Verantwortung den Eltern zurückgeben? Mütter wehren sich: „Schule ignoriert den gesellschaftlichen Wandel!“

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DÜSSELDORF. Die Diskussion um den Leistungsabsturz der Schülerinnen und Schüler in Deutschland schlägt Wellen. Müssen Eltern wieder stärker in die Verantwortung für den Lernerfolg ihrer Kinder genommen werden – wie eine Lehrerin auf News4teachers forderte? (Hier geht’s hin). Der Gastkommentar hat viele Reaktionen hervorgerufen, darunter auch Widerspruch von Elternseite. Exemplarisch veröffentlichen wir hier noch einmal zwei Beiträge von Müttern, die auf wesentliche Aspekte hinweisen, die ihrer Meinung nach bislang in der Debatte untergegangen sind: den gesellschaftlichen Wandel – und die Corona-Krise.

Immer mehr Frauen sind erwerbstätig – hat die Schule zu wenig darauf reagiert? Illustration: Shutterstock

Eine Mutter schreibt:

„Als eine von den schrecklichen Eltern, die der Meinung sind, dass das die Schule richten muss, möchte ich nun auch meinen Senf dazu geben.

Unser Grundproblem ist, dass keine Schule definiert hat, was genau Elternaufgabe und was Aufgabe der Schule ist. Ich hatte meine beiden Mädels in der Grundschule in einer Freien Schule, weil ich mich nicht in der Lage sah, mich neben einem 70%-Job noch um Hausaufgabenhäuschen zu kümmern, insbesondere, weil meine beiden Mädels keinerlei Bock hatten, irgendwie mit Mama zu lernen. Meine Große hat außerdem eine Legasthenie und ihr totales Unverständnis und ihre grässlichen Fehler waren unerträglich. Ich weiß schon, warum ich KEIN Lehrer geworden bin.

„Eltern sind mit den traditionellen Aufgaben, die Schule seit jeher für den Erfolg verlangt hat, überfordert“

Ich verstehe, warum Lehrer, die dazu ausgebildet werden, Wissen zu vermitteln, damit überfordert sind, auch noch Coach, Organisator und Erzieher zu sein. Aber vielleicht sollte die Schule auch langsam begreifen, dass die Eltern damit überfordert sind, Vollzeit zu arbeiten, ein Homemade-Lunch jeden Morgen mitsamt Turnbeutel mitzugeben (schließlich kenne ich den Stundenplan auswendig), die Kinder dann mit einem Homemade-Mittagessen zu empfangen und sich dann auch noch mit ihnen hinzusetzen und Diktate zu üben. Meine Mutter hat das noch gemacht, aber sie war Hausfrau.

Es ist hier ein gesellschaftlicher Wandel eingetreten, den die Schule geflissentlich ignoriert hat. Entsprechend haben wir Lehrer, die nicht zu Erziehern ausgebildet wurden, die sich auch nicht in dieser Rolle sehen und auf der anderen Seite Eltern, die mit den traditionellen Aufgaben, die Schule seit jeher für den Erfolg verlangt hat, überfordert sind. Dazwischen stehen Schüler, die – wenn lernschwach – eben nicht Hauptschule und Lehre, sondern selbstverständlich Abitur machen sollen. Die das mit ausreichender Förderung vielleicht auch schaffen können, aber wer liefert diese Förderung? Und es setzt das ganze System auch noch unter Druck.

Ich habe stets gesagt, Schule bleibt in der Schule, was ich mir leisten konnte, weil wir stets Schulen gewählt haben, in denen es keine Hausaufgaben gab. Und ich denke, dass davon alle profitieren. Die Eltern, weil sie den Stress nicht auch noch haben. Und die Lehrer, weil sich Eltern viel weniger in ihre Arbeit einmischen, wenn sie nicht so intensiv involviert sind. Voraussetzung dafür ist aber zusätzliches Personal in Form von Kinderpflegern und Erziehern, die dafür sorgen, dass die Organisation stimmt. Und eine schulische Struktur, die klar und übersichtlich ist.“

Einordnung der Redaktion: Die Beschäftigungsquote in Deutschland ist in den vergangenen beiden Jahrzehnten deutlich angestiegen. Sie kletterte von 65 Prozent 2006 auf mittlerweile knapp 80 Prozent. „Besonders die Erwerbsbeteiligung von Frauen nahm in den vergangenen Jahren kontinuierlich zu“, so meldete Statista, das Statistische Bundesamt. 2007 lag sie noch bei 67 Prozent – mittlerweile bei 76 Prozent.

Parallel dazu stieg der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die im Ganztag betreut wurden. Mittlerweile (Stand: Schuljahr 2015/2016) besuchen rund 3,5 Millionen Kinder, das sind fast die Hälfte der Schüler in Deutschland (47,9 Prozent), eine Ganztagsschule – die meisten davon eine „offene Ganztagsgrundschule“. Im Schuljahr 2002/2003 waren es lediglich nicht mal zehn Prozent der Schüler (9,8 Prozent) gewesen.

Allerdings lässt die Ganztagsbetreuung vielerorts zu wünschen übrig, wie die neue KMK-Präsidentin, Berlins Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) unlängst feststellte. Sie möchte die Qualitätsverbesserung des Ganztags zu einem der Schwerpunkte ihrer KMK-Präsidentschaft machen (News4teachers berichtete).

Eine weitere Mutter schreibt:

„Liebe Lehrerin, ich bin es leid, so etwas zu lesen. Haben wir die Pandemie schon wieder vergessen, bevor sie vorbei ist?

Ich habe vier Kinder. Zwei sind bereits Schulkinder. Mein Sohn war in der vierten Klasse der Grundschule, als die Pandemie über uns hereinbrach. Seine Lehrerin hat sich weggeduckt und wurde bis zum Ende des Schuljahres nur noch zwei Mal auf dem Fahrrad gesehen, um Hausaufgaben zu verteilen. Wir Eltern forderten Videokonferenzen, damit die Schüler*innen nicht den Kontakt zueinander verlieren und Fragen zu den Hausaufgaben stellen konnten. Das hat sie abgelehnt. Sie hatte Angst davor gefilmt zu werden. Das Video könnte ja auf Youtube hochgeladen werden.

„Wie können Sie erwarten, dass die Kinder nach der langen Zeit der Pandemie plötzlich wieder voll funktionsfähig in den Klassen sitzen?“

Nun ist es aber so, dass von den Kindern erwartet wird, dass diese nach der Pandemie zu ihrer alten Leistung zurückfinden, ohne Ihnen bei der Bewältigung der Ergebnisse Unterstützung zukommen zu lassen? (…)

Da möchte ich gern von der Lehrerin wissen, warum Kinder kein Recht auf (seelische) Heilung haben? Wie können Sie erwarten, dass die Kinder wieder voll funktionsfähig in den Klassen sitzen? Sie machen es sich zu einfach, Ihre Verantwortung an die Eltern abzuschieben. Die Kommunikation zwischen Schulen und Elternhäusern hat während der Pandemie kaum stattgefunden. Jedenfalls in unserem Landkreis nicht. Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf hätten theoretisch einen Anspruch auf eine Stunde Unterricht in der Schule gehabt. Dies wurde den Betroffenen von den Schulen jedoch nicht angeboten. (…) Noch nie hat die deutsche Schulbildung so versagt wie in der Pandemie!“ News4teachers

Leserposts

News4teachers ist mit im Schnitt mehr als einer Million Lesern monatlich Deutschlands größtes Nachrichtenmagazin für die Bildung – und es versteht sich auch als Diskussionsmedium. Wir freuen uns über jeden Leserbeitrag, der dazu beiträgt, unterschiedliche Perspektiven zu den Themen unserer Beiträge darzustellen.

Für die Veröffentlichung gelten ein paar Regeln, die sich im Grundsatz nicht von denen unterscheiden, die im normalen menschlichen Miteinander gelten – hier sind sie nachzulesen. Besonders interessante Posts  – wie den oben stehenden – veröffentlichen wir dann gerne auch als Gastbeitrag im redaktionellen Teil von News4teachers. Jeder und jede, der oder die sich für die Bildung engagiert, ist herzlich eingeladen, sich (auch anoynm) an den Debatten zu beteiligen. Jeder Beitrag auf News4teachers ist frei zur Diskussion. Natürlich auch dieser.

„Endlich wieder Verantwortung an die Eltern abgeben“ – was eine Lehrerin im Streit um die Grundschulen meint

Von wegen faul: Wie viel ein Lehrer wirklich arbeitet (wenn’s gut läuft) – ein News4teachers-Leserkommentar

Krankenwelle in Kitas und Schulen: „Und die K…- Pfützen der kleinen Fiebermäuse dürfen wir am Ende auch noch aufwischen“

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dickebank
1 Jahr zuvor

Gesellschaftlicher Wandel? Warum sollen Lehrkräfte Aufgaben übernehmen, für die sie nicht ausgebildet sind? Wenn Schule etwas Anderes als Unterricht anbieten soll, dann muss die Politik das beschließen und umsetzen und sich dafür ausgebildetes Personal besorgen. Als Fachlehrkraft bin ich dann aber raus, da ich nicht vorhabe, das neue Stellenprofil auszufüllen.

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Was ist “ das neue Stellenprofil “ ?
Mädchen / Männchen für alles ?

Das kenne ich eigentlich seit meinem ersten Tag in der Anstalt so – wenn man nicht dagegensteuert, kommt jede Stunde was dazu.

Different ist das Wie des Dazukommenden – es wird immer sinnloser, unproduktiver, nerviger, teils deprimierender…..
( Bsp: nicht mehr nur Mails, selber Inhalt per teamschat, Pop ups für Unwichtiges etc, Dauerbeploppung)

Ob Eltern das wissen ? Das Zusatzgeschäft zu unseren eigentlichen Aufgaben ?
Jeder sieht – ganz normal so – erstmal seine Bedürfnisse und
Beide Seiten der ‚Schulfamilie‘ sind …
gereizt … mütend….

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Natürlich weiß ich das.
Das ist eigentlich die Kernaussage meines Artikels. Das System stimmt nicht. LuL werden zerrieben daran, dass EuE (Eltern und Elterinnen) wegen der gestiegenen häuslichen Belastungen nicht mehr das leisten können, was 20 Jahre zuvor die daheimgebliebenen Akademikerinnen locker gestemmt haben und woran man sich in der Schule gerne gewöhnt hat.
Beide Seiten bashen sich gegenseitig.
Warum führen Lehrer Aufsicht? Warum müssen sie Geld einsammeln, Zetteln hinterherjagen, Klassenfahrten organisieren und Coachingjobs machen, für die sie nicht ausgebildet sind?
Und insbesondere der Zettelkram macht mich wirklich wütend, weil er so nutzlos ist. Wenn wir eine Kommunikationsplattform hätten, die von den angestellten ITlern aufgestellt und vom Verwaltungspersonal gepflegt würde, dann krieg‘ ich eine Nachricht aufs Handy, dass ich wieder irgendwas zustimmen muss, log mich mit Fingerabdruck ein, gut ist.
Gäbe es eine/n aufsichtführende/n EoE (Erzieher oder Erzieherin), der Aufsichten und Klassenleitung übernähme, so wären Lul von allen Fragen, die „X mobbt Y“ u.ä. betreffen freigestellt.
Und wenn die qualifizierte Aufgabenbetreuung dafür sorgen würde, dass Präsentationen tatsächlich von den Schülern angefertigt werden, haben LuL hinterher auch keine wütenden Eltern an der Backe, die sich aufregen, weil ihre Arbeit nur mit Vier bewertet wurde.

dickebank
1 Jahr zuvor

Und diese IT-Lösung wird es wegen des bestehenden Konnexitätsprinzip nicht geben. Das eine sind organisatorische Aufgaben des Schulträgers und das andere liegt im Zuständigkeitsbereich des Landes.
Der größte Teil des Zettelkrames sind schulorganisatorische Verwaltungsangelegenheiten, die die Klassenlehrkräfte für das Sekretariat übernehmen (müssen). Und die Verwaltungsaufgaben fallen in den Zuständigkeitsbereich des Schulträgers.

Schade
1 Jahr zuvor

Im Gesundheitswesen hat man auch versucht alles auszusourcen, was nicht unbedingt die Qualifikation einer Krankenschwester erfordert (Essensausgabe, zur Untersuchung begleiten etc) und natürlich gleichzeitig die Arbeitsanforderung jeder einzelnen Krankenschwester mächtig erhöht, weil sie sich ja sooooo viel Zeit bei anderen Tätigkeiten spart.

So weit ich es mitbekomme, ist die Arbeitsbelastung des Pflegepersonals dadurch aber nur unendlich in die Höhe geschnellt, weil sie jetzt auch noch alle Tätigkeiten gegen checken müssen und eben nicht „nebenbei“ z.B. bei der Essensausgabe mitbekommen, dass Patient X unerlaubt aufsteht und Patient Y ungewöhnlich starke Schmerzen hat und Patient Z eigentlich lieber gar nichts essen sollte, weil er mit den Nachwirkungen der Narkose kämpft.

Hier geht es auch ganz viel um Beziehungsarbeit, die kann man nicht aussourcen!!!

Mein Klassenrat wäre jede Woche nur halb so lang, wenn in der Betreuungszeit nicht so viele Konflikte unaufgearbeitet blieben, weil montags Frau A und dienstags Frau B betreut und sie gar nicht mitbekommen, was sich da gerade zusammenbraut (oder es einfach nur unterbinden, statt es wirklich zu klären).

Das entlastet mich nicht!

Und ganz ehrlich? Wenn alle Eltern wirklich regelmäßig in die Postmappe gucken und ich alle Formulare, abgezähltes (!) Geld und unterschriebene Arbeiten wirklich postwendend zurückbekäme, dann würden mich diese Nebentätigkeiten kaum noch stressen.

Wo ich Ihnen recht gebe, ist dass eine erweiterte Schulsekretärinnenstelle und eine Schulschwester wirklich eine hilfreiche Entlastung darstellen würden.

Chrissie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Wie wahr: Es geht in der Schule um Beziehungsarbeit, die man nicht aussourcen kann. Danke dafür, Ihr Beitrag stimmt optimistisch. Es wäre mit Sicherheit soviel mehr gewonnen, wenn sich hieran orientiert wird.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

„LuL werden zerrieben daran, dass EuE (Eltern und Elterinnen) wegen der gestiegenen häuslichen Belastungen nicht mehr das leisten können,“

Jetzt bin ich doch gespannt, was das für gestiegene häusliche Belastungen sind….

Da werden doch nicht die Kiddys gemeint sein?! 😉

„Warum führen Lehrer Aufsicht? Warum müssen sie Geld einsammeln, Zetteln hinterherjagen, Klassenfahrten organisieren und Coachingjobs machen, für die sie nicht ausgebildet sind?“

Ganz ehrlich, das frage ich mich seit über 20 Jahren.

  1. Aufsichtspflicht – kann ich nichts gegen machen, ist auch oft sehr notwendig.
  2. Geld einsammeln – ich kann nicht alle gewünschten Ausflüge aus eigener Tasche bezahlen.
  3. Zetteln hinterherjagen – nun, diese Dinger müssen unterschrieben werden, damit ein Kind u.a. zu einem Ausflug mitdarf.
  4. Klassenfahrten organisieren – nun, da machen die Eltern nicht, es soll aber gefahren werden, also machen es die LuLs.
  5. Coachingjobs – weil es sonst kein anderer macht? Die Kiddys brauchen das, die Politiker propagieren es und die Eltern wollen, erwarten und fordern es.

„Und insbesondere der Zettelkram macht mich wirklich wütend, weil er so nutzlos ist.“

Ja und nein. Mich ärgert er auch – wir müssen die Zettel mit den Unterschriften nämlich ziemlich lange als Nachweis für Sie und uns aufbewahren. Möchten Sie Ihr Handy abgeben? Vielleicht an Leute, die nicht einfach so ihren Daumendruck über das Netz verschicken wollen – es gibt auch Datenschutz, den einige zum Glück noch immer ernst nehmen.

„Gäbe es eine/n aufsichtführende/n EoE (Erzieher oder Erzieherin), der Aufsichten und Klassenleitung übernähme, so wären Lul von allen Fragen, die „X mobbt Y“ u.ä. betreffen freigestellt.“

Nun, die EuEs werden in den KiTas gebraucht – auch da herrscht ein Mangel an Fachkräften bei gleichzeitiger Elternforderung, den von der Politik mal eben locker versprochenen KiTa-Platz, auch sofort zu erhalten! Außerdem dürfen die rein rechlich keine Aufsicht machen – in den Schulen zumindest nicht. Auch unsere SozPäd darf das nicht. Und eine Klassenleitung darf schon mal gar nicht von EuEs übernommen werden.

Stimmt – d a n n wären andere verantwortlich – huch, ist ja vielleicht auch so! Eltern können ihren Kids durchaus auch vermitteln, dass Mobben, nun sagen wir mal, nicht so nice ist und sich auch nicht mit einem Daumenabdruck lösen lässt.

Die (a)sozialen Medien spielen beim Mobben auch eine gute Vorreiterrolle – gucken die Kids zu Hause – Elternsache. Da muss mit den Kindern zu Hause drüber gesprochen werden. Eltern sind nicht ausschlileßlich zum Bespaßen ihrer Kinder da. Da gibt es eben auch Pflichten.

„Und wenn die qualifizierte Aufgabenbetreuung dafür sorgen würde, dass Präsentationen tatsächlich von den Schülern angefertigt werden, haben LuL hinterher auch keine wütenden Eltern an der Backe, die sich aufregen, weil ihre Arbeit nur mit Vier bewertet wurde.“

Und hier ist die Wut definitiv falsch gerichtet – DAS KIND hat die Aufgabe nicht erledigt – PUNKT. Seien Sie froh, wenn es dann immer noch eine Vier gibt.

Wir haben keine Rechte – wir können Kinder nur ermutigen. Aber nicht individuell in der Aufgabenbetreuung dafür sorgen, dass immer alle Materialien da sind, die für die Erstellung einer Präsentation erforderlich sind. Vieles wird ja auch im Unterricht gemacht – sollte zumindest, denn es ist Aufgabe.

Wenn das Kind nicht arbeitet, sondern lieber spielt – sollen wir es an den Haaren ziehen, ihm Geld anbieten, Taschengeldentzug, motivieren ohne Ende … genau das ist es nämlich – motivieren ohne Ende. Auch das muss von zu Hause kommen. Es geht schließlich in diesem Fall um Ihre Kinder.

Und wenn diese die Hilfen, Anregungen, Unterstützungen gerade nicht annehmen wollen, weil da andere Interessen im Vordergrund sind oder der Schultag einfach erschöpfend lang ist, dann können wir da nichts machen. Einige lässt man schlafen, so müde sind die.

Insgesamt hört sich das sehr nach Pipi Langstrumpf an!

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hast Recht,
allerdings muss @ Verantwortungslose Mutter dann auch das Pferd hochstemmen – anstrengend, aber weniger anstrengend als so manch Kind 😉
Ja, wenn man viel will – muss man viel tun.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Wissen ja – interessieren ?

Diese Elterngeneration ist tw. ja auch schon Dauerbespaßung, Konsumterror und Rundumbetreuung – all inklusive – gewöhnt.

Dass da Menschen hinterstecken, die das leisten müssen… ist selbst treuen ama.on-Bestellern oft nicht klar…

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, das ist generell komisch. Ich gab der Tochter meiner Nachbarin (Studienrätin) Gitarrenunterricht und wollte dafür 30 Euro im Monat (also 4×7,50 Euro und Unterricht als Zweier gruppe =nur ein weiteres Kind) haben. Sie fand das ganz schön viel für ein Hobby und kam auch erstmal mit dem Dauerauftrag nicht so schnell in die Pötte. Das erlebe ich öfter, nicht nur von Lehrereltern,aber hier ärgert es besonders. Bei 4000 Euro Einkommen versteht man wohl nicht, dass es etwas ausmacht, wenn 30 Euro auf sich warten lassen, derweil suchen wir nach Flaschenpfand. Die Studienrätin möchte doch auch für ihre Arbeit bezahlt werden? Scheinbar wird das Hobby der Tochter nicht als Beruf der Nachbarin verstanden, obwohl man genau informiert ist.

Beim Reiten oder Voltigieren dasselbe. Eltern wollen viel zu kleine Kinder in der Voltigruppe anmelden. Bei acht 3-Jährigen in einer Voltigruppe braucht es :
– Eine Reithalle
-Ein sicheres und somit teureres Voltipferd
-Ausrüstung
-Versicherungen
-Versorgung des Pferdes
-Stallarbeiter
-Eine Voltigierlehrerin, die das Pferd longiert
-Eine Gehilfin, die den Kindern am Pferd hilft
-Eine Gehilfin, die sich um die restlichen Kleinkinder kümmert, mit ihnen Aufwärmübungen macht, sie beschäftigt, damit sie, wenn sie gerade nicht dran sind, nicht vor das Pferd laufen
-Eine Gehilfin, die sich bei Bedarf um ein einzelnes Kind kümmern kann, weil dieses aufs Klo muss und dafür den Parkplatz überqueren muss oder weil es bockig ist, nach Hause will ect.

– Alles für 400 Euro, die diese Eltern zusammen im Monat bezahlen und das sehr teuer finden. Nein, ist natürlich nur durch weitere Gruppen, zusätzliche Landwirtschaft und vor allem die teure Vermietung von Ställen finanzierbar.

4 Personen für acht Kleinkinder, denn wir sind nicht in einem eingezäunten Kindergarten und arbeiten mit einem großen Tier! Eltern sind derweil mitunter unzufrieden, dass die Gehilfinnen keine ausgebildeten Pädagoginnen sind, sondern jugendliche Mädchen aus dem Reit Verein.

Oft wird auch berichtet, dass Eltern die Kinder zu früh bringen und zu spät abholen. Sieben /achtjährige könnten sich ja noch auf dem Hof vergnügen, so wie in den Filmen. Dort sind die Kinder aber recht selbständig, helfen mit ausmisten und betreten nicht einfach den Stall eines unruhigen Hengstes. 12 Euro Stundenlohn für eine Reit Lehrerin auf so einem typischen Reithof und anschließend Kinderbetreuung gratis. Ich habe als Kind 13 Jahre voltigiert und mich gefragt, wie man das von meinem kleinen Beitrag und dem der anderen eigentlich alles bezahlt. Als Kind! Eltern fragen sich das scheinbar nicht. Sie haben gelernt, dass sie unserem Land wichtig sind und Recht auf Betreuung haben und zählen solche Hobbys dazu, bzw erwarten quasi eine Kindergartenbetreuung im Reitstall. Alle Reit Vereine nagen im Gegensatz zu den meisten Eltern dort am Hungertuch.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Viel Zustimmung – es soll alles zum Nulltarif geben und Zusatzleistung oben drauf – all inclusive halt.

Zu der Studienrätin jetzt was Böses:

Vielleicht kommt die mit dem Bezahlen nicht hinterher, weil sie a) zuviele Zettel einsammeln muss b) selbst hinter dem Geld der Eltern herlaufen muss c) Klassenfahrten und Freizeitaktivitäten organisieren muss 😉

Es ist schon eine wahnsinnige Welt, in der wir leben.

Aber ehrlich – Dreijährige zum Voltegieren? Das ist heftig.
Dass die Kids nicht zu den vereinbarten Terminen abgeholt werden, ist – und das sollten Sie denen auch ruhig mal sagen – unverantwortlich. Wenn ein unbeaufsichtigtes Kind (Sie arbeiten ja gerade) sich unempathisch über ein Tier hermacht und sich dieses wehrt – stehen Sie unter Anklage.

Als ich Kind habe ich auch voltegiert, war dauernd im Stall und habe geholften. Das war eine schöne Zeit.

Aber es war ganz klar, dass einige Pferde tabu sind – die konnten nicht mit Kindern, das Risiko war zu hoch.

Gab es nichts zu tun, guckten wir beim Unterricht der anderen zu.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Sorry, wir haben eine Schulpflicht in Deutschland, weil Schule soll die Kinder erziehen: https://www.lexsoft.de/cgi-bin/lexsoft/justizportal_nrw.cgi?xid=492252,3 Und genau mit diesem gesetzlich verankerten Erziehungsauftrag wird die Schulpflicht auch immer begründet, weil Eltern ihre Kinder angeblich nicht selbst erziehen können. Wenn irgendwelche LuL damit ein Problem haben, dann haben sie offensichtlich ihren Arbeitsauftrag nicht verstanden und sollten sich beim Dienstherrn und Gesetzgeber, aber nicht bei den Eltern beschweren. Wer lesen kann ist klar im Vorteil, und vielleicht auch Mal den Arbeitsvertrag und die Aufgabenbeschreibung lesen, bevor man sich sein Leben lang wegen des üppigen Gehalts verpflichtet. Ansonsten bitte einfach kündigen. LuL die nur den einfachen Teil des Jobs machen wollen, brauchen wir nicht, insb. nicht bei der Bezahlung! Das Stellenprofil der LuL hat schon IMMER den Erziehungsauftrag enthalten. Wie gesagt – dann bitte kündigen und was anderes suchen, wir freuen uns als Eltern wenn es wieder einen Lehrer weniger gibt, der seinen Job nicht machen will!

Lehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ach Jürgen….
Geht’s noch ne Stufe primitiver?
Oder bist du schon auf der untersten Stufe angekommen?

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrer

Ach Lehrer… Geht es nicht ein bisschen fauler, oder liegst du schon den ganzen Tag in der Hängematte?

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ihre Aussagen sind eindeutig dumm, frech und zeugen von äusserst geringem Horizont.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Immer dieses pauschalisieren wenn man nichts konkretes hat…

Welche meiner Aussagen ist faktisch falsch? Kleiner Tipp zur Darstellung: Linke Seite Aussage, rechte Seite Faktum welches diese Aussage widerlegt.

Bisher kommt von Ihnen kein Inhalt.

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich fühle mich nicht dafür zuständig Sie mit Inhalten zu füttern.
Und ganz pauschal gesagt, ich begebe mich nicht auf die Stufe Ihres Niveaus in Bezug auf Ihre Äußerungen.

DerDip
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Also sind gesetzlich verankerte Regelungen nicht ihr Niveau?

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerDip

Der Dip
Ist “ geht’s nicht ein bisschen fauler“ und “ liegst du schon in der Hängematte“ an LuL gerichtet, für Sie gesetzlich verankerte Regelung? Da hätte ich gerne die Quelle.
Falls Sie dieses Niveau von Äußerungen anspricht, bitte schön. Mich nicht.
Zu den tatsächliche gesetzlich verankerten Regelungen wurde bereits genug geschrieben. Und auch da wurden Auslegungen von @Jürgen bereits widerlegt.

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wo haben Sie das bereits sooderähnlich veröffentlicht ?
Das kommt mir so bekannt vor……wo/wer war das bloß, mal die KuK fragen, vlt. erinnert sich jemand.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Ich wäre ja schon wieder auf ihn angesprungen.. 😉

Streamer01
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

@Darfdaswahrsein
Aber jetzt wissen Sie woher es bei den Kindern kommt…

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

@ Jürgen

Sind Sie
Ein Provokations-Performer ?
bisher erfolgloser Blogger auf der Suche nach‘ Elternbashing‘- Inhalten?
Möchtegern-Influencer ?

– Dem ich nicht abnehme, dass er Kinder hat – und wenn doch –
hat er uns jetzt Antworten auf viele Fragen gegeben, die wir uns bisher nicht vermuten trauten.

Wieder was gelernt.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Aha, Sie haben Fragen im Kopf? Welche Antworten habe ich denn darauf gegeben?

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Alle,
nichts mehr offen 🙂

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Solche Fragen beantwortet @Jürgen grundsätzlich nicht. Warum bloß?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Provokations-Performer?

Danke für den Lacher! 🙂

Rabe aus NRW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Schonmal als Lehrer eine volle Stelle gearbeitet? Nein? Dann trete ich jetzt Ihren Beitrag in die Tonne. Irrelevant.

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Rabe aus NRW

Ich trete mit!
Danke

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

@Jürgen
Welche Pflichten/Aufgaben haben denn Eltern? Oder anders gefragt: „Wozu brauchen Kinder überhaupt noch Eltern? Warum schaffen sich Eltern noch Kinder an (als Spielzeug, must-have, Statussymbol)?

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Jürgen
Lieber Jürgen, warum beantworten Sie meine Frage nicht. Ich bin echt enttäuscht. Alle anderen foristen werden beachtet und ich nicht. das macht mich traurig.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

Wozu braucht Deutschland noch LuL? Sofatutor und YouTube vermitteln Lerninhalte qualifizierter als viele LuL. Und da scheinbar nicht wenige LuL keinen Erziehungsauftrag bei der Schule sehen, können wir diese auch abschaffen. Das spart uns Milliarden im Jahr, die wir dann sinnvoll in Bildung investieren können. Eine KI kann das mit Sicherheit viel besser und differenzierter, und dann lassen wir vielleicht auch Mal die steinzeitlichen Methoden in den Schulen hinter uns.

Billiger und besser – das geht locker.

Last edited 1 Jahr zuvor by Jürgen
Canishine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Und ich Depp habe damals Videokonferenzen angeboten …

Mika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wird auch keine andere Möglichkeit geben: gibt nämlich kaum noch Lehrkräfte, und vor allem wächst nichts nach. Ob das dann besser wird: man wird sehen. Selbstgesteuerte Lernen setzt jedoch enorme Selbstorganisation voraus, und von meinen Schülern haben nur sehr wenige die Fähigkeiten dafür.

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mika

So isses, Mika.

Und da man Lehrers weder sähen noch durch Stecklinge vermehren und….. kann
und die bestehende LuL-flora durch Glorreiche Pestizide und* die Köpfe verständlicherweise hängen lässt, Notschößlinge treibt,
Ist auch hier dringendst Naturschutz für eine aussterbende Population nötig.

Denn einige Sprießen ( hier: Referendare ) entwickeln sich weiter und suchen trotz bester Hege und Pflege ( hier: jedenfalls bei mir/uns ) nach neuen, besseren Kulturbedingungen.

* @ Realistscher Dauerberegnung 😉

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mika

Korrektur: denn einige Sprieß-CH-en

J.S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Nun… Lehrerinnen und Lehrer strukturieren und vermitteln nicht nur Inhalte, sondern sind auch für Diagnose, Leistungsbeurteilung und Selektion im Sinne einer gesellschaftlichen Aufgabe zuständig. Der Beitrag ist bestenfalls populistisch und vergisst, dass es den Lehrerberuf seit der Antike gibt und keine Gesellschaft darauf verzichtet.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  J.S.

Antike, das ist das richtige Stichwort für das heutige Schulsystem, und wie manche LuL offensichtlich ihren Beruf sehen… Wir befinden uns aktuell in der Antike im deutschen Schulsystem, und arbeiten immer noch mit entsprechenden Methoden und lassen ein gereiftes Verständnis vollständig vermissen, ohne Berücksichtigung aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse. Aber das scheint im Lehrerberuf relativ weitverbreitet – eine hohe Skepsis gegenüber der Wissenschaft, zumindest in der deutschen LuL-schaft. International sieht das ganz anders aus.

J.S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Das ist auch samt uns sonders inkorrekt: In der Antike war schulische Bildung eine Sache privater Lehrer und nicht von Institutionen; seit dem Mittelalter kommen Akademien und später Universitäten hinzu. Das Schulsystem in seiner jetzigen Form existiert seit dem späten 19. Jahrhundert und wurde in Deutschland 1972 im formal größeren Umfang reformiert. Die Polemik ist drollig aber nicht hilfreich.

Größere Erforschung von Methoden, Inhalten und Medien gibt es in jedem Fach permanent; Lehrerinnen und Lehrer genießen aus gutem Grund eine wissenschaftliche Ausbildung; ob/inwieweit Erkenntnisse umgesetzt werden, ist nicht so einfach zu erfassen und vollzieht sich in den Wellen der Ausbildungsphasen. Die Wirksamkeit methodischer Innovation ist dabei nachweislich nicht übermäßig beeindruckend; mal abgesehen davon, dass Skepsis nicht per se problematisch ist.

Woher die Einsicht kommt, deutsche Lehrerinnen und Lehrer wären im internationalen Vergleich skeptischer gegenüber der Wissenschaft, ist vermutlich eine unbelegbare Behauptung.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ja, leider.

Hohe Skepsis gegenüber der Wissenschaft ….

Ja, solange das Ziel ist, Menschen zu ersetzen und deren Fähigkeiten auch.

Leider fallen u.a. die Jürgens auf KIs rein. Das ist nicht so toll – bitte ruhig mal einige Doktorarbeiten dazu lesen.

Wie kann Mensch es gut finden und hypen, wenn Mensch ersetzt werden soll?

Ist diese Spezie wirklich … nicht so … gut?

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

@Jürgen
Meine Frage haben Sie noch nicht beantwortet. Als Antwort auf Ihre Frage empfehle ich „Schöne neue Welt“ und „Fahrenheit 451“ als Lektüre, „1984“ ist auch noch sehr empfehlenswert.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Jürgen
Ich wiederhole gern noch einmal meine Frage: Wozu brauchen (ihrer Meinung nach) Kinder überhaupt noch Eltern? Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Na, schrieben Sie nicht selbst, unser Auftrag sei die Erziehung?

Eltern machen es nicht (jaaaa, pauschal),
EuEs sind überlastet und nicht ausreichend

Tja, so werden wir unsere Daseinsberechtigung wohl behalten.

Ich finde sofatutor etc gut.

Noch besser fände ich, wenn die Klassenarbeiten stellen, korrigieren und die komplette Benotung übernehmen.

Datenschutz hin oder her – ist bestimmt deutlich weniger steinzeitlich – braucht ja immerhin Strom!

Doppel A15
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

In Ordnung. Dann liegen die fehlerhafte Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung sicher an den „steinzeitlichen Methoden“, mit denen Sie konfrontiert wurden. Im Namen aller Deutschlehrer:innen bitte ich vielmals um Verzeihung!

Nika
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

So wenig Ahnung ! Was soll man darauf noch antworten ?
Haben Sie so sehr in und unter der Schule gelitten, dass Sie das jetzt hier abarbeiten wollen ?

laromir
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Hat ja super geklappt während Corona. Da hatte ja jeder die Möglichkeit, die Versetzung und das Abi mit You tube zu machen. Warum haben sich dann alle um Corona-Versetzungen und erleichterte Abibedingungen gerissen? Warum ist dann Corona angeblich Schuld an allen Bildungslücken? Eigentlich hätten doch alle SuS nach der You tube Sofatutor-Theorie von Jürgen so richtig super schlau und informiert wieder in der Schule aufschlagen müssen, ach ja, super erzogen natürlich ebenfalls, sie waren schließlich die ganze Zeit zu Hause. Komisch, ist irgendwie nicht so richtig passiert…obwohl ich mir sicher bin, dass sehr sehr viel you tube usw. geschaut wurde…bestimmt alles sehr lehrreiche Videos die essentiell wichtig waren, um möglichst viel Wissen zu erwerben… das wurde dann natürlich spontan mit Betreten der Schule wieder völlig gelöscht…

Last edited 1 Jahr zuvor by laromir
Streamer01
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

„Das spart uns Milliarden im Jahr, die wir dann sinnvoll in Bildung investieren können.“

Almans glauben den Sch* wirklich.

Die Milliarden werden ausgegeben für…

Für Waffen für die Ukraine und die Bundeswehr.
Für ein Weltraumprogramm für Indien.
Für Wirtschaftshilfe für China.
Für Wirtschaftshilfe für die Taliban.

Die Milliarden werden für alles Andere ausgegeben, nur nicht für Bildung.

Danke, habe herzlich gelacht…

PS: Und wie gut selbstgesteuertes Lernen funktioniert konnte jeder zu Corona beim Distanzunterricht sehen…außer Sie natürlich.

Last edited 1 Jahr zuvor by Streamer01
J.S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen
  1. Das stimmt so nicht: Der Erziehungsauftrag von Schule ist auf den Bildungsauftrag begrenzt. In dem verlinkten Artikel des Schulgesetzes ist nicht fixiert, dass Lehrerinnen und Lehrer basalste Grundkompetenzen des menschlichen Zusammenlebens zu vermitteln haben. Die Debatte gab es nach der ersten PISA-Studie schon einmal (Damals von Ewalt Terhart dokumentiert): Es ist eben nicht Aufgabe der Schule, grundsätzliche Aufgaben der erziehenden Eltern zu übernehmen -was auch im verlinkten Artikel (3) steht. Zugespitzt kann man sagen, dass aus der Schule ein demokratisch und künstlerisch vorgebildeter Mensch herausgehen soll.
  2. In den Arbeitsverträgen der Lehrerinnen und Lehrer sind die Erziehungsaufgaben nicht konkret expliziert. Sie lehnen sich zu weit aus dem Fenster.
  3. Nur weil etwas -angeblich- „schon IMMER“ im Stellenprofil gestanden haben soll -was nicht stimmt- ist es kein Argument.
  4. Dem Autor des Beitrags fehlt es scheinbar an Vorstellungskraft: Der Erziehungsauftrag bezieht sich auf die Bildung und nicht auf Grundkompetenzen, die zur Beweglichkeit in der Mitttelstandsgesellschaft führen. Wenn der Autor fordert, angeblich unwillige Lehrer sollten kündigen, sollten Lehrerinnen und Lehrer auch das Recht haben, keine Kinder zu unterrichten, die a) ohne Frühstück, Schulsachen oder saubere Kleidung zur Schule kommen b) Umgangsformen haben, die sich niemand antun muss oder c) in Gruppen nicht handlungsfähig sind.
  5. Das Lehrergehalt als üppig zu bezeichnen, erledigt sich relativ schnell, wenn man das Gehalt A12 oder A13 mal auf die Wochenarbeitszeit umlegt.

Der Autor des Beitrags ist -nachvollziehbarerweise- verstimmt, aber keines der Argumente hält einer kritischen Betrachtung stand.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  J.S.

LOL – Paragraph 2 weder gelesen noch Verstanden, lieber Author. Und selbst bei der Wochenarbeitszeit ist das Gehalt international noch immer DAS Spitzengehalt – weltweit wohlgemerkt. Manche LuL scheinen vollständig den Kontakt zum Rest der Welt verloren zu haben, insbesondere wenn man einmal die gigantischen Pensionsansprüche mit einbezieht, von dem die normale hart arbeitende Bevölkerung nur träumen kann. Also bitte aufhören rumheulen und einfach kündigen. Solchen LuL weint niemand eine Träne nach von uns Eltern.

asablau
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wie wäre es, wenn Sie selbst Lehrer werden? Wenn die Bezahlung und alles Drumherum so klasse ist. Wer den Lehrerberuf wegen dem tollen Gehalt macht, liegt eh falsch.
Aber, wie gesagt, diese Tür in die schöne Lehrerarbeitswelt steht jedem offen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  asablau

What a nice idea!

Wie komm ich aus dem Job raus? Meinen Platz kann er haben!

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

„Wie komme ich aus dem Job raus?“ Kündigen. Ein Satz reicht… Hiermit kündige ich mein Arbeitsverhältnis zum… Datum und Unterschrift drunter und fertig. Krass, dass manche LuL nicht Mal wissen, wie man kündigt.

Doppel A15
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Das liegt daran, dass es für uns Beamt:innen keine Kündigung gibt. Wir haben ggf. um Entlassung aus dem Beamt:innenverhältnis zu bitten.
Und angesichts der zu erwartenden Pension werden WIR das sicher nicht tun.
Ich denke da nur an einen Sack Reis und freue mich auf bald 71% von Doppel A15 :-))

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Soooo einfach ist das?

Da muss ich mal beim Schulamt nachfragen…..

Ich bin übrigens auf Lebenszeit verbeamtet. Da klappt das nicht.

Wie man Kündigungen schreibt, weiß ich. Muss ich meinen Schülys beibringen, selbst mal die eine oder andere Versicherung kündigen und – ich war nicht immer Lehry.

Da musst ich meinem Arbeitgebery auch ein Schreiben schicken – zum Glück kam ich da raus!

Bin übrigens meist gerne Lehry – mich stören meist nur die …. nein – nicht die Schülys, sondern deren Erzeuger.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich vergaß – danke für die Hilfe und die hm, voll krass offene Beleidigung.

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Schon mal daran gedacht, dass in Deutschland die Lehrer alle Materialien inklusive Arbeitszimmer und Fachbüchern selbst finazieren müssen? Das ist in anderen Ländern nicht so, da hat meist jeder Lehrer sein Büro in der Schule und seine Assistenten bei der Dokumentation. Wenn Sie schon argumentieren, dann informieren Sie sich bitte vorher und sehen Sie die Sache etwas differenzierter.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Wir wollen da doch nicht zuviel erwarten? 😉

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Es freut mich, dass J.S. Sie so erfreuen konnte.

Dann ist der Provokations-Performer ja zumindest tw. auf seine Kosten gekommen 😉

Finger hoch – Frage gestellt:

„Und selbst bei der Wochenarbeitszeit ist das Gehalt international noch immer DAS Spitzengehalt – weltweit wohlgemerkt.“

Sie scheinen die Wochenarbeitszeit zu kennen – ich bin begeistert, dass Sie sich so für uns interessieren.

Ähm, von welcher Stundenzahl wissen Sie, wir aber nicht?

„Manche LuL scheinen vollständig den Kontakt zum Rest der Welt verloren zu haben, insbesondere wenn man einmal die gigantischen Pensionsansprüche mit einbezieht, von dem die normale hart arbeitende Bevölkerung nur träumen kann.“

Nun bin ich platt! Den Rest der Welt aus dem Blick verloren – stimmt. Ich fliege nicht und mache auch keine Kreuzfahrten…. Zum Schutz des Restes der Welt.

Die gigantischen Pensionsansprüche habe ich auch – aber zwischen Anspruch und Erfüllung liegt – nun, der Rest der Welt.

Und da träume ich mit der normalen hart arbeitenden Bevölkerung denselben Traum…

„Also bitte aufhören rumheulen“ finde ich auch, verehrter Jürgen.

„Solchen LuL weint niemand eine Träne nach von uns Eltern.“

Da bin ich froh und dankbar. Sie machen uns den Abschied leicht.

Trick von 447:

Solchen Eltern weint niemand eine Träne nach von uns Lehrys.

Satzbau und Orthographie sind ausbaufähig.

Inhaltlich – erfrischend neu und anders.

Stil – autsch, aber frisch und frei von der Seele. Ruhig mehr davon. Das befreit.

(Zwar nicht von uns, aber das kann ja noch werden. Der „aktuelle“ Lehrkräftemangel spielt Ihnen fröhlich in die Hände 😉 )

Konnte ich mir nicht verkneifen. Der Clown wollte raus und das Känguru war kaum zu beruhigen…

😉

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

LOL – gut gekontert, das gibt eine glatte 1 – Chapeau!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Knicks und Diener 😉

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Also gut, weil Dus bist
– ich guck nach der Zusammenstellung von vollwertigem Clown- und Kängurufutter.
Wär aber schad um die Kommentare 😉

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Grins – es gibt nur EIN Känguru – nämlich DAS Känguru.

Ist leicht kommunistisch eingestellt, hat laufend neue Geschäftsideen, wohnt in Berlin und hat eine Tochter namens Sabi… äh, DER SCHREDDER.

Wobei ich gar nicht weiß, ob DER SCHREDDER ein Mädchen ist …. auf alle Fälle – ein Pinguiny. 😉

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

JETZT habe ich das verstanden! Auweia – und vielen Dank! 🙂

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wenn wir alle kündigen, dann ist Ihr Problem mit uns behoben, ja. Allerdings werden die Probleme für alle anderen größer und größer und größer…
Super Vorschlag, Jürgen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Jürgen, sofatutor und Co. sowie diverse KIs können das locker wuppen.

Noch gibt es zwar Kollateralschäden, aber was soll’s?

J.S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich kann kein Argument aus dem Beitrag entnehmen. Abgesehen davon, dass das Gehaltsargument bei genauer Betrachtung keines ist, denn die Bezugsgruppe ist falsch gewählt. Setzt man nämlich Akademiker nach 5 Jahren Studium (variiert je nach Schulform nach den alten Studienordnungen) in ihren Gehältern in den Vergleich, ist das Lehrergehalt nur „gut“, wenn man mit Ländern vergleicht, in denen das Studium nicht die gleiche Qualifikation bietet oder gar nicht vonnöten ist. Für akademische Berufe ist das Gehalt im unteren Durchschnitt und man darf nicht vergessen, dass sich die Bundesländer mit den in der Tat hohen Pensionsansprüchen davon freikaufen, zum aktuellen Zeitpunkt höhere Gehälter zahlen zu müssen. Es ist lediglich eine Verlagerung des Problems aber kein zusätzlicher Anspruch.

Im übrigen hat „Jürgen“ augenscheinlich den selbst zitierten Gesetzestext nicht verstanden: Die Grenzen des schulischen Erziehungsauftrags sind in Artikel 1 dezidiert benannt. Dazu gehört streng genommen nicht der adäquate Umgangston, denn „Jürgen“ in diesem Forum offenbar vermissen lässt.

Grottenolm
1 Jahr zuvor
Antwortet  J.S.

Hier muss ich, als Akademiker mit Diplom intervenieren. Im öffentlichen Dienst der Länder und Kommunen wird generell im technischen Dienst unterhalb des Abschlusses gezahlt. Kaum ein Biologe, Bauingenieur, Chemiker, Geograph oder Geologer der oberhalb von TVL/ÖD 11 abgerechnet wird. Für mehr muss man auch Führungsverantwortung haben. Dann müssten wir die Stelle aber je nachdem mit der einer DirektorIn oder StudienrätIn vergleichen.

Im pädagogischen und erziehungswissenschaftlichen Bereich ist es wohl noch ese schlimmer.

Die Stellen werden einfach für Bachlor ausgeschrieben, könne faktisch ohne das Wissen eines Diplomas oder Masters erfüllt werden! So spart unser Staat ordentlich Geld.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  J.S.

L.S. scheinbar ist die AI wohl doch nicht so intelligent wie gedacht 😉 Naja, da das Training ja nur bis in den Anfang 2021 ging, vielleicht ist es in der nächsten Version schon besser, auch mit der Sinninterpretation und dem „zwischen den Zeilen“ lesen…

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wie gesagt … Orthographie…

J.S.

Aber Sie machen das schon gut. Weiter so!

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  J.S.

Was soll es bedeuten, dass der Erziehungsauftrag der Lehrer auf den Bildungsauftrag beschränkt ist??? Lehrer erziehen zur Bildung??? Lehrer sollen z.B. auch freiheitlich-demokratische Werte anerziehen, gerade weil das nicht in jedem Elternhaus passiert, auch zur religiösen Toleranz usw. Schauen Sie in die Schulgesetze.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Freiheitlich-demokratische Werte? Bin ich dabei. Religiöse Toleranz? Immer gern. Es ist aber NICHT meine Baustelle, Erstklässlern ein halbwegs anständiges Benehmen von Null an beizubringen.

J.S.
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Es gibt einen minimalen Konsens, der im Schulgesetz formuliert ist, aber sämtliche Aspekte von Habitus und Weltanschauung sind nicht Teil des Unterrichts. Ein Ausgleichsfunktion für elterliche Entscheidungen war im Schulsystem nicht vorgesehen: Man ging bildungstheoretisch von einem Grundkonsens aus.
Für ein fundiertes Argument müsste man allerdings auch den Kommentar und Diskurs zum Gesetzestext kennen. Die Debatte finden Sie vor und nach PISA in vielen Bänden der Allgemeinen Didaktik und Bildungstheorie. Studierende steigen da leider nicht tief genug ein.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Es ist immer noch ein Bildungs- und Erziehungsauftrag. Man beachte die Reihenfolge!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Und – die Eltern haben nir einen davon.

Wie die das nur alle schaffen – Laien, UnExperten ….

Ab in die Schule und macht unseren Job (jaaa Job!).

Ich tausche gern mal für ein Jahr oder zwei!

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Marie

Und das bedeutet im Detail was?

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wir freuen uns auch über Eltern wie Sie. Das kann ich Ihnen glaubhaft versichern.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Hier die Aufgaben beider Parteien laut Rechtsprechung (BVG)

Zusammenfassung:

Erziehungsauftrag der Schule: Zielsetzung im Unterricht
Mit der Schulpflicht in Deutschland werden verschiedene Ziele erstrebt.

  • Dies äußert sich zunächst darin, dass die Kinder zu selbstständigen, kritischen, demokratischen Bürgern erzogen werden sollen.
  • Grundgesetzlich findet sich dieser schulische Bildungsauftrag in Art. 7 GG.
  • Nach § 2 SchulGNRW (Schulgesetz NRW) ist das oberste Ziel des Erziehungsauftrags die „Ehrfurcht vor Gott, [die] Achtung vor der Würde des Menschen und [die] Bereitschaft zum sozialen Handeln“.
  • Ausdrücklich erwähnt wird im Rahmen dessen auch die Rücksichtnahme auf die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten der Kinder – de facto besteht also eine Beauftragung zur individuellen Förderung des Nachwuchses.
  • Im Mittelpunkt stehen dabei neben der „Lebensfähigkeit“ im Allgemeinen insbesondere Wertvorstellungen im moralischen, gesellschaftlichen und politischen Sinne, die sich vor allem an demokratischen Maßstäben orientiert.
  • Auch die Eigenverantwortlichkeit findet an verschiedenen Stellen Niederschlag in den schulischen Zielvorgaben, stets orientiert am langfristigen Erfolg der Eingliederung in den Arbeitsmarkt und der Erwerbstätigkeit.

Eltern im Kontext des schulischen Erziehungsauftrags
Im Rahmen der kindlichen Erziehung und Bildung tritt selbstverständlich noch eine zweite Instanz neben den Schulunterricht.

  • Diese ist in der heimischen Erziehung durch die Eltern zu sehen.
  • Auch die elterliche Erziehung ist grundgesetzlich über Art. 6 GG geschützt. Sie ist die wesentliche Aufgabe der Eltern und essenziell, um nachfolgende Generationen auf das Leben vorzubereiten.
  • Trotzdem ist allgemein anerkannt, dass Eltern im Vergleich zur Schule eine Art Erziehungsprivileg obliegt. Dies hat u.a. auch das Bundesverfassungsgericht festgestellt.
  • Seine Grenze findet dieses Privileg selbstredend dort, wo die Bundesländer den Schulunterricht inhaltlich ausgestalten. Andernfalls gäbe es regelmäßig schwerwiegende Konflikte zwischen den beiden Grundrechten.
  • Der Erziehungsauftrag von Eltern und Schule besteht insofern gleichberechtigt nebeneinander.
  • Dem entspricht nicht zuletzt § 2 Abs. 3 SchulGNRW, der ausdrücklich festhält: „Die Schule achtet das Erziehungsrecht der Eltern. Schule und Eltern wirken bei der Verwirklichung der Bildungs- und Erziehungsziele partnerschaftlich zusammen“.

Klingt irgendwie nicht wie Erziehung ist Sache der Schule. Die Eltern geht das nichts an.
Hier wurde auch nicht behauptet, dass die Schule NICHT erziehen möchte. Es wurde nur behauptet, dass Sie es Alleine mit den momentanen Mitteln nicht kann.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Bitte meine Antwort im Kontext bewerten, in welchem ich sie geschrieben habe. Der liebe Dickebank meinte – ich zitiere: „Wenn Schule etwas Anderes als Unterricht anbieten soll, dann muss die Politik das beschließen und umsetzen und sich dafür ausgebildetes Personal besorgen. Als Fachlehrkraft bin ich dann aber raus, da ich nicht vorhabe, das neue Stellenprofil auszufüllen.“.

Dickebank sieht sich also ausschließlich als LoL, welche(r) einen Fachlehrauftrag hat. Das ist ein absolutes Fehlverständnis der Lehrerrolle. Solche LuL sind an der Schule vollkommen falsch. Es gibt einen ganz klaren gesetzlich verankerten, von Ihnen ja zitierten, Erziehungsauftrag, der weit über das Vermitteln von Fachkompetenz hinausgeht. Ich habe also zu 100% Recht mit meiner Aussage.

Weiterhin habe ich nie behauptet, dass Eltern keine Pflicht zur Erziehung haben. Vielmehr habe ich meine Enttäuschung darüber zum Ausdruck gebracht, dass wir als eines von ganz wenigen Länder in der Welt eine Schulpflicht und keine Bildungspflicht haben (bei der die Erziehungspflicht somit selbstverständlich bei den Eltern liegt).

Das bringt das Misstrauen des Staates gegenüber den Eltern sehr deutlich zum Ausdruck und impliziert, dass der Staat es besser kann, was er sehr offensichtlich in der Realität nicht kann. Dass dieses manche Eltern zum Anlass nehmen und für sich sagen – na, dann mach es doch besser lieber Staat, wenn du meinst es besser zu können, -erscheint durchaus nachvollziehbar, wenn auch wenig sinnvoll, da das staatliche Totalversagen offensichtlich ist.

Und zu diesem Totalversagen tragen Zeitgenossen wie Dickebank aktiv bei, da sie den Erziehungsauftrag nicht als ihren, ob wohl klare gesetzliche Vorgabe, ansehen.

Solche LuL sind Systemtoxisch und braucht niemand.

Vielleicht sollte man den Eltern wieder die Verantwortung für ihre Kinder zurückgeben, dann würde es mit Sicherheit wieder mehr geben, sie sie wahrnehmen. Aber als Staat zu sagen ich traue euch nicht liebe Eltern, ihr seid unfähig, und es dann selbst komplett sehenden Auges bewusst gegen die Wand fahren, geht garnicht.

Und LuL die nicht in der Lage sind bei dem weltweiten Spitzengehalt ihre Stellenbeschreibung und den Arbeitsauftrag zu verstehen sind eine vollständige Fehlbesetzung, und zwar alle. Ohne diese sind das System Schule, die Kinder und die Eltern weit besser dran. Niemand hindert einen daran zu kündigen. Wenn es also so schlimm ist – ich liefere gerne ein vorgefertigtes Kündigungsschreiben und schicke es sogar kostenlos ab!

Erst dicke Hose und dann rumheulen geht garnicht!

Canishine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Großzügiges Angebot. Ich denke darüber nach (nicht ständig, aber immer mal wieder …).

MB aus NRW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Schattenläufer hat es doch gut ge- und beschrieben. Schule soll niemals elterliche Erziehung ersetzen. Sie hat auch einen Erziehungsauftrag, wie es ohne gehen sollte, wüsste ich auch nicht.
Selbstverständlich ist Erziehung wie von Ihnen verlinkt immer auch Aufgabe von Schule (Demokratieerziehung), aber das ersetzt doch nicht die elterliche Erziehung.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Habe ich jeh irgendwo geschrieben, dass Schule die elterliche Erziehung ersetzen soll? Das Einige was ich geschrieben habe ist, dass Schule selbstverständlich einen Erziehungsauftrag hat, weil Lehrer dickebacken meinte, dieser würde nicht existieren. Es ist wirklich krass, wie gering das Textverständnis bei vielen LuL ist.

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich denke, mit Jürgen braucht man nicht diskutieren. Er schlägt nur um sich, um was zu kaschieren? Eigene Defizite? Mangelnde Zufriedenheit? Lehrerhass aufgrund von Erfahrungen? Arrogante Argumentation von „oben“ = Facharzt, Rechtsanwalt oder Manager, der alles besser weiß? Ich weiß es nicht, sind nur Spekulationen … Aber genau solche Eltern machen den Lehrermangel noch prekärer.

MB aus NRW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Nein, ein typischer Troll. Hab ihn leider etwas mit gefüttert, hat sich nach seiner beleidigenden Antwort aber erledigt.
Jemand mit so einem Schreibstil/Satzbau ist niemals Arzt, Anwalt oder Manager.
Eigentlich ist dem Text, den er selbst verlinkt hat, genau zu entnehmen, was schulische Erziehung leisten soll und was nicht – und damit ist dann auch gut…

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Na, Ihr Heulen möchte ich hören, wenn Ihr kleines (oder großes?) Herzchen auf einmal gar keinen Unterricht und keine Erziehung bekommt, weil die LK ob solcher Eltern die Nase voll haben und tatsächlich hinschmeißen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alex

Wohin dann mit den Kleinen?

Das wird spannend! 😉

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

LoL – Lehrkraft ohne Leistung?

Bildungspflicht – da liegt die Pflicht beim Lernenden.
Dieser hat die Pflicht, sich zu bilden.

Ui, das geht ganz gewaltig nach hinten los.

Ihnen ist schon klar, dass die Situation anders herum begann? Wenn nicht – wohl etwas den Kontakt zur Realität verloren. Ihre Worte, nicht meine.

Wir haben nicht mal eine Stellenbeschreibung. Die müssten unsere wackeren KuMis nämlich sonst ändern, wenn sie sich neue Ideen gegen unsere chronische Unterbeschäftigung ausdenken. Hab noch nichts davon gesehen – Beschreibung meiner Stelle…. Tse.

Da Sie aber meine Stellenbeschreibung zu kennen scheinen – Jürgen, übernehmen Sie und retten Sie das Bildungswesen!

Quereinsteiger haben derzeit alle Chancen.

Ran an die fetten Töpfe für Nichtstun und Weltklassegehalt mit Giganto-Pensionen!

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Sie wiederum scheinen sich in Ihrer „dicken Hose“ durchaus wohlzufühlen. Kann mir nicht vorstellen, wie man mit so viel „Ballast“ etwas Sinnvolles erreichen will.
Bin übrigens keine Lehrkraft, Ihr fulminanter Auftritt hier erinnert mich dennoch irgendwie an die sog. „Auto-Poser“: Laut, brachial und….Ohrenschmerzen…
Wer’s braucht….

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich muss doch den Arbeitsauftrag nicht verstehen, ich muss ihn umsetzen. Nur mein Vertragspartner sind nicht die Eltern sondern die personalführende Stelle der Schulabteilung bei der örtlich zuständigen Bezirksregierung.
Und solange die Politik keine entsprechenden Änderungen der Dienst-/Arbeitsverhältnisse vornimmt, ändert sich auch nichts am Auftrag.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Jetzt bin ich verwirrt. Die Bezirksregierung erteilt also einen anderen Arbeitsauftrag als in den jeweiligen Landesgesetzen und in unserer Verfassung festgeschrieben? Diese Bezirksregierung müssen Sie mir Mal nennen, beim Namen, die das macht.

OlleSchachtel
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Frage: Was machen die Eltern in den 6 Jahren vor Schulbeginn?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  OlleSchachtel

Abgeben an die KiTa……. seufz.

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Mein Arbeitvertrag sieht das Abhalten von Unterricht an einer bestimmten Schule mit vorgegebenem zeitlichem Umfang vor. Er umfasst insgesamt zwei Seiten mit neun Paragraphen. Eine Stellenbeschreibung ist nicht Bestandteil des Arbeitsvertrages, da es diese nicht gibt.

Die Aufsicht beschränkt sich auf Überprüfung auf Verstöße gegen die Dienstordnung. Anlass hierzu geben Elternbeschwerden, die bei der Dienststelle eingehen.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Spitzengehalt?
Lesen Sie nur BILD oder haben Sie fremde Pilz im Wald geraucht?
Fragen Sie mal Personen mit vergleichbarem Studium was sie vom Lehrergehalt halten. Sie werden schallendes Gelächter erben.

Palim
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Das „Spitzengehalt“ wird errechnet aus dem Durchschnitt der SekI-Lehrkräfte, also auch diejenigen, die A13 und mehr am Gym bekommen, und auch diejenigen, die an den anderen Schulformen in der SekI A12 erhalten. Alle haben mindestens 10 Semester studiert, einen Bachelor und Master abgelegt und zusätzlich noch das Referendariat absolviert und mit 2. Examen bestanden.

Dafür gibt es dann auch „Spitzen-Arbeitszeiten“, aber die wird ja bisher nicht öffentlich erfasst.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wie gesagt, manche müssen um Entlassung b i t t e n.

Da ist nichts mit „Hiermit teile ich Ihnen mit, dass ich fristgerecht zum 31.X.20YZ kündige.“

Ich halte es auch nicht für richtig, Eltern zu sagen, dass man ihnen nicht zutraut, ihre Kinder zu erziehen.

Denn irgendwie läuft es ja mit der V“Erziehung“. Die Werte des Individuums passen halt nicht mehr zur Gesellschaft. So viele kleine Prinzen und Prinzessinnen und so wenig (Klassenraum)Land… Das kann nicht gut gehen. Keiner will „nur“ Graf sein, alle wollen ihr Recht auf den (KlassenClown- oder was auch immer)-Thron.

Deswegen finde ich ja eine Art Elternschule bereits vor der Entbindung schon ganz schon überdenkenswert.

Für beide!

Ob eine Teilnahme Pflicht werden muss – keine Ahnung.

Mein Hund läuft prima ohne Leine, kommt wenn ich rufe und ist sehr umgänglich – Leinenzwang.

Die beste Leine ist eine gute Erziehung – bei Mensch und Tier.

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Im niedersächsischen Schulgesetz sieht es etwas anders aus…

Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Erziehung Elternsache ist.

Mein Vorstellungsvermögen reicht aber soweit, dass ich die „übergeordnete Bedeutung“ von Schulen für unser gesellschaftliches Zusammenleben erkennen kann. Dokumentiert z.B. im Schulgesetz in Niedersachsen.

Ehrlich gesagt finde ich die Diskussion erschreckend und feige.

https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/service/rechts_und_verwaltungsvorschriften/niedersachsisches_schulgesetz/das-niedersaechsische-schulgesetz-6520.html

1 Die Schule soll im Anschluss an die vorschulische Erziehung die Persönlichkeit der Schülerinnen und Schüler auf der Grundlage des Christentums, des europäischen Humanismus und der Ideen der liberalen, demokratischen und sozialen Freiheitsbewegungen weiterentwickeln.
2 Erziehung und Unterricht müssen dem Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland und der Niedersächsischen
Verfassung entsprechen; die Schule hat die Wertvorstellungen zu vermitteln, die diesen Verfassungen zugrunde liegen.
3 Die Schülerinnen und Schüler sollen fähig werden,
– die Grundrechte für sich und jeden anderen wirksam werden zu lassen, die sich daraus ergebende staatsbürgerliche Verantwortung zu verstehen und zur demokratischen Gestaltung der Gesellschaft beizutragen,
– nach ethischen Grundsätzen zu handeln sowie religiöse und kulturelle Werte zu erkennen und zu achten,
– ihre Beziehungen zu anderen Menschen nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit, der Solidarität und der Toleranz sowie der Gleichberechtigung der Geschlechter zu
gestalten,
– den Gedanken der Völkerverständigung, insbesondere die Idee einer gemeinsamen
Zukunft der europäischen Völker, zu erfassen und zu unterstützen und mit Menschen anderer Nationen und Kulturkreise zusammenzuleben,
– ökonomische und ökologische Zusammenhänge zu erfassen,
– für die Erhaltung der Umwelt Verantwortung zu tragen und gesundheitsbewusst zu
leben,
– Konflikte vernunftgemäß zu lösen, aber auch Konflikte zu ertragen,
– sich umfassend zu informieren und die Informationen kritisch zu nutzen,
– ihre Wahrnehmungs- und Empfindungsmöglichkeiten sowie ihre Ausdrucksmöglichkeiten unter Einschluss der bedeutsamen jeweiligen regionalen Ausformung des Niederdeutschen oder des Friesischen zu entfalten,
– sich im Berufsleben zu behaupten und das soziale Leben verantwortlich mitzugestalten.
4 Die Schule hat den Schülerinnen und Schülern die dafür erforderlichen Kenntnisse
und Fertigkeiten zu vermitteln.
5 Dabei sind die Bereitschaft und Fähigkeit zu fördern,
für sich allein wie auch gemeinsam mit anderen zu lernen und Leistungen zu erzielen.
6 Die Schülerinnen und Schüler sollen zunehmend selbständiger werden und lernen,
ihre Fähigkeiten auch nach Beendigung der Schulzeit weiterzuentwickeln.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Eben, „im Anschluss an die VORSCHULISCHE Erziehung“!

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

@ Schattenläufer

Von der Wiege bis zur Bahre

https://gedichte.xbib.de/Boesche-Zacharow_gedicht_Von+der+Wiege+bis+zur+Bahre.htm#:~:text=ein%20unschuld%C2%B4ges%20Geistlein%2C%20ganz%20leicht%20und%20noch%20leer.&text=oft%20b%C3%B6sart%C2%B4ges%20Wesen%2C%20dess%20%C2%B4%20Geist%20voll%20und%20schwer.

tut sich einiges.

Hat da die FDP im BVG gestöbert.
“ Eigenverantwortlichkeit “ für Eingliederung in den Arbeitsmarkt und Erwerbstätigkeit durch Schulpflicht 😉 außer Bußgelder zu schreiben ist ja dann nichts zu tun…
+
Eigenverantwortung im Privatbereich
🙂
Alles getan, läuft, die Politik -> dann auch die LuL, alle arbeitslos.
Weil jeder Bürger ( das BVG kennt )
Staatsverantwortung ablehnt und ausschließlich eigenverantwortlich handelt, jaja……

Ich gestehe, so genau hatte ich noch nicht ins Gesetz geschaut.
Danke @ Schattenläufer.

Sissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Sissi

Noch ein süßer tweet zur > Eigenverantwortung

https://mobile.twitter.com/narkosedoc/with_replies

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Freuen Sie sich auch nicht zu früh über den erwähnten Lehrer weniger.
Momentan ist der Job so beliebt, dass mit jedem Lehrer weniger die reale Chance für sie steigt, dass Sie wirklich Gelegenheit bekommen sich selbst um die Erziehung der Kinder kümmern zu dürfen oder besser zu müssen.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Ich fände das total toll!

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Dann nachen Sie es doch einfach.
Zur Not auswandern…

Karl-Heinz
1 Jahr zuvor
Antwortet  Darfdaswahrsein

Ja, genau: „Geh doch nach drüben!“ Kleiner Hinweis: die 80er sind lange vorüber.

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Da ist anscheinend Leseverständnis notwendig bei Ihrer Einmischung.
Ich schrieb in keiner Zeile etwas von „Drüben“.
Ich bezog mich auf @Jürgens Aussage, LuL abzuschaffen und sich selbst um alles zu kümmern fände er toll.
Dazu habe ich ihm empfohlen dies zu tun, und da wir in Deutschland Schulpflicht haben, wäre eine Möglichkeit auszuwandern, in ein Land seiner Wahl wo Heimunterricht erlaubt ist.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ich meine da soll noch einer die LuL verstehen. Erst beschweren sie sich dass sie die Kinder erziehen sollen und dann gibt es Eltern die das machen und sogar wieder mehr Pflichten und auch Rechte an ihren Kindern haben wollen, und dann gibt’s dafür auch wieder Daumen runter. Verstehe noch einer die LuL.

Kein Wunder, dass es in der Schule so chaotisch ist – da weiß scheinbar niemand was er/sie will und alle interpretieren ihren Job gerade so, wie das Wetter und die Lust und Laune sind…

Naja, bei dem Gehalt kann man es sich eben leisten

Darfdaswahrsein
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ach ist er nicht süß, der kleine Jürgen.
Jetzt hat er es uns aber wieder mal gegeben, so richtig in die Pfanne gehauen und uns so richtig den Marsch geblasen.
Dann hat er jetzt sicher ein richtig gutes Gefühl, ist bestimmt 3cm gewachsen und die Schultern sind auch breiter geworden.
Sicherlich kann er jetzt richtig gut schlafen heute Nacht, mit einem enormen befriedigten Gefühl.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Genau!

Muss nun mein Weinchen picheln, Austern schlürfen, meinen Kontoauszug einrahmen, mich vom Flug in die Karibik erholen und den nächsten Urlaub planen 😉

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Von mir aus kann der Elternwille noch mehr zum Gesetz werden als jetzt schon.

Sie wollen homeschooling? Bitte, von mir aus – das zum rechtskonformen Akt machen, Zugang zum staatlichen Schulsystem wird damit auch gekappt bzw. explizit verboten. Teilnahme an den zentralen Prüfungen, sofern gewünscht: Stuhl dazu, fertig.

Sie wollen die Betreuungsschule, ganztägig?

Mein Stundendeputat entsprechend erhöhen, Kohle überweisen, ich bin dabei. Mir fällt ne Menge lebenspraktischen Zeug ein – so hab ich weniger Arbeit, Schüler müssen weniger lernen, alle gewinnen. (Gut, Bildung geht den Bach runter, aber das ist eh heteronormatives cis-Geschwätz und kalter Kolonialkaffee, von daher…)

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Troll

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Niemand verbietet es Ihnen, sich um Ihre Kids zu kümmern. Gerne auch um die anderer Leute.

Auch Erzieher und Erzieherinnen werden gesucht und gebraucht.

Die müssen aber noch eine Ausbildung machen.

Quereinsteiger haben es da leichter und sind schneller mit der Realität konfrontiert.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Sie dürfen das auch ohne Lehrermangel – sind doch Ihre Kinder 😉

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Grins 😉

Sie machen dem Provokations-Performer alle Ehre! 😉

Canishine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Wenn mehr Erziehung, dann halt weniger Unterricht.
(Dann mache ich sogar Hausbesuche, wenn gewünscht – danke, ich trinke Tee. Aber nur bis 17:00 Uhr, meine Familie wartet.)

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Canishine

Zu DDR-Zeiten kamen die Klassenleiter 1x pro Schuljahr nach Hause. So erinnere ich mich.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Das diente aber eher der Erziehung und Kontrolle der Eltern und nicht der Kinder.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alex

@Alex
Woher wissen Sie das? Sind Sie „Ossi“? Es ging in erster Linie um die Kinder.Es mag auch in seltenen Fällen ideologische Gründe gegeben haben. Das habe ich persönlich und im Bekannten- und Verwandtenkreis nicht erlebt. Auch nicht in meiner DDR-Zeit als Lehrer wurde das an den beiden Schulen an denen ich tätig war, immer als Beratungsgespräch für die Eltern gehandhabt. Meine Erfahrung aus dieser Zeit: Die Eltern waren oft offener und zugänglicher bei den Gesprächen zu Hause, als in der ungemütlichen Schulatmosphäre auf unbequemen Kinderstühlen.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich habe als Klassenleitung auch Hausbesuche gemacht, als Wessi. War oft sehr aufschlussreich und hat viel Verständnis für die Kinder kreiert.

Lanayah
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Mich hätte ein Hausbesuch eines Klassenlehrers grnervt. Wozu auch? Nicht mal mein Arzt macht Hausbesuche.

Canishine
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hornveilchen

Gibt es dafür dann Dienstwagen mit DSGVO-konformer Betriebssoftware?

SB HS Lehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Es mag erschreckend klingen, aber ich hab tatsächlich keinen Arbeitsvertrag und die Aufgabenbeschreibung durfte ich mir an einem pädagogischen Tag selber erarbeiten.

Im Kern haben Sie recht Jürgen, wir Lehrer sollten wissen auf was es in unserem Beruf ankommt – aber nicht jeder wird Lehrer weil er Pädagoge sein möchte, sondern weil er für sein Fach brennt.

Das bemerke ich oft bei meinen Referendaren, dass die von mir erstmal auf Augen auf gesetzt werden müssen und das Beziehungsarbeit, das A und O des guten Lehrers ist.

LG

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  SB HS Lehrer

Danke SB HS Lehrer für die ehrliche Antwort und das Teilen des Verständnisses, dass die gute menschliche Beziehung der LuL zu den SuS das A und O ist.

Es ist schade, dass nicht jeder Lehrer Pädagoge sein möchte, da wir als Eltern immer weniger Zeit mit unseren Kindern zugestanden bekommen und dieser Ausfall nicht kompensiert wird in der Schule, die immer mehr Zeit in Anspruch nimmt. Das Ergebnis sehen wir gerade…

Teacher Andi
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Ja Jürgen, so ist es heute …. Der Erziehungsauftrag der Eltern (den gibt es auch!!!) wurde geschrumpft, dafür der Erziehungsauftrag der Lehrer ausgeweitet. Wenn Sie Ihre zitierte Quelle genau lesen, da steht Werteerziehung und gesellschaftlich relevante Themen, aber wir müssen den Kindern nicht die grundlegenden Fertigkeiten für den Alltag beibringen, was ja auch schon von Eltern angemahnt wurde. Also ich habe mit meinen Kindern gekocht, gebacken, die Bank besucht, war ein Vorbild für bestimmte Dinge im Alltag und habe sie auf die meisten Dinge, die wichtig sind fürs Leben vorbereitet. Scheint heute nicht mehr „en vogue“ zu sein. Man setzt Kinder in die Welt und gibt sie ab und erwartet, dass die anderen die Arbeit machen. Das kann ich keinesfalls gutheißen, und die Lehrer sind alles andere als verantwortlich für alle Bereiche einer kindlichen Entwicklung. Auch wenn Eltern überlastet sind vom Job, sie haben immer noch eine Verantwortung. Und wenn sie dieser nicht gerecht werden können, sollen sie sich genau überlegen, ob sie Kinder wollen. Das sollte kein Statussymbol sein.
Wenn Eltern schon mit der Erziehung von 2-3 Kindern überfordert sind, was soll dann der Lehrer sagen, der 30 davon in der Klasse sitzen hat? Da kann keine individuelle Erziehung mehr stattfinden.

447
1 Jahr zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Machen Sie sich Mal keinen Kopf – wer Fachwörter weder versteht noch nachschlagen kann und sich ständig auf das „ach so krasse“ Lehrergehalt als Neidobjekt stürzt … zeigt indirekt dadurch schon den Eigenstatus an: Minderleister in der Wirtschaft, damit auch bei Gehalt und Bildung. Diese Leute bleiben ihr Leben lang Weisungsempfänger, die pubertäre Hassfixierung auf „den Lehrer“ verfestigt sich zur Lebenseinstellung. Immer ist wer über Ihnen, immer gehorchen müssen…der typische „alle Chefs sind doof“-0815-AN…der aber gleichzeitig zu feige und sicherheitsbedürftig ist entweder zu rebellieren oder aber das „Schweinesystem der doofen Chefs/Lehrer“ zu verlassen.

Ignorieren, wenn frech gleich sanktionieren.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Bildung 90 %, Erziehung 10%

War mal so.

Heute:

Bildung 10%, Erziehung 120%.

120%? Ja, viele Eltern gleich mit!

Die Werte sind geschätzt, basieren auf den letzten 21 Jahren in denen u.a. ich die Verschiebung der Aufgabenverteilung sehr deutlich beobachten konnte.

Hornveilchen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Genau so ist es, Jürgen. Erziehung war immer ein Teil der Aufgaben eines Lehrers. Steht in jedem Schulgesetz. Wie kann man das bestreiten, liebe Kollegen?! Schaut doch mal nach.

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

@Jürgen, was hat denn die Schulpflicht, die ja die Kinderarbeit verhindern sollte, mit den Erziehungspflichten der Erziehungsberechtigten zu tun?
Unabhängig von der Schulpflicht hat die Schule – gemeint sind staatliche, allgemeinbildende Schulen – in erster Linie einen Bildungsauftrag und in zweiter Linie einen Erziehungsauftrag, den sie in Kooperation mit den Eltern/Erziehungsberechtigten wahrnehmen soll. Ich verweise an dieser Stelle auf den Artikel 6 Satz 2 des GG.
(1 Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.
2 Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.)
Laut Rechtsprechung stehen staatlicher Bildungsauftrag und das Erziehungsrecht der Eltern nicht im Widerspruch.

So viel zum Themenkomplex der Staatsorga.

Ich habe aber in meinem Post auf die gesellschaftlicchen Verpflichtungen abgestellt, die sich für angestellte Lehrkräfte aus ihrem jeweiligen, privatrechtlichen Arbeitsvertrag ergeben. Und hier gibt es einen gewaltigen Klärungsbedarf. Denn anders als es breite Teile der Bevölkerung meinen, gibt es keine Stellenbeschreibung für dieses spezielle Arbeitsverhältnis. Es werden im Arbeitsvertrag ganz allgemein die Bestimmungen der ADO und der ASchO sowie die sonstigen beamtenrechtlichen Regelungen auf die Lehrkräfte im Angestelltenverhältnis (Tarifbeschäftigte) übertragen. Das gilt sogar in Bezug auf die Deputatsverpflichtung, die bei Angestellten und Beamten gleich ist. Hier weicht die Arbeitszeitregelung eindeutig von den sonstigen Gepflogenheiten des ÖD ab. In allen anderen Bereichen erhalten Angestellte einen Ausgleich für die geringere Vergütung über eine geringere Wochenarbeitszeit (Beamte 41 Wochenstunden, Angestellte 38,5 WS).

Die gesellschaftlichen Forderungen an die Aufgaben von Schule werden von der Politik gerne aufgegriffen und auf die Lehrkräfte übertragen. Dies geschieht aber, ohne dass die entsprechenden arbeitsrechtlichen Bedingungen geregelt werden. In Bezug auf die verbeamteten Lehrkräfte, die in einem beamtenrechtlichen Dienstverhältnis zum Dienstherren stehen, mag das ja noch in Ordnung sein. Für tariflichbeschäftigte AN gelten aber arbeitsrechtliche Verpflichtungen, denen der AG nicht nachkommt.

Wenn der AG das Stellenprofil für angestellte Lehrkräfte verändert, dann muss er auch die entsprechenden Passagen im Arbeitsvertrag abändern. Und dieser Verpflichtung kommen die Länder als Arbeitgeber der angestellten Lehrkräfte nicht in ausreichendem Maße nach. Es wird sich dabei auf das Direktionsprinzip berufen, das sich aber zwischen Beamten und Angestellten grundlegend unterschiedlich darstellt. Natürlich sind Angestellte weisungsgebunden – aber Grundlage dieser Weisungen sind die Bestimmungen des Arbeitsvertrages.

Wenn ich meinen Arbeitvertrag zwischen mir als Lehrkraft und dem Land NRW vertreten durch die Schulabteilung der zuständigen Bezirksregierung mit den (eigenen) Arbeitsverträgen mit vormaligen Arbeitgebern der „freien Wirtschaft“ und anderer kommunaler und staatlicher Institutionen vergleiche, bekomme ich jedesmal einen heftigen Brechreiz. Die Arbeitsverträge für tarifbeschäftigte Lehrkräfte hier in NRW sind ein Witz, die einer arbeitsrechtlichen Beurteilung kaum standhalten dürften. Leider ist das Interesse der berufsständischen Organisationen und Verbände dagegen vorzugehen nicht sonderlich ausgeprägt.

Des Weiteren bin ich nicht der Meinung, dass mein Arbeitsvertrag den Forderungen Dritter unterworfen werden darf. Wenn sich die gesellschaftlichen Bedingungen verändern und das Auswirkungen auf meine Tätigkeit hat, dann muss mein Arbeitgeber das mit mir im Einzelfall klären. Das kann er ja jederzeit durch eine Änderungskündigung erreichen – nur das traut er sich nicht, da dadurch noch mehr Lehrkräfte ihre Verträge vorzeitig beenden würden.

Btw in NRW sind rund 20% der Lehrkräfte tarifbeschäftigt.

Einer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Schule hat vorrangig einen Bildungsauftrag und keinen Erziehungsauftrag!
Eltern haben einen Erziehungsauftrag! Wenn sie diesen nicht machen wollen, sollten sie sich keine Kinder anschaffen!
Wenn die Eltern nicht erziehen, dann muss ich es als Lehrer es erst gar nicht versuchen. Und ich werde es auch nicht. Dann registriere ich die Leistung und mehr nicht.

PaPo
1 Jahr zuvor
Antwortet  Einer

Natürlich hat Schule einen Erziehungsauftrag: Allg. soll Schule (auch ungeachtet der Spezifika diverser Landesgesetze) eine (im Idealfall komplementäre) Erziehungs- i.S.e. Sozialisationsfunktion(!) haben. Ich denke, würde man in dieser Diskussion den Erziehungs- mit dem (übergeordneten) Sozialisationsbegriff ersetzen, hätten wir weniger Reibungspotezial. Dass Schule eine Sozialisationsinstanz ist und sein soll, wird wohl niemand bezweifeln, oder?

Die Frage ist jetzt, was konkret die diesbzgl. Aufgabe von Schule sein soll:
Sie soll dort, wo das autopietische (seitens des Grundgesetzes basal normierte) Ziel der Sicherstellung einer pluralistischen, sozialen, freiheitlich-demokratischen, aber auch leistungsorientierten Grundordnung (durch die Ermöglichung von sozio-politischer und -kultureller Partizipation unserer Schüler am Ende ihrer Schulkarriere) gefährdet ist, auch ggf. eine Korrekturfunktion darstellt.
Ziel ist es, die Schüler durch Bildung letztlich zu eigenverantwortlichen, gemeinschaftsfähigen, demokratischen Staatsbürgern zu erziehen, die zu sozio-politischer,, -kultureller undöknomischer Partizipation, zur Mündigkeit, zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (im Rahmen der fdGO) befähigt werden. Es geht also um Erziehung durch Bildung, aber nicht ausschl., so ist es ja auch intendiert, dass Schüler in Klassen/Kursen zusammen lernen (Stichwort: Gemeinschaftsfähigkeit), wird auf basale (elterlicherseits zu vermittelnde) Sozialkompetenzen abgestellt u.ä.

Und das ist es auch, was ich meine, was @J.S. (https://www.news4teachers.de/2023/01/verantwortung-den-eltern-zurueckgeben-muetter-wehren-sich-schule-ignoriert-den-gesellschaftlichen-wandel/#comment-493480) und @Schattenläufer (https://www.news4teachers.de/2023/01/verantwortung-den-eltern-zurueckgeben-muetter-wehren-sich-schule-ignoriert-den-gesellschaftlichen-wandel/#comment-493497) eigtl. skizziert haben. Da sehe ich erstmal keinen direkten Widerspruch zur Grundaussage von @Jürgen, auch wenn diese natürlich mit allerhand Animositäten garniert ist, die entsprechende Reaktionen sehenden Auges provozieren.

Aber vielleicht dann doch noch zu diesem Punkt von @Jürgen ein Kommentar:
„Das bringt das Misstrauen des Staates gegenüber den Eltern sehr deutlich zum Ausdruck und impliziert, dass der Staat es besser kann, was er sehr offensichtlich in der Realität nicht kann. Dass dieses manche Eltern zum Anlass nehmen und für sich sagen – na, dann mach es doch besser lieber Staat, wenn du meinst es besser zu können, -erscheint durchaus nachvollziehbar, wenn auch wenig sinnvoll, da das staatliche Totalversagen offensichtlich ist.“
Eine ausschl. negative Sichtweise auf das Phänomen. Ungeachtet dessen, dass der Staat es tatsächlich oftmals „besser kann“ (ohne das quantifizieren zu wollen oder können und ohne hier anekdotische Evidenz wirken lassen zu wollen), (a) haben Staat und eine freiheitliche, plurale, demokratische Gesellschaft gleichermaßen ein Interesse daran, die oben skizzierte Erziehung/Sozialisation/Bildung sicherzustellen und diesbzgl. nicht lediglich Gutglaubensschutz zu gewähren, (b) könnte man das Phänomen positiver werten, nämlich elterliche und schulische Erziehung als zweckdienlich komplementär realisieren (Schule kann und soll nicht alles anerziehen; Eltern können und sollen nicht alles anerziehen – alleine das soziale Lernen im skizzierten Sinne erscheint bereits nicht möglich… und bitte nicht mit homeschooling initiatives nach US-Vorbild argumentieren, da greift dann u.a. der erste Punkt), (c) stellt zudem ist auch das Erziehungsprivileg der Eltern gem. Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG in einem gewissen Rahmen einen Schutz gg. überbordende staatliche Einflussnahme dar (was iirc auch – angesichts der Erfahrungen in der NS-Zeit – ein Agens des Parlamentarischen Rats damals war), weshalb hier eine entsprechende Schwarzmalerei der Schulpflicht als erdrückendes Übel ungerechtfertigt ist, und ist (d) die Diagnose des Totalversagens des Staates (hier in Form der Schulpflicht, ergo letztlich ein vermeintl. Totalversagen der Schulen) dermaßen überzogen und ungerechtfertigt, dass Sie sich damit leider am Ende nur selbst desavouieren.

Jürgen
1 Jahr zuvor
Antwortet  PaPo

@PaPo, guter Beitrag! Und ja, Sie liegen vollkommen richtig wenn Sie sagen, dass meine Formulierungen „dermaßen überzogen und ungerechtfertigt“ sind, das stelle ich überhaupt nicht in Abrede, war allerdings eine bewusste Provokation meinerseits, da ich Interesse und Freude an den Reaktionen hatte. Oft bieten Reaktionen auf solche Aussagen die Möglichkeit, „das Innterste nach Außen“ zu kehren, was offensichtlich geklappt hat…

Selbstverständlich ist die aktuelle Lage wesentlich differenzierter zu betrachten, entscheident ist meiner rein persönlichen Ansicht nach die Richtung der Entwicklung, und die aktuelle Entwicklung in vielen Bereichen des staatlichen Handelns, so auch im Schulsystem.

In den letzten 20 Jahren hat sich das „Handeln“ des Staates darauf beschränkt, immer mehr Verantwortung an sich zu ziehen und immer weiter den Handlungsspielraum, so auch im schulischen Umfeld, des „mündigen“ Bürgers und Bürgerin einzuschränken in der Annahme, dass diese nicht in der Lage sind, eigenverantwortlich ihr Leben zu bestreiten. Insbesondere im schulischen Umfeld hat sich da dadurch ausgedrückt, dass die Zeiten welche Kinder in ihrer Familie verbringen können, immer weiter abgenommen haben, weil diese immer mehr Zeit in der Schule verbringen müssen. Nur leider hat es der Staat versäumt, die dadurch wegfallenden Möglichkeiten Elternseits ihre Kinder zu erziehen, zu kompensieren durch Schaffung entsprechender Möglichkeiten und Voraussetzungen Schulseits.

Dass sich das System Schule, und der Staat, nun über einen Verfall der gesellschaftlichen Strukturen und „Sitten“ beschwert, ist verständlich, aber nichts anderes als eine logische Konsequenz die sich aus dem Handeln des selbigen ergibt. Wir haben hier ein (nicht einfaches) Ursache-Wirkungs-Prinzip.

Die aktuell stattfindende Entwicklung war also in nicht geringen Teilen vorhersagbar und staatlich eigenverschuldet. Wenn man sich ein wenig mit systemischen Archetypen (keine! Raketenwissenschaft) befasst, ist auch die weitere Entwicklung vorhersagbar – und die verheißt nichts gutes.

Wie sagt man so schön – man hätte es wissen können, wenn man denn gewollt hätte. Insofern stelle ich durchaus in Frage, ob der „Staat“ es wirklich besser kann und behaupte, er kann es nicht, wenn man sich die ganzen Baustellen in unserem Land anschaut, die wir alle, selbstverschuldet und in weiten Teilen vorhersagbar, aktuell haben.

Aber wie kommt man da wieder raus, aus der Fall, dass man jetzt alles mit „noch mehr Staat“ versucht zu lösen, anstatt wieder beginnt, Vernatwortung an die Menschen, die Gesellschaft zu übergeben?

Wir entfernen uns aktuell immer weiter vom eigentlichen Gründungsprinzip unserer Gesellschaft, der subsidiären sozialen Marktwirtschaft. Hier gibt es sicherlich einen Richtungsstreit – die einen fokussieren mehr auf „sozial“ im Sinne von – der Staat muss sich um alles kümmern, die anderen fokussieren mehr auf das Subsidiaritätsprinzip. Ich bin ein Freund, sicherlich nicht schwer festzustellen, des Subsidiaritätsprinzip. Denn – um noch mal auf die Archetypen zu sprechen zu kommen – wir befinden uns in einem komplexen adaptiven System (CAS). Und in solchen Systemen sind staatliche Top-Down-Ansätzen, wie wir sie immer weiter ausbauen, nicht zielführend, bzw. bringen nie gute Ergebnisse. In komplexen adaptiven Systemen kommt man nur zurecht indem man die verteilen Ressourcen mit einem hohen Autarkiegrad und schnellem Lernen schlau nutzt.

Wir tun gerade genau das Gegenteil. Und wo das hingeführt hat, und wo das aktuell weiter hinführt, sehen wir gerade sehr gut am System Schule.

Daher ist mein Statement ganz klar, nicht mehr, sondern weniger Staat wagen und nein, er kann es nicht besser, er sollte sich an unserem staatlichen Gründungsprinzip des subsidiären Staates orientieren. Dann werden wir wieder flexibler, geben wieder mehr Verantwortung in die Gesellschaft, und werden auch wieder besser mit der hohen Komplexität in der Welt zurecht kommen. Nur so schaffen wir es, eine resiliente Gesellschaft zu bauen.

Und ich bin mir sehr sicher, dass Ludwig Erhard sich heute im Grabe undrehen würde wenn er sehen könnte, wo wir aktuell stehen, bei wie viel Staat 😉

Hartmut
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Hallo Jürgen
Auf welchen Planeten leben Sie denn.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Hartmut

Vermutlich auf einem, der sich bereits selbst zerstört hat.

Ist erstaunlich ruhig um Jürgen – oder Netz ausgefallen? 😉

Christian
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Stimmt, Lehrer haben einen „Erziehungsauftrag“ – das Problem ist nur, dass sich manch ein schulisches „Genie“ durch Erziehung in seiner „verhaltenskreativen“ Entfaltung gehemmt sieht, woraufhin manch klagefreudige Eltern auf den Plan treten und das große Heulen und Zähneklappern bei den Schulleitungen beginnt. Notfalls gehts dann mit den Beschwerden weiter zum Anwalt, zum Schulamt oder etwaigen Diskriminierungsbeautragten. Oder aber Eltern fühlen sich, wie in Ihrem Fall, nicht zuständig oder wie neulich der Vater eines Schülers am Telefon: „Das macht meine Frau!“

Sobald mal schulische Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen ergriffen werden wie z.B. Ausschluss von Klassenfahrten oder vorübergehende Suspendierung vom Unterricht sind die ach so beschäftigten Eltern plötzlich gar nicht mehr einverstanden mit ebenjenem Erziehungsauftrag und bestehten nunmehr auf ihrer Autorität in Fragen Erziehung. –
Dabei wiederum erhalten sie politische Rückendeckung, zumal die Bildungspolitik ja darauf ausgerichtet ist, die Quadratur des Kreises zu propagieren, also einerseits die Autorität des Lehrers zu sabotieren und ihn zum bloßen „Lernbegleiter“ des stets lernwilligen Kindes umzufunktionieren und andererseits die Regelklassen mit allen möglichen „verhaltensoriginellen Kindern“ vollzustopfen (Inklusion) und die Schulen mit deren „Erziehung“ (die im Grunde oft ein Durchwinken ist) alleinzulassen.

Sich aus der Verantwortung für die Erziehung Ihrer Kinder gänzlich herauszustehlen, wie Sie es tun, wirft die Frage auf, was für ein Vorbild für Ihre Kinder abgeben wollen (sofern Sie wirklich welche haben).

TaMu
1 Jahr zuvor
Antwortet  Jürgen

Jürgen, Sie sind einer der wenigen Väter, die sich freuen, wenn die Lehrer ihrer Kinder kündigen und ihre Jobs nicht mehr machen wollen. Ich freue mich für Sie, weil Sie auch in Zukunft viel Grund zur Freude haben werden. Und bisher 194 rote Daumen gegen 41 grüne Daumen, Respekt, das ist auch auf n4t bemerkenswert.

G.P.
9 Monate zuvor
Antwortet  Jürgen

Zu den Elternpflichten empfehle ich die Lektüre des Artikels 6, 2. Absatz unseres Grundgesetzes: Pflege und Erziehung sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.
„zuvörderst“ bedeutet „vor allem anderen“

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  G.P.

Der letzte Part wird nur allzugern vergessen, von Eltern, Medien, Politikern.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Jürgen

Dann sollen sich aber bitte genau die Eltern, die ihre Kinder nullkommanull erziehen nicht beschweren, wenn diesen Part der elterlichen Aufgabe (Grundgesetz!) von LuL übernommen wird. Leider ist aber genau das sehr oft der Fall.

Uwe
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Ja echt unverschämt von Arbeitnehmern zu verlangen sich an etwas neues anzupassen. So etwas aber auch.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Wenn das neue bedeutend mehr Arbeit macht und gleichzeitig beim Lohn nichts passiert und die Arbeitsbedingungen sich eher verschlechtern, dann würde sich jeder Arbeitnehmer beschweren.

Karl-Heinz
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Nein, der würde kündigen. Traut sich der Durchschnittsleher aber nicht, dafür sind die Annehmlichkeiten doch zu verlockend.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Spricht da der Neid oder der Hass 😉

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Schwätzer.

Lehrer sind Beamte und vom Studium her prinzipiell auf einen extrem großen Arbeitgeber fixiert.
Sie fordern hier mit BILD Bildung einfach mal durch das Verlassen des Beamtenstatus gravierende Einbußen bei der Altersversorgung hin zu nehmen und dann auf einem Arbeitsmarkt, der nur bedingt Einsatzmöglichkeiten hat, einen weniger qualifizierten und somit schlechter bezahlten Job an zu nehmen.
Wie oft haben Sie denn bisher, bei bestimmt besseren Bedingungen, bisher den Arbeitsplatz nach einem Streit mit dem Chef oder weil ihnen ihr Bürostuhl zu unbequem war gewechselt?

Wenn die Pläne unserer Politiker wahr werden und man das Beamtenverhältnis mit Lehramtsstudium gegen eine Anstellung für Quereinsteiger mit allgemeinem Studium als Ingenieur, Architekt, Physiker, Informatiker oder ähnlichem ersetzt, dann werden Sie und die KMK sich noch sehr wundern.
Tipp. Bei Renovierungen wäre es sinnvoll eine Drehtür in die Lehrerzimmer ein zu bauen.
Leute die eine echte Wahl hätten wären nämlich bei näherem Einblick ins Berufsleben der Lehrer schneller wieder weg als sie da waren.

Rabe aus NRW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Was ist denn das Neue? Das Eltern jetzt die Basiserziehung nicht mehr übernehmen wollen? Schule fängt mit ca. 6 Jahren an. Was passiert bis dahin? Ach ja – diese Aufgaben muss der Kindergarten erledigen.
Schaffen Sie sich ein Teddybärchen an!

DerechteNorden
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Uwe, das machen wir andauernd, ohne dass Sie irgendwas davon mitzukriegen scheinen.
Wir sind die falsche Adresse! Beschweren Sie sich bei den Bildungsministerien, nicht bei uns!
Danke!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Ich bin so froh, dass wenigstens Sie das erkannt haben und mit uns fühlen.

So viel Empathie gibt es selten von Elternseite.

Schön, dass es auch anders geht 😉

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Uwe ist doch HS – Lehrer…?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Echt?

Ich habe gerade hoch- und runtergescrollt und nichts dazu gefunden.

Wenn ich mich irre – …

Es gibt noch einen uwe – der schreibt sich klein.

Hm, ist vielleicht mit der falschen Bezeichnung versehen… worden … von mir.

Nun, ein wenig Empathie in alle Richtungen und von allen Seiten kann nicht schaden.

Karl-Heinz
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Hier dominiert eher die Forderung nach Arbeitsreduzierung und gleichzeitiger Gehaltserhöhung.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Wie gesagt – Neid oder Hass?

Es steht jedem frei, diesen Beruf zu wählen, wenn er mit seinem eigenen nicht (mehr) zufrieden ist .

Herzlich willkommen!

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Karl-Heinz

Es dominiert die Forderung nach mehr Bildung.
Sie könnten als Paradebeispiel für die Notwendigkeit dieser Forderung herhalten.
Zumindest wenn ich den geistigen Gehalt ihrer „Argumente“ so bewerte.

PaPo
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Es geht nicht um eine simple Anpassung, es geht um Integrität:
Jedes weitere Nachgeben in dieser Sache kommt einer Selbstverleugnung gleich, widerspricht dem Sinn und Zweck von Schule… und ja, es soll auch Lehrer geben, die ihre Tätigkeit nicht lediglich als Job, sondern als Profession wahrnehmen und Sinn aus dem Umstand schöpfen, hier einen essenziellen gesellschaftlichen Beitrag zum Erhalt der Gesellschaft zu leisten und nicht kommentarlos alles schlucken.

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Ich warte auf den Tag, oder ist er schon da(?), an dem zukünftig auch vom Chef eines Unternehmens erwartet wird, dass er, pädagogisch und psychologisch gründlichst geschult, auf die Ressentiments jedes einzelnen Angestellten empathisch und zeitintensiv eingeht.
Sollte besagter Chef ( er/sie/div.) es zeitlich schaffen, dies zu leisten, obwohl der Tag lediglich 24 Std zu bieten hat, wünsche ich ihm, dass er gleichzeitig noch seinen unternehmerischen Anforderungen gerecht werden kann.
Wär sonst blöd. Für alle dort.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mary-Ellen

Das wird sofort passieren, wenn alle unsere noch nicht reifen, unsicheren Schülys die Ausbildungsplätze bekommen, auf die sie nicht vorbereitet sind.

So etwas ist unsere Aufgabe – sie auf das Leben nach der Schule vorzubereiten. Aber ich muss zu meiner Schande gestehen, dass die Kids und auch die Jugendlichen sich immer weniger (an)leiten lassen.

Muss an mir liegen, ist ja flächendeckend so.

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich merk schon, Riesenzwerg, ich wurde verstanden!
😉

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Liegt das vielleicht daran, dass die angehenden Cefs von ihren Lehrkräften während der Schulzeit darauf nicht vorbereitet worden sind?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Garantiert!

Chrissi
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Wir sind hier schon sehr sehr dankbar, wenn der Bildungsauftrag der Schule überhaupt erfüllt wird. Leider erleben wir seit 10 Jahren, solange sind unsere Kinder schulpflichtig, LuL, die dauerkrank und abwesend sind. Und wenn dann Unterricht stattfindet, das heißt LuL sind körperlich anwesend, dass von jenen eine immense Anzahl nur noch ungenügend Lernstoff vermittelt. Viele LuL sehen ihre Aufgabe heute mittlerweile offenbar hauptsächlich darin, Arbeitsblätter sowie Arbeitsaufträge zu verteilen – unter dem Deckmantel des eigenverantwortlichen Arbeitens. Hier wäre es endlich angebracht, wieder eine Balance der unterschiedlichen Lernmethoden – zu finden, also Unterricht mit gewissen qualitativen Merkmalen abzuhalten. Unterricht, der diese Bezeichnung auch verdient. Ich finde, es bedarf endlich auch in diesem Bereich „Qualitätskontrollen“, wie es sie selbstverständlich auch in der freien Wirtschaft gibt. So lässt sich eventuell ein klareres Bild in der Bevölkerung zeichnen, was LuL leisten bzw. nicht leisten.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Chrissi

Prima, einfach ins Blaue hinein Forderungen zur Kontrolle der unfähigen, faulen Säcke stellen. Blöd nur, wenn es das schon gibt: https://www.schulministerium.nrw/schule-bildung/schulorganisation/qualitaetsanalyse

Chrissie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Alex

Nein, ganz und gar nicht ins Blaue hinein – wie Sie das behaupten. Unsere Zweifel sind nicht aus dem Nichts erwachsen, sondern auf Grund unserer Erfahrungen, die wir in den vergangenen 10 Jahren hier in NRW machen mussten. „Leider“ haben wir uns schon immer stark für die Bildung unserer Kinder interessiert. Wir haben uns tatsächlich regelmäßig auf den Laufenden gehalten, was inhaltlich in den diversen Unterrichtsstunden abgelaufen ist und so „tief“ hinter die Kulissen schauen dürfen. Glauben Sie mir, es war/ist teilweise einfach nur erschütternd, wie „Unterricht“ von nicht wenigen LuL geführt und abgehalten wird. Selbst unsere Kinder haben mittlerweile einen Blick dafür, wie so manche Unterrichtsstunde „inhaltsleer“, unstrukturiert und ganz offensichtlich unvorbereitet abläuft, wenn sie denn laut Stundenplan überhaupt stattfindet. Auch das ist Teil der Wahrheit, nicht nur das politische Versagen. Insofern sind ECHTE Qualitätskontrollen endlich und absolut angezeigt.

Ich möchte natürlich nicht die Arbeit aller LuL in Frage stellen, keinesfalls. Wir durften in dem vergangenen Jahrzehnt – Gott sei Dank – auch einige kennen- und schätzenlernen, die ihre Arbeit so gut wie möglich unter den gegebenen und wahrlich schlechten Rahmenbedingungen gemacht haben. Und darüber sind wir sehr dankbar. Aber leider war das der kleinere Teil der Lehrerschaft. Und nur um Missverständnissen vorzubeugen: Wir erwarten von LuL kein überaus großes und ungewöhnliches Maß an Engagement, sondern lediglich einen kontinuierlichen, strukturierten und gut vorbereiteten Unterricht, in welchem die unterschiedlichen Lernmethoden einigermaßen in Balance angewandt werden.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Chrissi

Entmutigt.

Methoden – selbstständiges Erarbeiten – übergestülpt.

Woran wird erkannt, dass der Unterricht Qualität hat?

An den Leistungen der Schülys?

Das machen dich schon PISA und VERA….

Bene
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Da Stimme ich ganz zu. Das ist ein Bildungspolitisches Problem, und das seit gut 30 Jahren.
Schule sollte ein Ort von multiprofessionellen interdisziplinären Teams sein. Also eigentlich genau so, wie jedes Unternehmen. Denn wenn jeder alles macht, kommt am Ende weniger dabei raus, als wenn sich eine Person voll und ganz auf eine abgegrenzte Aufgabe konzentrieren kann.
Leider fahren Schule Gewinne im Millionenbereich ein und müssen sich deswegen mit dem Gevatter Staat rumschlagen.

Sissi
1 Jahr zuvor

Das hat ja richtig gut geklappt.

Merkt den keiner, dass weder Eltern noch Lehrer die Hauptschuldigen an der *Misere sind. ( auf beiden Seiten gibt es Schwarzschäfchen ….. klar )

Die Suppe versalzen- mit „Neuerungen in Dauerschleife , Salzgehaltstests, – analysen ……“ und anbrennen lassen, mit unmöglichen Arbeitsbedingungen – haben aber die Glorreichen.

Und jetzt schmeckt diese eben so eklig, dass Alt und Jung sie nicht mehr wollen.
Da kann man nochsosehr nach Vitaminen und Mineralstoffen suchen,
> solide Grundlagen gebend und aufbauend, nix mehr lebt, totgekocht, alle.

Wie sollen da Kinder wie Erwachsene vollwertig profitieren?
Welcher Lehrer will das den Eltern gegenüber verantworten ?
Er muss, kann aber auch einiges, manchmal – gewinnbringend steuern.

Welche Elternteile ziehen mit ? Sie sollten, wenn Sie Vertrauen zu den LuL haben ( und nicht nur Politikern glauben ) und – endlich – so manche Beschwerde an die Richtigen richten –
vertrauensvoll, so dass sich etwas ändert ? 😉
Im Moment brennt da eher der Topf durch.
Der Glorreiche Eimer mit Loch ist zum Löschen nicht geeignet.

* im Schulbereich, im Kita-KiGabereich, im gesamten Pflege/med. Bereich….

Stromdoktor
1 Jahr zuvor

Vielen Dank für den Kommentar!

Leider wurde der Beitrag unter dem Ursprungsartikel natürlich (?) größtenteils „downgevotet“, kaum kommentiert bzw. mit einem „klugen Ratschlag“ abgekanzelt.

Danke auch an die Redaktion, dass einmal ein Beitrag aus der Elternperspektive veröffentlicht wurde, die offensichtlich nicht mehrheitsfähig ist.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Ich glaube schon, dass diese Perspektive mehrheitsfähig ist. Nur halt nicht in einem Forum, in der überwiegend Gymnasiallehrer der Boomergeneration unterwegs sind.

dickebank
1 Jahr zuvor

„Ich glaube schon, dass diese Perspektive mehrheitsfähig ist. Nur halt nicht in einem Forum, in der überwiegend Gymnasiallehrer der Boomergeneration unterwegs sind.“

Gewagte These, die Mehrzahl der hier postenden Lehrkräfte stammt aber aus dem Primar- und SekI-Bereich. Hinzu kommt dass ein großer Teil der Lehrkräfte mit Lehrbefähigung für die SekI+II an Schulformen des „längeren, gemeinsamen Lernens“ arbeitet.

Btw als Boomer werden die Geburtenjahrgänge zwischen 1955 und 1964 (Pillenknick) definiert. Jahrgang 58 geht nächstes Jahr regulär in den Ruhestand. der Rest bis 2030. Die angesprochenen Lehrkräfte aus diesen sieben Geburtsjahrgängen sind auch nicht überwiegend Gymnasiallehrkräfte.

Mathe macht glücklich.
1 Jahr zuvor

Was soll ich denn als Lehrkraft (SEK I) noch alles machen?
Erklären wie man die Errungenschaften der modernen Zivilisation, wie Wasser und Seife, sinnvoll verwendet oder üben Schuhe zu binden?
Leider sind das keine extreme Einzelfälle. Und wenn es schon an solchen grundlegenden Fähigkeiten fehlt …

Rabe aus NRW
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Mehrheitsfähig? Warum auch – die meisten hier kennen die Lehrerperspektive, und zwar aus der Praxis!

Last edited 1 Jahr zuvor by Rabe aus NRW
Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Oh – der wurde dauerkommentiert. Werfen Sie mal einen Blick rein.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hier wird wohl Jürgen dauerkommentiert. Hoffentlich wird bald spannender! 🙂

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wird es – der Jürgen hat sich zurückgezogen.

Ist wieder irre, wie wir alle auf ihn anspringen.

Don´t feed the troll – gelingt mir nie. 😉

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Nö, ich nicht. 😉
Aber ich habe die Lesetechniken „Skimming“ und „Scanning“ endlich mal wieder so richtig anwenden können. 🙂

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/englisch/artikel/skimming-scanning

Cornelia
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Stromdoktor hat Recht. ZUERST wurde der entsprechende Kommentar KAUM kommmentiert. Die „Dauerkommentare“ kamen erst ca. 24 Stunden später, da hatte Stromdoktor schon längst seinen Kommentar geschrieben.

Faktensammler
1 Jahr zuvor

Ich habe zu der ganzen Diskussion nur eine einzige Frage:
Ist den Eltern eigentlich klar, dass die allermeisten Lehrkräfte auch Eltern sind?

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Faktensammler

Manchmal…ganz selten…wirklich nicht oft…bekomme ich den Eindruck bei N4T, dass die von Ihnen beschriebene Gruppe sich nicht allzu oft zu Wort meldet bzw. der „Betreuungszeit“ entwachsen ist.

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Faktensammler

Ist den Eltern eigentlich klar, dass Lehrer keine Ersatzeltern sind? Wir haben eigene Kinder, um deren Mittagessen und Hausaufgaben wir uns kümmern. Und wir haben für unsere eigenen Kinder immer weniger Zeit, weil Eltern meinen, die Schule muss jetzt auch noch ihre Aufgaben mir übernehmen. Wer Kinder hat, hat auch Verantwortung! Steht in etwa auch so im Grundgesetz!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

D a n k e !

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Die „upvotes“ zeigen, dass das Forum kein Interesse einer differenzierten Betrachtung der Elternperspektive hat.

Vielen Dank im Namen der Eltern an „Grundschullehrer“! Sie haben einer sachlichen Auseinandersetzung im Sinne des Forums mit diesem und ihren weiteren Kommentaren früh den Zahn gezogen.

Zwischenzeitlich drohte ggf. eine Kenntnisnahme der vorhandenen Herausforderungen auf ALLEN Seiten.

Mit Unterstützung aus dem Forum ist das nun zum Glück vom Tisch.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Faktensammler

Nein. Das scheint der verlorene Kontakt zur Realität zu sein, von dem Jürgen geschrieben hat 😉

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Jürgen steht aber nicht für DIE Eltern!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nee, hat er aber geschrieben – in Bezug auf alle Lehrkräfte.

War doch extra mit 😉 gekennzeichnet – nicht ganz so ernst nehmen.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor

Die Zeiten haben sich zweifellos geändert.

Nur haben nicht die Schulen sondern die Bildungspolitik diesen Wandel verschlafen.

Schule war bisher immer auf Bildung und viel weniger auf Erziehung ausgelegt.

Entweder muss die Politik den Eltern wieder ermöglichen neben dem Beruf an der Erziehung der Kinder noch mit zu wirken oder Sie muss die Schulen für die neuen Aufgaben ausstatten.
Dies kostet leider Geld und Mühe.

Wenn die Schule die SuS nicht nur vormittags bilden, sondern ganztags bilden, betreuen und erziehen soll, dann muss die Bildungspolitik in Form der KMK dafür auch die Voraussetzungen schaffen.

Lehrer sind z.B. keine Erzieher. Dazu wurden sie nicht ausgebildet, dafür werden sie auch nicht bezahlt.
Dann müssen für diese Aufgaben Erzieher und Sozialarbeiter in ausreichendem Umfang an die Schulen.
Die Gebäude müssen mit menschenwürdigen Räumen und Mensen angepasst werden.

Alle Erwartungen und alle Arbeit mal so neben bei auf die LuL abladen kann weder die Lösung sein, noch wird es klappen.

In der jetzigen schulischen Situation werden wir, trotz aller Beteuerungen der KMK, eine ganze Generation an die Wand fahren.
Es geht so einfach nicht.

Lehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Sie sprechen mir aus der Seele! Nur leider scheint es für Eltern leichter zu sein, die Schuld den Lehrern zu geben!
Wo sind denn die wöchentlichen Demonstrationen von Eltern die eine passende Struktur für ihre Kinder fördern????
Dann ist das Ganze doch nicht so schlimm, oder???

Lehrer sind jedenfalls
a) nicht schuld am gesellschaftlichen Wandel
b) nicht schuld daran, dass die Politik – nicht nur in der Bildung – den Kopf in den Sand steckt
c) leider immer noch der Prügelknabe der Nation!

Sehr geehrte Eltern! Tut was, aber lasst endlich die Lehrer in Ruh! Bitte!

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrer

„Wo sind denn die wöchentlichen Demonstrationen von Eltern die eine passende Struktur für ihre Kinder fördern????
Dann ist das Ganze doch nicht so schlimm, oder???“

Lesen Sie sich gerne mit etwas Abstand die Kommentare über Eltern alleine unter diesem Artikel durch und reflektieren Ihren eigenen Beitrag.

Wofür oder wogegen soll ich denn demonstrieren, wenn LK und Eltern bzgl. der Einschätzung der Ausgangslage soweit auseinander liegen?

Eltern demonstrieren aus einem Grund nicht: Sie sind genauso frustriert, hilflos überfordert, enttäuscht, wütend über die aktuelle Lage wie die LK.

Und ganz nebenbei suchen sie sich dann vielleicht auch ein Feindbild. Ggf. ist es die LK.

Ich halte davon überhaupt nichts. Kann aber im Grundsatz keine Unterschiede zwischen den Parteien feststellen. Jeder gibt sich hier gegenseitig die Schuld mit Argumenten, die schon 30 Jahre alt sind und bereits damals nicht richtig waren.

Ich finde es echt traurig, dass es für solche unsachlichen Unmutsbekundungen soviel Zuspruch gibt.

potschemutschka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

„Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe.“

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrer

Das stimmt objektiv nicht. Schauen Sie sich die reißerischen TV Sendungen und Medien an. In Augen der Gesellschaft sind Eltern die Buhmänner! Das geht von all denjenigen aus, die keine, noch keine oder nicht mehr kleine Kinder haben. Das geschieht, um das eigene Versagen auf die Elternerziehung allgemein zu schieben. Um sich durch Abwertung Anderer zu erhöhen. Um seine ruhegewöhnten, strapazierten Nerven durch Anwesenheit von Kindern der schlechten Erziehung der Eltern in die Schuhe zu schieben. Aus Arroganz („Ich würde die ja einfach mal erziehen“). Um selber nicht auf der Seite der Buhmänner zu sein (“ Ich würde heute nicht mehr Lehrer sein wollen, bei der heutigen Erziehung“, sprich : Ich erziehe somit natürlich besser und bin nicht Teil dessen). Um alles, was in Zukunft nicht klappt auf Eltern schieben zu können. Eltern schulden ihren Kindern und der Gesellschaft alles. Wie der Spiegel mal sagte :All ihre Zeit, all ihre Liebe, all ihren Schlaf und es ist doch nie genug.
Wo Rabeneltern aufhört fängt schon Helikopter an, dann gibt es noch Bezeichnungen wie Rasenmähereltern, narzistische Eltern, toxische Eltern, laissez-faire – Eltern. Sendungen, wie die SuperNanny, wo man sich selbst erhöhen kann, indem man sich die versagenden Eltern anschaut, genauso der „Müttertausch“. Die Politik ist da nur anders drauf, weil es viele Eltern und somit zu erhaltene Wähler gibt. Es gibt auch immer einen Teil wütender Eltern mit schlechten Schulerfahrungen, die den Spieß umdrehen und gegen Lehrer steuern. Auch der Ganztag führt dazu, da Eltern, die bereits für unfähig erklärt wurden, die Verantwortung ja bereits zu einem großen Teil entzogen wurde. Durch den Ganztag gibt es eine leichte Wandlung, ja. Ach, könnten wir uns nur zusammentun und die Wirtschaft und alle, die mit uns Geld machen mal auf den Hosenboden setzen. Man schaue hier ins Forun – nee, das wird nix.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was schauen Sie für Sendungen?

In den Medien, die sich „qualifiziert“ mit Bildung und Erziehung auseinandersetzen kommen Eltern oft nicht vor, sie werden teils nicht einmal erwähnt!
Eltern und Lehrer sollten doch das Gleiche für das Kind wollen: Ein selbstbestimmtes, unabhängiges, erfülltes Leben. Warum gelingt es nicht, sich zu einigen? Eltern kennen ihr Kind. Aber Lehrer kennen das Kind in der Gruppe. Beide Erkenntnisse sind wertvoll.

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Der Staat sollte nicht die Erziehung der Kinder übernehmen. Das geht zu weit! Die Erziehung der eigenen Kinder ist immernoch das Recht und die Aufgabe der Eltern. Und das ist auch richtig so.

Marie
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Wenn sie es denn mal täten – darum geht es ja gerade.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Finde ich auch. die Lösung mit den Eltern widerspricht jedoch den Forderungen der Wirtschaft.

Also Kindeswohl gegen Wirtschaft. Wie wird die Politik da wohl entscheiden?

Ironie aus.

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Sie meinen, wir Lehrer sind diejenigen, die die Kinder für die Wirtschaft zurichten und betreuen, damit Eltern arbeiten können und von ihren Kindern ansonsten nicht weiter belästigt werden? Was ist dann die Aufgabe der Eltern? Sich fortzupflanzen und Kita und Schule machen dann den Rest? Eine dystopische Vorstellung, die vor allem auch in autoritären Staaten teils so praktiziert wird.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Sieht dennoch – rein objejtiv – danach aus.

Hier hat die Wirtschaft das Sagen.

Alles andere hat einfach nicht so die Bedeutung und Wichtigkeit.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Das ist vor Jahren schon geklärt worden und bestätigt sich ständig neu.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Dieses Recht sollte auch unbedingt beibehalten werden. Aber wo bleiben die Rechte der Kinder, wenn sie die Schule nicht schaffen, weil das Schulsystem mehr von ihren Eltern verlangt, als diese fähig sind zu geben?

dickebank
1 Jahr zuvor

Also einen ersten Schulabschluss erhält man in D am Ende der sekundarstufe I. Und da sind sie Schüler keine Kinder mehr sondern Jugendliche, die zum größten teil für ihr Tun und Lassen eigenverantwortlich sind. Wenn also Jugendlich die Minimalanforderungen für einen Hauptschulabschluss nach Klasse 9 nicht erlangen, liegt es aller Wahrscheinlichkeit an deren Arbeits- und Sozialverhalten. Konkret ist damit das Thema „Schulabsenzen“ gemeint.

Die Anforderungen an den HA9 können Sie für NRW der APO-SI entnehmen.

dickebank
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Interessant der Südpfeil, will da einer Jugendliche aus der Eigenverantwortung nehmen?

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Für Akademiker ist der HA eine Minimalanforderung. Nicht aber für die 15 % der Gesellschaft, deren IQ unter 85 ist.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Das ist richtig.

Aber es gibt nun mal von …. bis …. .

Und man muss als Lehry, Schüly und Eltern der Realität ins Auge sehen und u.U. akzeptieren, dass nicht jede(r) jeden Abschluss haben (ich schreibe bewusst haben und nicht machen) kann.

Oft fehlt Reife, Orientierung, Weitsicht, Einsicht. Das kann später noch kommen und auch da besteht die Möglichkeit, einen Abschluss nachzuholen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

Und umgekehrt!

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Es gibt Menschen in diesem Land, die haben unterschiedliche Vorstellungen von Werten, Gleichberechtigung, Freiheit, Demokratie…

Können Sie mir vielleicht in wenigen Worten erklären, wie sich eine Gesellschaft entwickeln soll, wenn jede Familie, „Wertegemeinschaft“ oder Gruppe für sich diese Punkte definiert.

Ich bin mir nicht sicher, ob Sie sich der Bedeutung Ihres Berufes im Klaren sind bzw. ob es an irgendeiner Stelle versäumt wurde, Ihnen mitzuteilen.

Offensichtlich sind aber auch andere der Meinung, dass Erziehung ausschließlich Sache der Eltern ist.

Dann müssen wir aber auch mit den vermittelten „Werten“ der Kinder leben und uns nicht wundern, wenn eine gewisse Verrohung in der Gesellschaft eintritt.

Da wo das der Fall ist, werden Sie mich und meine Familie zumindest nicht antreffen.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Langsam wird es bei Ihnen entlarvend bis peinlich.

Wenn andere Forderungen, z.B. nach Gesundheitsschutz oder besseren Arbeitsbedingungen, stellen dann zählt das nichts im Vergleich zu ihrer persönlichen Freiheit.

Wenn ein Problem Sie betrifft, dann soll die ganze Welt zusammenlaufen und gefälligst solidarisch sein.

Ich mag mich irren, aber ich bin der Meinung dass unser Grundgesetz das anders sieht.
Mal in ruhe lesen, ich kann mir nicht vorstellen, dass man Sie namentlich als Maßstab aller Dinge erwähnt hat.

Stromdoktor
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Letztlich haben wir beide immer das gleiche Problem miteinander…

Sie argumentieren ausschließlich aus Ihrer (ebenfalls entlarvend) kleinen Wagenburg heraus und ich versuche auch die Gruppen zu betrachten, mit denen ich im Alltag kaum Berührungspunkte habe.

Schauen Sie sich beispielhaft die Ausschreitungen zu Silvester und den anschließenden Umgang der Politik und Medien damit an.

Hier ist die Rede davon, dass die Täter unseren Rechtsstaat verachten.

Welche Möglichkeiten hat die Politik denn realistisch und perspektivisch?

1) Wollen Sie deren Eltern in Sachen Erziehung für Ihre Position gewinnen und für ein Umdenken gewinnen? Wohl kaum.

2) Oder setzt man (insbesondere Politik) darauf, dass innerhalb der Schulen unser gemeinsames Wertesystem vermittelt wird, um überhaupt eine Chance auf Integration zu haben? Der Grundstein „Sprache“ soll ja offensichtlich in der KiTa gelegt werden.

3) Letzte Möglichkeit:
Diese Gruppen abschreiben, verurteilen, abschieben (wo überhaupt möglich).

Ich meine, aus dem verlinkten Text (Schulgesetz Niedersachsen) herauszulesen, dass genau das (2) auch Aufgabe der Schule sein soll.

Damit habe ich persönlich nichts zu tun und stehe dem Ansatz indifferent gegenüber, da ich die Herausforderungen für die Schulen erahnen kann.

Bei den Maßnahmen rund um Corona habe ich ebenfalls beide Seiten versucht zu betrachten.

Meine Freiheit war dabei zu keinem Zeitpunkt gefährdet und war nie Gegenstand meiner Argumentation.

Sie betreiben daher entweder Framing oder verwechseln mich…oder Sie sind nicht in der Lage, über den Tellerrand zu blicken und die Perspektive anderer einzunehmen.

Last edited 1 Jahr zuvor by Stromdoktor
Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Klar soll Punkt 2 laut staatlicher Planung greifen. Die Schule soll unser gemeinsames Wertesystem vermitteln.
Wäre auch ein prima Plan.
Man müsste dann der Schule nur die Ressourcen dafür zur Verfügung stellen.
Im momentanen Zustand der Schule ist diese Lösung nicht praktikabel.

Das ist als wenn die Regierung beschließen würde, dass alle Bürger um die Erderwärmung zu bekämpfen mittags zwischen 4 und 5 Uhr eine Stunde vor die Tür gehen und pusten.

Kann doch nicht so schwer sein, die LuL würden schon gerne, so wie es jetzt aussieht können sie es aber zeitlich und personell nicht.
Es macht also keinerlei Sinn sich bei den LuL zu beschweren.
Wo ein Wille da ein Weg funktioniert nur begrenzt. Hinter dieser Grenze ist eindeutig die KMK als Dienstherr gefragt.

Wenn der Staat die politische Bildung wirklich will muss er auch die Mittel bereit stellen.
Ob diese dann wirklich umfassend greift bleibt aber noch immer fraglich.
Worte können nicht alles lösen.

Fragezeichen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Haben Sie jemals gelesen, was zum Berufsbild eines Lehrers gehört. Es gibt Gerichtsurteile dazu. Höchstrichterliche. Das Erziehungsrecht der Schule ist dem Erziehungsrecht der Eltern nicht untergeordnet, sondern gleichgeordnet.

Und das wissen Sie als Lehrer nicht? Es ist Grundwissen Ihres Berufes!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Fragezeichen

Und wieso steht dann immer Elterrecht über Lehrerpflicht?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Fragezeichen

Das heißt dann ja – wenn Eltern ihrer Pflicht nicht nachkommen, muss ich es – da gleichgeordnet – auch nicht.

Interessanter Gedanke.

Katinka
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Außerdem finde ich nicht, dass die Gesellschaft sich dahingehend gewandelt hat, dass Eltern weniger Verantwortung übernehmen (sollen). Manche übertreiben es halt und andere wiederum interessieren sich gar nicht. Gesellschaftlicher Wandel ist sowieso ein sehr allgemeines Schlagwort, die Gesellschaft unterliegt einem ständigen Wandel, da sich soziale und demographische Strukturen ändern, es neue und andere Einflüsse (technische, kulturelle usw.) gibt, Gesellschaft steht nie still. Wenn ich die Schule heute mit meiner Schulzeit vergleiche, hat sich sehr viel verändert; einfach zu sagen, die Schule verschläft alles, weil sie bei den ständig zunehmenden Aufgaben, die weit über den Unterricht und die Wissensvermittlung hinausgehen, nicht auch noch die Erziehung der Kinder komplett übernehmen kann – da macht man es sich schon etwas einfach.

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

@Katinka

„Gesellschaftlicher Wandel ist sowieso ein sehr allgemeines Schlagwort, die Gesellschaft unterliegt einem ständigen Wandel, da sich soziale und demographische Strukturen ändern, es neue und andere Einflüsse (technische, kulturelle usw.) gibt, Gesellschaft steht nie still.“

Dazu 4:36 Minuten:
https://www.deutschlandfunkkultur.de/uebertriebene-empfindsamkeit-wenn-individuen-nur-noch-um-100.html

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit2020

Danke, Pit, dieses Phänomen nehme auch ich seit einiger Zeit mit Erstaunen wahr.
Und schon sind wir wieder in der gaaaanz frühkindlichen Phase….
Back to the roots, sotuseggen, würde der Norddeutsche (oder die, das) trocken anmerken.
Ob’s hilft, wenn man nochmal gaaanz unten anfängt?
Ich hab da so meine Zweifel.

Georg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Pit2020

Mit „gesellschaftlicher Wandel“ wird ohnehin das versteckt, was wir in der Silvesternacht in z.B. Berlin erleben mussten.

Geht's noch?
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

Gäääääähn

PaPo
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

Fraglich ist auch, welcher gesellschaftliche Wandel denn gemeint sein soll und was dieser letztlich erklären oder (vielmehr) rechtfertigen soll:

Man hat ja auch in anderen Diskussionen hier bei N4T in den letzten Tagen lesen dürfen, dass Schule einen (nie konkret definierten) geselslchaftlichen Wandel angeblich (im Gros) nicht mitgegangen sei u./o. dass Lehrer, die sich diesem Wandel nicht unkritisch-affirmativ (oder mindestens ohne jede Kritik pragmatisch) nicht anpassen (wollen), ihre Profession verfehlt hätten.

Natürlich hat Schule auch eine (im Idealfall komplementäre) Erziehungs- i.S.e. Sozialisationsfunktion, die dort, wo das autopietische (seitens des Grundgesetzes basal normierte) Ziel der Sicherstellung einer pluralistischen, sozialen, freiheitlich-demokratischen, aber auch leistungsorientierten Grundordnung (durch die Ermöglichung von sozio-politischer und -kultureller Partizipation unserer Schüler am Ende ihrer Schulkarriere) gefährdet ist, auch ggf. eine Korrekturfunktion darstellt.

Und:

(A) Schule passt sich zwar im Prinzip tendenziell dem gesellschaftlichen Wandel an, das autopietische Ziel steht aber nicht zur Disposition. Die Anpassungen beziehen sich vielmehr bspw. auf solche veränderten Phänome, die durch den Wandel der Arbeitswelt evoziert werden (evtl. ändern sich z.B. Lerninhalte und -methoden etc., um neuen Berufen u,/o. beruflichen Anforderungen gerecht zu werden, auch damit Dtld. wettbewerbsfähig bleibt u.ä.) u./o. die der demographische Wandel i.w.S. (inkl. der Entwicklungen sozialer Ungleichheit) mit sich bringt (u.a. – in gewissem Rahmen, s. meinen Ausgangsbeitrag – Maßnahmen zur Gewährleistung von Bildungsgerechtigkeit).

(B) Prinzipiell passt sich Schule damit in ihren zentralen Zielen nicht den Schülern an, sondern soll Schule ihre Schüler der Gesellschaft anpassen. Alleine diese Formulierung wird bestimmten Foristen jetzt die Zornesröte ins Gesicht treiben, aber das ist halt Sozialisation in a nutshell. Unsere Schüler sollen letztlich als eigenverantwortliche, gemeinschaftsfähige, demokratische Staatsbürger zu sozio-politischer, -kultureller und ökonomischer Partizipation, zur Mündigkeit, zur freien Entfaltung ihrer Persönlichkeit (im Rahmen der fdGO) befähigt werden.

Und diese Ziele von schulischer Erziehung, diese Aufgabe von Schule steht – ich wiederhole mich – ungeachtet eines jeden Wandels nicht zur Disposition.

Und damit zu meinem (etwas losgelösten) Hauptpunkt:
Auch die elterliche Erziehungspflicht (Art. 6 Abs. 2 Satz 1 GG) wird durch einen etwaigen gesellschaftlichen Wandel nicht angetastet, steht nicht zur Disposition (hier eine adäquate Skizzierung dieser Pflicht seitens @Schattenläufer: https://www.news4teachers.de/2023/01/verantwortung-den-eltern-zurueckgeben-muetter-wehren-sich-schule-ignoriert-den-gesellschaftlichen-wandel/#comment-493497). Man mag argumentieren, dass der soziale Wandel in den Lebensformen (z.B. Zunahme alleinerziehender Mütter), in der Arbeitswelt (Erwerbstätigkeit beider Elternteile; Zunahme von Schicht- und Wochenendarbeit etc. – q.e.d.) hier diese Ausübung der entsprechenden Pflicht durchaus torpedieren könnte… ja, aber einerseits wären dann die Schulen als vermeintl. Trapez der falsche Adressat (vielmehr können sich Eltern dann bspw. an das Jugendamt o.ä. wenden, wenn sie der Pflicht nicht entsprechend nachkommen können… von der Antizipation der Konsequenzen bestimmter Lebensentscheidungen beginne ich erst gar nicht). Andererseits würden böse Zungen behaupten, dass diese ’neuen‘ Lebensformen, diese ’neuen‘ Arbeitsverhältnisse so o.ä. auch in der Vergangenheit existiert haben und Betroffene es dennoch vermochten, ihrer Erziehungspflicht nachzukommen.

Natürlich, auch gesamtgesellschaftlich erodieren Strukturen, ändern sich, bilden sich aber auch neu. Erziehung ändert sich, Gesellschaft wandelt sich. Aber der opake Verweis auf einen ominösen gesellschaftlichen Wandel soll am Ende genau was begründen/-zwecken? Von der verfassungsgegebenen Erziehungspflicht befreit er jedenfalls nicht. Zu lamentieren, huete sei alles viel schwerer als früher (q.e.d.) stellt jedenfalls bereits rechtlich keinerlei Grundlage dar, noch mehr der elterlichen Erziehung (mehr oder wenige rkomplett) an die Shculen auslagern zu wollen.

… und bevor mir jmd. damit ankommt, dass natürlich auch die Schulen auf Teufel komm raus ihren oben skizziertem Auftrag nachkommen müssen: Nicht vergessen… das funktioniert nur komplementär, wenn die elterlicherseits zu vermittelnden basics fehlen, kann das gar nicht funktionieren.

Schattenläufer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Katinka

Natürlich hatte der Staat nie den Plan, dass Eltern weniger Verantwortung übernehmen sollen.
Das ist nur ein Kollateralschaden der Wirtschaftspolitik den man billigend in Kauf genommen hat.

AvL
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schattenläufer

Die Erziehungsauftrag der Kinder liegt in erster Linie bei den Eltern, die ihren Kinder die richtige Grundhaltung zum Lernen vermitteln sollten, aber auch gleichzeitig den eigenen Kindern eine stützende Hilfe sein sollten , um den zu erarbeitenden Lerninhalt sich anzueignen.
Der Auftrag der Lehrer ist in erster Linie der Bildungsauftrag, in zweiter Linie der der schulbezogenen Erziehung so Konflikte innerhalb des Schullebens auftreten.
Aber auch da sollten die Eltern kindgerecht den eigenen Kindern eine positive Einstellung gegenüber dem Lerninhalt, den Mitschülern und dem Lehrpersonal gegenüber vermitteln.
Natürlich erwarten Eltern Lernhinweise von Lehrern, wie diese mit den eigenen Kindern Lerninhalte vertiefen sollten.

AvL
1 Jahr zuvor
Antwortet  AvL

Den Daumen runter fällt nicht schwer, dagegen argumentieren dagegen sehr.

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor

Ein gesellschaftlicher Wandel der darin besteht, dass Eltern nicht mal mehr einen Blick auf die Hausaufgaben werfen möchten, sollte uns alle alarmieren.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Warum muss ich einen Blick auf die Hausaufgaben werfen? Was daran erzieht mein Kind, oder macht es zu einem besseren Menschen? Hausaufgaben zu stellen, zu kontrollieren und zu korrigieren ist Job der Schule. Mein Job als Mutter ist es, meinem Kind Raum und Zeit zu verschaffen, wo es seine Aufgaben erledigen kann. Mehr nicht.

Marie
1 Jahr zuvor

Möglicherweise, ein ganz kleines bisschen, eventuell, damit ihr Kind merkt, dass seine Arbeit Ihnen wichtig ist? Vielleicht auch, damit Sie ansatzweise wissen, womit sich Ihr Kind gerade im Unterricht beschäftigt? Nennt sich übrigens Interesse, wenigstens das sollte man als Eltern für die eigenen Kinder aufbringen. Aber klar, Lehrerbashing ist einfacher und mal wieder gerade total in.

Lanayah
1 Jahr zuvor

Das ist doch schon mehr als so manches Kind bekommt. Wenn das Kind seine Hausaufgaben zuverlässig anfertigt (womit ich nicht meine, dass alles richtig sein muss) reicht das. Mehr können wir in der Hausaufgabenbetreuung mit 26 Kindern im Übrigen auch nicht bieten.
Wenn Sie dann als Mutter bereit sind zu akzeptieren, dass die Leistungen Ihres Kindes in diesem Rahmen so sind, wie sie eben sind, ist das völlig in Ordnung.
Ich habe nie die Hausaufgaben meiner Tochter nachgesehen, weil dazu kein Anlass bestand. Ich hätte aber kontrolliert, wenn ich von der Schule die Rückmeldung bekommen hätte, dass es da ein Problem gibt.

dickebank
1 Jahr zuvor

Kontrolle und Korrektur sind aber zwei Paar Stiefel.
Aufgabe der Eltern ist es, die Erledigung der Hausaufgaben zu überwachen.
Ob die Aufgaben korrekt – im Sinne von fehlerfrei erledigt worden sind -, obliegt der Schule.
Um sich einen eigenen Überblick über den Leistungsstand des eigenen Kindes zu machen, ist es ebenfalls sinnvoll einen Blick auf die Richtigkeit der Ergebnisse zu werfen.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Das stimmt.

Ich will schließlich nicht wissen, was Sie können, sondern was Ihr Kind noch lernen muss und Hilfe braucht.

Ist das so neu?

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ich sehe gerade, hier ist was falsch.

War gedanklich bei einem anderen user-Namen…. Entschuldigung.

Das muss heißen:

Wir wollen schließlich nicht wissen, was die Eltern können, sonder was das Kind noch lernen muss und wobei es Hilfe braucht.

Das ist uns Lehrys doch klar. Ist das den Eltern so neu?

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  dickebank

Das fand ich immer verwirrend! Wenn ich das Kind nicht korrigiere, weiß es nicht, was es falsch macht. Jede einzelne Hausaufgaben wird ja auch zeitmäßig nicht vom Lehrer überprüft und korrigiert. Wenn ich aber auf Fehler Hinweise und das Kind korriert sie, dann weiß der Lehrer nicht, was das Kind verstanden hat oder nicht, wenn er überprüft. Darauf kam nie eine richtige Antwort, vermutlich weil selber unschlüssig.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Schauen, DASS die HA gemacht sind, vielleicht noch in welcher Form. Der Rest ist Schulsache.

Lera
1 Jahr zuvor

Generell soll es ja ganz gut sein, wenn Eltern sich für ihre Kinder und deren Aktivitäten interessieren. Hat angeblich was mit Wertschätzung zu tun.

„Mama, guck mal, mein Aufsatz, ich hab …“

„Kannste dem Lehrer zeigen, der wird dafür bezahlt.“

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lera

Wenn man bedenkt, wie lange man teilweise hinter Unterschriften her rennt bringt ihr Post die Sache gut auf den Punkt.

Ich_bin_neu_hier
1 Jahr zuvor

@Verantwortungslose Mutter: „Hausaufgaben zu stellen, zu kontrollieren und zu korrigieren ist Job der Schule.“ – Sie meinen das ernst – daher nehme ich das auch ernst. Versuch einer – höflichen und sachorientierten – Replik:

1. Man kann Hausaufgaben abschaffen – dann braucht es aber mehr (beaufsichtigte) Lernzeit vor allem in den weiterführenden Schulen. Auch das führt potenziell zu Problemen, ist hier aber nicht Gegenstand der Betrachtung.

2. Die Lehrkraft kann nicht wöchentlich die Hausaufgaben von ca. 200 Kindern (an weiterführenden Schulen; mit Vollzeitstelle) „korrigieren“ wie eine Klassenarbeit. Das wäre völlig illusorisch und ist, wie ich vermute – sonst korrigieren Sie mich bitte -, auch gar nicht das, was sie meinen.

Stattdessen werden Hausaufgaben im Unterricht „besprochen“; zudem wird stichprobenartig kontrolliert, dass sie überhaupt angefertigt wurden, und es ist natürlich möglich, Hausaufgaben exemplarisch vorlesen zu lassen und/oder eine Auswahl zur Korrektur mit nach Hause zu nehmen (Letzteres dürfte meist an Zeitmangel scheitern; jedenfalls ist das bei mir so – das ist aber die Wahl des Dienstherrn, wie er meine Arbeitszeit nutzen möchte).

Letztlich bedeutet das, die Kinder müssen bereit sein, ihre Hausaufgaben selbst während der Besprechung zu verbessern oder zumindest aus der Besprechung zu lernen. Ansonsten bleiben Hausaufgaben ohne Effekt.

3. „Mein Job als Mutter ist es, meinem Kind Raum und Zeit zu verschaffen, wo es seine Aufgaben erledigen kann. Mehr nicht.“ – Verständnisfrage: Bedeutet das, a) Sie sind nicht bereit, Ihrem Kind inhaltliche Hilfestellung zu leisten, oder bedeutet es, b) Sie wären nicht bereit, Ihr Kind bei der Anfertigung der Hausaufgaben zu „beaufsichtigen“ in dem Sinne, dass Sie darauf achten, dass die Hausaufgaben am Ende tatsächlich angefertigt wurden, in (ganz grob) angemessenem Umfang und erkennbar mit einer gewissen Anstrengungsbereitschaft? (Es ist ausdrücklich keine Korrektur gemeint – das muss selbstverständlich die Besprechung in der Schule leisten.)

Falls a) – damit habe ich kein Problem.
Falls b) – was passiert, wenn das Kind nun aber keine Lust hat, Hausaufgaben anzufertigen in dem Raum und zu der Zeit, die ihm zur Verfügung gestellt wurden? Muss dann die Lehrkraft vorbeikommen und Ihr Kind bei der Anfertigung beaufsichtigen? Bei Ihnen zu Hause? Nur bei Ihnen, oder auch bei den anderen 199 Schülerinnen und Schülern, die die Lehrkraft zu unterrichten hat?

J.S.
1 Jahr zuvor

Der statistische Zusammenhang zwischen Schülerleistung und Wertschätzung der Bildung durch Eltern ist vergleichsweise eng. Das gilt über Klassenunterschiede und soziokulturelle Kontexte hinweg. Sie liegen leider fachlich vollkommen falsch.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

Wozu geben Sie Ihrem Kind Raum und Zeit, wenn es in beidem die Hausaufgaben nicht macht?

Sie müssen Ihrem Kind ganz deutlich machen, wie wichtig es Ihnen ist, dass es diese Aufgaben dann auch erledigt.

Nur zu sagen – da ist dein Tisch, du hast bis drei Zeit, danch ist frei – reicht nicht.

Ist für Kinder viel zu unverbindlich. Diese Verbindlichkeit muss geübt werden.

Das schaffen Eltern mit x Kindern besser als Lehrys mit 30. Da flutscht immer jemand raus.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Überhaupt sollte bitte mal jemand den Versuch unternehmen zu erklären, WORIN dieser so viel zitierte „gesellschaftliche Wandel“ denn eigentlich besteht. Eine bloße — nicht dramatische –Veränderung gewisser Prozentzahlen in Statistiken ist dafür nicht hinreichend.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Z.B. darin, dass nicht nur die Väter sich nicht um ihre Kinder kümmern (können), sondern nun auch die Mütter diese Aufgabe nicht mehr übernehmen (können).

Maggi
1 Jahr zuvor

Die Sichtweise der Eltern ist verstehe. Leider können nicht die Lehrer*innen daran etwas ändern, das muss die Politik machen. Die Verwaltung und Organisation stammt aber noch aus anderen Zeiten. Es müsste seid Jahrzehnten viel mehr in Bildung investiert werden, aber das bringt in einer überragenden Gesellschaft keine Wählerstimmen. Die Gebäude sind marode, werden nicht oder unzureichend modernisiert. Diese Personaldecke ist zu dünn um irgendetwas zu kompensieren und Ganztagsschulen sind nicht machbar, da bitte eine richtige Mensa geplant wurde, keine Küche mit Personal vorhanden ist, keine Betreuung der Kinder gewährleistet ist, von einer qualifizierten Person, die bei den Hausaufgaben hilft, sprechen wir erst garnicht.
Als Lehrer kann ich den Kindern nicht beibringen, dass sie lernen müssen und auch mal selbständig üben müssen. Frustrationstolerant und Durchhaltevermögen können nur die Erziehungsberechtigten den Kindern beibringen und das nicht erst in der Schule. Ein Kind braucht Grenzen und ein „Nein“ schadet nichts. So erlernt man, dass sich nicht alles um einen dreht und man nicht alles bekommt, sondern sich dafür anstrengen muss. Diese Eigenschaften sind grundlegend in der Schule, aber wenn jeder Abitur machen soll und wenn es nicht klappt kommt bei einigen der Anwalt, da ich mich nicht wundern, dass die Kindern ein Nein nicht ertragen können, wenn es dir Erziehungsberechtigten es nicht können.

Aber für die veränderten Anforderungen müsst die Politik die Rahmenvertrag schaffen und das wird nicht passieren. Deshalb immer schön auf die bösen Eltern und die Lehrer verweisen, das funktioniert wunderbar und man muss nichts ändern.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Maggi

Die Wirtschaft hat die Politik im Sack – fertig!

Against Fremdbetreuung
1 Jahr zuvor

„…Schule bleibt in der Schule (…), weil wir stets Schulen gewählt haben, in denen es keine Hausaufgaben gab. Und ich denke, dass davon alle profitieren. Die Eltern, weil sie den Stress nicht auch noch haben. Und die Lehrer, weil sich Eltern viel weniger in ihre Arbeit einmischen, wenn sie nicht so intensiv involviert sind. Voraussetzung dafür ist aber zusätzliches Personal in Form von Kinderpflegern und Erziehern, die dafür sorgen, dass die Organisation stimmt. Und eine schulische Struktur, die klar und übersichtlich ist.“

NEIN.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor

DOCH.

Georg
1 Jahr zuvor

OOOHH

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Georg

😉

SchuldienstAusLeidenschaft
1 Jahr zuvor

Doch!

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Die intellektuelle Diskussion erreicht ihren Höhepunkt. 😉

Against Fremdbetreuung
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Danke, aber ICH wollte da gar nichts diskutieren. Ich habe das für mich so entschieden und aus.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor

Ich meinte auch die Antworten. Ist doch lustig hier. 🙂

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Zumindest ich musste gerade herzhaft lachen. Danke! 🙂

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Gleich fliegen die Sandkastenförmchen….:)

Schnell in Deckung 😉

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

@Riesenzwerg

Ich muss mich wiederholen: „Skimming“ und „Scanning“ … ist teilweise recht spaßig. 🙂

Mary-Ellen
1 Jahr zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Hahaha! 😉

vhh
1 Jahr zuvor

Zum ersten Beitrag, ja, kann ich nachvollziehen. Wir erwarten überhaupt keine Vollzeit-Hausfrauen und Supereltern. Auch vergessene Turnbeutel passieren mal, die (normale) Reaktion des Kindes darauf sollte aber, und darum geht es viel eher, weder ein Wutanfall noch Tränen und tiefe Verzweiflung sein. Wenn es zuhause Zeiten gibt, in denen sich Eltern und Kind(er) gemeinsam miteinander beschäftigen, dann gibt es auch Zeiten zum (gemeinsamen) Lesen o.ä., da müssen nicht immer stundenlang Diktate und 1×1 geübt werden. Unterstützendes Interesse seiner Eltern nimmt ein Kind wahr und das kann mindestens so viel zur Motivation beitragen wie didaktische Verrenkungen der Lehrkraft vor Wii-Profis, die nur zurück an ihre Konsole wollen.
Die Lehrerin im zweiten Beitrag kann ich verstehen, auch wenn ich das im Rahmen der damaligen Situation anders sehe. Liebe Mutter, wissen sie, was man von den Lehrkräften nach Corona erwartet? Erfüllung der Lehrpläne, die schon vorher eher kreativ geschrieben waren! Wir haben keine zusätzlichen Ressourcen bekommen (jedenfalls nicht nennenswert und dafür qualifiziert), um aufzuholen oder abgehängte Kinder wieder heranzuführen. Sie machen es sich auch zu einfach, die Erfahrungen aus den eigenen Schulen auf die Lehrerin hier anzuwenden. Vielleicht hat sie Erfahrungen gemacht, die sich mit meinen decken: Viele Angebote, Nachfragen bei den Eltern, IT-Geräte organisiert mit dem Ergebnis, dass Videokonferenzen um 8:00 von 50% verschlafen werden. Elternverantwortung? Woran erkennen wir eigentlich als Nichtpsychologen die seelische Heilung oder auch, etwas vorher, die Beeinträchtigung? Ich erfahre als Klassenlehrer über andere Kinder (!), dass Oma und Opa an Corona gestorben sind, Elternverantwortung? Eine Stunde Förderunterricht pro Tag, ein schöner Anspruch. Wer bringt die Kinder für diese eine Stunde (die dann natürlich nicht inklusiver Unterricht ist) in die Schule und holt sie danach ab? Die Eltern, auf die man nicht alles abschieben soll?
Dass zwischen realisierbaren Lösungen und der eigenen Idealvorstellung viel Platz ist, besonders in einer Ausnahmesituation, sollte jedem klar sein. Viele Eltern vergessen leider oft, dass die grundlegende Erziehungsarbeit (und auch Fürsorge) nicht in der Schule geleistet werden kann. 30 Kinder, Fachunterricht, wieviel Platz bleibt da für Erziehung, die nicht Sozialverhalten betrifft? Es sei denn, es ginge mehr um Dressur als Erziehung…

Grundschullehrer
1 Jahr zuvor

Die Autorin schreibt etwas von lernschwachen Schüler, die mit ausreichender Förderung nicht “ Lehrer und Hauptschule“, sondern Abitur machen sollen… mit Verlaub, aber das grenzt an Realitätsverlust! Eltern sollen sich um gar nichts mehr kümmern, aber das Kind soll dann bitte Abitur machen.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Ich behaupte nicht, dass die alle Abitur machen sollen, aber der Anspruch ist doch überall da. Es werden nun die früheren Zeiten verklärt, in denen alle Eltern sich noch um ihre Kinder gekümmert und sie ordentlich erzogen haben. Dabei wird geflissentlich übersehen, dass es diese Zeiten noch nie gab. ADHS-Kinder wurden mit dem Stock ruhiggestellt und haben die Schule so früh wie möglich Richtung Hilfsarbeit verlassen, ebenso die Kinder mit Teilleistungsstörungen. Heute sind die Anforderungen andere. Erstens, weil der Weg als HIlfsarbeiter oft ein Weg ins Bürgergeld ist, zweitens, weil man festgestellt hat, dass ADHS-Kinder zwar hibbelig und nervig, aber nicht blöd sind und durchaus Abitur schaffen können, wenn sie entsprechend gefördert und unterstützt werden.
Nur entspricht das Unterrichtsmodell und die personelle Ausstattung halt weiterhin der Hau-druff-und-Schluss-Pädagogik. Kann nicht funktionieren.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

Das stimmt leider – mit dem Anspruch an das Abi.

Ein Kollegy von mir prügelt (übertragener Sinn!) gerade ein Kind zum ESA-Abschluss.

Besser wäre – raus aus der Schule, Lehre und dann noch mal ran.

Aber es muss schon eine Schande sein, wenn das eigene Kind kein Abi macht, den MSA auch nicht hinkriegt und selbst beim ESA nicht klappt. (Hat alles seine Gründe)

Heute sind leider viele Hilfsarbeiterjobs wegrationalisiert. Da kann kaum noch jemand was finden.

Intelligente ADHSler sind nicht neu. Das wurde schon vor Jahren festgestellt und so werden sie auch behandelt.

Man fragt sich nur – warum sind es sooooooo viele?

Der Rest – ADHS mit Stock ruhiggestellt … nicht mehr zu meiner Zeit in der GS – und die ist inzwischen laaaaaange her. Da durfte auch nicht mehr mit dem berühmten Schlüsselbund geworfen werden.

Hau-druff-und-Schluss-Pädagogik – nein.
Unterrichtsmodell – kann ich nicht viel mit anfangen.
personelle Ausstattung – muss definitiv besser werden.

Carsten60
1 Jahr zuvor
Antwortet  Grundschullehrer

Der Bildungssozialismus ist eben dann erst erreicht, wenn ALLE Abitur machen. Wenn dann alle auch noch einen Hochschulabschluss erreichen, dann haben wir in der Generation danach NUR NOCH Akademikerkinder. Spätestens dann müsste man aufhören, auf die als „privilegiert“ zu schimpfen. 🙂

kanndochnichtwahrsein
1 Jahr zuvor

Die Kritik der Kollegin im Ausgangsartikel habe ich nicht so verstanden, dass Eltern/Mütter die Aufgaben der Schule übernehmen sollen, geschweige denn, dass sie für ihre Kinder ihre Berufstätigkeit aufgeben müssten.
M.E. hat das „Zurückgeben in Elternhand“ eher qualitative Aspekte.

Das Personal an Schulen ist genauso ausgebrannt wie die Eltern, die unter schwierigen Bedingungen über die Corona-Jahre kommen mussten.
Da ist viel – auch unnötig – falsch gelaufen; das aber erst nicht während der letzten Jahre!
Wir sollten uns jetzt gegenseitig unterstützen, um auch die Kinder von beiden Seiten stützen zu können.

Oben lese ich aber wieder eher Vorwürfe im alten, nicht ausrottbaren Fake von den „faulen Säcken“…
Und ja, ich fühle mich davon auch persönlich angepickt, haben meine Kollegen und ich doch während drei Jahren (und schon lange vorher) immer alles gegeben, mehr als das, wir haben uns drei Beine ausgerissen, um den veränderten Anforderungen halbwegs gerecht zu werden und das obendrein noch mit guter Laune und dem Wunsch, jedem Kind möglichst individuell gerecht zu werden.
Allerdings sind wir auch alle desillusioniert vom fehlenden Verständnis, von der fehlenden Unterstützungsbereitschaft, von den nun schon wieder aufploppenden noch größeren Erwartungen, die, kaum ist das Schlimmste Corona-Chaos vorbei, die derzeit heftige Zuwanderwelle aber geflissentlich kleingeredet, von allen Seiten, vor allem aber aus der Bildungspolitik, an uns herangetragen werden.

Die wieder zu verstärkende Rolle der Eltern sehe ich weniger zeitlich als inhaltlich: es ist ein Unterschied, ob mir eine Mutter sagt, ihr Kind sei nachmittags leider ein paar Stunden alleine zu Hause, mache das aber ganz gut (weil es darauf vorbereitet wurde), dennoch wünsche sie sich nachmittgs eine Betreuung – als dass ein Elternteil mir sagt, ich (und das war persönlich gemeint) habe für Versorgung, Beköstigung, Förderung, Beaufsichtigung etc. zu sorgen, man müsse ja schließlich selbst arbeiten. Eine Tatsache, vollkommen verschieden aufgefasst und vollkommen verschieden auch an die betreffenden Kinder herangetragen. Das eine ist hilfsbereit und lässt sich helfen, versucht umzusetzen, das andere verweigert und gibt alle Schuld anderen oder den Umständen. Mit letzterer Voraussetzung kann man nicht lernen!

Wir brauchen neben viel mehr Ressourcen, damit die Schulen ihre Aufgaben wieder stemmen können, vor allem Eltern, die hinter dem Bildungsgedanken stehen.
Wir brauchen eine Elternschaft, die Kinder positiv auf Schule einstimmt, die den Kindern vermittelt, dass Lehrer ihren Beruf aus Freunde am Umgang mit Kindern gewählt haben, dass sie sicher ihr bestes geben (oder noch mehr), die ihre Kinder auf Selbständigkeit und auf Verantwortungsbewusstsein vorbereitet, die ihre Kinder in deren Persönlichkeit stärkt und die realistische Bilder „vom Leben“ vermittelt!
Das hat nichts damit zu tun, wo die Kinder essen oder wer wo mit ihnen Aufgaben macht, ob Familien viel Geld haben oder es verdienen müssen.
Das hat etwas mit gegenseitiger Wertschätzung und Wertschätzung für die Zukunft der Kinder zu tun!

Wir brauchen die Unterstützung der Eltern!
Wir müssen an einem Strang ziehen – sonst wird es nur Verlierer geben!

Vielfach ist hier auch kommuniziert worden, dass es nicht darum gehen kann, Eltern die es brauchen eine Betreuung oder Hilfe zu verwehren, sondern dass zu überlegen ist, wie diese bei massivem Lehrermangel und vielfältigen Problemen im System Schule für die Kinder gewährleistet werden kann, ohne die Lehrkräfte weiterhin einfach immer weiter auszupressen und ihnen obendrein noch ein schlechtes Gewissen zu machen, nicht noch mehr tun zu können!

MeinSenf
1 Jahr zuvor

Wunderbar ausgedrückt! Volle Zustimmung und grüner Daumen meinerseits!

Adele Horn
1 Jahr zuvor

Klingt plausibel.
Und ich muss gestehen, ich habe mir in der Kindergarten- und Grundschulzeit oft sogar gewünscht, es würden ein paar _weniger_ Aktionen veranstaltet, die über Betreuung und Unterricht hinaus gehen. Diese ganzen Feste, Bastelsonntage, Backnachmittage etc. vor allem in der Weihnachtszeit waren für mich immer Stress und auch ein Dilemma: Meine Kinder wollten da oft gar nicht hin, sondern lieber den traditionellen Familienadvent feiern. Sitzen um den Adventskranz, Vorlesen, Musik hören, eigene Kekse backen und essen. Blieb man den Kindergarten- und Schulaktivitäten aber fern, wurde man von so mancher Lehrperson schief angeschaut. (Und vermutlich als unwillige, muffelige Rabenmutter abgestempelt, die keine Lust hat, ihren Kindern was zu bieten. ^^)

Wer mehr als ein Kind an mehr als einer Bildungseinrichtung hat, wird gerade in der Weihnachtszeit, aber auch zwischen Ostern und den Sommerferien, regelrecht zerrissen von all den Aktivitäten, die die Schulen und Kindergärten meinen über Unterricht und OGS hinaus anbieten zu müssen. Alles drehte sich nur noch um Kindergarten und Schule, bis in die Abendstunden und die Wochenenden hinein. Ständig war eins der Kinder irgendwo verplant und ich (alleinerziehend und übrigens aus einem Lehrerhaushalt stammend) konnte dann zusehen, wie ich das alles zeitlich unter einen Hut bekam. Allerdings habe ich es irgendwann nach der 2. Klasse dann einfach gelassen und nur noch dort zugesagt, wo mein jeweiliges Kind auch tatsächlich ehrlich hin wollte. Zumal ja auch beide noch ihre Hausaufgaben, JeKI-Übungszeiten und ihre Trainingsnachmittage bei den Sportverein hatten, wo ich ebenfalls als Hilfe und Chauffeur gefragt war. Ich empfand diese Zeit als enorme Belastung.

Mit der weiterführenden Schule erledigte sich das Problem dann von selbst, weil Mama als Begleitung langsam peinlich wurde und meine Sprösslinge auch in der Schule selbst erklären konnten, dass/wenn und warum sie nicht teilnehmen würden. Corona tat ihr Übriges, und inzwischen sind die zwei eh fast erwachsen.

Mein persönlicher Verdacht ist, dass auch für viele Familien weniger da oft mehr wäre und Lehrer sowie Betreuer in diesem Bereich viel eigene Energie sparen könnten. Auch für die Lehrer kann es doch nicht das Nonplusultra sein, alle Naselang ihr Familienleben irgendwelchen Extraterminen für Ringelpiez mit Anfassen zu opfern? Tut euch doch bitte diesen Stress nicht noch zusätzlich an! Das ist genau der Bereich, der nicht eure Aufgabe ist und in dem ihr locker durch andere Insitutionen ersetzbar seid!

Wenn sich dann andere Eltern oder Politiker beklagen, die Kinder bräuchten aber doch auch Freizeitaktivitäten, würde ich persönlich auf die Stadt, Vereine und Gemeinden verweisen. Da gibt’s weiß der Himmel genug. Selbst Bäckereien veranstalten doch mittlerweile schon Backnachmittage mit bzw. für Familien. In den Schulen bleibt dann auch wieder mehr Zeit und Kraft für anderes.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Adele Horn

Da Kinder in der Schule allerdings soviel Zeit verbringen, muss auch genau für soetwas Zeit sein, denn das macht Schule persönlicher/menschlicher! Das unterstützt auch die Beziehung des Kindes zum Lehrer, der für das Kind keine Funktionsmaschiene sein soll /kann. Zudem dienen diese Dinge zB auch der politischen oder sozialen Bildung, sprich = ein Zeichen gegen Krieg setzen durch Lichterkette, Muffins backen und Verkaufen zwecks Ukrainespende, packen für die alljährliche Weihnachtspäckchenaktion. Das ist auch soziale Erziehung bezüglich Gruppenhandeln, bezüglich wir-Gefühl. Zuhause gibt es keine Gruppen.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Hier haben wir wieder das Bild, welches die KMK so oft (über)zeichnet, dass Kinder nur in der Schule soziale Wesen seien und sich sozial weiter entwickeln könnten. Woher bitte kommt das bloß? Ich verstehe es wirklich nicht. Man kann meinen Kids viel vorwerfen, aber gerade für ihr Sozialverhalten sind sie oft gelobt worde. Sicherlich haben sie auch in dem Bereich von der Schule profitiert, aber unentbehrlich ist Letzere dafür noch lange nicht. In den Kindergruppen der Nachbarschaft, in den Vereinen und dem Jugendtreff gibt es sehr wohl Gruppen, und sie alle veranstalten mehr oder weniger dasselbe wie die Schulen. Wer Kommunion- oder Konfirmationsunterricht erhält, hat sogar für ca. zwei Jahre noch eine zusätzliche Quelle. Im übrigen spende ich regelmäßig an Ärzte ohne Grenzen und habe auch ein SOS-Kinderdorf-Patenkind. Und mein Nachwuchs weiß das.

Ich sagte auch nicht, dass wir allen Veranstaltungen fern geblieben sind. Im Gegenteil. Aber wenn meinen Kindern die Familienpläne oder einfach mal ein Faulenzer-Wochenende wichtiger waren, habe ich sie nicht gezwungen, zu den Extraaktionen der Schulen zu gehen. Man kann Eltern nicht einerseits vorwerfen, zu wenig mit ihren Kindern zu unternehmen & zu wenig auf sie einzugehen und dann andererseits verlangen, dass sie selbst außerhalb des Unterrichts ihre Pläne grundsätzlich den Freizeitveranstaltungen der Schule unterordnen. Irgendwo ist Schluss, und wo das ist, entscheiden eben die jeweiligen Eltern.

Eine Frage: Was sind Weihnachtspäckchenaktionen? Die sind mir kein Begriff. Meinen Sie das Wichteln? Das haben meine beiden selbstverständlich immer mitgemacht.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Adele Horn

Nein, bis zum 15.11. werden immer Schuhkartons gepackt mit einer Mischung aus Spielzeug, Kleidung, Schulmaterial, Hygieneartikel und Süßigkeiten. Die werden dann von einer Organisation abgeholt und in Krisengebiete geschickt, als Weihnachtsgeschenke. Gibt es, meine ich, Deutschlandweit. Das haben wir auch schon alleine Zuhause gemacht und dann an entsprechenden Stellen, zB Apotheken, abgegeben. In der Schule bringen manche ihre Kartons von Zuhause mit und manche werden in der Schule zusätzlich gepackt.Klar kann so etwas jede Familie Zuhause für sich machen. Aber das ergibt in der Schule doch auch ein schönes Gemeinschaftsgefühl, oder? Damit steigt der Wert dieses Ortes (Schule), die Menschen dort gewinnen einem an Bedeutung, man geht gerne zur Schule. Nein, ich möchte Schule nicht nur als bloße Wissensvermittler haben, egal ob die Tage 4,6 oder 9 Stunden dauern.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ah, danke für die Erläuterung, das ist dann vermutlich diese Schuhkarton-Aktion, von der ich vor ein paar Jahren mal hörte, als die Kirchen offen davon abgeraten haben. Sie warfen den Veranstaltern vor, zu aggressiv zu missionieren, bevor sie die Geschenke an die Kinder rausrücken. Was da dran ist, weiß ich nicht, denn meines Wissens haben sich „unsere“ Schulen (2 Grundschulen, 2 weiterführende) sowieso nie daran beteiligt. Wir sind in NRW. Kann sein, dass manche Schulen da mitgemacht haben, aber die Norm war es wohl nicht.

Was den Rest angeht, gibt es zwischen „bloße Wissensvermittlung“ und „die Schulen bestimmen bis in den letzten Winkel über die Freizeit der Familien“ ja noch ein paar Abstufungen. Ich schrieb ja bereits mehrfach, dass wir uns trotz manch schiefer Blicke aus der Schule für einen der Zwischenwerte entschieden haben und ich es nett fände, wenn entweder der Freizeitstress reduziert würde oder man für Nichtteilnahme wenigstens nicht schief angeschaut würde. Unter besonderem Schutz des Grundgesetzes steht immerhin die Familie, nicht die Schulklasse.

Vielleicht war ich da nur nicht deutlich genug. Dann entschuldige ich mich hiermit für mein undurchdringliches Geschwafel.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Stimmt.

Wird bei uns auch gemacht.

Da gibt es Kiddys, die geben quasi ihr letztes Hemd und den Lieblingsteddy, andere geben nichts.

Und von der zweiten Gruppe gibt es immer mehr.

In einer 30er Klasse – vier Pakete.

Against Fremdbetreuung
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Genau das ist der Punkt. Sie MÜSSEN so viel Zeit in der Schule verbringen, weil…

Adele Horn
1 Jahr zuvor

Es ist ein Zirkelschluss seitens Frau Rupp. „Sie verbringen so viel Zeit in der Schule, dass sie noch mehr Zeit dort verbringen müssen.“
Am Ende steht dann die Zwangsunterbringung im Internat? (Sorry, das war jetzt polemisch, wäre aber konsequent zuende gedacht doch der logische Schluss.)
Nein, müssen sie nicht. Haben wir damals auch nicht, und wenn Frau Rupp ihre Lehrer nur als Funktionsmaschine wahrgenommen hat, dann tut mir das aufrichtig leid. Bei mir war das nicht so. Mit meinem Grundschul-Klassenlehrer habe ich heute noch lockeren privaten Kontakt. Ebenso mit meinem Englischlehrer und der Französischlehrerin aus der Oberstufe. Unsere Klassentreffen zu den „runden“ Jubiläen sprechen ebenfalls gegen das „Funktionsmaschinen“modell. Da tauchen so einige unserer Lehrer regelmäßig, freiwillig und höchst willkommen auf.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Adele Horn

Meine Güte, was suggerieren Sie da alles rein! Wir haben auch früher schon nicht nur reine Wissensvermittlung bekommen (um die geht es hier und darauf beziehe ich mich) und meine Kinder waren immer nur im Halbtag. Auch im Halbtag muss in der Schule Leben stattfinden, eben meine genannten Beispiele. Sie tun gerade so, als wären durch die Schule die Wochenenden verplant. So viel passiert da nun auch wieder nicht! Bei uns war das in der GS eine Weihnachtsfeier in der Klasse und eine vielleicht noch vor den Sommerferien. Ein Elternabend Anfang des Schuljahres und ein Sprechtag nach der ersten Hälfte. Man sollte doch auch mal mit den Menschen zusammen kommen, mit denen das Kind täglich zu tun hat.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Tja. Hier war das deutlich mehr. Mit dem Laternenbasteln fing es an. Dann Martinsläufe, Adventsbacken, Adventsbasteln, Adventsbasar, Schulweihnachtsfeier, Klassenweihnachtsfeier, Adventssingen in der Kirche, Adventssingen im Altersheim nebenan. Nicht zu vergessen die notwendigen Erledigungen und Einkäufe im Vorfeld und im Nachgang. Und natürlich die Elternabende und Sprechtage noch obendrein. Edit: Das ganze Nikolaus-Programm hätte ich fast vergessen. Und im Januar dann noch die Drei-Königs-Läufe.

Und so manches davon veranstaltete eben nicht nur die eine Schule, sondern auch die des anderen Kindes, und obendrein auch noch die beiden Sportvereine und der Jugendtreff. Das waren verdammt oft Wochenenden oder Freitagnachmittage. Monatelang. Und dann mussten wir noch zusehen, dass die Kinder auch den Vater noch oft genug sehen konnten.

Sollten die Schulen tatsächlich erwarten, dass jede Familie sich an allem beteiligt und zu allen Veranstaltungen auftaucht, muss ich das als Realitätsverlust werten. So geballt ist das schlicht zu viel. Übrigens für manche sicherlich auch finanziell. „Spende mal hier, back‘ obendrein noch einen Kuchen, schreib‘ eine detaillierte Zutatenliste und kauf‘ den ganzen Kram dann bitte selber wieder zurück, damit wir das Geld dann in unserem eigenen Namen spenden können.“
Äh. Nö. Ich lieferte irgendwann nur noch eine gekaufte Torte samt Zutatenaufdruck aus der Verpackung ab und ging wieder nach Hause. Es sei denn, die Kinder hatten Lust auf die jeweilige Veranstaltung.

So, wie man den Schulen guten Willen und gute Absichten bei ihren Veranstaltungen unterstellen sollte, müssen die Schulen bitte auch uns Familien nicht gleich abstempeln, wenn wir mindestens in der Freizeit auch mal nein sagen und unsere eigenen Prioritäten setzen. Es muss auch uns erlaubt sein, den Schulen Grenzen zu setzen, ohne gleich unter Generalverdacht für Vernachlässigung oder Desinteresse zu geraten.

Last edited 1 Jahr zuvor by Adele Horn
Mo3
1 Jahr zuvor

Gesellschaftlicher Wandel ist aber auch, dass die Eltern früher weniger ehrgeizig mit ihren Kindern waren und die Kinder einfach auf die vom Lehrer empfohlene oder nächstgelegene Schule geschickt wurden und damit gut klar kamen (aus allen ist etwas geworden!). Meine Eltern hatten einen Volksschulabschluss und da war in der SEK1 und bei den Fremdsprachen dann auch irgendwann Schluss mit den Unterstützungsmöglichkeiten. Da mussten wir dann eigenverantwortlich durch und dass gehört für jeden Schüler auch zum Erwachsen werden dazu. Damals wie heute können Lehrer nicht aus allen Kindern Intelligenzbestien machen, die dann auf dem Gymnasium gut klar kommen und dass sollte auch nicht Ziel sein.
Das heißt im Umkehrschluss auch nicht, dass Potentiale nicht gefördert werden sollen. Eltern können aber keine überhöhte Anspruchshaltung gegenüber der Schule haben, ohne bereit zu sein, ihre Kinder zumindest in einem normalen Maß zu unterstützen, sonst sind vor allem die Kinder (und auch die Lehrer) damit überfordert.

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Da stimme ich Ihnen zu, jedoch heißt gesellschaftlicher Wandel auch, dass man mit einem Hauptschulabschluss kaum noch eine Lehrstelle bekommt. Wenn also aus einem Kind etwas werden soll, dann braucht es wenigstens einen mittleren Bildungsabschluss.
Unsere ältere Tochter, ADS und diverse Teilleistungsstörungen hat zunächst den Hauptschulabschluss, dann den Realschulabschluss gemacht und will jetzt Abitur machen. Möglich war dies durch eine tolle Schule mit tollen Lehrern, eine gute Klassengemeinschaft und eine privat finanzierte Lerntherapeutin. Warum es für eine solche Lerntherapeutin, die dafür speziell ausgebildet ist, keinen Platz und keine Finanzierung in einer öffentlichen Schule gibt, das kann ich nicht verstehen. Stattdessen wird die Verantwortung dafür den Eltern zugeschoben, die das genausowenig leisten können wie die LuL, die noch 30 andere individuell fördern sollen.

Mo3
1 Jahr zuvor

Das die i-Förderung in Deutschland verbesserungswürdig ist, bestreitet wohl kaum jemand.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Das ist vollkommen richtig.
Nur gilt nun eben auch im Umkehrschluss, dass auch die Hilfsmöglichkeiten durch die Eltern immer noch Grenzen haben. Zeitliche, finanzielle und intellektuelle. Und deshalb auch die Schulen keine überhöhten Ansprüche an die Eltern stellen können.

Je mehr (akademische) Hilfe die Schulen im Elternhaus erwarten, desto mehr zementieren sie die Chancen-Ungleichheit zwischen den sozialen Gruppen. Wer entweder keine Zeit oder zu wenig eigenes Wissen hat, kann das eventuell noch mit Geld für professionelle Nachhilfe ausgleichen. Problematisch wird’s, wenn Zeit oder Wissen _und_ das Geld fehlen, und genau das wird sich in der aktuellen wirtschaftlichen Situation noch verschärfen.

Alleine deshalb wäre es wünschenswert, wenn das Bildungssystem auch ohne den Elternpfeiler tragfähig wäre. Ist es aber nicht. Im Gegenteil. Der Schulpfeiler selbst bröckelt ebenfalls an allen Ecken und Kanten. Personalmangel, miese Ausstattung, marode Gebäude, zu wenig Fortbildung … Was wiederum zur Folge hat, dass eben doch immer mehr akademische Lehre in den Elternhäusern stattfinden muss, wenn die Kinder einen gewissen Wissensstand erreichen sollen.

Wir sind da in einem Teufelskreis, den wir nur durchbrechen können, wenn der Staat an sich den Schulen mehr Mittel gewährt. Für die Lehrer, deren Ausbildung, die Lehrmittel in den Schulen, die Gebäude, die Nachmittagsbetreuung und alles, was sonst noch dazu gehört.

Das wird er aber nicht tun, solange er die Eltern mit deren sozialem Gewissen erpressen kann, doch gefälligst selber die Klassenräume anzupinseln, die Toiletten zu reinigen und dem Kind doch „einfach“ Nachhilfe angedeihen zu lassen und nachmittags von Oma betreuen zu lassen.

Ironischerweise müssten wir Eltern uns eigentlich kollektiv & komplett aus dem Schulleben ausklinken und streiken, damit es endlich besser wird.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Adele Horn

Sind Sie bei Waldorf? Denn dann würden Ihre Beispiele einen Sinn ergeben. Da müssen Eltern nämlich wirklich all diese Dinge tun. Aber das ist auch von denen so gewollt und sie haben sich dafür entschieden, wollen quasi ein Teil des Schullebens sein.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein. Eher hätte ich mir ein Loch ins Knie geschossen, als meine Kinder je in einer Waldorfschule anzumelden. Es geht um ganz „normale“ staatliche Schulen, an denen ungelogen schon am ersten Infoabend nach der Anmeldung Zettel mit den Renovierungs- und Putzterminen ausgeteilt und das Geld für die Toilettenreinigung als Pflichtbeitrag eingefordert wurde. (Ich bin übrigens die Mutter, die der Schule daraufhin ein Einschreiben von der Bezirksregierung beschert hat. Zumindest mit dem Toilettengeld war daraufhin ein für allemal Schluss.) Wenn Ihnen diese Zustände nicht bekannt sind, sollte Sie das dazu bewegen, ihre eigenen Urteile nochmals zu überdenken.

Indra Rupp
1 Jahr zuvor
Antwortet  Adele Horn

Ich kenne weit und breit keine solcher staatlichen Schulen und vermute, die meisten hier auch nicht.

Adele Horn
1 Jahr zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich weiß nicht, ob ich hier Links posten darf oder ob meine Antwort dann nicht erscheinen würde.Googeln Sie mal bitte, am besten in Verbindung mit dem Bundesland NRW. Im „Stern“ zum Beispiel finden Sie dann einen Artikel schon von 2003: „Eltern müssen Schule putzen“. In der RP Online ist einer von 2011: „In vielen Schulen arbeiten Eltern, um Räume zu streichen und zu säubern. Ihr Vorwurf: Die Stadt vernachlässigt ihre Pflicht.“ Oder auch im Kölner Stadtanzeiger von 2022: „Das verschwiegene Versagen der Stadt Köln“, oder der Bericht aus Lehrte von 2019, wo die Eltern beim Renovieren plötzlich auf Asbest stießen.

Dass Eltern für solche Fronarbeiten an staatlichen Schulen und Kindergärten herangezogen werden, ist wirklich und ganz ehrlich sehr, sehr, sehr verbreitet. In der Schule, vor der Schule, Wände, Böden, Möbel, Elektrik, Spielgeräte, Rasenpflege, Sträucher schneiden … Das Land musste schon 2009 sogar einen eigenen Erlass veröffentlichen, der es den Schulen explizit verboten hat, dieses unsägliche Toilettengeld als Zwangsabgabe einzutreiben. Dem Landtags-Plenarprotokoll 17/140 kann man entnehmen, dass das dennoch weiterhin in großem Umfang praktiziert wird. Die Zustände hier in NRW, vor allem in den ärmeren und höher verschuldeten Kommunen, sind wirklich schlimm. Richtig schlimm.

Alex
1 Jahr zuvor
Antwortet  Redaktion

Was „seriös“ ist und was nicht, ist oft Ansichts- und Glaubenssache. Links werden häufig abgelehnt, wenn sie nicht der eigenen Hutschnur entsprechen. „Seriös“ und „unseriös“ sind in diesem Zusammenhang irreführende Begriffe, die aber gern benutzt werden um zu verbrämen, dass einem eine Quelle genehm ist oder nicht.

Freiya
9 Monate zuvor
Antwortet  Adele Horn

So what? Meinen Klassenraum habe ich auch gestrichen mit Hilfe von einigen Eltern und später von Schülern. Nur beim Flur habe ich gestreikt.
Wa ist schlimm daran, wenn Schüler (!) selbst putzen, den von ihnen verursachten Dreck wegmachen? Gehört in Japan zum guten Ton!

Uwe
1 Jahr zuvor
Antwortet  Mo3

Als ich mich nach dem letzten Urlaub beschwert habe: Das Zimmer wäre nicht sauber und der Meerblick nicht wie im Katalog versprochen, das Essen mies. Hat der Hotelmanager auch so reagiert: Als ich in den 50er Jahren Urlaub gemacht habe da haben wir das Geschirr noch selber abgespült und waren froh überhaupt was zu essen zu bekommen. Das hat mich natürlich überzeugt, nicht das miese Hotel war das Problem sondern meine Anspruchshaltung. Sollte man im kompletten Dinestleistungsbereich so kommunizieren!

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Das macht man ja auch gleich und nicht im Nachhinein!

Mensch Uwe ! 😉

Pit2020
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

@Uwe
Hallo @Uwe,

es ist bitter, aber scheinbar wahr: Nobody is perfect. 😉

Für’s erste: @Riesenzwerg hat Recht mit „Das macht man ja auch gleich und nicht im Nachhinein!“

Weiterhin sinnvoll:
Nicht an der Überschrift stören, runterscrollen bis:“Entschädigung bei Reisemängeln“https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/morgenmagazin/service/service-aerger-flugreise102.html

https://www.verbraucherzentrale.de/sites/default/files/2018-07/MB_maengelansprueche_an_reiseveranstalter_0.pdf

Och, gern geschehen. 🙂

Bla
1 Jahr zuvor
Antwortet  Uwe

Wenn Sie das Zimmer verschmutzen und die Vorhänge zuziehen. Kein Wunder. (Scherz, stellt aber glaube ich bildhaft das Problem dar.)
Der Vergleich mit der Wirtschaft hinkt hier. Es gibt keine Pflicht, das Hotel zu buchen. Es gibt auch keine Pflicht dies künftig zu tun. Normalerweise kann man sich das Hotel auch nur bedingt vorab vor Ort ansehen…gerade im Ausland.
Auch zahlen Sie beim Hotel. Die kosten übernimmt nicht zum gros der Staat.
Wenn es dabei stehen würde und auch gesetzlich festgelegt wäre, dass Sie selbstverständlich im Hotel als Gast mitarbeiten müssten, dann würden Sie evtl. auch anders darüber denken. Dann wäre das nämlich eher ein Vergleich zur Schule. Die Eltern müssen sich hier bei der Zusammenarbeit mit dem Kind gesetzlich eben mit einbringen. Beim Hotel ist das nicht der Fall. Dort dürfen Sie aber auch keine Schäden absichtlich produzieren. Sonst zahlen Sie bzw. werden angeklagt.
Die Bedingungen/Voraussetzungen sind doch ganz andere.

Irinja
1 Jahr zuvor

Passend dazu: Ein Kindergarten nennt sich ja nun im besten Fall auch nicht mehr Kindergarten sondern: Familienzentrum! Dieser „Auszeichnung“ hecheln nun alle Einrichtungen hinterher. Um dann die ganze Familie sozial betreut ans Händchen nehmen zu müssen: Mama, Papa, Oma +Opa, Bruder, Schwester usw….um dann einem fragwürdigen Qualitätsmanagement hierzu unterworfen zu sein und damit auszubrennen!

Lehrerin
1 Jahr zuvor

„Schule bleibt in der Schule“ – vielleicht sollten Sie mal überdenken, dass Kinder nicht nur schöne gemeinsame Freizeitaktivität und Happy Life bedeuten… wer sich für ein Kind entscheidet, sollte sich auch darum kümmern können. Vor allem auch in schwierigen Situationen!!! Jedem steht frei, kinderlos zu leben und seine Zeit nach der Arbeit ohne Hausaufgaben zu verbringen.
Und nein, die Bevölkerung wird dadurch nicht gleich aussterben!!!!
Ach ja, das ist MEINE Meinung und ich darf sie sagenn. Also halten Sie sich mit abfälligen Kommentaren zurück. Danke.

Schade
1 Jahr zuvor
Antwortet  Lehrerin

„Schule bleibt in der Schule“: Interessanter Ansatz. Das bedeutet in der Konsequenz, dass mein Kind von morgens bis zum (späten) Nachmittag an einem Ort ist, von dem ich nahezu nichts mitbekommen (will!). Ich weiß nicht, mit welchen Inhalten sich mein Kind dort gerade beschäftigt, ich weiß nicht, was ihm leicht fällt und was schwer, was es interessant findet und was langweilig. Ich kann dann (und will es offenbar auch nicht!) regulierend gegensteuern, wenn etwas schiefläuft, ich unterstütze nicht und freue mich nicht über kleine und große Fortschritte mit ihm. Dann führe ich also in den wenigen Stunden, die mir bis zum Schlafengehen und am Wochenende bleiben ein Leben mit meinem Kind in einer Art Paralleluniversum?

Ich bin so froh, dass viele Eltern an unserer Schule (noch!) nicht so denken!!! Sie buddeln alte Märchenbücher aus, wenn wir das Thema Märchen haben und lesen den Kindern daraus vor. Sie unternehmen Ausflüge auf Mittelaltermärkte, wenn das Thema Mittelalter dran ist, machen Fahrradtouren, wenn die Verkehrserziehung ansteht und Ausflüge ins Umland, wenn unser Bundesland dran ist. Gefällt den Kindern die Klassenlektüre gut, dann bekommen manche Kinder zum nächsten Geburtstag ein anderes Buch des Autors usw. Merken Sie was? Sie nehmen Anteil in einer Form, die ich wertschätzend und unterstützend finde, Und das macht (hoffentlich!) sogar Spaß und bereichert das Familienleben UND das Schulleben.

Wenn mein Kind bis zu 10 Stunden am Tag woanders verbringt und ich mich keinen Deut dafür interessiere, wie bedeutungsvoll kommen dann meinem Kind wohl diese Stunden in der Schule vor?

Verantwortungslose Mutter
1 Jahr zuvor
Antwortet  Schade

Als interessierte Mutter bekomme ich das mit, was mein Kind mir erzählt. Ich steuere gerne regulierend gemeinsam mit meinem Kind dagegen. Ich helfe meinem Kind gerne und wenn es ein Thema anregend findet, dann steuere ich gerne Input dazu.
Ich streite mich aber nicht täglich mit meinem Kind herum, weil Arbeitsblätter nicht eingeheftet sind oder suche mir irgendwo Diktate heraus und quäle mein Kind damit, weil ich denke, dass die Schule das nicht richtig macht.
Ich interessiere mich natürlich für den Lebensraum meines Kindes, aber es bleibt der meines Kindes und ich mache ihn nicht zu meinem.

Riesenzwerg
1 Jahr zuvor

Oben stand mal, sie hätten keine Lust dazu….