GEW-Chefin Celik zum schwarz-grünen Koalitionsvertrag: „Die Überschriften stimmen!“

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DÜSSELDORF. Die GEW bewertet den Koalitionsvertrag von CDU und Grünen als geeignete Grundlage für die Schul- und Bildungspolitik in NRW. Allerdings bleiben die Koalitionspartner in vielen Punkten zu vage, meint die Gewerkschaft. Auf das konkrete Regierungshandeln werde es ankommen.
Landesvorsitzende der GEW in Nordhein-Westfalen: Ayla Çelik Foto: Shutterstock

„Die Überschriften stimmen, viele unserer Forderungen werden aufgegriffen.  Absichtserklärungen allein sind jedoch noch keine gute Politik. Wichtig ist und bleibt, was die Landesregierung konkret tun wird, um die Mangelverwaltung in den Bildungseinrichtungen zu beenden, den Fachkräftemangel zu beheben und unsere Kolleg*innen durch eine nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu entlasten“, sagt Landesvorsitzende Ayla Celik.

Dass die Landesregierung im Verlauf der Legislaturperiode die Forderung einer einheitlichen Einstiegsbesoldung aller Lehrkräfte („A13 für alle“) umsetzen will, sei erfreulich. Hier erwarte die GEW allerdings die verlässliche Umsetzung in den ersten 100 Tagen der neuen Landesregierung – so wie Ministerpräsident Wüst es versprochen habe. „Mit Zulagen zu operieren, statt direkt die rechtlich gebotene Einstiegsbesoldung für alle einzuführen, halten wir allerdings für den schlechteren Weg“, so Ayla Celik weiter.

Die Stärkung des Ganztags – vor allem des gebundenen -, die Weiterentwicklung des Sozialindexes, die Ankündigung, Schulformwechsel zu reduzieren, und die Stärkung der beruflichen Bildung begrüßt die Bildungsgewerkschaft. Das Versprechen, 10.000 zusätzliche Lehrkräfte einzustellen, ohne jegliche Konkretisierung, wie diese Personen gefunden werden sollen, sei allerdings illusionär. Deutlich mehr Personal sei jedoch nicht zuletzt Voraussetzung für mehr Chancengleichheit.

Auch die langjährige Forderung der GEW NRW, Dauerstellen für Daueraufgaben an den Hochschulen einzurichten, werde aufgegriffen. Die Landesregierung will in den nächsten Jahren die finanzielle Grundlage dafür schaffen. Klarere Vorgaben für die zweckgebundene Mittelverwendung durch die Hochschulen müssten jedoch folgen, ergänzte die GEW-Landesvorsitzende.

Der Koalitionsvertrag sieht einen „Beirat Kindertagesbetreuung“ vor. Die GEW NRW sei gerne bereit, in diesem Beirat ihre Expertise einzubringen für bessere Arbeitsbedingungen, zur Bekämpfung des Fachkräftemangels und für eine auskömmliche Finanzierung, die die tarifliche Bezahlung aller Beschäftigten sicherstellt. Die Dynamisierung der Landesförderung und die weitere Verbesserung der Finanzierung der gemeinwohlorientierten Weiterbildung in NRW begrüßt die GEW NRW.

„Wenn das angekündigte Zukunftsbündnis seine Ziele erreichen will und der Bildungsstau aufgelöst werden soll, muss die neue Bildungsministerin deutlich mehr Geld für Bildung beim Finanzminister durchsetzen“, so Ayla Celik. News4teachers

Schwarz-Grün verspricht Lehrkräften A13 für alle – bis 2027. Und (bei Bedarf) einen morgendlichen Unterrichtsbeginn um 9 Uhr

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Carsten60
1 Monat zuvor

Einen „Beirat Kindertagesbetreuung“ mit der GEW darin, darauf haben wir doch alle gewartet. 🙂

Andre Hog
1 Monat zuvor

GEW-Chefin Celik zum schwarz-grünen Koalitionsvertrag: „Die Überschriften stimmen!“

Das kann ich aus meinem reichlichen schulischen Erfahrungsschatz sogar für die Schwachmaten und die bemerkenswert einfach strukturierten SuS, die ich bereits unterrichtet habe, attestieren. Das war i.d.R. auch nicht so schwierig, weil die Überschriften zumeist bereits vorgegeben waren.

Problematisch wurde es dann häufig bei den darauf folgenden Ausführungen. Hier ergaben sich massive Verstehenslücken, mangelnder Bezug zum eigentlichen Thema, exorbintante semantische Mängel und v.a. auch deutlich erkennbare Defizite bei der Anstrengungsbereitschaft zur Lösung der gestellten Aufgaben.
Oftmals musste ich dann „Thema verfehlt – ungenügend“ unter die Arbeiten schreiben.

Steht uns gerade wieder so ein Ergebnis bevor?
Ich hoffe nicht!!
Aber – wie gesagt: bei Schwachmaten und bemerkenswert einfach strukturierten Leuten…

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

@Andre Hog

„Die Überschriften stimmen!“
&
„Mit Zulagen zu operieren, statt direkt die rechtlich gebotene Einstiegsbesoldung für alle einzuführen, halten wir allerdings für den schlechteren Weg“

Auch von der GEW kommt – nicht überraschend – GAR NICHTS zum Thema „Bestandslehrkräfte“ in Verbindung mit A13 (und dem für die betroffenen KuK „schönen“ Gefühl der Dauer-Ver*****e in Verbindung mit dem Stufenplan), vgl. meinen längeren Kommentar (Antwort auf Alex):
https://www.news4teachers.de/2022/06/schwarz-gruen-verspricht-lehrkraeften-a13-fuer-alle-bis-2027-und-bei-bedarf-einen-morgendlichen-unterrichtsbeginn-um-9-uhr/

Sehr schlechter Weg!
Auch von der GEW.
Aber auch die wissen aus langjähriger Erfahrung, wie man immer wieder enttäuscht.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Lieber Pit, wie immer .. Volltreffer!!