Ein Kultusminister gibt auf: „Der Staat kann nicht alle Defizite ausmerzen“

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DRESDEN. Was ist von einem Kultusminister zu halten, der zwar Probleme benennt – aber keine Lösungen anzubieten hat? Sachsens Kultusminister Christian Piwarz irritiert mit Aussagen, die sich durchaus als Kapitulation lesen lassen. So räumt er ein, dass viele Eltern es nicht schaffen (oder angeblich nicht wollen), ihre Kinder so auf die Schule vorzubereiten, dass sie dort erfolgreich starten können. Ihm zufolge kann der Staat das aber auch nicht leisten. Und nun?

Manchmal ist es einfach zu viel… (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Sachsens Kultusminister Piwarz (CDU) hält eine bessere frühkindliche Bildung für notwendig, um Mädchen und Jungen das Lernen in der Schule zu erleichtern. «Wir sind in der Situation, Kindern mit erheblichen Entwicklungsunterschieden die möglichst gleichen Chancen in einem Bildungssystem zu geben», sagt der Minister im Gespräch mit der Deutschen Presseagentur in Dresden.

Alle Kinder und Jugendlichen sollten die Möglichkeit haben, einen für sie erreichbaren Schulabschluss zu machen, sagt Piwarz. Und schränkt ein: «Darauf ist das Bildungswesen noch zu wenig vorbereitet. Es geht darum, die so notwendigen Grundkompetenzen für einen Schulbesuch besser auszubilden.»

Hintergrund: In Sachsen verließen – trotz des bundesweiten Fachkräftemangels – im vergangenen Jahr 8,1 Prozent der Schulabgängerinnen und Schulabgänger ohne Abschluss die Schule. Der Freistaat liegt damit auf einem unrühmlichen Platz fünf einer Bundesländer-Tabelle. Negativer Spitzenreiter ist Sachsen-Anhalt mit einer Abbrecherquote von 11,8 Prozent – hinten liegt Bayern mit 5,2 Prozent. Der Durchschnitt in Deutschland beträgt 6,9 Prozent. 

Piwarz dazu: «Es gibt heute Erstklässler, die nicht mehr in Lage sind, fünf Meter rückwärts zu laufen oder die ihre Schuhe nicht zubinden können. Manchen fehlt es an Mengenvorstellungen, etwa dass vier mehr als drei ist.»

Das grundlegende Problem seien nicht zu hohe Anforderungen, es fehle vielmehr an grundlegenden Kompetenzen. «Die Kinder bekommen aus welchen Gründen auch immer Grundlagen von ihren Eltern nicht mehr vermittelt. Das staatliche System muss also früh damit beginnen, die Voraussetzungen für einen Schulbesuch zu legen», sagte Piwarz. «Das sind einfache Dinge, die früher als selbstverständlich vorausgesetzt wurden und die heute nicht mehr da sind.»

Piwarz zufolge führt das zu einer Situation, in der sich die Schule um Dinge kümmern muss, für die sie eigentlich gar nicht da ist. «Wir müssen das im vorschulischen Bereich leisten und eine gewisse Kultur etablieren, dass Bildungsinhalte verpflichtend sind. Das sind zum Teil Dinge, die zwingend in den Elternhäusern vermittelt werden müssten», sagte der Minister. «Ich nehme aber zur Kenntnis, dass nicht alle Elternhäuser das schaffen oder nicht mehr schaffen wollen.»

Dabei gebe es eine hohe Verantwortung der Familien für die Entwicklung ihrer Kinder. «Der Staat kann nicht alle Defizite ausmerzen. Das wird auf Dauer nicht funktionieren.»

Hintergrund: In anderen Bildungssystemen, das belegt die jüngste Pisa-Studie einmal mehr, gelingt es allerdings deutlich besser als im deutschen, sozioökonomische Nachteile auszugleichen – in Deutschland ist der Leistungsabstand zwischen Schülerinnen und Schülern aus privilegierten Familien und benachteiligten Jugendlichen überdurchschnittlich groß (News4teachers berichtete).

Laut Piwarz weisen schon Erstklässler heute Entwicklungsunterschiede von zwei Jahren und mehr auf. Das habe bei weitem nicht nur etwas mit Migration zu tun. «Es gibt eine zunehmende Heterogenität in der Gesellschaft. Auch innerhalb der deutschen Gesellschaft sind die Fliehkräfte größer geworden. Die Unterschiede sind eklatant.»

Neben der Integration ausländischer Schüler sei auch die Inklusion eine große Herausforderung. «Manchmal treffen beide Herausforderungen zusammen. Wir diskutieren gerade im Landtag über eine Verteilung der Ressourcen nach einem Sozialindex», berichtete der Minister. «Bestimmte Schulen sollen mehr Personal oder Geld erhalten, wenn es besonderen Bedarf gibt.»

Hintergrund: Sachsen gehört nach einer Übersicht der Aktion Mensch zu den Bundesländern mit den höchsten Exklusionsquoten in Deutschland: 5,5 Prozent der Schülerinnen und Schüler gingen dort im Schuljahr 2020/2021 auf gesonderte Förderschulen – nur in Sachsen-Anhalt war der Anteil höher (6,5 Prozent).

Den Begriff Brennpunktschule will Piwarz in diesem Zusammenhang nicht verwenden. «Ich nutze den Begriff nicht, weil er eine Stigmatisierung bedeutet. Wir sprechen von Schulen mit besonderen Herausforderungen und in besonderen Lagen.» Tatsächlich falle dort infolge der Zusammensetzung der Schülerschaft und großer Entwicklungsunterschiede mehr Arbeit an. Man dürfe nicht zulassen, dass einige Schulen über Gebühr beansprucht werden und müsse die Lasten gleichmäßig verteilen. Zwar könne man wegen des Lehrermangels derzeit nicht mehr Lehrkräfte an diese Schulen schicken. «Wir versuchen aber, eine Art Bypass zu legen, um mit Assistenzkräften zu unterstützen.»

Hintergrund: Sachsen gehört zu den Bundesländern, die vom Lehrkräftemangel besonders stark betroffen sind. Die GEW bezifferte die Zahl der zusätzlich benötigten Lehrkräfte im Freistaat zu Schuljahresbeginn auf mindestens 3.000 – Tendenz: stark steigend. 

Hat der Kultusminister irgendwelche Lösungen anzubieten? Piwarz plädiert dafür, Schülerinnen und Schüler mit einer gesunden Leistungserwartung zu konfrontieren. «Kinder sollten keine Angst vor Klassenarbeiten oder Prüfungen haben. Sie sollen aber unter Beweis stellen, was sie gelernt haben und das auch anwenden können.»

Das Leben biete später genügend Situationen für Prüfungen – ob nun im Beruf oder im persönlichen Leben. «Darauf sollen junge Menschen vorbereitet werden, das sollten wir als Schule tun. Wir haben hier den Vorteil, dass wir die jungen Menschen noch auffangen können, wenn etwas schief gelaufen ist.» Im Erwachsenenleben werde so ein Reparaturmodus nicht immer zur Verfügung stehen, findet der Christdemokrat.

Wir meinen: Das sieht man gerade gut am deutschen Bildungssystem, das von Kultusministern vor die Wand gefahren wurde – und nun dort hängt, ohne «Reparaturmodus». News4teachers / mit Material der dpa

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Ragnar Danneskjoeld
3 Monate zuvor

„Was ist von einem Kultusminister zu halten, der zwar Probleme benennt – aber keine Lösungen anzubieten hat?“

Einiges. Ich bin es leid, dass der Staat (sei es ein Minister, sei es ich als Lehrer) für jedwegliches Individualversagen in Haftung genommen wird. Das BVG hat mit Recht von einer „Erziehungspartnerschaft“ zwischen Elternhaus und Schule gesprochen und es gibt leider Gottes immer mehr Eltern, die ihren Kindern basale Kenntnisse nicht (mehr) vermitteln. Macht ja die Schule.

Das soll kein Freibrief für Kultusminister darstellen. Aber mir ist ein Bundesland mit 8 Prozent Schulabgängern ohne Abschluss weit lieber als ein Bundesland mit 2 Prozent – bei ersterem weiß ich, dass es da noch so etwas wie eine Erwartungshaltung gibt. Jedem Deppen sein Abitur – das betreiben wir auf Geheiß der Politik eh schon zu lange und die Universitäten reagieren notgedrungen mit Überbrückungskursen. Im Handwerk wiederum fragt man: was haben die Lehrlinge eigentlich zehn Jahre gemacht? Jedenfalls höre ich das seit zehn Jahren auf der mittelständisch-großfamiliären Weihnachtsfeier.

Dejott
3 Monate zuvor

Nun,eine Wahlaufgabe bei der letzten Deutschprüfung an der Realschule in Sachsen: Was ist dein liebstes Schulerlebnis?
Soviel zum Niveau.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Dejott

Immerhin 8 Prozent scheitern offenbar selbst daran.

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor

„was haben die Lehrlinge eigentlich zehn Jahre gemacht?“

Abitur natürlich, auf Geheiß des Zeitgeists (hui-buh!) – oder sich daran versucht und das Gruseln gelernt. Um dann selbst herauszufinden, dass die akademische Welt so gar nicht ihr Ding ist. Und die Gesellschaft hat in der Zeit herausgefunden, dass Akademiker keine Dächer abdichten, keine Heizung einbauen und keine Urinbeutel wechseln. Und wie es eben mit Spuk so ist, bei Tage betrachtet verfliegt er schnell, aber er hat einen doch durch die Dunkelheit reichlich Nerven gekostet.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor

Ich hörte, es gebe einige Probleme, mit denen Schulen sich derzeit herumschlagen dürfen…

Aber ja, warum kümmern sich die Eltern bitte nicht selbst darum, wenn Lehrkräftemangel, Digitalisierungsrückstand und ein Verschlafen der Demografie und Migration (über Jahrzehnte!) den Kindern heute im Weg stehen?

BESTIMMT liegen die Familien reich, faul und schlau wie Füchse auf der Couch und WOLLEN ihre Kinder einfach nicht unterstützen… Woher haben Sie so eine Grundannahme von Eltern? 😉

Pälzer
3 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Der Grundfehler ist die Annahme, es gäbe „die“ Eltern, „die“ Familien.

447
3 Monate zuvor

Sehe ich genau so.

Wenn Schulen und Lehrer (egal welche Schulart, egal welche Altersstufe) von Schuhe zubinden und Uhrzeit lernen (GS, FÜNFTE!!! Klasse), Ernährung (MensaMensaMensa-Diskussionen, Pausenbrote gibbet nix mehr) und allgemeine Entwicklung/Werteprägung (ständiger Unterrichtsausfall für Praktika/Selbstfindung, Girls Day hier, „Leute hauen böse“-Tag da usw. usw.) alles übernehmen soll – dann weise man mir 1-3 Erziehungskinder zu (mit saftiger Gehaltserhöhung)…zur Schule fahren kann ich die dann auch gleich, kommt nicht mehr so genau drauf an.

Simon
3 Monate zuvor

Dass der Staat nicht die Aufgabe von Eltern übernehmen kann, ist klar. Vielleicht sollte es wirklich einen „Lehrplan“ für daheim geben, damit zunächst einmal alle Eltern wissen, was ihre Kinder zu Schulbeginn können/wissen müssen. Frühkindliche Tests wie in Hamburg können eingesetzt werden, um rechtzeitig zu erkennen, ob Mängel bestehen. Um Kindergärten und Vorschulen zu entlasten, sollte es für die betroffenen Eltern Bildungsangebote geben. Ich kann mir vorstellen, dass manchen gar nicht klar ist, was sie ihren Kindern beibringen sollten und theoretisch auch beibringen könnten. Elternbildung wäre zudem auch kostengünstiger und effektiver, eventuell programmiert man eine App, die Eltern auch digital unterstützt, zum Beispiel jeden Tag eine bestimmte Lernaufgabe mit dem Kind durchzuführen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Dass der Staat nicht die Aufgabe von Eltern übernehmen kann, sollte eigentlich jedem klar sein. Ist es aber nicht. Auch die Redaktion ist der Meinung, dass Erziehungsaufgaben nicht von Eltern geleistet werden müssen oder können und die Schule (natürlich mit ausreichend Personal – was es niemals geben wird) für Ausgleich zu sorgen hat.
Eltern haben dank der Politik ein zu großes Mitspracherecht in der Schule. Vor allem in der Grundschule. Sie reden von Dingen, von den Sie keine Ahnung haben und das mit voller Überzeugung. Damit hat man den Bock zum Gärtner gemacht.
Und nein, nein, nein: ich rufe nicht aus der rechten Ecke!

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Selbstverständlich bin ich ebenfalls der Meinung, dass alle möglichen Fördermaßnahmen ergriffen werden müssen, um Jugendlichen einen Abschluss zu ermöglichen. Gleichzeitig muss man aber von Kindern, Jugendlichen und Eltern Dinge einfordern. Eltern haben nun mal Erziehungsaufgaben und diese müssen erfüllt werden. Es wurde viel zu lange suggeriert, dass diese Aufgaben die Schule übernimmt. Und jetzt wundern sich alle (außer den KuK), dass wir dort sind wo wir sind.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Bildungspolitik hat dies den Eltern suggeriert. Das eigene Versagen wurde verschleiert, indem man Eltern immer stärkere Mitbestimmung gab. Belege? Da ich nicht vor Gericht stehe, führe ich einfach meine 25jährige Tätigkeit an der GS auf. Meine täglichen Erlebnisse und Beobachtungen. Das ist ja nur meine Meinung sonst nix.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, das ist keine steile These. Das sind Beobachtungen aus dem Alltag, die Außenstehende nicht haben. In der GS treten Eltern immer lauter, immer aggressiver, immer frecher und penetranter auf. Und bekommen viel zu oft recht, da Eltern Wähler sind.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist etwas anderes, als Mariechen meint, denke ich.
Ich denke, es geht vielmehr um Sanktionen, die Schule heutzutage nur noch nach zig Laber-Rhabarber-Maßnahmen verhängen kann und die dann vom Schulamt auch noch unterlaufen werden.
Ein Beispiel aus dem Alltag: In Deutschland müssen Schüler*innen, die Mobbing- oder-Gewalt-Opfer anderer Schüler*innen wurden, die Schule wechseln, nicht die Täter*innen, wenn Erstere sich sicherer fühlen wollen.

Elternmitwirkung im Sinne der Mitgestaltung der Schule z.B. als Elternvertreter*innen in den einzelnen Klassen und/oder im Schulelternbeirat und/oder Mitglieder der Schulkonferenz ist in der Regel gut und hilfreich.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, danke!

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Das Interesse an der Unterstützung der Elternmitwirkung bleibt geringer als gering. Elternratssitzungen sind regelmäßig schulöffentlich. Hingehen außer die Elternratsmitglieder selbst tut dann jedoch (fast) niemand.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

In Elterngesprächen z.B. wird mir suggeriert, dass ich für das Versagen des lernunqilligen SuS verantwortlich ist. Die Schule ist für die Gewichtszunahme verantwortlich, da die Mensa auch Schokoriegel verkauft, die in großen Mengen konsumiert werden (allerdings kommt das Geld dafür von den Eltern). Die Schule ist Schuld, weil sich die Kinder online mobben, obwohl man vorher auf den Elternabenden 20x gesagt hat, dass Whatsapp-Gruppen Probleme bereiten und Eltern dringend ein Auge auf Handys halten sollten. Die Liste an Vorwürfen, was man als LuL oder Schule gesamt nicht alles versäumt hätte, ist lang. Gibt man Tipps, natürlich nur gefragt, bekommt man von der Hälfte der Eltern Ausreden, warum man das auf keinen Fall umsetzen kann, idR: das ist dem armen Amadeus-Kevin oder Lieschen Müller auf keinen Fall zuzumuten, die wären dann ja ganz unglücklich und das wäre so anstrengend. Ich hab schon Sachen gehört, da wusste ich echt nicht, ob ich lachen oder weinen soll.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wir liegen günstig zu REWE und Co. Gibt es nicht eine kleine Auswahl in der Mensa, kommt die große Chipstüte aus dem Supermarkt. Gibt es viel Gemüse, dann kann man sich ja mit dem Handy ne Pizza ordern. Auch hier: wir können in der Schule gesunde Sachen anbieten, wenn genügend Eltern den Kids Geld für Pizza und Co zur Verfügung stellen bringt es nichts. Mein Kind hat vorbestelltes Essen in der Mensa und bekommt kein Geld mit. Könnte man also auch machen, müsste man eben zu Hause mal genöle ertragen. Wer Hunger hat, wird es schon essen. Nur mal ein Beispiel aus der Praxis, bezüglich Handy Problematik gibt es noch mehr.

GEW- nee!
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Artikel 6 Absatz 2 des Grundgesetzes ist da eindeutig. Staat und Gesellschaft wachen über die Pflicht und deren Einhaltung, aber übernehmen sie nicht- Sozialstaatsgebot hin oder her.
Förderung gibt es, an Geld, an Unterstützung- aber zuallererst haben Eltern die Pflicht und die Verantwortung, sich zu kümmern- zum Beispiel auch, indem sie sich selbst sprachlich qualifizieren, dafür sorgen, dass die Aufgaben in Schule und Familie erledigt werden, für gesunde Ernährung und gemeinsame Mahlzeiten sorgen, sich mit dem Medienkonsum der Kinder auseinandersetzen, Verkehrsregeln praktisch üben, vorlesen, eine Bücherei besuchen, Kindern zeigen, wie man Schuhe zubindet oder die Uhr liest…..
Alles nahezu kostenlos und Eltern, die damit bereits kognitiv oder anderweitig überfordert sind, sollten die Kinder abgeben.

GEW-nee!
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Müssten diese Beispiele explizit in einem Gesetz benannt werden, wäre das Armutszeugnis genug. Davon war keine Rede, denn es sind Selbstverständlichkeiten. Also bitte korrekt zitieren („[I]ndem“ oder „…indem“. Davon abgesehen sei wiederholt: Eltern, die damit bereits kognitiv oder anderweitig überfordert sind, sollten die Kinder abgeben. Geht es aber um die, die aus anderen Gründen, über die ich nicht polemisch befinden mag, diese Pflicht nicht wahrnehmen, gilt es, hier auf die Finger zu klopfen und nicht die Aufgaben einfach auf Institutionen und Gesellschaft zu übertragen, auch „das ist weder gerecht noch gesellschaftlich/volkswirtschaftlich sinnvoll.“
Sicher gibt es auch für diesen Post wieder eine polemische Maßregelung.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

dto

Kurz
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Natürlich können Kinder nichts dafür, wenn Eltern das nicht leisten. Es ist aber ein Irrtum zu glauben, Staat und Gesellschaft könnten alles ausgleichen, was im Leben der Menschen weniger gut läuft als bei anderen.
Die Frage, ob manche Kinder für die Fehler ihrer Eltern „büßen“ müssten, macht zwar Stimmung, ist aber falsch. Eine Buße zu verhängen setzt immer eine bewusst strafende Instanz voraus. Wer sollte das jedoch sein?

Dass der Staat im Rahmen seiner Möglichkeiten versucht, Benachteiligungen abzumildern, ist in Ordnung. Eine übertriebene Erwartungshaltung an staatliche Pflichten ist aber eine gefährliche Illusion, die Gesellschaften überfordert. Auch sie ist „weder gerecht noch gesellschaftlich/volkswirtschaftlich sinnvoll“.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Können die Siegerländer das denn wirklich?
Dazu müsste man sich mal die Gesellschaftsstrukturen aller teilnehmenden Staaten genau ansehen, oder nicht? Ich glaube das jedenfalls nicht.

Das heißt für mich aber nicht, dass Staaten es nicht versuchen müssen. Ich finde wie Sie, dass man Kinder hier bei uns nicht dafür bestrafen darf, dass ihre Eltern sie nicht mit allem versorgen können, was es braucht, um erfolgreich zu lernen. Was das angeht, gibt es in Deutschland de facto sehr viel Luft nach oben.
MMn traut man sich nach wie vor nicht daran, die Probleme genau zu benennen, weil das auch mit dem Eingestehen falscher Politik in den letzten 50 Jahren zu tun hätte, einerseits.
Andererseits würden die notwendigen Maßnahmen sehr, sehr viel Geld kosten. Und da hört der Spaß, wenn es um Bildung geht, in Deutschland bekanntlich auf.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich glaube nicht, dass jemand Kinder für die Fehler der Eltern büßen lassen will. Wie um Himmels Willen kommen Sie auf solche Sachen?
Wahrscheinlich steht das von Ihnen oben genannte in keinem Gesetz. Muss es auch nicht, da es eigentlich! selbstverständlich sein sollte.

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Wo ist also eine rechtsverbindliche Liste zu finden, die vorschreibt, was Kinder bei Schuleintritt können müssen? Wir kennen keine.“

Seltsam, dass es diese Liste nicht schon längst gibt – auf welcher Basis und mit welchem Ziel wird dann eigentlich die Schuleingangsuntersuchung durchgeführt? Genau. Finde den Fehler.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Schuleingangsuntersuchung findet z.B. in NRW gut 10 Monate vor der Einschulung statt. Da sollte doch für Förderung noch genug Zeit sein.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Diese Liste besteht zu großen Teilen auf die ungeschriebenen Normen und Werte, die in Deutschland als gegeben angenommen werden und über viele Jahrzehnte geteilt wurden. Seit etlichen Jahren aber immer weniger, was auch am demographischen Wandel liegt mit Kulturen, die andere Normen und Werte als gegeben ansehen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist das Problem. Diese Liste müsste es geben. Eingeschult wird, wer diese Dinge auf der Liste kann.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wow – Kinder, die wegen fehlender Schulreife zurück gestellt werden, kommen in die Sozialhilfe?

Junge, Junge, jetzt wird es wirklich niveaulos.

Vielleicht ist die sog. Redaktion einer kostengünstigen KI gewichen, die noch lernen muss?

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

? Nein, in die Kita bzw. in eine Maßnahme, die Kids schulreif macht.
Ja, müsste man dann eventuell einrichten.
Geht nicht, da kein Personal? Dann müssen das eben die auch nicht vorhandenen extra Lehrkräfte machen.
Nein, Spaß beiseite, in der Schule im Unterricht der ersten Klasse kann das jedenfalls nicht passieren, da Lehrkräfte noch weniger dafür da sind, Erziehung zu ersetzen als Erzieher*innen-Assistenzen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, der Staat steht in der Pflicht. Habe nichts anderes behauptet.
@Mitforist*innen: Nur Forderungen an Eltern zu stellen, wird auch in Zukunft NULL Effekt haben.
Nein, auch wenn die Politik laut von Eltern dueses oder jenes einfordert, wird nichts passieren.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich stelle nicht nur Forderungen an die Eltern, aber auch. Und wenn dies ingesamt von Schule stärker betrieben würde, bin ich mir sicher, erreicht es zumindest einen Teil der Eltern. Wenn aber der Konsens herrscht: man fordert gar nix mehr, geben auch viele Normalo Eltern die Verantwortung ab.
Natürlich gibt es Eltern, die man niemals erreicht.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

? Wo ist das an Schulen Konsens, nichts mehr einzufordern?
An meiner nicht. Viele Eltern kratzt es einfach nicht, wenn die Laber-Rhabarber-Maßnahmen erstmal bis zum Erbrechen durchgeführt werden. Nicht einmal, wenn die Schulleitung bei Eltern zuhause auftaucht, weil sie diverse Mal nicht zum Gespräch erschienen sind.
Wenn man sich ans Ordnungsamt wendet, dauert es …
Wenn man sich ans Jugendamt wendet, muss man vorher sonstwas (s.o.) versucht haben, bis etwas passiert.
Es sind doch nicht die Schulen, die etwas ändern müssen, sondern die Politik muss dafür sorgen, dass Eltern nicht durchkommen mit ihren Mätzchen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, natürlich die Politik. Aber spätestens über der Schulleitung ist doch alles Politik. Gerade zu Corona Zeiten, als der Druck auf den Schulen groß war, kam die Ansage vom Schulrat: egal was, die Eltern haben recht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies an anderen Schulen so viel anders war. Leider ist von diesem Verhalten viel übrig geblieben.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Bei uns war das schon vor Corona so.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

In BW kommt dann die (verpflichtende) Einschulung der noch nicht schulreifen Kinder in Grundschulförderklassen, also eine schulische Einrichtung, die schulpflichtige, aber vom Schulbesuch zurückgestellte Kinder in einem Jahr zur Schulfähigkeit führen soll. Grundschulförderklassen sind an Grundschulen angegliedert.
Ganz so doof sind die Schulen und Lehrkräfte auch nicht…

Mo3
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt auch einfach Kinder, denen einfach ein Jahr länger im Kindergarten schon helfen würde und dass hat nicht einmal etwas damit zu tun, ob diese Kinder zu Hause gefördert werden oder nicht. Schulreife ist zum Teil auch ein Entwicklungsprozess der seinen eigenen Zeitplan hat unabhängig von Fähigkeiten, die man antrainieren kann.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Himmel, die Kinder bleiben dann ein Jahr länger in der Kita. In Berlin gibt es für Kinder, die nicht die Kita besuchen, einen verpflichtenden Sprachtest. Wird der nicht bestanden, durfen/sollen/müssen die Kinder in diesem letzten Jahr vor der Einschulung verpflichtend Kita oder Sprachkurse (für Vorschulkinder selbstredend) besuchen. Problem hierbei: von den zum Test einbestellten kindern nebst Eltern kommt nur ein Teil dieser Pflicht nach. Da es keine Sanktionen und auch keinen wirklichen Überblick über die einzubestellwnden Kinder gibt, läuft dieses Projekt Recht schleppend.

In NRW gab es früher den sog. Schulkindergarten für die Kinder, die vom Alter her eingeschult würden, aber die Schulreife noch nicht hatten
Andere Bundesländer hatten ebenfalls eine zwischengeschaltete Institution für die zurück gestellten Kinder. In Berlin erinnere ich mich an die Vorschüler, die an der GS angesiedelt war.
All dies wurde aber im Rahmen der Schuleingangsphase, die diese Arbeit auffangen sollte, abgeschafft.

Als RedakteurInnen eines Bildungsmediums sollten Sie solche Fakten kennen.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann fordere ich hiermit, dass all das wieder eingerichtet wird!
Die Schule ist der falsche Ort, solange frühkindliche Bildung nicht angegliedert ist. Eine GS-Lehrkraft hat nun einmal andere Aufgaben.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sehen Sie, jetzt sind wir auf einem Nenner: es gibt nicht genügend Personal.
Wäre es da nicht das Vernünftigste, die Aufgaben denjenigen zu übergeben, die auch tatsächlich die Verantwortung der Erziehung haben (Das Recht und die Pflicht, wie es so schön im GG heißt).

Und dann sollten mit vernünftigen Methoden (fordern, fördern, belohnen und meinetwegen auch mit Sanktionen) Eltern in ihren Erziehungsfähigkeiten gestärkt und in die Pflicht genommen werden. Dafür sollte Geld in die Hand genommen werden.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, ein Plädoyer für VORSCHULISCHE Erziehung und Bildung.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, die anderen kommen in eine Art Vorschule, wo man sie gezielt und intensiv auf die Schule vorbereiten kann. Ihre Antwort unterstellt, dass wir Kinder aussondern wollen, um… was auch immer. Es geht darum, Kindern zu ermöglichen am Unterricht teilzunehmen und sich in der Schule wohlfühlen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ist für mich selbstverständlich, dass man die Kinder, die für die Schule vorbereitet werden müssen, diesbezüglich fördert. Oder es zumindest mit dem vorhandenen Personal versucht. Wer die Förderung übernehmen soll, weiß ich nicht. Vielleicht Studenten, die man jetzt ohne Ausbildung Anfangsunterricht machen lässt. Diese Kinder aber einfach in die 1. Klasse zu setzen ist ein Verbrechen.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie sollen dafür nicht büßen. Es ist jedoch illusorisch, dass man glaubt, dass die Schule das alles mal richten kann. Und ja, das Leben ist an dieser Stelle ziemlich unfair. Das heiße ich nicht gut, ich bemühe mich, was in meiner Macht steht, positiv einzusetzen, die Welt kann ich aber nicht retten. Und hier sagt glaube ich niemand, dass er Kindern gerne die Zukunft verbaut sieht. Ohne Elterneinsatz schwinden aber die Chancen der Kids. Was soll ich machen, wenn ich die Kinder max. 4h die Woche sehe, Eltern eine Mittagsbetreuung ablehnen, Förderkurse nicht besucht werden und das Kind um 13.15 Uhr nach Hause geht und sich dort dann 18 h Std. keiner richtig kümmert? Wenn das Kind essen bekommt, sich wäscht und zum Arzt gebracht wird, dann ist das okay und kein Jugendamt wird verfügen, dass das Kind bitte in der Schule bleibt und da isst und Förderkurse bekommt. An der Stelle zählt der Elternwille. Da kann ich ein freundliches Gespräch suchen. Und dann? Richtig NIX, wenn die Eltern nicht wollen. Das tut mir an diesen Stellen dann Leid. Das ist Realität, da kann man nicht einfach sagen, wie gemein für die Kinder und das System muss sich dann kümmern, die Möglichkeiten als auch die Ressourcen des Systems sind endlich. Ich wünsche mir auch das Beste für jedes Kind und ich wünsche mir auch den Weltfrieden. Manche Wünsche gehen nie in Erfüllung und manches Ziel wird nie erreicht. Da muss man der bitteren Realität in die Augen blicken.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

So einfach ist es aber nicht. Wenn man in das „Pisa-Sieger“-Land 2001 – Finnland – genauer betrachtet, gibt es dort ähnliche Entwicklungen. Die Ergebnisse sind kontinuierlich schlechter geworden. LehrerInnen und ErzieherInnen klagen seit Jahren über dieselben Phänomene wie bei uns: Kindern werden zu Hause nicht mehr die Basisgrundlagen vermittelt, Eltern lagern dies an Kitas und Schulen aus. Selbst im super ausgestatteten Finnland können die Institutionen dies nicht leisten.

Die Idee: oben Geld rein – und dann werden sämtliche Probleme verschwinden, funktioniert nicht. Ist natürlich hübsch einfach.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

So, wegen einiger weniger, bei denen es die Eltern nicht hin bekommen, sich angemessen zu kümmern, sollen also gleich alle „büßen“ und verpflichtend den ganzen Tag in die Schule gezwungen werden? Haben Sie sich mal die armen Grundschulzwerge angeschaut, die von morgens 7 bis nachmittags 5, also 10 Stunden (!), in der Schule hocken? Die haben längere Arbeitstage als Erwachsene, und dementsprechend drehen auch viele von ihnen komplett am Rad.

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und dann werden die einen dazu verpflichtet, die anderen nicht? Und dann klagt jemand dagegen, und Gerichte kippen die Regelung. Man könnte die schwache Leute gezielt zu zusätzlichem Extraunterricht verpflichten, das wird aus dem selben Grund nicht gehen. Wenn aber alles freiwillig ist, kommen wieder die falschen, und nichts bessert sich. In Berlin gibt es nur noch Ganztagsgrundschulen. Und der Effekt?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Gibt es in Berlin schon lange: nicht nur Nachmittagsbezreuung im Hort, sondern auch gebundene Ganztagsgrundschulen mit verteilten Stunden bis in den Nachmittag. Die Lehrer sind auch die ganze Zeit vor Ort, inklusive ErzieherInnen, keine HA, ordentliches Mittagessen. Und nicht erst seit dem eklatanten Lehrermangel. Die Ergebnisse in den einschlägigen Schulen hat das leider nicht verbessert.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich kenne die GS, an der Frau Busse SL war. Sie hat ein extrem schwieriges Einzugsgebiet, eine Freundin hat dort unterrichtet.

Bildungschancen sehen dort so aus: wenn alle Kinder ein einigermaßen friedliches Miteinander erleben, ein Frühstück und Mittagessen und freundliche Zuwendung der KuK und EuE erfahren, dann ist dies bei vielen oder eher den meisten ein erfreulicher Gegensatz zu den Gegebenheiten, die sie zu Hause vorfinden und natürlich ein Ausgleich.

Aber von „Bildung“ im Sinne von Erlernen der Kulturtechniken Lesen, Schreiben, Rechnen reden wir noch gar nicht. Dazu müssen die Voraussetzungen erst mal geschaffen werden. Die Spreizung bei Schulbeginn beträgt mittlerweile 2 – 3 Jahre. Diese Jahre können nicht wirklich aufgeholt werden, denn die anderen Kinder, die zu Hause unterstützt werden, entwickeln sich auch weiter. Es handelt sich hierbei um das bekannte „Matthäus-Prinzip“, das nur dann ausgehebelt werden könnte, wenn die geförderten Kinder bewusst ausgebremst würden. Dagegen spricht aber die Förderungswut der Familien, die alles daran setzen, dies zu verhindern.
Im übrigen sind dies alles alte Kamellen.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

An Frau Busses ehemaliger Grundschule, bekommen immerhin 25% eine Gymnasialempfehlung. Das ist für das Einzuggebiet, den Brennpunkt und die Migrationsquote von über 90 % doch bemerkenswert….
Heißt extrem schwierig hier vielleicht vor allem extrem anders?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was ist extrem anders? Anders als wer, was?
Einzugsgebiet ist die High-Deck-Siedlung.
Ja, Frau Busse war eine sehr engagierte Schulleiterin und hat sich sehr für die Kinder an ihrer Schule eingesetzt, wenn auch nicht ganz unumstritten. 25 % Gym-empfehlung heißt erst mal gar nichts.

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Na, „Förderungswut“ ist ein sehr unglücklicher Begriff. Ich schätze gerade diese Eltern denen ihr Nachwuchs nicht egal ist und Zeit (!!!) und Geld dafür aufwenden, um ihre Kinder auf das Leben vorzubereiten.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Vielen Dank, wir gehören selbst dazu.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also, oben schreiben Sie von einer „gebundenen Ganztagsschule“. Nach meinem Verständnis bedeutet das „verpflichtend für alle“, im Gegensatz zum derzeit praktizierten „offenen Ganztag“.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann spinnen wir den Gedanken mal weiter: was, wenn es, wie in unserem Ort, nur eine Grundschule gibt? Sollen die Zwerge dann mit dem ÖPNV (oder dem Elterntaxi) ewig durch die Gegend kutschieren, um dem verpflichtenden Ganztag zu „entgehen“?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sorry, nein. Angesichts der Wohnungsmarktlage nimmt die Gentrifizierung zwar noch einmal Fahrt auf, aber der Übergang dauert doch ca. 1 Generation.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Schön. Das steht auch auf meinem Wunschzettel. Wird aber nix! Kein Geld, kein Personal.

BeWa
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich habe ein politisches Interesse an zusammenhängenden Landschafts-/Naturschutzgebieten zum Erhalt der Biodiversität.
Das Geld dafür wird es nicht geben und es gibt zu (finanz-) starke wirtschaftliche Interessensgruppen dagegen.
Das Wichtigste an dieser Stelle:
es gibt auch keine Zustimmung in der Bevölkerung, weil Einschränkungen für Siedlungsbau, Freizeitverhalten usw. als nichtakzeptable Gängelungen empfunden werden.
Ich kann noch nicht einmal meine Nachbarn davon abhalten, ihren Gartenschnitt im Landesforst zu verklappen („Ist doch bio!“) oder ihre Kinder am Waldrand Kanonenschläge zünden zu lassen („Ist doch nur einmal im Jahr!“).
Zeige ich die an, geht mir jeder Rückhalt für andere, noch akzeptierte Anliegen verloren.

Es gibt in diesem Forum mit EuE und LuL schon keine Zustimmung dafür, dass Kita+Schule so umfassend Erziehungsverantwortung übernehmen, dass Eltern „raus aus der Nummer sind“.

Ich denke, das entspricht der Haltung in der Bevölkerung und den Mehrheiten in den politischen Parteien (abgesehen von Grünen und Nicht-Wagenknecht-Linken).

Selbst ich als ehemaliges Heimkind, die Ihnen darin zustimmt, dass wir die Kinder erziehungsunfähiger oder -unwilliger Eltern nicht allein lassen dürfen, mache das nur mit zusammengebissenen Zähnen, weil ich sehe, dass man Eltern damit die Möglichkeit gibt, die eigenen Kinder gegen den Staat/uns in Geiselhaft zu nehmen.

Es wird nicht nennenswert mehr Geld geben und durch ein personell und materiell miserabel ausgestattetes (Ganztags-)Schulsystem wird es schlimmer werden – nicht zuletzt durch weitere Fachkraftflucht.

Anstatt also „idealpolitisch“ zu argumentieren und Foristen zu unterstellen, dass ihnen „die Schwachen“ egal sind, plädiere ich für eine realpolitische Haltung.

Soll heißen: lasst uns schauen, dass wir mit den Mitteln, die wir JETZT haben sowie
strukturellen, methodischen, didaktischen usw. Veränderungen das Best-MÖGLICHE zu erreichen.

Lieber ganz pragmatisch vor Ort das ein oder andere kleine Biotop erhalten, anstatt dass man sich mit Maximalforderungen verkämpft – gegen Lobbyisten und ohne jeden Rückhalt in Politik und Bevölkerung.

D.h. nicht, dass man nicht immer wieder deutlich machen soll, was uns Zersiedelung, Zubetonierung und Abnahme der Arten in Zukunft kosten werden

… oder 1 Fünftel junger Menschen ohne Ausbildung im Bürgergeldbezug.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmm… man nehme es den Reichen und gebe es den Armen. Funktioniert nur bei Robin Hood, aber nicht in unserem komplexen Wirtschaftssystem. Ziemlich naiv diese Vorstellung. Aktuell haben wir doch eine eher linksgerichtete Regierung und es läuft trotzdem nicht so. Warum wohl? Aber keine Frage: wir brauchen mehr Geld für unsere Bildung. Das alleine wird es aber auch nicht richten!

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Zumal am Ende alles zu einem zurück kommt. Durch Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Fachkräftemangel werden auch die Wohlhabenden in Mit leidenschaft gezogen. Investieren wäre also nicht „Robin Hood“, sondern eher Selbstvorsorge!

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Selbstverständlich muss investiert werden. Mit ‚Robin Hood‘ meinte ich die Umverteilung, die nicht funktioniert. Man nehme hier was weg und gebe es dorthin. Und wenn das die aktuelle Regierung schon nicht hinbekommt…

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, nee… die aktuelle Regierung bekommt das gerade prima hin. Läuft wie geschmiert, alle sind zufrieden. Ganz besonders die Wirtschaft. Und bevor Sie mich wieder in die rechte Ecke stellen: ich habe diese Regierung gewählt!

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

So unzufrieden wie aktuell war die Wirtschaft mit der Regierung schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Davon abgesehen sind auch die Sozialverbände nie zufrieden.
Für das Schüren von Panik braucht diese Regierung jedenfalls niemanden. Das erledigt sie mit ihrer katastrophalen Kommunikation von ganz alleine.

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nach den Zahlen, die Sie nennen, ist Deutschland doch gar nicht so unsozial. Warum wird dennoch immer geschimpft? Wie hoch soll der Anteil des Sozialbudgets noch werden? Ich nehme an, in anderen (auch europäischen) Ländern geht es unsozialer zu.

BeWa
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Mit dem Dienstwagenprivileg rennt man bei mir das größtmögliche aller Tore ein.
😉
Und natürlich bin ich mit der derzeitigen Prioritätensetzung nicht einverstanden.

Es gibt eine Mehrheit in der Bevölkerung für andere Prioritäten insbesondere bezogen auf Bildung und Natur/Umwelt …
solange die Menschen nicht verzichten müssen.
Das war mir schon klar. Ich habe aber nicht damit gerechnet, dass die „Verzichtsabwehr“ sogar bei Fragen der Freizeitgestaltung u.ä. schon einen Aufruhr existentiellen Ausmaßes hervorruft.

Diese Regierung, die ich übrigens gewählt habe, hat einen selbstverschuldeten Vertrauensverlust zu verantworten und kann nichts mehr bewegen.
Da ist keine andere Prioritätensetzung zu erwarten.
Also kommen die dran, die diesen gigantischen Investitionsstau zu verantworten haben.
Und D kann sich noch glücklich schätzen, wenn es nur „die“ sind.
Und auch da ist keine andere Prioritätensetzung zu erwarten.

Wir können nur mit dem arbeiten, was wir jetzt haben.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also ich setze mich schon für Schwächere ein. Die Politik tut das nicht. Oder zumindest nicht richtig! Ich hoffe Sie meinten es so.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wer heutzutage immer noch mit Herz und Seele als Lehrkraft, insbesondere an der Grundschule, arbeitet, der setzt sich permanent für Schwächere ein.
Aber okay, dann reduzieren diese Kollegen eben ihre Stunden, um Ressourcen für politische Aktivitäten zur Veränderung des IST -Zustandes zu bekommen, die über das bisher Geleistete hinaus gehen.
Bleibt zwar weniger für die derzeit Schwächeren in den Schulen, aber das sind dann halt Kollateralschäden, nicht wahr? Ach nee, Stundenreduzierungen soll’s ja wegen Lehrermangel nur noch für Familie und in Ausnahmefällen geben. Na dann machen wir das dann am Ende oder zu Beginn des Tages: zwischen 22.30 und 5.45 Uhr hätte ich da noch mein bisheriges Schlaffenster zur Verfügung.

Vielleicht hab ich Sie falsch verstanden, aber Lehrkräften pauschal zu unterstellen, sie hätten kein politisches Interesse, sich für Schwächere einzusetzen, weil sie vor der Realität kapitulieren, ist das Allerletzte, insbesondere von einem Bildungsmagazin!

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Wie oben geschrieben: ich kenne etliche gebundene GS in Brennpunktbezirken in Berlin. In keiner dieser Schulen haben sich die messbaren Ergebnisse (VERA, IQB, Übergangsnoten zu weiterführenden Schulen) signifikant verbessert. Aber diese schulen können sehr wohl das Leben vieler SchülerInnen verbessern: Struktur, Beschäftigung, Regeln, regelmäßige Mahlzeiten, ein freundlicher Umgangston.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Selbst wenn das Geld da wäre, woher sollen denn die Leute kommen, die den Ganztag betreuen?

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es wird kein Geld dafür geben. Momentan liegen die Ausgabenprioritäten ganz woanders. Man darf auch mal hinschauen, wie hoch die Ausgaben im Bereich Soziales tatsächlich sind, im gesamten Bereich.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein! Wer in zum Teil jahrzehntelangem Dienst tätig war, sich im Vertrauen auf geltendes Recht Pensionsansprüche erworben hat, verbittet sich dies. Juritisch ausgedrückt: Besitzstandswahrung. Und zukünftige Lehrer werden mit Aussicht auf geringere Leistungen im Alter sicher nicht zu gewinnen sein.

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Was haben Rente und Pensionen mit den Ausgaben für Bildung zu tun? Wollen Sie die Renten kürzen, die bereits jetzt in nicht wenigen Fällen zur Altersarmut führen, und dies mit notwendigen Ausgaben für die Bildung begründen? Oder Pensionen auf Rente umstellen (kann man gern tun, wird aber nicht billiger für den Staat)? Na viel Spaß.

Wenn es um für die Finanzierung der Bildung notwendige Einnahmen des Staates geht, empfehle ich die Wiedereinführung der Vermögenssteuer, das Schließen von Steuerschlupflöchern, die Reform der Erbschaftssteuer. Wird mit FdP und CxU allerdings nicht funktionieren, und die SPD ist inzwischen politisch eher eine Wirtschafts- als eine Arbeiterpartei. Ich lese auch nichts von Elternaufständen in Parteiversammlungen für eine auskömmliche Finanzierung des Bildungssektors. Solange die nicht stattfinden: warum sollen die Parteien was ändern, wenn sie sich doch anderenfalls durch z.B. Vermögensbesteuerung unbeliebt machen würden?

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Fast jeder fünfte Altersrentner, der 65 Jahre oder älter ist, muss in Deutschland mit monatlichen Bezügen von weniger als 1135 Euro auskommen und liegt damit unterhalb der von der Bundesregierung definierten Altersarmutsgrenze.“
Gern hier nachlesen: https://www.rnd.de/politik/altersarmut-rund-18-prozent-der-rentner-rutschen-unter-die-armutsgrenze-UE74DTBNYBBZDBLCDJ2CG6M5GE.html#:~:text=Demnach%20mussten%20am%20Stichtag%201,f%C3%BCnfte%20Altersrentner%20lebt%20in%20Armut.

Zwanzig Prozent find ich jetzt nicht sooo wenig, aber okay. Im Durchschnitt war der Dorfteich 50cm tief, und trotzdem ist die Kuh ersoffen, nicht wahr?

Mir erklärt sich weiterhin nicht, warum man die Ausgaben für Bildung zu denen für Rente/Pensionen (die, wenn man versicherungsfreie Leistungen mal rausrechnen würde, durch Beiträge der Versicherten bzw. geringere Bruttolöhne bei den Beamten erwirtschaftet werden) in Beziehung setzt. Genauso könnte man, wenn man denn beim Sozialsektor bleiben will, Wohngeldausgaben oder Arbeitslosengeld heranziehen. Oder man wechselt den Sektor und zieht die Fördersummen für sozialen Wohnungsbau heran.

Fakt ist, dass die Politik parteiunabhängig nicht gewillt ist, ihre Prioritäten der Mittelverteilung zugunsten der Bildung zu verändern. Und dass zwar Schüler und Lehrkräfte die Situation benennen und Abhilfe fordern, aber diejenigen, die wahlpolitisch aufgrund ihrer schieren Menge etwas verändern können, nämlich die Eltern, in den Parteien und auf den Straßen nicht mit diesbezüglichen Forderungen wahrgenommen werden.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Also weg mit den Alten, die kosten nur viel Geld und bringen nichts mehr! Allerdings bricht dann auch viel im Ehrenamt und in der Kinderbetreuung (Enkel) weg, aber egal. Hauptsache Dienstwagen, Boni -Zahlungen, Erbschaften und andere Reichen-Privilegien werden nicht angetastet.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Wahrheit ist aber auch, dass sehr viele Eltern nicht so agieren/sich politisch so engagieren, dass es der Bildung zuträglich wäre.
Wo sind due großen Eltern-Demos? Wenn ich zu Demos gehe, sind da aks Eltern immer nur LK und andere Pädagog*innen. Komisch.

Theo
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielleicht haben die ach so reichen Rentner durch Arbeit, sparen etc. diesen vermeintlichen Wohlstand erworben? Und die Kinder haben sie auch noch selbst erzogen. Kein Essen weggeworfen, nicht dauernd Shopping oder Streaming. Dazu nicht das Gequatsche von Work-life-balance. Man hat sich nach der Decke gestreckt, sich angestrengt, auch nach Feierabend.
Davon abgesehen sind die (zukünftigen) Rentner noch lange zahlenmäßig in der Überzahl und Politik sieht nur zum nächsten Wiederwahltermin. Da wird sich noch laaaange keiner die Finger verbrennen. Was dann passiert, sehen die Grünen ja gerade.

Unfassbar
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Kinder können in der Tat nichts dafür. Die Lehrer oder Sozialarbeiter können das aber auch nicht oder kaum auffangen, weil sie erstens die Kinder seltener sehen als die Eltern sie sehen, und zweitens das noch unmöglicher wird, wenn die Eltern dagegen arbeiten (bzw. nur solange kooperativ sind, wie sie selber davon profitieren).

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  GEW- nee!

Artikel 6 des Grundgesetzes:
(1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.
(2) 1Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht.
2Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.
(3) Gegen den Willen der Erziehungsberechtigten dürfen Kinder nur auf Grund eines Gesetzes von der Familie getrennt werden, wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen.

Weitere Worte sind nicht nötig – zuerst haben die Eltern ihre Pflichten zu erfüllen!! Nirgendwo steht, dass der Staat in allen Einzelpunkten einzuspringen hat, wenn die Elten nicht wollen oder können. Aber dann, wenn es nötig ist, kann und darf der Staat eingreifen – auch gegen den Willen der Eltern.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Bildung braucht aber eine gewisse Erziehung als Voraussetzung, sonst funktioniert das in der Schule nicht. Wenn ein Kind sich in einer Klasse so destruktiv verhält, dass Unterricht für alle (!), die anderen, die Lehrkraft und das Kind selbst, nur erschwert möglich ist, dann haben die Eltern ihre Pflichten grob verletzt. Das sind genau die Fälle, besonders wenn keinerlei Einsicht und Kooperationsbereitschaft vorliegt, in denen die Lehrkräfte an den Rand ihrer Belastungsfähigkeit und darüber hinaus gebracht werden. Vorwürfe wie „Sie mögen mein Kind eben nicht..“ von Elternseite können Lehrern die Arbeit so vermiesen, dass manche an den Burnout getrieben werden. Nicht „der Staat“ versagt hier.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nichts für ungut, aber insbesondere Polizist*innen haben da eine andere Meinung. Unsere Sanktionsmöglichkeiten sind zu lasch. Bis 14 können Kids in Deutschland sich eine dicke Akte „erarbeiten“. Später kriegt man lauter Bewährungsstrafen, bevor irgendwas Spürbares passiert. Und die Krönung ist, dass verurteilte Kriminelle, selbst ohne Bewährung bei z.B. acht Jahren Freiheitsentzug in Berlin 0 Tage einsitzen. In SH „immerhin“ sechs Monate.
Quelle: Ein befreundeter Staatsanwalt, der das Gegenteil von rechts ist.
Wer hier Polizist*innen usw. in den Burnout treibt ist die Politik, die Gesetze nicht anpasst.

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Welche Pflichten haben die Eltern überhaupt? Gar keine? Wenn bestimmte Eltern nicht wollen oder können, dann sollen das mal gefälligst die Anderen machen? Wer sind denn dann in diesen Fällen diese Anderen? Die Lehrer, die Eltern der Mitschüler, der Staat, die Gesellschaft? Geld jedenfalls ist keines da (Haushaltsloch).

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Und dieser Sozialstaat muss mit Geld finanziert werden, welches leider nicht auf Bäumen wächst.

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wir leben in einem kapitalistischen System. Das darf man sich gern verinnerlichen.

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es steht Ihnen, liebe Redaktion, frei, sich gern persönlich für die betreffenden Eltern und Kinder einzusetzen. Für mich sehe ich da keine Notwendigkeit… Sozialstaat bitte nicht mit Sozialismus verwechseln

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dass Geld erwirtschaftet werden muss ist keine Milchmädchenlogik. Natürlich müssen junge Menschen gut ausgebildet werden und natürlich braucht das Bildungssystem mehr Geld. Aber Geld alleine wird’s nicht richten!

Mika
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei „nicht können“ sollte jedoch parallel zur staatlichen Hilfe für das Kind auch die staatliche Hilfe für die Eltern einsetzen, damit diese lernen, ihren Aufgaben gerecht zu werden. Und meiner Ansicht nach sollten Eltern zur Annahme dieser Hilfen verpflichtet werden, ansonsten wiederholt sich das Problem bei jedem weiteren Kind dieser Familien. Für Montessori-Fans: Hilf mir, es selbst zu tun!

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ohne die Schulträger im Boot geht das aber nicht. Und damit wären wir leider wieder bei der Politik.
In Kiel gibt es das auch an zwei Brennpunktstandorten, wo ich arbeite, gibt es das allerdingd nicht trotz absoluter Notwendigkeit.

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich sehe da keine Verpflichtung für mich. Ich gehe ganztags und dabei in 3 Schichten arbeiten (gern auch an Wochenenden) und bezahle Steuern, und das nicht zu knapp.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wennn man wegen Alters oder Krankheit nicht mehr für sich sorgen kann, greift die Sozialversicherung, in die ich eingezahlt oder Beihilfe / Pension, die ich mir erdient habe. Als Eltern einfach nur hilfsbedürftig die Anstrengung einstellen und auf andere verweisen, reicht nicht.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Das ist viel zu kurz gedacht. Niemand kann liebevolle, verantwortungsbewusste Zuwendung „verordnen“ oder durch „Personal“ auffangen, was in Familien nicht geleistet wird. Denn nach der Schule gehen alle Kinder wieder in dasselbe Zuhause zurück.

Man muss die Eltern und Familien stärken und dort massiv Geld in diw Hand nehmen. Allerings nicht mit der Giesskanne wahllos verteilen. Das wäre mein Ansatz.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Liebe Redaktion,
„der Staat“, d. h. in diesem Bereich die Erzieher in Kitas oder Lehrkräfte an den Schulen, kann und muss sich zwar bemühen, manche Defizite von Elternhäusern durch Förderkurse usw. auszugleichen. Aber ein echtes Versagen/Unvermögen elterlicher Erziehung und Zuwendung in den ersten Lebensjahren eines Kindes kann durch Pädagogen nur zum Teil ausgeglichen werden, oder man müsste, wenn man das wirklich will, konsequenterweise – durch die Kita/Schule veranlasst – so manche Kinder aus solchen Familien herausnehmen und in guten Pflegestellen unterbringen. Das wäre eine logische Konsequenz, ansonsten kann übermäßiger Medienkonsum, seelische und körperliche Vernachlässigung oder Verantwortungslosigkeit nicht verhindert werden. Dann fordern Sie bitte in Zukunft solche Interventionen durch die Jugendämter! Was soll man als Lehrer sagen, wenn man von Kindern erzählt bekommt, dass es zuhause keinen Esstisch gibt, an dem man gemeinsam (zumindest einmal am Tag!) zu einer Mahlzeit sitzt, und dass es so ist, dass derjenige, der Hunger hat, einfach im Kühlschrank sucht, ob er etwas findet? Wenn Kinder ganz offensichtlich wochenlang dieselben Klamotten anhaben? Dass Eltern es vergessen, wann ihr Kind nach einem Landheimaufenthalt wieder zurückkommt, es nicht abholen und das arme Kind mit seinem Gepäck noch alleine dasteht, wenn schon alle anderen gegangen sind? Solche Situationen kommen vor, selbst erlebt… Das kann keine Schule ausgleichen, leider.
Und zu Ihrem zweiten Punkt:
ZITAT: Veröffentlicht von Statista Research Department, 26.06.2023, zu finden unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1262397/umfrage/schueler-mit-foerderbedarf-in-foerderschulen-und-in-regelschulen/ :
„Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen ist in Deutschland zwischen 2013 und 2021 gestiegen. Im Jahr 2021 besuchten rund 258.000 Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf eine allgemeine Schule. Im gleichen Jahr besuchten 322.000 Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf eine Förderschule. Die Zahl der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen hat zwischen 2013 und 2017 abgenommen, ist nach 2017 aber wieder leicht angestiegen. Insgesamt besuchten 2021 in Deutschland 590.116 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf eine Schule.“
Wenn ich diese Zahlen sehe, dann muss ich davon ausgehen, dass unter den „alljährlich 50.000 jungen Menschen in Deutschland, die – wie Sie es ausdrücken – ohne Abschluss in die Wüste geschickt werden“ eine großer Anteil ist, der einfach, aus welchen Gründen auch immer, intellektuell gar nicht in der Lage ist, einen Schulabschluss zu schaffen. Ca. 600 000 Schüler, das sind bei 10 Jahren Schulpflicht etwa 60 000 pro Jahrgang. Ja, jeder, der einen Abschluss geschafft hat, ist selbstverständlich mit Freude zu begrüßen – aber auch für das Niveau Hauptschule ist ein gewisses Maß an mentaler/sprachlicher/mathematischer Leistungsfähigkeit Voraussetzung, und wenn das einfach nicht da ist? Damit relativiert sich Ihre Empörung über das „In-die Wüste-schicken“ sehr. Frühzeitige Förderung bis zur Ausbildungsreife sehr gerne, aber Zaubern ist halt auch bei bestem Engagement nicht möglich, und was nicht geht, wenn die Voraussetzungen fehlen, geht eben nicht. Man muss diese Zahlen schon hinterfragen, sonst macht man es sich zu einfach.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wenn es gelänge, allen Kinder bis zum Ende der dritten Klasse das automatisierte Lesen beizubringen, sowie diesen Kindern zu vermitteln, durch die Aneignung effektiver, zielorientierter Lernstrategien und die Entwicklung einer eigenen Arbeitshaltung durch Lernen am Erfolg sich selstständig Wissen anzueignen, siehe Grundkenntnisse nach Dehaene u. a. dann hätten wir in Zukunft deutlich weniger Schulabbrecher.

Die Unfähigkeit automatisiert lesen zu können, dieser Nachteil schlägt in den Folgejahren, wenn die Kinder sich dann nicht eigenständig größere und längere Textinhalte erlesen können, auf alle Bereich des schulischen Lernen durch.
„Die Reichen werdeb immer reicher, die Armen werden immer ärmer.“ So hat diesen Zusammenhang Keith Stanovic formuliert.

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Zitat: „Und angemessen heißt, dass jedes Kind eine Chance auf einen Abschluss bekommen muss.“ Sind Sie wirklich so einfach gestrickt, dass Sie annehmen, dass jedes Kind einen anerkannten Schulabschluss schaffen kann? Was ist mit den Kindern, die leider so eingeschränkt sind, dass sie sich nicht äußern können, nicht aus eigener Kraft sich bewegen oder ihre Bedürfnisse erfüllen? Was ist, wenn Jugendliche nicht in der Lage sind, mit anderen Menschen zu interagieren? Wenn sie, wie bei manchen Formen von Autismus, nicht kommunizieren können? Ja, das sind schwerwiegende Beispiele, aber alle diese Fälle sind in den von Ihnen beklagten 50 000 enthalten – das wollte ich mit den statistischen Angaben nachweisen, so dass man nicht einfach behaupten kann, das sei alles mit genügend Förderung zu schaffen. Bei einem Teil dieser Fälle mag es mit sehr individueller Förderung in Kleinstgruppen möglich sein, eine evtl. auch nur eingeschränkte Ausbildungsreife zu erreichen, das ist dann sehr schön – aber gerade da scheint es mir und einigen Förderlehrkräften in meinem Bekanntenkreis bei weitem zielführender zu sein, diese Kinder in spezialisierten Schulen so zu unterrichten, wie sie es brauchen, und sie somit lebenstüchtig und selbständig zu machen. Die Hoffnung, dass das per Inklusion in großen Klassen funktioniert – quasi per „Ansteckung“ durch Überspringen von intellektuellen Fähigkeiten, durch das oft zitierte „Mitziehen“, das ist illusorisch.Träumen Sie weiter!
In der schulischen Realität passiert eher die Umkehrung, dazu einige Erfahrungen: Die leistungsstarken Schüler werden in mehrheitlich schwachen Klassen von Lernschwächeren oft als „Streber“ diffamiert, denn aus falsch verstandener „Bildungsgerechtigkeit“ darf keiner mehr können als der andere: Was nicht alle können, soll keiner können..!
An manchen Schulen wird schon darüber diskutiert, ob man für sehr gute Notenschnitte im Zeugnis am Schuljahresende eigentlich noch die traditionellen Buchpreise ausgeben soll, denn dadurch werden ja diejenigen „beschämt“, die keinen Preis oder Lob bekommen! Unglaublich, wie hier eine Kultur der Leistungsverachtung propagiert wird…

Lera
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wir sind „so einfach gestrickt“, dass wir schon mal annehmen, dass es in allen Bundesländern möglich sein muss, „nur“ fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler zu verlieren – wie in Bayern.“

Na klar ist das möglich – mit einem viergliedrigen System wie in Bayern 😉

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Danke!! 😉 Mit einem klar gegliederten System wie in Bayern funktioniert viel mehr und sind die Ergebnisse weitaus besser als in den ideologisch geprägten Kinderversuchen mit dem Motto „je heterogener, desto besser“, oder wie in BW in den GMS-Werbevideos des KM behauptet wird: „Vielfalt macht schlauer“. – Eben nicht, sondern es erschwert Schülern und Lehrkräften die Arbeit enorm.

Indra Rupp
3 Monate zuvor

Und was ist mit der Tatsache, dass zwar im Falle Bayern anders, aber prozentual die Siegerländer eher diejenigen, mit der Inklusion sind?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Singapur und Inklusion?

In Canada sieht „Inklusion“ ganz anders aus denn in DE, dort werden zu inkludierende Kinder keinesfalls in allen Fächern in die Regelklassen gesteckt. Die machen es ähnlich wie die skandinavischen Staaten: gern Musik und Kunst zusammen, wo es geht und alle an einem Schulstandort, aber unter einem Dach dann in ganz unterschiedlichen Lernsettings. Von Pisa-Siegern ist aber in Skandinavien schon lange die Rede nicht mehr.

Das Land, das Inklusion in derselben Sparmanier betreibt wie DE, ist Italien. Deren Pisa- Ergebnisse sind grottig.

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Inklusion und Sparmanier sind zwei Paar Schuhe! Wenn es eine Sparmanier in Mathe gibt, ist dann die Lösung Englisch?
Singapur versteckt I-Kinder womöglich im“ Keller „und lässt sie erst gar nicht an den Tests teilnehmen und das beeinflusst die Ergebnisse. BW überlässt die Inklusion den schwächeren Realschülern, die bessern Realschüler und Gymnasiasten halten sich fern, also gut 50 %. Und daran will man sehen, ob Inklusion funktioniert? Wieviele Migranten gibt es eigentlich in Sachsen und Sachsen-Anhalt und inwiefern kann man hier mit Berlin und Bremen vergleichen? Und was ist mit Sachsen – Anhalt, deren Art von Schulsystem, Anzahl an Migranten und Einstellung zur Inklusion, verglichen mit Niedersachsen, Schleswig-Holstein, ect?

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Ich ergänze noch : Die deutschen Schulkinder fühlen sich in ihren Schulen am wohlsten von allen teilnehmenden Ländern. – Obwohl in deutschen Schulen schlechtere Arbeitsbedingungen für Lehrer herrschen, als zB in Frankreich, wo es „Gehilfen“ für Korrekturen ect gibt.- Obwohl Frankreich den Migranten den Riegel vorgeschoben hat (genau wie Italien). – Obwohl es in Frankreich strenger ist.

Und da wir in Italien eine faschistische Regierung haben und Rechtsaußen in Frankreich auch ständig droht, an die Macht zu kommen und nur ganz knapp verliert, möchte ich erst einmal genaue Belege von deren Inklusion sehen. Inklusion und Rechts beißen sich nämlich.

Deutschland hat mehr Inklusion, Integration, nimmt mehr Rücksicht auf Minderheiten, hat mehr individuelle Förderung, nach empfinden ihrer eigenen Schüler scheinbar auch mehr Empathie (denn das ist die Hauptvorraussetzung zum Wohlfühlen ) UND!!! Die besseren Ergebnisse!
Und innerhalb Deutschlands stehen die Inklusion Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein, ect besser da als manche Exklusionländer im Osten, trotz deren geringen Anteil an Migration.
Bayern war übrigens schon vor der Inklusion Sieger! BW erschafft gerade Schulghettos-keine Inklusion, und stürzt deshalb ab. Aus einer drei/vier-Klassengesellschaft hat BW eine zwei-Klassen-Gesellschaft gemacht, das ist alles.

Bei uns in der Kleinstadt gibt es ein Gymnasium, eine IGS, eine Waldorfschule, eine Förderschule GE, eine Förderschule ESE und drei Oberschulen, davon zwei ländliche und eine im Zentrum :
Das Gymnasium ist das Gymnasium.
Die IGS ist die Realschule mit anschl Oberstufe.
Die Waldorfschule ist die ESE-Schule.
Die Förderschule GE ist die Förderschule GE, ESE, LB, die Schule für Migration, die Schule für Heimkinder und für überforderte Eltern.
Die Förderschule ESE ist die Schule für Kinder, die (noch) nicht in geschlossenen Einrichtungen sind.
Die zentrale Oberschule ist ein Migranten Ghetto.
Die beiden ländlichen Oberschulen sind die eigentlichen Gesamtschulen! Denn dort sind aufgrund des Schultyps eine erhöhte Anzahl an I-Kindern, Migranten, Haupt-und Realschülern, es sind aufgrund der ländlichen Lage, der kleineren Klassen und familiären Atmosphäre aber auch einige Gymnasiasten und gute Realschüler dort. Dies entspricht zwar nicht dem Anteil an Gymnasiasten und guten Realschülern in der Gesellschaft, bedeutet aber, dass unsere ländlichen Oberschulen am ehesten die Gesellschaft widerspiegeln und somit am ehesten Gesamtschulen sind. Die Eltern dort fühlen sich ihrer Schule verbunden, die Migranten können deutsch. Der türkische Elternverein organisiert jedes Jahr das internationale Kinderfest, das auf dem Schulhof stattfindet. Die guten Schüler nehmen an Lese/Physik/Mathewettbewerben teil. Ausbilder in der Region kooperieren gerne mit unserer Schule. Grundschullehrerinnen aus der dazugehörigen Grundschule unterrichten zum Teil die Fünftklässler um einen sanften Übergang von Grundschule zu Sek1 herzustellen. Klassen werden so organisiert, dass hilflosere Kinder, zB mit GE oder im Rollstuhl zu sehr sozialstarken Kindern kamen und nicht in Klassen mit vielen ESE-Kindern. Allein die Anwenheit der sozialstarken Kinder verhindert, dass die hilfloseren Kinder auf dem Pausenhof geärgert werden. Das würden die starken Kinder auch nicht dulden und das ist kein Ausnutzen oder gar Missbrauchen dieser Kinder, sondern Zivilcourage, die man von starken Menschen erwarten kann und auch ihnen beibringen sollte. Dies muss aber übrigens gar nicht, denn die Kinder kennen Inklusion seit der 1.Klasse in der dazugehörigen Grundschule und das merkt man.
Dafür, dass so viele gute Schüler sich separieren und was besseres sein wollen, indem sie aufs Gymnasium gehen – oder Ersatzweise auf die IGS, ist es also auch bemerkenswert, dass 52 %unserer Schüler den Realschulabschluß schaffen und ca 20% weiter zur Oberstufe gehen, wo ihnen die gleichen Möglichkeiten offen stehen, wie den Gym-Kindern. Es ist auch bemerkenswert, wieviele Mädchen mit Migrations Hintergrund dabei sind. Aus den neunten Klassen sind bei uns letztes Jahr nur vier Jungs abgegangen, davon einer mit Migrations Hintergrund, der aber von denen das beste Zeugnis hatte. Soweit ich weiß,haben die auch alle eine Ausbildung und wollen einfach den Theoriekram hinter sich lassen.
An der zentralen Oberschule dagegen sind zwei dutzend Mädchen, ausschließlich mit islamischem Migrationshintergrund nach der neunten abgegangen.
Ich denke, wenn es in unserer Kleinstadt eine Umfrage gäbe, wie wohl sich die Schüler fühlen, wären wir trotz der teils schwierigen Klientel, die sich vielleicht von sich aus schon nicht wohl fühlt und auf der anderen Seite die Schüler vom Gym, die sich verpflichtet fühlen sich wohlzufühlen, sehr weit vorne!
An unserer Oberschule gibt es etwa 400 Schüler. Bei dem Besuch der Bürgermeisterin wegen drohender Schulschließungen aufgrund von Sparmaßnahmen waren wir immerhin mit 100 Eltern und Schülern vor Ort.
Beim Bildungsausschuß in der Stadt auch immer mit 50 – 70 Lehrern und Eltern im Saal.
Die Schließung wurde verhindert!

Man kann bezüglich Gesamtschule also nicht immer nach dem gehen , was drauf steht.

AvL
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke für ihre Richtigstellung.

DerechteNorden
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Niemand denkt, dass es nicht due Eltern sein sollten, die ihre Kinder erziehen.
Leider tun viele Eltern das aber nicht so, wie es nötig wäre.
Sind Sie denn der Meinung, dass man deren Kinder nicht unterstützen sollte?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Dazu bräuchte es aber ganz andere und viel umfangreichere Förderung. Denn viele der verhaltensauffälligen Kinder sind ja kognitiv überhaupt nicht eingeschränkt, aber nicht in der Lage sich auf’s Lernen zu konzentrieren, da ganz andere Baustellen vorliegen. So diese Baustellen in der Familie liegen, müssten diese erst einmal behoben werden, sonst geht jede Förderung in’s Leere.

Ich frage mich, wie die Familien (eher die Mütter) dies früher in der DDR hingekriegt haben. Damals waren fast alle Eltern beide vollzeit berufstätig und trotzdem offensichtlich in der Lage, Erziehung zu gewährleisten.

Vielleicht sollte man die abweichenden Faktoren zu heute einzeln und als Gesamtheit mit Interdependenzen mal analysieren.

Meine Hypothese: größere soziale Kontrolle (trifft auf den Westen sicherlich auch zu), kein social Media, weniger Individualismus, geringere Spreizung der Lebenswirklichkeiten.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Selbstverständlich muss man diese Kinder unterstützen. Was denn sonst? Allerdings geraten wir als Gesellschaft in große Schwierigkeiten, wenn zuviele Kinder keine adäquate Erziehung bekommen. Der Staat kann nicht alles ausgleichen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Es ist nicht alles mit Geld zu lösen. Die Werte haben sich in den letzten Jahren enorm verschoben. Der Staat soll machen, die Schule soll machen, die Lehrer sollen machen… immer sind andere dafür verantwortlich, dass es nicht klappt. Vergleiche mit anderen Ländern nützen nix. Ich kann Birnen mit Äpfeln nicht vergleichen. Sie als Redaktion tun das leider immer wieder.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

So schwer? Selbstverständlich muss Schule verbessert werden und es braucht mehr Geld. Da wir aber gerade die Wirtschaft gegen die Wand fahren, wird es das nicht geben. Und nochmal: das alleine wird es nicht richten.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Die Wirtschaftsleistung in Deutschland schrumpft. Wir steuern in Richtung Rezession. Aber ne, liebe Redaktion, läuft ….
Es gibt nicht mehr Geld für unser Bildungssystem. Und wenn, dann wird dieses Geld in aufwändige Kampagnen gesteckt, um nach Außen zu zeigen: Wir tun ganz viel!

Marc
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Und wen erreichen Sie mit diesem Lehrlplan? Es gibt ja quasi nur zwei Sorten Eltern.

1. Die, die Wert auf Bildung und Erziehung legen. Die brauchen Ihren Lehrplan nicht.

2. Die, denen alles egal ist. Die werden auch nicht auf Ihren Lehrplan schauen.

So wie immer, ist jedes Projekt und jede Maßnahme immer nur so gut wie die Eltern, die diese annehmen.

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Aber das hieße ja, das Eltern schon zu doof sind ihren Kopf einzuschalten, oder zu unwillig, zu bequem? Könnte mehrere Ursachen haben. Ob ne App das lösen kann?
Eltern brauche doch lein Schleifebinden üben, sie kaufen eben Schuhe mit Klettverschluss. Problem behoben. Und ich wunder mich schon, denn bei den U Untersuchungen und der Untersuchung zur Einschulung wurde hier sehr transparent vermittelt, was das Kind können sollte. Ich vermute mal, dass wir hier kein Einzelfall sind, sondern auch anderswo Hinweise an die Eltern erfolgen.
Ich beobachte mittlerweile ein sehr große Schere zwischen Kindern mit, nennen wir es mal gängige Lebenskompetenz (durch Eltern vermittelt), und Kindern mit Klettschuhen, die durch das Schmieren des Butterbrots schon vor unlösbaren Herausforderungen stehen. Man sollte meinen, dass dafür Eltern verantwortlich sein sollten und nicht die Schule. Ebenso für gesunde Ernährung, Bedienung von Haushaltsgeräten, Kochen, Steuererklärung, Versicherungen etc. Fühle ich mich als Lehrkraft nicht verantwortlich. Das habe ich schon von meinen Eltern gelernt und gebe ebenfalls weiter. Man kann doch Eltern nicht ständig weiter und weiteres de Pflicht nehmen und alles in die Schule outsourcen.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Wann sollen die „Otto-Normalo-Eltern“ das schaffen? Beide Elternteile arbeiten nahezu voll, weil sonst die Gelder nicht zu bekommen sind, die man für das Leben braucht. Bei uns kostet ein Kitaplatz von 07:15 bis 14:30 ab 3 Jahren mit Essen um die 400€, die Erhöhungen sind massiv.Das Kindergeld und dessen Erhöhungen weit davon abgekoppelt. In Politik und Medien ist aber alles ganz einfach: arbeiten und danach die Kinder => ein realitätsfernes Bild was dann zusammenbricht. Die Kinderkrankentage reichen auch hinten und vorne nicht.. Dann die Grundschule: Basics legen gibt es nicht mehr, in Deutsch wird mit Silbenlesen begonnen nicht mehr mit Schwingübungen usw. . D.h. die Eltern müssen! faktisch daheim nachhelfen und viel üben – trotz Hausaufgabenbetreuung. Und bis dato rede ich von einem Kind – das multipliziert sich dann.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Werte vermitteln geschieht durch Vorleben. Durch Miteinanderreden. Miteinander das Leben gestalten. Zusammen am Tisch Mahlzeiten einnehmen, Gesellschaftsspiele… Das fehlt aber in vielen Familien komplett. Und ob in der GS mit Silbenlesen oder Schwungübungen begonnen wird: überlassen Sie das mal lieber den Fachleuten. Das würde alles funktionieren, wenn die Schulanfänger schulreif wären.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Also als Papa und Lehrer würde ich mich nicht gerade als Laie beschreiben.Und auch wenn Experten anderer Meinung sind: es klappt nicht ohne massive Nachhilfe/Hilfe der Eltern. Und wie wollen Sie das „am Tisch zusammensitzen“ denn immer hin bekommen? KiTa macht 07:30 Uhr auf, erster Elterteil muss aber 07:30 Uhr auf der Arbeit sein. D.h. zweiter Elternteil muss seine Arbeitszeit nach hinten verlagern. Die KiTa macht um 14:30 Uhr wieder zu: d.h. ein Elternteil muss hier schon wieder mit der Arbeit fertig sein oder eben eine morgens- und eine später Nachmittags-Schicht einfügen. In der Theorie alles so einfach, in der Praxis nicht. Und in der Grundschule verschärft sich das Problem noch. Also zeigen sie auf, wie man das ohne privilegierten Job hinbekommen soll?
Und ein letzter Punkt zum Thema „Fachleute“: seit dem ersten PISA-Schock sind die doch am Runder: keine Rechtschreibung mehr in GS korrigieren und Bewerten. Kompetenzorientierter Unterricht ohne Basics auf weiterführenden Schulen. Das sind alles die tollen und vorallem wirksamen Veränderungen der Fachleute. Ebenso die immer größeren Klassen, weil die Klassengröße ja keine negativen Effekte auf den Lernerfolg haben.

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Da muss tiefer geschaut werden. In der DDR gingen fast alle Eltern vollzeit arbeiten. Trotzdem funktionierte das Bildungssystem gut.
Wo ist der Unterschied zu heute?
Mehr Personal? Keine Medien wie Smartphones, Tablets und Co.? Eine andere Einstellung der Gesellschaft und damit mehr soziale Kontrolle?

Was ich so mitkriege vom aktuellen Erziehungsverhalten:
falsch verstandene „bedürfnisorientierte Erziehung“: Kindern werden viele Lernmöglichkeiten in den entsprechenden Zeitfenster nicht zugetraut, da als Zumutung angesehen. Frustrationstoleranz wird nicht eingeübt, da Kinder vor allem eins sein sollen: maximal glücklich, denn damit erhält man auf Insta den größten Zuspruch. Auf social Media findet heute die soziale Kontrolle statt, die im realen Leben offensichtlich nicht mehr funktioniert. Und Anerkennung der Gesellschaft ist den meisten Menschen sehr wichtig, sonst wären soziale Medien nicht so erfolgreich.

TschinavonMauzen
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Erlebe ich häufig aber eher bei gut situierten deutschen Eltern. Da fragt man dann mal an ob der fast vierjährige nicht langsam lernen sollte auf die Toilette zu gehen und bekommt zur Antwort, das der Junge, dies ablehnt und man will ihn ja nicht zwingen.Seltsamerweise erlebe ich das bei meinem Kindern mit Migrationshintergrund eher selten. Da sind die Kinder oft schon früh selbständig. Natürlich nicht alle. Ich glaube jede päd. Fachkraft kann von Eltern erzählen, die aus welchen Gründen auch immer, es nicht hinbekommen die Kinder mit dem nötigsten zu versorgen. Aber da sind wir dann schon gefragt. Natürlich können wir nicht alle Defizite auffangen aber wegschauen und sagen ‚jo ist halt so “ . Es gibt zumindest in der Kita Instrumente um solchen Familien mal genauer auf die Finger zu schauen und Institutionen hinzuzuziehen. Das es immer Fälle gibt, die durch sämtliche Raster und Hilfesysteme fallen ist klar und trotzdem ist der Bereich ausbaufähig. Natürlich kann man nicht von LehrerInnen und ErzieherInnen fordern persönliches elterliches Versagen aufzufangen.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Cuibono

Ich bin leider Wessi und kann zum System nur vom Hörensagen etwas beitragen. 1. auch hier waren Familien zum Teil zerteilt, Organisationen haben einen Teil der Erziehung eingenommen. Z.B. Töpfchenschule in der KiTa. 2. Die Wirtschaft war auf die Kinderbetreuung abgestimmt.
Für mich ist aber eine Abgabe der elterlichen Erziehung ein NoGo, wir müssen den Familien nur den Freiraum dazu wieder ermöglichen.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Selbstverständlich sind Sie Laie, was schulische Dinge angeht. Was denn sonst? Die tollen Veränderungen von den ‚Fachleuten‘ werden nicht von uns Lehrern gemacht, sondern liegen in der Verantwortung der Bildungspolitik. Da sind leider meist Leute am Werk, die die Schule schon lange verlassen haben.
W i e Sie als Eltern ihren Kindern Werte, Sozialverhalten usw. beibringen, ist schlicht nicht mein Problem. Ich bin Lehrerin und keine Super Nanny! Ihr Job! Ihre Verantwortung!
Wenn Eltern den Nachwuchs natürlich mit Gewalt aufs Gymnasium bringen wollen, obwohl eventuell eher HS oder Realschule angesagt wäre… ja, dann ist viel Mithilfe nötig.

GEW- nee!
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Unsere Eltern haben seinerzeit ebenfalls voll gearbeitet, dazu im Nebenerwerb noch Landwirtschaft betrieben. Die haben das alles bei uns 3 Kindern gemacht, was ich weiter oben beschrieben habe.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  GEW- nee!

Es gibt sicherlich positive Ausnahmen. Aber ich sehe immer mehr, wie diese Mehrfachbelastung Belastung belastet und wie. Also warum in der GS nicht wieder Schwung- oder Schwingübungen? Warum müssen die Eltern die Basis hierfür legen? Und nein ich bin nicht gegen neue Methoden, diese „ZahlenblöckeMethode“ in der GS finde ich genial, ich sehe die Vorteile und die Lernerfolge.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

In der GS gibt es nach wie vor Schwungübungen. Wenn nicht, forschen Sie mal nach, ob die Kinder überhaupt von ausgebildeten Lehrern unterrichtet werden.

Alex
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Richtig, es gibt sie definitiv noch. Wir müssen sogar am Anfang viel mehr Zeit damit zubringen als noch vor wenigen Jahren, weil immer mehr Kinder graphomotorische Probleme haben.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

So ist es. Da wir aber immer weniger gut ausgebildetes Personal haben und der Lehrplan (den es ja eigentlich nicht mehr gibt) mit Müll vollgeladen ist, bleibt für wirklich wichtige Dinge keine Zeit. Das Problem verstärkt sich weiter und weiter…

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Alex

Erlebe ich eben gerade in der Klasse meiner Tochter nicht mehr. Und im Gespräch mit anderen Eltern wird mir selbiges berichtet. Dafür ein kompetenzorientierter Lehrplan.

Anne
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Für den kompetenzorientierten Lehrplan kann die Schule nichts. Den hat das KuMi vorgegeben.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Grundschule 1. Klasse: Einstieg direkt mit Silbenlesen. Keine Schwungübungen, keine andere Fertigkeitsübungen. BW ausgebildete Lehrkraft arbeitet streng nach Workbook. 1/3 der Klasse nach 3 Monaten total abgehängt und kommt nicht mehr mit.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Wie können Sie es wagen, ganze Generationen von Eltern zu diskreditieren und von ‚positiven Ausnahmen‘ zu sprechen? Dann ist und war mein Heimatort, meine Heimatregion eine einzige solche! Eltern sein heißt, die Verantwortung für seine Kinder zu übernehmen. Steht ja schon im Grundgesetz. Wurde jaschon hier thematisiert. Dazu gehört auch die frühkindliche BILDUNG, liebe Moderation, Spracherwerb, Kulturtugenden, Sozialverhalten. Insbesondere die beiden letzten sind unabhängig von kognitiven Fähigkeiten, Herkunft(-sprache) etc.

In welche Kategorie gehört mein bestens situierter Schwager, der seinem Vorschulkind ein ipad schenkt, auf dem es allein zum Schlafengehen und auch sonst, wenn’s passt, Filmchen schaut. Braucht Vati nicht mehr vorzulesen. Braucht der nun einen Tritt für die Faulheit oder ein Lob für vorzügliche Medienbildung? Oder ist es auch wieder ein Plädoyer für die staatliche Obhut und Verantwortlichkeit?

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sitte? Von Erziehung, Förderung und Bildung ist die Rede- und wessen Verantwortung dies ist.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke für die Nachhilfe- wir haben bei uns übrigens auch ein Schulgesetz.
Wahrscheinlich steht es in der Hierarchie über dem Grundgesetz. Deshalb muss die Schule auch stets das Einverständnis der Eltern einholen und nicht umgekehrt.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Paul Wellmann

Und hier nochmals die Frage: ihre Eltern haben zwei Vollzeitstellen gehabt und Sie nur halbtags oder mit Mittagspause daheim versorgen können. Ganztagskitas übernehmen das gemeinsame Essen mit Eltern ja nicht und GS ist nur halbtags? Sie waren nach der Vollzeitarbeit nicht platt und hatten noch genug Energie mit Ihnen täglich eine gute Stunde zu üben. Und das am Besten mit mehreren Kindern. Sie haben auch daheim mit Ihnen vor der 1. Klasse schon Schwungübungen gemacht, dass man direkt in der 1. Klasse mit dem Silbenlesen beginnen konnte. Wenn ja bleibe ich dabei – Hut ab das ist aus heutiger Sicht eine positive Ausnahme und auch ich komm vom Dorf, hier war es eben nicht so. Wenn beide voll gearbeitet haben war man ein „Schlüsselkind“. Die Schule hat früher in der 1. Klasse mehr aufgefangen als heute (was keine Kritik an den Kollegen ist, die können nichts für den Lehrplan) Omas und Opas müssen auf Grund der gestiegenen Lebensarbeitszeit auch noch aktiv einer Beschäftigung nachgehen und fallen weg. Wenn wir von Kulturtugenden sprechen: früher gab es hier im Dorf ein Schwimmbad, eintritt im Pfennigbereich. Jetzt muss man 15km zum Schwimmbad fahren, Tageskarte für Familien bis 2 Kinder 26€ das dritte Kind kostet extra. Das sich viele Familien das nicht mehr leisten können sollte ersichtlich sein. Oder Urlaub: wissen sie wie schwer und teuer es ist, auch in Deutschland, als Familie Urlaub zu machen? Restaurants wollen keine Kinder, Hotels haben oft keine Familienzimmer. Ferienwohnungen sind nur beschränkt Urlaub, da viel Arbeit doch wieder anfällt. Ich könnte so weiter machen, mich wundert aber nur, dass wenn ich etwas als „positve Ausnahme“ bezeichne sie und ihre Region dieser entsprechen, dass Sie sich darüber nicht freuen. Das macht mich nachdenklich.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Wir sind nicht in den Urlaub gefahren. Doch- in meiner Zeit bis zum Abitur 2x.
Für die Busfahrkarte mussten die Eltern bei Gymnasialschülern einen nicht unerheblichen Eigenanteil zahlen. 2x jährlich Schulfahrt ins Theater und immmer wieder Bücher. Dafür wurde bei anderem Firlefanz gespart. Man konnte auch früher nicht alles haben.

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Paul Wellmann

Die Monatskarte kostet hier 43€ für die Schüler, müssen auch die Eltern zahlen mit ein paar Ausnahmen. Und es geht nicht um alles haben, aber um die geforderten „Kennetnisse und Fähigkeiten“ der Schüler. Und die hat man eben immer mehr auf die Eltern verlagert und man fordert von diesen auch mehr Arbeit im Beruf zu leisten. Und das geht eben nicht.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Wenn ein Test ergibt, dass das Elternhaus aufgrund von sozialer Lage, Migrationshintergrund oder Krankheit das Kind nicht angemessen förderte, soll also ebendieses mehr fördern?
Es gibt sehr viele Probleme, aber es irritiert mich, die Lösungssuche an diese Stelle abzugeben….

mama51
3 Monate zuvor
Antwortet  Simon

Ich kann mir vorstellen, dass manchen (Eltern) gar nicht klar ist, was sie ihren Kindern beibringen sollten und theoretisch auch beibringen könnten.

Herrgottsblechle!!! HÄ?????

Ich frage mich, woher bpsw. ICH, meine Eltern, meine jetzt erwachsenen Kinder, meine Freunde und Bekannten (bildungsfern und -nah!!!) gewusst haben/ wissen „was Sache“ ist…

Gebraucht würde (armes Deutschland):

  • eine App für Anstand, Benehmen, Charakter, Haltung zu Schule und Lernen, …?
  • eine App für „wie nehme ich mir Zeit für mein Kind“?
  • eine App für „warum sollte ich mir Zeit für mein Kind nehmen“?
  • eine App gegen Bequemlichkeit, Handy- Gedaddel, Medienkonsum der Erwachsenen?

DAS wäre eine echte Marktlücke.
Wer Spott findet, darf ihn behalten. Ich habe noch genug davon.

Gelbe Tulpr
3 Monate zuvor

Viele Eltern arbeiten wegen der niedrigen Löhne zu viel, das nimmt Zeit, die dann beim Erziehen fehlt.

Hmm...
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpr

Einige Eltern sind permanent mit ihrem Handy beschäftigt und reagieren genervt bis aggressiv, wenn sie von ihren Kindern dabei gestört werden. (selbst mehrfach beobachtet)
Wenn Kommunikation zu Hause genauso [nicht] stattfindet, sind Entwicklungsdefizite kaum verwunderlich.

SchadeMarmelade
3 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Absolut. Und die Kinder glotzen direkt mit. Heute wieder original erlebt. Ich war mit meiner Tochter beim Arzt. Das Kind neben uns hat einen Wutanfall bekommen weil es kein Paw Patrol gucken durfte.
Derweil spielte die Mutter aber selbst lustig am Handy rum. Das Kind war ca. 2….

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

„Einige Eltern…“. Wie hoch ist der Prozentanteil derer?

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Definitiv zu hoch!

Nick
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Gibt’s denn auch Lehrer(-Eltern), welche permanent mit ihren Handys beschäftigt sind?

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Nick

Mit Sicherheit. Macht es das jetzt besser?

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Na ja, vielleicht ist das auch nur ein Zeichen des „überfordert“ seins? Die Anforderungen an Eltern sind massiv gestiegen und steigen mEn immer mehr.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Ale

Wie wäre es mit dem Verzicht?

Ich meine den bezüglich der Fortpflanzung!

Ale
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Wie wäre es Familien und Kinder wieder zu fördern? Ich meine in einem Sozialsystem wie unserem sind wir halt auf Kinder angewiesen.

Rainer Zufall
3 Monate zuvor
Antwortet  Hmm...

Und ebendiese Eltern sollen Ihrer Meinung nach der Bildung ihres Kindes nachkommen (können)?

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpr

Werte und grundlegende Fertigkeiten kann und muss ich meinem Kind auch vermitteln, wenn ich arbeite. Werte vermittelt man durch eigenes Vorleben und nicht durch Belehren. Da viele Menschen aber keine Werte mehr haben (außer natürlich materiellen Dingen), kann es nix werden. Nehmen Sie mal bei einem Elternabend das Wort Disziplin oder Leistung in den Mund… viel Spaß!

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Am Elternabend sagt man auch möglichst wenig und nur politkorrektes Zeug, ist doch klar.

Riesenzwerg
3 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpr

Das stimmt. Hier ist m.E. eine Reform der Mindestlöhne notwendig.

Da ist u.a. die Wirtschaft gefragt und gefordert – aber die Politik traut sich da nicht ran.

Hysterican
3 Monate zuvor

Wow, wenn man bedenkt, dass diese „Erkenntnis“ seit Jahren von KuK an der Bildungsfront genau so formuliert worden sind – mit den gleichen „Analyseergebnissen“, die sich schlicht auf die alltagspraktischen Beobachtungen und Erfahrungen beziehen – und v.a. dieselben Konsequenzen für den Bildungsalltag einfordern, dann muss man leider konstatieren, dass die Praxis trotz dauernden „Hochmeldens“ von der Basis enorm langsam an die Spitze diffundiert.

Erst wenn der „eigene Arsch brennt“ und den KuMis nix mehr zur Selbstapologetik einfällt, dann tut man dort so, als wenn sie gerade die glorreiche Erkenntnis zur Wiederherstellung einer funktionsfähigeren Schulwirklichkeit gehabt hätten.

Einfach nur peinlich – wenn auch endlich und dringend nötig.

Bücherleser
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

„Kein Vormarsch ist so schwer wie der zurück zur Vernunft.“
(Bertold Brecht)

Muellerin
3 Monate zuvor
Antwortet  Hysterican

Immer diese pauschale Ausrede mit der „Heterogenität“, ohne genau Ross und Reiter zu nennen. Ich frage mich, ob in europäischen Nachbarländern die Gesellschaft homogener ist und woher das kommen mag. Aber vielleicht stimmt es ja gar nicht? Ich denke, die Heterogenität war im Prinzip schon immer da und wird nur neuerdings so ins Rampenlicht gezerrt. Früher sprach man einfach nicht davon. aber es gab das Klischee von den „zurückgebliebenen Heimkindern“, die bekanntlich gar nicht gut behandelt wurden.

Hysterican
3 Monate zuvor
Antwortet  Muellerin

Hmmm, ich verstehe Ihren Post nicht.
Ich habe gar nichts zu dem von Ihnen angesprochenen Thema geschrieben…naja, vielleicht ist das aber auch egal…

Guten Rutsch und ein Frohes Neues!!

Dejott
3 Monate zuvor

Aktuelle Probleme mit Schule von gestern und vorgestern bekämpfen. Pädagogische Erkenntnisse ignorieren, Erfolge hochhalten und Abbrechenquoten verschweigen, Selbstkritik verweigern, Fehler der Vergangenheit nicht benennen, unliebsame, sachlich-kritische Kommentare auf der eigenen Webseite zensieren. Probleme auf Migranten schieben, Inklusion verweigern. Gendern verbieten. Lehrerinnen und Lehrer mit Bürokratie überziehen. Marode Gebäude und mangelnde Digitalisierung. 2 Klassen Gesellschaft im Lehrerzimmer und auch in der Schülerschaft.
Auch das ist Sachsen. Willkommen im Vorgestern.

Indra Rupp
3 Monate zuvor

Hier gilt es, zuerst einmal die Hintergründe zu beleuchten, um dann auf Lösungen zu kommen :

Eltern bringen ihren Kindern nichts mehr bei – und das bereits seit mehr als ein paar Jahrzehnten!

Dafür gibt es mehrere Gründe :

– Die Zeiten, als Kinder noch auf dem Hof gebraucht wurden, zum Rüben verziehen ect, damit die große Anforderung satt zu werden und es trocken und warm zu haben bewältigt werden konnte, sind vorbei. Es ist kurzfristig und oberflächlich betrachtet auch nicht mehr existenziell wichtig, dass Kinder etwas lernen, um das Überleben der Familie und der Eltern im Alter zu sichern. Vor 100 Jahren hätten Eltern wohl bei dem Gedanken an ihre Seniorenzeit, an womöglich Kriege oder Krisen, es als Katastrophe empfunden, ihren Kindern nicht alles, was man können muss, beizubringen. Schule kam da erst an zweiter Stelle und ermöglichte nur einen eventuell anderen Werdegang, der aber eh schon unwahrscheinlich war.

– Mit dem Wohlstand waren dann viele Fertigkeiten nicht mehr notwendig, denn alles ging auf Knopfdruck. Es ist Natürlich , keinen Sinn darin zu sehen, seinen Kindern etwas beizubringen, das sie (scheinbar) nicht brauchen. Tatsächlich können heutige Kinder sehr viel – im Bereich des Digitalen, welches frühere Kinder natürlich nicht konnten und genau das bestimmt ja heute auch das Leben der Kinder und ihre Zukunft. Problem ist, dass es sie sehr abhängig macht und ausliefert, wenn sie ohne Computertechnik nicht zurecht kommen. Dadurch bekommen bestimmte Menschen auch sehr viel Macht über Andere und wenn es Katastrophen gibt oder wir „in die Steinzeit zurück gebombt“ werden, dann verenden wir an unseren Unfähigkeiten. Aber so ist es doch schon lange. Wir kämen auf einem Bauernhof 1902 (wer kennt die erfolgreiche Sendung „Schwarzwaldhaus 1902“ von 2002 ? ) nicht zurecht, sowie der Bauer von 1902 auch nicht in der Steinzeit zurecht gekommen wäre, denn er hatte zB schon Streichhölzer, Metall ect und könnte schwer ohne diese Hilfsmittel arbeiten.

– Dann ist da noch die Pädagogik, die, im Hinblick auf die elenden Zustände der Kinderarbeit, darauf verwiesen hatte, dass glückliche Kinder nicht arbeiten sondern spielen und nur für ihre eigene Zukunft etwas tun sollen – nämlich zur Schule gehen. Spielen und Schule – alles andere ist Kinderarbeit und Eigennutz der Erwachsenen und zeugt von schlechten Eltern. Und wenn Kinder schon arbeiten, zB Zimmer aufräumen und Müll rausbringen oder Tisch decken, dann nur aus pädagogischen Gründen und nicht aus Nutzen, vermutlich mit doppeltem Aufwand für die Eltern, die dies pädagogisch begleiten und anschließend nacharbeiten sollen, so dass es schneller gegangen wäre, hätten sie es gleich selber gemacht.

-Ein weiterer Punkt ist, dass man mit beginnendem Wohlstand erst einmal nicht mit Nostalgie auf die Vergangenheit geschaut hat, sondern froh war, diese los zu sein. Man freute sich über Plattenbauten mit Badezimmern und verputzte die ollen Fachwerkhäuser. Man wollte modern sein und nicht altmodisch. Die Kinder sollten es gut haben und nicht stricken und melken lernen müssen – war ja auch nicht mehr nötig und was wäre man für ein alter „Besen“, wenn man so etwas seinen Kindern beibringt? Sollen die in der Küche oder im Schweine Stall mit Kuhmist an den Pantoffeln enden? Wollen diese Eltern das? Wenn das gute Eltern sind, dann schicken sie die Kinder zum Sport-und Musikunterricht und zur Schule und lassen sie am modernen Leben teilhaben, mit Fernseher und was so dazu gehört.

– Zu guter Letzt kann man noch eine gewisse Trägheit und Bequemlichkeit und Egoismus hinzuzählen, die/den wir Menschen nun mal haben und die/der sich in Verbindung mit den anderen Punkten dann seinen Weg bahnt.

So ist man also bereits in den 70ern/80ern als Kind mit Eltern aufgewachsen, die einem kaum noch etwas beibrachten. Meine Mutter konnte melken, stricken, kochen und kannte Hausrezepte, die sie nur bei direktem Nachfragen (das taten wir auch erst als Erwachsene) weiter gab. Mein Vater konnte allerhand handwerkliches und technisches, welches er nie an uns weiter gegeben hatte. Fertiggerichte ersetzten langsam das gemeinsame Kochen, der Fernseher das Vorlesen, ect. Und diese Kinder bekommen dann eine Generation später auch noch gesagt, dass ein Kind sich Zuhause eigentlich nur schlecht entwickeln kann und nicht vernünftig gefördert wird und Bildungschancen verpasst und das es das beste und emanzipierteste sei, sie ganz früh und ganz lange abzugeben.

Kinder großziehen ist eine Herausforderung und der Mensch neigt dazu, bei Herausforderungen weiche Knie zu bekommen und lieber den leichten Weg zu wählen, bevor man noch scheitert. Also geben Eltern, denen von vornherein gesagt wird, dass sie sowas eh nicht können und denen dazu gleich die Möglichkeit gegeben wird, die Kinder durch Andere großziehen zu lassen, die Aufgabe von vornherein „innerlich“ ab! Dies auch wieder gepaart mit dem gleichzeitigen Nutzen aufgrund von Trägheit und Egoismus und auch der finanziellen Gründe. Dies trifft dann alles auf ein überlastetes System, welches nur noch auf Verwahren ausgelegt ist und obendrauf kommen zusätzliche gesellschaftliche Probleme und vor allem die Droge Smartphone, die alles weitere an Kommunikation und gesellschaftlicher Teilhabe minimiert.

Da können wir schon fast staunen, was unsere Kinder unter diesen Voraussetzungen noch können! Sprechen, laufen, mit Messer und Gabel essen,…

Indra Rupp
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich ergänze noch zu meinem Vater :
Er kann giftige und ungiftige Pilze unterscheiden, auch die schwierigsten Sorten.
Er kann mit einem Handgriff einen Fisch ausnehmen, so dass man ihn bequem ohne Gräten verspeisen kann.
Er kann Holz hacken und einen Baum fällen , ohne dass er davon erschlagen wird.
Er hat am und im Haus stets selbständig gebaut, renoviert und repariert.
Als gelernter Kfz Mechaniker kann er entsprechend auch alle Fahrzeuge flott machen.
Und er kann reiten und Kutsche fahren ohne Unterricht gehabt zu haben und hätte wohl auch ohne Führerschein Auto fahren können.

In der Schule der 50er/60er Jahre hat er das nicht gelernt, im Gegenteil. Da galt er aufgrund seiner Legasthenie als dumm und faul und glaubt das bis heute selber.
Sein Elternhaus war lieblos und gewalttätig.
Das er Bindungsprobleme zu Kindern und Enkeln hat und wir nichts von ihm gelernt haben, hat also auch was mit seiner Kindheit und nicht nur mit gesellschaftlichem Wandel zu tun. Allerdings werden seine Eltern die gleichen Bindungsprobleme aufgrund ihrer Kindheit gehabt haben. Trotzdem haben sie und das Umfeld ihm anscheinend viel beigebracht. Einfach, weil es damals selbstverständlich und nicht nur für das Kind, sondern auch für die Eltern lebensnotwendig und sinnvoll schien.

447
3 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Beridruckende Aufzählung, finde ich super.

potschemutschka
3 Monate zuvor

Ich hätte einen Tip für Herrn Piwarz: In Sachsen gibt es doch bestimmt noch viele Ossis unter den Kindergärtnerinnen und vielleicht auch noch ein paar „Lehrpläne“ für Kindergärten und die Ausbildung der Kindergärtnerinnen in der DDR. Vielleicht finden sich da ein paar praktikable Ideen?

Cuibono
3 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das blaue Heft? Hatte unsere ostdeutsche Erzieherin. Ich hatte sie mal gefragt, wie es möglich sei, dass alle 3jährigen der Gruppe bis 20 zählen konnten. Ganz einfach, meinte sie, bei Zählanlässen zählen alle zusammen (Treppen steigen beispielsweise). Hatte sie aus dem blauen Heft, das es offensichtlich im Osten gab. Ich fand’s toll. Auch die vielen Lieder, die sie mit den Kindern gesungen hat – mit allen Strophen, konnte die ganze Gruppe auswendig. War eine tolle schulvorbereitung.

Realist
3 Monate zuvor

«Wir diskutieren gerade im Landtag über eine Verteilung der Ressourcen nach einem Sozialindex», berichtete der Minister. «Bestimmte Schulen sollen mehr Personal oder Geld erhalten, wenn es besonderen Bedarf gibt.»“

Nennt man üblicherweise Mangelwirtschaft: Dort wo es noch einigermaßen läuft, werden Ressourcen weggenommen, damit es dort dann bald auch nicht mehr läuft. Abwärtsspirale, Game Over.

Welcher Mensch bei klarem Verstand will unter solchen Bedinungen arbeiten? Gen Z bestimmt nicht.

Und diejenigen, die es sich für ihre Kinder leisten können, werden in Privatschulen flüchten. Da nimmer man erst keine „Problemfälle“ auf und wenn Klein-Kevin gegen die vertraglich fixierten „Regeln“ verstößt, dann darf ihn die nächstgelegene öffentliche Schule weiterbeschulen.

Wo bleibt der „Doppel-Wumms“ für die öffentlichen Schulen? Leider kein Geld da (wie immer), andere „Projekte“ sind offensichtlich wichtiger… Und Reden über die „Wichtigkeit von Bildung“ kostet ja nichts. Und dann sind da noch die kostenneutralen Vorschläge der SWK.

Gen Z: „Lehramt? Ich bin doch nicht blöd!“

A.J. Wiedenhammer
3 Monate zuvor

«Wir müssen (…) eine gewisse Kultur etablieren, dass Bildungsinhalte verpflichtend sind.“

Irre ich mich oder hatten wir vor Jahrzehnten nicht schon einmal eine ähnliche Kultur? Wir sollten also darüber nachdenken, was diese zum Verschwinden gebracht hat.
(Und bevor jemand mir Glorifizierung der „Schule von gestern oder vorgestern“ vorwirft: Nein, ich meine keine strammstehenden Schüler, die bibbernd vor einem mit Rohrstock bewaffneten Lehrer Daten von Schlachten herunterrattern.)
Also: was ist passiert?

„Es gibt eine zunehmende Heterogenität in der Gesellschaft.“
So, so. Das stimmt natürlich.
Aber inzwischen darf man offensichtlich (wieder) sagen, dass diese Heterogenität auch Probleme generiert. Wow!
Ich kann mich noch sehr gut an Diskussionen erinnern, in denen mir euphorisch versichert wurde, wie ungeheuer bereichernd und geradezu unabdingbar für eine gelungene Kita- und Schulzeit eine möglichst große Heterogenität sei. Jegliche Einwände dazu wurden entrüstet abgewiesen.

Und, Herr Piwarz, nicht die Bezeichnung „Brennpunktschule“ ist stigmatisierend, sondern eine solche Schule mit ihrem sozialen Umfeld selbst ist es. Ihr einen neuen, euphemistischen Namen zu geben ist reine Augenwischerei. Nicht, wenn man etwas neues draufschreibt ist auch etwas neues drin. Und das wissen die Leute, die damit zu tun haben, auch ganz genau.

Realist
3 Monate zuvor

Ich kann mich noch sehr gut an Diskussionen erinnern, in denen mir euphorisch versichert wurde, wie ungeheuer bereichernd und geradezu unabdingbar für eine gelungene Kita- und Schulzeit eine möglichst große Heterogenität sei. Jegliche Einwände dazu wurden entrüstet abgewiesen.“

Maximale Heterogenität. am besten in der Einheitsschule verwirklicht, war ja jahrelang das alles dominierende Mantra einer gewissen GEWerkschaft. Was sagt die jetzt eigentlich dazu? Oder ist es ihr mittlerweile egal, weil alle Funktionäre ihre Kinder sowieso auf Privatschulen schicken? Der Ruf nach „Heterogenität“ scheint umso lauter, je weniger man selbst davon betroffen ist, und sei es durch die „richtige“ Wohngegend..

Pädagogische Fachkraft
3 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Interessanterweise sind die Kinder meiner GEW-Lehrerkollegen alle NICHT an den Leuchtturm-Gemeinschaftsschulen, genausowenig wie die Kinder von Staatssekretärin Boser (GRÜNE) aus dem Kultusministerium BW….

447
3 Monate zuvor

Die Medienjungs und -mädels glauben alle fest an die Hypothese von „Sprache erschafft Realität“. Ist halt berufsbedingt.

RSDWeng
3 Monate zuvor

Ich gebe nur ungern einem CDU-Minister recht. Die Bildungspolitik und Bildungsbürokratie haben zwar versagt, aber in weit höherem Maße auch die Eltern. Bei ihnen haben sich in letzter Zeit die Extreme sehr verstärkt: die völlig Gleichgültigen und die besserwisserischen Helikoptermenschen.

Paul Wellmann
3 Monate zuvor
Antwortet  RSDWeng

Da stimme ich Ihnen zu.

Blau
3 Monate zuvor

Meine Kinder konnten alle bei Schuleintritt keine Schleife binden.
Wo brauchen sie das auch im Alltag? Alle Kinderschuhverkäufer raten davon ab, Kinder selbst die Schuhe binden zu lassen, weil sie nicht fest genug binden. Zudem werden die Kinder jünger eingeschult. 2 meiner Kinder waren bei der Einschulung noch 5 Jahre alt…

Hans Hoffmann
3 Monate zuvor
Antwortet  Blau

Es geht nicht um die Schleife an sich (auch wenn die oft recht praktisch ist), sondern um Feinmotorik, geistig auch komplizierteren Anweisungen folgen können und nicht zuletzt: Durchhalten, auch wenn etwas nicht sofort klappt.

Mariechen
3 Monate zuvor
Antwortet  Blau

Also ich rate dann auch demnächst davon ab, den Füller zu benutzen. Die Kinder drücken einfach zu fest damit auf.
Was für einen Unsinn Sie sich von einem Kinderschuhverkäufer erzählen lassen!

laromir
3 Monate zuvor
Antwortet  Mariechen

Ja, die Weisheit der Schuhverkäufer. Mir sagte mal einer, mein Kind könne mit 3 nicht beurteilen, ob der Schuh drückt, es wäre die richtige Größe.
Und warum schickt man Kinder mit 5 zur Schule? Und warum können Kinder mit 5 nicht Schleife binden lernen? Und warum wird nur ein Punkt, um den sich Eltern kümmern sollten rausgegriffen? Das steht ja hier nur als Beispiel für grundlegende Fähigkeiten. Brot schmieren, Bett beziehen, an- und ausziehen etc. wären weitere Beispiele. Auch nicht generell auf die Einschulung bezogen, Kinder können in Klasse 4 noch keine Schleife und in Klasse 5 oder 6 noch kein Bett aufziehen. Wie soll das da später mit Steuer, Bank oder Auto anmelden erst werden. Es geht darum, dass sich viele Eltern generell nicht mehr in der Pflicht sehen und dann kommen die SuS um die Ecke, dass man das doch als Schulfach haben sollte, so für die Lebenspraxis. Sorry, Lebenspraxis ist in meinen Augen eben in vielen Bereichen Elternsache und die Schule unterstützt, nicht andersherum.

potschemutschka
3 Monate zuvor
Antwortet  Blau

@Blau
Wie war der Preisunterschied zwischen den Schuhen zum Schleifebinden und denen mit Klettverschluss?

Dil Uhlenspiegel
3 Monate zuvor
Antwortet  Blau

Exzellent 🙂

Donauperle
3 Monate zuvor
Antwortet  Blau

Wir mussten schon mit drei Jahren Schuhe binden können, sonst war eine Aufnahme in den Kindergarten nicht möglich. Mir hat es nicht geschadet.

A.J. Wiedenhammer
3 Monate zuvor
Antwortet  Donauperle

Das mit dem “ nicht geschadet“ weiß man leider nie genau 🙂 , so im Nachhinein.
Aber ich vermute, geschadet hat es in diesem Fall tatsächlich nicht. (Wie auch? Einen Tag lang mit zu locker gebundenen Schnürsenkeln herumgelaufen? O je…)
Während ein bisschen zusätzliche Übung von Feinmotorik durchaus positive Effekte haben sollte

Ina Weidner
3 Monate zuvor

Einer der wichtigsten Bindeglieder Kinder beim Lernen zu unterstützen bzw.die Freude am Lernen zu erhalten sind die Eltern.Transparenz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe sollte die Devise sein.
Das bedeutet das die Eltern das Schulhaus
betreten dürfen.
Ich bin Erzieherin im Hort Gemeinsam mit
Der Schule in einem Gebäude.
Die Eltern müssen sehen was ihre Kinder
In der Schule und Nachmittags machen.
Projekte zu bestimmten Themen die sichtbar gemacht werden.
Schülerinnen und Streitschlichter machen schon in der Grundschule Sinn.
Hilfe von außerhalb ist wichtig.
Eltern stellen ihre Berufe vor.
Oft werden wichtige Themen nur theoretisch behandelt.
Der Unerricht muß mehr außerhalb der Schule stattfinden.
Der Hort sollte hier einen höheren Stellenwert bekommen.

Schulfuchs
3 Monate zuvor

Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muss auch noch unfähig sein, sie umzusetzen.
Frei nach Karl Kraus mit Blick auf das Krisenmanagement einiger deutscher Kultusminister.

Miri
3 Monate zuvor

Der Mann hat Ahnung. Schön.
Gliedert die Kitas bitte wieder in das Bildungswesen ein! Täglich 20min verbindliche Bildungsgrundlagen für alle Kinder ab dem vierten Lebenjahr, Zuhören, berichten, Vergleichen, Zählen, Zeichnen, grobmotorik, Feinmotorik – Kinder haben in diesem Alter schon Freude am Lernen.
Und nicht gleich Ängste schüren vor möglicher Überforderung, Erzieherinnen Feingefühl zutrauen, Kindern Richtung vorgeben und sie stolz auf Erreichte machen.

R.W.
3 Monate zuvor

Die Aussage ist schon richtig. Der Anteil der Kinder aus bildungsfernen Millieus und mit Migrationshintergrund wächst stark an. Gleichzeitig hat man in den letzten Jahren den Einfluss der Eltern auf die Schule immer weiter gestärkt. Das erklärt warum es tendenziell bergab geht. Also gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder muss man die Eltern stärker in die Pflicht nehmen oder ihren Einfluss (deutlich) reduzieren.