Hamburgs Jugendfeuerwehren – kein Mitgliederschwund durch Pandemie

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HAMBURG. Lange waren durch die Corona-Pandemie die Kontakte eingeschränkt. Auch bei den Hamburger Jugendfeuerwehren waren Treffen und Übungen in Präsenz nur zum Teil möglich. An den Mitgliederzahlen hat das aber nicht viel geändert.

Hamburgs Jugendfeuerwehren sind bislang ohne großen Mitgliederschwund durch die Corona-Pandemie gekommen. Zählten die 64 Jugendfeuerwehren im Januar 2020 noch 1008 Mitglieder, waren es im Januar dieses Jahres 999, wie eine Schriftliche Kleine Anfrage der Grünen-Bürgerschaftsabgeordneten Sina Imhof ergab. «Die Folgen der Pandemie waren bisher, mit Blick auf die Mitgliedszahlen der Mini- und Jugendfeuerwehren, unauffällig», heißt es in der Senatsantwort.

Zwei Jugendliche in Feuerwehruniformen halten einen Feuerwehrschlauch vor einem Sandhügel
Die Jugendfeuerwehren in Hamburg scheinen (bislang) gut durch die Pandemie gekommen zu sein. Foto: FFBretzfeld / Pixabay (P. L.)

An den zwölf Minifeuerwehren können sich Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren beteiligen. Die Zahl der Mitglieder ging hier seit Pandemiebeginn von 160 auf 147 zurück.

«Die Feuerwehren sind eine zentrale Säule der inneren Sicherheit und des Ehrenamtes in Hamburg», sagte Imhof. In den vergangenen beiden Pandemiejahren sei vor allem die Teambildung, das Beisammensein auf der Strecke geblieben, da Treffen in Präsenz nur eingeschränkt stattfinden konnten und viele Workshops und Gruppentreffen ausgefallen seien.

Durch die Kampagne «Sei Dabei – Ehrensache!», mit der im vergangenen Jahr in der ganzen Stadt für die 86 Freiwilligen Feuerwehren geworben wurde, habe man das Interesse in einigen Stadtteilen dennoch steigern können, so dass die Beitrittsanfragen an einzelnen Standorten sogar «regelrecht explodiert» seien. «Steigende Mitgliederzahlen bedeuten aber auch mehr Verwaltungsaufwand für die Jugendwarte. Eine wichtige Zusatzaufgabe, die auch in der Pandemie mit Wochenendseminaren sowie Aus- und Weiterbildungen gefördert wurde.»

Imhof äußerte die Hoffnung, dass nach pandemiebedingter Unterbrechung künftig auch der Austausch mit der Feuerwehr in Hamburgs Partnerstadt Daressalam wieder stattfinden könne. «Internationale Begegnungen sind für die Jugendlichen besonders wertvoll.» Laut Senat gab es zwischen 2012 und 2019 13 Austausche mit der tansanischen Hafenstadt, an denen im Durchschnitt jeweils zwölf Jugendliche aus Hamburg teilnahmen.

«Für die Zukunft ist es wichtig, dass nach einem Engagement in den Jugendwehren vielen der Übergang in die richtige Feuerwehr gelingt», sagte sie. Derzeit würden pro Jahr etwa 60 bis 70 junge Menschen in die Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren übertreten, teilte der Senat mit.

«Zudem müssen wir mehr junge Frauen für dieses wichtige Ehrenamt gewinnen, um echte Gleichstellung zu erreichen.» Bisher ist nur gut jedes fünfte Mitglied der Jugendfeuerwehren weiblich. «Dennoch ist jetzt klar: Der Feuerwehr-Nachwuchs steht trotz zwei Jahren Pandemie auf sicheren und grundsoliden Beinen», konstatierte Imhof. (dpa)

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