“Streng dich doch mal an!” Legasthenie-Betroffene vermissen bei Lehrern häufig Geduld – und Expertise zum Thema

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KASSEL. Legastheniker haben große Schwierigkeiten mit dem Lesen und/oder dem Schreiben. Das führt oft zu schulischen und emotionalen Problemen. Ein Betroffener berichtet.

Legasthenie ist eine komplexe Störung. Illustration: Shutterstock

«Ich wusste nicht, ob ich einfach dumm bin», erinnert sich Sebastian. Der 27-Jährige aus Hessen, der seinen vollen Namen nicht in den Medien lesen möchte, ist Legastheniker. «Ich brauche viel Konzentration beim Lesen. Ansonsten verschwimmen die Buchstaben», schildert er. Das habe sich bei ihm schon in der Grundschule gezeigt. «Bei Diktaten habe ich immer grottenschlecht abgeschnitten, obwohl ich viel gelernt habe.» Dann habe es von den Lehrern oft geheißen: «Streng dich doch mal an.»

«Das war deprimierend», sagt Sebastian. «Das hat mir die Freude und Motivation genommen.» Nach und nach habe sich das auch auf seine Leistungen in anderen Fächern ausgewirkt, da überall – schnell – gelesen werden müsse und irgendwann die Rechtschreibung in allen Fächern in die Noten einfließe. Er habe sich ohnmächtig gefühlt. «Egal, wie sehr ich mich angestrengt habe, ich hatte keinen Einfluss darauf, wie meine Noten ausfallen.» Das habe an seinem Selbstwertgefühl genagt.

Betroffene leiden an Ängsten

Zehn bis zwölf Prozent der Bevölkerung seien wissenschaftlichen Hochrechnungen zufolge von einer Lese-Rechtschreibstörung betroffen, sagt Sabine Behrent vom Landesverband Legasthenie und Dyskalkulie Hessen. Viele von ihnen litten an Ängsten, Angststörungen, Depressionen bis hin zu Suizidgedanken. «Legasthenie geht oft einher mit einem verminderten Selbstwertgefühl», erläutert Behrent.

Ein großes Problem seien die Rahmenbedingungen an Schulen, so Behrent. An manchen Schulen werde auf Legasthenie wie auf eine erworbene, überwindbare Schwäche geblickt. «Dabei hat das Bundesverfassungsgericht die Legasthenie als Behinderung im Sinne des Grundgesetzes anerkannt.» Legastheniker könnten also nur lernen, ihre Veranlagung zu kompensieren, nicht aber, sie zu überwinden. «Dieser Blick fehlt in der Schule.»

Geduld und Akzeptanz gefordert

Die betroffenen Kinder litten sehr. «Sie sind intelligent, häufig besonders sprachbegabt. Sie bemühen sich sehr, müssen dreimal mehr leisten, aber kommen auf keinen grünen Zweig.» Ihre Prüfungsangst bleibe oft ein Leben lang. Zudem sei das Thema schambesetzt. «Mehr Geduld und Akzeptanz wären wichtiger als jede Therapie», meint Behrent.

«Wir plädieren seit vielen Jahren für Notenschutz, um die Kinder zu entlasten», erläutert sie. Dabei lassen die Lehrkräfte auf Antrag die Rechtschreibung nicht in die Noten einfließen. Zudem solle Legasthenie verpflichtend Teil des Lehramtsstudiums sein, fordert Behrent.

«Es braucht Förderung, Zuspruch und Unterstützung, vor allem in der Kindheit, und keine Demotivation durch kontinuierliches Problematisieren der Rechtschreibung», sagt auch Sebastian. Notenschutz sei dabei das zentrale Mittel. «Und die Aufklärung von Lehrern und der Gesellschaft.»

Kultusministerium: Maximal fordern, ohne zu überfordern

Das hessische Kultusministerium setzt auf Notenschutz nur in Ausnahmefällen. Als Fördermaßnahmen kämen Unterricht in besonderen Lerngruppen, Binnendifferenzierung, Maßnahmen des Nachteilsausgleichs und Abweichungen von den allgemeinen Grundsätzen der Leistungsfeststellung oder Leistungsbewertung – der sogenannte Notenschutz – infrage, erläutert eine Sprecherin.

«In der Praxis werden die Nachteilsausgleiche stufenweise angewendet. Dies geschieht nach den Grundsätzen “Maximal fordern, ohne zu überfordern”, beziehungsweise es geht darum, Leistungen zu ermöglichen und nicht überflüssig zu machen.»

Notenschutz nur in Ausnahmefällen

Der Notenschutz sei eine Maßnahme der Stufe drei und «sollte nur im Ausnahmefall sinnvoll beziehungsweise notwendig sein», erklärt die Sprecherin. Nachteilsausgleiche der Stufen eins und zwei – zum Beispiel «Verlängerte Arbeitszeiten, etwa bei Klassenarbeiten» oder «differenzierte Aufgabenstellung» kämen hingegen häufiger zum Einsatz und könnten ein Kind oft effektiver fördern als ein Aussetzen der Bewertung der Lese- und/oder Rechtschreibleistungen.

Der Umgang mit besonderen Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben und Rechnen findet dem Ministerium zufolge in allen drei Phasen der Lehrkräftebildung Berücksichtigung. Um insbesondere Schülerinnen und Schülern mit besonderen Schwierigkeiten gerecht zu werden, erhielten Studierende, Lehrkräfte im Vorbereitungsdienst und Lehrkräfte in vielfältigen Modulen und Fortbildungsangeboten Kenntnisse über den aktuellen Forschungsstand zum Schriftspracherwerb.

Zudem stehe mit der Handreichung «Besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen» ein Nachschlagewerk zur Verfügung, «das aus der Praxis für die Praxis entstanden ist und Lehrkräften als Unterstützung für ihre tägliche Arbeit dient», so die Sprecherin.

Stärke durch gute Erfahrungen

Sebastian sagt, er habe viele Erinnerungen an seine Schulzeit verdrängt. Bis heute habe er eine recht starke Prüfungsangst. Insgesamt sei es für ihn aber leichter geworden. «Ich schreibe alles am Computer, da greift das Rechtschreibprogramm», schildert der Student. Es koste ihn aber vielleicht mehr Energie als andere, Texte zu formulieren. «Aber ich bin grundsätzlich jemand, der etwas durchzieht, wenn er es einmal angefangen hat. Ich habe mich in Teilen auch durchgebissen.»

Die Angst, etwas nicht gut genug zu können, komme schon manchmal noch hoch. «Aber ich habe gute Erfahrungen gemacht, die helfen.» Sein Bachelorstudium etwa hat Sebastian erfolgreich abgeschlossen, derzeit ist er im Masterstudium. «Das war für mich die formale Bestätigung, dass ich es trotzdem kann.»

Sebastian sagt, ihm habe vor allem seine Mutter geholfen. «Sie hat mich immer unterstützt, viel mit mir gelesen und einen Schulwechsel organisiert.» In der neuen Schule, einer Privatschule, die er dank eines Stipendiums besuchen konnte, sei dann vieles besser geworden. Seine Legasthenie gehe wie bei vielen Betroffenen mit einer Wahrnehmungsstörung einher. «Bei mir ist das eine auditive Störung. In einem lauteren Umfeld etwa ist das Herausfiltern von einzelnen Sprechern schwieriger für mich.»

Gefühl von Selbstwirksamkeit

In der neuen Schule habe es kleinere und ruhigere Klassen gegeben, die Lehrer hätten ihn unterstützt, er habe in allen Fächern Notenschutz bekommen. «Das hat mir das Gefühl von Selbstwirksamkeit zurückgegeben.» Die Abneigung gegen die Schule habe damals nachgelassen. «Hätte meine Mutter sich nicht so gekümmert, wäre ich wahrscheinlich nicht so weit gekommen», sagt Sebastian.

Eltern seien bei dem Thema Legasthenie oft auf sich allein gestellt, meint er. «Sie müssen erst einmal überhaupt darauf kommen, dass es Legasthenie sein könnte.» Dann müssten sie sie diagnostizieren lassen und Nachteilsausgleich, Notenschutz und die Förderung des Kindes an der Schule durchsetzen. «Es gibt viele Kinder, deren Eltern nicht so viel Zeit und Energie da hineinstecken können. Die bleiben auf der Strecke.» Von Nicole Schippers, dpa

Hintergrund

Einer Lese-Rechtschreibstörung liegen Fachleuten zufolge wahrscheinlich verschiedene Ursachen zugrunde. Gehäuft tritt sie familiär auf.

Legasthenie bezeichnet laut dem Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie gravierende Schwierigkeiten beim Erlernen des Lesens und/oder des Schreibens. Menschen mit einer Lese-Rechtschreibstörung können etwa Buchstaben nicht unterscheiden, fügen Buchstaben falsch zusammen oder verdrehen Wörter und Silben.

Die Ursachen liegen dem Verband zufolge in einer komplexen Kombination mehrerer Faktoren. Dazu zählt die Genetik.

«Hat ein Elternteil Legasthenie, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kind selbst eine Lese- und/oder Rechtschreibstörung entwickelt, erhöht», erklärt der Verband. Dieser Faktor allein verursache jedoch nicht zwangsläufig eine Legasthenie beim Kind. Auch Störungen neurobiologischer und kognitiver Prozesse können demnach eine Rolle spielen.

Hier geht’s zum Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie.

Kinder mit Legasthenie und/oder Dyskalkulie: “Schule ist für sie oftmals mit schmerzlichen Niederlagen verbunden”

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Schade Marmelade
10 Monate zuvor

Logo. Den Schuh ziehe ich mir auch noch gerne an. Wieso auch nicht.
Ich bin ja inzwischen Grund, Haupt, Real, Gymnasial und Förderschullehrer.
Habe pro Klasse drei bis fünf Nachteilsausgleiche, Kinder mit Allergien und speziellen Anweisungen für Krampf, Wut oder sonstige Anfälle.
Menschen die aus Kliniken verwiesen werden weil sie nicht tragbar waren, aber in der Schule sind. Schulrecht und so.
Große Teile von SuS mit wenigen bis gar keinen Deutsch Kenntnissen von Eltern sprechen wir gar nicht erst.
Usw. usf.
Da kann man ruhig die faulen Säcke weiter kritisieren und noch mehr erwarten.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  Schade Marmelade

“Habe pro Klasse drei bis fünf Nachteilsausgleiche, Kinder mit Allergien und speziellen Anweisungen für Krampf, Wut oder sonstige Anfälle.
Menschen die aus Kliniken verwiesen werden weil sie nicht tragbar waren, aber in der Schule sind.”
Ganz schön bunte Truppe in Ihren Klassen. Aber was will man machen?
Allergien verbieten?

Schade Marmelade
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich will einfach nur nicht der Fußabtreter sein der sich für alles rechtfertigen muss und sich Vorwürfe anhören muss.

Hans Malz
10 Monate zuvor
Antwortet  Schade Marmelade

Oder Spott von anderen Forumteilnehmern.

EMu
10 Monate zuvor
Antwortet  Schade Marmelade

Mich nervt die Perspektive, dass alles, was dazu kommt, eine neue Kategorie sein soll, die Sonderbeachtung einfordert. Immerhin sind wir _Päd_agog:innen, also Experten für Kinder. Die sind halt unterschiedlich. In meiner Traumwelt habe ich für meine Aufgabenerfüllung so viel Freiraum, dass mich eine weitere “Diagnose” nicht weiter belastet und Arbeitsaufwand beschert. Und wenn Individualität die Grundannahme ist, freue ich mich über jede Gemeinsamkeit, die mir die Arbeit erleichtert. Mindset ist alles.

Das divergiert leider stark von der systemischen Realität, in der fast ausschließlich vom Fach aus gedacht, die Lehrpläne entsprechend voll gepfropft, die Gruppengröße vorgaukelnd homogen (schließlich haben die SuS nicht umsonst die “Diagnose” gym-reif bekommen) absurd aufgebläht und dann alles extra festgezurrt wird, was eben in Verordnung oder Erlass zu gießen ist – mit dem Ergebnis, dass viele SuS nicht das bekommen, was sie bräuchten…

Ich geh zurück in meine Traumwelt und lasse sie nicht von oben zum Einsturz bringen. Und versuche, sie im Unterricht durchschimmern zu lassen, wann immer es sich anbietet – und auch bei hohen fachlichen Anforderungen mir und den SuS genug Luft zum Atmen zu lassen…

potschemutschka
10 Monate zuvor

Schon in meinen ersten Dienstjahren (Mitte der 80er) setzte ich folgenden LRS-Test bei Schülern mit LRS-Verdacht ein, um die verschiedenen Ursachen zu analysieren und entsprechende, individuelle Fördermaßnahmen anzuwenden:
https://www.fachportal-paedagogik.de/literatur/vollanzeige.html?FId=3044460#:~:text=Die%20Differenzierungsprobe%20nach%20Breuer%20und%20Weuffen%20erfasst%20die,sie%20im%20Rahmen%20der%20Schuleintrittsuntersuchung%20von%20Kinder%C3%A4rztInnen%20eingesetzt.
Dieser Test gab/gibt Hinweise (schon bei Vorschulkindern), ob diese Probleme in der optischen, phonematischen,artikulatorischen, melodischen und/oder rhytmischen Wahrnehmung haben, die das Lesen und/oder Schreiben erschweren. Man konnte also bei Verdacht frühzeitig entsprechend fördern. Ich glaube nicht, dass sich an den wissenschaftlichen Grundlagen und der Aussagekraft dieses Tests seither grundlegend viel geändert hat. Aber dazu kann ja mein werter Kollege, Rainer Zufal,l bestimmt neueres Wissen und bessere Tests empfehlen.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Habe ich nicht benutzt, diagnostiziere keine LRS und empfehle, nicht die gesamte Beruflaufbahn den gleichen Test zu verwenden bzw. nach neueren Einblicken Ausschau zu halten, wenn die Aussagekraft nicht mehr gültig ist.
(https://www.fr.de/wissen/sinnloser-lesetest-11405594.html – interessiert Sie vielleicht, wie beschrieben: ich nutzte den Test nicht)

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

🙂 Das war mir klar, dass Sie mit dieser “Studie” kommen, die kenne ich natürlich auch.
Nur habe ich dazu wieder ein paar typische “potschemutschka-Fragen”, und zwar folgende:
“1441 Kinder an 53 Schulen haben die Forscher drei Jahre lang begleitet. Nur jedes vierte als „Risikokandidat“ klassifizierte Kind bekam später tatsächlich Probleme beim Lesen. Zugleich waren drei Viertel der Kinder, die am Ende der zweiten Klasse Schwierigkeiten hatten, nicht als Risikokind eingestuft worden.”
Der Test untersucht Risikofaktoren (besonders in der Wahrnehmung), die zu einer LRS führen können. Diese Untersuchung erfolgt im Idealfall vor Beginn des Erlernens von Lesen und Schreiben. Dies scheint bei den untersuchten Kindern der Fall gewesen zu sein. Am Ende der zweiten Klasse wurde noch einmal untersucht. Wie wurde bis dahin auf die festgestellten “Risikokandidaten” reagiert? Wurden die festgestellten Risiken/Wahrnehmungsprobleme bis dahin ignoriert, um das Untersuchungsergebnis nicht zu verfälschen? Das wäre in meinen Augen strafbar, da unterlassene Hilfeleistung. Ich nehme deshalb stark an, dass diese “Risikokandidaten” entsprechend individuell gefördert wurden und deshalb bei 3 von 4 eine evtl. LRS frühzeitig verhindert werden konnte, weil Risikofaktoren vermindert wurden. Sehe ich da etwas falsch? Wie bewerten Sie das?
Jetzt noch zu folgendem Fakt: “…drei Viertel der Kinder, die am Ende der zweiten Klasse Schwierigkeiten hatten, nicht als Risikokind eingestuft… (Wieviele Kinder waren das von den 1441 – und jetzt bitte nicht antworten drei Viertel von 1441, sonst krieg ich einen Lachkrampf?)
Außer den im Test von Breuer/Weuffen untersuchten Wahrnehmungsproblemen gibt es noch einige weitere Ursachen für LRS, die durch andere Untersuchungen abgeklärt werden müssen.
P.S.. Es gibt übrigens auch einige Stimmen, die den Test von Breuer/Weuffen positiv bewerten, z. B.:
https://bildung-rp.de/fileadmin/_migrated/content_uploads/Skript_Foerderdiagnostik_im_Anfangsunterricht_der_Grundschu._03.pdf
Ich gehe wie immer davon aus, von Ihnen keine sinnvolle Antwort auf meine Fragen zu erhalten. Sie haben dem ja schon vorgebeugt: “…diagnostiziere keine LRS ” – Sie scheinen einen sehr reduzierten Sonderpädagogik- Standard studiert zu haben und auch nicht bereit zu sein, Ihren Horizont zu erweitern. 🙂

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ergänzung: Ich vergaß noch eine wichtige Frage zu Ihrem link: Wieviele der Schüler mit Lese- Schreibproblemen (am Ende des Untersuchungszeitraums) wurden auf einen Förderbedarf/Lernen untersucht?
Weiterer Hinweis: in Ihrem link wird die “Differenzierungsprobe nach Breuer/Weuffen” als “sinnloser Lesetest” beschrieben. Es werden nicht die Lesefähigkeiten getestet, wie diese Bezeichnung aber fälschlich suggeriert, sondern verschiedene Vorläuferfähigkeiten der Wahrnehmung, die für den erfolgreichen Schulbesuch (nicht nur fürs Lesen und Schreiben) notwendig sind.
Es ging Breuer/Weuffen vor allem um Prävention von Lernproblemen (vor und kurz nach der Einschulung).
Sie sollten sich wirklich mal den Nachruf auf Professor Breuer durchlesen, da wrd sehr gut beschrieben, welche Sicht die beiden Wissenschaftler auf (sonderpädagogische) Frühförderung und Bildung hatten. Diese Sicht entspricht genau meinem Berufsethos. Wie sehen Sie das?
https://ldl-nrw.de/index.php/dyskalkulie/9-nicht-kategorisiert/167-sonderdruck-nachruf-prof-breuer (rhetorische Frage)
Als Sonderpädagoge sollte Ihnen eigentlich Prävention ein Herzensthema sein!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Die klassifikatorischen Güteindizes Prädiktortrefferquote, Sensitivität und RATZ-Index liegen überwiegend im inakzeptablen Bereich. Somit ist die prognostische Validität von DP 1 und DP 2 als unzureichend zu bewerten.”
(https://econtent.hogrefe.com/doi/10.1026/0049-8637/a000023)

Mich interessiert der Test nicht sonderlich, den Sie nicht mehr verwenden und ich nicht verwende…
Kann mich hier durchaus irren und wir können uns uneins sein, ohne dass es eine Folge auf irgendwas haben würde.

Warum Sie dies über das Material im Artikel (https://kultus.hessen.de/sites/kultus.hessen.de/files/2021-08/handreichung_zur_vogsv_web.pdf)
empfehlen, kann ich weiterhin nicht nachvollziehen :\

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Außer den im Test von Breuer/Weuffen untersuchten Wahrnehmungsproblemen gibt es noch einige weitere Ursachen für LRS, die durch andere Untersuchungen abgeklärt werden müssen.”
Dann empfehlen Sie doch etwas anderes oder was stört Sie an der oben genannten Handreichung?

“Sie scheinen einen sehr reduzierten Sonderpädagogik- Standard studiert zu haben”
Aha, wenn Sie meinen.
Danke für das Dokument in ComicSans.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

q.e.d.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“…ich nutzte den Test nicht …” – also kennen Sie ihn auch nicht, aber Sie haben eine “Meinung” dazu gegoogelt. Alles klar!
Haben Sie wenigstens irgendwelches anderes Wissen zum Thema, welches den Regellehrkräften irgendwie helfen könnte?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“also kennen Sie ihn auch nicht, aber Sie haben eine “Meinung” dazu gegoogelt. Alles klar!”
Meine Meinung ist, dass Sie lieber Tests empfehlen sollten, die Sie zum Ende Ihrer Berufslaufbahn verwendeten, nicht zu Beginn.

SIE empfehlen ihn ja den Kolleg*innen über die im Artikel angesprochene Handreichung «Besondere Schwierigkeiten beim Lesen, Rechtschreiben oder Rechnen» :/

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

q.e.d. – Sie lesen und/oder verstehen nicht die Kommentare, auf die Sie antworten:

  • ich habe keine LRS-Tests durchgeführt
  • ich nutzte diese “Differenzierungsprobe” (überwiegend) in der Schulanfangsphase, um mögliche Ursachen (Wahrnehmungsdefizite) von Lernproblemen herauszufinden
  • ich nutzte es auch, um präventiv Kinder in den entsprechenden Bereichen zu fördern (auch Prävention von LRS und Dyskalkulie!), denn Kinder mit Wahrnehmungsproblemen entwickeln mit großer Wahrscheinlichkeit Lernprobleme, wenn ihnen nicht frühzeitig geholfen wird.

Meine Erfahrungen aus 40 Dienstjahren – Schüler mit kognitiven, sprachlichen und/oder ESE- Förderbedarf haben sehr oft auch Probleme in einzelnen, oft mehreren Wahrnehmungsbereichen und je eher diese erkannt werden und je früher Fördermaßnahmen auch diese Bereiche berücksichtigen, desto besser kann man auch diesen Kindern helfen (das Lernen erleichtern).

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“ich nutzte diese “Differenzierungsprobe” (überwiegend) in der Schulanfangsphase, um mögliche Ursachen (Wahrnehmungsdefizite) von Lernproblemen herauszufinden”

Cool. Mein Deputat umfasst nicht, anlasslos (?) mögliche Ursachen von Wahrnehmungsdefiziten zu erfassen.
Wie wurden Sie damit beauftragt, präventiv zu fördern?
Hatten Sie keine Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu versorgen?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Mein Deputat umfasst nicht,…” – Alles klar! Immer schön “Dienst nach Vorschrift” 🙂 Dachte ich mir!
Übrigens haben Sie noch nicht meine Frage beantwortet:
Wie stellt ein Sonderpädagoge (z. B. Sie) sonderpädagogischen Förderbedarf fest, schreibt ein Gutachten und legt in diesem Fördermaßnahmnen fest (bzw. schlägt Fö-Maßnahmen vor)
Stellen sie etwa nur den IST-Zustand beim Kind fest, ohne nach evtl. Ursachen (z.B. in den Wahrnehmungsbereichen) zu suchen. Oh Mann! Die armen Kinder! Dann erfolgt Förderung bei Ihnen also nach Plan 08/15. Ega,l macht weniger Arbeit, kostet weniger Zeit und manchmal nützt es ja auch was. Falls nicht – sch…egal, Sie haben ja Ihr Deputat abgearbeitet (ohne zu wissen was das Kind besonders braucht).
TOLL, einfach nut toll! Das schlimmste – Sie sind anscheinend noch stolz auf Ihre Arbeit! Mir wird schlecht!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Es klingt spannend, wie Sie zu Ihrer Zeit offenbar ohne Auftrag in andere Schulen/ Klassen gingen und fremde Kinder testeten – sonst sehe ich hier Ihren Kritikpunkt nicht.
Klänge ja hart grenzüberschreitend, hätten Sie die Zeit Ihrer Schützlinge dafür aufgewendet.

Was meine “Zeit” betrifft: Wie beschrieben habe ich nur sehr/ zu wenige Stunden in der Inklusion, Beratung findet davor/ dazwischen/ danach statt, bis ich wieder an meine Stammschule düse.
Freut mich aber für Sie, dass Sie damals so eine ruhige Kugel schieben konnten 🙂

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ach, ich weiß, ich sollte nicht und wollte es auch nicht mehr – Ihnen Fragen stellen. Aber ich kann nicht anders – nomen est omen – “potschemutschka” halt 🙂
Sie schrieben, dass Sie keine “anlasslosen Tests” der Wahrnehmungsfähigkeit bei Schülern durchführen. Okay! Könnten Sie bitte ein/zwei Beispiele für einen Anlass nennen, der Sie veranlassen würde einen oder mehrere Wahrnehmungsbereiche zu überprüfen?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Eine Beauftragung …?

Wie war es denn zu Ihrer Zeit? Wer trat an Sie heran und bat Sie als Sonderpädagogin um eine Überprüfung?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Wer beauftragt Sie dazu und aus welchem Grund?
Erst beantworten Sie meine Frage(n), danach ich Ihre!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ich werde im Rahmen des Sonderpädagogischen Dienstes mit einer Kooperation oder Überprüfung (in BW) beauftragt. Bspw. wenn das Kind globale und durchgehende Schwierigkeiten hat bzw. der Verdacht eindeutig ist, dass ein Sonderpädagogischer Förderbedarf vorliegt.
Dabei könnte ich eine LRS/ Dyskalkulie feststellen, was – wie Sie wissen – kein Sonderpädagogisches Bildungsangebot erfordert, weshalb ich keinen Anspruch auf ein solches ausstellen würde.

Kolleg*innen, die eine LRS/ Dyskalkulie vermuten würde ich aus diesem Grund zuerst auf die Beratungslehrer*in verweisen.

Aber ich bin mit meinen Stunden meinen Schüler*innen verpflichtet und habe ein (relativ flexibles) Stundendeputat, um Anträgen auf Kooperation/ Überprüfung nachzugehen.

Würden Sie nun bitte meine Fragen beantworten, bevor Sie Ihre Folgefragen stellen? 🙂

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Okay, danke. Wie die Überprüfung der Schüler für die Hilfsschule ablief, schrieb ich ja schon an anderer Stelle. Das wiederhole ich nicht noch einmal.
Auch beschrieb ich schon ein Beispiel, wie ich einen angeblichen “Systemsprenger” an einer GS vor Antragsstellung auf ESE-Förderbedarf “begutachtete”. Wiederhole ich auch nicht noch einmal.
In den letzten Jahren meiner Tätigkeit als Sonderpädagoge an der GS (Vollzeit), lief es wie folgt:
Die KL kontaktierte mich, wenn es Problem (Lernen, Sprache, ESE, …) mit einem Schüler gab und schilderte mir seine Beobachtungen und die Auffälligkeiten. Dann hospitierte ich meist im Unterricht und beobachtete das Kind. Aufgrund meiner Beobachtungen und der Gespräche mit KL und evtl. Fachlehrern überlegte ich mir, welche Bereiche ich mir genauer ansehen sollte und das tat ich dann in den Förderstunden (meist in der schon existierenden passenden Kleingruppe). Ich führte Gespräche mit den Erziehern und mit den Eltern. Vermutete ich daraufhin einen Förderbedarf stellte ich gemeinsam mit dem KL den Antrag auf Feststellung des vermuteten Fö-Bedarfs. Waren die Auffälligkeiten für einen Fö-Bedarf nicht ausreichend oder es war nicht sofort klar welcher Fö-Bedarf vorrangig ist, wurde das Kind erst einmal in einzelnen Stunden in den auffälligen Bereichen gefördert, meist in Kleingruppen und die Regellehrer erhielten Hinweise und Materialien zur Förderung im Unterricht. Da wir eine kleinere Schule waren und jeder jeden kannte, konnte man immer sehr schnell auf “Probleme” und Fragen reagieren.
Schüler, die schon beim Schuleingangstest Auffälligkeiten zeigten wurden ebenfalls ständig in Zusammenarbeit mit den KL beobachtet und gefördert (Prävention). Außerdem sahen und beobachteten wir die “Problemschüler” auch bei Pausenaufsichten und konnten uns auch oft in Vertretungsstunden ein Bild von der Klassensituation des Kindes machen. Bei Elterngesprächen unterstützten wir die KL und berieten die Eltern (zu Fachärzten, Psychologen, Logopäden, Ergotherapie … je nach unseren Beobachtungen).
Allerdings war das fast der “Idealzustand” der Inklusion. Wie gesagt: kleinere Schule (zwar Brennpunkt) und 3,5 Sonderpädagogen. Wie es jetzt aussieht, weiß ich nicht genau. Ich hörte etwas von 1 Sopäd.
Mit der Feststellung des Fö-Bedarfs und dem entsprechenden Gutachten wurde das SIBUZ beauftragt. Die hospitierten dann an meist nur einem Tag, an einem anderen machten sie den IQ-Test, führten ein Gespräch mit KL, Sopäd, Erziehern und Eltern.
Mir und meinen Kollegen lag immer viel daran, möglichst präventiv bei Problemen tätig zu werden und individuell zu fördern. Dafür muss man wissen, wo evtl. die Ursachen der Schwierigkeiten liegen, aber auch evtl. Stärken, die Schwächen kompensieren könnten. Das alles verrät der IQ-Test nicht unbedingt. Bevor wir also einen Antrag auf Fö-Bedarf stellten, machten wir uns ein möglichst umfassendes Bild vom betreffenden Schüler.
Ich glaube, das reicht als Antwort. Falls nicht, einfach noch mal ältere Kommentare von mir zum Thema Inklusion lesen. Im Gegensatz zu Ihnen, habe ich schon oft von meiner konkreten Tätigkeit (auch an Beispielen) berichtet.
P.S.: Die ganzen Gespräche waren nicht in meinem Deputat!

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

So, und jetzt sind Sie dran:
Wie genau läuft es bei Ihnen ab, nachdem Sie mit einer Überprüfung beauftragt wurden. Wie begutachten Sie den entsprechenden Schüler und bilden sich ein Urteil über dessen Stärken und Schwächen und darüber welche Fördermaßnahmen am besten sind? Wer kümmert sich nach Feststellung des Fö-Bedarfs um die individuelle Förderung (in welchem Umfang)?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie schrieben ja nichts.
Sie schrieben, dass Sie irgendwo etwas geschrieben haben wollen XD

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Oder war es ernst gemeint, dass Sie ohne Anlass Kinder bezüglich eines Besonderen/ Sonderpädagogischen Förderbedarfs überprüften?
Wow, müssen die Eltern überrascht gewesen sein! 😀

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

@Rainer Zufall
Bevor Sie antworten sollten Sie meine (und evtl. auch Ihre eigenen) Kommentare im folgenden thread noch einmal gründlich lesen!
https://www.news4teachers.de/2025/01/das-klare-ziel-muss-sein-inklusion-als-menschenrecht-umzusetzen-angela-ehlers-chefin-des-verbands-sonderpaedagogik-im-gespraech/

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ach, Sie schrieben es irgendwo anders. Gut, dass ich nachfragte ^^

Meinten Sie das:
“Als ich noch am Förderzentrum Lernen tätig war und eine Kleinklasse nichtgruppenfähiger Grundschüler leitete, meldete eine GS einen “Systemsprenger” (1. Schuljahr). Wir hatten keine Aufnahmekapazität mehr. Lösung: Ich fuhr 2mal wöchentlich zum Einzelunterricht in diese Schule und sollte neben der individuellen Förderung das Feststellungsverfahren ESE beginnen.”?

Klingt so, als hätten Sie die Zeit Ihrer Schüler*innen aufgewendet, um (ohne Wissen/ Zustimmung der Eltern/ des Schulamtes) ein Kind zu überprüfen?
Krass, wie viel Freiheiten die Sonderpädagog*innen Ihrer Aussagen nach verfügten, in die Schullaufbahn von Kindern einzugreifen.

Ich sage NICHT, dass es zum Nachteil des Kindes gewesen wer, mich schockiert nur das unfassbar gleichgültige System :/

Bei uns gibt es Stunden zur Kooperation mit den Schulen bzw. sonderpädagogischen Überprüfung. Ist nicht perfekt, aber immerhin ist sichergestellt, den eigenen Schüler*innen am SBBZ oder in der Inklusion keine Zeit zu nehmen

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Auch beschrieb ich schon ein Beispiel, wie ich einen angeblichen “Systemsprenger” an einer GS vor Antragsstellung auf ESE-Förderbedarf “begutachtete”.”

Klingt hochproblematisch, anlasslos Schüler*innen zu überprüfen…
Sind Sie sicher, dass Sie eine Lehrin waren?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“Es wäre so schön, wenn irgendetwas zur Abwechslung mal einen Sinn ergeben würde.”
(aus: “Alice im Wunderland” von Lewis Carroll)
… und tschüss!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie begutachteten VOR der Begutachtung.
Süß, dass Sie Alice in Wunderland nennen, die Logik Ihrer Schule ließ mich ähnliches denken…

Was machten Sie dann noch NACH dem Antrag? 😉

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ja natürlich holt man sich vor der Antragsstellung Expertise ins Haus. Ganz oft haben wir SoPäds von den verschiedenen Förderschulen in der Schule, die uns dann entweder bestärken ein AOSF anzustreben oder nicht. Aus die Schulpsychologin ist bei uns Dauergast und berät die Kolleginnen oder/und beobachtet die entsprechenden Kinder, wenn die Eltern damit einverstanden sind.

In Potschemutschkas Beispiel haben wir das genauso gemacht. Für unseren Systemsprenger haben wir uns auch Expertise einer ESE-Schule geholt und noch bevor das AOSF überhaupt geschrieben war, gab es natürlich eine eindeutige Einschätzung vonseiten der SoPäd…..das normal, rechtlich absolut okay, wenn die Eltern einverstanden sind….

potschemutschka
10 Monate zuvor

Danke! Scheint aber bei ihm anders zu laufen. Aber wie, verrät er nicht. Warum nur? 🙂

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

“Ganz oft haben wir SoPäds von den verschiedenen Förderschulen in der Schule, die uns dann entweder bestärken ein AOSF anzustreben oder nicht.”

Krass! Woher nehmen diese Sopäds Ihre Stunden dafür? 😀
In BW werden die beauftragt, damit sie keine Zeit ihrer Klassen dafür aufwenden, aber in Ihrem Bundesland scheint das anders organisiert zu sein.
In welchem Bundesland arbeiten Sie?

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das nennt man Zusammenarbeit. Woher die Stunden kommen? Man nimmt sie sich. Ich und meine Kolleginnen müssen sich ja auch die Stunden nehmen, um ein AOSF nicht nur zu beantragen, sondern auch vollumfänglich zu begleiten. Ich bin z.B. nächste Woche einen ganzen Vormittag in der Förderschule und begleite eine Testung…..da fragt auch niemand, wie man mich vertreten wird….da wird vertreten, fertig.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

“Woher die Stunden kommen? Man nimmt sie sich.”
An unserem SBBZ fallen dann Stunden aus.
Haben die Sopäds bei Ihnen kein festes Stundenkontingent? Ggf. sollte es angepasst werden, nicht alles in Unterrichtsstunden weniger Klassen zu stopfen :/

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Keine Ahnung! Wir haben keine SoPäds an der Schule, sonst bräuchten wir die Expertise von außen nicht….wie deren Stunden aufgeteilt sind, weiß ich nicht….

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Rainer, Sie sollten diesen link unbedingt an die Uni Bielefeld schicken! Die empfehlen diesen Test (neben vielen anderen) noch 2020 zur Erkennung von Lernschwierigkeiten am Schulanfang (sprachbezogene Wahrnehmungsleistung – Differenzierungsprobe):
https://www.uni-bielefeld.de/fakultaeten/erziehungswissenschaft/studium-und-lehre/einrichtungen/lernwerkstatt/diagnostische-verfahren/Diagnostische-Instrumente-und-Forderprogramme-in-der-Lernwerkstatt_Stand_Dezember_2020.pdf
Als Sonderpädagoge (auch wenn Sie keine LRS diagnostizieren) sollten Sie über Test-Möglichkeiten für Lernschwierigkeiten (v. a. der Wahrnehmungsleistungen) Bescheid wissen!
Die Differenzierungsprobe von Breuer/Weuffen “misst” Wahrnehmungsleistungen verschiedener Bereiche, die generell das Lernen erschweren können, nicht nur das Lesen und Schreiben. Die Wahrnehmung beeinflusst nämlich sämtliche Lernprozesse, auch die kognitive Leistungsfähigkeit!
Aber Ihnen genügen ja die IQ-Tests, um ein Kind zu beurteilen!
An anderer Stelle schrieb ich schon einmal: als Elternteil eines betroffenen Kindes oder Kollege eines von Ihnen begutachteten Schülers, würde ich jedes Ihrer Gutachten anfechten!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Aber Ihnen genügen ja die IQ-Tests, um ein Kind zu beurteilen!”
Ne, ich fürchte, Sie verwechseln mich mit Ihnen und anderen, welche Klassen/ Schulformen anhand der kognitiven Leistungsfähigkeit einteilen wollen.
Zudem verwende ich jetzt schon keine Tests mehr aus der Zeit meiner ersten Berufsjahre. Entwickelt sich halt weiter.

“Rainer, Sie sollten diesen link unbedingt an die Uni Bielefeld schicken!”
Ich benutze diesen Test/ diese (letzte?) Auflage von 1997 ja nicht, warum sollte ich dann fragen?
Was als Nächstes? Bielefelder Screening?

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dann beschreiben Sie doch einfach mal, wie Sie ein Fördergutachten für einen Schüler erstellen, welche Tests Sie verwnden und wieviel Zeit für Beobachtung und Gespräche Sie dafür aufwenden

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie empfehlen einen 27 Jahre alten Test, sind selbst nicht mehr im Dienst und beschweren sich, Kolleg*innen an Regelschulen würden dazu genötigt, Förderbedarf selbst “herausfinden zu müssen”.
Ich sehe keinen Wert darin, dieses Gespräch fortzusetzen.

Wer LRS oder Dyskalkulie bei seinen Kids vermutet, sollte nach Rücksprache auf die Beratungslehrer*in zugehen, die Beratungsstelle einer Sonderschule kontaktieren bzw. einen Arzt aufsuchen lassen.

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ooooha! Wissen Sie, wie alt z. B die gängigen IQ-Testverfahren sind? Natürlich werden diese immer mal wieder überarbeitet und angepasst, stammen aber oft aus den 60/70er Jahren.
Welche Testverfahren verwenden Sie denn so, um ein Gutachten für den Fö-Bedarf eines Schülers zu erstellen?
Welchen Test benutzen/empfehlen Sie um die verschiedenen Wahrnehmungsbereiche eines Kindes zu untersuchen? – die letzte Frage ist rhetorisch – Ihnen ist es sch…egal, ob und welche Probleme ein Kind in diesen Bereichen hat (zumindest deuten Ihre vielen … Kommentare darauf hin!)
P.S.: Die Differenzierungsprobe muss nicht so oft überarbeitet werden, da sie grundlegende Wahrnehmungsbereiche untersucht. Wahrnehmung, ob motorisch, melodisch, rhytmisch, akustisch, visuell … ändert sich nicht so, wie z. B. Wortschatz, Rechtschreibung. Non-verbale Tests verlieren deshalb nicht so schnell ihre Gültigkeit.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“werden diese immer mal wieder überarbeitet und angepasst”
Jup. Darum warteten wir bei uns auf den neuesten KABC II bzw. SON, bevor diese bestellten.

Wie genau diagnostizierten Sie LRS bei Kindern (im Gegensatz zu nicht förderungswürdigen, schlicht schlechten Leser*innen)?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Non-verbale Tests verlieren deshalb nicht so schnell ihre Gültigkeit.”

“ich habe keine LRS-Tests durchgeführt.”

Sie führten also Tests durch, die nichts mit LRS zu tun haben, um eine LRS festzustellen?

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Wissen Sie, wie alt z. B die gängigen IQ-Testverfahren sind?”

Wissen Sie es? 😀

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Steht in meinem Kommentar!
q.e.d.:
Sie können nicht mehr als einen Satz pro Kommentar erfassen!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ah, Sie lesen noch die Kommentare, antworten nur nicht (auf jene, die Sie zu überfordern scheinen?) 😀

Da Sie firm sind, WISSEN Sie ja, wie lange der aktuelle SON bzw. KABC ist, und dass der Test danach ausgewechselt wird.

Meinen Sie, Ihr Test, den Sie meistens nicht als Test bezeichnen, wird in aktuellen Studiengängen empfohlen?
Ich kann mich hier ehrlich und ernsthaft irren, aber eine Testothek, die Werke aufführt, welche die selbe Uni derzeit überarbeitet, reicht mir da ehrlichgesagt nicht, um das im Artikel angesprochene Werk (https://kultus.hessen.de/sites/kultus.hessen.de/files/2021-08/handreichung_zur_vogsv_web.pdf) zu überbieten/ untergraben zu versuchen

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“wie lange der aktuelle SON bzw. KABC ist, und dass der Test danach ausgewechselt wird.”
Da ich selbst seit mehr als 20 Jahren keine IQ-Tests mehr durchgeführt habe, bin ich, zugegeben, nicht auf dem aktuellsten Stand. Allerdings weiß ich, dass bei den Feststellungsverfahren der letzten Jahre (aus den Gutachten ersichtlich) bei uns überwiegend KABC und WISC (HAWIK) genutzt wurden. Die gibt es seit den 60/70er Jahren und wie ich schon schrieb, werden die immer mal überarbeitet.
Der anfangs zitierte Satz von Ihnen erschließt sich mir aber nicht – wie lange(?) sind diese Tests und wonach werden sie ausgewechselt?
Ob die “Differenzierungsprobe” in aktuellen Studiengängen empfohlen wird? Tscha, da müssen Sie jetzige Studenten der Sonderpädagogik der verschiedenen Hochschulen und Universitäten fragen. Allerdings würde mich auch interessieren, was die sonst noch so lernen.
Breuer/Weuffen hat mir jedenfalls jahrzehntelang gute Hinweise auf verschiedene Wahrnehmungsstörungen geliefert, deshalb habe ich ihn oft genutzt (ich beschrieb ja schon ausführlich wozu). Sollte es für diesen Bereich mittlerweile neuere Tests/Differenzierungsproben geben, die diese Bereiche mit relativ wenig Aufwand untersuchen, wäre es nett, wenn Sie diese hier anführen. Das wäre nett und würde auch Regellehrern helfen. Für die Differenzierungsprobe muss man auch kein SoPäd sein!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Da ich selbst seit mehr als 20 Jahren keine IQ-Tests mehr durchgeführt habe.”
Sie sind seit 20 Jahren in Rente?
Oder haben Sie irgendwann die Arbeit mit IQ-Tests eingestellt?

Aber die Tests wurden und werden erneuert.
Niemand sollte, dürfte (!) einen veralteten Test verwenden.

Wie Sie ohne Intelligenztest eine LRS/ Dyskalkulie feststellten, erstaunt mich, vielleicht war dies vor 20 Jahren auch …
keine Ahnung! Wie unterschied man damals LRS von schlechten Leser*innen?

EU soll Tiktok kaufen
10 Monate zuvor

Nachdem ich meine erste Klasse übernommen hatte, kam eine Mutter auf mich zu. In ihrer Familie gäbe es Legasthenie und sie mache sich sorgen, das ihr Kind evtl. Legasthenie haben könne. Gemeinsam haben wir das Kind beobachtet. Im Vergleich zu anderen Kindern hatte dieses Kind tatsächlich mehr Schwierigkeiten, lesen und schreiben zu lernen. Daher sprach ich unseren Sonderpädagogen an und bat ihn, sich dieses Kind einmal anzuschauen.

Für 12 Klassen hatten wir einen Sonderpädagogen. Es hat 6 Monate gedauert, bis er das erste Mal zu mir in die Klasse gekommen ist (und ich hatte ihn wegen mehreren Kindern um Rat gefragt!)

Insgesamt ein ganzes Schuljahr bekam ich keine Antwort / Einschätzung zur meiner Frage mit der Legasthenie. Nach einem Schuljahr bekam ich dann eine Antwort: “Dafür bin ich nicht ausgebildet und dafür bin ich nicht zuständig. Die Eltern müssen zu einem außerschulischen Standort gehen und dort Tests mit dem Kind machen lassen!”

Achja, im Studium hätte ich gerne Seminare und Vorlesungen zu dem Thema belegt. Es wurde aber nichts angeboten.

Lisa
10 Monate zuvor

Ich hatte solche Kurse und habe 1990 erstes Staatsexamen gemacht.

JoS
10 Monate zuvor

“Achja, im Studium hätte ich gerne Seminare und Vorlesungen zu dem Thema belegt. Es wurde aber nichts angeboten.”

Zum Glück gibt’s jede Menge Fortbildungen zu den genannten Themen, die das Versagen Ihrer Universität an dieser Stelle aufarbeiten helfen.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

Sie können beim nächsten Mal in einer solchen Situation auch Beratungslehrer*innen kontaktieren bzw. die Beratungsstelle einer Sonderschule (die sollten schon aus Eigeninteresse aktiv werden).

Ausgebildet müsste der Kollege eigentlich gewesen sein…
Welche Schwerpunkte hatte der studiert?

Palim
10 Monate zuvor

Meiner Meinung nach bräuchte es in der Schule auch dafür Ressourcen:
Ausgebildete, also zusätzlich spezialisierte, Lehrkräfte, die Zeit dafür haben (Unterrichtsstunden) erst einmal für eine kürzere Zeit mit einem Kind oder einer sehr kleinen Gruppe allein arbeiten zu können, um sich einen Überblick zu verschaffen, und die nachfolgend Förderziele und -materialien festlegen, an denen das Kind arbeiten kann (in bestimmten Situationen in der Schule/ Regelunterricht/Förderung in größerer Gruppe UND zu Hause).

Nimmt man Dyskalkulie und Legasthenie als Beeinträchtigung, wie eine Hör- oder Sehbeeinträchtigung, dann benötigen Kinder Hilfen, um zu lernen, diese zu kompensieren.

Etwas anderes ist es aber, wenn man auf die Beeinträchtigung verweist und sich dann gar nicht mehr kümmern will, auch das gibt es leider.

Kann oder will man die genannte Unterstützung innerhalb der Schule nicht entsprechend mit Ressourcen versehen, müsste es außerhalb der Schule entsprechende Hilfssysteme geben, also Diagonstik und Therapie. Das ist hier regional nicht gegeben und die Eltern fühlen sich allein gelassen.

EU soll Tiktok kaufen
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Und die Lehrer fühlen sich auch alleine gelassen.

Hans Hoffmann
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Wenn ich Eltern darauf anspreche, welche therapeutischen Maßnahmen ergriffen werden, höre ich bis auf ganz wenige Ausnahmen ( und damit meine ich wirklich GANZ wenige) “Das kostet ja Geld!,” “Dafür haben wir keine Zeit!” oder “Da muss man ja extra hinfahren!” Auf meine Antwort, dass sie mit einem gebrochenen Bein doch auch zum Arzt oder zur Physiotherapie fahren würden, ernte ich in der Regel ganz viel Mimimi und erstaunte Pikachu-Gesichter.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Ja, so 200 Euro monatlich..
.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Da, wo wir die Legasthenie diagnostiziert lassen haben, wären es 250 monatlich gewesen.

Rüdiger Vehrenkamp
10 Monate zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Das deckt sich mit meinen Erfahrungen, wenn wir in Familien drin sind und mit Eltern besprechen, welche Dinge sie im Alltag verändern sollten, um ihren Kindern gerechter zu werden oder Kinder mit Schulabstinenz in die Schulen zu kriegen (beispielsweise das gemeinsame Aufstehen morgens um 6:30 Uhr). Dann schaue ich in ebenso fassungslose Gesichter, so nach dem Motto: “Was? Ich dachte, die Sozialarbeiter übernehmen das alles…”

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Das würde ja bedeuten, dass es Termine/Plätze für die Diagnostik gibt (Wartezeit für den Ersttermin mind. 1/2 Jahr)
und im Anschluss Plätze bei Therapeut:innen.
Gibt es hier nicht.

Zudem: Bei einem Beinbruch übernimmt die Krankenkasse die Behandlungskosten, bei Legasthenie oder Dyskalkulie aber nicht.

Ich höre von Eltern häufiger: „Was können wir tun?“ oder „Wo bekommen wir Hilfe?“
Leider kann ich da oft nur darlegen, wie steinig der Weg ist, weil es weder das eine noch das andere gibt.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Hans Hoffmann

Also empfiehlt man es schnell und zahnlos, TRÄGT ES IM GESPRÄCHSPROTOKOLL EIN (wichtigster Schritt!) und weiter gehts.

Sobald in Beratungsgesprächen die “aber!”-Sätze kommen, lächele ich, lasse locker und dokumentiere.

Wie geliefert, so bestellt.

@”kostet Geld”: Ein neues Iphone kostet was, 1,2 K? Wäre ja bei 200 EUR schonmal 6 Monate “Investition” ins eigene Kind.
Na ja gut, dann doch lieber Tiktok und Candycrush, ist ja auch wichtiger…

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Es gibt genug Menschen, die sogar arbeiten, aber weder monatlich ein neues iPhone kaufen noch irgendeinen Luxus haben. Gerade in Städten mit hohen Mieten sind nun mal nicht 200 Euro im Monat über. Viele können nichts ansparen oder sich für die Rente absichern. Eine neue Heizkostenrechnung wie beispielsweise die von Vonovia in Berlin 2024 und weg ist alles! Es wäre gerechter, wenn die Eltern nur eine nach Einkommen gestaffelte Zuzahlung leisten müssten..

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Die gibt es auch, klar.

Erhöhte Heizkosten und Mieten wurden von selbigen (insb. Großstadtbewohnern) immer wieder politisch bestellt, mit ETS2 kommt da bei Energie/Heizen auch noch mal ein gewünschter kräftiger Nachschlag.

Unabhängig davon geht es mir eher darum, dass eine substantiell hohe Zahl der Fälle eben entweder das Geld oder aber die Zeit hätte.
“Hätte”, pädagogischer Konjunktiv.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Ja, die Leute haben alle ganz viel Geld – das merken alle Läden in der Innenstadt… ^^

Besseranonym
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Es könnte vielleicht ein wenig weiterhelfen, interessierte Eltern z.B . auf den Bundesverband Legasthenie und Dyskalkulie hinzuweisen

https://www.bvl-legasthenie.de/legasthenie/tipps-fuer-eltern.html

Bei meinen fast erwachsenen SuS kommen viele mit bescheinigter LRS, die wir bei einigen nicht erkennen können, dafür aber eine große Leseabneigung.
Andererseits denken wir bei so manchen an Legasthenie, die, wenn wir das andeuten schon aus allen Wolken fallen: meine Eltern glauben da nicht dran – – mit Lesen verdient man kein Geld, sagt mein Vater – – ist eine Modeerscheinung – – du willst dich nur vorm Schreiben drücken….. Schon wild, was man da zu hören bekommt.

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Besseranonym

Das zeigt doch aber auch, dass
a) die Diagnostik nicht in allen Schulen gleichermaßen gewährleistet werden kann,
b) die Förderung bis dahin nicht greift
und
c) das Verständnis von Legasthenie als Beeinträchtigung nicht verbreitet genug ist.

In der Grundschule braucht es viel zu lange, bis eine Förderung erfolgen kann – wenn überhaupt. Wenn die Schüler:innen dann ohne Unterstützung jahrelang irgendwie trotz zu geringer Unterstützung den regulären Unterricht meistern müssen, ist der Frust doch vorprogrammiert. Das sieht man schon in der Grundschule.

Besseranonym
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Das sehen Sie vollkommen richtig.
– Wir sitzen ja quasi am Ende der Schulkette.
Ich finde Ihre Beschreibung absolut passend und anschaulich.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor

Wir GS-Lehrkräfte können LRS diagnostizieren oder wir lassen diagnostizieren. Therapieren könnten wir auch, wenn wir dafür Zeit hätten….wie bei so vielen Dingen, die man so müsste und könnte, es fehlt an den Kapazitäten….
Kleinere und ruhigere Klassen wünschen wir uns auch….bei 18 bis 20 Kindern in der Klasse ist vieles möglich, bei 26-29 Kindern eher nicht….
Ich habe gerade 26 Kinder in der Klasse. Bei zweien weiß ich, dass sie nahe einer Dyskalkulie sind. Ich weiß, dass sie eine nichtexistente Zahlvorstellung bis 20 haben, die ganz dringend therapiert werden müsste. Aber Frau Feller möchte Förderung im Klassenverband, die ausgewiesene Förderstunde, die sehr hilfreich wäre (kleine Fördergruppe für genau diese Kinder) darf es nicht geben, für eine weitere Stunde PreSch oder FörSch bleibt keine Lehrerstunde über…..so bemühe ich mich im Klassenunterricht und scheitere kläglich….muss ich mit klarkommen und die Kinder auch….

EU soll Tiktok kaufen
10 Monate zuvor

Bereits im Lehramtsstudium merken Studierende, das sie unter diesen Bedingungen arbeiten können müssen.

“Ich kann das nicht”, denken dann viele im Verauf ihres Studiums und geben auf.

Oder sie machen weiter und lernen, sich abzugrenzen. Bestmöglich, ohne einen Burnout zu bekommen.

..so bemühe ich mich im Klassenunterricht und scheitere kläglich….muss ich mit klarkommen und die Kinder auch….

Das tut mit sehr Leid!!! Ich würde mir sehr wünschen, das endlich mal genug Ressourcen zur Verfügung gestellt werden würden!!!

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor

AIch würde mir sehr wünschen, das endlich mal genug Ressourcen zur Verfügung gestellt werden würden!!!“

Das wäre eigentlich einfach und nicht mal sooo teuer. Man nehme Studenten aus der Uni, die in der Uni die gängigen Seminare zu LRS und Dyskalkulie absolviert haben. Diese könnten zuverlässig die Förderung übernehmen. Es wäre nicht mal über Gebühr teuer….Wir haben für die Sprachförderung DaZ auch seit Jahren eine Studentin, die ihre Sache sehr gut macht und die aus einem Topf des Schulamtes finanziert wird….

potschemutschka
10 Monate zuvor

Auch an meiner GS gab es je einen Kollegen, mit Zusatzquali für LRS oder Dyskalkulie. Diese konnten die jeweilige Diagnostik und Förderung durchführen, theoretisch. Diese Fö-Stunden fanden aber nur sehr sporadisch statt, da sie ständig für Vertretungsstunden gestrichen wurden. Aber Förderung, die etwas bewirken soll, muss regelmäßig stattfinden. ansonsten fängt man alle paar Wochen wieder bei Null an und der Effekt verpufft.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Diese konnten die jeweilige Diagnostik und Förderung durchführen”
Welche Diagnostikmittel verwendeten die? 😉

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das beantworte ich Ihnen, wenn Sie die zahlreichen noch offenen Fragen an Sie (in verschiedenen threads zu Sonderpädagogik) einmal sachlich und konkret beantwortet haben!

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Also keine Antwort.

Kein Austausch? Veraltete Testmethoden? Andere Gründe?

Potschemutschka wird es GARANTIERT nach meinen Antworten erklären (und nicht stumpf darauf beharren, die Antworten würden ihr nicht genügen) XD

DienstnachVorschrift
10 Monate zuvor

Ich habe die Kinder dann später im BVJ sitzen und kann ihnen auch kaum helfen. Teilweise haben die schon lange Leidenswege hinter sich. Viele wollen, aber können nicht. Das ist sehr frustrierend.

Sepp
10 Monate zuvor

Mich irritiert ehrlich gesagt der Artikel, der unterstellt, dass LRS oft unentdeckt bleibe.

Tatsächlich bekommen wir als weiterführende Schule die meisten Kinder schon mit fertiger LRS-Diagnose aus der Grundschule. Ansonsten machen unsere Deutsch-Lehrkräfte direkt in Jahrgang 5 noch eine Art Screening auf LRS. Die entsprechenden Nachteilsausgleiche gehören schon eher zum “Tagesgeschäft”, eine LRS-Förderung gab es bei uns mal, aber meist werden die SuS extern unterstützt.

An der Stelle wirklich mal ein ganz großes Lob an die Grundschulen, die – wie gesagt – meist schon eine Diagnostik fertig und externe Unterstützung vermittelt haben.

Hans Hoffmann
10 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

In unseren 5. Klassen (a-f) sitzen in jeder angeblich mindestens 5 LRS/Legasthenieschüler. In einer Klasse sind es sogar 11 (!). Das erzählt mir keiner, dass das korrekt ist.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

LRS kann eigentlich gar nicht unentdeckt bleiben….ich kenne eigentlich keine Schule, wo der HSP (gängiges Diagnostikmaterial) nicht bekannt wäre und das oder ähnliches eingesetzt wird….
Auch Dyskalkulie kann nicht unentdeckt bleiben….

Lehry aus BY
10 Monate zuvor

Doch! Wenn die Eltern einer Testung nicht zustimmen. Meistens wegen des obligatorischen Intelligenztests, der damit zusammenhängt.

JoS
10 Monate zuvor
Antwortet  Sepp

Mich irritiert das gar nicht. Ich habe gerade einen Fall mit eindeutigem Fehlerbild in Jahrgang 13, der angeblich niemandem aufgefallen ist. Da fragt man sich schon, was die betreffenden Deutschlehrer*innen eigentlich beruflich machen.

Indra Rupp
10 Monate zuvor

In NRW diagnostizieren die Lehrer, wir sind dort auch mal zwei Jahre gewesen. In NDS gilt das dann nicht und dort dürfen Lehrer nicht diagnostizieren.

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Müssen sie sich nicht.

Lehrkräfte stellen auch sonst keine Diagnosen und können keine Therapien verordnen.
Anders wäre es, wenn innerhalb des Schulsystems Unterstützung vorhanden wäre und Schüler:innen im Rahmen des Schulbesuches dort teilnehmen, wozu die Schule selbst die Einteilung vornimmt.

In NDS kann ich die Bedürftigkeit für Förderung aussprechen oder aufschreiben, das bewirkt dann aber keinerlei zusätzliche Ressourcen.
Selbst für die im Erlass angegebene Förderung gibt es kein Personal, da keine Zuweisung an die Schulen.

Indra Rupp
10 Monate zuvor

Auditive Wahrnehmungsstörung plus familiärer Hintergrund (Großvater) hat mein Sohn auch. Intelligent, Allgemeinwissen, mündlich sehr gut. Vielleser.
Bewertung der Rechtschreibung aussetzen ist bei uns in der Oberstufe nicht, aber immerhin halbe Stunde mehr Zeit. Oft mündlich 13-14 Punkte, schriftlich aber nur halb so viel und immer zwei Punkte Abzug für die Rechtschreibung. Legasthenie nachgewiesen.
12 Jahre, 12 verschiedene Aussagen von 12 verschiedenen Lehrern dazu. Definitiv kennt sich da keiner aus. Missgunst und Sorge, dass da jemand mit Faulheit durchkommt, ist hoch.
Geschichte wegen Schreiblastigkeit nicht gewählt, obwohl sein stärkstes Fach. Deshalb Mathe und Physik als P1 und P2, da haben es Andere mit “Laberfächern” einfacher und diese auch genau deshalb gewählt.
Im Ganzen werden die Ungerechtigkeiten in der Oberstufe größer. Hat mich früher nie gekümmert, gehört halt dazu, dass Lehrer auch subjektiv sind und unterschiedlich bewerten. In der Oberstufe sind es aber schon wirklich große Unterschiede. Der Eine kriegt fünf Punkte beim Old-School-Lehrer, der nach 90er Jahre Prinzip und genauen Vorgaben unterrichtet (um einen Punkt zu bekommen, muss man 20% verstanden haben,also kriegt ihr 0 Punkte). Der Andere kriegt beim weichen Lehrer 10 Punkte, kann aber weniger, als der 5 Punkte Schüler und schwänzt auch noch ständig. Und bei Lehrerin xy ist man am besten weiblich und bringt sich für Frauenrechte ein, um das Abi zu schaffen.
Zum Glück sind Noten ja im späteren Berufsleben gar nicht so relevant, sonst würde ich sagen, es sollte auf dem Zeugnis erwähnt werden, ob man das Abi unter leichten oder schweren Bedingungen erbracht hat.

vhh
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ja, alles unfair, die Lehrer sind ja so willkürlich und missgünstig mit ihren Noten. Aber bald kommt die KI, dann wird endlich alles ganz objektiv.
Ich kenne ihren Sohn nicht, aber vielleicht ist ihm mit M/Ph wesentlich besser gedient als mit vermeintlichen ‘leichten Laberfächern’, denn u.a. sind Noten nicht alles. Mündlich großartig, schriftlich naja, das gibt es auch bei Schülern ohne Legasthenie oder Dyskalkulie oft genug. Hat etwas damit zu tun, dass die Ideen mündlich noch erklärt und ergänzt werden können und gerade Schüler mit gutem Allgemeinwissen schnell noch auf Anregungen eingehen können. Die fehlen natürlich schriftlich, so dass Fächer mit eher vorgegebenem logisch-schematischem Lösungsweg ganz hilfreich sein können.
Ich weiß nicht, was an dieser Schule los ist, aber in der Oberstufe sind die Anforderungen in parallelen Kursen eher deutlich ähnlicher, alle bereiten auf das gleiche Abitur vor.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  vhh

Nö, Lehrer bewerten und unterrichten sehr unterschiedlich. Das wissen Eltern und Schüler vermutlich sogar besser als Lehrer, da diese ja nicht regelmäßig ihre Kollegen im Unterricht besuchen. Lehrer ist ja eher ein einsamer Job.

vhh
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nö, Lehrer reden oft über ihren Unterricht und dessen (Miss)erfolg. Aber das wissen Eltern und Schüler ja nicht.

Gelbe Tulpe
10 Monate zuvor

Von Legasthenie, Dyskalkulie, Ads, Adhs etc. hab ich weder im Studium noch in Referebdariat je etwas gehört. Da dürfte ich nicht die Einzige sein.

Fräulein Rottenmeier
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Seltsam, selbst ich habe in meiner Ausbildung ab 1990 in meinem Studium und Referendariat etwas von LRS und Dyskalkulie gehört. Damals hat man noch in der Schulberatungsstelle testen lassen müssen….seit vielen Jahren diagnostizieren wir selber. Es gibt seit sehr vielen Jahren Fortbildungsangebote für PreSch und FörSch und auch für LRS…..wir können also, wenn die Ressourcen da wären….

Lisa
10 Monate zuvor

Ich auch. War allerdings an einer Pädagogischen Hochschule. Es kann gut sein, dass das auf Universitäten anders war.

Lehry aus BY
10 Monate zuvor

Also ich hab auch von 90 bis 95 studiert und habe mehrere Seminare zu diesem Thema belegt.
Diagnostiziert wird bei uns in Bayern vom Beratungslehrer oder KJP.

JoS
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Dann dürften Sie seit mehr als 30 Jahren im Schuldienst sein und dementsprechend kurz vor der Pension stehen. Schade, dass Sie sich nicht beizeiten entsprechend weitergebildet haben, das hätte sicherlich hilfreich sein können.

nurmalso
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Ich denke, das hängt davon ab, für welches Lehramt man/frau studierte. In meinem Fall Studium für SekII, mit so ein ganz bisschen Alibi SekI dabei. Referendariat Mitte der 80er Jahre SekI/II natürlich Richtung Gymnasium. Nach etlichen Jahren auf dem freien Lehrerarbeitsmarkt (ja, wir war damals zu viele) 20 Jahre an diversen Hauptschulen, später dann Gesamtschule. Und natürlich habe ich kaum unterrichtet, was ich studiert haben, u.a. Deutsch…
Also, gelernt hatte ich nichts über die genannten Problembereiche, noch nicht mal davon gehört. Aber nach einigen Jahren war ich da mehr als fit. Eigentlich war das ein einziges training on the job, was ich durchaus bereichernd fand.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  Gelbe Tulpe

Es könnte Sie überraschen, auf diese Kinder zu stoßen :/

Da liegt der Artikel mit der Forderung ja nicht unbedingt daneben, dies im Studium anzubieten…

Achin
10 Monate zuvor

Könnte Frau Behrent ihre These “fehlende Geduld” präzisieren und valide belegen, sonst wird das ein plumpes Lehrer-Bashing. Alle Schulen, die ich kenne, nehmen Legasthenie ernst, haben jedoch noch zahlreiche weitere Verpflichtungen.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Achin

Diese dummen framing- und Psychotricks sollen als klassische Schuldumkehr davon ablenken, wer in Wirklichkeit für diese Missstände verantwortlich ist – durch Sparen und dauerhaften Personalmangel.

Rüdiger Vehrenkamp
10 Monate zuvor

Heutzutage sind die Grenzen zwischen einer Legasthenie und der tatsächlichen Leistung im Bereich des Lesens und Schreibens leider fließend. Um die 20 Rechtschreibfehler in kleinen Texten in Klasse 5 sind laut bekannten Lehrkräften keine Seltenheit mehr, selbst beim Abschreiben werden eklatante Fehler eingebaut. Da wird aus der “Bäckerei” trotz richtigem Aufschrieb an der Tafel trotzdem die “Bekerei”.

Auch hier sehe ich die sozialen Medien mit in der Verantwortung. Meine Kinder schreiben auf WhatsApp ebenfalls wie sie wollen. Es dürfte klar sein, dass niemand korrekte Rechtschreibung für die Schule lernt, wenn er im Alltag grundsätzlich alles falsch schreibt oder sich komplett auf das verlässt, was das Smartphone ihm vorgibt.

Heutzutage ist es doch viel schwieriger, eine echte Legasthenie zu diagnostizieren. Oder man diagnostiziert sie einfach für alle – Ministerpräsident Kretschmann hat doch bereits angemerkt, dass man in Zeiten von KI die Rechtschreibung gar nicht mehr dringlich beherrschen müsse.

Indra Rupp
10 Monate zuvor

Sie scheinen mir hier generell ihren Frust als Sozialarbeiter über “Assi-Familien” raus lassen zu wollen und dafür dieses Bildungsforum als das richtige zu betrachten, weil Sie Zustimmung von Lehrern erwarten, wenn Sie über Familien herziehen. Ob zum Thema Inklusion oder dies hier oder anderes. Man könnte meinen, Ihr Beruf besteht nur aus Verachtung.

Rüdiger Vehrenkamp
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein, mein Beruf besteht aus der Realität. Die rosa Wolken wurden durch die Umstände in den letzten Jahren weggeblasen.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Tjah, Assi-Verhalten hat eben Assi-Folgen.

Und das sind (bis zu einem gewissen Alter) NICHT die Kinder schuld, sondern ganz klar deren Eltern.

Selbst hinterhergetragene Gratisangebote verfallen ungenutzt.

Realist
10 Monate zuvor

Da ist was dran. Ich merke selber, dass ich die Rechtschreibung in den sozialen Medien vernachlässige. Und wenn es dann keine Autokorrektur gibt (so wie hier), kommt manchmal Murks heraus…

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ich würde die Autokorrektur gerne abschalten, leider weiß ich nicht wie.

Unfassbar
10 Monate zuvor

Eine attestierte LRS (Schwäche, nicht Störung) ist für Lehrer, Schüler und Eltern auch eine kurzfristig angenehme Sache: Kind glücklich, weil die Rechtschreibung nicht mehr bewertet wird, Eltern glücklich, weil bessere Noten, Lehrer glücklich, weil kein Herumgenerve von Kind und Eltern
Langfristig ist der Schaden natürlich enorm, jedoch aus Lehrersicht nicht relevant, weil erst nach der Schulzeit des betroffenen Kindes. Außerdem ist jede Baustelle weniger eine erhebliche Arbeitserleichterung.

AvL
10 Monate zuvor

Der Grund für einen derartig fehlenden Bezug zu deutschen Rechtschreibregeln
liegt in der Pädagogik begründet, dass die Kinder im Anfangsunterricht keine strukturierte Vermittlung der Grapheme erhalten, da auf Anlaut-Tabellen gestützt Wörter selbst
entwickelt werden.
Zudem werden auch Wörter mit einem nicht-deutschsprachig-stämmigen Sprachhintergrund wie Zuccini, Pizza, Zitrone, Apfelsine, Tomate und Ausnahmewörter wie Igel, Tiger selbständig von den Schülern verschriftlicht.

Lanayah
10 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Das war tatsächlich mal sehr angesagt, ist aber mittlerweile nicht mehr üblich. Es ist aber richtig, dass Kinder freie Texte am Anfang fehlerhaft schreiben dürfen. Wie sollte das auch anders gehen? Auch beim mündlichen Spracherwerb sagt man dem Kleinkind ja nicht, es soll den Mund halten und erst wieder sprechen, wenn es das richtig kann. Und man korrigiert auch sensibel. Legasthenie und fehlende Rechtschreibregeln sind auch nicht das Gleiche. Letztere haben im Übrigen sehr viel Raum im Deutschunterricht der Grundschule.

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Es stimmt einfach nicht, was Sie behaupten.

Es ist nachweisbar, dass die von Ihnen kritisierten Methoden kaum bundesweit verbreitet waren, dennoch führen Sie die Leistungen im Rechtschreiben immer wieder darauf zurück.

Dann müssten Kinder, die mit anderen Methoden gelernt haben, ja wesentlich besser sein und das Legasthenie-Problem auf bestimmte Regionen begrenzt sein.

Ob sich Kinder mit anderen Beeinträchtigungen auch auf Regionen mit einzelnen Lehrwerken konzentrieren? Gibt es Blinde nur dort, wo das Lehrwerk mit rotem Cover verwendet wird?

Lisa
10 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Sensibel korrigieren ist da die Kunst 🙂

Lehry aus BY
10 Monate zuvor
Antwortet  AvL

Wer macht das und wo?????
Völliger Quatsch. Wir haben ein methodenintegriertes Verfahren. Ja, wir sprechen die ersten 2,3 Wochen die Anlauttabelle durch, damit Kinder, die Spaß daran haben, das verwenden können. Falls mal alle üben sollen, gibt es nur Bilder von lauttreuen Wörtern zu verschriften. Und nach den 2,3 Wochen kommt ganz normal Einführung der einzelnen Buchstaben akustisch, optisch, schreibmotorisch. Ich weiß nicht woher diese irrige Meinung kommt wir lassen die Kinder jahrelang schreiben wie sie wollen!

Lisa
10 Monate zuvor

WhatsApp hat eine Autokorrektur. Die gibt falsche Sicherheit. Auch Deutschlernern übrigens, die sich dann wundern, dass sie die Sprachprüfungen nicht bestehen.

Indra Rupp
10 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Die Autokorrektur ist doch Megak*cke!
Allein schon, wie oft aus “wurde” ein “würde” gemacht wird und den Textsinn damit total verdreht. Da kann man sich wirklich nicht drauf verlassen.

Rainer Zufall
10 Monate zuvor

“bekannten Lehrkräften”

Wer sind die?

potschemutschka
10 Monate zuvor

Hier noch meine ganz persönliche Meinung zu LRS (Tests und Therapie) – natürlich rein subjektiv und von einer “halbgebildeten Alten”:
Am sinnvollsten ist es, Risikofaktoren so früh wie möglich zu erkennen und mit der Förderung ebenso früh zu beginnen. Damit kann man einigen Fällen vorbeugen bzw. die Ausprägung verringern. (Das gilt übrigens auch für manch andere Lernprobleme und auch z. B. für Dyskalkulie).
Und genau diese “Früherkennung” leistete der Test von Breuer/Weuffen. Die LRS-Klassen der Sprachheilschulen arbeiteten auf Grundlage dieser Erkenntnisse und erreichten damit, dass die meisten Schüler dieser Klassen erfolgreich zur Regelschule wechseln konnten. Natürlich ist LRS nicht direkt “heilbar”, aber manches kann man durch rechtzeitiges “Eingreifen” vermindern und den Schülern so manchen Stress und Misserfolge reduzieren. Wie heißt es doch so schön: “Vorbeugen ist besser als heilen.”

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Vorbeugen ist besser als heilen.”

Haben Sie als Sonderpädagogin schon viele “geheilt”? 😉

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

q.e.d.

talisman
10 Monate zuvor

Ich finde diesen Beitrag tendenziös, anders gesagt, konstruiert. Ich verstehe nicht, warum ständig die Schule und die Lehrer schlechtgeredet werden. Es gibt (sicherlich in allen Bundesländern) viele Bemühungen um Kinder mit Benachteiligungen. In keiner Zeit gab es diese Bemühungen öfter als heutzutage.

Heutzutage hat fast jede Klasse mehrere LRS-Fälle. Allerdings werfen Laien LRS und Legasthenie oft in einen Topf. Das ist aber falsch. Legasthenie bekommt man nicht so einfach weg. Da müssen Spezialisten ran. Eine Lese-Rechtschreib-Schwäche (LRS) kann man mit viel Üben wegbekommen.

Cora
10 Monate zuvor

Scheint sehr unterschiedlich gehandhabt zu werden. Bei uns in der Region müssen die Kinder fachärztlich standardisiert getestet werden (Phoniater/Pädiater o.ä. mit Zusatzausbildung), damit der Nachteilsausgleich gewährt werden kann. Meine Testung als Logopädin und Legasthenietrainerin (EÖDL) zählt nicht. Hier regional klappt das mit Verdacht/Abklärung/Austausch mit den Schulen prima, ich habe regelmäßig ‘runden Tisch’ mit den Lehrkräften diverser Kinder wegen Nachteilsausgleich, Stand der Förderung etc. Aber ich hatte hier auch schon schwer verzweifelte Kinder und Eltern zur Vorstellung da, zugezogen aus anderen Regionen, bei denen die Kinder bereits Ende Klasse 2 waren und keine Silbe erlesen konnten. Besagte Familien mussten sich 2 Jahre lang anhören, das Kind sei eben einfach dumm und niemand hat von schulischer Seite auch nur in Betracht gezogen, dass eine schwere Legasthenie vorliegen könnte. Bis zum Schulwechsel, bei dem die neuen Lehrer dann aus allen Wolken fielen und bereits in der zweiten Woche zum Gespräch baten und zügige Abklärung veranlassten. Da hat das Kind dann aber schon 2 Jahre verloren… Förderung gibt es aber auch in unserer Region fast ausschließlich außerschulisch und die ist teuer bzw. wird bei Härtefällen vom Jugendamt maximal 2 Jahre lang bezahlt. Hier ist tatsächlich die Förderung beim Logopäden mit entsprechender Weiterbildung oft am hilfreichsten, denn die gibt es auf Rezept. In der Regel liegt mitverursachend eine Störung der auditiven Verarbeitung (AVWS, phonolog. Störung) zugrunde und diese ist logopädisches Störungsbild. Diese als Diagnose auf dem Rezept und dazu der ärztliche Auftrag als Therapieziel ‘ Verbesserung v.a. auch der Schriftsprache’ und wir Logos können weiterhelfen. Das müssen aber auch die Ärzte erst mal wissen – denn, Legasthenie an sich ist keine Diagnose aus dem Heilmittelkatalog…

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Cora

Danke, für diesen hilfreichen Kommentar!

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Cora

Wie Sie es schon sagen:
Legasthenie ist kein Grund für ein Rezept zur Logopädie,
entsprechend bekommt man kein Rezept dafür und Logopäden rechnen keine Lerntherapie ab.

Es mag Ärzt:innen und Logopäd:innen geben, die es wie beschrieben handhaben, letztlich ist es aber bisher nicht vorgesehen, dass Kinder mit Beeinträchtigungen oder Lernschwierigkeiten auf Kosten der Krankenkassen Therapien erhalten.

Cora
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Korrekt – nicht in Deutschland. In anderen Ländern ist es vollkommen normal, dass der speechtherapist, orthophonist oder logopedista für die Förderung bei Legasthenie zuständig ist – häufig auch als Angestellter in der Schule oder Kita und dort dann auch im eigenen Therapieraum regelmäßig die individuelle Therapie von Sprach- und Sprechstörungen bei den Kindern im Schulalltag durchführt, die eine solche benötigen. Läuft dann teilweise nicht über die Krankenkasse, sondern über das Schul-/ Landesbudget. Anderes System, das in einiger Hinsicht sehr viel besser ist – Stichwort Inklusion… Zudem gibt es dort nicht das Problem, dass Kinder erst nach 6-8h Ganztagsbetreuung abends zwischen 17 und 20 Uhr dann noch völlig platt und ausgereizt bitte aufmerksam und motiviert beim Therapeuten an ihren individuellen Defiziten arbeiten sollen. Spoiler: Das funktioniert nämlich nicht wirklich gut… Für echte Inklusion und sinnvolle Förderung egal welcher Grundproblematiken, müsste man bei uns das ganze System entsprechend umbauen mit Logo, Ergo, Physio, Psychomotorik, Schulsozialarbeit etc. fest etabliert in Kita-/ Schulzentren. Und wo wir gerade dabei sind, bitte dasselbe standartmäßig auch in Alten- und Pflegeeinrichtungen. Ach ja, man darf ja noch träumen…

Palim
10 Monate zuvor
Antwortet  Cora

Wo kann ich mich für den Feldversuch bewerben?

Cora
10 Monate zuvor
Antwortet  Palim

Mal in der Schweiz reinschnuppern? Aber dafür den richtigen Kanton wählen… Gibt auch Kritik an dem System…https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/kind-und-therapie-werden-unsere-kinder-in-der-schule-ubertherapiert/

Lisa
10 Monate zuvor

Legastheniker könnten also nur lernen, ihre Veranlagung zu kompensieren, nicht aber, sie zu überwinden. «Dieser Blick fehlt in der Schule.»
Das klingt nach 1985, nicht nach 2025. Wer von den Lehrern heutzutage wüsste denn nicht, was Legasthenie ist?
Aber ja,: Natürlich sind die Kinder oft frustriert oder unzufrieden mit sich selbst, gerade wenn sie ehrgeizig sind. Ich kann ihnen das nur zum Teil nehmen.

talisman
10 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Sehr viele kennen nicht den Unterschied zwischen Legasthenie und LRS !

potschemutschka
10 Monate zuvor
Antwortet  Lisa

Danke für diesen link. Den Unterschied wusste ich zwar schon, aber beim Lesen, fiel mir folgendes auf:
“Leseschwache Kinder können Sprache auch oft nur in kleineren Einheiten aufnehmen. Sie brauchen somit beim Lesen deutlich länger und am Ende eines Satzes ist ihnen der Inhalt des Satzanfangs nicht mehr bewusst.”
Da musste ich lachen. Das erinnerte mich “rain zufällig” an einen Foristen hier, der auch immer nur einzelne Teile von Kommentaren “aufnimmt” und dann irgendwie versucht diese zu “verarbeiten”. 🙂

Rainer Zufall
10 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

“Leseschwache Kinder können Sprache auch oft nur in kleineren Einheiten aufnehmen. Sie brauchen somit beim Lesen deutlich länger und am Ende eines Satzes ist ihnen der Inhalt des Satzanfangs nicht mehr bewusst.”

Und ich hatte schon gedacht, es hätte Sie an Studium und lebenslangen Beruf erinnert – anscheinend verpassten Sie dies…