ebenfalls in einem Kindergarten.
Ich frage mich immer wieder, warum die Kinder von Jahr zu Jahr weniger Basics von zu „Hause“ mitbringen.
Z. B. können sehr wenige Kinder von sich aus, einen Stift richtig in die Hand nehmen, ebenfalls entspricht die Malentwicklung nicht ihrem Alter.
Und so ist es in vielen Bereichen! Viele Kinder haben sogar Schwierigkeiten „normal“ zu spielen. Selbst das muss vermittelt/angeregt werden.
Somit sind wir mit Dingen beschäftigt, die Kinder früher oft mitbrachten. Und es bleibt weniger Zeit für andere Sachen. Leider.

Oft reicht die Zeit gerade so um den „Alltag“ in der Gruppe gut zu schaffen. Und diese Bereiche bei den Kindern anzuschieben.

Ich liebe die Arbeit mit den Kinder, und ich könnte mir nicht vorstellen, etwas anderes zu machen. Aber wie lange ich das noch schaffe frage ich mich jetzt schon. Bis zur Rente in 20 Jahren jedenfalls nicht!

Ulli
9 Monate zuvor
Antwortet  Sozilla

Liebe Sozilla….glaub mir, Emil ist nicht stellvertretend für alle von uns Grundschullehrer…die meisten die ich kenne, erkennen eure Arbeit sehr wohl an und wissen, dass wir alle überlastet sind und mit den gleichen Problemen kämpfen..
Ihr leistet tolle Vorarbeit, auch wenn ihr laut Gesellschaft „ja nur ein bisschen mit den Kindern spielt…“. Lasst euch nicht entmutigen!

Mach mal
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Sorry, nicht jede Schule leistet offenbar Standards oder wie würden Sie Ihren Kommentar erklären? Eine Vermittlung zum Denken auf Metaebene wäre auch hilfreich. Andere Perspektiven einnehmen, um nicht nur aus der eigenen, selbstgefälligen Ecke zu schießen, in der es sehr bequem ist.
Wir brauchen Macher und nicht Leute, die mit ihren bigotten Finger auf andere zeigen. Wir brauchen Kopf, Herz und Hand und nicht das langweilige aufeinander Rumgehacke. Wir brauchen Menschen, die Verantwortung übernehmen und nicht ständig Rumjammern!

Susanne
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Das ist unglaublich! Wie kommen Sie dazu, Ihre vielleicht negativen Erfahrungen zu verallgemeinern. Stifthaltung, Namen schreiben, selbstständiges An – und Ausziehen läuft in den Kitas nebenbei. In Ba- Wü gibt es einen Bildungsplan für Kitas, welcher auch umgesetzt werden muss. Es gibt Qualitätshandbücher, nach denen gearbeitet wird. Zudem wird das Kind in der Kita in allen Bereichen unterstützt, vor allem aber im sozialen Lernen. Teilweise brauchen die Kinder Unterstützung in der Pflege.
Wenn ich Ihr Statement lese, habe ich nicht, den Eindruck, dass Sie von Kindern schreiben, die noch Vieles lernen möchten, die Empathie und Geduld brauchen, Ihr Schreiben vermittelt mir eher den Eindruck, es würde sich um Soldaten handeln.
Außerdem, seit wann werden Erzieher mit Lehrern verglichen? Vergessen Sie nicht, das stark abweichende Gehalt, die Möglichkeit Beamter auf Lebenszeit zu werden, die unterschiedliche Wochenarbeitszeit und die Ferien. Zudem wird von den Erziehern noch sehr oft Zusatzarbeit abverlangt, wie Spielzeuge regelmäßig zu waschen, Teilnahme an kommunalen oder kirchlichen Veranstaltungen außerhalb der Arbeitszeit, teilweise zu putzen, den Garten pflegen und noch einiges mehr….

M.Gringmuth-Endrass
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Her oder Frau „Realist“,
das ist Stammtischgerede!!! Sie haben definotiv keine Ahnung von Kita!!!
Anstatt auf dem Niveau von Herabsetzung Anderer Laute von sich zu geben sollten Sie sich informieren!

Dietmar Gutjahr
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Lieber Emil,
ach, was wäre es doch schön wenn die Schulen die verbindlichen Standards auch umsetzen würden. Doch was ist ein Standard wert den man nicht umsetzt?
Ihr unqualifizierter Beitrag zeigt nur einmal mehr, dass viele Menschen ganz schön viel reden/schreiben ohne Ahnung zu haben.
In der Schule würde man jetzzt wohl sagen: „Setzen 6!“

Heinz
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Da bin ich absolut dagegen. Konder müssen auch mal Kinder sein dürfen, es muss endlich aufhören, dass nan inmer mehr fordert und fordert, voele kinder und jugendliche machen vollkommen dicht, weil sie einfach nur noch überfordert sind. Was hier von den Erziehern gefordert wird ist Aufgabe des Elternhauses und von niemand anderem. Es muss endlich aufhören, dass man Eltern zu jeder passenden Gelegenheit aus der Verantwortung nimmt.

Sadelu
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Mein lieber Herr Gesangsverein Sie nehmen sich ja hier ganz schön was raus. Machen Sie doch einfach mal ein 4-wöchiges Praktikum in einer Kita dann bin ich sehr gespannt ob das immer noch Ihre Meinung ist.

Steffi
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Da muss ich doch mal klar einschreiten.Wer keine Ahnung hat, vom Erzieherberuf,sollte lieber an seinem Pult sitzen bleiben.
Unfassbar. Ihr Lehrer müsst keine Windeln wechseln, Überreste des erbrochenen weg putzen, Eingewöhnung von Kindern und Eltern leisten, Gefühlt nur mit Händen und Füssen kommunizieren, da die deutsche Sprache gänzlich fehlt. Es gibt Standards, aber 25 Kinder mit den unterschiedlichsten Defiziten, die nicht sagen können, wo sie Probleme, Schmerzen oder Kummer haben zu “ unterrichten“ ist zum Teil alleine in der Gruppe kaum möglich. Wir führen Donkumentstionen, Elterngespräche und machen Projekte . Wir tätigen Sprachbildung und mathematisches Lernen. Aber in ständiger Unterbesetzung. Fast alle Kinder sind bis zum Kitaeintritt ohne Regeln gross geworden. Ich könnte noch eine lange Liste führen….also mal den Ball flach halten Herr Lehrer und mal hospitieren kommen, bevor man so grandiose Vorstellungen vom Berufsbild des / der Erzieherin hat.

Anja Ramolla
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Muss eigentlich überall gebildet werden?Können kleine Kinder nicht einfach spielen
..jedes Kind kann einen Stift so halten, das es am besten damit zurecht kommt.

Ronny
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Als Lehrer kann man nicht frei arbeiten das tut mir leid! Das bildungsystem Schule ist von den Methoden her noch aus den 50er Jahren (gefühlt). Dafür kann aber die Kita nichts! In der Schule werden alle Kids als eine Masse abgefertigt, sie müssen Standards erfüllen sonst klappt das erreichen des klassenziels nicht! Menschen sind keine programmierbaren Maschinen!
In einigen Schulen hat man das verstanden. In den Kitas ebenso. Schule hängt wie immer hinterher! Das dies frustrierend ist verstehe ich!

Eltern müssen sich mittlerweile entscheiden welches geringere Übel sie wollen denn die öffentlichen Schulen werden immer schlechter ! Natürlich auch aufgrund von Mangel an Personal!

Rosi
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Dann sollten doch bitte die Eltern bei Ihren eigenen Kindern bitte selbst dafür sorgen, dass Sie gewisse Dinge erlernen!! Das ist nicht nur Aufgabe von Erzieherinnen und Erziehern. Viele Eltern geben ihre Kinder einfach nur ab, Hauptsache aus den Füßen, für den Rest des Tages……
Übrigens möchte ich Ihnen noch etwas zum nachdenken mitgeben. Vielleicht hilft es ja und bewirkt bei manchem Schreiber mal, dass er darüber nachdenkt.
Laut meinem Stand sollen die sogenannten heilpädagogischen Kindergärten abgeschafft werden. Mein Sohn hat aufgrund seiner Behinderung ebenfalls solch eine Einrichtung besucht. Er ist körperlich so eingeschränkt, dass er gar nicht in der Lage ist, Schuhe zu binden bzw Schere oder Stift richtig zu halten. Wollen Sie dies jetzt etwa den Erzieherinnen ankreiden?? Wenn künftig diese Kitas wegbrechen wird es richtig böse werden….. Kinder mit Behinderungen werden automatisch untergehen. Die fitten und gesunden Kinder müssen ebenfalls zurückstecken, weil Kinder mit Behinderungen ein größeres Maß an Betreuung brauchen. Es muss sich grundlegend was ändern!!!! Das gesamte System in Deutschland ist bescheiden! Und das nur, dank einer Politik, die sich seit Jahrzehnten nicht darum schert!!! Das muss endlich mal verstanden werden. Die gesamte Welt wird alimentiert, aber im eigenen Land geht alles den Bach runter weil man nicht vernünftig investiert und aufbaut…..

Sanny
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Ist das nicht peinlich? Keine Ahnung aber Forderungen stellen. Die Bildungsdokumentation muss schriftlich erfasst werden und an Eltern rausgegeben werden. Zumindest in NRW. Mehr muss ich wohl nicht erklären. Sie scheinen ja schlau genug zu sein. Zumindest gefühlt… …

Christa Zeitler
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Spielen ist die elementarste Form des Lernens.
Freies Spielen hat darum in jeder guten Kita einen hohen Stellenwert.
In dieser Zeit beobachten und dokumentieren wir.
Kinder entscheiden selbst was, mit wem, wie lange sie spielen. Sie bekommen Anregung und Hilfestellung wenn nötig.
Informiere dich gern selbst was Kinder so für sich gewinnen können was ihnen in der Schule mehr helfen wird als den Stift richtig zu halten. Aber auch hier geben wir selbstverständlich Hilfestellung und sind im Austausch mit den Eltern:)
Freies Spielen schließt angeleitete Angebote und Projekte nicht aus.
Hierfür braucht man allerdings Zeit,die wir leider aufgrund unserer Arbeitsbedingungen oft nicht haben.
Und lieber Emil, wir arbeiten sehr wohl nach einem Erziehungs – und Bildungsplan und einer eigenen erarbeiteten Konzeption.
Vielleicht nicht für dich erkennbar, darum informiere dich eh du solche Kommentare schreibst.

Katrin Sauff
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Mich als Kindergartenleitung wundert die Diskussionsführung ehrlich gesagt aus fachlicher Sicht doch sehr. Missstände und schlechte Rahmenbedingungen gibt es auf Schul- und Kindergartenseite zu verzeichnen, das steht außer Frage. Ganz davon abgesehen, ob die Rahmenbedingungen in Kitas verheerend sind und ob die „Kinder von heute“ auch in den Familien nicht ordentlich vorbereitet werden: Der Kindergarten ist eine eigenständige Bildungseinrichtung und als solche unabhängig von den Erwartungen der Schule.
Ich erhebe an keinem einzigen Tag den Anspruch an mich und mein Team, die Kinder bei uns „ordentlich auf die Schule“ vorzubereiten. Wir haben einen „Hier und Jetzt“-Auftrag und wenn wir diesen gut erfüllen, sind die Kinder selbstbewusst, stehen für ihre Ideen und Meinungen ein, haben eine Idee davon, wie schön und wertvoll das Zusammenleben und das Kooperieren mit anderen ist und haben Spaß daran, zu lernen. Und das hält im günstigsten Fall ein Leben lang, obwohl die Schule dazwischen mit ihren Methoden genug tut, genau diese Eigenschaften klein zu kriegen.
Meine „ersten“ Kindergartenkinder sind mittlerweile Mitte 20. Sie erinnern sich nicht mehr an die in der Schule auswendig gelernten Namen aller Flüsse Europas. Dass sie mit 4 Jahren im Kindergarten ein eigenes Vulkanprojekt initiiert haben und was sie dabei über den Aufbau der Erde und über „Plattentektonik“ gelernt haben und darüber, wie man durch gemeinsames Nachdenken, durch das Aufstellen von Hypothesen und durch Versich und Irrtum lernt, wie man auch bei Fehlversuchen nicht aufgibt, weil man es unbedingt schaffen will, daran erinnern sie sich!
Und das übrigens nicht, weil ich mit ihnen so viel Schneiden und „still Sitzen“ und Ausmalen geübt habe.
Ein Lehrer könnte jetzt sagen: Na siehste, da haben wir es ja! Nicht geübt, deshalb können sie das nicht.
Doch, aber die Kinder üben das von selbst – wenn sie es brauchen für ihre eigenen Zwecke.
Die Neurowissenschaft hat dies breitfächerig untersucht – Kinder bilden sich selbst und sie lernen das am Besten und am Nachhaltigsten, was sie eigenmotiviert lernen. Und so, sagt die Wissenschaft, soll das frühkindliche Lernen aussehen.
Wenn ein Lehrer oder eine Lehrerin sich jetzt weiter darüber ärgert, dass diese Kinder aber gar nicht gut auf die Anforderungen der Schule vorbereitet sind, dann frage ich mich doch, warum s
Skills wie „still Sitzen“, „brav Nicken“, Ausschneiden und Ausmalen im Berufsleben schon heute so gar nicht mehr gefragt sind…
„Fast überall sind Flexibilität, Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, Zielstrebigkeit und Teamfähigkeit gefordert.
Abhängig von Branche und Beruf kommen auch Kreativität, Entscheidungsfähigkeit und Organisationstalent hinzu. Bringen Sie heute einen guten Querschnitt dieser Top Skills mit, sind Sie gut aufgestellt, um Personaler zu überzeugen.“ (Zitat aus: karrierebibel.de)
Schonmal darüber nachgedacht? Also manche Schulen tun das ja schon, zum Glück…

Ute
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Nur zur Info, in Berlin gibt es seit 10 Jahren eine verbindliche Evaluation durch externe Anbieter für alle Kitas. Außerdem das Berliner Bildungsprogramm nach dem verpflichtend gearbeitet werden muss. Also Emil, vorher besser informieren

Angelika
9 Monate zuvor

Da Kinder fast ausnahmslos keine Schnürschue mehr tragen, sondern solche mit Klettverschlüssen ist es nicht verwunderlich, dass das Üben an einem gebastelten Modell kaum ausreicht, dass sie dies in ihren großen Gruppen lernen. Früher war der Altersschnitt in den Gruppen entschieden höher. Plätze wurden oft erst ab vier gegeben und erst als der Rechtsanspruch ab eine Betreuung ab drei galt, änderte sich das.

Da Kindergärten familienergänzend und nicht familienersetzend sein sollen, ist es Aufgabe der Eltern, ihren Kindern einiges beizubringen. Leider möchten viele, dass die Kita dafür sorgt, dass ihre Kinder nicht mehr in die Windeln machen, sondern ihnen diese Kosten erspart werden. Dank besonders saugfähiger Geleinlagen sind die nassen Windeln jedoch für die Kinder nicht mehr so unangenehm und vereinzelt tragen GRUNDSCHÜLER ) noch Windeln… Schwimmen, Fahrrad fahren und noch einiges mehr sollten Kinder aus vielen guten Gründen im Elternhaus erlernen. – Oder sollen wir zahnende und trostbedürftige Kleinkinder in die Ecke stellen?

Ich bin allerdings auch gegen Gejammer und Rechtfertigungen. Überlastungsanzeigen und Verweigerungen dürften für Abhilfe sorgen.
Übrigens gibt es für jedes Bundesland Bildungspläne oder für NRW angenehm kurze Bildungsvereinbarungen. Nur das versprochene Bundeskitaqialitätsgesetz gibt es noch nicht.

Emma
9 Monate zuvor

Man hat schon manchmal den Eindruck, dass das Thema frühkindliche Bildung hauptsächlich dafür herhalten muss, dass die Eltern der zu bildenden Kleinkinder der Wirtschaft möglichst vollumfänglich zur Verfügung stehen. Mit einem noch schlimmeren Betreuungsschlüssel als er zur Zeit üblich ist, wird die Kita dann tatsächlich zur reinen Verwahranstalt degradiert. Von Bildung kann dann keine Rede mehr sein. Zumal die Kleinen ja gerade auch durch die emotionalen und sozialen Aspekte in der Kita lernen. D.h. feste Bezugspersonen und die Sicherheit, dass auf seine Bedürfnisse reagiert wird.
Ich will mir gar nicht vorstellen, was da den Kleinsten schon zugemutet werden soll… Einfach nur traurig.

Echt
9 Monate zuvor

Die Wirtschaft will, dass ihre Arbeitskräfte nicht vom eigenen Nachwuchs von der Arbeit abgehalten werden. Somit ist die Krippe aufeinmal wichtiger als die Erziehung durch die Eltern. Eine formale Aufwertung wurde beigefügt, indem die frühkindliche Bildung gegenüber einem behütetem Aufwachsen in den ersten 3Jahren im Familienkreis öffentlich priorisiert wird. Dazu der Ganztag von Krippe bis Schule und der freiverfügbare Arbeitgebertraum ist gebacken. Wie es vielen Eltern und Kindern damit tatsächlich geht, interessiert nicht mehr. Hauptsache sie funktionieren im Sinne der Wirtschaft oder einer vermeintlich feministischen Ideologie. Für viele Familien mag das auch irgendwie funktionieren. Für viele Familien ist das jedoch psychisch sehr belastend. Die Eltern sind erschöpft, die Kinder überfordert, unruhig oder sehr passiv, was häufig nicht besonders auffällt. Die Eltern- Kindbindung als Basis einer gesunden Entwicklung erfährt erst wieder Bedeutung, wenn das Kind sprichwörtlich schon in den Brunnen gefallen ist.
Die Anpassungsleistungen der Familien an wirtschaftliche Bedürfnisse sind enorm. Hinzukommen immer mehr Familien, die keine Strukturen haben und die Verantwortung selbstverständlich an die Einrichtungen abgeben. Erzieher und Lehrer sollen diese geschaffenen Missstände kompensatorisch beheben. Alle Ebenen werden überfordert, weil gewisse familienpolitische Vorstellungen, auch durch den finanziellen Druck, der auf vielen Familien lastet (Miete, Energie etc) in den vergangenen Jahren durchgesetzt wurden.
Den Familien wird weiter das Märchen von frühkindlicher Bildung erzählt, während die Rahmenbedingungen in den Einrichtungen schlechter sind denn je, bei gleichzeitig immer höheren Anforderungen (Inklusion, Integration, Sprachbildung).
Um weiterhin möglichst kostengünstig die Kinder wegzuorganisieren, geht es nun also um noch mehr Massenbetreuung mit unqualifiziertem Personal, das dann irgendeine Bezeichnung bekommt, wo zwingend das Wort Qualität eingefügt werden muss.
Die Einstellung qualifizierten Personals wird von den Trägern dankend abgelehnt, wenn eine Gehaltsanpassung an die tatsächliche Berufserfahrung und Qualifikationen gefordert wird. Selbst Pädagogen mit weitergehenden Qualifikationen und 20jähriger Berufserfahrung werden nicht über Stufe 3 eingestellt. Verhandlungsmöglichkeiten, wie in anderen Wirtschaftsbereichen, gibt es nicht. Wertschätzung gibt es hier nicht! Das Motto ist günstig und anpassungsfähig, eben das, was die Kinder ja auch schon frühzeitig lernen sollen. Soviel zur Bedeutung der frühkindlichen Bildung.

Pit2020
9 Monate zuvor
Antwortet  Echt

@Echt

Danke für die betont sachliche Darstellung.

Susanne
9 Monate zuvor
Antwortet  Echt

@Echt
Ihr Beitrag spricht mir aus dem Herzen. Es geht tatsächlich nicht um die Kinder sondern nur ums Geld. Als der Betreuungsplatz ab dem 1. Lebensjahr geschaffen wurde, haben Psychologen bereits ihre Kritik verlauten lassen. Die frühe Trennung des Kindes von der Bezugsperson wirkt sich meist negativ auf das Bindungsverhalten des Kindes aus, was sich wiederum durch Schwierigkeiten und Problemen in den verschiedensten Lebensbereichen manifestieren kann, auch noch im Jugend- und Erwachsenenalter.
Eltern, welche ihre Kinder gerne bis zum 3. Lebensjahr selbst erziehen und betreuen möchten, wird in vielen Fällen die Möglichkeit genommen, weil mittlerweile ein Gehalt nicht mehr ausreicht, um als Familie existieren zu können.
Es ist einfach nur traurig!

Darfdaswahrsein
9 Monate zuvor

@Emil

Da lehnen Sie sich aber sehr weit aus dem Fenster.
Eigentlich sollte man auf so einen Kommentar gar nicht eingehen.

Trulla
9 Monate zuvor

Tjoa. Behandelt EuE doch weiter so, liebe Entscheidungsträger …
Warum wohl sind Berufe im Bildungswesen nicht mehr attraktiv???

Marion
9 Monate zuvor

@Emil
Mist! Da hat uns der Emil wieder beim Ratschen im Garten erwischt. Dabei haben wir uns doch extra hinterm Baum versteckt.
Aber der Emil ist ein Fuchs. Dem entgeht nichts. Jetzt will er auch noch, daß wir mit den Kindern irgendwas machen. Och nö!
Hab ich keine Lust zu. Ist mir viel zu anstrengend. Schließlich hab ich extra fünf Jahre Erzieherausbildung hinter mich gebracht, damit ich ’ne Mörderkohle für’s Nixtun kriege. Ehrlich, Emil, Sie können einem echt den Spaß am Leben vermiesen.

Krank durch Beruf
9 Monate zuvor

Ich bin Erzieherin. An vielen dieser Kommentaren ist ersichtlich welche Ahnungslosigkeit über diesen Beruf herrscht. Erst informieren, dann urteilen oder weiterhin aufeinander sinnlos herum hacken. Der Erzieherberuf wird systematisch geschrottet.

Krank durch Beruf
9 Monate zuvor

Ich habe vergessen zu erwähnen, dass ich nur 4 Jahre unbezahlt gelernt habe, Kaffee trinken und spielen. Das fünfte Jahr Praktikumsgehalt.
Für was eine Ausbildung? Wird überbewertet. Wenn Mutter und Vater den Job nebenbei machen können?

Jessica
9 Monate zuvor

Ich bin Quereinsteigerin und habe eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht ohne staatliche Anerkennung.ich arbeite seid 11Jahren in meinem Beruf, in einer Kiez-Kita. Meine Gleichstellung gilt nur für Raum Brandenburg. Niemand möchte mir eine Anerkennung ausstellen….ich wollte gern in ein anderes Bundesland ziehen u dort arbeiten.Aber alle Kinder hinter der Grenze Brandenburgs scheinen anders zu sein …deshalb darf ich dort nicht arbeiten….trotz 11Jahren Erfahrung. So drastisch kann der Mangel nicht sein.

Angelika
9 Monate zuvor
Antwortet  Jessica

Dafür fehlt mir jedes Verständnis. Ich fand es auch unmöglich, dass Kinderpflegerinnen mal erzählt wurde, die könnten nicht mehr in der Kita arbei ten, wenn sie nicht – nach Feierabend! – den Abschluss als Erzieher nachholen würden. Und in der Krippe wollte man – angeleyert durch eine überaus engagierte Bundesfamilienministerin – nur noch studierte Kindheitsoädagoginnen arbeiten lassen. Bloß keine Kinderpflegerinnen, die mehr über die Kleinsten gelernt hatten als die Erzieherinnen.

Die Devise „Ohne Schein kein Sein“ finde ich zum K…en.

Du schaffst das
9 Monate zuvor
Antwortet  Jessica

@ Jessica

Nur landesweit anerkannte „Schnellausbildungen“ anzubieten, war /ist wieder ein völliger undurchdachter Rohrkrepierer des Föderalismus. Fast jedes Bundesland hat damals (ca. 2011) sehr kurze Lehrgänge (280-500 UE neben einer mindestens Teilzeitanstellung innerhalb von 1- 1 1/2 Jahre und schon dürfte man auf Fachkraftstunden angerechnet werden).
Ich weiß nicht wie lange deine „Ausbildung“ als Quereinsteigern gedauert hat, aber wohl nicht drei Jahre mit wie bei der „heutzutage“ landesweit immer häufiger angebotenen PIA-Ausbildung zur Erzieher/in (2.760 Stunden fachtheoretischer Ausbildung).
Im Grunde hast du nur die Möglichkeit eine Externenprüfung zu machen, um in jeden Bundesland als pädagogische Fachkraft anerkannt zu werden. Oder eine verkürzte PIA-Ausbildung. Oder du versucht deine „Ausbildung“ an der FH als Vorerfahrung anerkennen zu lassen, sodass sich die Studiendauer auf vier Semester berufsbegleitend verkürzt. Oder du versucht wenigstens als Ergänzungskraft anerkannt zu werden. Ansprechpartner ist das jeweilige Landesjugendamt.

Enny
9 Monate zuvor
Antwortet  Jessica

Es gibt auch in vielen Bundesländern die Möglichkeit der Externenprüfung als Erzieher, hier bei mir brauche ich dafür 4,5 Jahre Berufserfahrungen und einen Vorbereitungskurs zur Prüfung

Gizi
9 Monate zuvor

An ndrea, leider nicht die Ausnahme. In unserer Kita gibt’s nur noch Freies Spielen (die Kinder „wollen“ das so). Wenn man wenigstens bei gutem Wetter mal rausgehen würde.

Kita-Tante
9 Monate zuvor

Ich frag mich ernsthaft, was da noch unterschritten werden soll. Es ist doch schon alles am absoluten Anschlag.

Weniger als eine Erzieherin pro Gruppe wird ein interessantes Konzept.

Es werden immer weniger Fachkräfte, wenn sie so weitermachen. Zumal ich wetten möchte, dass das Anheben der Belastung nicht mit einer Anhebung des Gehaltes einhergeht (was auch nur ein schwacher Trost wäre, aber immerhin)

Bergner
9 Monate zuvor

Erziehermangel? Zu große Gruppen? Sachsen ist bundesweites Schlußlicht in Sachen Betreuungsschlüssel. Ich habe mal irgendwo gelesen, dass so ca. 50% der jetzigen Erzieherinnen bei uns im Alter von 50+ sind … und dann träumen unsere Politiker noch davon, dass wir alle bis zur Rente mit 67 (oder länger) durchhalten!!! Träumt weiter! Und vor allem fangt schon mal an, ein Rezept zum Backen von Erzieherinnen zu suchen. Größere Gruppenstärke ist keine gute Zutat dafür.

Katja
9 Monate zuvor

Ich arbeite in diesem Beruf seit 8 Jahren.
Immer in der selben Einrichtung, war damals die letzte von 32 Mitarbeitern die angestellt wurde und bin nun die 4 Dienstälteste.
Viele Kollegen geben auf, es kommen keine Neuen nach.
Man sammelt Überstunden und kann sie praktisch nicht nehmen, weil immer Personal fehlt..
Die Lösung soll jetzt mehr Fortbildung sein, das ist doch ein Witz, wir haben jetzt nicht mal den Personalschlüssel dafür..
Es gibt Kollegen die mittlerweile lieber an der Tanke arbeiten würden.

Ich verstehe den Frust der Eltern, den auch Erzieher sind Eltern und schicken ihre Kinder in die Kita und haben die selben Probleme mit der Betreuung.

Grössere Gruppen, werden dazu führen das immer mehr Fachkräfte sich anders orientieren werden.
Die Belastung durch den Personalmangel ist enorm, um Bildungsarbeit leisten zu können nehmen wir viel Arbeit nach Hause, Vorbereitungszeit hatte ich im Kita Alltag seit Monaten nicht mehr.

Ich mag meinen Beruf aber er hat schon lange nix mehr damit zutun, was er mal war.. Dennoch hoffe ich auf bessere Zeiten für uns alle

Carmen
9 Monate zuvor

Es ist interessant, daß wir 2022 schlechtere Bedingungen im Kita haben. Wenn die Gruppengrößen erweitert werden ,braucht es kein pädagogisches Personal mehr ….dann braucht man nur noch jemand der Aufpasst.
Weil das wird sich auf die Zukunft hin keine Erzieherin mehr geben. Es ist jetzt schon schwierig genug.
Am Anfang der Pandamie waren wir noch Systemrelevant …heute spricht keiner mehr von uns Erziehern.
Politik hat auch versagt ….Erzieher müssen besser bezahlt und den Beruf attraktiver machen. Wenn ich lese Quereinsteiger …ich habe 4 Jahre meine Erzieherausbildung gemacht…also kann jeder so mit Kindern arbeiten….so kann man uns Erzieher auch abwerten.

Bertha
9 Monate zuvor

Größere Gruppen sind garnicht möglich. Fast alle Eltern fordern 45 Stunde Betreuung. Wird dies durchgeführt reduziert es auch andere Plätze nach gesetzlich Vorgaben. Somit ist die Forderung absolut nicht durchzusetzen.
Arbeitgeber fordern immer schneller den Wiedereinstieg nach der Geburt. Dadurch entsteht doch der ganze Druck. Unsere Gesellschaft fordert Kinder in die Welt zu setzen und am besten mit 1 Jahr schon in der Kita abzugeben. Auch die kleinen reduzieren wiederum die Anzahl der Plätze. Diese Möglichkeit hat gefordert, dass Erzieherinnen nun auch noch die Kleinsten wickeln müssen usw. Daher wird doch auch die Arbeit körperlich immer schlechter zu bewältigen plus erhöhter Lärm in alten Gebäuden.
Gezielter Ausbau mit vernünftigem Tagespflegepersonal, die in familiärer Atmosphäre aufwachsen würde viel Entlastung bringen.
Alltagshelfer könnten einfach als fester Stundenschlüssel hinterlegt werden. Das wäre schon Entlastung.
Verwaltungskräfte könnten fest installiert werden innerhalb der Kita um Leitungen von ihren Aufgaben zu entlasten. Dann haben Pädagogen endlich wieder mehr Zeit. Dies wäre mal ein erster Schritt einer neuen Struktur. Kreativität ist gefragt. Nicht immer weiter diskutieren über Fachkraftschlüssel .

Angelika
9 Monate zuvor
Antwortet  Bertha

Warum haben die ErzieherInnen nicht schon 2015 die Rücknahme des Rechtsanspruchs auf eine Betreuung der Jüngsten gefordert? Es war doch abzusehen, dass die Kindergartenkinder in der Schule vielerorts von pädagpgischen Laien betreut werden würden. Die Kräfte, die für die personalintensive Betreuung der Jüngsten gebraucht werden, fehlen bei den älteren Kindern.

Wenn der Staat die Betreuung der Kinder nicht besser organisieren kann, dann soll er keine Versprechungen abgeben, die die in Kitas Tätigen nicht erfüllen können. Außer von den Psychoananlytikern gibt es kaum noch Kritik an der frühen Langzeitbetreuung der Jüngsten. – Okay, in den Personalzimmern kritisieren ErzieherInnen es auch, wenn Kleinkinder besonders lange oder krank gebracht werden…

Manja
9 Monate zuvor

@Emil…Solche Meinungen zeigen wieder , dass immernoch alle denken Erzieher sitzen sich den Popo platt und trinken Kaffee. Es ist echt eine Unverschämtheit …wenn es so ein gemütlicher Job wäre, wundert mich warum wir kein Personal mehr finden , warum Niemand mehr diesen Job machen will. Hört sich ja nach leicht verdientem
Geld an . Also ich bin Erzieherin in Niedersachsen und wir in unserer Kita leisten tolle Arbeit, opfern uns täglich auf für die Kinder . Unsere Kinder haben gelernt den Stift richtig zu halten , mit der Schere umgehen zu können , Arbeitsblätter bearbeiten , nebenbei noch Selbstvertrauen und Empathie . Das alles trotz permanentem Personalmangel , sodass schon damit gedroht wird keinen Urlaub mehr nehmen zu können , weil es keine Vertretung gibt. Also da muss man schon Liebe zum Beruf mitbringen, um nicht das Handtuch zu schmeißen…..
Forderungen nach noch größeren Gruppen werden wenn das kommt noch mehr Leute aus dem Beruf vertreiben…
Vielleicht sollte der Job Mal mehr Wertschätzung erfahren und mehr finanziellen Anreiz , sonst wird sich kein junger Mensch mehr für diesen Beruf entscheiden …

Erzieherin in Kita
9 Monate zuvor

Ich arbeite jetzt seit 10 Jahren in der Kita, als HEP und bin zur Zeit als Springer in bis zu 10 Kitas unterwegs.
Der drastische Erziehungsverfall im Häuslichen Umfeld ist erschreckend.
Auch wenn es keiner Ausspricht die Eltern sind gerade jetzt in der Corona-Zeit mit Ihrer eigenen Erziehung konfrontiert worden und deshalb war das geschrei gross. Sie hatten nur Ihre Kinder zu Hause, wir haben davon 20 Kinder in den Gruppen.
Krippis sind Krippis da geht es um Bedürfnissorientierte Arbeit. Alles andere ist ein Bonus.
Bei den Elementargruppen sieht das schon anders aus.
Was können die Kinder denn heute noch. Gar nichts!!!
Denn das soll die Kita leisten.
An- und Ausziehen ist eine Katastrophe. Weil das ja Mami macht damit es schneller geht, denn man hat sechs eilig.
In ganzen setzen sprechen. Fehlanzeige! Ähähäh und heulen wenn man nicht verstanden wird.
Essen: von Esskultur ist such nichts geblieben. Ich rede nicht davon perfekt mit Messer und Gabel zu essen. Aber das man nicht mit vollem Mund spricht oder mit offenen Mund, das Essen sucht die gegen wirft oder noch eckliger durch die Gegend spuckt. Sie können nicht mal mehr mit der Gabel essen es wird nur noch mit dem Löffel in den Mund geschaufelt oder gestopft.
Und wenn man sie bei vielen Kindern die Brotdose ansieht ist es erschreckend was sich darin befindet. SPIELESSEN IN PLASTIK!!! QUETSCHIS MIT MASSENHAFT ZUCKER!!! NASCHIESSEN DAMIT ES DEM KIND gefällt.
Ich könnte schreien. Zäheputzen Fehlanzeige, die Zähne der Kinder sind vergammelt oder fehlen deshalb. Zähne sind ein wichtiges Instrument um Sprechen zu lernen, sind sie nicht intakt kann nicht richtig sprechen gelernt werden.
Als ich klein war da fielen uns die Zähne in der ersten Klasse aus heute fehlen den meisten 5jährigen schon die ersten Zähne, wie kommt das?
Zum Sprechen lernen gehört auch Ansprache.
„Hallo mein Schatz, wie war dein Tag.“
Irrtum, es wird aufs Handy geglotzt oder telefoniert.“Beeil Dich wir haben es eilig.“ „Los komm her anziehen.“ Dann wird das Kind einhändig telefonieren angezogen“. Corona hat also auch was gutes, keine Eltern die ihre Kinder anziehen. Kinder die mit drei noch nicht trocken sind, sind nichts Ungewöhnliches. Manchmal auch mit vier aber früher wurde von den Eltern noch Interesse gezeigt, heute müssen wir uns anhören wann ist mein Kind endlich trocken. NICHT MEIN AUFGABE, ich unterstütze diesen Vorgang.

Ich braucht letztens 30min um einem Kind eine frische Pempas zu machen, weil ich ständig in die Gruppe musste um auf unglaubliches Geschrei, Gepolter, heulen von Kindern zu reagieren die nicht das Spielzeug bekamen was sie gerne wollten.
Was meinen Sie wie sich das für das Kind angefühlt hat das ich wickeln wollte.

Spielverhalten????Bitte was??? Es gibt kein Spielverhalten mehr. Es wird gestritten gezankt, gepetzt, geheult. Oh und geprügelt.
Es gehört heute zu meinem Alltag mich anspucken, beißen und treten zu lassen.
Und die Kinder kennen Ausdrücke, könnten sie nur auch sonst so sprechen.
Und meine Kleidung ist kein Taschentuch, nein es gibt tatsächlich Taschentüchrr in der Kita. Stattdessen wischt so ein Gör seinen rotz an meinem Ärmel ab und da fällt es mir dann auch schwer freundlich zu bleiben.
Und da sind wir auch schon bei Corona. Seit 2 einhalb Jahren reden wir uns den Mund fusselig:“Bitte Huste oder Niese in deinen Ärmel.“ Und fünf Minuten später kroch ich die nächste Ladung ab! Und nein mit Mundschutz ist das nicht weniger ecklig. Wir schrenken unsere Kontakte ein und die Kinder erzählen was sie alles gemacht haben oder wen sie alles getroffen haben(zu Beginn von Corona). Da fühlt man sich toll unter bis zu 15Kindern die wegen Häuslicher Gefährdung aufgrund von Platzmangel(dann Krieg eben keine 5 Kinder wenn das Geld nur für eine drei Zimmer Wohnung reicht.
Oder der Sprache wegen in die Kita kommen. Die Eltern zeigen und haben kein Interesse die Sprache zu lernen und zu Hause wird nur in der Heimatsprache gesprochen. Natürlich ist das schön der Erhalt der Sprache und Kultur, aber verdamt nochmal warum lebt ihr dann hier, wenn ihr keine Integration lebt. Und nein ich bin kein Rassist und stehe trotzdem zu meiner Aussage.
Und bringt Euren Kindern doch erstmal eine Sprache bei, anstatt diesem Schei… den man heute bei den Jugendlichen hört.
Und Chucky, ES, Transformer und Juressik Park sind keine Kinderfilme. Und bitte erzähl mir nicht mehr den Müll das haben sie von den Geschwistern gehört, dafür kennen sie zu viel Details und es sind auch nicht die Lego Varianten.
Und Schleswig Holstein eure Altersgemischten Gruppen sind in vielen Fällen der absolute misst.
Und was habt ihr euch dabei gedacht die Vorschule abzuschaffen.
Ja meine Gramatik ist schlecht das mag sein, aber ich hab meinen Abschluss mit 2 gemacht.

Ich bin müde, sehr müde und meine Wochenden bestehen nur noch aus dem nötigste und ich würde gerne mal wieder so sein wie früher.
Für Eure Kinder gebe ich 100% und für mich bleiben 5% gefühlt. Vielleicht denken Sie mal darüber nach.

Sasu
9 Monate zuvor

Sehr gute Worte. Erzieher und Lehrer sind mittlerweile für alles verantwortlich. Die Eltern arbeiten meist beide, denn man möchte einen gewissen Lebensstandard haben. Holt man dann zu später Stunde das Kind, möchte man „Quality time“ und bitte keine Erziehungsarbeit mehr leisten. Erzieher haben immer größere Gruppen von teils nicht mal mehr ansatzweise sozial verträglichen Prinzen und Prinzessinnen. Zeit für angemessene Förderung und Erziehung bleibt kaum. Sieht in Schulen leider nicht besser aus. Im ersten Schuljahr tummelt sich alles was jetzt zur Schule MUSS, von Schulfähigkeit kann oftmals keine Rede sein. Die Erzieher wussten es besser, aber auf die hört ja keiner. Dazu das ewige: Also mit unserem Kind müssen Sie schon anders umgehen. Es ist so sensibel, besonders, behütet, ein Frühchen, schüchtern, ängstlich, testet gerne die Grenzen, braucht eine direkte Ansprache, braucht Zeit, Zuwendung, eine leise Stimme, eine laute Stimme, muss ignoriert werden, darf keinesfalls ignoriert werden und wieso darf mein Kind nicht drei mal die Stunde zur Toilette? Es MUSS doch……….Teilweise können die Kinder auch im 4. Schuljahr noch nicht richtig ausschneiden. Wie sollen Lehrer das auch fördern? 30 Kinder in der Klasse, darunter oftmals einige mit besonderem Bedarf, der aber erst später festgestellt werden darf. Kann sich ja alles noch entwickeln, also warten wir mal ab. Lehrer machen das schon. ESE, GB, LB, S und mittendrin die 15 „normalen“ , gut erzogenen und sozialisierten Mäuse, die ewig untergehen. Sonderpädagogen? Ach was, wieso auch. Ein tolles Lob für meine Arbeit mit zwei LB Kindern, individuelle Mappen ( Material komplett von mir gekauft bzw.ausgedruckt), individuelle Förderung wann immer möglich, spezielles Freiarbeitsmaterial (mehrere Wochenenden laminieren und schneiden), dafür natürlich kein Gehalt eines Sonderpädagogen und nach der offiziellen Feststellung des Bedarfs? Sie haben das so toll gemacht, das eine Jahr schaffen sie jetzt auch noch. Natürlich weiterhin OHNE Sonderpädagogen oder mehr Gehalt. Ich krieche auf dem Zahnfleisch und um mich herum kriechen verdammt viele Lehrer und Erzieher mit.

Kvm
9 Monate zuvor

Ich finde die Erzieher müssen streiken.

Irinja
9 Monate zuvor

Deine Einlassungen lösten bei mir absolutes Fremdschämen aus! Kann mir nicht vorstellen, dass du tatsächlich als HEP (HEILERZIEHUNGSPFLEGER/IN) tätig bist. Falls es tatsächlich sein sollte: Bitte erspare allen KuK weitere Posts, in denen du unsere Tätigkeit derart schäbig darstellst und offensichtlich auch genauso empfindest!

Irinja
9 Monate zuvor
Antwortet  Irinja

In meinem obigen Kommentar beziehe ich mich auf „Erzieherin in Kita“.

Realist
9 Monate zuvor

Erschreckene Zustände, die Sie dort schildern. Wenn sie nur noch 5% Zeit für sich haben, dann suchen Sie schnellstens den Exit. Wenn Sie erst 10 Jahre in der Kita sind, sind Sie wahrscheinlich nicht zu alt (in den 30ern?). Die Wirtschaft sucht händeringend Fachkräfte, ggf. müssen Sie aber umziehen. Sie sind qualifiziert und leistungsfähig. Sie müssen sich das nicht antun.

Glauben Sie nicht daran, dass sich irgendetwas ändert. Seit zwei Jahrzehnten ändert sich nichts und es wird immer schlimmer im Bildungs- / Erziehungsbereich. Nur politische Versprechungen AUF DEM RÜCKEN DER BESCHÄFTIGTEN!!!

Lassen Sie sich nicht ausnutzen. Man lebt nur einmal. Besser jetzt aussteigen, als in wenigen Jahren als psychisches und physisches Wrack zu enden. Keiner würde Ihnen dann irgendetwas danken. Man würde Sie aussortieren: „Der nächste bitte.“ Oft genug selber mitbekommen.

Emil
9 Monate zuvor

Nun ja, getroffene Hunde bellen….

Im übrigen schaffen es Grundschullehrer 6 Wochen nach der Kita all diesen Kindern, mit denen die Kindergärtnerinnen überfordert sind, in noch größeren Gruppen lesen und schreiben beizubringen.
Und Schere und Stift halten, Namen schreiben und Schuhe binden.

Wie machen die das bloß _ ohne Baum, hinter dem man sich beim Tratschen verstecken kann???

Realist
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Emil würde das sicherlich auch mit 60 Kindern in 3 Wochen schaffen…

Marion
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Lieber Emil,
Weil ich mich im Kindergsrten immer so entsetzlich beim Faulenzen langweile, habe ich beschlossen, ein Buch zu schreiben. Es wird ein Psychothriller. Die Story geht so:
Ein irrer Serienkiller bringt reihenweise Erzieherinnen um. Als Hauptverdächtiger gerät schon bald ein überforderter, total frustrierter Grundschullehrer in den Fokus der Ermittlungen, der aus unerfindlichen Gründen einen irrationalen Hass gegenüber Erzieherinnen hegt.
Ich glaub, ich werde ihn Emil nennen.

Yvonne
9 Monate zuvor

Ich bin seit 21 Jahren fertig ausgebildete Erzieherin und seit 10 Jahren Leiterin.
Seit dem wurde die Ausbildung immer wieder verändert. Mittlerweile geht es dort um hochtrabende Theorien (die eigentl. In ein Studium gehören), eine Verknüpfung zur Praxis, Handwerkszeug Fehlanzeige. Die Anzahl der Fachidioten in den Abschlussjahren nimmt immer mehr zu. Es gibt gute, mit Herzblut, werden aber immer weniger. Die Hauptarbeit stemmen die Generationen 50+. Auf der anderen Seite stehen gesellschaftliche Ansprüche. Wir sollen die Individuellen Bedürfnisse der Kinder beachten, Kinder sollen überall mitbestimmen, aber die Wirtschaft möchte später teamfähige und
gemeinschaftsfähige Mitarbeiter. …
Es sind totale Widersprüche. Die Pädagogik der Vorschule steht am Scheideweg der Forderungen und muss sich jetzt bekennen. Entweder wir bleiben auf dem Weg den auch diese Gesellschaft propagiert, von wertelosigkeit, fehlender wirklicher Moral und Individualismus oder wir fangen an Kindern wieder Werte und Gruppe zu geben. Und ja. Das heißt nicht alles alte über Bord zu werfen.
Das heißt, als Kind lernen zu müssen und darin trotzdem Freude zu finden. Das heißt, daß die Gesellschaft mal in sich gehen muss und die Politik eindeutig im Lieferzwang ist.
Ich habe hier viele gute Hinweise gelesen, aber auch viel Oberflächlichkeit und übernommene Meinungsmache aus den Medien.
Unsere Kinder haben sich in den letzten Jahren so stark verändert. Vielen geht immer mehr das kindliche verloren, dabei haben sich die Bedürfnisse und Entwicklungsaufgaben der Kinder nicht geändert. Nur die Gesellschaft, auch Eltern verlernen es immer mehr diese zu erkennen.
Auch der pädagogische Bereich ist davon betroffen. Mir graut vor dem Tag an dem die jetzigen 50+ weg sind und ich die Kita mit einer unterbesetzten Meute Fachidioten, von der Gesellschaft dazu gemacht (Können nichts dafür, wurden nie zur Müdigkeit befähigt, weil alles leere Hülsen ohne Inhalt auf dem Bildungsweg lagen) zur Arbeit bringen muss, mit Kindern, die als Regelkind schon erhöhten Förderbedarf haben …
Wir sollten sehen, dass wir auf allen Ebenen wieder in der realen Welt landen. Dazu gehört auch einem Kind zu sagen, dass es noch üben muss, weil es etwas noch nicht gut kann, zu sagen, dass wer Misst baut auch wieder an der Beseitigung dessen mitwirken muss. (Mein Sohn wird sehr früh nähen lernen, ich bin es leid Mützen zu kaufen, die er dann immer wegwerfen…) Wir müssen wieder lernen den Wert in Dingen zu sehen und den größten Wert in der Gruppe, denn Kinder brauchen andere Kinder und auch fremde Erwachsene, nicht nur Familie. Und Eltern müssen wieder lernen dass es Grenzen geben muss und man nicht alles mit den Eigenheiten Entschuldigen kann. Bedürfnisse und Willen sind unterschiedliche Dinge.
Lasst uns den Weg in die Realität gehen, wo der Erwachsene dafür sorgt, dass Kinder wieder Kinder sein können und nicht von Entscheidungen (die sie auf Grund ihres Entwicklungssandes oft noch gar nicht treffen können) getriebene kleine Erwachsene sind. Wir müssen unsere Waage wiederfinden. Dann schaffen wir unsere Arbeit gut, weil wir Erfolge haben und dann sind vielleicht in 10 Jahren auch wieder größere Gruppen möglich, wenn Kinder durch eine Grunderziehung im Elternhaus wieder gemeinschaftsfähig sind. Wir bekommen Kraft durch Erfolg und rennen nicht weiter den falschen Götzen nach, die da höher, schneller weiter heißen. Realität heißt, kein Frühenglisch, kein rechnen und richtiges Schreiben in der Vorschule, keine überbordende Mediennutzung.
Alltag mit Höhepunkten, verlässlichen Regeln, klaren Erwartungen (auch üben von schleifen) interessierten Erwachsenen und Entwicklungsbedürfnis orientierter Aktivität.
Konzentrieren wir uns auf unsere Arbeit, lassen die Schwätzer (z.B. Emil) schwätzen und bedienen nicht mehr die falschen Götzen, mit alles ist möglich. Dann eröffnet sich ein Weg aus der Krise.

Echt
9 Monate zuvor
Antwortet  Yvonne

Ich unterstütze Ihre Haltung. Kinder brauchen Werte und Orientierung. Sie brauchen Erwachsene, die sie fürsorglich mit einer klaren Haltung begleiten. Letzlich sind die problematischen Verhaltensweisen vieler Kinder nur ein Spiegelbild der Fehlentwicklungen einer Gesellschaft, die auf Individualisierung setzt und Kinder durch einen Mangel an echter Aufmerksamkeit ( gemeinsame Zeit, Vorbild sein, Mut zur Auseinandersetzung) und haltgebenden Werten überfordert. Viele Eltern scheinen aber auch sich selber und die ureigensten Bedürfnisse nicht mehr wahrnehmen, zu verleugnen oder haben gelernt dies mit Konsum zu kompensieren (der Götze). Ich finde es schwer nachvollziehbar, dass Eltern ihre Kinder (diejenigen ohne finanzielle Not) in die Krippe geben und mir dann berichten, wie schwer es ihnen fiel. Dem eigenen Gefühl wird also nicht mehr getraut, da das „Märchen der frühkindlichen Bildung“ permanent vorgebetet wurde und diese Eltern natürlich „das Beste“ für ihr Kind wollen. Nie waren Eltern so unsicher wie heute. Dabei war „früher“ beiweitem nicht alles besser und eine gesunde Reflexion der eigenen Erziehungserfahrungen ist wichtig. Aber die familienpolitische Ausrichtung der vergangenen Jahre, hat zwar einerseits für mehr berufliche Freiräume gesorgt, andererseits aber die gesunde Intuition und Empathie der Eltern, durch m.M.n.
rein wirtschaftlichen Interessen, manipuliert. Damit wurden den Kindern und dieser Gesellschaft kein Gefallen getan. Durch die getrennten Lebenswelten der Generationen vereinsamen Familien, denn gerade in den ersten Lebensjahren der Kinder haben sich z.B. durch Eltern- Kindgruppen viele Familien kennengelernt, Sicherheit durch Austausch erfahren und auch Solidarität und gegenseitige Hilfe erfahren, besonders wenn auch die Großeltern nicht verfügbar waren. Dadurch konnte das sg. Dorf, das ein Kind braucht, entstehen, welches wiederum Eltern und Kindern Halt gibt. Das kann keine Krippe und keine Kita leisten, denn diese sind familienergänzend und nicht -ersetzend. Familie ist viel mehr, dessen muss sich diese Gesellschaft wieder bewusst werden, wenn wir ein gutes gesellschaftliches Miteinander, als Basis einer funktionierenden Demokratie, anstreben. Und die Wirtschaft sollte ein Interesse an sozial und emotional stabilen (zukünftigen) Arbeitnehmern haben, die Loyalität und Leistungsbereitschaft auf der Grundlage gemeinsamer Werte, zeigen. Das hat Deutschland witschaftlich einst weitgebracht.

Enny
9 Monate zuvor

Bezahlte Ausbildung

Um den Quereinstieg zu erleichtern wäre es zudem sinnvoller die Personen die bereits eine Ausbildung absolviert haben und eine zweite Erzieherausbildung in Betracht ziehen mehr finanzielle Sicherheit zu bieten.
Damit diese ihre Miete etc. bezahlen können.
Es wird sich überall beschwert das es nicht genug Erzieher gibt. In Bremen werden im Jahr 2022 nur 25 PIA (Praxisinterne Ausbildung) Ausbildungsplätze bereit gestellt. Mit diesem Modell ist es möglich während seiner Ausbildung zu überleben.
Aber das sind für so eine große Stadt nur 25 bezahlte Ausbildungsplätze.
Da fällt man wirklich vom Glauben ab.

studierte Fachkraft
9 Monate zuvor

Der Fachkräftemangel (es gibt laut Arbeitsagentur immerhin 12.000!!! Erzieher und Kinderpfleger die eine Anstellung suchen, die vielen Erzieher/innen die ohne sich arbeitslos zu melden suchen nicht mitgezählt) ist die Ideale Begründung um den Qualitätsstandard auf jeder Ebene legal zu senken. Dabei meldeten schon laut Statistik 2019 sieben Bundesländer weniger freie Stellen als die Jahre zuvor (Hamburgs Bedarf scheint z.B. langsam gedeckt zu sein, bei 31% weniger Stellen), diese Entwicklung hat sich in den letzten Jahre noch verstärkt. Es kann also „nur noch“ von verstärkten Regionalen Bedarfen gesprochen werden. Die Fluktuation innerhalb vieler Einrichtungen mit nicht tragbaren Rahmenbedingungen, die neues Personal wie ranziges Fett entsorgen (zuerst heiß umworben und dann wenn kraftlos und verbraucht rausmobben) und im Wochentakt neues suchen und einstellen, mal außen vor gelassen.

In den letzten Jahre wurden die Ausbildungskapatzitäten fast verdoppelt (pro Jahr schließen über 30.000 Erzieherinnen und 8000 Kinderpfleger ihrer Ausbildung ab) und ab 2012 gibt es immer mehr der sogenannten PIA-Ausbildungsplätze. Die lange schulische Ausbildung mit unbezahlten Praktika, wird also endlich von einer bezahlten drei bis fünfjährigen (je nach Bundesland uns Vorbildung unterschiedlich) dualen Ausbildung abgelöst. Es stimmt auch nicht wie immer behauptet, dass es zu wenig Ausbildungswillige gibt (siehe Statistiken zur Ausbildungskapatzitäten und Absolventen) und man Probleme hat die Ausbildungsplätze zu besetzen (fast immer gibt es um einiges mehr Bewerber als Plätze). Der große Bedarf ist immer noch zum großen Teil dem Kitaausbau insbesondere im U3 Bereich und gleichzeitig bei der Ganztagsbetreuung im Primärbereich zu zuschreiben. Wenn „ausgebranntes“ Personal wechselt, dann eben wegen der Möglichkeit dies auch zu tun (früher war es fast unmöglich innerhalb kürzester Zeit einen neuen Job zu bekommen, nun herrscht vielerorts auch außerhalb der Kita ein erhöhter Bedarf.
Problematisch ist nur die immer höher werdende Quote an „Aussteigern“, insbesondere in den ersten fünf Jahren nach der Ausbildung.

65% des pädagogischen Personals in Kitas haben einen Abschluss als Erzieher*in, 13% sind Kinderpfleger/Sozialassistenten und nur 6% haben einen akademischen Abschluss im pädagogischen Bereich. Der Rest, immerhin 15% verfügt über keine oder nur eine eher entfernt verwandte pädagogische Ausbildung bzw. befindet sich in Ausbildung (6%).

Die Anzahl derer die als ungelernte „Hilfskräfte“ in den Kitas und vor allen in den Ganztagsschulen arbeitet steigt rasend schnell zu Lasten der eh schon durch die Rahmenbedingungen stark herabgesetzten Qualitätsstandards. Eine gewollte Entwicklung, werden die Personalverordnungen der jeweiligen Länder fast jedes Jahr nach unten hin angepasst. Ob Physiotherapeutin, Krankenschwester, Ergotherapeutin etc. jeder Heil- und Sozialberuf ist erwünscht, auch die die sich noch in der Ausbildung befinden dürfen zu ei einen gewissen Teil oder ganz auf die Fachkraftstunden angerechnet werden.
Die Kommunen versuchen so gut es geht zu sparen und stellen daher natürlich nur nach Mindestqualifikation und Schlüssel ein, aber dieser Schlüssel ist an sich schon so knapp bemessen, dass Krankheiten, Urlaub, Fortbildungen, oder gar eine Pandemie nicht mit eingerechnet werden. Wenn bei einen gesetzlich festgelegten Personalschlüssel von nur 2 Betreuern in einer Gruppe einer, warum auch immer nicht da ist, dann fehlen sofort 50% der Arbeitskraft wie soll man das noch unterbieten? Das ist bei solch einen klammen Personalschlüssel im Grunde fast täglich zu personellen Engpässen kommt können nur die Verantwortlichen in der Politik nicht nachvollziehen.

Marion
9 Monate zuvor

@Erzieherin in Kita
Ich verstehe jede Erzieherin, die ihrem Frust über miese Arbeitsbedingungen auch mal mit harten Worten Luft machen muß.
Aber wie sie sich hier über Kinder äußern, empfinde ich schon mehr als grenzwertig.
Mag sein, daß sie viel in Kitas unterwegs sind, wo die Kinder aus präkeren Verhältnissen stammen, aber das ist nicht die Schuld der Kinder. Ich kann auch gut verstehen, daß diese Arbeit einen an die eigenen Grenzen bringt und man schlicht überfordert ist. Aber dann sollte man unbedingt die Reißleine ziehen und sich Hilfe suchen oder den Arbeitsplatz oder evtl. sogar den Beruf wechseln. Wenn sie täglich mit so einer Wut zur Arbeit gehen, will ich mir nicht vorstellen, wie sich das auf ihren Umgang mit den Kindern auswirkt. Mag ja sein, daß diese Kinder, aufgrund desolater Familienverhältnisse, schwere Verhaltensstörungen zeigen. Aber die sind das Ergebnis des Umfeldes, in dem sie leben. Dafür können sie nichts. Diese Kinder brauchen Hilfe und sie spüren die Geringschätzung, die sie ihnen entgegenbringen sehr wohl. Das trägt mit Sicherheit nicht zu einer Besserung der von ihnen beklagten Verhaltensweisen bei.
Also bitte suchen sie sich Hilfe, bevor sie ihren Frust an den Kindern auslassen.

Mutter
9 Monate zuvor

Meine Tochter würde gerne eine Ausbildung machen zur Erzieherin, nur leider leben wir im falschen Bundesland und die Anforderungen sind zu hoch. Obwohl ihr mehrere Praktika bescheinigen, das sie sehr gut geeignet ist für den Beruf. Vielleicht sollte man eine Ausbildung nicht allein von dem Schulabschluss abhängig machen, wobei das auch abhängig vom Bundesland ist, wie der sein muss.

Amalie Strohmayer
9 Monate zuvor

Unterschiedliche Meinungen wird es immer geben, sowie es unterschiedliche Kitas und Erzieherinnen gibt. Man urteilt gerne im Kontext der Verallgemeinerung. Ich habe prima Kitas und Erzieher kennengelernt und weniger gute. Das Sozialverhalten der Erzieherinnen untereinander ist sehr wichtig. Es geht um Vorbildfunktion. Aber auch Städte und Gemeinden sollten Mal überdenken, das es ausschließlich dem Personal unterworfen sein sollte wie Sie den Bildungsauftrag erfüllen wollen. Natürlich solltest ein Qualitätsmanagement geben und natürlich brauchen Kinder Freispiel genauso wie Angebote. Aber es muss echt nicht sein, das Kinder unter 4 Jahren schon mit Erziehern Bastel- und Malangebote praktizieren. Im Grunde deshalb, weil Eltern das wünschen. Kinder brauchen einen guten Personalschlüssel, nicht unbedingt Einzelbetreuung, gute Vorbilder, sollten Liebe, Vertrauen und Geborgenheit erfahren, Wertschätzung erfahren und liebevolle, konsequente Erziehung erfahren. Dazu gehört ein gutes Team und vertrauensvolle Elternarbeit. In der Angebotsädagogik sollte Musik und Theater, aber auch die Naturpädagogik einen hohen Stellenwert einnehmen. Alles andere ist Nebensache.

Ari
9 Monate zuvor

@Yvonne
Ich würde mich sofort und mit Handkuß bei dir bewerben!

Mimi
9 Monate zuvor

Auf einer Seite wird nur geschrieben, dass es an Personal fehlt, aber auf der anderen Seite ist Personal da, dass nicht weiterbeschäftigt oder gar nicht erst eingestellt wird. Oder es wird dahin unterschieden, dass man nur als Erzieherin eine Festanstellung bekommt. Ich habe es selbst erlebt. Ich bin Kinderpflegerin und seit über 20 Jahren im Beruf. Früher waren wir anerkannt und für den Beruf geeignet. Dann
hieß es plötzlich, es sollen nur noch Erzieher oder studierte Fachkräfte eingestellt werden. Aber damit fing das Problem schon an. Woher nehmen?
Ich finde dies erschreckend.
Überall fehlt es an Personal und dann ist man auch noch wählerisch und schreit nach Quereinsteiger, denn die ausgebildete Kinderpflegerin ist es ja nicht mehr wert. Die kann man ja den Kindern, plötzlich, nicht mehr zumuten.
Das System ist nur noch krank.
Die Politik will nach außen hin gut darstehen, was sie denn alles für die Bildung leistet und wie toll das alles ist, vergisst aber im gleichen Atemzug, dass sie gar kein Personal dafür haben bzw. die ausgebildete Kinderpflegerin es nicht mehr wert ist.

In meinen Augen müssten die Politiker erst einmal selbst in den Berufen arbeiten. ( Kita, Schulen…) und sich ein Bild von der Situation machen.
Das werden irgendwelche Vorschläge gemacht, die mit der Realität gar nichts zu tun haben.
Der Qualität soll immer verbessert werden. Mit größeren Gruppen und weniger Personal ist dies ja zu 100 Prozent gegeben. Und wenn diese neue Regelung dann erst einmal eingeführt wurde, wird sie
auch sicherlich nicht mehr verändert. Begründung:“ Es funktioniert doch“
Die Leidtragenden
in dieser Geschichte sind letztendlich die Kinder. Die eigentlich unsere Zukunft sein sollten. Aber sie sind ja noch so klein, an denen kann man ja noch gut herumexperimentieren.

Marion
9 Monate zuvor

@Yvonne
Danke für diesen Kommentar. Es hat sich angefühlt, als würde ich meine eigenen Gedanken lesen, nur daß sie es besser geschafft haben, sie in Worte zu fassen, als ich es jemals könnte. Ich stimme zu absolut 100% mit ihnen überein.

#wow
9 Monate zuvor

…ach, ich verstehe die Hilflosigkeit ja zu Teil und auch den Versuch und Irrtum nach Möglichkeiten zu suchen, um eine positive Veränderungen zu erzielen.

Leider hinterlässt es bei mir manchmal echt den Eindruck, dass dabei die Rückmeldungen der Beteiligten vor Ort gänzliche ignoriert werden. Darin sehe ich die eigentliche Dramatik.

Der oben beschriebene Vorschlag, die Gruppengrößen anzuheben ist einfach unpraktikabel und nicht alltagstauglich. Einerseits wurde erkannt wie wichtig die frühkindliche Bildung ist und wie Vielfältig die Herausforderungen sind, welche die pädagogischen Fachkräfte aufgrund der Pandemie zukünftig zu beantworten haben, integrative Maßnahmen zunehmen werden und andererseits sollen die Qualitätstandarts reduziert werden. Wow.
Krasse Idee.

Erzieherin in Kita
9 Monate zuvor

Schade das meine Frustration nicht erkannt wird, sondern nur die daraus resultierende Wut gesehen wird.
Meine Kinder, alle ca. 450, bedeuten mir alles und ich versuche,bei jedem Einsatz, jedem einzelnenTag, sovielen von ihnen wenigstens 10( gerne mehr Minuten) nur für dieses eine Kind zu nehmen und ihm das Gefühl zu geben, jetzt bin ich nur für Dich da. Ob beim Basteln, Vorlesen oder beim Wickeln o.a.
Ich freue mich für Dich das Deine HEP Welt in Ordnung ist und Du deine Arbeit geniessen kannst. Aber wage es nicht über meine Arbeit zu Urteilen. Wenn Du soviel Glück hast das Du nicht auf dem Heimweg laut schreien möchtest um den Druck los zu werden der sich aufgebaut hat, um abschalten zu können. Nachts wach liegst um den Tag Revue passieren zu lassen um zu Überlegen, hätte ich heute irgendetwas anders machen können. Ich habe früher Einzel- und Gruppenförderung gemacht ich konnte sehen wie sich etwas tat und wie sich das Kind entwickelt hat. Das was ich heute mache, ist so weit davon entfernt. Ich freue mich wenn die Kinder mit einem Lächeln auf dem Gesicht nach Hause gehen. Und was mich jeden Tag wieder hingehen lässt sind 20 strahlende Gesichter wenn sie mich zur Tür reinkommen sehen. Sonst hätte ich längst aufgehört.
Kinder werden immer mehr zur Nebensache.
Als ich Klein war, hatte ich immer die Aufmerksamkeit meiner Eltern wenn ich nach Hause kam.
Ich durfte erzählen wie mein Tag war und wir haben noch Familienspiele gespielt. Mein Geburtstag bestand aus einfachen Tollen Spielen wie Topf schlagen, Blinde Kuh under Schockolade die man in voller Schneemontur auspacken und zerschneiden musste.
Heute wird in irgendein Spieleparadis gegangen und das wars.
Früher war es möglich das Mütter zu Hause blieben bis die Kinder 3 sind, es ist einfach nur Schade das die Eltern soviel Wichtiges verpassen. Eine Kollegin filmte die ersten Schritte eines Krippis, die Mutter hat nicht mal hingeschaut. Ganz zu schweigen als wir unser Geburtstagskind morgens begrüßten und die Mutter frage:“Ach das war heute?“ Also bitte entschuldige das ich Wütend bin.
Ich hoffe für Dich das Deine HEP-Welt so perfekt bleibt. Und ich hoffe das ich vielleicht irgendwann wieder mehr schöne Momente im Kopf hab als im Moment.
Und ja, ein Jobwechsel ist mittlerweile durchaus eine Option.

Bine
9 Monate zuvor

Aus meiner Erfahrung heraus erlebe ich immer wieder, dass Eltern, die zum größten Teil völlig fachfremd sind, keinen blassen Schimmer davon haben, wie der Alltag in einer TE abläuft.
Viele Eltern glauben, dass wir Erzieher eine eins zu eins Betreuung für ihr Kind leisten können.
Dann sind sie vollkommen betroffen, wenn sie merken, dass das in einer Kita nicht möglich ist.
Und wir können uns den Vorwurf anhören, dass ihr Kind davon ein Trauma bekommt.
Wenn ich als Mutter das nicht will und eine eins zu eins Betreuung wünsche, dann muß das Kind zu Hause betreut werden.
Das ist aber die Schuld der Politk.
Ständig wird den jungen Eltern suggeriert, wie wichtig es ist, dass das Kind soziale Kontakte hat und zwar von Tag 1 an.
Aber in den ersten Jahren ist es wichtig für das Kind, erstmal Mama und /oder Papa um sich zu haben und ein mal in der Woche eine Krabbelgruppe.
Als schlimm empfinde ich die Eltern, die ihr kleines Baby in die Kita bringen, aber selber nicht berufstätig sind. Davon gibt es mehr, als man glauben will.
Ich möchte einfach darstellen, dass Eltern im Zugzwang sind und durch die Politik unter Druck gesetzt werden oder auch von anderen Eltern.
So spitzt sich die Lage in den Kitas immer weiter zu.
Gibt es eigentlich noch Erzieher*innen die zufrieden sind und sich nicht über die immer schlimmer werdenen Zustände beschweren?
Ich glaube nicht!
Wir Erzieher sollten viel Öfter an die Öffentlichkeit gehen und auf die Zustände aufmerksam machen.

Emil
9 Monate zuvor

Also, ich lese hier sehr viel darüber, was Aufgabe der Eltern ist. Nur leider erschließt sich mir nicht, was denn dann der Bildungsauftrag der Kindergärten ist! ????? Zumal Kinder mittlerweile 5 Jahre in der Kita sind. Verschenkte Jahre??

Echt
9 Monate zuvor
Antwortet  Emil

Es funktioniert nicht, wenn die Verantwortung für Erziehung und Bildung allein an die Kindergärten abgegeben wird. Kindergärten sind familienergänzend, d.h. dass die Eltern natürlich die Hauptverantwortlichen für ihre Kinder sind. Die Politik suggeriert etwas anders und so wird die Verantwortung hin und hergeschoben, statt die Verantwortwortlichkeiten klarzustellen und so eine gute Zusammenarbeit zum Wohl der Kinder zu ermöglichen. Dies wird für die Familien sicherlich auch immer schwerer, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten und entsprechend erschöpft sind. Die Politik muss Bedingungen schaffen, dass Eltern sich auch kümmern können und auch sollen, statt nur die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Eltern im Blick zu haben.
Frühkindliche Bildung ist nicht auf funktionale Fähigkeiten, wie Schleife binden, zu reduzieren. Aber auch der Kindergarten ist auf das Erlernen grundlegender Fähigkeiten im Elternhaus angewiesen, wie selbstständiges an- und ausziehen der Kleidung, um darauf aufbauen zu können. Allein das scheint, wie mir viele Erzieherinnen berichten, in vielen Familien nicht mal mehr selbstverständlich zu sein, weil alles immer schnell, schnell gehen muss.
Die Erwartungen an die Erzieherinnen sind enorm gestiegen. Der Kindergarten kann und darf die Familie nicht ersetzen. Ich beobachte, dass die frühkindliche Bildungsarbeit, die Sie auch zu recht erwarten, in Halbtagseinrichtungen mit weitgehend homogener bildungsbürgerlicher Elternschaft gut funktioniert. So möchten alle Erzieherinnen gerne arbeiten. Erziehungspartnerschaften auf Augenhöhe und in gemeinsamer Verantwortung ermöglichen gute Bildungsarbeit.
Weiterhin ist die Bildungsarbeit im Kindergarten nicht mit der in der Schule zu vergleichen. Kinder sollen im Kindergarten spielfähig sein oder werden, um dann unter Berücksichtigung ihres Entwicklungstandes an Aufgaben herangeführt zu werden. Viele Kinder sind aber aufgrund äußerer Faktoren, wie hoher Medienkonsum, mangeldes Bewegungsangebot und wenig echter Aufmerksamkeit nicht mehr spielfähig und in ihrer Entwicklung gehemmt. Der Mangel an echter Aufmerksamkeit und Zuwendung wirkt sich wiederum auf das emotionale Erleben und das Sozialverhalten aus. Und das sind eben die Ansatzpunkte worauf sich das Erlernen weiterer Fähigkeiten und Fertigkeiten aufbaut. Ein gesund entwickeltes Kind strebt von sich aus nach Weiterentwicklung seiner Fähigkeiten. Der Kindergarten und die Erzieherinnen haben die Aufgabe ein entsprechendes Umfeld zu schaffen und Angebote zu machen. Genau das ist aufgrund der immer schlechter werdenden Rahmenbedingungen mit immer mehr sehr aufmerksamkeitsbedürftigen Kindern bei zunehmender Personalknappheit ( also wirklich qualifiziertes Personal!) so vielfach kaum mehr möglich.
Wenn Sie hier anführen, dass getroffen Hunde bellen, dann bitte ich Sie, auch einmal zu überlegen, wie erschöpft viele Erzieherinnen sind, halbtägiges arbeiten oder reduzieren auf 3- 4Tage sind in diesem Arbeitsfeld nicht möglich. Volle Gruppen, Lautstärke, Eingehen auf unterschiedlichste Bedürfnisse, kurzfristige Vertretungen und das bei permanenten Personalmangel sowie Corona als I- Tüpfelchen obendrauf. Denken Sie nicht, dass das einen Menschen an Grenzen bringt?
Ich habe jedenfalls höchsten Respekt für die Tätigkeit der Erzieherinnen. Mit ihnen tauschen möchte ich nicht (wieder)!

Mimi
9 Monate zuvor

Dem Staat geht es nicht um die Kinder, sondern nur darum Geld zu verdienen. Und wie kommt man dazu?? Indem man den Eltern vormacht, wie wichtig es ist, dass die Kinder so früh wie möglich in die Kita gehören. Dadurch können die Mütter ebenfalls arbeiten. Es können wieder Steuern erhoben werden und die Wirtschaft bleibt am Laufen. Vor den Wahlen geht man auf Stimmenfang in dem man vielversprechende Ideen in die Welt setzt ,die aber hinten und vorne nicht durchdacht sind.
Dabei bleiben die Kinder auf der Strecke. Sie werden immer früher in ein Schema gepresst, dem sie langfristig nicht standhalten können.
Und dann wundert man sich wenn die Kinder immer verhaltensauffälliger werden.
Kitas und Schulen können dies nicht alles auffangen und zurechtbiegen. Diese Einrichtungen sind eigentlich da, um das Eltern zu unterstützen und diese Dinge zu vermitteln ,die im Elternhaus nicht möglich sind. Aber sie sind sicherlich nicht dazu da, die Erziehung komplett zu übernehmen und das Elternhaus zu ersetzen.

Ronny
9 Monate zuvor

Die Gruppen zu vergrößern ist mit Abstand die sinnloseste Idee um irgendetwas an der vorherrschenden Situation in Kitas zu ändern! Obendrauf noch Menschen am Kind arbeiten lassen zu dürfen die nicht ausgebildet sind setzt dem ganzen die Krone auf!
Das grenzt schon an Wahnsinn zu behaupten dadurch würde sich etwas verbessern! Wir erwarten in den nächsten Jahren einen Mangel an Erziehern im 5 stelligen Bereich.
Der Beruf des erziehers muss finanziell attraktiver gemacht werden. Staatlicher Zuschuss zum Gehalt/Lohn wäre eine Idee und das im Verhältnis zu den Lehrerbesoldungen! Oder pauschal jedem im kiga pädagogisch arbeiteten Menschen 1000euro netto staatlich zukommen lassen! Geld schafft Anreize diesen Beruf erlernen zu wollen. Die Bildungspolitik hängt dem Stand der Dinge gewaltig hinterher! Eltern sind immer weniger in der Lage ein Kind zu erziehen. Natürlich nicht alle. Dennoch steigt die Zahl der Kinder die besonderen förderbedarf haben exponentiell an! Die förderstellen sind ebenso überlastet! Dieses System wird bald zusammenbrechen! Es muss aus den Reihen der Politik etwas grundlegend geändert werden in Sachen Bezahlung und Erhalt der Qualität der Arbeit in Kitas.

Statt dessen werden Wege gesucht wie noch mehr (übersozial) eingestellte Menschen sich freiwillig verheizen lassen! (z.B.Quereinstieg).
Oder so sinnlose Forderungen nach Auflösung der gesetzlichen norm (die ohnehin schon weit weg von der Realität ist) um die gruppenstärke und das Personal freier wählen zu dürfen!

Eva Cano
9 Monate zuvor

seit Jahren versuche ich.. eine Sondergenehmigung zur Ausbildung zur Erzieherin bekommen. Habe keine mittlere Reife, aber eine abgeschlosse Berufsausbildung. Diese wurde aber vor 1992 abgeschlossen und daher nicht gleichgestellt. Ich bin bis zur Fr. Dreyer durchgekommen. Aber auch sie hatte keine Handhabung gegen diese Vorgabe. Sie konnte anregen , dass ich ( arbeite im Ganztag an einer Förderschule) einen Antrag auf Entfristung meines Vertrages stellen könnte.. Dies hat letztendlich tatsächlich geklappt, aber ich darf halt nur im Ganztag arbeiten. Vormittags arbeite ich hin und wieder als Vertretungskraft in einer Kita. Fest geht nicht, da keine Ausbildung. Ich MÖCHTE so gerne lernen . Mir mehr Wissen aneignen. Keine Chance. Ich bekam immer wieder die Antwort dass ich den Sekundarabschluss nachholen soll. Dann ja.
Die sind stur wie die Esel. Sehr sehr schade. In der Kita wo meine Tochter als Sozialarbeiterin tätig ist , ein ähnlicher Fall. Da hat ein Mann 8Jahre die Sprachförderung gemacht. Nach dem neuen Gesetz fällt die ja nun weg. Er muss gehen . Der Versuch ihn als profilergänzende Kraft einstelle zu können wurde angelehnt.
In der Kita einer Freundin wsr eine Kinderkrankenschwester als Vertretungskraft angestellt. Dies geht auch fachfremd für ein halbes Jahr. Danach is Schluß. Der Antrag auf Verlängerung, da dringender Bedarf, wurde abgelehnt. WARUM ?? Da läuft so vieles falsch. Das Fachpersonal braucht dringend solche Unterstützung. Viele sind bald am Ende ihrer Kräfte. Es muss sich was tun.

Enny
9 Monate zuvor

Für die Politik scheint das Problem nicht schwerwiegend genug zu sein.
Erzieher die absolut überlastet sind und zur gleichen Zeit Willinge die ein Abschluß/ Ausbildung machen wollen werden viele Berge in den Weg gelegt.
Wie schon gesagt die PIA Ausbildung ist das einzige Model mit der man sich während der Ausbildung (Vollzeit) finanziell über Wasser halten kann. Aber in meinem Bundesland (Bremen) mit ca 600.000 Einwohnern werden dieses Jahr 2022, nur 25 Plätze angeboten, obwohl händeringend Erzieher gesucht werden.
Die andere Möglichkeit wäre einen Abschluss über die Externenprüfung zu erhalten. Um dafür zugelassen zu werden, muss man (als Quereinsteiger) 4,5 Jahre Berufserfahrungen haben. Die Kitas haben kein Budget um unerfahrene Kräfte einzustellen, deren Gelder reichen gerade mal um staatlich geprüfte Erzieher einzustellen um ihren vorgegebenen Personalschlüssel erfüllen zu können.
Möglichkeit Nr. 3: übers Amt einen Bildungsgutschein zu erhalten (das liegt im Ermessen des Sachbearbeiters, wenn dieser einen nicht mag, Pech)
Weitere Möglichkeit: einen Arbeitgeber finden der ein für die schulische Bildung mindestens 2x die Woche freistellt. Der Arbeitgeber kann sich nach dem Qualifizierungschancengesetzt, beim Amt per Antrag den Ausfall vergüten lassen (max. ca. 780 €/ Monat) der Auzubi muss in dieser Konstellation in Vollzeit die Ausbildung absolvieren, muss den schulischen Bildungsträger bezahlen (beim paritätische kostet die 2 jährige schulische Bildung 15.000 €) sein Lebensunterhalt bestreiten (Miete etc.) Aufstiegsbafög beantragen (nicht klar ob er/ sie den Zuschlag erhält) einen Träger finden der ihn/ sie einstellt (wie vorhin schon erwähnt reicht das Budget nicht aus)…

Deshalb: „Willingen werden Berge in den Weg geschmissen“

Hab ich noch Möglichkeiten vergessen? Würde gerne eine zweite Ausbildung als Erzieher machen aber bei diesen schwierigen/ geringen Möglichkeiten und unnötigen Steinen fällt es mir nicht leicht an dem Gedanken festzuhalten…

Barbara
9 Monate zuvor

Emil, wer sind Sie, dass Sie sich das so rausnehmen.
Gehen Sie hospitieren und machen sich ein Bild.
Ich bin fassungslos und werde mich hier mit nichts rechtfertigen und versuchen zu erklären wie im Kindergarten gearbeitet wird.
Und ein Schulkind wird ein Kind in der Schule, nur Mal so zur Info.

Evelin
9 Monate zuvor

Ich kann nur sagen. „Gott sei Dank“, Ich gehe 2024 in Rente. Der Befuf macht mir unter solchen miserablen Bedingungen, die einfach rücksichtslos von drn Erziehern gefordert werden keinen Spaß mehr. Ich wollte nie in einer Verwahrstätte arbeiten. Ich wollte immer meinen Bildungsauftrag erfüllen. Ist aber in der heutigen Zeit oft schwer umzusetzen. Habe trotzdem immer alles gegeben, so wie die meisten Erzieher.

o0Julia0o
8 Monate zuvor

Warum wollen die Träger denn ungedingt alles auf altersgemischte Gruppen umstellen? Also U3 und Ü3 mischen?