Wann dürfen Kinder noch Kinder sein? Wir nehmen ihnen jeden Freiraum (und verlernen selbst zu leben) – eine Kita-Erzieherin berichtet

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BERLIN. In der vergangenen Woche berichtete News4teachers über eine Studie der Universitäten Mainz und Zürich, die aufzeigt, dass selbst eine kurze Förderung der Selbstregulation von Erstklässlerinnen und Erstklässlern signifikant wirksam ist – bis hin zu einer höheren Wahrscheinlichkeit, später eine Empfehlung fürs Gymnasium zu bekommen. Der Beitrag (hier geht es hin) hat in unserem Forum eine lebendige Debatte ausgelöst und auch News4teachers-Leserin Marion beschäftigt, eine Kita-Fachkraft, die sich immer wieder mit überaus lesenswerten pädagogischen Betrachtungen zu Wort meldet. So auch jetzt wieder. Wir dokumentieren zwei aktuelle Posts von ihr.

Ist unsere Gesellschaft auf dem Holzweg – fragt sich unsere Gastkommentarorin. Illustration: Shutterstock

Seit wir angefangen haben, Kindheit mehr und mehr zu institutionalisieren, geht es zunehmend bergab

Dieses Programm mag durchaus eine gute Ergänzung sein. Der Bericht liest dich aber ein bisschen so, als wäre mit 5 Stunden Selbstregulationstraining alles in Butter. Ist es aber nicht. Kinder haben heute verstärkt Probleme mit der Selbstregulation und nicht nur damit. Das spüren alle, die mit Kindern arbeiten, ganz deutlich. Das ist ja auch immer wieder Thema hier bei news4teachers. Auch der Spiegel hat neulich sogar eine ganze Titelgeschichte diesem Thema gewidmet, unter der Schlagzeile: „Gut (v)erzogen“. Mir wird zu wenig über die Ursachen diskutiert.

  • Wir merken seit Jahren, dass im Erziehungs- und Bildungssystem etwas nicht mehr stimmt.
  • Wir merken seit Jahren, dass Kindern wichtige, altersgemäße Kompetenzen fehlen.
  • Wir merken seit Jahren, dass immer mehr Eltern Schwierigkeiten haben, ihrem Erziehungsauftrag gerecht zu werden.
  • Grundschullehrer beklagen, dass sie Kindern die einfachsten Basiskompetenzen erst beibringen müssen, bevor sie überhaupt unterrichten können.
  • Erzieher flüchten aus dem Beruf, weil sie der Belastung nicht mehr gewachsen sind.

Und außer hier auf news4teachers interessiert das den Rest der Gesellschaft, selbst die Eltern, eher so mittelmäßig bis gar nicht. Ab und zu erscheint mal der ein oder andere Artikel in der ein oder anderen Zeitung und dann war’s das auch schon wieder. Wir haben ja schließlich Krieg, Klimawandel und Inflation. Da können wir uns nicht auch noch mit solchen Nebensächlichkeiten befassen.

Aber halt! Da gibt es jetzt dieses tolle Programm: 5 Schulstunden spielerisch Selbstregulation üben. Super. Ich finde das gut, ehrlich 😉 Aber das kann es ja wohl nicht gewesen sein.

Kinder brauchen meiner Meinung nach wieder mehr Zeit, außerhalb von eigens für sie künstlich hergestellter institutioneller Ganztagsbetreuung

Das ändert nichts daran, dass Kindheit heute komplett institutionalisiert ist, obwohl wir gar nicht mehr die personellen Ressourcen haben, um diesem Anspruch gerecht zu werden. So ein Training ist da für mich der berühmte Tropfen auf den heißen Stein. Schadet nicht. Aber wirklich nachhaltig verbessern wird sich dadurch auch nichts.

Kinder brauchen meiner Meinung nach wieder mehr Zeit, außerhalb von eigens für sie künstlich hergestellter institutioneller Ganztagsbetreuung. Kinder sollten wieder sichtbarer im öffentlichen Raum werden. Vor kurzem bin ich auf dem Heimweg von der Arbeit durch eine der Ortschaften gefahren, die auf dem Weg liegen. Mitten auf dem Dorfplatz hielt sich eine Gruppe Kinder auf.

Kein Erwachsener in der Nähe. Die haben da einfach so gespielt. Das Schlimme daran ist, dass es mir aufgefallen ist, weil es so ungewöhnlich war. Ich sehe nämlich in unseren Dörfern kaum noch Kinder nachmittags draußen beim Spielen. Wenn, dann sieht man sie Hand in Hand in Zweierreihen marschieren und am Anfang und am Ende der Schlange jeweils eine pädagogische Fachkraft.

Oder man sieht sie hinterm Zaun, wenn man am Kindergarten vorbei geht. Kinder leben ihr Leben mittlerweile zu einem großen Teil in ihrer abgeschotteten, eigens künstlich für sie geschaffenen Kinderwelt, betreut von eigens dafür ausgebildeten Fachkräften.

Ja, ich weiß, dass sich die Lebensumstände der Menschen nun mal verändert haben.
Aber unseren Kindern wird dadurch so viel vorenthalten. Die Kindheit, die wir ihnen bieten ist um so vieles ärmer geworden. Wo können Kinder heute noch Abenteuer erleben? Im Kindergarten? Im Hort oder der Ganztagsschule? Wo können sie wirklich noch was ausprobieren, was vielleicht sogar ein kleines bisschen gefährlich ist, ohne dass sofort ein Erwachsener „Stopp“ ruft. Wo können sie heimlich was Verbotenes tun, ohne dass sie von einem der 25 anderen verpetzt werden? Wo können sie noch echte Streiche aushecken?

Mein Vater, Jahrgang 38 konnte das. Ich, Jahrgang 68 konnte das. Meine Nichten und Neffen, Jahrgang so Anfang der Neunziger gingen zwar schon in einen Kindergarten, aber erst ab 3 oder vier Jahren und nur halbtags. Auch die konnten das noch. Aber danach wurde es dann schon eng für die freie Kindheit. Wir enthalten unseren Kindern so viele wertvolle Erfahrungen vor, die frühere Generationen noch ganz selbstverständlich machen durften. Mir ist nicht bekannt, dass man sich damals ständig um die Basiskompetenzen, das Sozialverhalten und die Bildung der Kinder hätte sorgen müssen.

Was mir besonders unangenehm auffällt: Seit wir angefangen haben, Kindheit mehr und mehr zu institutionalisieren, geht es zunehmend bergab. Und je mehr Verantwortung wir den Familien abgenommen haben und sie in „professionelle Hände“ gelegt haben, desto weniger funktioniert unsere Gesellschaft. Eltern ächzen unter der Doppelbelastung Familie und Beruf und sie verlernen mehr und mehr, wie man Kinder erzieht. Erzieher und Lehrer ächzen unter den Belastungen, die ihr Beruf unter den derzeitigen Bedingungen mit sich bringt. Keiner wird mehr den Ansprüchen, die an ihn gestellt werden, so richtig gerecht. Da ist doch etwas GANZ GRUNDSÄTZLICH falsch. Kinder gehören wieder MITTEN IN DIE GESELLSCHAFT. Sie müssen wieder teilnehmen können am Leben der Erwachsenen.

Aber dafür müssten wir weg von dem, was wir jetzt leben. Hin zu kleineren Einheiten, familiäreren Strukturen, weg vom Globalen und wieder mehr zum Regionalen, nachhaltiger, weniger. Ich weiß, das ist Utopie. Aber so wie es jetzt ist, funktioniert es auch nicht. Da könnt ihr Selbstregulation üben, bis ihr schwarz werdet. Sorry, es ist schon wieder mit mir durchgegangen.

(…)

Wir haben Kinder in der Einrichtung, aus ganz „normalen“ Mittelstandsfamilien, die mit 5 Jahren kaum in der Lage sind, mit Frustrationen umzugehen. Kleinste Hindernisse sind Anlass für Weinkrämpfe, bei denen die Kinder sich derart hineinsteigern, dass sie alleine aus ihrer Wut und Verzweiflung nicht mehr herausfinden. Ich behaupte nicht, dass solche Kinder in der Mehrzahl sind. Aber es werden mehr.

Ich kann nur sagen, was ich sehe: Überforderung allerorten, in der Politik, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen, in der Erziehung und der Bildung

Nicht alle reagieren so extrem. Aber die Tendenz geht schon dahin, dass es Kindern immer schwerer fällt, mit den ganz normalen Zumutungen des Alltags fertig zu werden. Ich kenne die Ursachen nicht wirklich, aber ich nehme Entwicklungen in unserer Gesellschaft wahr, die mich wechselweise traurig, wütend und fassungslos machen. Es fällt mir schwer, die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Zusammenhänge in ihrer ganzen Komplexität zu überblicken und das eine mit dem anderen in Einklang zu bringen.

Ich kann nur sagen, was ich sehe: Überforderung allerorten, in der Politik, der Wirtschaft, dem Gesundheitswesen, in der Erziehung und der Bildung. Ein Gesellschaftssystem, dass an allen Ecken und Enden am Erodieren ist. Nicht mal mehr die kleinste Einheit innerhalb dieses Gesellschaftssystems funktioniert: die Familie.

Ich kann jetzt nur mal ganz grob schätzen, aber ich glaube, in unserer Kita leben so zwischen einem Drittel und der Hälfte der Kinder nicht mehr in ihrer „Ursprungsfamilie“. Das heißt, diese Kinder haben bereits in ihren ersten Lebensjahren die Trennung ihrer Eltern miterleben müssen. Dazu kommt bei vielen die allzu frühe und viel zu lange Krippenbetreuung.

Ein weiterer Punkt ist die zunehmende Überforderung mancher Eltern, die eigentlich Unterstützung durch ein Elternkompetenztraining bräuchten, um ihrem Erziehungsauftrag gewachsen zu sein. Diese Gesellschaft zerbröselt doch schon seit Jahren von innen heraus.

Erst wenn das Kind durch stabile Bindungen das nötige Urvertrauen aufbauen konnte, sollte es erste Erfahrungen mit einem Kindergarten machen

Wenn schon die kleinsten Gemeinschaften nicht mehr funktionieren, wie soll es dann im Großen gehen? Meiner Meinung nach haben wir in den letzten Jahrzehnten viel zu sehr der individuellen Verwirklichung und dem Konsum gehuldigt und dabei völlig vergessen, dass es da kleine Menschen gibt, die nicht nur möglichst frühe Bildung brauchen, sondern stabile Bindungen, am besten zu ihren Eltern.

Und erst DANN, wenn das Kind durch diese stabilen Bindungen das nötige Urvertrauen aufbauen konnte, sollte es erste Erfahrungen mit einem Kindergarten machen. Mag sein, dass das alles nicht kompatibel mit den Wünschen und Bedürfnissen heutiger Erwachsener, dem allgemeinen Wohlstand und der Konkurrenzfähigkeit unserer Wirtschaft ist. Aber dann muss das öffentlich auch GENAU SO kommuniziert und nicht hinter wohlklingenden Phrasen wie dem „Recht der Kinder auf irgendwas…“ versteckt werden. News4teachers

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

„Es geht oft nur noch darum, Kinder so früh und so lange wie möglich wegzuorganisieren“: Eine Kita-Erzieherin berichtet

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Marion
1 Monat zuvor

Hinsichtlich der Trennungskinder muß ich meine Angaben korrigieren.
Ein Drittel bis die Hälfte ist zu hoch gegriffen.
Aber wir haben in jedem Jahrgang Vorschulkinder, die wir verabschieden, das sind jährlich meist so 8 bis 14 Kinder, mindestens eins oder zwei oder drei, die während ihrer Kitazeit die Trennung ihrer Eltern erleben mußten.

Ron
1 Monat zuvor

„Kinder brauchen meiner Meinung nach wieder mehr Zeit, außerhalb von eigens für sie künstlich hergestellter institutioneller Ganztagsbetreuung.“

Danke für diesen Satz. Ein Kind, das im Waldkindergarten weitestgehend selbstbestimmt spielt, mit Gefundenen bastelt und werkelt, Umwelt und auch die darin bestehenden Herausforderungen und Gefahren aktiv erlebt, hat am Ende zigmal mehr gelernt, als ein Kind, das am Tablet eine vorgefertigte App zum Thema „Mein Wald“ erfolgreich bedient hat.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

„künstlich hergestellte institutionelle Ganztagsbetreuung“
Ich reibe mir verwundert die Augen und kann es kaum glauben. Wird nicht zumindest die Ganztags-Grundschule immer gepriesen? Bemisst die Bertelsmann-Stiftung in ihrem Chancenspiegel nicht die Chancen nach der Zahl der Ganztagsschulen? Hat da mal jemand widersprochen?
Seltsam ist: Trotz erheblich gewachsener Zahl von Ganztags-Grundschulen sind im IQB-Bildungstrend die Leistungen eher gesunken. Was sagen dazu die Ganztags-Lobbyisten? Sie schweigen und suchen andere Sündenböcke.

Mary-Ellen
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Grüner Daumen von mir! 🙂

Ron
1 Monat zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Danke, Marry-Ellen. Ich frage mich bei meinem obigen Beitrag allerdings gerade ernsthaft, wo die (bislang) vier roten Daumen herkommen. Sind tatsächlich einige Forenleser der Ansicht, dass man mit einer Wald-App im Kindergarten mehr lernen kann als durch das unmittelbaren Erleben der Natur? Oder geht es hier um Anderes?

Mary-Ellen
29 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Keine Ahnung. 🙁
Manchmal dauert es ja, bis eine entsprechende schriftliche Reaktion folgt.
Manchmal vermutlich Antipathie durch Beitragsinhalte zu anderen Themen.
Zu einem anderen Schwerpunktthema teile auch ich Ihre Sichtweise nicht, es ist jedoch für mich kein Grund, bei Übereinstimmung nicht auch positiv zu kommentieren.
Und zu diesem Thema sehen wir’s offensichtlich ähnlich!

DerechteNorden
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Sie meinen etwas anderes. Auch der Waldkindergarten ist künstlich hergestellt, wenn man so will.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Gerade bei der Waldkindergärten gibt es „solche und solche“. Manche nehmen nur Kinder ab drei auf und sind nur halbtags geöffnet und vor allem Jungen, die als „hyperaktiv“ eingestuft wurden, fühlen sich dort glücklich und es geht ihnen und ihren Eltern besser. Weil die Kinder sich lange genug draußen aufhalten, sind sie abends müde. Die Nachtruhe der Eltern wird eher selten gestört.

Andere „Waldkindergärten“ nehmen jüngere Kinder auf und haben auch noch längere Öffnungszeiten. – Bei aller Liebe zur Natur würde ich dort nicht arbeiten wollen, weil mir die Aufsichtspflicht dort viel zu riskant erscheint. Es gibt auch „Parkkitas“, wo der Park den eigenen Garten der Kita stellvertretend mehr schlecht als recht ersetzen muss. – Notlösungen, die früher niemals eine Betriebserlaubnis erhalten hätten, haben wir dem forcierten Betreuungsplatzausbau zu verdanken.

Riesenzwerg
27 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Tja – und genau hier war es zu meiner Zeit so:

Raus in den Wald mit allen, die da waren.
Runterfallen vom Baum – viele hätten nie eine Betriebserlaubnis erhalten.
Reinfallen in den Bach – da würde die Aufsichtspflicht aber stauenen!

Durch diese ganze Überwachung und Hätschelei (Klettergerüst – alles weich und ohne Kanten, beim Runterfallen (1 1/2 Meter maximal) plumpt man auf eine weiche Bodenmatte, damit man sich nicht wehtut und die Schule nicht verklagt wird) nie das Abrollen gelernt.

Eine Welt, ja. Meine Welt, nein.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hallo Riesenzerg, bei einer Waldkindergartengruppe mit Kleinkindern wäre mir die Gefahr zu groß, dass ein Zweijähriges ausbüxt und irgendwo in eine Pfütze fällt. Ertrinken ist ein stiller Tod. – Manche Sicherheitsvorschriften oder Absprachen sind einfach nötig. In den letzten Jahren sind auf Kita-Ausflügen einige Kleinkinder ertrunken. Ihr Kopf ist im Verhältnis zum Rumpf schwer und sie kennen noch keine Gefahren. In der Mediathek kann man noch dem Film „Kalt“ über einen tragisch enddenden Kindergartenausflug sehen. https://www.ardmediathek.de/video/filmmittwoch-im-ersten/kalt-oder-drama-mit-franziska-hartmann/das-erste/Y3JpZDovL2Rhc2Vyc3RlLmRlL2ZpbG1taXR0d29jaCBpbSBlcnN0ZW4vNjI1ZTI3OTAtMjRjZS00MGUyLWJhNzQtZTcwZWFlNzgyMzVl?xtor=CS1-231
Ich habe 2020 über Ertrinkungsunfälle geschrieben und seidem sind leider noch weitere Kita-Kinder ertrunken. – Ein Tabu-Thema.

Sissi
1 Monat zuvor

Danke @ liebe Marion
So „pur“ ohne andere Beiträge rundherum merke ich erst, wie! qualitativ hochwertig, fundiert die Beiträge sind.
Knicks und Diener.

Btw. Gerade zur Kitapflicht im DLF ein wirklich interessanter Beitrag

https://www.deutschlandfunk.de/fruehkindliche-bildung-kitas-fachkraefte-personal-100.html

TaMu
29 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

Da schließe ich mich an!

Angelika Mauel
29 Tage zuvor
Antwortet  Sissi

„Interessant“ ist der Beitrag in der Tat. Ich empfinde ihn als manipulativ und das gezeigte Bild eines Kindes mit einer Lupe vor den bunten Plastiktellern mit Kompost, Sand und Kies ist auch bezeichnend. So sieht eine armselige frühkindliche Bildung aus. Sogar Gummihandschuhe für „kleine Forscher“ werden schon vermarktet.

Ob eine auf mich einschleimend wirkende Überschrift „Kita schafft Grundlage für positiven Bildungsverlauf“ allerdings mittlerweile nicht auch vielen Fachkräften sauer aufstößt? Ist das nicht schon wieder die (sorry) „übliche Verarsche“? – Jedenfalls reicht es beileibe nicht aus, nur in Fachkräfte zu investieren. Obwohl die Medien wahrlich nicht allzu anschaulich darüber berichtet haben, müssen viele Kitas während der Pandemie erhebliche Probleme mit zu kleinen Außengeländen gehabt haben. Die Kinder brauchen auch mehr Platz!!! Dort wo sie nicht in legal vollgepferchten Räumen betreut werden, werden sie auch nicht so oft krank.

Wenn jetzt so getan wird, als ob nur mehr Fachkräfte angesagt wären, dann geht es in Wirklichkeit darum, Kinder bundesweit weiterhin auf beengtem Raum von exakt so vielen Fachkräften betreuen zu lassen, dass sich das Problem mit den verkürzten Kitaöffnungszeiten und unvorhersehbaren Kita-Schließungen wegen Personalausfalls erledigt.

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Mir fehlen die Lösungsansätze. Was ändert es denn, wenn man einfach nur sagte, dass es der Wirtschaftskraft Deutschlands schaden würde, blieben Kinder bis zum Schuleintrittsalter zuhause?

SekII-Lehrer
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es würde nicht nur der Wirtschaftskraft Deutschlands schaden, sondern vor allem der Wirtschaftskraft der Frauen, die dann wohl die Betreuung wie früher übernehmen würden. So ehrlich muss man sich machen: Frühkindliche Betreuung sichert die finanzielle Unabhängigkeit von Frauen.

Angelika Mauel
29 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Frühkindliche Betreuungs sichert aber auch, dass junge Mütter übermüdet und stärker als die Generation ihrer Mütter vom Burnout betroffen sind. Und das, obwohl nach wie vor mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten.

Frauen verdienen in Durchschnitt weiterhin weniger als Männer und wenn wegen der frühkindlichen Bildung nicht gestillt oder bald abgestillt wird, wirkt sich das nach alten Studien auf das Brustkrebsrisiko und nach neuen Studienergebnissen das Risiko an dem oft spät erkannten Eierstockkrebs zu erkranken aus. Negativ.

Nur weil es künstlichen Ersatz gibt, sollte nicht vergessen werden, dass Kinder und Mütter narürlich Vorteile von einer längeren Stillzeit haben.

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Sie sind also dafür, dass Frauen, auch wenn es sie unglücklich macht, schön zuhause bleiben sollten? Oder wie soll man Ihren Beitrag verstehen?

Petra
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sind Sie denn dafür, „dass Frauen, auch wenn es sie unglücklich macht“, ihre kleinen Kinder schweren Herzens schon frühzeitig fremdbetreuen lassen müssen, weil das väterliche Einkommen für den Familienunterhalt heute bei vielen Familien nicht mehr ausreicht

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was soll diese Brachialpolemik? Bevor Ihr Beitrag freigeschaltet wurde, habe ich mich Stina gegenüber auf eine Weise geäußert, der sie etwas über meine Gedanken entnehmen können.

Stina
29 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Wir benötigen Gesetzesänderungen bzgl. der finanziellen Absicherung des Elternteils welches den überwiegenden Teil der Sorge und Carearbeit leistet.
Ein Zurück zur Versorgerehe wäre m.M.n.. eine Option.

Angelika Mauel
29 Tage zuvor
Antwortet  Stina

So viele junge Menschen sagen heute, dass sie keine Kinder mehr in die Welt setzen wollen. Kinderlose Paare die neben Eltern von Kleinkindern wohnen, bekommen mit, welchen Stress mit ihren Kindern die Eltern haben, wenn die Kinder morgens pünktlich vor der Arbeit in die Kita müssen und wenn diese Kinder abends nicht ins Bett wollen, weil sie was von ihren Eltern haben wollen.
Gro´0eltern stellen fest, dass ihre Enkelkinder viel öfter krank sind als es ihre eigenen Kinder waren – und die Kinderärzte tun offiziell beharrlich so, als sei es normal. dass Kinder zehn bis zwölf Infekte pro Kitajahr hätten. – Oder nur einen einzigen, der nicht weggeht…

Die verpönte Versorgerehe könnte in der Tat dafür sorgen, dass Kinder wieder besser versorgt werden können. Es muss ja nicht darauf hinauslaufen, dass ein Elternteil nie arbeitet und der andere immer ran muss… Teilzeitarbeit für beide Eltern – oder einfach Entscheidungsfreiheit für Familien!

Stina
29 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

“ Teilzeitarbeit für beide Eltern- oder einfach Entscheidungsfreiheit für Familien.“
Kennen Sie die Journalistin u.Buchautorin Julia Friedrichs?
Sie und andere Autorinnen hatten sowas auch mal angemahnt.
Ich glaube es war auf einer Buchmesse, die durch die ÖVR Medien übertragen wurde.Frau Friedrichs arbeitet für ein Online Format in dem die Probleme der Zeit diskutiert werden. Ich habe die Hoffnung, dass sich von seiten der Eltern langsam etwas in Bewegung setzt.
Wenn die pädagogischen Profis ihre engagierten Sichtweisen noch mehr in den öffentlichen Raum einbringen, dann …

„Die verpönte Versorgerehe..“
Warum ist sie so verpönt worden? Warum sollte denn das Elternteil, welches sich 20 Jahre um die zahlreichen Bedürfnisse unterschiedlicher Familienangehöriger kümmert, finanziell nicht weitreichend abgesichert werden? Vielleicht musste das Gesetz geändert werden,weil die Bürger während der Versorgerehejahre zu gemütlich vor sich hingelebt haben?
Fragwürdige Vergnügungen wie Skifahren im Sommer in Kunstschneehallen oder yogamarathonnächte wurden gar nicht ersehnt.und brachten daher der Wirtschaft auch nichts.
Vielleicht erinnert uns die Versorgerehe auch daran,dass wir Menschen nun mal lebenslang von einander abhängig sind?..

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Ich verstehe Ihre Ausführungen zur „Versorgerehe“ nicht wirklich.

Stina
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Was genau verstehen Sie nicht ? Verstehen Sie die wesentlichen Gesetzesänderungen nach 2008 nicht?
Verstehen Sie meine Überlegungen zur politischen Motivation zur Beendigung der Versorgerehe nicht?
Verstehen Sie die weitreichenden Konsequenzen der Gesetzesänderungen nicht?

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Die Versorgerehe war gegenüber den versorgenden Elternteilen unfair, wenn es zur Scheidung/Trennung kam.

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Können Sie das so pauschal für alle Ehen behaupten?

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Komische Frage. Natürlich kann man nie etwas über/für alle und alles behaupten.
Es ist aber nun einmal so oft vorgekommen, dass das Gesetz geändert werden musste.
Ich bin kein Mann, aber ich habe so viele Fälle erlebt, bei denen die geschiedenen Gatten (meist waren ja es Männer) für sich nur noch wenig übrig hatten, insbesondere wenn sie auch noch eine Wohnung hatten, die groß genug war, auch die Kinder mal bei sich übernachten zu lassen.
Ja, Ungerechtigkeiten gab und gibt es immer.
Aber wer ein selbstbestimmtes Leben führen möchte, sollte sich nicht einfach versorgen lassen.

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„Aber wer ein selbstbestimmtes Leben führen möchte, sollte sich nicht einfach versorgen lassen“
Konsequenterweise dürfte dann der berufstätige Ehepartner die Elterliche Sorge ( die er juristisch ja hat ) auch nicht mehr an den betreuenden Elternteil deligieren? Wer lässt sich denn versorgen? Das häuslich arbeitende Elternteil übernimmt doch meist die volle Sorge für Kinder, Haus und häufig auch noch beide Großelternpaare.
In Rahmen von zwischenmenschlichen Beziehungen sollte sich also niemand mehr versorgen lassen? Das denken Sie mal weiter.
Die „komische Frage“ hatte ich gestellt, weil es einen Unterschied bzgl.der Versorgungsansprüche nach Scheidung machen sollte, ob eine sehr junge Ehe oder eine Ehe nach jahrzehnten geschieden wird.
In meinem Umfeld gibt es mehrere „Scheidungsklassiker“:Mann hat jahrelang seine Fürsorgepflichten gegenüber seinen Kindern und manchmal auch Eltern durch seine Frau erfüllen lassen, hat seine Pflichten also abgetreten. Dafür hat er, durch seine berufliche Tätigkeit, die Familie finanziell versorgt. Da er während der Ehejahre alle Freiheiten hatte, beruflich „Karriere zu machen“, sitzt er jetzt beruflich da wo er hin wollte und er hat eine neue Freundin….
Nach heutigem Recht müssten die geschiedenen Ehefrauen ( die, die durch die Übernahme seiner Fürsorgepflichten, ihn ja erst den beruflichen Aufstieg ermöglicht haben) nun auf Unterhalt verzichten.
Und das findet die Gesellschaft gerecht?

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Das ist doch genau das Problem, wenn man sich in eine solche Abhängigkeit begibt.
Kann und darf man bei uns ja gern machen, aber man muss dann schon einen Ehevertrag aufsetzen, der das alles genau regelt, wenn’s schief geht. Und das geht es eben sehr oft, weil Menschen nun einmal Menschen sind. Wer sich jedoch ohne nachzudenken in eine solche Abhängigkeit begibt, sorry, der ist doch trotzdem selbst verantwortlich für sich selbst.

Last edited 27 Tage zuvor by DerechteNorden
Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

„…weil Menschen nun einmal Menschen sind“
….setzen Paare zur Zeit ihrer Hochzeit selten Eheverträge auf.
Vor allen Dingen nicht wenn sie jung und arglos sind und auch noch in den Sternen steht, wie anspruchsvoll bzgl. der Betreuung die Kinder bzw. die Großeltern noch werden.
Da hat der Gesetzgeber schon für eine Gesetzesgrundlage zu schaffen,die weitestgehend für einen gerechten Ausgang der Ehe sorgt.
Gesetze werden nun mal erschaffen,“…weil Menschen nun einmal Menschen sind“

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Was genau ist denn jetzt Ihr Punkt? Frauen sollen am liebsten nicht zu früh arbeiten, sondern bis ihre Kinder mind drei besser sechs Jahre alt sind, zuhause bleiben? So wie früher ab 1933?
Mal Butter bei die Fische, bitte!

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es geht hier nicht um schlichte Polemik.
Ich hatte den (vergeblichen ) Versuch gewagt Ihnen zu erklären, warum ich eine Neuauflage der Versorgerehe für sinnvoll halte.
Lesen Sie sich doch bitte meine Post noch einmal durch und dann versuchen Sie mal ganz in Ruhe darüber nachzudenken,was meine Überlegungen mit 1933 zu tun haben könnten.

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Frauen sind mit der Versorgerehe in Abhängigkeit gehalten worden. Und noch heute bremst diese Form der Ehe sehr viele Menschen, meist Frauen, aus.
Besser ist, wenn beide Elternteile z.B. 70% arbeiten und die Arbeitgeber mehr Flexibilität bieten müssen und nicht diskriminieren dürfen, wenn jemand so arbeitet und keine 100 Überstunden schiebt, um befördert zu werden oder einen bestimmten Posten zu bekommen.
In Schweden geht das doch auch.

Stina
26 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

“ Besser ist, wenn beide Elternteile z.B. 70% arbeiten…“
Grundsätzlich möchte ich Ihnen zustimmen.
Allerdings ist ein solcher Wunsch mit der derzeitigen dt.Arbeitswelt nicht kompatibel.
Wir benötigen jetzt Gesetzeänderungen, die sicher stellen, dass das Elternteil welches die volle Sorge für Kinder,Haus u.Angehörige übernommen hat,nach einer Scheidung nicht mehr existenziell bedroht ist.
In meinem Bekanntenkreis gibt es übrigens auch 2 Männer die die Fürsorgepflichten iher Ehefrauen mitübernehmen. Eine Ehefrau ist in ihrem Job als Sicherheitsingemeurin für Großevents viele Wochen im Jahr gar nicht am Wohnort ihrer Familie.
Denken Sie mal an Piloten, Soldaten u.Gesundheitspersonal in Auslandseinsätzen….sie alle deligieren über lange Zeiträume ihre Fürsorgepflichten an ihre Ehepartner. Die gesamte Gesellschaft verlässt sich auf die Leistungen der betreuenden Elternteile. Warum diese Menschen also durch Kamikazegesetzesänderungen wie v.2008 existenziell gefährden?

Wiebke
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist „nur noch wenig für sich übrig haben“ das Hauptkriterium für eine möglichst frühe und möglichst umfangreiche Abschiebung der Kinder in eine Fremdbetreuung?

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Wiebke

… auch für die Kinder wenig übrig haben … – Ja, auch.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wen meinen Sie mit „versorgenden Elternteilen? Die Allein- oder Mehrverdiener oder die Elternteile, der ganztags oder zumindest überwiegend wegen der Kinder daheim geblieben sind? Manche haben möglicherweise noch pflegebedürftige Eltern oder Schwiegereltern versorgt, wofür es früher kein Pflegegeld gab.

Männer fanden es in der Vergangenheit oft unfair, wenn nach der Trennung ihr Einkommen wegen des Unterhalts für die Ehefrau nicht mehr für eine neue Familie oder was auch immer reichte…

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

„Zuhause bleibend“.

Ich habe nichts gegen Männer und halte das Primat der Mutter (das bei und aus dem Dritten Reich stammt) für überholt, da weder Frauen noch Männern gegenüber gerecht.

Angelika Mauel
26 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Danke für die Antwort. Allerdings sehe ich die früher extem frauenfeindliche Gesetzgebung und die Versorgerehe nur insofern als Problem an, weil füher noch bei Scheidungen das Verschuldungsprinzip galt.

Es müssten einfach neue Regelungen zur Absicherung des die Kinder versorgenden Elternteils geschaffen werden, die sich von den früheren abheben.

Und eines ist klar: Hätte es die Versorgerehe früher nicht gegeben, hätten geprügelte und misshandelte Ehefrauen ihren Mann umbringen müssen, um in den Genuss der Witwenrente zu kommen. Nur Frauen, die schuldlos geschieden wurden, waren einigermaßen abgesichert.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Danke für den altuellen Buchtipp. Das Buch kenne ich noch nicht und freue mich darauf, es zu lesen. Ester Vilar hat übrigens schon 1978 in „Die-Fünf-Stunden-Gesellschaft“ Argumente für eine Utopie geliefert und später ein Buch zur 25-Stunden-Woche geschrieben.

Christa Müller, wurde vor Jahren übrigens als Eva Herman der Linken bezeichnet und das aufgrund der Erfahrungen nach der Geburt ihres Sohnes entstandene Buch der erfolgreichen Journalistin und damaligen Ehefrau von Oskar Lafontaine wurde von etablierten Taschenbuchverlagen abgelehnt. Es erschien in einem katholischen Verlag unter dem Titel „Dein Kind will dich“ https://www.buecher.de/shop/fachbuecher/dein-kind-will-dich/mueller-christa/products_products/detail/prod_id/23317494/ mit dem Untertitel „Echte Wahlfreiheit durch Erziehungsgehalt“.

„Dein Kind will dich“ passte eben nicht zum Hype um den forcierten Betreuungsplatzausbau.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  Stina

… und uns gegenseitig sehr wohl oft richtig gut helfen können.

Da „habe Angst vor den Folgen einer Scheidung“ nicht so doll klingt, muss heute nahezu jede Arbeitstätigkeit in Zusammenhang mit „Karriere“ gebracht werden. „Karriere“ klingt gut und wenn jemand im stinkenden Ein-Euro-Laden einen Giftcocktail ausgasende Plastikclogs „abmanaged“, dann ist das schon mal das Sandkörnchen seiner Karriere. („Grundstein“ wäre zu viel gesagt.)

Jugendliche, die als Kinder während des Kriegs im Kosovo miterlebt haben, was ihre Eltern während länger andauernder Stromausfälle geleistet haben, indem sie sich um Kleinkinder oder pflegebedürftige Angehörige gekümmert haben, bewundern ihre Eltern viel mehr als die Kinder, die sich kein Bild von der Arbeit ihrer Eltern machen konnten. – Gern erinnere ich mich an Volker Pispers, der „die Arbeit“ der Investmentbanker mit den Worten beschrieb „… die mit anderer Leute Geld Gassi gehen“.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Entscheidungsfreiheit gibt es aber bereits. DAS ist also keine Lösung.
Der Staat muss vorgeben, dass sich beide Elternteile gleich viel kümmern müssen und Arbeitgeber dazu verdonnern, dass man, wenn die Kinder klein sind, ein Anrecht auf 70% Teilzeit hat, ohne dass man dadurch benachteiligt wird.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Entscheidungsfreiheit im Sinne von der Wahl zwischen Pest und Cholera? Wie wäre es stattdessen mit echter Wahlfreiheit?

Was geht in Ihrem Kopf vor, wenn Sie meinen, der Staat müsse vorgeben, dass sich beide Elternteile gleich viel kümmern müssen? Das darf er nach unserem Grundgesetz noch nicht mal! In Familien können die Mitglieder unter sich abmachen, wer welche Aufgabe übernimmt. Und der Staat darf auch nicht beliebig zugunsten einer Ideologie die unternehmerische Freiheit beschneiden.

Wir haben definitiv auf Jahre zu wenig ErzieherInnen. Wäre das nicht endlich der Grund, Familien wählen zu lassen, ob sie ein Betreuungsgeld in Höhe der Kosten für einen Krippenplatz in Anspruch nehmen wollen oder einen Betreuungsplatz? Vermutlich würde dann endlich die personalintensive und wenig kleinkindgerechte Betreuung der Jüngsten weniger stark in Anspruch genommen werden. ErzieherInnen in den Regelgruppen hätten dann wieder mehr Zeit für alle Kinder ihrer Gruppe, da regelmäßige Vertretungseinsätze einer Fachkraft in der Krippe seltener würden. – Die Vorschulkinder könnten auch wieder besser gefördert werden. Gut würde die Betreuungssituation damit auch noch nicht werden, aber es wäre ein Anfang.

Würden unsere Abgeordneten den Rechtsanspruch auf Betreuung der unter Dreijährigen auslaufen lassen und zugeben, dass es viel zu wenig Personal gibt, um die Jüngsten bundesweit angemessen zu betreuen, würde ich nach langer Zeit wieder Vertrauen in die Kindergartenpolitik entwickeln können.

Bitte nehmen Sie diesen Vorschlag als einen „Lösungsvorschlag“ an, den Sie an anderer Stelle vermisst haben.

Marion
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wenn beide Eltern Vollzeit arbeiten MÜSSEN, um finanziell über die Runden zu kommen, dann ist das Entscheidungsfreiheit?
Hmmm, seltsamer Freiheitsbegriff…..
Und wieso muß der Staat vorgeben, daß sich beide Elternteile gleich viel kümmern MÜSSEN?
Ich finde, daß sollten die Eltern selbst entscheiden dürfen, wie sie das händeln wollen. Das hat nämlich AUCH was mit Entscheidungsfreiheit zu tun.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ja, ich finde auch, dass Mutti die Beste ist und Papa keine Chance haben darf. In Deutschland ist das Primat so festbetoniert, dass nur radikale Ansätze helfen, das aufzubrechen.
Wie soll sich je etwas ändern, wenn nicht beide Partner*innen gleich viel Erziehungszeit „opfern“ müssen?
Es bricht Vätern sehr oft das Genick, dass sie immer Versorger waren. Das Sorgerecht kriegt sehr oft die Mutter, weil sie ja auch nie so viel gearbeitet hat und sich um die Kinder gekümmert hat.
DAS ist ein weiteres Problem, weshalb vieles im Argen liegt.

Riesenzwerg
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Der Staat, der jetzt schon so viel kaputt gemacht hat, soll nun auch noch vorgeben, dass sich beide Elternteile gleich viel kümmern müssen?!

Das klappt nie – auch Eltern sind Individuen.

Aber der Arbeitgeber muss mehr Vorgaben durch den Staat erhalten.

Doch bei …. ich schreibe nicht weiter, die MLundFDP-Fans wissen schon, was ich meine.

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

? Was sind MLund-FDP-Fans? Ich kenne Luisenlund in S-H.
Und ich bin ganz bestimmt kein FDP-Fan, im Gegenteil.

Mannmannmann
27 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Ich bin dafür, dass alle, die Kinder haben, sich ausschließlich um die Kinder kümmern und sich nicht durch die Wirtschaft knechten lassen. Oder maximal halbtags arbeiten. Schließlich kann man doch nicht Kinder in die Welt setzen, damit man sie dann wegorganisiert.
Kann dann halt schlimm werden, so wegen Arbeitskräftemangel. Bäcker, Busfahrerinnen, Erzieher, Lehrerinnen, Anwälte, Ärztinnen, Mitarbeiter im Bürgerdienst, Bibliotheksangestellte, Bankmitarbeiterinnen,… egal, wir machen alles um 12 dicht, damit alle Eltern ihren Pflichten nachkommen und endlich mal sehen, wie das ist, wenn man sich um Kinder kümmert. Dann haben auch alle genug Zeit, vorzulesen, die Stundenausfälle in den Schulen sind auch nicht mehr so schlimm, schließlich ist ja eh immer jemand daheim. Das macht den Fachkräftemangel zwar schlimmer, aber man kann ja nun wirklich nicht immer auf die Wirtschaft schauen.
Vielleicht können sich ja Eltern auch aussuchen, ob sie arbeiten oder nicht. Und der Staat übernimmt die Kosten. Vielleicht sogar die Rente (oder muss man das dann Pension nennen?). Das wäre doch für alle das Beste.

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Mannmannmann

Danke für die ironische Darstellung des anderen Extrems!

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  Mannmannmann

Etwas überzogen, aber geht schon in die richtige Richtung.
Aus sozialer und ökologischer Perspektive den gegenwärtigen Herausforderungen angemessen. Danke.

Angelika Mauel
26 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Hallo Stina, was meinen Sie mit „ökolögischer Perspektive“? Die ökonomischen Gründe, die Eltern unter Druck setzen finde ich natürlich auch nicht okay. – Aber ich gehe davon aus, dass Sie sich nicht mehrfach in den Tasten verhauen haben.

Stina
26 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Die UNO schätzt die Zahl der Klimaflüchtlinge weltweit mit mehr als 20 Millinen Menschen ein. Um den Klimawandel, der massiv durch unseren westlichen Dopamingesteuerten Lifestyl begünstigt wird, entgegenzuwirken, wäre eine Landes oder auch EU-weite Mittagsstunde eine gute Maßnahme.Dass wir uns nach einer Schlafpause entspannter fühlen, hat auch damit zu tun, dass bestimmte Neurotransmitter das Gehirn fluten.Einige dieser Transmitter sind Gegenspieler des Antriebshormons und Transmitters Dopamin.
Ein „Dopamingesteuertes“ Gehirn möchte immer mehr erleben ( mehr Reisen, mehr Autofahren, mehr Selbstoptimierung ect.ect.) Ein „Zufriedenheitsneurotransmitter“ ist es aber nicht. Um den Klimawandel begegnen zu können, müssen wir aber alle mehrere Gänge wieder runterschalten, durch Zufriedenheit wieder zur Besinnung kommen.Daher: Mittagsstunde für alle!
Die Idee mit dem Dopaminfasten ist nicht meinem Hirn entsprungen,sondern kommt aus dem Sillicon Valley.
Glauben Sie jetzt nicht? Sie können das googlen

Angelika Mauel
26 Tage zuvor
Antwortet  Mannmannmann

Sie schreiben so, als sei es nicht in Ordnung, wenn eine Erzieherin parteiisch für Kinder eintritt. Soll ich meine in der Praxis gemachten Beobachtungen zensieren, damit man mir kein altbackenes Denken unterstellt?

Kinder sind nur für kurze Zeit auf eine intensive Betreuung angewiesen und diejenigen, die daheim nicht bekommen, was sie emotional brauchen, sind nicht nur für kurze Zeit im Leben ärmer dran als Kinder, die mehr Beständigkeit, Wärme und Liebe spüren konnten. Im Jahr nach der Eingewöhnung kommen die neuen Kinder und das kann für langzeitbettreute Kinder mit unsicherer Bindung an die Hauptbezugsperson in der Familie eine Enttäuschung und tiefe Verunsicherung mit sich bringen. „Schon wieder…“

Manche Kleinkinder binden sich so sehr an eine Erzieherin, dass sie sich bei ihr festkrallen, wenn sie von den Eltern abgeholt werden. Um dies insbesondere der Mutter zu ersparen, geht dann manchmal die von Kind besonders geliebte Erzieherin kurz aus dem Raum, wenn man sie durch die Panoramaglasscheibe auf den Kindergarten zukommen sieht. Wenn nur „die andere“ Erzieherin im Raum ist, bleiben der Mutter oder dem Vater manche Enttäuschung erspart. Von derartig heiklen Situationen wird nur selten gesprochen, weil Erzieherinnen an sich den Anspruch haben, so viel professionelle Distanz zu haben, dass sie keine Konkurrenz für die Mutter oder den Vater sind. Aber sobald Ehen kriseln oder Eltern beruflich sehr überfordert sind, fühlen sich von ihren Eltern zu wenig mit inniger Zuwendung bedachte Kinder in der Kita zu einem Menschen hingezogen, der mehr Augen für sie hat. Manchmal löst auch nur die Geburt eines Geschwisterchens die Verhaltensänderung beim Kind aus. Und dann denken die ErzieherInnen, dass es besser wäre, wenn XY doch mal öfter daheim bei der Mutte und dem Baby sein dürfte, aber XY wird trotzdem gebracht, weil der Mutter zwei Kinder auf einmal zu viel sind. (Aber Krippen und Kitas sollen unbedingt trotzPersonalmangel offen gehalten werden.)

Bislang haben sich die Experten aus der Wissenschaft nur intensiver mit der unmittelbaren Eingewöhnungsphase beschäftigt. Eingewöhnungsmodelle sollen von allen Erwachsenen einerseits befolgt werden… , dürfen aber selbstverständlich auch angepasst abgewandelt werden. Wenn im zweiten Jahr die „neuen Kleinen“ kommen, kümmern sich in den Regelgruppen die älteren Mädchen bevorzugt um die neuen Kinder. Die im Vorjahr eingewöhnten Kinder sind emotional immer noch sehr bedürftig und erhalten zu wenig Zuwendung. – Warum wohl meinen Sie, dass viele Erzieherinnen es besser finden, wenn Kinder später in die Krippe kommen? Die Kleinsten Kinder lassen sich oftmals leichter eingewöhnen als Kinder, die schon sprechen und insgesamt reifer sind. – Es ist nicht die Bequemlichkeit der Fachkräfte, die sie zu der Auffassung kommen lässt, dass Babys und Kleinkinder besser später und kürzer betreut werden als es heute üblich geworden ist.

Gibt es eigentlich Statistiken darüber, wie früh Grundschullehrerinnen und Erzieherinnen ihr Kind in Krippe oder Kita betreuen lassen? Wäre uns aufgefallen, dass Krippen ein wahrer Segen für die Kleinsten sind, müssten zumindest die Babys und Kleinkinder von ErzieherInnen sognifikant früher einen Platz in Anspruch nehmen können. – Denn wenn eine Erzieherin die Stelle nur annehmen kann, wenn sie ihren Säugling mitbringt, bekommt sie den Platz. Sogar dann, wenn diese Kitas ansonsten erst etwas ältere Kinder annehmen.

Eine Frage an ErzieherInnen: Wirkt mein Beitrag unsachlich oder unglaubhaft? (Als Springerin wurde ich natürlich eher dort angefordert, wo Personalmangel schon länger ein Problem war. Aber nach meiner Erfahrung wechseln sich Phasen, wo es richtig gut läuft – kein Beißkind in der Gruppe. Hurra! – mit anderen ab, wo ein Kind nach dem anderen zu weinen anfängt oder die Kinder andauernd ktank sind.

Sissi
28 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Wir haben hier 2 große Betriebe Kitas/KiGas mit sehr gutem Ruf. Es gibt Waldwochen, Gemüse- und Beerengarten, einen putzigen Trimmdichpfad, Baubereich
( Bachbuddeln…), etc. und sinnvolles Lese- und Bastelangebot.
Ich würde zwar immer versuchen, mein Kind vor 3 selbst zu betreuen.
Diese Institutionen sind aber beidseits eine gelungene Annäherungslösung für Mutter/Vater/kindzeiten und Betrieb/ Behalt der Mitarbeiterin, des Mitarbeiters.
Es wird mit Fremdbetreuung nie eine 100%ge zu erreichen sein.

Matthias Sanne
28 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Diese Darstellung ist mir deutlich zu verkürzt. Ja, Ihre Analyse entspricht der üblichen Denkweise zur Erhöhung des BIP. Tatsächlich DARF aus meiner Sicht das BIP nicht Maßstab zum Wohlstand einer Gesellschaft sein. Wir haben mit 6 Kindern inzwischen 7 Kindergärten erlebt. 1 davon überzeugte uns wirklich vollumfänglich. Die anderen waren katastrophale, kindeswohlgefährdende Sammelanstalten zur Kinderaufbewahrung. Der überzeugende Kindergarten entpuppte sich später leider auch als „vom Kopf her stinkend“, da der Vorstand des Trägervereins eine sehr einseitige Sicht auf kindliche Bedürfnisse hatte.

Unser Familienglück hat sich deutlich verbessert, nachdem wir unsere Kinder ab Kind 4 teilweise und seit Kind 5 vollständig ohne KiTa wachsen lassen. Ja, es bleibt immer ein finanzieller Kampf, ein unheimlich viel selbst tun, selbst reparieren, preiswert Einkaufen, billig Urlaub machen. Es bleibt nach 20 Jahren Kindererziehung eine fast schon übermenschliche Leistung, die wir erbringen. Beide Eltern arbeiten hier bei uns Teilzeit, glücklicherweise in weitgehend flexiblen Jobs. Parallel dazu suchen wir Kontakte für’s Kind, organisieren die Hausarbeit mit Kind, binden es ein. Unser Kind nimmt an vielen alltäglichen Dingen teil, schneidet, putzt, bringt Müll raus, Flaschen zum Container, erledigt Einkäufe, verbringt teilweise sogar mit Zeit in der Auto-Selbsthilfe-Werkstatt. Manchen Tags „kotzt“ es mich an, dass ich immer wieder nach Spielpartnern suchen muss. Jedoch würde ich dieses Leben nie gegen eine KiTa in ihrer gegenwärtigen Realität eintauschen. Vielmehr würde ich es begrüßen, wenn die Gelder, die andere für ihren KiTa-Platz bekommen, den selbst-betreuenden Elternteilen als Elterngeld bis zum Beginn der Schule überwiesen würden. Hier läuft es aktuell seit 2 Jahren so, dass ich inzwischen das dritte Eltern-Kind-Zentrum gründe, in dem sich Eltern kita-freier Kinder zum gemeinsamen Kochen, Spielen, Basteln, Austauschen treffen. Leider finanzieren wir das aus dem Nettoeinkommen des jeweilig berufstätigen Partners. Darin liegt eine große Ungerechtigkeit. Ja, private Betreuung steigert nicht das BIP wohl aber das Glück von Eltern und Kindern. Nicht zuletzt wird mein Tochter jetzt in der 1. Klasse ihrer Schule als weit überdurchschnittlich Alltagskompetent eingeschätzt. Einen Nutzen für die Entwicklung eines Kindes scheint „kitafrei“ also auch noch zu haben.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Matthias Sanne

Danke für die ausführliche Schilderung. Es ist schön, dass Sie und Ihre Partnerin sich trauen, mehr Familienleben zuzulassen. Hoffentlich unternimmt unser Gesetzgeber mehr, um die Familienarbeit anzuerkennen. Wenn ich mir vorstelle, dass Freunde ihrer Kinder vielleicht besonders gern bei Ihnen zu Mittag essen wollen… Denn so ist es jat oft. Dort wo mehr Kinder im Haus sind, kommen immer noch mehr dazu. – Alles Gute, Herr Sanne!

TaMu
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es würde schon genügen, wenn die Kinder bis zum dritten Geburtstag mit maximal 15-20 Stunden pro Woche frühkindlich gefördert würden, wenn sie ansonsten in ihrem vertrauten Umfeld sind und wenn sie nach der Schule bis auf ein- bis zweimal Nachmittagsunterricht in der weiterführenden Schule zu Hause sein könnten, wie wir damals auch. Ich glaube, meine Generation und auch die Generationen bis ca 2000 hatten noch eine nicht durchgetaktete und fremdbestimmte Kindheit, ohne dass es uns und der Gesellschaft geschadet hat. Ich sehe es wie Marion.
Lösungsansatz? Ermutigung der jungen Elterngeneration, zugunsten ihres Familienlebens finanziell und beruflich zurück zur stecken und Druck auf Politik und Wirtschaft zu machen, dass es wieder zu tragfähigeren Modellen kommt, die die Familien wirklich schützen: Steuerklasse 3 für alle, die nachweislich hauptsächlich eine Familie versorgen, unabhängig von Ehestatus, zum Beispiel neue Partner oder vielleicht ein Großelternteil bei Alleinerziehenden oder bei jungen Familien ohne eigenes Einkommen. Wer Verantwortung übernimmt, wird belohnt. Wichtig auch: Eine bessere Unterhaltungspflicht gegenüber dem Elternteil, das die Hauptfürsorge übernommen hat, so, wie es vor 2000 noch war.
Dieser ständige Verweis, wer ein Kind hat, kann es ja betreuen lassen und in der Zeit arbeiten gehen und seinen Unterhalt selbst erwirtschaften, ist in meinen Augen Kindswohlgefährdung und nimmt den Eltern faktisch ihr gesetzliches Wahlrecht über die Betreuungsform.
Es muss wieder normal werden, eigene Kinder selbst zu betreuen. Eltern brauchen dafür Ermutigung und Unterstützung. Nach meiner aktiven Zeit als Tagesmutter beginne ich jetzt, Eltern zu beraten. Ich stehe erst am Anfang, aber so sollte es jetzt auch sein: Neuanfang, nicht nur für mich. Elternsein neu denken, persönlich, wirtschaftlich und politisch. Wir sehen ja jetzt schon, dass das Modell der ganztägigen institutionellen Kindertagespflege nicht die Erwachsenen „liefert“, die krisenfest, resilient und konstruktiv sind, von Demokratiefähigkeit ganz zu schweigen.

Angelika Mauel
29 Tage zuvor
Antwortet  TaMu

An den Erzieherfachschulen bringt man dem Nachwuchs etwas sehr Wichtiges bei, nämlich dass Kleinkinder „Selbstlerner“ sind.

Die Tüte Mehl, die ein Kleinkind in einem unbeaufsichtigten Moment in der elterlichen Küche aufreißt und verstreut ist für ein Krabbelkind meist ein viel begückenderes Erlebnis, als wenn das Matschen zur ganzheitlichen Förderung mit verschiedenen Materialien in der Krippe angesagt ist. – Doch sobald Praktikantinnen in der U-3-Betreuung meinen, etwas Besonderes für die Sichtstunden der Fachlehrer anbieten zu müssen, kann es zu übertriebenen Aktionen kommen, die ich in der eher bodenständigen Tagespflge so noch nicht erlebt habe.

Beispiele aus dem Krippenalltag: Tage, an denen eine Farbe im Mittelpinkt steht, alle sich entsprechend kleiden sollen und Lebensmittelfarben natürliche Lebensmittel verfälschen. – So was muss kein Kind lernen! Oder es wird – zum erlaubten Matschen unter Aufsichr – ein abgetrennter Raum gut beheizt und mit Folie ausgekleidet. Dann „dürfen“ bis auf die Windel entkleidete Kinder sich dort mit dem beschäftigen, was ihnen die Erwachsenen zur Verfügung gestellt haben: Fingerfarben, verschiedene Cremes und oft wird auch großzügig Rasierschaum gesprüht…

Das gibt tolle Bilder für die Bildungsdokus! – Aber es gibt auch einzelne Kinder, die wollen partout nicht mitmachen. Kinder, die ihre Speckbeinchen dann fast bis zur Brust hochziehen, werden natürlich nicht über die Abtrennung auf die Plastikplane gesetzt. (Und weder fotografiert noch gefilmt)

Weil in Krippen wirklich viele gekünstelte Angebote stattfinden, halte ich tendenziell mehr von einer soliden Tagespflege – allerdings eher für Kinder ab zwei und nur für eine kurze Betreuungszeit.

Sissi
1 Monat zuvor
Monika, BY
1 Monat zuvor

„Ein Gesellschaftssystem, dass an allen Ecken und Enden am Erodieren ist. Nicht mal mehr die kleinste Einheit innerhalb dieses Gesellschaftssystems funktioniert: die Familie.“

Das ist der Punkt. Danke liebe Marion, genauso nehme ich auch unsere Gesellschaft von heute wahr.

Und der, der vielleicht andere Wege schreiten will, darf es nicht. Das ist das Schlimmste.

Anna
29 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Ich bezweifel, dass „die Familie “ in der Vergangenheit immer so gut funktioniert hat! Die Gründe dafür sind wahrscheinlich viel zu vielschichtig und auch berechtigt..eine allgemeine Verwirrung, ob der neuen Möglichkeiten und Rollen ist hier ein Punkt. Ansonsten stimme ich erm Artikel zu 🙂

Monika, BY
29 Tage zuvor
Antwortet  Anna

Ich weißes es nicht, ob man das so ewig relativieren kann. Als Gattung Homo haben wir uns seit tausenden von Jahren ganz gut durchgeschlagen. Vieles Großes haben wir vollgebracht.
 
Im Mittelpunkt stand immer die Familie als ein sicherer Anker.
 
War es immer perfekt? Nein, war es nicht.
 
Aber seitdem sich der Staat und die Großkonzerne in die Familienangelegenheiten reinmischen und zwar ohne Pardon, als etwas Selbsverständliches, sieht man Störungen der kognitiven Leistungen bei den Kindern mehr als je zuvor.
 
Und diese Kinder werden Erwachsen.
 
Und Ergebnisse davon kann man schon ganz deutlich spüren.
 
Kinder brauchen ihre eigene Familie, vor allem Mama und Papa, und nicht, dass in der Schule propagiert wird, wie eine Klasse eigentlich eine Familie darstellt. Das ist nicht mehr normal.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  Anna

Die Scheidungsraten waren wesentlich niedriger – und das nicht, weil es keine ehelichen Kinflikte gegeben hätte. Die finanzielle Abhängigkeit der Frauen von den Männern, aber auch der soziale Druck verhinderten Scheidungen.

Früher hatten Kinder selbst dann keine Angst vor einer Scheidung ihrer Eltern, wenn deren Beziehung der blanke Horror war. Sie kam im Weltbild der Kinder nicht vor. Erst wenn wir Erich Kästner gelesen haben… Heute ist die Scheidungsrate so hoch, dass Kinder schon nach einer nur etwas lauten Meinungsverschiedenheit ihrer Eltern machmal schon Angst vor einer Scheidung haben.

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Mit der Fragestellung, WARUM denn genau diese Erscheinungen sich abspielen würden wir uns (mindestens) einem Hagelsturm der Rotdaumen nähern… also lassen wir das mal lieber. 😉

Stina
29 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Monika,
seit 2008 ist die Versorgerehe abgeschafft. Nach einer Ehescheidung müssen sich jetzt beide Ex-Partner selbst versorgen.Das setzt voraus, dass beide auch Geld verdienen.
Die damalige Justizministerin kommentierte diese Gesetzesänderung manipulativ kühl mit dem Satz „Einmal Zahnarztgattin, immer Zahnarztgattin- das gilt jetzt nicht mehr.“
Unter dem Deckmäntelchen der finanziellen Gleichberechtigung wurden die vielfältigen und verantwortungsvollen Aufgaben der Hausfrauen und auch einiger Hausmänner auf ein quasie Parasitentum herabgewürdigt.
Ignoriert wurde nicht nur die Sorge und Carearbeit der Kindererziehung und auch die (Pflege)arbei der Großelternbetreung,durch die häuslich Tätigen, sondern auch die wohltuenden und sinnstiftenden Verbindungen die diese in ihren Umfeld schaften.(nachbarschaftliche Kindertreffen, ehrenamtliche Arbeit…..)
Geleugnet wird seit dem mehr oder weniger auch, welchen enormen Wert Elternarbeit für die materielle und soziale Ökonomie unserer Gesellschaft hat.
Ich finde auch, dass wir in eine Richtung manipuliert worden sind, die uns zu unfreien, getriebenen Menschen macht.
Es geht um unser Wohlbefinden und um unsere Würde.
Daher freue ich mich, über die vielen kritischen Meldungen aus den Kitas und den Schulen und aus der Alten und Krankenpflege.Diese Meldungen ermutigen vielleicht auch Kosumfreaks den Blick von außen mal wieder nach innen zu richten.Sie schaffen es u.U.ein Bewußtsein dafür zu schaffen,was im Leben wirklich wichtig ist.
Der Klimawandel fordert von uns Verzicht auf Konsumvergnügen wie Flugreisen ect.
Eigentlich ist die Zeit jetzt gut, für eine kleine Revolution…

Monika, BY
29 Tage zuvor
Antwortet  Stina

„Es geht um unser Wohlbefinden und um unsere Würde.“
 
Das stimmt. Ich kenne eine Mutter, bittere Trennen hat sie gegossen, weil ihr Mann sie betrogen hat. Und sie wollte Scheidung. Sonst funktionierten als Ehepaar ganz gut, vor allem gegenüber den Kindern, aber nicht intim. Und sie hat ihm betrogen, aber ohne Beweis.
 
Wenn ich sie gefragt habe, wäre doch nicht vernünftiger zum Wolle den Kindern noch zusammen zu bleiben, schließlich führten sie sowieso getrenntes Leben, und Kinder sind 11 und 8, statt die Kinder pendeln zu lassen, eine Woche bei Mama, eine bei Papa, sagte sie, ich bin mir zu schade dafür.

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Sexualität schlägt Ehe ???

Vielleicht ist es wirklich an der Zeit, dass noch auf der Säuglingsstation den frischen Eltern neben Vorsorgeheft ein Beziehungsratgeber in die Hände gedrückt wird….

Monika, BY
29 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Nicht falsch verstanden, der Mann hat noch größerer Mist gebaut. Er zog mit dieser Frau zusammen und die Kinder kenn sie gut. Sie war Familienfreundin.
 
Aber, das ist nicht wichtig, Mann oder Frau, bei den beiden Geschlechter ist das gleiche Spiel, es geht darum, warum man überhaupt heutzutage Kinder bekommt. Früher war wenigstens klar warum. Heute schworen wir allem eigentlich um was?
 
Und naja, der Staat und restliche Interessengruppen nützen es gewaltig.

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor

Absolut zutreffende Schilderung der Misere.
Wir mahnen seit Jahren. Auch in der Schule zeigt sich dieser Trend.
Und „grundlos“ heulende Kinder, die überhaupt nicht altersgemäß reagieren, aber auf dem Handy daddeln können, sitzen auch in Klasse 5, 6, 7 immer noch und zunehmend…

Auch wenn es für den einen oder anderen „altbacken“ oder „rückwärtsgewandt“ klingen mag: Wir Menschen sind nicht geschaffen, um Apps zu bedienen. Davon lernt unser Gehirn nicht. Das braucht Erfahrungen. Wissen wir auch schon lange. Dennoch muten wir den Kindern eine Eventschule in Ganztags-Zwangsform zu, in der sie verwahrt werden und Leben nur aus zweiter oder digitaler Hand kennen, aber nicht mehr erleben.
Mit Bildung hat das seit Jahrzehnten immer weniger zu tun.

Und jetzt – jetzt fällt uns das ganze auf die Füße, weil es auch keine Lehrkräfte/Kita-Erzieher mehr gibt, die sich das antun wollen oder können.
Die einen (jungen) sind selbst durch diese zweifelhaften Maßnahmen gegangen und weder willens noch darauf vorbereitet, solche Berufe auszufüllen, die anderen (älteren) verzweifeln zunehmend und haben einfach in der Vergangenheit schon alles gegeben, um zu verdecken, dass man „ein totes Pferd nicht reiten kann“.
Dass das geht, wird aber allen am Bildungssystem Beteiligten immer wieder vermittelt mit der „Weisheit“, man müssen nur, wollen, dann können man auch diese und die nächste und dann auch noch die übernächste Aufgabe sicher noch stemmen…

Wer das jahre/jahrzehntelang versucht hat, muss irgendwann sehen, dass Ideale und Engagement nicht mehr ausreichen. Sie reichen nicht mehr aus, um trotz der widrigen Umstände das Beste draus zu machen, wenigstens für die Kinder da zu sein, sie reichen schon gar nicht mehr aus, um das aufzufangen, was jetzt in die Schulen getragen wird: demoralisierte und traumatisierte Kinder aus Kriegsgebieten, Kinder aus Familien, die getrennt wurden (nicht mal mehr aus eigener Entscheidung), Kinder ohne ausreichende Vorbereitung auf Lernen an sich, immer mehr Kinder, deren Inividual- und Persönlichkeitsentwicklung irgendwo zwischen Bobbycar und erstem Kitatag hängengeblieben ist, Kinder, die Gewalt und Frustration (in Medien) gesehen und als normal erlebt oder auch am eigenen Leib erfahren, aber nicht damit umgehen gelernt haben, Kinder aus prekären Verhältnissen durch Erwerbslosigkeit oder Migration und unangemessene Unterbringung, Kinder mit diffusen, aber deswegen nicht weniger massiven Ängsten vor realen und irrealen Dingen…
Das alles kann Kita nicht mehr auffangen, Grundschule nicht, und den bis dahin angewachsenen Frust daraus auch die weiterführende Schule nicht.

Ich bin auch der Meinung, die Kinder brauchen wieder mehr Anbindung, mehr Beziehung, mehr direkte Erfahrung, mehr „Erdung“ – das kann Kita/Schule nicht leisten, das ist Aufgabe „eines ganzen Dorfes“ – also der Gesellschaft.

Man sollte vielleicht mal umdenken und nach diesem Spruch (ich glaube Franz von Assisi) handeln: „Tu erst das Notwendige, dann das Mögliche und plötzlich schaffst du das Unmögliche!“
Wir sollten Schule auf das wirklich Notwendige zurückfahren, dann schauen was noch möglich ist und vielleicht am Ende sehen, dass wir etwas schaffen, was wir für unmöglich gehalten haben.
Im Moment handeln wir gezwungenermaßen umgekehrt: Die Politik und die Gesellschaft erwaretet vom Bildungssystem und wir leisten Unmögliches und alle verkaufen es so, als sei es möglich oder sogar notwendig…

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Nichts für ungut, aber das Gerede und Firdern und Schimofen hilft uns doch nicht weiter.
Was kann denn wirklich eine Lösung sein?
Alles zurückfahren? Und was passiert dann mit all denen, die Probleme haben?

Angelika Mauel
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Alles muss bestimmt nicht zurückgefahren werden, aber wie heißt es so treffend: Auch ein Schritt zurück kann ein Fortschritt sein.

Ich stimme Ihnen darin zu, dass es nichts bringt, unerfüllbare Forderungen zu stellen. Wir werden in absehbarer Zeit nicht genug ausgebildete Fachkräfte für Kinder haben. Und wenn die Politik die schnelle Anerkennung im Ausland erworbener Abschlüsse für den Kita-Bereich ermöglicht, haben wir zwar bestenfalls nette Kolleginnen und Kollegen, die auch bei den Kindern ankommen, aber unter Stress werden einige nicht mehr auf dem Sprachniveau kommunizieren können, mit dem sie die Anerkennung bekommen haben. MuttersprachlerInnen müssen oft genug die Bildungsdokus der Neuen übernehmen…

Es gibt so viele „Minenfelder“ und Tabus. Ich finde, dass die ErzieherInnen unbedingt ein paar Tabuzonen souverän überschreiten müssten. Erst wenn es heißt, sie wären zu weit gegangen, wird man wirklich zur Kenntnis nehmen, dass es nicht mehr überall so weitergehen kann wie bisher.

Die besonders personalintensive Krippenbetreuung gehört auf den Prüfstand. Kinder sollen von uns schulreif gemacht werden, aber der alte Begriff „Kindergartenreife“ ist kein gängiger Fachausdruck mehr und wir sollen wortlos so tun, als sei jedes Kleinkind reif für die Krippe. – Obwohl die Krippen mit ihren zu großen Gruppen und der Betreuung im Schichtdienst, noch gar nicht so ausgereift sind, dass man bedenkenlos Kindern in ihnen von Anfang bis Ende betreuen lassen kann.

Saskia
29 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

„Auch ein Schritt zurück kann ein Fortschritt sein.“
Ich stimme Ihnen absolut zu, Frau Mauel!

kanndochnichtwahrsein
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Okay, wenn Darstellen der Situation – und mehr war nicht gemeint – „Gerede, Geschimpfe und Gefordere“ ist, dann können wir einfach einpacken.
Dann wird sich keine Lösung finden, dann wird nicht reflektiert, nicht hinterfragt, nicht abgewogen.
Dann kann es ja so weitergehen… immer weiter so, Deutschland?

Ich empfinde es als Konkurserklärung des Bildungssystems, dass wir das, was hier geäußert wird, nicht direkt im Sinne konstruktiver Kritik – wenn möglich gleich mit Vorschlägen – an die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft rückmelden können (dürfen). Lieber würde ich das alles direkt meinem Schulministerium schreiben.

Wenn wir aber nicht mal mehr hier Austausch finden sondern gegenseitige Abwertung, dann weiß ich auch nicht mehr weiter.

Übrigens war nirgendwo von „alles zurückfahren“ die Rede. Darum geht es auch nicht. Es geht m.E. darum, sich ehrlich zu machen und zu gucken, was man zurückfahren muss, um das, was mit den gegebenen Ressourcen tatsächlich möglich ist, verantwortungsbewusst und nachhaltig (auch und vor allem dem Personal und den Kindern gegenüber) fahren zu können.

DerechteNorden
29 Tage zuvor

Hier werden aber keinerlei Lösungsvorschläge erörtert, oder?
Ich finde es sehr wichtig, dass wir das tun, wenn wir Veränderung erwarten.

Saskia
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finde schon, dass es ein Lösungsvorschlag ist, wenn mehr familiäre Zeit für die Kinder gefordert wird anstatt nach immer mehr institutioneller Betreuungszeit, damit die Eltern besser einer außerhäuslichen Erwerbsarbeit nachgehen können, sich alle Familienmitglieder dann aber nur noch ausgelaugt und müde am Abend wiedersehen.
Hier wäre ein Rückschritt tatsächlich der wahre Fortschritt und somit ein Lösungsvorschlag.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Saskia

Es ist kein Lösungsvorschlag zu fordern, dass mehr Familienzeit nötig ist.
Nichts für ungut, aber das muss einhergehen mit konkreten Ideen. Es müssen z. B. Gesetze geändert werden, sonst wird das nichts, oder?
Wenn eine Familie nun einmal zwei vollzeitarbeitende Elternteile braucht, um über die Runden zu kommen, dann können Sie so viel fordern wie Sie wollen, dass die sich doch bitte mehr um ihre Kinder kümmern sollen, anstatt sie in die außerhäusliche Betreuung zu geben.

Marion
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Es müssen eben Voraussetzungen geschaffen werden, die es Familien ermöglichen über die Runden zu kommen, ohne daß beide Eltern dafür Vollzeit arbeiten müssen.
Da sind Politik und Wirtschaft gefordert.
Den eigenen Lebensstil zu hinterfragen, liegt an jedem einzelnen selbst.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Eben, Gesetze müssen geändert /verabschiedet werden.

E.S.
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und die entsprechenden Gesetzesänderungen zu erarbeiten soll die Aufgabe von uns Bürgern sein statt die von Fachleuten, die sich in dieser Materie auskennen?
Oder was meinen Sie mit „Lösungsvorschlägen“, die wir hier erörtern sollen?

klm
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Um Konkretisierung haben sich die Fachleute bzw. Politiker zu kümmern.
Wo kämen wir denn hin, wenn die normalen Bürger zu ihren Wünschen und Überzeugungen auch noch die Lösungswege liefern müssten? Das ist Aufgabe der ministerialen Experten, in diesem Fall vielleicht des Finanz-, Wirtschafts- und Bildungsministeriums.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  klm

Na dann wird das ja nie was. Die werden den Teufel tun, oder nicht?
Bzw. da können wir alle bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag warten.

Last edited 28 Tage zuvor by DerechteNorden
E.S.
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Könnten Sie selbst denn ein paar Gesetzesvorschläge machen, die Sie hier von anderen fordern und erwarten?

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  E.S.

Habe ich bereits. Wenn Sie mal genau nachschauen. Danke!

kanndochnichtwahrsein
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dann stelle ich mal einen konkreten Lösungsvorschlag in Bezug auf Schule in den Raum:

Wir analysieren, wie viele Lehrer und Lehrerarbeitsstunden tatsächlich zur Verfügung stehen. Dann decken wir damit die damit mögliche Unterrichtszeit ab.
Was (wenn noch was) übrig bleibt, kann das gerne in Zusatzangebote gesteckt werden.
Wenn (was wahrscheinlicher ist) nichts mehr übrigbleibt außer Defiziten schon bei der Grundversorgung (lesen, schreiben, rechnen, die wichtigsten Fächer), dann stellen wir fest, wie viele Eltern tatsächlich aus wirtschaftlichen oder sonstigen Gründen eine Betreuung über die vorhandene Unterrichtszeit hinaus brauchen.
Diese Zeiten müssen dann Menschen analog zur OGS auch in den ersten Klassen der weiterführenden Schulen übernehmen, die nicht Lehrer sein müssen. Da können Pädagogen, Erzieher, aber auch Eltern eingesetzt werden, die sonst anderswo ihre Brötchen verdienen würden.
Wenn auch dazu nicht genug Personal zu rekrutieren ist, müssen wir den Offenbarungseid leisten und im Viertel/Stadtteil/Dorf schauen, wo Menschen zu finden sind, die Kinder betreuen können; die Oma von nebenan, die Tante von xy für xy und seine Freunde, die Pfarrgemeinde, die Sportvereine…

Darüber hinaus muss aus meiner Sicht sehr konkret auch die Wirtschaft in die Pflicht genommen werden: Die Arbeitgeber (übrigens auch die der Lehrer) brauchen Arbeitnehmer. Die haben Familien, für die sie da sein müssen. Wenn Arbeitgeber das nicht ermöglichen können, können sie auf die nächste Generation Arbeitnehmer pfeifen…

Konkret genug?
Wir haben keine Ressourcen, um die Versprechungen der Politik einzulösen.
Also muss man kürzen.
Wenn dabei am Ende mehr gemeinsame Zeit für Eltern und Kinder herauskäme, fände ich das nicht nachteilig.

So, damit wären einige Lösungsansätze da.
Wem die nicht konkret genug sind, der mag sie gerne konktretisieren.
Ansonsten wären Gesellschaft und Politik dran, Prioritäten zu setzen.

Das kann man natürlich auch lassen.
Dann fährt aber das System an die Wand und die vielzitierte „alleinerziehende Mutter“ findet dann eben gar kein Auffangsystem mehr – da man alle Karten auf Kita und Schule und die darin befindlichen Personalressourcen gesetzt hat. Das bricht früher oder später weg – wenn nicht jetzt Alternativen gedacht und realisiert werden, sehe ich schwarz… das geht zulasten der Kinder (aller Kinder) und der Eltern, die ohnehin schon rudern müssen, um alle Anforderungen unter einen Hut zu bekommen.

DerechteNorden
27 Tage zuvor

Danke!
Ich sehe tatsächlich das größte Potenzial bei Gesetzen, die die Arbeitgeber betreffen.
Allerdings befürchte ich, dass Union und FDP sich da quer stellen würden.

Teacher Andi
29 Tage zuvor

Wahre Worte, die aber im digitalen Zeitalter und dem Trend der Fremdbetreuung keiner hören will. Eltern sind auf sich selbst focussiert, Kinder müssen die bestmögliche Betreuung erfahren („die lernen da doch so viel“), Bindung und Geborgenhiet sind nicht mehr gefragt. Schade. Wir werden eine Generation der eiskalten multitasking Zombies erhalten, die roboterhaft alles rezitieren können, was ihnen vorgesagt wurde.

Last edited 29 Tage zuvor by Teacher Andi
Sissi
29 Tage zuvor

Wunderschönes plastisches Wortspiel in Ihrem letzten Absatz.
Wenn Unmögliches notwendig wird, ist eigentlich alles klar; es hilft nur noch Vereinfachung, beim Notwendigen anfangen……..s.o.
Vielleicht ziehen wir zusammen mit den Kids dann irgendwann auch wieder
“ froh und zufrieden durch die Lande “
(* Sonnengesang, glaube auch Franz von Assisi)

Warum nicht eine Weile ins Heft schreiben und rechnen mit Konzentration auf die Sache an sich.
Erst wenn Grundsätzlich sitzt, weiter, üben, erweitern.
Es wird ja kein KuK gehindert, seine Vorbereitung bereits über teams, oder wasdieSchulehaltsohat zu fahren, bei Bedarf einzusetzen…..
Bei den Glorreichen jedenfalls ist noch nicht angekommen, dass es bei vielem
schon am Notwendigem / Grundfertigkeiten mangelt – egal ob mit Tafel oder tablet.

Leona
1 Monat zuvor

Ich kann jedem Wort, jedem Satz nur zustimmen.
Diese Ganztagspolitik, ob im Kita-/ oder Grundschulbereich nervt mich persönlich als Mutter. Ich war leider nicht so schlau als unsere Kinder in die Kita gingen, immerhin erst mit 2 Jahren, trotzdem ärgert es mich im Nachhinein dass ich da nicht aufgeklärter war, was tatsächlich meinen Kindern gut oder besser getan hätte. Der wirtschaftliche / finanzielle Druck war einfach viel zu groß als auf die Kleinen Rücksicht zu nehmen.

In der Grundschule hab ich es mir angeschaut…..und nach einem halben Jahr zu großer Freude meiner Tochter die OGS gekündigt. Es war eine überlegte Entscheidung, und glücklicherweise hab ich mich in meiner Arbeit entsprechend organisieren können.

Ich kenne viele befreundete Mütter, die mich drum beneiden und am liebsten ihre Kinder auch nicht in den Ganztag schicken müssten. Man merkt es am Kind sofort, wenn es nach dem Unterricht ihren Rückzugsort zu Hause hat um in Ruhe runterkommen zu können und ein aufgedrehtes Kind aus dem Ganztag, das xy Streitereien und andere wenn auch nicht direkt negative aber nervenaufreibende Erfahrungen nach Hause mitschleppt, aber v.a. nicht ausgeruht nach Hause kommt.

Ich weiß, es gibt sicherlich Ausnahmen, wie eine tolle OGS funktioniert, kenne allerdings keine in meiner Umgebung.

Ich verstehe dieses Pushen mit dem Ganztag wirklich nur als politisches Mittel die Menschen/ Eltern im produktiven Alter so lange wie möglich am Tag arbeiten zu lassen.

Das Kind steht schon seit langem nicht mehr im Mittelpunkt und das Schwadronieren über die Kinderrechte ist eine Farce, die ich auch nicht mehr in den Zeitungen etc.lesen und hören kann.
Wenn ein Kind mit einem Jahr reden könnte, was es sich wünscht, und welches Recht es geltend machen möchte, wäre es 100% der Wunsch (=das Recht) zu Hause mit der Mama, dem Papa zu sein.

Angelika Mauel
1 Monat zuvor
Antwortet  Leona

Vor ein paar Tagen habe ich einen Artikel entdeckt, der sich speziell auf die Rechte kleiner Kinder bezieht und in dem meiner Meinung nach endlich Wichtiges klar verständlich zum Ausdruck gebracht wird. https://www.unerzogen-magazin.de/artikel/?articleID=922
Als erstes wird das „Recht auf Anklammerung“ genannt.

Wenn im offenen Ganztag einzelne Kinder, die ihre Hausaufgaben eigentlich zügig hätten erledigen können, gnadenlos getrödelt haben, habe ich mich gefragt, warum. – Und wenn man bedenkt, wie wenig Zuwendung „gut funktionierende Kinder“ nach dem Abholen durch ihre Eltern erfahren, dann ist schnell klar, dass zu kurz gekommene Kinder sich die elterliche Aufmerksamkeit holen wollen und können, indem sie die den Eltern wichtigen Schularbeiten nicht erledigt haben. Jetzt muss sich ein Elternteil abends mit dem übermüdeten Kind hinsetzen und ihm helfen. – Auch die so genannte negative Aufmerksamkeit ist elterliche Zuwendung. – Das ist so schade und kein Einzelfall!

Monika, BY
1 Monat zuvor
Antwortet  Leona

„Ich verstehe dieses Pushen mit dem Ganztag wirklich nur als politisches Mittel die Menschen/ Eltern im produktiven Alter so lange wie möglich am Tag arbeiten zu lassen.“

Das ist so, das ist der Fakt geworden, und viele Menschen inzwischen wissen es, man merkt das durch mehr oder auch weniger thematischen Gespräche mit den Menschen, aber man kann gar nichts ändern. Man muss arbeiten. Es reicht schon ein einziger Monatslohn nicht zu bekommen, egal wie hoch ist er (Konsumgesellschaft, alle Buchstäblich alle sozialen Schichten leben auf der Pumpe), und schon wird es sehr eng.
 
Und ja, habe ich was Neues geschrieben, nein. Wir alle nicht. Wir stellen es fest. Und das war es. Etwas zu verändern, und dass diese Veränderungen (und zwar hier tiefgründige) nicht Blut auf den Straßen fordert, ist fast unmöglich. Und Blut will keiner, ich erst nicht. Und was kann ich machen? Nichts.
 
Ich kann mich beklagen, ich kann diskutieren, ich kann die Probleme herausnehmen, herausheben und analysieren, aber der Fakt bleibt. Man ist nicht frei. Vielleicht weniger als je zuvor. Man hat heute nur Gelegenheit zu wählen, für welchen Sklavenhalter möchte man arbeiten, und man muss arbeiten und zwar den ganzen Tag, die ganze Woche. So sagt seine Hoheit, das Gesetz aus, obwohl ist schon längst bewiesen, dass man eigentlich von 5 Tagen und 9 Stunden täglich, drei produktive Tage hat. Aber du musst 9 Stunden dort sitzen. Es herrscht Präsenzpflicht.
 
Und natürlich, der Staat und der Gesetzgeber haben auch die Lösungen für die Sklavennachkommen parat. Die Ganztagbetreuung und zwar pflichtig und zwingend. Präsentzpflicht.
 
Es ist kein Wunder, dass in städtischen Schulen überall an der Welt kein Wort über Geldmanagement verloren wird, aber über Geldausgaben jede Menge.

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  Leona

Ich denke, dass 1. immer mehr Eltern arbeiten müssen und 2. Frauen ohne Ganztagsbetreuung abgehängt wären. Bei uns herrscht nämlich nach wie vor die Idee, dass Frauen viel besser zur Kinderbetreuung geeignet wären, so dass sie zuhause bleiben, wenn es nicht anders geht. Auch Frauen selbst denken häufig so, bis sie dann wieder einsteigen wollen und merken, dass sie mit ihrer langen Auszeit nicht mehr die Jobs machen können, die sie gern machen wollen. Aufstiegsmöglichkeiten sind mit einem großen Loch in der Biographie auch sehr begrenzt.
Bitte kommen Sie jetzt nicht damit, dass es ja sowieso nicht gut ist, wenn man Karriere machen will usw. Wenn frau das will, sollte sie das können und zwar auch mit Kindern.

Und zuletzt: Es ist doch nicht so, dass erst der Ganztag ausgebaut wurde und daraufhin alle mehr gearbeitet hätten.

Ron
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Sie als Ganztagsanhänger gehen immer von best. Voraussetzungen aus:
– Es ist erstrebenswert, wenn beide Elternteile volltags arbeiten
– Wer nicht beruflich Karriere machen will, ist angehängt (und scheinbar weniger wert)
– Frauen sind ungewollt Opfer der Erziehungsarbeit und verzichten unfreiwillig auf berufl. Selbstverwirklichung, wenn sie zuhause bleiben oder nur halbtags arbeiten

Dies alles mögen bestimmte Menschen so empfinden. Ihnen steht es frei, ganz auf Kinder zu verzichten oder diese möglichst frühzeitig in eine Ganztagsbetreuung abzugeben. Aber es gibt eben auch die Anderen, die noch bewusst Familie leben wollen, sich Zeit nehmen und lieber finanziell verzichten, Selbstverwirklichung eben nicht vorrangig im Beruf suchen und zugleich beobachten, dass ihren Kindern Ganztag gar nicht gut tut, weil Kinder in ihren Augen Geborgenheit, Familie und soziale Verknüpfungen brauchen.

Ich habe rein gar nichts gegen freiwillige Ganztagsangebote. Einen verpflichtenden Ganztag empfinde ich aber als komplett übergriffig und falsch. Hier geht es nicht mehr um Schule und Bildung, sondern um Aufbewahrung und ein Wegdrücken von Kindern, das in meinen Augen unserer Gesellschaft zukünftig kräftig auf die Füße fallen wird, weil wir damit neue soziale Probleme förmlich züchten.

dickebank
29 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Das Dilemma der heutigen Zeit ist, dass der lebensmittelpunkt der berufstätigen Eltern meist weit entfernt vom Lebensmittelpunkt der Großeltern oder sonstiger Wverwandter liegt. Omas und Tanten, die auch nur gelegentlich auf die Kinder aufpassen könnten, sind nicht vor Ort. Folglich bedarf es anderer Betreuungsmodelle. Und dazu zählen eben Tagesmütter, Kitas oder Au-Pairs.
Wäre es in D leichter die berufliche Tätigkeit in Teilzeit auszuüben, der Bedarf nach Ganztagsbetreuung würde vermutlich sinken.

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Ich habe nirgends einen verpflichtenden Ganztag gefordert,

Ron
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Der verpflichtende Ganztag ist Fakt an Ganztagsschulen. Über alles andere brauchen wir uns nicht streiten.

Palim
28 Tage zuvor
Antwortet  Ron

Das stimmt nicht.

Ganztagesschulen sind in weiten Teilen „Offene Ganztagsangebote“, damit sind die Angebote im Nachmittag freiwillig.

Vor Ort ist es so, dass man einzelne Tage nutzen kann, also z.B. nur Montag das Kind den ganzen Tag nutzt, alle anderen Tage mittags nach Hause geht.
Allein bei gebundenen Ganztagesschulen ist der gesamte Tag verpflichtend, da dann der Unterricht auf den gesamten Tag verteilt werden kann und es zwischendurch andere Angebote gibt.

Es gibt sogar Erlasse, dass Eltern, die im Einzugsbereich einer gebundenen Ganztagesschule wohnen, ein Platz an einer Halbtagesschule/ offenen Ganztagsschule angeboten werden muss.

Im Bereich der weiterführenden Schulen gibt es Schulformen, die verstärkt auf teilgebundenen oder gebundenen Ganztag setzen (Schulen mit merheren Bildungsgängen), die sich also in ihrem Konzept darauf einstellen. Diese Schule wählt man aber mit dem Übertritt des Kindes auf die weiterführende Schule als Eltern selbst aus und hat andere Alternativen vor Ort.

https://www.ganztagsschulen.org/SharedDocs/Kurzmeldungen/de/m-o/neue-kmk-statistik-fuer-ganztagsschulen-2019-2020.html

Lili
27 Tage zuvor
Antwortet  Palim

ich suche eine weiterführende Schule mit dem offenen Ganztag…..so gut wie fast alle sind hier gebunden, also mit der „Wahl“ ist es schon erledigt, da es sie nämlich gar nicht gibt @Realität vs. Theorie

DerechteNorden
28 Tage zuvor
Antwortet  Ron

? Ja, häufig. Aber wo habe ich den gefordert?

Last edited 28 Tage zuvor by DerechteNorden
447
29 Tage zuvor
Antwortet  Leona

Zitat: „Ich verstehe dieses Pushen mit dem Ganztag wirklich nur als politisches Mittel die Menschen/ Eltern im produktiven Alter so lange wie möglich am Tag arbeiten zu lassen.“

Problem erkannt.
So funktioniert mittlerweile das ganze Schulsystem: Agitprop und Verwahrung sind Kernziele. Lernen – Nebensache, die nicht stören soll.

Zitat: „Das Kind steht schon seit langem nicht mehr im Mittelpunkt und das Schwadronieren über die Kinderrechte ist eine Farce, die ich auch nicht mehr in den Zeitungen etc.lesen und hören kann.“

Was glauben Sie denn, warum trotz fetter Grundgesetzgarantie noch „zusätzliche Kinderrechte“ geschaffen werden sollen? Man google mal das Zitat von der „Lufthoheit über die Kinderbetten“… denn huuupsi-hups, diese (((Kinderrechte))) nimmt dann der Staat wahr… gegenüber den Eltern.

Carsten60
29 Tage zuvor
Antwortet  447

In Schottland gibt es eine verpflichtende Ganztagsschule, aber lt. Wikipedia beginnt sie um 9 Uhr und endet um 15:30. Das sind dann ganze 6,5 Stunden (inkl. Mittagessen), eben deutlich weniger als ein normaler Arbeitstag für Erwachsene. Das ist offenbar in jedem Land anders, aber die genauen Bedingungen werden wohl ungern genannt. Von den Niederlanden heißt es, viele Kinder würden mittags kurz nach Hause gehen und danach wiederkommen.

Birkenstock
1 Monat zuvor

Ganztagsbetreuung – Ganztagsschule zum „Wohle“ des Kindes
oder bloß „enkelfite Rente“, ein Ziel zur Steigerung des Bruttosozialprodukts und Generierung von ausreichend Rentenbeiträgen um den Kollaps des deutschen Rentensystems etwas hinauszuzögern?

Hellhörig müsste man spätestens heute werden, wenn das Modell der Aktienrente die staatliche gesetzliche Rente stützen/ergänzen soll. FDP-Studie

Last edited 1 Monat zuvor by Birkenstock
Lanayah
1 Monat zuvor

Ich rate Eltern von verhaltensauffälligen Kindern auch immer als erste Maßnahme: „Nehmen Sie ihr Kind aus dem Ganztag!“ Ein Ratschlag, der aus beruflichen Gründen manchmal nicht befolgt werden kann, aber oft auch nicht befolgt werden will, weil die zwar jemand zu Hause ist, das Kind dort aber stört.

Clara
1 Monat zuvor

Vielen Dank, für den tollen Artikel .Er spricht mir aus der Seele. Kinder haben ein Recht auf Eltern und Eltern ein Recht auf Erziehung und Bildung ihrer Kinder. Nicht alle Eltern arbeiten den ganzen Tag, nicht alle sind Alleinerziehende ,warum platzen die Kitas aus allen Nähten. Ach ja, sind ja mindestens 6 Stunden kostenlos und den Rest legt man gerne dazu oder bekommt es sowieso bezahlt…Warum heißt es immer alle Eltern arbeite ,versteh ich und erlebe ich nicht . Erzieherin

Schattenläufer
29 Tage zuvor

Wie sah denn das Leben der Kinder aus, als das Erziehungssystem von Elternhaus, Kindergarten und Schule noch funktionierte?

Kinder bleiben für 3-4 Jahre bei den Eltern, dann wird ein Kindergarten, meist halbtags, besucht. Danach Grundschule bis 12 Uhr anschließend Hausaufgaben unter der Aufsicht der Eltern und dann raus zu Freunden.
Sei bitte wieder zurück, wenn die Laternen angehen.
Wenn man alt genug war ein Verein. Fußball, Turnverein, Pfadfinder usw.
Am Wochenende dann was mit den Eltern machen. Angeln mit Papa, Basteln, Wandern, ein Picknick.
So sah meine Kindheit aus. Nach und nach gab es auch Pflichten. Tisch decken, samstags vor dem Haus kehren, kleiner Besorgungen, im Garten helfen.
Viele Basisfähigkeiten wurden so im Zusammenspiel von Elternhaus und Kindergarten / Schule ganz selbstverständlich erlernt.

Was hat sich heute geändert?

Faktor 1: Die Berufstätigkeit der Eltern.
Früher war vieles in der Wirtschaft auf die Familien abgestimmt. Jedem Arbeitgeber war klar, dass seine Arbeitnehmer auch Familien haben und daher nicht immer uneingeschränkt verfügbar sind.
Heute interessiert sich die Wirtschaft in kleinster Weise für das Privatleben der Arbeitnehmer. Der optimale Arbeitnehmer hat keine festen privaten Pflichten und steht daher immer zur Verfügung. Wer was erreichen will muss diesem Bild nahe kommen. Also müssen die Kinder anderweitig betreut / verwahrt werden.

Faktor 2: Konsum und Selbstverwirklichung.
Früher war jedem klar, dass Kinder große Mühen und Verzicht mit sich bringen. Wer sich Kinder anschaffte der wusste, dass er in den nächsten Jahren materiell und zeitlich auf vieles Verzichten muss um die Erziehung zu stemmen.
Heute sind Konsum und Selbstverwirklichung gleichwertig mit dem Kindeswohl. Kinder ok, aber dafür auf den SUV oder Tai-Chi verzichten? Das entspricht nicht dem Zeitgeist. Dann müssen die Kinder eben noch ein wenig länger außer Haus betreut werden. Mein Wellness einmal pro Woche muss sein.

Faktor 3: Neue Pädagogik.
Früher haben Eltern ihre Kinder realistischer gesehen. Es war auch möglich Anforderungen an Kinder zu stellen. Schlechte Noten? Dann muss man eben lernen. Im Park spielen. Du bist ja alt genug um auf zu passen. Knie beim Klettern oder im Fußball aufgeschlagen? Jod, Pflaster, wenn du Großvater bist ist das weg.
Heute werden Kinder völlig entmündigt und möglichst vor jeglicher Belastung geschützt.
Bewegung beim Spielen mit Freunden? Da kann was passieren. Dann besser unter Aufsicht an die Konsole. Schlechte Noten. Da tut man dem Nachwuchs aber Unrecht. Erstens macht das die Kinder traurig und zweitens ist das die Schuld der Schule oder der Nachwuchs ist einfach hochbegabt. Am schulischen Verhalten des Kindes oder dessen Leistungsfähigkeit kann das jedenfalls nicht liegen.

Faktor 4: Kindergärten und Schulen.
In dem Maß in dem die Zahl der Aufgaben von Kindergarten und Schule gewachsen sind wurden diese, seit unserer Kindheit kaputt gespart und zu Tode reformiert durch Reformen die dem Zeitgeist der Faktoren 1-3 entspringen.

Heutige Kinder leben also in einem Umfeld in dem die Eltern aus wirtschaftlichen Gründen und aus Gründen der privaten Selbstverwirklichung weder Zeit noch Lust haben den erforderlichen Aufwand in die Erziehung zu investieren.
Die im Elternhaus dadurch wegbrechende Erziehung wird auf Schulen und Kindergärten übertragen, die durch Sparmaßnahmen, Reformen und Zusatzanforderungen immer überlasteter sind.
Gleichzeitig sinkt die Kritikfähigkeit der Eltern parallel zu stark steigenden Anforderungen an Schule und Kindergarten.

Wen wundert es da, dass das System nicht funktioniert?

Ok, die Wirtschaft ist glücklich, die Eltern können sich auch arrangieren. Bei schlechtem Gewissen dreht man eben eine Runde im SUV.
Leidtragende sind die Kinder und die Beschäftigten in Bildung und Erziehung.
Die interessieren aber nicht.
Man hat ja schließlich wichtigere Probleme.
Außerdem scheint es ja zu klappen. Man gibt die Kleinen um 7.30 ab und bekommt sie um 17 Uhr zurück. Ist doch alles in Butter.

Lanayah
29 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Früher war es selbstverständlich, dass Frauen als Hausfrau und Mutter zu Hause blieben, wenn das Einkommen des Mannes ausreichte. Diese beschränkte Perspektive möchten Frauen verständlicherweise heute auch nicht mehr haben. Daher verstehe ich Eltern, die ihr Kind in den Ganztag organisieren, wenn es beruflich nicht anders geht. Ich stelle aber fest, dass Kinder, insbesondere verhaltensauffällige, für den Ganztag angemeldet werden, obwohl jemand zu Hause ist.
Insgesamt müsste das Arbeitsleben familienfreundlicher sein, sowohl für Männer als auch für Frauen.

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  Lanayah

Ganz genau! Wenn z.B. beide Partner nur 70% arbeiten müssten, könnte man das System entlasten. Zusätzlich könnten Arbeitgeber Betreuungsangebote bieten, so dass Eltern die Möglichkeit haben während des Arbeitstages Kontakt zu den Kindern zu haben.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Erst mal sollen die Kinder und ihre Eltern entlastet werden. „Das System“ ist ohnehin nicht leidensfähig und wenn es zusammenbricht, dann schaffen Menschen es hoffentlich etwas Besseres aufzubauen.

Der Nachteil an Betriebskitas: Erzieherinnen fühlen sich stärker unter Druck gesetzt, zumindest die Kinder der führenden Köpfe der Firma auch krank zu betreuen. Und wenn es eine Betriebskita gibt, kann das für die Arbeitnehmer bedeuten, dass erwartet wird, dass die Angestellten der Firma bloß nicht allzu lange in Elternzeit gehen.

Was sich gut anhört: „Minikitas“ – Für sie gelten etliche Vorschriften, die für Kindergärten gelten, leider nicht. So brauchen die Minikitas keinen eigenen Garten als Außengelände für die Kinder. Spielmöglichkeiten auf versifften öffentlichen Spielplätzen sorgen dafür, dass die Kosten für die Betreuungsplätze im Rahmen bleiben, der Staat also weniger bezuschussen muss.

uwe
22 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

 Spielmöglichkeiten auf versifften öffentlichen Spielplätzen sorgen dafür, dass die Kosten für die Betreuungsplätze im Rahmen bleiben, der Staat also weniger bezuschussen muss.“

Es fällt mir wirklich immer schwerer sie noch irgendwie ernst zu nehmen. Hier in Dortmund sind die öffentlichen Spielplätze (ohne Ausnahme) tadellos gepflegt, die Putz und Reinigungstrupps kommen mehrmals die Woche vorbei. Mein Kleiner ist 5 , ich bin fast jeden tag auf dem Spielplatz und habe einmal ( 1mal) erlebt das ein Erwachsener auf dem Spielplatz geraucht und zweimal (2 mal) das ein erwachsener auf dem Spielplatz Alkohol getrunken hat. genießen sie diese „alles ist sooooooo schlimm und geht den Bach attitude“ eigentlich?

DerechteNorden
29 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich bin nicht für eine Ganztagspflicht.

Petra
29 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Gut, dass Sie es sagen. Ich hätte sonst nämlich auch angenommen, dass Sie den Staat und seine Betreuungseinrichtungen für Kinder besser finden als die Eltern und Familie.

uwe
28 Tage zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Eine Freundin arbeitet als Sozialarbeiterin in einer Psychatrie. Da sind so die Jahrgänge aus der Zeit als “ als das Erziehungssystem von Elternhaus, Kindergarten und Schule noch funktionierte“

Naja scheinbar doch nicht für alle.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Eigentlich sollen Kinder- und Jugendliche doch nur in der Kinder- und Jugendpsychtrie untergebracht werden, oder? Das würde erklärenm warum sie in der Erwachsenenpsychiatrie unterrepräsentiert sind. (Zumal Kinder eher ein soziales Umfeld haben, das sich um sie kümmert, während vereinsamte Erwachsene dies nicht mehr haben.) Heimerzieher beklagen, dass in der Kinder- und Jugendpsychiartrie kaum Plätze frei wären. Die Wartezeiten sollen unvorstellbar lang sein.

Vermutlich sind alle Generationen von psychischen Erkrankungen betroffen und die schweren Fälle sind dann die, bei denen langjährige Therapien nicht geholfen haben. – Jugendliche, die sich zu viele Pillen eingeworfen haben, können auch dauerhaft geschädigt sein.

Bene
28 Tage zuvor

Resultiert daraus eine Flucht der Kinder ins Digitale?
Klar, ist die heutige Lebenswelt stark verändert als vor 20 Jahren, jedoch frage ich mich bei der starken Mediennutzung, ob es nicht auch mit den Schilderungen im Beitrag zusammenhängt.
Das war nur so ein Gedanke…

Marion
28 Tage zuvor
Antwortet  Bene

Die Digitalisierung. Das nächste Faß ohne Boden. Bringt sie uns Vorteile?
Ja, zweifellos, den ein oder anderen.
Aber wiegen die Vorteile die Nachteile auf?
Allein die Tatsache, daß die meisten Menschen inzwischen abhängig von dem kleinen, flachen Kästchen sind, auf dem ich gerade diese Zeilen tippe um meine Meinung in die Welt zu posaunen (eindeutig ein Vorteil;-), finde ich bedenkenswert.
Man muß sich das mal wirklich vor Augen führen: Ohne Handy wären viele Menschen nicht mehr in der Lage, ihr Leben zu organisieren.
Ist das sinnvoll, daß wir uns so abhängig von ditaler Technik machen, daß wir ohne sie völlig aufgeschmissen wären?
Manchmal drängt sich mir der Eindruck auf, die zunehmende Digitalisierung des Alltags hilft uns lediglich bei der Bewältigung von Problemen, die wie ohne sie gar nicht hätten.
Ich sage nur: Verlust wichtiger Basiskompetenzen bei Grundschülern.

uwe
28 Tage zuvor

Immer wenn ich die Gastbeiträge lese frage ich mich in welchem Paralleluniversum ich unterwegs bin. Zumindest von meinem Kleinem kann ich uneingeschränt sagen: Er geht gerne in den Kindergarten, auch als ich im Sabbat Jahr war. Jetzt geht er oft 9 Stunden am Tag in den Kindergarten (und zwar aus niederen Motiven meinerseits, ich gehe nach der Schule noch gerne ins Studio) . Und das ist absolut kein Problem. Manchmal nölt er rum wenn ich ihn abhole. Frag mich auch immer wenn ich so etwas lese wo denn jetzt der Unterschied ist in einer Horde Kinder durch das Dorf zu ziehen (gabs so eine Dorfidylle jemals außerhalb der Phantasie?) oder in einem Kindergarten mit einer Horde gleichaltrigen in der Turnhalle oder in dem sehr großen Außenspielplatz des Kindergartens EXAKT dasselbe zu machen: Mit gleichaltrigen Freund*innen zu spielen. Wo ist der …… Unterschied? Da gibt es jede Menge Platz und eben jede Menge Spielzeug. Ein gutes Mittagessen und einen Nachmittagssnack. Was zum teufel soll in der guten alten zeit besser gewesen sein als die Kinder wie schon gesagt genau dasselbe unter der Aufsicht der Mutter gemacht haben.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  uwe

In meinem Dorf gab es früher keinen Kindergarten und beim letzten Dorffest wurde mal wieder ausgiebig von der Kindheit früher geschwärmt. Das muss man aber nicht überbewerten. Erwachsene sagen auch, dass sie als Kind geschlagen oder zum Geigenspiel gezwungen wurde und es hätte ihnen nicht geschadet. „Wir waren in der Krippe – und es hat uns nicht geschadet“. So können Erwachsenen betonen, dass sie doch ausgesprochen gut gelungen sind.

Gut an der Kindheit früher war, dass ältere Kinder auf jüngere aufgepasst und ihnen Spiele beigebracht haben. Unsere Mütter haben nämlich sehr wohl – für uns erkennbar – gearbeitet. Wir waren selbstständiger, konnten Gefahren besser einschätzen und weil unsere Eltern natürlich Angst hatten, dass mal etwas Schlimmes passieren könnte, war es für uns normal, gut auf uns aufzupassen. Wir wussten, wie schrecklich es für alle Eltern gewesen wäre, wenn ein Unglück passiert wäre. – Es gab wesentlich mehr tödliche Unfälle als heute.

Ich kenne niemanden mehr unter 45 Jahren, der so viele Freiheiten als Kind hatte wie wir. (Wir hatten aber auch mehr Pflichten.) Und die Bullerbü-Bücher waren für mich eigentlich etwas ziemlich Normales, auch wenn dort noch Knechte und Mägde vorkamen und die Kinder barfuß zur Schule liefen.
Es gab Probleme – und anstatt in der Bildungskita mit Mimikwürfeln konfrontiert zu werden, haben wir Erwachsenen heimlich zugehört, wenn sie über Probleme sprachen. Rückwirkend möchte ich sagen: Das war bildender als das, was heute Kindern gezielt nahegebracht wird.

-mm-
27 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Ich wollte meine Kindheit nicht mit der meiner Kinder tauschen. Umgekehrt würde ich ihnen gerne wenigstens einen Tag meiner Kindheit zum Geschenk machen. Einfach mal, um wenigstens einmal den Unterschied zu fühlen. Bei mir muss man aber auch das Rad der Zeit um mindestens 45 Jahre zurückdrehen. Dabei landet man dann nicht in einem Bullerbü – Dorf , aber in einem Wohnviertel mit nur wenig Verkehr, einer Spielstraße (die sich nicht so nennt, aber unter heutigen Maßstäben als solche gelten würde) mit viel freien Flächen vor den Garagen und angrenzenden Mehrfamilienhäuser. (heute stehen da die Zweit und Drittautos der berufstätigen Familienmitglieder). Vor den Garagen und auf der Straße tummelten sich an einem normalen Nachmittag zahlreiche Kinder aus der Nachbarschaft, in jeder Altersgruppe. Da gab es die Gruppe mit den BMX- Rädern, Kettcarfahrer, Stelzenläuferinnen, Mädchen beim Gummihüpfen oder beim Rollschuhfahren. Ein nervendes Grüppchen, dass den Fußball fortwährend an ein Garagentor ballerte und eine noch nervigere Nachbarin, die sich darüber beschwerte. ( So gerne würde ich heute mal wieder den Kinderlärm von damals hören, und zwar außerhalb von Betreuungsanstalten und Spielplätzen) Wir hatten noch anspruchsvollere Spiele mit selbst ausgedachtem dramaturgischen Inhalten zu bieten, aber das zu Erläutern wäre jetzt zu ausschweifend. Zentraler Treffpunkt war also die Straße, aber der Wirkungsgrad älterer Kinder (Grundschulalter ab 1. Klasse) wurde bis zum am Nachmittag lehrgefegten Schulgelände und zu den unbebauten Grundstücken mit Obstbäumen ausgedehnt. Einer dieser Bäumen war immer mit Kindern besetzt. ( Ich habe in den letzten 20 Jahren keine Kinder mehr in Bäumen klettern sehen, aber außerhalb von Betreuungsanstalten sehe ich in freier Wildbahn sowieso kaum spielende Kinder) Im Winter sind wir Scharenweise mit unseren Schlitten zum Teufelsloch, dem örtlichen Rodelhang gepilgert. Wohlgemerkt, das alles ohne Erwachsene. Sicherlich haben sie uns ab und zu diskret vom Küchenfenster aus im Auge behalten oder einen von uns nach Hause gerufen ( Meine Mutter hatte dafür eigens eine Trillerpfeife). Aber das wars im Wesentlichen an Einmischung. Die uneinsichtigen Plätze wie Rodelhang und Obstwiese waren ganz in unserer Hand. Natürlich gab es auch kleinere Unfälle und Missgeschicke, aber da wurde dann untereinander ausgeholfen. Sicherlich waren die Straßen früher kinderfreundlicher und die Eltern vielleicht unbedachter oder mutiger oder beides zusammen. Der Unterschied zu heute und dem betreuten Miteinander im Kindergarten? Wir waren frei!. Wir hatten Platz (und damit meine ich jetzt nicht ein aus damaliger Sicht popliges Gelände auf dem Spielgeräte stehen und sich eine Horde Kinder darauf aufhält) Wir konnten uns unsere Spielgruppen und Spiele selber aussuchen und uns dafür ein ruhiges Plätzchen suchen. Wenn uns mal die Lust daran vergangen ist, oder wir von unseren Abenteuer müde waren oder einfach mal allein sein wollten, dann sind wir nach Hause gegangen. Heute sitzen diese Kandidaten in der letzten Phase ihres betreuten Alltages blass und hohlwangig als eines der letzten Kinder, dass aus der Betreuung abgeholt wird zwischen irgendwelchen milbenlastigen Kissenlandschaften und lassen sich von einem Hörspiel berieseln, dem sie nach einem trubeligen Nachmittag mit mehr als 30 Kindern kaum noch folgen können. Kennen sie die Peanuts, Uwe? So in etwa muss man sich unseres damalige Agieren auf der Straße vorstellen. Und den Einfluss der Erwachsenen in etwa auch, nämlich als eine eher störende Nebensache, ein unverständliches Gebrummel, dass von den Kindern meistens als unpassend und spaßbremsend wahrgenommen wurde. Ich weiß, dass man das Rad der Zeit nicht mehr zurückdrehen kann. Unsere Gesellschaft hat sich verändert, unsere Umgebung hat sich verändert, unsere Prioritäten haben sich verlagert und die Digitalisierung in fast allen Lebensbereichen fordert ihren Tribut. Aber eines weiß ich sicher, meine Kindheit möchte ich mit der von heute sicher nicht tauschen.

uwe
27 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

„Ich wollte meine Kindheit nicht mit der meiner Kinder tauschen.“

Da hab ich beim lesen mit sehr vielen meines Jahrgangs sicher ganz herzlich gelacht. Kleiner Tipp: Gewalt gegen Kinder war in den 60er bis zu den 80ern ziemlich normal (und auch völlig legal), die Unfallgefahr für Kinder war sowohl im Straßenverkehr als auch im häuslichem Umfeld im vergleich zu heute fast extrem (weswegen wir hier einen Wahrnehmungsfehler haben, hier posten nur die die Zeit überlebt haben).
An einer Stelle musste ich auch schmunzeln, im Kindergarten, ich verrate dir jetzt mal ein Geheimnis entwickeln die Kinder in Gruppen auch sehr sehr komplexe Spiele.
„Kettcarfahrer, Stelzenläuferinnen, Mädchen beim Gummihüpfen oder beim Rollschuhfahren.“ Noch eine Geheimnis: Das gibt es im Kindergarten auch.
“ dass den Fußball fortwährend “ im Kindergarten wird Fußball gespielt, zwar nicht gegen ein Garagentor sondern die haben da Tore, das ist natürlich voll der Unterschied.
Ein bestimmte Form des Konservatimsu hat was zutiefst lächerliches, da wird die Vergangenheit in sanften Farben rosarot angemalt, die Gegenwart in düstersten Farben geschildert und dann haben wir den salat. Das ist echt lächerlich.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Es wurde bereits angesprochen, dass Kinder geschlagen wurden und dass es wesentlich mehr tödliche Unfälle gab als heute. Trotzdem waren es oft nur Klapse und wir haben uns nicht so beleidigt und herabgewürdigt gefühlt wie es heute dargestellt wird. Mein Eindruck ist, dass das gesellschaftliche Umdenken schon einsetzte, bevor Lehrern das Schlagen von Kindern verboten wurde. (In Westdeutschland später als in Ostdeutschland). Viele Eltern sprachen bedauernd davon, dass ihnen die Hand ausgerutschgt sei und sie fanden sich nicht toll danach. Ich liebte es, wenn mein Vater erzählte, wie sein Vater einen Sohn im Flur über das Knie gelegt hat, ihm dann eine Hand auf den Po gelegt und sich dann selbst in die Handfläche geschlagen hat. Der kleine Scherzbold, der unter dem Wohnzimmertisch Hund gespielt und dabei eine Tante ins Bein gebissen hatte, musste dann nur noch zu rhytmischen Schlägen schreien und weinen. – Eine Freundin von mir hat aus ihrer Spucke Tränenspuren gelegt, wenn eine Note zu schlecht ausgefallen war. – Eltern und Kinder waren einander näher und haben sich oft durchschaut. Unsere Eltern haben selbst ohne Oberaufsicht Erwachsener gespielt und wussten von daher, wie Kinder ticken. Es wurde mehr Quatsch gemacht, aber es gab auch Familien, in denen sehr viel schief ging und Gewalt fast alltäglich war. Doch oft spürten die betroffenen Kinder, dass sie entfernten Verwandten, Nachbarn oder Freunden besonders wichtig waren. Die Polizei kam bei wiederholten Familienstreitigkeiten leider nicht mehr. Meine Schwestern und ich wurden dann schon mal nachts in ein Bett gelegt, damit die Kinder sich prügelnder Eltern bei uns schlafen konnten. – Man hätte vieles besser machen können, aber wegsehen war nicht so verbreitet wie es das heute ist.

Eine lange Zeit in der Kita und Eltern, die viel arbeiten und nicht mal mehr merken, wie oft sie ihr Smartphone checken – Ich kann -mm- verstehen, dass er seine Kindheit nicht mit der seiner Kinder tauschen möchte. Heute fehlt vielen leider das Bauchgefühl.

Ältere Menschen, die körperlich und seelisch daheim und in der Schule misshandelt wurden, schwärmen nach meinen Erfahrungen nicht von ihrer Kindheit. Es gab nur Einfachverglasung, man besuchte sich durch den Nebeneingang und es wurde miteinander gesprochen. Die Fassaden ließen sich aufgrund der Nähe zur Nachbarschaft nicht so gut aufpolieren wie heute, wo Selfies selbstverständlich geschönt werden und Kinder schon lächeln, wenn in der Kita die Kamera zum Einsatz kommt.

Stromdoktor
27 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Mag ja alles passen.

Ich erinnere mich daran zurück, dass Eltern ihren Kindern weniger Aufmerksamkeit geschenkt und mehr Freiräume gelassen haben – aber auch ein gutes Stück aus Eigennutz.

Meine Eltern waren im Kegel- und Kartenclub aktiv und haben auch sonst keinen geselligen Abend ausgelassen – wir wurden in der Zeit von Oma und Opa betreut, die im selben Haus wohnten.

Mein Vater war ein halbprofessioneller Läufer, hat 6x pro Woche neben der Arbeit trainiert und am WE an Wettkämpfen teilgenommen. Ich habe ihn auf dem Fahrrad beim Training begleitet und bin am WE zu den Wettkämpfen mitgefahren.

Ich selbst habe vielleicht daher selbderd den Weg zum (intensiven) Sport gefunden. Noch heute fahre ich mit meinem 75 Jahre alten Vater regelmäßig lange Radtouren.

ABER:

In Sachen Schule gab es keine Unterstützung. Es ist am Ende das herausgekommen, was ich alleine auf die Straße gebracht habe. Einen meiner Brüder ist so das Abi flöten gegangen. Eine 5 in Französisch in der 10. Klasse und er musste abgehen.

Ich bin auf jedem Baum geklettert…usw. aber mehr Zeit als verbringe ich als Familievater mit meinen Kindern definitiv heutzutage…

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Die Arbeitszeiten sind doch auch geringer als früher und es gibt so viele Maschinen, die die Hausarbeit erleichtern.

Eltern, die phasenweise mehr ihre eigenen Interessen verfolgen als die ihrer Kinder wird es immer geben. Die Römer waren sogar davon überzeugt, dass sie ihre Kinder töten dürften. In der Zeit, die Hape Kerkeling in „Der Junge muss an die frische Luft“ anschaulich verfilmt hat, bekamen einzelne Kleinkinder mit Alkohl getränkte Läppchen, damit sie beduselt schliefen, wenn die Eltern zur Kirmes wollten. – Heute nehmen Eltern Kleinkinder mit auf irre laute Konzerte… Und es mangelt nicht an Kindern, die mit Fiebermedikamenten ausgestattet in der Krippe oder Kita abgegeben werden. Selten erleidet ein Baby durch einen Elternteil ein Schütteltrauma und stirbt oder trägt eine geistige Behinderung davon.

Wegsehen und Schwarz-Weiß-Denken helfen nicht weiter. Vergleiche regen zum Grübeln an. Was ist heute besser, was war füher besser und was nicht? – Vielleicht sind Vergleiche nicht gern gesehen, weil sie anspruchsvoller werden lassen oder auch Beklemmungen auslösen. Es ist eben so, dass man am liebsten das Beste erreichen würde und es oft genug doch nicht schafft. Da ist es gut zu wissen, dass Kinder auch gar nicht alle Hindernisse und Widrigkeiten aus dem Weg geräumt haben wollen. Aber gezwungen werden wollen sie auch nicht. Heute haben Kinder durch die festen Arbeitszeiten „mehr Struktur“ – und geringere Chancen, auf dem Arm ihrer Eltern bleiben zu dürfen, wenn diese wegmüssen. Die Psychotherapeuten sprechen davon, dass Kinder resignierem, wenn sie in der Zeit, in der ihre wenigen, aber wichtigen Grundbedürfnisse erfüllt werden sollten, nicht bekommen, was sie brauchen. Resignation gab es früher auch, Alte Grundproblme bestehen unverändert fort. Es ist ja nicht so, dass Eltern, die aus Angst vor einer Anzeige sich beherrschen und ihr Kind nicht grob anfassen oder schlagen deshalb liebevoll wären. Die Anspannung ist für Kinder spürbar.

Was die Kinderbetreuung angeht, werden junge Menschen entscheiden, in welche Richtung das Pendel ausschlägt. – Ich kann es nicht abschätze, habe aber den Eindruck, dass wieder mehr Meinungsvielfalt wahrzunehmen ist.

Kann es sein, dass mittlerweile mehr Frauen von feministischen Positionen abweichen und Männer ihnen mehr abgewinnen?

Uwe
26 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

 Trotzdem waren es oft nur Klapse und wir haben uns nicht so beleidigt und herabgewürdigt gefühlt wie es heute dargestellt wird.“

https://de.wikipedia.org/wiki/Am_Anfang_war_Erziehung

Angelika Mauel
26 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Wer kennt diese auch heute weiterhin wichtigen Bücher von Alice Miller nicht! Aber bei mir bleibt es dabei: Für die wirklich wenigen Klapse die ich bekommen habe, konnte ich auch nach der Lektüre von Alice Miller Verständnis haben. Als ungerecht und verständnislos empfand ich dagegen immer den genervten Satz „Dann mach doch was du willst“.
Gemeint war, dass ich genau das nicht tun sollte.

Ein aktuelles und wichtiges Buch „Seelenprügel“ von Anke Ballmann. https://www.erzieherin.de/files/einrichtungsleitung/unerzogen-4-2019-54.pdf

-mm-
26 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

(mm=sie) Naja, es fehlt weniger am Bauchgefühl, sondern vielmehr an den Möglichkeiten. Da die meisten Kinder heute in Betreuungsanstalten untergebracht sind, gibt es diese laut Uwe „lächerliche` Straßenidylle“ mit spielenden Kindern gar nicht mehr. Also dann ging es auch bei meinen Kindern dann doch irgendwann mal in den Hort, denn da waren ihre Freunde. Allerdings immer in Absprache und nicht nach starrem Muster und sicherlich nicht zwingend 9 Stunden pro Tag. Aber ich bleib dabei. Meine Kindheit war nach der Schule unkomplizierter und selbstbestimmter. Frei von irgendwelchen Angeboten, die uns Erwachsene zur Bespaßung bereitstellen mussten. Mit mehr Raum und Platz für eigene kreative Ideen. Ein Fußballtor war genauso ersetzbar wie ein Sandkasten. Meine Mutter erzählt heute noch meinen Kindern, wie ich zusammen mit einer Freundin stundenlang mit einem Stöckchen auf einem Erdhügel herumgestochert habe.(Jetzt muss Uwe vermutlich wieder lächeln, weil der Kindergarten ja so einen schönen Sandkasten hat) Ich musste dann meinen Kindern erklären, dass Oma nie genau hingeschaut hat, denn wir haben nicht herumgestochert, sondern wir haben eine wunderschöne Stadt aus Lehm für unsere Minifiguren (gab es damals beim Zahnarzt) errichtet. Und die stand auch noch am nächsten Tag, lieber Uwe. Weil nämlich Lehm besser hält als Sand, vor allem dann, wenn nicht noch 30 andere Kinder darauf rumtrampeln.. Übrigens, viele meiner ehemaligen Spielkameraden haben später kreative Berufe ergriffen. Natürlich war früher nicht alles besser. Ich schnalle heute auch meine Kinder im Auto an, achte darauf, dass sie einen Helm tragen, schimpfe nur verbal und nicht mit Ohrfeigen begleitet. Auch das Mobben von Gastarbeiterkindern gehörte damals fast schon zum Alltag und hat unschöne Kindheitserinnerungen hinterlassen. Aber mehr Freiräume und weniger Einmischung und Vorgaben durch Erwachsene, weniger starre Betreuungsangebote, das würde ich mir für unsere Kinder heute auch wünschen.

-mm-
26 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Leider haben sie den wirklichen Fehler in meiner Darstellung tatsächlich übersehen: Es waren keine BMX -Räder, es waren Bonanza Fahrräder, mit denen die Jungs durch die Straße gesaust sind. Spricht aber auch dafür, dass sie diese Vergangenheit so nicht erleben durften. Und zur Beruhigung, wir haben alle das Erwachsenenalter erreicht.

uwe
25 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Und zur Beruhigung, wir haben alle das Erwachsenenalter erreicht.“

Das eben ist der Wahrnehmungsfehler. Es haben eben NICHT alle das Erwachsenenalter erreicht. Es gab damals sehr sehr viele Unfall und Verkehrstote.

-mm-
25 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Ich spreche hier von meiner Kindheit und meinen Spielkameraden aus meiner Spielstraße. Da wird wohl kaum ein Wahrnehmungsfehler vorliegen, die sind alle noch wohlauf. Tut mir leid, wenn das bei ihnen anders gelaufen ist. Jahre später hat sich ein tragischer Unfall mit einem Jugendlichen ereignet. Leider tödlich. Das war allerdings unter Aufsicht in einem Hallenbad.

Uwe
25 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Ja aber wieder ein Wahrnehmungsfehler ihrerseits, sie denken persönliche Anekdoten die man so erlebt schlägt die Empirie. Es ist ganz einfach eine statistische Tatsache das das Fehlen von Helmen, Kindersitzen, Kindersicherungen und das Spielen auf der Straße zu sehr sehr vielen toten und schwerstbehinderten Kindern geführt hat. Ich kenne Menschen die die die Bombenangriffe auf Dortmund zusammen mit ihrer gesamten Familie unverletzt überlebt haben. Die sind aber nicht so bekloppt und schwärmen von der guten alten zeit sondern wissen halt das sie Glück gehabt haben.

-mm-
24 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Dann hab ich wohl in mehrfacher Hinsicht ziemlich Glück gehabt. Und weil es früher keine Helmpflicht, keine Kindersitze und keine Kindersicherung gab muss man heute die Kinder vom morgens bis Abends in einem eingezäunten Bereich unter Daueraufsicht verwahren?

-mm-
24 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Cooler Vergleich auch: Meine Spielstraße und der Bombenangriff auf Dortmund. Das muss man ihnen lassen.

-mm-
25 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Und ja, es gab viele Verkehrstote trotz weniger Verkehrsaufkommen. Aber das lag vor allem an der nicht vorhandenen Anschnallpflicht, der nicht vorhandenen Geschwindigkeitsbegrenzung auf Landstraßen und der fehlenden Alkoholkontrolle. Wir haben übrigens nicht an und auf der Landstraße gespielt. Das hat man uns beibringen können. Es handelte sich um eine Spielstraße in einem ruhigen Wohngebiet. Da sind am Tag nicht mehr als 10 Autos losgefahren oder angekommen. Berufstätig Papis, die kein Interesse daran hatten, ihre Kinder über den Haufen zu fahren.

potschemutschka
25 Tage zuvor
Antwortet  uwe

@Uwe
„Es haben eben nicht alle das Erwachsenenalter erreicht ..“ Stimmt, so wie schon seit Jahrtausenden und auch jetzt noch, leider. Aber in der Babyboomergeneration und kurz danach doch die meisten. Bei Ihnen scheint ein Wahrnehmungsfehler vorzuliegen. Das klingt bei Ihnen als ob damals sehr viele Kinder ums Leben gekommen sind. Also in meiner Kindheit (60er Jahre) gab es 1 tödlichen Unfall (ertrunken im Löchteich). In der Kleinstadt gingen solche Ereignisse immer wie ein Lauffeuer durch die Stadt und waren Anlass für elterliche Belehrungen. Deshalb kann ich davon ausgehen, dass es nicht wesentlich mehr solcher Unfälle gab. Ich lasse mich aber gern belehren, sollten Sie Ihre Behauptung mit Quellen belegen können.

uwe
24 Tage zuvor
Antwortet  potschemutschka

Als ich so alt war wie mein Sohn heute (5) sind in Deutschland 16 302 Kinder im Straßenverkehr getötet worden. Heute sind es 2 562 tote Kinder.

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Verkehrsunfaelle/Tabellen/liste-strassenverkehrsunfaelle.html#251628

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  uwe

Die Kinder, die hier gemeint sind, sind allesamt Dorfkinder.
Die in der Stadt haben Pech gehabt.

Mir ist das hier auch zu unausgewogen. Es wird hier plötzlich davon ausgegangen, dass alle Eltern ihre Kinder toll erziehen. In anderen Threads wird sich über Eltern beschwert, die ihren Kindern nichts mehr beibringen, weil sie nur am Handy daddeln.
Meine beruflichen Erfahrungen mit Stadt-Eltern, die nicht dem sog. Bildungsbürgertum angehören, sind leider zu oft nicht gut. Dafür will ich denen nicht die Schuld geben, aber Tatsache ist, dass die eben sehr häufig keinen guten Einfluss haben. Da sind Mütter allein zuhause mit ihren Kindern, reden aber nicht mit ihnen, so dass man die Kinder gar nicht richtig verstehen kann, wenn sie sprechen. Und das sind originär deutsche Mütter. Das Jugendamt ist dann leider erst seit der Grundschule dran, weil es vorher ja nicht möglich war, wenn die Kinder zuhause waren. Und zwar nur zuhause, nicht irgendwo draußen zum Spielen. …

Kurzum: Mir fehlt hier die Differenzierung.

Marion
27 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich habe an anderer Stelle hier im Forum bereits auf Kinder, die nicht in derart idyllischer Umgebung aufwachsen, hingewiesen.
Es gibt Gegenden, wo man sich wirklich fragt, wie man da Kinder großziehen soll. Kinder müßten beim Bau neuer Wohnanlagen und ganz generell bei der Stadtplanung viel mehr berücksichtigt werden. Da braucht es mehr Grünflächen mit Bäumen und Büschen, ansprechende Innenhöfe und, vor allem in den sog. Brennpunktvierteln Treffpunkte mit Ansprechpartnern für Kinder und Jugendliche. Und natürlich brauchen die Eltern dort Unterstützung und ausreichend Betreuungsplätze für ihre Kinder.
Es geht doch hier nicht darum, alle über einen Kamm zu scheren.
Aber wie hier doch immer wieder berichtet wird, gibt es offensichtlich massive Probleme, hinsichtlich des sozialen, emotionalen, kognitiven und motorischen Entwicklungsstandes unserer Kinder. Warum erreichen Viertklässler in so großem Ausmaß nicht mehr den Entwicklungsstand, der für ihr Alter eigentlich angemessen wäre? So weit ich das verstanden habe, ist das eine Entwicklung auf breiter Ebene, die nicht nur Kinder mit Migrationshintergrund oder aus prekären familiären Verhältnissen betrifft.
Wir merken es ja schon in den Kindergärten. Wenn wir vor zwanzig Jahren zu zweit mit 25 Kindern in der Garderobe zum Anziehen waren, dann war das anstrengend, aber halt ganz normal anstrengend.
Wenn wir heute zu zweit mit 15 Kindern in der Garderobe beim Anziehen sind, dann sind wir danach oft durchgeschwitzt.
Wenn wir früher mit den Kindern in den Garten sind, dann konnten auch wir Erzieherinnen erst mal ein wenig durchschnaufen.
Heute dauert es oft 20 Minuten bis eine halbe Stunde, bis die Kinder einigermaßen ins Spiel finden. Bis es soweit ist, sind wir schon wieder durchgeschwitzt, weil man permanent gefordert ist als Streitschlichter, schneller Eingreiftrupp, Unfallverhinderer.
Die Kinder sind schlicht gesagt erst mal völlig überdreht.
Das legt sich dann auch wieder. Aber ich kenne das von früher in dem Ausmaß nicht. Es ist wesentlich schwieriger geworden im Morgenkreis eine gewisse Ruhe in die Gruppe zu bringen. Die Kinder tun sich im allgemeinen schwerer, sich auf etwas zu konzentrieren. Nicht alle, aber viele. All die kleinen Alltagsdinge sind viel mühseliger geworden und kosten mehr Kraft.
Ginge es nur mir so, würde ich die Ursache bei mir selbst suchen. Ich reflektiere mein Verhalten und mein Streßempfinden in verschiedenen Situationen durchaus und habe schon ein Gespür dafür, inwieweit da jetzt vielleicht eigene Unzulänglichkeit eine Rolle gespielt hat. Auch wir sind ja nicht jeden Tag in Topform und natürlich fließen unsere eigenen, subjektiven Stimmungen in die Arbeit mit ein, auch wenn man noch so sehr bemüht ist, sie draußen zu lassen.
Dennoch beobachte nicht nur ich, sondern die überwältigende Mehrheit der Kolleginnen, mit denen ich mich austausche, das etwas nicht mehr stimmt.
Etwas ist in Schieflage geraten, und irgendwann fällt uns das auf die Füße.
Da muß man doch fragen dürfen: Woran liegt das?
Was stimmt nicht mehr in unserer Gesellschaft?
Sind wir überhaupt noch auf dem richtigen Weg?
Sind wir vielleicht irgendwo falsch abgebogen, und wenn ja, wo?
Müssen wir ganz grundsätzlich umdenken?
Und was ist so schlimm daran einen Blick zurückzuwerfen und zu schauen, was lief früher besser?
Deshalb muß man ja noch lange nicht die Uhren wieder komplett zurückstellen.
Es gibt vieles, was heute besser ist, aber es gibt auch vieles, was früher besser war. Vielleicht kann man ja einen Weg finden, das Gute von heute mit dem Guten von gestern zu verbinden.
Aber so zu tun, als läge die einzige Lösung darin, Eltern immer mehr und noch mehr Verantwortung abzunehmen, immer mehr und noch mehr frühkindliche institutionelle Betreuungsangebote zu schaffen, wohlwissend, daß dafür gar kein Personal vorhanden ist, halte ich persönlich für falsch. Schließlich hat uns das bisher nicht wirklich weiter gebracht.
Mein Eindruck ist, daß der Gedanke, man könnte Kinder vielleicht wieder mehr familiär und weniger institutionell aufwachsen lassen, für viele völlig unvorstellbar geworden ist.
Natürlich gehen die meisten Kinder irgendwie auch gerne in ihren Kindergarten. Aber sie kennen es ja auch gar nicht mehr anders. Und natürlich haben die da auch jede Menge Spaß, aber auch jede Menge Streß und Lärm. Früher von acht bis zwölf, heute den ganzen Tag.
Das macht was mit den Kindern, ob euch das nun gefällt oder nicht. Kindern fehlen heute häufig die Ruhepausen, die Rückzugsmöglichkeiten und das „Sich – mal – fallen – lassen -können“. In der Kita sind sie immer irgendwie unter Strom.
Wir versuchen den Kindern, im Rahmen unserer Möglichkeiten, natürlich die nötigen Alltagskompetenzen beizubringen. Aber der Rahmen einer Kita ist da wesentlich enger gesteckt, als im „echten Leben da draußen.“ Das ist, finde ich, der entscheidende Unterschied zu früher: Da waren die Kinder im Leben der Erwachsenen präsent. Sie haben sich vieles von den Großen abgeschaut und konnten es irgendwann von ganz alleine.
Das fehlt heute. Die Kinder bekommen vieles nicht mehr mit und müssen es von uns, in künstlich erzeugten Wirklichkeitsabbildern, antrainiert bekommen.
Ich würde mir wünschen:
– Hilfe und Untestützung für
Eltern und Kinder, da wo sie
gebraucht wird, weil es an
sozialen und/oder finanziellen
Ressourcen fehlt
– Rückbesinnung auf den Wert
elterlicher Erziehungsarbeit da,
wo die nötigen Ressourcen
dafür vorhanden sind.
Das hat nichts mit reaktionärem Gedankengut oder einer kitschigen „Früher war alles besser“ – Haltung zu tun.
Ganz so bescheuert bin ich ja nun auch wieder nicht. Ich suche halt nach Antworten und Möglichkeiten, wie wir es schaffen können unseren Kindern wieder besser gerecht zu werden. Das da die Meinungen auseinander gehen halte ich für völlig legitim.
So, und jetzt brauch ich mal wieder ’ne Pause vom Kommentieren. Das artet nämlich langsam in Arbeit aus.; -)

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ich bin da ziemlich d’accord mit Ihnen. Danke für die Ausführungen!
Letztendlich geht es darum, dass alle Beteiligten Berücksichtigung finden.
Allerdings denke ich nicht, dass das ohne politisches Eingreifen möglich ist. Menschen dazu aufzufordern, sich doch mehr um ihre Kinder zu kümmern, wird nicht klappen.

Kleiner Exkurs:
Ich bin nur bedingt Schweden-Fan, allerdings kriegen die das dort viel besser hin und zwar durch gesetzliche Vorgaben. Warum das bei uns alles nicht möglich sein soll, erschließt sich mir nicht.

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Liebe Marion, für diesen Kommentar müsste es 100e grüne Daumen geben!

Cornelia
26 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Das ist wirklich ein Top- Kommentar, da bringen Sie vieles sehr genau auf den Punkt, was man allmählich unterschwellig wahrnimmt und noch nicht immer genau verbalisieren kann.
Wenn ich dran denke, wie meine Kinder zuerst, mit drei und vier Jahren, nur vormittags in den Kindergarten gingen, dann, als sie den Weg alleine bewältigen konnten, mit 5 oder 6 auf Wunsch auch nachmittags, dann passte das meistens auch für die Kinder. Zwei gingen sehr gerne nachmittags, einer brauchte mehr Zeit für sich und spielte nachmittags am liebsten an der frischen Luft.
Möglichweise müssen Kinder heute erstmal verarbeiten, dass sie morgens unter großem Stress und Zeitdruck in den Kindergarten verfrachtet werden, und brauchen deshalb täglich lange zum „Ankommen“.
Zumindest hat man beim Lesen Ihres Kommentars den Eindruck, dass Kinder heutzutage mehr Stress erleben durch die Taktung des Alltags als früher. Wir nennen es manchmal “ Fünf- Tage- Rennen.“

-mm-
26 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Stimmt aber auch nicht so ganz. Vor circa 15 Jahren wurde gerade das Stadtleben Familien aus dem sog. Bildungsbürgertum sehr schmackhaft gemacht. Wir haben damals auch eine frisch renovierte Altbauwohnung in der Innenstadt bezogen und mit uns viele junge Familien mit kleinen Kindern. Ein Immobilienverkäufer hat sein Klientel für Altbauwohnungen in der Stadtmitte so beschrieben: Studierte junge Familien mit Kindern und Links Wähler. Der Trent, raus vom Dorf und rein in die Stadt blieb noch eine ganze Weile erhalten. Ich kenne aus dieser Zeit viele studierte Eltern, deren Kinder in der Stadt aufgewachsen sind. Also auch da sollte man mit alten Klischees sparsam umgehen.

DerechteNorden
26 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Ich behaupte doch gar nicht, dass alle Stadt-Familien so sind, sondern meine die sog. nicht-bildungsbürgerlichen. Das sind Menschen, die real existieren, d.h. ich kenne die persönlich. Es sind also keine Klischees.

-mm-
25 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Die existieren aber auch real in einem Dorf. Und die kenne ich auch persönlich, weil ich hier inzwischen lebe und arbeite.

DerechteNorden
25 Tage zuvor
Antwortet  -mm-

Da ich selbst auf dem Land aufgewachsen bin und meine Eltern heute noch dort leben, weiß ich das natürlich. Nichtsdestoweniger ist das nun einmal nicht vergleichbar, was die Anzahl der Menschen angeht, die zu dieser Gruppe gehören, oder?

-mm-
25 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich versteh schon, was sie meinen und ich habe das auch lange so eingeschätzt. Aber meine erste Stelle war an einer Hauptschule in einem wirklich idyllischem Dorf mitten zwischen den Weinbergen. Bei der Vergabe wurde mir aufmunternd auf die Schulter geklopft und man hat mich zum Ticket in ein pädagogisches Paradies beglückwünscht. Zwei Jahre später ist mir durch den Wechsel in mein eigenes Bundesland die „Flucht“ von dort gelungen und ich kann gar nicht ausdrücken, wie vergleichsweise wohl ich mich an meiner neuen Brennpunktschule (damals auch Hauptschule) mitten in der Stadt mit hohem Ausländeranteil gefühlt habe. Inzwischen halte ich die Unterscheidung Bildungsbürgertum und Nicht- Bildungsbürgertum sowie Dorf und Stadtbewohnern und die jeweilige Zuordnung von Problemkindern als weniger gelungen.

Hellus
28 Tage zuvor

Wie machen das nur die Franzosen?
Geben ihre Kinder mit 3-4 Monaten in die Krippe und haben dennoch überwiegend selbstregulierte, disziplinierte Kinder.
Liegt es vielleicht daran, dass die Eltern – trotz Fremdbetreuung – ihren Erziehungsauftrag wahrnehmen? Oder am fehlenden Muttterkult?
Mich erschreckt es, wie viel reaktionäres Gedankengut hier bei dem Thema Fremdbetreuung immer wieder hervorbricht.
Und ich finde es sehr bedauerlich, wenn Bindungstheorie instrumentalisiert wird, um ein überkommenes Mutterbild zu befördern und Frauen ein schlechtes Gewissen zu machen.

Angelika Mauel
28 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Es geht doch nicht um „das Mutterbild“ sondern um Kleinkinder. Kinder reifen und brauchen dafür ihre Zeit. Ihre Grundbedürfnisse ändern sich nicht, nur weil diese den Erwachsenen gerade nicht in die Lebensplanung passen. Viele Pädiater, Psychoanalytiker und Psychotherapeuten haben ihre Gründe, warum sie davon überzeugt sind, dass Krippen – zumal wenn sie ganztags besucht werden – Kindern zu viel Stress bereiten.
Im verlinkten Artikel wird darauf eingegangen, wie Stress sich auf den Cortisolspiegel auswirkt.
https://www.diekinderpraxis.de/2019/04/11/die-dunkle-seite-der-kindheit/

Hellus
28 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Das ist leider keine Antwort auf meine Frage. Wieso klappt es in Frankreich? Mir ist nicht bekannt, dass Kinder dort bindungsgestörter sind oder mehr Therapien brauchen.

Robert
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

In Frankreich klappt es an öffentlichen Schulen eben nicht, wie Sie behaupten! Im Gegenteil! Siehe meine vorige Antwort an Sie.

Fr.M.
27 Tage zuvor
Antwortet  Robert

Ich stimme Ihnen zu, Robert. Hier ein Zitat zum öffentlichen Schulsystem in Frankreich:

„Dem ‚collège’, der öffentlichen Einheitsschule, läuft deshalb die Klientel davon. Eltern, die auf sich und auf ihre Kinder etwas halten, nehmen nahezu alles auf sich, um den Zugang zu einem renommierten Lycée oder zu einer privaten Schule zu erreichen; so eröffnen sie nicht selten sogar Tarn-Wohnsitze im Einzugsbereich der gewünschten Schule.“

http://www.schule-allmendingen.de/dokumente/upload/Frankreich_718dd.pdf

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Ich war lange nicht mehr in Frankreich und maße mir nicht an, zu behaupten, dass es dort besser oder schlechter klappt als bei uns.
Aber die Grundbedrüfnisse von Kindern sind gleich und wenn Mütter behaupten, „einem Kind sei es egal, von wem der Schoppen kommt“ dann teile ich diese Auffassung nicht. Kinder sind sehr sinnlich. Ein vertrauter Geruch, ein vertrauter Gang… Wenn sie es verhindern können, lassen sie nicht zu, dass sie wie ein Wanderpokal weitergereicht werden.

Jenny
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Frankreich ? Im Ernst ? Was klappt da so hervorragend ?? Dass man die Rechte der Kinder im Babyalter den der Erwachsenen+Wirtschaft unterordnet und am Ende es viele Verlierer (außer der Wirtschaft) gibt ?

Da empfehle ich einen Artikel, zwar etwas älter, aber eigentlich für die Kinderbetreuung-Situation in FR immer noch aktuell:
Liebe auf Distanz | BESCHREIBER.de

Da sage ich als Mutter: Frankreich als Vorbild für die Kinderbetreuung ? NEIN, DANKE.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Jenny

Den Artikel kannte ich schon und ich finde, dass er mittlerweile auch auf manche Mütter in Deutschland zutrifft.

Lesenswert wenn es um Geschlechterfragen geht, finde ich „Das Geschlechterparadox“ von Susan Pinker. https://www.amazon.de/Das-Geschlechter-Paradox-schwierige-Unterschied-zwischen/dp/3421043612

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Jenny

Als mir einmal eine aus China stammende Mutter gesagt hat, dass sie unser Betreuungssystem viel besser findet als das in China, war ich gerührt. Die Kinder von Eltern aus dem asiatischen Kulturraum können meist mit zwei Jahren schon alle Zahlen und haben keine weichen Knie mehr Kinder ihres Alters oder wie die Kinder in den Bullerbü-Büchern, sondern durchgedrückte wie Erwachsene. Sobald der Gruppendruck einer Leistungsgesellschaft nicht mehr Maßstab für Entscheidungen ist, wird das Leben entspannter für die Erwachsenen und ihre Kinder.

Cornelia
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Meine französische Schwägerin hat diese sehr frühe Fremdbetreuung selbst erlebt und lehnt sie vollkommen ab.

Robert
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Die Franzosen sollen „dennoch überwiegend selbstregulierte, disziplinierte Kinder haben?
Woher nehmen Sie bloß diese Behauptung?
Schon seit Jahren kann man Horrorartikel über das öffentliche Schulsystem in Frankreich lesen. Darin wird u.a. gesagt, dass die Schüler in der „Grande Nation verblöden“. Außerdem seien Angriffe auf Lehrkräfte an der Tagesordnung, weswegen viele Lehrkräfte den Dienst quittieren oder versuchen, an teure Privatschulen zu wechseln.

Dass es in Frankreich bereits sehr viel mehr private Schulen und Hochschulen gibt als bei uns und dass viele Eltern bereit sind, dafür einen Großteil ihres mühsam erarbeiteten Geldes auszugeben wissen Sie hoffentlich.
Warum ist das wohl so?

Pam
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Ja die Kinder in Frankreich sind wohl erzogener und disziplinierter als hierzulande. Frankreich zählt aber auch zu den Ländern mit dem höchsten Psychopharmakakonsum weltweit.

Wiebke
27 Tage zuvor
Antwortet  Pam

Nein, die Kinder in Frankreich sind nicht „wohlerzogener und disziplinierter als hierzulande“. Diese Behauptung ist völlig aus der Luft gegriffen!!

Siehe die Kommentare von Robert, Fr.M (mit Link) und Jenny (mit Link)

Stina
27 Tage zuvor
Antwortet  Hellus

Wer fordert hier ein „überkommendes Mutterbild“.?
Hier wurde u.a. über die finanzielle Absicherung des betreuenden Elternteils diskutiert.

Der europäische Hitzesommer 2003 hatte in Frankreich weit über 10.000 Hitzetote gefordert. Die meisten Opfer waren alte und vorerkrankte Personen. Viele Senioren waren in ihren Wohnungen dehydriert gestorben. Hunderte Hitzetote mussten anonym bestattet werden, da keine Angehörigen zuständig. Tagelang flatterten diese Horrormeldungen auch durch unsere Medien, verbunden mit der Fragestellung, ob eine gewisse Verantwortungslosigkeit in zwischenmenschlichen Beziehungen mitursächlich für diese Katastrophe war.
Vielleicht gibt das Gros der französischen Eltern ihre Kinder mit 3-4 Monaten in die Krippen, aber erwachsen so auch tragfähige Beziehungen?

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  Stina

Die Hitze wird auch hinter unbeschatteten Panoramaglasscheiben in den Obergeschossen vieler Kitas zum Problem werden, wenn Erzieherinnen dafür sorgen müssen, dass Kleinkinder nicht kollabieren. – Ob es bald „Hitzefrei“ für die Kinder in der Kita gibt? – Bei manchen architektonischen Bausünden wäre es angebracht.

Stefanie
28 Tage zuvor

Zu den in den Kommentaren besprochenen Themen, wie z.B. der Absicherung und Anerkennung von Care-Arbeit in der Familie, der Reform des Unterhaltrechts bei Scheidungen von 2008 etc. kann ich das Buch „Die Kümmerfalle“ von Susanne Garsoffky und Britta Sembach empfehlen. Es werden auch Lösungsansätze für die momentanen Missstände vorgeschlagen, so weit bin ich mit dem Lesen aber noch nicht.

BeWa
27 Tage zuvor

Ich werde jetzt mal rote Daumen sammeln, indem ich schreibe, dass wir in unserer Einrichtung die beschriebenen Probleme nicht haben. Gleichzeitig würde ich mich freuen, wenn mein Kommentar als Lösungsvorschlag gesehen werden könnte – nach möglichen Lösungen wurde hier ja schon gefragt.
Und wir sollten uns auch nicht ausschließlich in unserem Elend bestätigen und gegenseitig runterziehen, finde ich.

Kiga: eingruppig, 7.30 – 14.00, aktuell 16 Kinder zwischen 13 Monaten und 6 Jahren, 2 Erz. + 1 SPA.
Zu meinem beruflichen Werdegang:
Fachschulausbildung, Heimpädagogik, Jugendstrafvollzug, abgeschlossenes (fachfremdes) Studium (M.A.), KitaLeitung.

Als wir vom Bürgermeister gebeten wurden U3-Plätze zu schaffen, habe ich mir vorbehalten, über eine Aufnahme je nach Reife des Kindes zu entscheiden. Ich teile die Skepsis bez. der Aufnahme Unter>zwei Dezentralisierung – es wirken immer die Kolleginnen der großen Einrichtungen besonders frustriert und abgekämpft
=> das machen, was wichtig für die eigene Klientel ist – und nicht das, was sich jemand am Schreibtisch FÜR ALLE ausgedacht hat
=> darauf bauen, dass sich altersentsprechend entwickelte Kinder im freien SPIEL weitgehend alles Nötige eigenständig aneignen, im Jahr vor der Einschulung Basiskompetenzen vertiefen und so den Lehrern zuarbeiten
=> den Kindern etwas zutrauen, aber auch zumuten
=> klares und partnerschaftliches, aber gegebenenfalls auch forderndes Auftreten gegenüber den Eltern
=> das Kita-Personal sollte bildungsnäher sein; die Ausbildung muss auf lange Sicht zum Studium werden
=> diese ganzen pädagogischen Reformsäue, die ständig durchs Kigadorf getrieben werden ignorieren – die verröcheln ohnehin nach drei Runden

Kinder brauchen in erster Linie andere Kinder und Erwachsene, die sich wie Erwachsene benehmen, die Struktur und Sicherheit bieten, Widerrede zulassen, reflektieren und die Denkrichtung ändern können.
Bildungseinrichtungen brauchen bildungsaffines Personal.
Pädagoginnen brauchen Durchhalte- und Durchsetzungsvermögen.

So einfach, so schwierig, so … meine Meinung.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Ja, volle Zustimmung und ich kann noch ergänzen, dass ich mir gut vorstellen kann, dass ein Schließzeit um 14.00 Uhr noch den gleichen Effekt hat wie die früher übliche Schließzeit über Mittag. Eltern oder wer auch immer das Kind nach dem Kindergarten betreut hat, merkte ob es fit war oder gesundheitlich angeschlagen. Früher erzählten uns Eltern, dass ihr Vierjähriges nach der Aufnahme im Kindergarten auf einmal wieder einen Mittagsschlaf brauchte und er war dem Kind gegönnt. – Heute wünschen immer wieder Eltern, dass die Erzieher ihr Kind nicht so lange Mittagsschlaf halten lassen sollen, da es sonst abends nicht einschlafen würde… Doch auf

BeWa
27 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Wir haben gar keine festen Schlafzeiten. Zeigt ein Kind den „Kifferblick“ oder torkelt müde rum, dann kommt es in sein persönliches Reisebett oder macht eine Runde in seinem Buggy. Haben wir die Lütten auf Ausflügen mit, dann schlafen sie im gepolsterten Bollerwagen.
Den „Wachhalte-/Weckwunsch“ von Eltern kennen wir auch … und lehnen ihn ab.

Werden angeschlagene oder gar kranke Kinder gebracht, suche ich das Gespräch. Bei Wiederholung lasse ich abholen.
Zeigen Eltern sich unzufrieden, schlage ich umgehend einen Elternabend zum Thema vor.
Den wollen sie aber nie.

Tatsächlich ist es in vielen Jahren nur 1x fast so weit gekommen: die Mutter wollte keinesfalls einen Elternabend zu ihrem Begehren, weil (O-Ton):

“ Ich lass‘ mich doch von Dir nicht vorführen!“

Dabei hätte ich gar nichts gesagt. Ihr Anliegen war so offensichtlich eigennützig auf Kosten der Gruppe, dass sie bei Abstimmung lediglich den eigenen Finger hätte zählen können.

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Es gibt schon Kitas, die im Aufnahmevertrag unterschreiben lassen, dass Kinder, die im Kindergarten Krankheitssymptome zein, auch ohne Fieber zu haben, abgeholt werden müssen, wenn der Kindergarten dies für erforderlich hält. Ansonsten muss ein nur kränkelndes, aber sehr alehnungsbedprftiges Kind von einer Kraft getragen werden und die andere muss alle Kinder wickeln oder einen Kindergeburtstag allein vorbereiten und durchführen.

Hat eigentlich schon mal eine Fachzeitschrift fpr Erzieher bei euch angefragt, damit du die Einrichtung ihrer Leserschaft vorstellen kannst? Wir brauchen ganz pragmatische Beispiele, dass sich der Alltag angenehmer für Kinder und ihre Betreuer gestalten lässt.
Ich würde gern mehr von dir lesen oder dich interviewen. 😉

BeWa
26 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Nö, hat noch niemand nachgefragt. Wir sind auch zu normal, unspektakulär, langweilig. Wir haben auch nichts. Keine Multifunktionsräume. Keinen Krippenbus. Lego kaufen wir auf dem Flohmarkt. Bücher meist auch. Wir haben jetzt einen Stapel neu gekauft, weil wir „literarisch“ etwas diverser sein wollen.
Wir haben allerdings einen Wald mit Schlucht die Straße runter in 6min „DreiradTaxiEntfernung“.

Tatsächlich wollte ich ‚mal eine „Verteidigung der altersgemischten Gruppe“ schreiben, weil immer so getan wird, als könnte man den Altersgruppen nicht gerecht werden. Was wirklich nicht stimmt! Die Großen lernen so viel Verantwortung und Empathie im Umgang mit den Kleinen. Letztere wiederum lernen eigentlich alles andere am Beispiel der Großen.
Das Team schafft nur eine sichere Umgebung (technisch, gesundheitlich-hygienisch, sozial), sieht zu, dass kein Kind in der Entwicklung hängenbleibt und „feilt“ bei den Vorschülern noch im Bereich Basiskompetenzen nach. Was i.d.R. gar nicht nötig ist.
Ansonsten versuchen wir so viel wie möglich unterwegs zu sein.
Da hilft uns die Bushaltestelle direkt vor der Tür und Busse, die zwischen 9.00 und 12.30 fast leer fahren.
Unseren Eltern sind die Ausflüge so wichtig, dass sie ihre Kinder gerne im 10km-Umkreis abholen.
Und das Team besteht aus Erzieherinnen, die Spaß an so etwas haben. Die Arbeitszufriedenheit ist hoch und der Krankenstand bei durchschnittlich 3 Tagen pro Kraft im Jahr.
D.h. wir haben so viele Personalstunden über, dass wir an Ausflugstagen meist zu dritt sind. Es achtet aber auch keine auf Überstunden.
Ich bin sehr zufrieden mit meiner Arbeit. Allerdings zieht mich diese elende Bürokratie oft etwas runter.

Tja, … bei wem ist das nicht so?

Angelika Mauel
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Sorry, zu schnell abgeschickt. Weiter im Text

Auf das Wecken nach Wunsch lassen ErzieherInnen sich jedoch nur höchst selten und in echten Not- und Azsnahmefällen ein.

An dem folgenden Punkt würde ich gern noch weitergehen. „diese ganzen pädagogischen Reformsäue, die ständig durchs Kigadorf getrieben werden ignorieren – die verröcheln ohnehin nach drei Runden“ (Mein Kompliment für die treffende Äußerung und den Verzicht auf die wertsch(w)ätzende Kommunikation! – Ich fände es richtig gut, wenn die Berufsgruppe in die Offensive gehen und freiwillig diese vielen überflüssigen Zertifikate und Pseudo-Urkunden für jede läppische Fortbildung zurückgeben würde. Und wenn dann wieder mehr selbst denken angesagt ist, hat das „betreute Gängeln“ im Namen des „Qualitätsmanagements“ bald ein Ende. Was für Zertifizierungen und Rezertifizierungen ausgegegeben wird, was für die Durchführung von Studien – das sollte von Lisa Paus mal alles publik gemacht werden. – Es muss ja nicht immer am falschen Ende gespart werden.

Ich war externe Springerin und kann alles nachvollziehen und bestätigen.

Marion
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Wenn ich sie richtig verstanden habe lautet die Lösung:
Kleine, möglichst eingruppige Kitas mit so um die 15 Kinder.
Öffnungszeiten bis ca. 14 Uhr.
Dazu zwei Erzieherinnen plus eine SPA.
Von den sechs weiteren Vorschlägen, sind wir in unserer Einrichtung an fünfen schon ziemlich nah dran.
Das heißt für meine Einrichtung:
Schmeißt ungefähr 40 Kinder und den ungebildeten, weil nicht studierten, nicht durchsetzungsfähigen, sich nicht wie Erwachsene benehmenden Pöbel raus und schließt die Kita täglich um 14 Uhr.
Prima. Schlag ich bei der nächsten Teamsitzung vor.

BeWa
27 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ich dachte, ich hätte meinen Post gelöscht (weil etwas im Mittelteil „verrutscht“ schien, nicht weil ich Angst vor roten Daumen hatte).

Da er nun aber doch sichtbar ist …

Von „Pöbel“ hatte ich ganz sicher nichts geschrieben.
„Erwachsene wie Erwachsene benehmen“
=> als Respektsperson, meinte ich. Weil ich glaube, dass man das sein kann, ohne autoritär, dominant, herabsetzend usw. zu sein.
„Studium“
=> langfristig betrachtet finde ich das besser, weil es in wissenschaftlicher Hinsicht mehr vermittelt – z.B. wie man Erhebungen beurteilt, Statistiken interpretiert.
=> hauptsächlich habe ich aber ein „humboldtsches“ Bildungsideal, das ich gar nicht unbedingt mit Studium und Faktenansammlungen verbinde, sondern mit Offenheit und Begeisterung. In einer Bildungseinrichtung finde ich das wünschenswert.

Es wurde nach Lösungsansätzen gefragt und ich empfinde kleinere Einrichtungen als kindgerechter auch für U3. In den letzten beiden Jahren hatte ich sehr viele kollegiale Kontakte und konnte den Eindruck gewinnen, dass auch für die Fachkräfte die Arbeit in kleineren Einrichtungen befriedigender ist. Allgemein bekannt ist wiederum, dass eine höhere Arbeitszufriedenheit mit einem geringeren Krankenstand einhergeht. Mehr als nur ein positiver Nebeneffekt.

Natürlich habe ich nicht die Kündigungen unzähliger Betreuungsverträge vorgeschlagen.
Meinen Beitrag so zu interpretieren, ist dann vielleicht doch eher der „Bitterkeit“ geschuldet, die ich so nicht teilen kann

– verstehen aber schon.

Marion
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Da hab ich verbal vielleicht ein wenig über die Stränge geschlagen. Entschuldigung dafür.
Kleinere Kitas wären mit Sicherheit kindgerechter, da gebe ich ihnen recht.
Ein wenig sauer stoßen mir halt Ratschläge wie die mit dem bildungsaffinem Personal und dem Studium auf. Ich hatte zunächst „nur“ Quali. Danach zweijährige Ausbildung zur Verkäuferin. Meine mittlere Reife habe ich dann sozusagen erst auf dem zweiten Bildungsweg gemacht. Danach vier Jahre Ausbildung zur Erzieherin.
Kein Studium. Nicht mal Abitur.
Trotzdem würde ich mich als durchaus „bildungsaffin“ bezeichnen.
Ich glaube, manchmal wird der Wert eines Studiums ein wenig überschätzt. Um mit Kindern im Krippen – und Kitaalter arbeiten zu können, braucht es in allererster Linie ein solides Verständnis für die kindliche Entwicklung und eine gute Portion Herz, Hirn und Humor.
Vor allem hinsichtlich der drei zuletzt aufgezählten Voraussetzungen, hilft ein Studium nicht unbedingt weiter.
Ansonsten teile ich ihre Auffassung aber in nahezu allen Punkten.

BeWa
26 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Keine Entschuldigung nötig!
Ich kann die Frustration auch gut verstehen und die Sache mit „der Bildung“ geht irgendwie immer unter die Gürtellinie …
obwohl ich grundsätzlich auf Stirn(hirn) ziele.
Mir geht es wirklich hauptsächlich ums „Interesse fürs Allgemeine“. Politik. Gesellschaft. Wissenschaft. Dass da eine geistige Beweglichkeit ist.

Bildung nicht als Wissen, sondern als Haltung.

Die Erzieherinnen, die hier schreiben sind leider eher nicht repräsentativ.

Wir können für unsere Sache (und insbesondere die der Kinder!) mehr bewirken, wenn man uns ernst nimmt. Und da geht’s dann auch um’s „Standing“ und um Außenwirkung.

Übrigens kann man dann auch in aller Gelassenheit so’n toxischen Troll ignorieren, der ohnehin inhaltlich nichts beiträgt und nur postet, um mit „Kindergärtner“ einen ganzen Berufsstand zu beleidigen, welcher zu 96% (?) weiblich besetzt ist.
Für so jemanden ist doch schon der Rote-Daumen-Click verschwendete Energie.

Wiebke
26 Tage zuvor
Antwortet  Marion

„Ich glaube, manchmal wird der Wert eines Studiums ein wenig überschätzt.“
Diese Aussage möchte ich dick unterstreichen, Marion.

Echt
26 Tage zuvor
Antwortet  Wiebke

Der rote Daumen wurde leider beim Drücken auf den grünen mit aktiviert. Passiert leider öfter. Rot bitte ignorieren.
Generell denke ich zwar auch, dass die Erzieherausbildung durchaus auf Fachhochschulebene angesiedelt sollte, ohne jedoch die bisherige Ausbildung (teilweise 5 Jahre mit vorausgesetztem Realschulabschluss) abzuwerten. Leider geht der Trend beim Kitapersonal vielfach in eine andere Richtung.

BeWa
25 Tage zuvor
Antwortet  Marion

Ein Studium muss ja nicht alle Facetten adressieren, um sinnvoll zu sein.

Wenn es nur etwas für das Hirn bringt, ist das doch schon einmal gut und entwertet auch keinesfalls Herz und Humor.
Oder praktische Erfahrung.

Aber das ist müßig, denn wir machen ja Rückschritte. Zu dem „Organigramm der Lernfelder“, mit welchem unsere PIA kam, fiel mir nur ein:
„irgendwas mit Medien“.

Sie ist im 2. Berufsschuljahr und hatte noch keine einzige Einheit zur „Entwicklungspsychologie“.
Stattdessen:
=> Stuhlkreis gestalten
=> interaktiver Vortrag mit PP und Flipchart
=> Digitalisierung in der Vorschulpädagogik
usw.
Voll die Brainburner und von umfassender Relevanz.

In meinem QM-Kurs stellte sich raus, dass die Mehrheit der Anwesenden den Unterschied zwischen Integration und Inklusion nicht benennen konnte.
Dafür fanden sich mich alle zusammen blöd, weil ich inklusionsskeptisch bin.
„Skeptisch“ ist nämlich das neue reaktionäre Dagegensein.

In der alltagsintegrierten Sprachbildung meldeten sich 2(!) von 23 auf die Frage nach Zweisprachigkeit. Das war für mich derart unvorstellbar, dass ich kurz dachte, für die Kolleginnen ist Englisch so selbstverständlich, dass es nicht als Fremdsprache zählt.

Inklusion + Sprache.
In der heutigen Zeit. Mit den aktuellen Problemen.

Mulmig ist mir schon.

Marion
27 Tage zuvor
Antwortet  BeWa

Ach, und falls doch noch ein roter Daumen auftauchen sollte, dann ist der nicht von mir.
Fünf ihrer sechs mit Pfeil gekennzeichneter Vorschläge, finde ich nämlich richtig.

Pam
27 Tage zuvor

Eltern geben ihre Kinder freiwillig mit 10 Monaten und jünger in Krippen ab. Weil sie auf ihren Konsum und die Karrieren nicht verzichten möchten, oft nicht mal Ansatzweise. Sie sind selbst für diesen Zustand mitverantwortlich. Wer das nicht möchte, kann sein Kind auch bis 3 Jahre oder bis zum Schuleintritt zuhause betreuen, was auch bestens funktionieren kann. Würde dem Staat wirklich was am Wohl Von Familien liegen, würde er drei Jahre voll Elterngeld zahlen, für die Eltern die ihr Kind zuhause bereuen möchten.
Wir leben im Zeitalter der Digitalisierung. Jede Generation ist seiner Zeit angepasst. Und ja, es gibt durchaus gut Apps, und sinnvolle Computerspiele. Solange das den Kindern Spaß macht, sollte man diesen den Kindern nicht auch noch nehmen.

DerechteNorden
27 Tage zuvor
Antwortet  Pam

Nur, wenn beide Eltern sich gleich viel kümmern bzw. bei der Arbeit zurücktreten. Alles anderes wäre dumm. Es gibt genügend Frauen aus Zuwandererfamilien, die nie irgendwie weiter kommen könnten. Und deren Kinder würden viel zu spät anfangen Deutsch zu lernen. Und bestimmte Foristas hier würden dann wieder total auf denen rumhacken etc.

Sandrina
26 Tage zuvor

Dieser Artikel spricht mir so sehr aus dem Herzen. Sehr gut. Und traurig zugleich. Wenn man sein Kind heutzutage ab 3 oder sogar 4 Jahren und nur vormittags in einen Kindergarten bringen will, hat man keine Chance. Man hat also die Wahl, das Kind bis zum Schuleintritt selbst zu betreuen und Treffen mit anderen Kindern anderweitig zu organsisieren, oder es halt doch ab spätestens dem 2. Geburtstag betreuen zu lassen. Selbstorganisation von Treffen ist fast unmöglich, weil alle im Kindergarten sind, da die Eltern zumeist bis nachmitrags arbeiten. Wir sind früher stundenlang dirch die Nachbarschaft gestreift. Mit Kindern unterschiedlichen Alters. Es war selbstverständlich, dass alle draußen waren. Heute haben meine Kinder, die nicht nachmittags betreut werden oder jeden nachmittag in Vereine gekarrt werden kaum eine Chance überhaupt Freunde zu treffen. Es ist sehr traurig und natürlich bedeutet dies für alle eine völlig andere und eigentlich „nicht artgerechte“ Kindheit und Jugend.