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Deeper Learning: Warum es in der Schule der Zukunft auf ein solides Fundament aus fachlichen Grundlagen ankommt

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MÖNCHENGLADBACH. Anne Sliwka, Professorin für Schulpädagogik an der Universität Heidelberg, gilt als eine der renommiertesten Bildungsforscherinnen Deutschlands. Seit Jahren forscht sie in internationaler Perspektive zu Schulentwicklung, Unterrichtsqualität und Lehrerprofessionalität und berät Bildungsverantwortliche im In- und Ausland. Beim Kongress „Zukunft Lernen: Schule für morgen gestalten“ in Mönchengladbach, der von Gymnasien aus der Stadt und der Umgebung veranstaltet wurde, hielt sie nun die zentrale Keynote. Dabei skizzierte Sliwka, wie das Konzept des Deeper Learning Schulen strukturell verändern kann – und warum vertieftes Lernen ohne ein belastbares Fundament an fachlichem Wissen nicht möglich ist.

Superlernen. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Deeper Learning beginnt nicht mit Projekten, nicht mit kreativen Formaten und nicht mit offenen Lernlandschaften. Es beginnt mit Wissen. Mit einem soliden Fundament aus fachlichen Grundlagen, das alle Schülerinnen und Schüler erwerben müssen. Ohne dieses Fundament, so betont Prof. Anne Sliwka in ihrem Vortrag vor mehreren Hundert Lehrkräften in Mönchengladbach, lasse sich weder kreativ arbeiten noch komplexe Probleme lösen.

„Wissen ist eine Ressource für Problemlösen und Kreativität“, sagt Sliwka. „Wir können nicht kreativ sein und wir können keine Probleme lösen, wenn wir nichts wissen.“ Zur Veranschaulichung greift sie zu einem Alltagsbild: Wer noch nie gekocht habe und wahllos Zutaten in einen Topf werfe, produziere am Ende kein gelungenes Gericht. „Das ist ein ‚recipe for disaster‘, weil es am Ende nicht gut schmecken wird, wenn Sie nicht wissen, wie lange Reis gekocht werden muss oder bei welcher Temperatur.“ Für Schule bedeute das: Fachliches Wissen verliere keineswegs an Bedeutung – im Gegenteil. „Wir können die komplexen Probleme des Klimawandels nicht lösen, wenn wir kein naturwissenschaftliches Wissen haben.“

Mit dieser Klarstellung wendet sich Sliwka gegen eine verbreitete Fehlannahme, Deeper Learning sei eine Abkehr vom Fachunterricht. Tatsächlich setzt das Konzept gerade dort an – jedoch mit einem anderen Verständnis von Lernprozessen und Leistungsformaten.

Ausgangspunkt ihrer Überlegungen ist eine Diagnose, die der neuseeländische Bildungsforscher Prof. John Hattie bei einem Besuch in Heidelberg formulierte. Auf die Frage nach dem größten Problem der Schule habe er ohne Zögern geantwortet: Langeweile. Viele Schülerinnen und Schüler seien kognitiv nicht ausreichend gefordert, könnten sich nicht engagieren und fänden ihre eigenen Fragen und Identitätsentwicklungen im Unterricht kaum wieder.

Deeper Learning versucht, genau hier anzusetzen. Sliwka beschreibt ein Phasenmodell mit drei zentralen Elementen. Die erste Phase ist die der Wissensinstruktion und Aneignung. Hier wird das fachliche Fundament gelegt. Klassische Lehrervorträge haben weiterhin ihren Platz, ebenso externe Expertinnen und Experten oder digitale Materialien. Entscheidend ist, dass alle Schülerinnen und Schüler ein bestimmtes Kernwissen erwerben.

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Am Johannes-Scharrer-Gymnasium in Nürnberg wurde dieses Prinzip im Deutschunterricht zur Epoche der Romantik umgesetzt. Zunächst arbeiteten die Schülerinnen und Schüler an der Schnittstelle von Deutsch und Geschichte an der Frage: Was sagt uns die Epoche der Romantik für unsere heutige Zeit? Am Ende der ersten Phase gestalteten sie Plakate zu zentralen Aspekten der Epoche und erklärten sich gegenseitig die Inhalte. Was in vielen Schulen als Projektabschluss gelten würde, markierte hier lediglich die Sicherung des Wissensfundaments. Auf dieser Grundlage entstand später mehr – unter anderem ein „romantischer Abend“ auf der Nürnberger Burg, zu dem Eltern und Mitschüler eingeladen wurden.

Auf die Instruktionsphase folgt die Phase der Co-Konstruktion und Co-Kreation. Das „Co“ steht für Zusammenarbeit. Schülerinnen und Schüler arbeiten in kleinen Gruppen, entwickeln Produkte oder Problemlösungen und übernehmen Verantwortung für ihren Lernprozess. Lehrkräfte wechseln in eine Coaching-Rolle. Sliwka spricht von „dialogischer Leistungsentwicklung“ und von „adaptiver Expertise“: Lehrkräfte beobachteten, gäben kriterienbasiertes Feedback und setzten situativ unterschiedliche „Hüte“ auf.

Ein Beispiel dafür stammt aus dem St.-Raphael-Gymnasium in Heidelberg, wo ein Deeper-Learning-Projekt zur Molekularbiologie stattfand. Zunächst wurde mit dem Biologiebuch des Landes Baden-Württemberg gearbeitet, ergänzt durch Erklärvideos und englischsprachiges Material. In der zweiten Phase bereiteten die Schülerinnen und Schüler einen Minikongress vor. Sie gestalteten wissenschaftliche Poster – orientiert an universitären Vorbildern – und arbeiteten mit digitalen Tools.

Für diese Phase ist nach Sliwka ein Prinzip aus der kanadischen Pädagogik zentral: „Voice and Choice“. Schülerinnen und Schüler sollen innerhalb eines klar gesetzten Rahmens Entscheidungen über ihr Lernen treffen. Ihre „eigene Stimme“ müsse Gewicht im Lernprozess haben. Gleichzeitig gehört zum Konzept das Modell des „Learning Pit“ des australischen Pädagogen James Nottingham. Lernen sei dort besonders wirksam, wo es zunächst schwieriger werde.

Hintergrund: Nottinghams Modell des „Learning Pit“ („Die Lerngrube“) beschreibt Lernen als einen Prozess, der durch eine Phase produktiver Verunsicherung führt. Schülerinnen und Schüler starten häufig mit einem vermeintlichen Erstverständnis eines Themas. Wird dieses durch komplexere Fragestellungen oder widersprüchliche Informationen herausgefordert, geraten sie in eine Phase der Unsicherheit – bildlich gesprochen in eine „Grube“. In diesem Moment reicht oberflächliches Wissen nicht mehr aus. Begriffe müssen geklärt, Annahmen überprüft und Zusammenhänge neu durchdacht werden. Genau diese kognitive Irritation ist nach Nottingham der Ausgangspunkt für vertieftes, tragfähiges Verständnis.

Für das Deeper Learning ist dieses Modell deshalb zentral, weil die Phase der Co-Konstruktion und Co-Kreation genau solche anspruchsvollen Situationen erzeugt. Wenn Schülerinnen und Schüler eigenständig an komplexen Fragestellungen arbeiten, erleben sie, dass Lernen zunächst schwieriger wird, bevor es wieder leichter wird. Lehrkräfte begleiten diesen Prozess, ohne ihn vorschnell aufzulösen, und unterstützen mit gezielten Impulsen und Feedback. Das „Learning Pit“ steht damit für ein Lernverständnis, in dem Anstrengung, Durchhaltevermögen und gemeinsame Problembearbeitung nicht als Störung, sondern als notwendige Schritte zu nachhaltigem Lernen begriffen werden.

„Das sind die meisten Gehirnzellen, die ich je benutzt habe. Ich bin gestern reingekommen und habe mich erst einmal schlafen gelegt“

Deeper Learning ist dann gegeben, wenn es zunächst schwieriger wird, bevor es wieder einfacher wird“, erläutert Sliwka. In dieser Phase entstehe häufig ein Flow-Erleben – das Gegenteil von Langeweile. In einer begleitenden Dissertationsstudie zitierte eine Schülerin aus dieser Projektphase: „Das sind die meisten Gehirnzellen, die ich je benutzt habe. Ich bin gestern reingekommen und habe mich erst einmal schlafen gelegt.“ Solche Rückmeldungen verweisen, so Sliwka, auf eine hohe kognitive Aktivierung, die über routinierte Aufgaben hinausgeht.

In diesem Zusammenhang beschreibt Sliwka auch eine veränderte Rolle der Lehrkräfte. Sie zitiert eine Erfahrung aus Kanada mit dem Satz: „Never work harder than your students.“ Wenn Lehrkräfte dauerhaft die aktivsten Akteure im Raum seien, laufe etwas grundlegend falsch. In vertieften Lernprozessen gehe es darum, dass Schülerinnen und Schüler selbstständig denken, planen, diskutieren und Lösungen entwickeln. Die Aufgabe der Lehrkraft bestehe darin, diesen Prozess professionell zu begleiten, zu beobachten und gezielt Feedback zu geben – nicht darin, den Denkprozess stellvertretend zu übernehmen. Lernen werde dann nachhaltig, wenn die kognitive Hauptarbeit bei den Lernenden liege.

Prof. Anne Sliwka. Illustration: News4teachers

Die dritte Phase des Modells dann bezeichnet Sliwka als authentische Leistung. Anders als bei einer Klassenarbeit soll hier ein Produkt entstehen, das außerhalb des Klassenzimmers wirksam wird. An der Hardt-Schule im baden-württembergischen Durmersheim erarbeiteten Schülerinnen und Schüler zum Thema Klimawandel eine eigene Tagesschau-Sendung mit selbst produzierten Erklärvideos. Präsentiert wurde sie vor der gesamten Schulgemeinschaft.

Solche Formate knüpfen an die internationale Diskussion um „Authentic Assessment“ an. Gemeint sind Leistungsnachweise, die möglichst nah an realen Anwendungszusammenhängen orientiert sind. Statt Wissen isoliert und unter künstlichen Bedingungen abzufragen, werden Aufgaben gestellt, wie sie auch außerhalb der Schule vorkommen: eine Sendung produzieren, eine Ausstellung kuratieren, ein wissenschaftliches Poster präsentieren oder eine Podiumsdiskussion organisieren. Der Maßstab ist nicht allein die Reproduktion von Inhalten, sondern die Fähigkeit, Wissen adressatenbezogen anzuwenden, zu kommunizieren und verantwortungsvoll einzusetzen.

Entsprechend verweist Sliwka auf ein Beispiel aus Singapur am United World College East Asia. Dort umfasst ein Pilotkurs „Leadership for Positive Change“ 300 Unterrichtsstunden. Die Prüfung besteht aus drei Teilen: einer handschriftlichen Klausur ohne Technologie, einer bewerteten Gruppenarbeitsphase sowie einem Policy Paper, das mit KI und Internet geschrieben wird, wobei alle Quellen offengelegt werden müssen.

Dem dreiphasigen Modell des Deeper Learning ist eine Planungsphase vorgeschaltet: das Co-Design. Lehrkräfte entwickeln im Team geeignete thematische Sequenzen aus dem Bildungsplan, ob „Exponentielles Wachstum“ in Klasse 10 oder den „American Dream“ in Klasse 9. Deeper Learning soll nicht den gesamten Unterricht ersetzen. Für den Aufbau von Basiskompetenzen plädiert Sliwka für gezielte Förderung, etwa durch digital gestütztes Screening in Deutsch und Mathematik und flexible Lerngruppen.

Damit reagiert sie auf aktuelle Befunde zu gravierenden Defiziten bei Lernständen und Basiskompetenzen. International werde von Literacy und Numeracy gesprochen – sprachliche und mathematische Grundkompetenzen. Sie seien „der Grundbaustein des Lernens“, ergänzt um Selbstregulation. Diese umfasse Aufmerksamkeit, Konzentration, Problemlösefähigkeit, Emotionsregulation und die Fähigkeit, langfristige Ziele gegenüber kurzfristigen Impulsen zu verfolgen. In einer von sozialen Medien geprägten Welt, in der seit 2010 ein Rückgang des Wohlbefindens vieler Jugendlicher beobachtet werde, gewinne diese Fähigkeit an Bedeutung.

„Entscheidend im 21. Jahrhundert ist nicht nur, was wir wissen, sondern was wir mit dem Wissen machen können“

Vor diesem Hintergrund versteht Sliwka Deeper Learning auch als Antwort auf veränderte gesellschaftliche Bedingungen. Ihr Großvater sei Volksschullehrer gewesen und habe als Einziger im Dorf naturwissenschaftliche Bücher besessen. Heute seien Informationen jederzeit verfügbar – über Google, Wikipedia oder ChatGPT. Entscheidend sei daher nicht mehr allein der Zugang zu Wissen, sondern die Fähigkeit, Wissen einzuordnen, zu nutzen und verantwortungsvoll anzuwenden.

Deeper Learning verbindet nach Sliwka fachliche Schlüsselkonzepte mit sogenannten 21st Century Skills: Kommunikation, Kreativität, kritisches Denken und Zusammenarbeit. Fachwissen und Kompetenzen werden nicht gegeneinander ausgespielt, sondern systematisch verknüpft. Die Frage laute nicht, ob Schülerinnen und Schüler Fakten lernen, sondern was sie mit diesem Wissen tun können. „Entscheidend im 21. Jahrhundert ist nicht nur, was wir wissen, sondern was wir mit dem Wissen machen können“, sagt Sliwka. Wenn aus Wissen Können werde und Schülerinnen und Schüler lernten, ihren eigenen Beitrag zur Welt zu finden, erfülle Schule ihren Auftrag unter veränderten Bedingungen neu. News4teachers / Andrej Priboschek

Hintergrund

Prof. Anne Sliwka hielt den Vortrag als zentrale Keynote auf dem Bildungskongress „Zukunft Lernen: Schule für morgen gestalten“, der am 18. Februar 2026 in der Bischöflichen Marienschule in Mönchengladbach stattfand. Veranstaltet wurde der Kongress von zehn Gymnasien der Stadt sowie aus dem benachbarten Jüchen. Rund 800 Mitglieder aus den Schulgemeinden der beteiligten Schulen, aus Bildungsverwaltung, Wissenschaft sowie aus der Eltern- und Schülerschaft nahmen teil – darunter auch Nordrhein-Westfalens Schulministerin Dorothee Feller (CDU).

Auf dem Programm standen neben der Keynote von Sliwka zwei Impulsschienen, Workshops, eine Podiumsdiskussion sowie ein „Markt der Möglichkeiten“. Thematische Schwerpunkte bildeten Digitalisierung und Künstliche Intelligenz im Unterricht, Demokratiebildung und Schulkultur, die Zusammenarbeit mit Eltern sowie Mindset, Gesundheit und Professionalisierung im Lehrerberuf. Sliwka würdigte das Engagement der Schulen, sich gemeinsam weiterzuentwickeln, mit den Worten: Kooperation sei „die Superkraft für die Zukunft“.

Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Schule der Zukunft”. 

 

Schüler zu Subjekten ihres Lernprozesses machen (das verändert auch die Lehrerrolle)!

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Katze
1 Monat zuvor

„Deeper Learning: Warum es in der Schule der Zukunft auf ein solides Fundament aus fachlichen Grundlagen ankommt.“
Da bin ich völlig dabei – es beginnt mit Wissen. Aber beim Wie des Erwerbs und der Überprüfung des individuellen Wissens und Könnens steigen besonders viele MINT‑Lehrkräfte aus.
Sobald von „authentischen Leistungen“ und “Basiskompetenzen” die Rede ist, landet man bei Tagesschau‑Clips, Ausstellungen und Podiumsdiskussionen, die angeblich „außerhalb der Schule vorkommen“. Merkwürdig – in der realen Welt beweist niemand sein fachliches Können, indem er eine Sendung produziert oder eine Aula‑Show kuratiert. Wissen wurde immer unter klaren schulischen Bedingungen abgefragt, weil man dort sieht, was jemand individuell kann, ohne dass Gruppenarbeit (in Laaaaaangzeit-Projekten) oder Präsentationsglitzer das Ergebnis weichzeichnet.
In der „Schule der Zukunft“ soll das aber offenbar anders laufen: Die Inszenierung ist inzwischen ein wichtiger Teil des geforderten Könnens geworden. Na gut – schauen wir mal, wie dieser Ansatz uns wieder zum Land der Dichter und Denker machen soll.
Und wenn es schließlich heißt, „Deeper Learning“ entstehe, wenn es erst schwieriger und dann wieder leichter werde und dabei ein „Flow‑Erleben“ auftrete, wird’s mir endgültig zu esoterisch.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Danke für die Erinnerung – ich habe den Flow nicht vergessen. Ich verdränge nur anderes: zum Beispiel, dass meine Tochter ihren Flow durchaus hatte, aber fachlich deutlich weniger mitbekam als meine Schüler in den 1990ern, weil der Kompetenzzirkus damals schon fröhlich seine Runden drehte. Gefördert wurde sie am Ende von befreundeten Oldschool‑Kollegen, die noch wussten, dass Vertiefung nicht durch aufgeblasene Projekte entsteht, sondern durch solides Arbeiten am Stoff.
Unser Flow (Generation X) entstand beim Denken, Rechnen, Tüfteln, Verstehen – ganz ohne Projektsendungen, Präsentationsrausch oder pädagogische Begleitforschung. Niemand hat sich damals Gedanken über unseren Flow gemacht. Aber er scheint ja da gewesen zu sein. Und wir haben fachlich tatsächlich etwas gelernt.
Wenn ich heute sehe, wie viel Energie darauf verwendet wird, Flow erst herbeizureden und dann zu inszenieren, dann bedaure ich weniger mich selbst als die Generation, die jetzt durch dieses System muss.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Hat ja – im Schnitt – nicht so toll geklappt, wie TIMSS 1996 und PISA 2000 dann offenlegten.”
Hä? Mit „unserem Flow“ meinte ich die Generation X – also die, die längst im Berufsleben stand, als TIMSS 1996 und PISA 2000 veröffentlicht wurden. Uns dafür verantwortlich zu machen, ist ungefähr so sinnvoll wie einem Marathonläufer vorzuwerfen, dass die Staffel nach ihm langsamer geworden ist.
Und was die Studien angeht: Ich habe in den 1990er‑Jahren in Sachsen viele leistungsaffine, hochmotivierte und – ja – sehr gut geflowte Schülerinnen und Schüler im gymnasialen Bildungsgang erlebt. Die Oldschool‑MINT‑Lehrer hier haben über Jahre hinweg dafür gesorgt, dass Sachsen in TIMSS und PISA Spitzenplätze belegte.
Bis man ihnen den IQB‑Kompetenzzirkus übergestülpt hat.
Ab da ging es dann auch talwärts – stetig, zuverlässig, ganz im Flow der Schule des neuen Normal.
Und jetzt feiern wir das Abi 2025 erstmals nach IQB‑Bildungsstandards –
zur großen Freude vieler Chemie‑, Physik‑ und Biologielehrer,
die sich seit Jahren fragen, wie man fachliche Anforderungen so weit herunterhobeln kann, dass wirklich niemand mehr ins Stolpern kommt.

Mein Hinweis auf „unseren Flow“ bezog sich also auf eine Generation, die beim Denken, Rechnen, Tüfteln und Verstehen gewachsen ist – nicht auf Studien, die erst kamen, als wir längst erwachsen waren.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es geht nicht um „Früher war ALLES besser“ – es geht ganz explizit um bestimmte Bereiche der Bildung. Sie werfen Strohmänner…

Oldfashion
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Mag ja sein.

Aber wie hoch war/ist die Quote der Nichtlesenkönne:rinnen damals und heute bei Kindern?

Und wem haben wir dieses grandiose Versagen zu verdanken?

Mir sind da so Entlastungsdidaktiker:innen im Sinn…..

GraueMaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

“Glauben Sie ernsthaft, dass sich Intelligenz mit einem banalen Test erfassen ließe?”

Gegenfrage: Glauben Sie, dass sich Bildung mit einem banalen Test a la PISA erfassen ließe?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Echt? Warum müssen dann die SuS Aufgaben lösen? Welchen Wert hat das für die Erhebung von Bildungsvoraussetzungen?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ja, das frage ich ernsthaft. Wenn mich die Kompetenzen der SuS nicht interessieren („ PISA erhebt gar nicht den Anspruch, Bildung zu erfassen“) und ich lediglich die sozioökonomischen Hintergründe der SuS bzw. die Ausstattung der Schulen erfassen will („ PISA erhebt BildungsVORAUSSETZUNGEN“), reichen die Fragebögen zu den Kontexten der SuS aus. Die Elternfragebögen sind nicht mal für alle Länder verbindlich.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Legastheniker haben auch oft große Mühe sinnerfassend zu lesen und können trotzdem studieren und in verschiedenen Berufen erfolgreich sein. Ihre Aussage ist also nicht ganz zutreffend. Auch Menschen mit Dyskalkulie können durchaus beruflich erfolgreich sein.

ed840
26 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

um ein Bild von der Zukunftsfähigkeit von 15-Jährigen zu bekommen. “

In manchen Ländern sind diese Bilder aber sehr wahrscheinlich positiv verzerrt, weil bestimmte statistische Vorgaben der OECD nicht eingehalten wurden.

Diese Länder werden beim PISA-Ranking der OECD mit einem Stern markiert.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, manches war früher vielleicht doch besser:
https://tu-dresden.de/mn/psychologie/ipep/lehrlern/ressourcen/dateien/lehre/lehramt/lehrveranstaltungen/Lehrer_Schueler_Interaktion_SS_2011/Umkehrung-Flynn-Effekt_SS-2011.pdf?lang=de
Ich hoffe, dieser link wird von der Redaktion nicht wieder als unseriös eingestuft, kommt schließlich von einer deutschen Uni! Also bitte nicht im Redaktionspapierkorb versenken.

GraueMaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gerade “Bildung in der Breite” kann nicht nur aus Alphabetisierung bestehen. Es geht auch um das generelle Bildungsniveau derer, die sehr wohl lesen und schreiben können, aber nicht die bei PISA getestete Kompetenz des “sinnentnehmenden Lesens” haben. Und da geht es über die letzten Jahre nur noch bergab. Das könnte auch was mit der allgemeinen Konzentrationsfähigkeit (oder dem Gegenteil: der Ablenkbarkeit) zu tun haben. Genau da scheint es in der hektischen Unterhaltungsgesellschaft mit den elektronischen Medien doch ein Problem zu geben, wie die Diskussion über Verbote zeigt. Vielleicht wirken ja “soziale Medien” und manche Fernsehsender mit ihrer Primitivwerbung als Totengräber echter Bildung?

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„ Welche Bildung ist denn ohne Alphabetisierung möglich?“

Motorische Bildung, soziale Bildung, musikalische Bildung, sogar literarische Bildung: heutzutage geht eigentlich fast alles, ohne dass man selbst lesen und/oder schreiben können muss. Leichter lebt sichs alphabetisiert.
Analphabeten jedoch jegliche Bildung absprechen zu wollen (so kann man Ihre rhetorische? Frage durchaus verstehen) finde ich vermessen.

GraueMaus
25 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich meinte nur: Die Zahl der Analphabeten alleine sagt nichts darüber aus, welche Bildung die anderen haben.
Umgekehrt: Mit Alphabetisierung alleine kann niemand zufrieden sein. Zudem spricht man auch von “funktionalen Analphabeten”.

Oldfashion
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Es kommt auf die Kriterien an, die erfragt werden.

Oder irre ich mich da?

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie sieht es im Vergleich heutzutage aus?
Dazu:
Sind die “Leistungsanforderungen” dahinter tatsächlich noch die Gleichen wie damals?
Also wenn man die damaligen Tests 1:1 nochmal mit heutiger Generation machen würde – was käme dabei raus?
Ich habe da meine Skepsis zumindest.
Gibt es dazu valide Standpunkte?

Ansonsten ist es wieder “Äpfel und Birnen”.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Gibt es dazu valide Standpunkte?

Es gab schon Versuche, bei denen Schulklassen kompetenzorientierte schriftliche Abituraufgaben bearbeiten sollten.

In einer 9. Klasse hätten 23 von 27 Schülern das kompetenzorientierte Abitur im LK- Biologie geschafft.

Auf einen Kontrollversuch mit konventionellen Aufgaben wurde verzichtet, da beim Pretest selbst ein Schüler mit hohem Leistungsniveau überfordert war.

Beim Test von Abituraufgaben in Mathematik in einer 11. Klasse am G9 wären bei konventioneller Aufgabenstellung 21 von 22 SuS gescheitert, an der kompetenzorientierten Aufgabenstellung nur 2.

Sind aber vermutlich eher anekdotische Evidenzen.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Könnten Sie zu dem Experiment einen Link oder eine Quelle schicken? Mich interessiert das persönlich sehr, weil,Mathelehrer.
Dankeschön,
Mika BB

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Vielen lieben Dank!

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Wenn man Schulabgänger der 80er Jahre heutige Abschlussprüfungen machen ließe, würden sie aber auch nicht gut abschneiden, weil sie vieles gar nicht gelernt haben, was heute Unterrichtsinhalt ist.

Sie vergleichen also selbst Äpfel mit Birnen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

weil sie vieles gar nicht gelernt haben, was heute Unterrichtsinhalt ist.

Wenn man in der Lage ist die benötigten Informationen in den beigefügten Materialen zu finden, sollte das aber kein Hindernis sein.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Beim Thema Sprache schrieben Sie doch selbst, Lernen ist ein lebenslanger Prozess. Man lernt immer dazu, baut auf bereits vorhandenem Wissen auf und erleichtert sich dadurch den weiteren Wissenserwerb. Natürlich “verlernt/vergisst” man auch vieles, was man später nicht braucht. Aber wer kann schon genau definieren, was ein Schüler in Zukunft brauchen wird und was er später noch dazu lernen muss? Deshalb muss Schule möglichst solide Grundlagen im Allgemeinwissen der Zeit (= umfangreiche Grundlagen) bieten.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

In Mathe wäre das Gegenteil der Fall.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Da bin ich mir nicht sicher. Fragen Sie die 80er doch einmal, was ein Boxplot ist.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Fragen Sie das mal heutige SuS… Um es mit den Worten eines Politikers zu sagen: Die Antwort könnte Sie verunsichern…

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Da geht es eher um die Frage, ob in den 80ern Wahrscheinlichkeit und Statistik unterrichtet wurden. Das war in der Regel nicht der Fall.
Aber was ein Boxplot ist, kann man sich relativ einfach selbst draufschaffen, wenn die Grundlagen da sind.
Dafür hatte zumindest ein Mathematik-Leistungskursschüler der 80er eine solide Unterrichtseinheit zum Thema “Grenzwerte”, bezogen auf Folgen, Reihen und Funktionen genossen, mithin eine deutlich stabilere Basis für die Analysis als heutige LK-ler. Die wissen nix davon.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Oder Beweisen mittels vollständiger Induktion: zumindest in den neuen Bundesländern Stoff der gymnasialen Oberstufe.Heute gibt’s generell keine Beweise mehr im Unterricht, es sei denn mal nen „Schnippelbeweis“ zum Pythagoras.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Keine Beweise mehr?! Aber wie lernt man dann, logisch Aussagen zu prüfen?

GraueMaus
25 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

“Aber wie lernt man dann, logisch Aussagen zu prüfen?”
Mit der Kompetenz K1 und mit dem Operatorenkatalog.

GraueMaus
25 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

“Boxplot”
Die Kenntnis von neuen Modewörtern ist keine Bildung und kann von früheren Generationen nicht verlangt werden.

dickebank
25 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nee, das ist Einbildung:)

Mika BB
25 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie alt ist bei Ihnen denn „alt“?

dickebank
25 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Bei Nachrichten – schon die von gestern. Das ist der Maßstab für Redaktionen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

für die 15-Jährigen in Deutschland 

PISA-2000 müsste die 1985 geborenen SuS der Gen Y betroffen haben.

Korrekterweise müsste es aber für den Schnitt der Ergebnisse aus den 16 Bundesländern heißen.

Der setzte sich zusammen aus Werten von wenigen BL , deren Punktzahlen damals deutlich über dem OECD-Schnitt lagen, und vielen BL die deutlich unter dem OECD-Schnitt lagen.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

So, und welche Bundesländer liegen über dem OECD-Schnitt??
Bitte diese Informationen ergänzen. Ich vermute schon etwas…

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

für Schule günstigeren strukturellen Bedingungen

Dann müsste aber eigentlich ein Bundesland mit folgenden Kriterien ganz vorne liegen: Das BL mit dem geringsten Anteil SuS aus der unteren Schicht, dem höchsten Anteil SuS die auf Gymnasialniveau unterrichtet werden, den meisten Unterrichtswochenstunden, weit überdurchschnittlichen jährlichen Bildungsausgabe pro Schüler*in, mäßiger Frauenerwerbsquote usw.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich verstehe das “Hausfrauenbashing” hier nicht.

Da wurde Kindern beim Lernen geholfen. Diese haben die Möglichkeit, gut abzuschneiden und gute Ausbildungen zu machen.

DAS kann Schule nicht leisten. Egal, wie die Lehrkräfte da hinterher sind (und – gefühlt inzwischen jährlich – das inhaltliche Niewo senken).

JA – Schule hat den Auftrag, zu bilden.

Eltern haben die Berechtigung, zu erziehen. Dazu gehört auch, zum Lernen zu erziehen.

Und nein – es muss nicht jede Frau das Heimchen am Herd sein oder wieder werden. Aber es muss Eltern geben, die sich um ihre Kinder kümmern!

Wer das nicht will, muss sich ernsthaft Gedanken machen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

schneidet Deutschland bei PISA und Co regelmäßig schlecht ab, “

Genaugenommen nur ein Teil von Deutschland.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Nur zum Teil.

Im Bundesland mit dem bei IQB niedrigsten Anteil an Sus aus der unteren Schicht schnitten diese Sus deutlich unter dem Bundesschnitt ab, ebenso die Sus mit Migrationshintergrund.

In den beiden BL an der Spitze lagen die Ergebnisse alle vier Gruppen , mit/ohne Migrationshintergrund, untere obere Schicht weit über dem Bundesschnitt.

Steißtrommler
1 Monat zuvor

Die, bei denen die Welt noch in Ordnung ist, muhahaha…!

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber dann müssten doch eigentlich die Bundesländer bei den Leistungstests vorne liegen, in denen der Anteil Kinder aus der unteren, nicht-privilegierten Schicht besonders niedrig und der aus der oberen Schicht besonders hoch ist?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber der scheint sich weder bei den Punktzahlen bei PISA-E noch bei IQB bemerkbar zu machen.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Im Bundesland A mit dem bundesweit niedrigsten Anteil der unteren Schicht bei IQB-2024 performte diese Gruppe in Mathematik um – 7 Pkt schlechter als der Bundesschnitt, in Physik -23 Pkt, die obere Schicht +16 in Mathe / + 5 in Physik.
Bundesland B mit den Bestwerten wies einen deutlich höheren Anteil der unteren Schicht auf. Die performte dort +44 Pkt in Mathe und +65 Pkt Physik höher als in A , die obere Schicht +18 Pkt in Mathe / +28 Pkt in Physik höher als in A.

Gummibärchen
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich bin ja ganz offen zugegeben, ziemlich okdschool und wohl auch blöde…

… aber was genau soll ich unter “Dort, wo die Eltern materiell und bildungsmäßig in der Lage sind, die Defizite des Bildungssystems auszubügeln, ist Deutschland weltspitze.” verstehen?

Nachhilfeunterricht? Bezahlt oder selbst gegeben? Intellektuell in der Lage, den Schulstoff zu erfassen und zu erklären?

Auch von unserer Elternschaft ist ein Teil “materiell und bildungsmäßig in der Lage (.), die Defizite des Bildungssystems auszubügeln” (…).

Die haben aber keinen Bock!

Und nun darf geraten werden – die Eltern oder deren Sprösslinge?

Die “Hausfrauen” haben zugunsten ihrer Kinder gehandelt, weil gewollt war, dass es ihnen besser geht – vor allem finanziell.

Dabei haben sie ihre eigenen Interessen zurückgestellt – und werden heute in die “Heimchen am Herd”-Ecke gestellt.

Das ist unangemessen, denn Wohlstand und Luxus hat (s)einen Preis.

War wohl falsch.

Frauen arbeiten in Teilzeit, um nachmittags für die Kinder da zu sein.

Falsch!

Heute arbeiten viele Frauen und bekommen keine oder erst später Kinder.

Auch falsch.

Gibt es irgendetwas, was Frauen richtig machen können?

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Gummibärchen

Der Zusammenhang lässt sich empirisch auch nicht belegen, da die beiden Bundesländer, die bei IQB regelmäßig die deutlich besten Werte erzielen, eher niedrige Anteile von SuS aus der oberen Schicht aufweisen, dafür aber die bundesweit höchsten Frauenerwerbsquoten.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Gummibärchen

Frauen könnten (fetter Konjunktivius oder so, brosis!) einfach das individuell tun, was sie für richtig halten.

Statt darauf zu hoffen, wie brave Mädchen Anerkennung von oben zu bekommen.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Gummibärchen

“Gibt es irgendetwas, was Frauen richtig machen können?”
Aber natürlich, nicht als Junge geboren worden zu sein! 🙂
“Gender Disappointment”: Wenn blaues Konfetti Tränen auslöst – Warum immer mehr werdende Eltern einen Sohn fürchten – News4teachers

GraueMaus
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Bayern lag bei PISA 2000 – E (innerdeutscher Ländervergleich) gleichauf nach Punkten mit Schweden bei PISA 2000, in allen drei Testdomänen. Und was hat man gemacht: Schweden hochgejubelt, Bayern getadelt.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  GraueMaus

Bei PISA 2022-Mathematik lagen die Ergebnisse aus Schweden 7 Punkte über dem Schnitt der DE-16.

Die Punkzahl Bayerns bei IQB-2024-Mathematik lag 27 Pkt über dem Bundesschnitt. Der Anteil Migranten in SWE = 21%, in Bayern = 35%.

In der Stichprobe Schwedens stammten 50% der Probanden aus der sozial-privilegierten Schicht, in DE = 31%.

In SWE wurden vorab 7,5% “low-performer” aus der Stichprobe aussortiert, in DE nur 2,5 %.

Maximal zulässiger Wert wäre 5%, deshalb werden die Ergebnisse Schwedens bei der OECD mit * gekennzeicnnet. .

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Sie können da nicht von sich auf eine ganze Generation schließen. Ich bin auch Generation x und bei mir gab es gar keinen Flow. Nur in die Schule schleppen und irgendwie durchhalten. Ich glaube auch nicht, dass ich mehr gelernt habe, als meine Tochter heute. Zumindest an ihren bisher besuchten Schule – gerade in der Grundschule – war das Niveau weit höher.
Das hängt doch wirklich alles an den jeweiligen Schulen und LuL.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Das hängt doch wirklich alles an den jeweiligen Schulen und LuL.

Ich würde meine Hand nicht dafür ins Feuer legen, dass Ihnen da Schulleitung und Lehrkräfte von Schulen wie der Grundschule Gräfenau o.ä. zustimmen würden.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Und warum nicht? Wenn Schule in einem schwierigeren Umfeld agieren muss, mehr mit SuS aus Bildungswesen Familien zu tun hat und dadurch Schule weniger Kapazitäten aufgrund der schlechten Grundvoraussetzungen der Kids haben, Wissen auf höherem Niveau anzubieten, dann hängt es ja wohl doch von der jeweiligen Schule ab, ob mein Kind dort mehr oder weniger lernt?

Mit meiner Aussage habe ich ja keine Schuldzuweisung betreiben wollen, sondern habe nur festgestellt, dass Schulen und LuL unterschiedliche Niveaus anbieten (müssen).

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Alese20

Weil es dann eben nicht an den Schulen und LuL hängt, sondern an den SuS die sie beschulen.

Alese20
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Ja, so kann man es auch sehen. Einigen wir uns darauf, dass es darauf ankommt, in welchem sozialen Umfeld die Schule steht 😉

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gelegentlich erlebe ich das sogar beim Korrigieren – sobald ich den inneren Widerstand aufgeben habe.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Schade, dass es bei Ihrer Schule so läuft. Haben Sie Ihr Problem mal mit der Schulleitung/ bei der GLK angesprochen?

Stine
1 Monat zuvor

Tagesschau-Clips und Plakate herstellen? Hm. Ich habe eine tolle KI, die kann mir aus jedem noch so aus Google zusammengeklebtem Wissenstext eine Präsentation, einen Podcast oder ein schönes buntes Video erstellen. Ich lade was rein und trinke Kaffee – und schon isses fertig. Ob ich diese Fertigkeiten abverlangen muss, ist fraglich, zumal sie schon nächste Woche technisch wieder veraltet sind. Wichtig ist doch tatsächlich das Grundlagenwissen. Stimmen die Fakten, habe ich die Grundlagen verstanden, kann ich Rechengrößen einschätzen etc…

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

V. A. muss man die KI “verstehen”.
Beispielsweise hatten wir in einem anderen Thread ja die Diskussion über “reine Mathematik” und “angewandte Mathematik”.
Eine KI würde aktuell im Bereich dessen oft “falsch auswerten”.
– Je nach Prompts
-> bspw. Wenn man allgemeinen Prompt gibt
-> bspw. wenn man gezielt den Unterschied als Prompt mit beachtet
-> bspw. wenn man “in eine Richtung lenkt”
Dann wird die KI hier sehr schnell bspw. bei “die Aussage, dass 2,5 = 2,46 bis 2,54 [genauer 2,46 >= 2,5 beispielsweise das Wissen über Neurodivergenz
–> Dadurch brauchen (!) Kinder/Jugendliche/Erwachsene einfach andere Methodik, welche Schule oft nicht leistet (und aktuell gar nicht leisten kann/will)

Aber klar … Schicken wir Kinder/Jugendliche in die Schule, damit die KI “das Lernen” übernimmt und ihnen die (gewünschten?) Ergebnisse aufbereitet und bestenfalls selbst präsentiert.

Nene, KI ist ein Mittel, welches man zum Wissenserwerb anwenden kann und sollte. Es ist kein Mittel als “Selbstläufer”. Ganz im Gegenteil. Wer dies so sieht und anwendet, verliert unsere Kinder und Jugendlichen und gibt sie auf meiner Meinung nach. KI ist ein Werkzeug – KI ist KEIN Ersatz. Und das sollte es (Humanistisch) auch nie sein und werden. Wir geben unser “Gedächtnis/Denkleistung” sonst zu sehr auf uns ersetzen sie durch “externe Datenbanken”. Das ist nicht nur gefährlich. Das ist für das Individuum und die Gesellschaft ein “Untergang der Kultur”.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Bla

Jo… Gern mal ChatGPT fragen, wie oft der Buchstabe E im Wort Erdbeere vorkommt…von 2 bis vier war alles dabei… So macht Rechtschreibung lernen Spaß!

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Die ErdbeerE?

Mario L
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Das war letztes Jahr mal ein populärer Bug in KIs, der längst behoben ist. KIs entwickeln sich schnell. Ich habe es gerade mal ausprobiert und sowohl GPT als auch Gemini, Opus und Grok geben jetzt völlig korrekte Antworten …

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario L

Na chatGPT hat’s mir am 18.02.26 – also vorgestern – ausgespuckt. Wir starteten mit 2 E, waren auf Nachfrage bei 3, und nach zwei weiteren Nachfragen ließ der Bot sich auf 4 ein. Danach wurden alle Anfragen korrekt beantwortet.

Mario L
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Interessant. War das die kostenlose Version? Ich hatte es heute bei lmarena mit der Pro-Version ausprobiert. Ich benutze selbst hauptsächlich Gemini und da kriegt man auch in der kostenlosen Version (geminifast) die korrekte Anzahl an Es und an welche Stelle sie kommen, hab ich eben gerade noch mal getestet.

ed840
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario L

Interessant wäre natürlich ein Versuch mit SuS und wie hoch die Quote wäre, die merken würden, ob die Antwort der KI stimmt oder nicht.

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  ed840

Also aus meiner Erfahrung im Biologie Bereich: die Antworten werden eher nicht geprüft. Schon gar nicht bei neuen oder komplexen Sachverhalten.

Mika BB
1 Monat zuvor
Antwortet  Mario L

Jo, war die kostenfrei-Version. Im Regelfall ist das die Version, welche auch die SuS benutzen ;-). – zum Lernen eher suboptimal..

laromir
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika BB

Ähnlich bei der Zusammenfassung der Google KI zu Beginn der Suchanfragen. Da kam ebenfalls schon jede Menge falsche Info raus. Und da die SuS leider das auf die Schnelle einfach ungeprüft abpinseln, gehen dann die Falschinformationen ins Hirn. Da muss man sich über den Murks im Unterricht und den Klausuren nicht mehr wundern.

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  Stine

[Okay … Der macht das ständig, kürzt einfach einen Teil raus – liegt das an mir ist ist das “verbugged”?]

Realistin
1 Monat zuvor

Und besonders flexibles, hybrides sowie eigenständiges Arbeiten.

30 % Homeschooling werden möglich!

meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  Realistin

Wenn das flexible, hybride sowie eigenständige Arbeiten zu Hause genau so funktioniert (unter der Aussicht der Lehrkraft) wie in Schule sind 30% der Leistungserbringung im Homeschooling sehr hochgegriffen.

Ich glaube es wird weniger dabei rauskommen.

GriasDi
1 Monat zuvor

Zitat
“Deeper Learning beginnt nicht mit Projekten, nicht mit kreativen Formaten und nicht mit offenen Lernlandschaften. Es beginnt mit Wissen. Mit einem soliden Fundament aus fachlichen Grundlagen, das alle Schülerinnen und Schüler erwerben müssen.”

Zitat:
“Wir können nicht kreativ sein und wir können keine Probleme lösen, wenn wir nichts wissen.”

Leider wird viel zu oft anderes gefordert, und wer auf obiges verweist als rückständig und von gestern diffamiert.

meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Wenn ich nicht weis, habe ich keine Probleme.

TaMu
1 Monat zuvor

Ich finde die beschriebene Methode tatsächlich wirksam und durfte sie in meiner Schulzeit Anfang der 80iger auch einmal erleben. Wir haben damals in Deutsch das Thema „Interview“ durchgeführt und eine interessante Person eingeladen, ebenso jemanden von der örtlichen Zeitung. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht und wir haben den Erfolg genossen. Wir haben aber auch viel Zeit dafür aufgebracht und ähnliche Projekte parallel, beispielsweise noch in Biologie oder in Erdkunde mit Exkursionen wären zeitlich nicht möglich gewesen. So intensiv kann pro Schuljahr nur ein Thema pro Fach behandelt werden, damit in jedem Fach so tief gelernt werden kann. Und in den anderen Fächern geht so lange der normale Unterricht weiter.
Warum muss im Bildungsbereich alles auf Englisch gesagt werden? Das ist so albern und aufgeplustert, vor allem, wenn einem dann die englischen Begriffe noch übersetzt werden. Ich bin dafür, chinesische Forschungsergebnisse in der Originalsprache einzubeziehen, damit der Fun an hanebüchenen Fremdwörtern next Level erreichen kann!

TaMu
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Das stimmt natürlich. In den Schulen sollte meiner Meinung nach dann gegenüber Kindern und Eltern die deutsche Version benutzt werden, damit alle in einer Sprache verstehen können, was gemeint ist.

Einer
1 Monat zuvor

NewsFlash: Wenn die Sonne morgens aufgeht wird es hell!!!

Wieder ein Artikel bei dem ich mich frage wieso ich in der Schule wirklich arbeiten muss anstatt mich an einer Uni mit so “weltbewegenden” Fragen beschäftige und Frage beantworte, die seit 1000 Jahren schon beantwortet sind.
Ja, man benötigt Wissen um etwas zu können!

H. F.
1 Monat zuvor

Ich finde schade, dass diese bahnbrechende Methode, die an Universitäten von Experten für wenige Millionen entwickelt wurde, hier so von Laien zerredet wird. Hier ist es nochmal gut am Beispiel erklärt:

https://www.youtube.com/watch?v=QHcZNrBFcks

Muxi
1 Monat zuvor
Antwortet  H. F.

Ich kann das va. für Mathe sagen: Sowas klingt solang gut, bis man tatsächlich mal eine “normale” Klasse auf die Abschlussprüfung vorbereiten muss.
Dann merkt man, dass viele Problem damit zu tun haben, dass einige Schüler einfachste Dinge nicht behalten (z.B. was eine Wertemenge ist). Und dass da auch Erklärungen wenig helfen, weil die die Sachen leicht verstehen, aber ein Problem mit dem Begriff haben, der aus Schülersicht keinen inhaltlichen Mehrwert bietet.
Ich als Lehrer kann/darf derartige Begriffe aber nicht umgehen. Ähnliches gilt für viele Standardlösungsverfahren. Ich muss sicherstellen, dass die Schüler in kurzer Zeit vorgefertigte Verfahren erkennen und abrufen können. Und bei dem Ziel kommt am Ende halt ein Unterricht raus, in dem sich – überspritzt gesagt – viel um eine Art “Dressur” um Fachbegriffe und standardisiert Lösungsverfahren raus.
Ist das gut so? Nein. Kann man das ändern? Vielleicht. Aber sicher nicht mit realitätsfremden Ideen vom grünen Tisch, sondern nur, wenn man der Bildungspolitik Dampf macht.

Riesenzwerg
1 Monat zuvor

Wissen ist das A und O.

Braucht man Lehrkräften eigentlich nicht zu sagen – die WISSEN das.

Soso, völlig revolutionäre Metoden – Geschichte und Deitsch zum Verstehen einer Epoche ….

Fächerübergreifendes Lernen – bereits aus meiner Schulzeit bekannt und – man glaubt es kaum! – völlig unspektakulär und erfolgreich umgesetzt.

Unsere Lehrers auf dem Lande…. Ich bin froh und dankbar!

Jaaa – es gab auch andere. WIR haben trotzdem etwas deep gelernt.

Ohne “Gewusst, wie” läuft es auch heute nicht.

Christian
20 Tage zuvor

Puh, nach Lektüre aller Kommentare bin ich begeistert, wie Redaktion und Kommentierende kommunizieren und komplexeste Zusammenhänge mit unterschiedlichsten Ursachenhierarchien zu Wertepositionen verdichten. Und wenn ich dann bedenke, wie unterschiedlich Schule in einer konkreten Jahrgangsstufe in einem konkreten Fach an unterschiedlichen Schulstandorten und Schulformen mit unterschiedlichen sozialen und ökonomischen Eingangsvoraussetzungen (und über die Zeitschiene verglichen unterschiedlichsten Sozialisations- und Hirnentwicklungsbedingungen) jeweils konkrete Lernbedingungen, Aufmerksamkeitspotenziale, Umgangsformen, Interessen, lernförderliche oder hinderliche Syndrome und Symptome, Kenntnishintergründe, physische Bedürfnisse, persönliche Konflikte und Persönlichkeitseigenschaften einer Konstellation aus Lernenden und Lehrkraft zusammenstellt, sehe ich nicht den konkreten Wert von Korrelationsanalysen für die Diskussion von Lernkonzepten, sofern nicht die individuellen Voraussetzungen in jedem Einzelfall mitdiskutiert werden.