STUTTGART. Das Statistische Landesamt Baden-Württemberg meldet vermeintliche Fortschritte bei der Inklusion – rund 9.500 Kinder und Jugendliche mit sonderpädagogischem Förderbedarf würden inzwischen an Regelschulen im Land gemeinsam mit nichtbehinderten Mitschülern unterrichtet, so viel wie nie. Doch der Schein trügt: Der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen ist seit Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention 2009 in Baden-Württemberg gar nicht gesunken, sondern sogar gestiegen. Bildungsexperten sprechen von einem „Inklusionsparadoxon“. Und das ist in vielen Bundesländern zu beobachten.

In seiner Pressemitteilung Nr. 230/2025 vom 8. Oktober 2025 teilt das Statistische Landesamt Baden-Württemberg mit, dass im Schuljahr 2024/25 insgesamt 9.532 Kinder und Jugendliche mit Anspruch auf ein sonderpädagogisches Bildungsangebot an Regelschulen unterrichtet wurden. Seit Einführung des inklusiven Unterrichts vor zehn Jahren sei die Zahl um rund 48 Prozent gestiegen. Besonders häufig findet Inklusion demnach an Grundschulen (43 Prozent) und Gemeinschaftsschulen (53,4 Prozent der Sekundarstufe I) statt.
Auch die Förderschwerpunkte haben sich deutlich verschoben. Am häufigsten sei nach Angaben des Landesamts weiterhin der Schwerpunkt „Lernen“ (60,5 Prozent), gefolgt von „emotionale und soziale Entwicklung“ (14,9 Prozent) und „Sprache“ (9,4 Prozent). Während der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen seit 2015/16 um 5,5 Prozentpunkte zurückgegangen ist, hat der Bereich „emotionale und soziale Entwicklung“ um 5,6 Punkte zugelegt. Auch der Förderschwerpunkt Sprache ist um 2,4 Prozentpunkte gestiegen. Im Gegenzug ist der Anteil der Kinder mit dem Förderschwerpunkt „geistige Entwicklung“ leicht gesunken – von damals 9,4 auf jetzt 8,8 Prozent.
Wer nur diese Meldung der Landesstatistiker liest, muss den Eindruck gewinnen – die Inklusion schreitet voran. Doch ein genauerer Blick auf die Gesamtschülerzahlen zeigt ein anderes Bild. Laut einer Analyse der Bertelsmann Stiftung lag der Anteil der Schülerinnen und Schüler an Förderschulen in Baden-Württemberg im Schuljahr 2022/2023 und den Jahren davor bei konstant 5,0 bis 5,1 Prozent – 2008, also vor Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland, waren es erst 4,5 Prozent. Damit hat der Anteil der betroffenen Kinder, die nicht inklusiv beschult werden, sogar zugenommen.
Das „Inklusionsparadoxon“: Mehr Förderdiagnosen, aber nicht mehr Inklusion
Wie lässt sich dieser vermeintliche Widerspruch erklären? Die Frankfurter Inklusionsforscherin Prof. Vera Moser spricht im „Spiegel“ von einem „Inklusionsparadoxon“. Zwar wachse die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf an Regelschulen, doch zugleich steige auch die Gesamtzahl der Diagnosen.
„In den Regelschulen bekommen Kinder zunehmend ein sonderpädagogisches ‚Förderetikett‘, sodass die Inklusionsquote steigt. Gleichzeitig gehen viele andere Kinder, weitgehend wie gehabt, in Förderschulen“, erklärt Moser. Das Problem liege im System: Jede Förderdiagnose bringe zusätzliche Ressourcen – etwa Stunden für Sonderpädagoginnen oder Erzieher –, was Schulen verständlicherweise dazu verleite, Förderbedarfe großzügig zu attestieren.
Moser kritisiert, dass die sonderpädagogische Diagnostik auf einem über hundert Jahre alten Konzept beruhe: „Oft steht gar nicht das Lern- und Arbeitsverhalten des Kindes im Mittelpunkt, sondern es geht insgesamt um das Kind und seine individuellen Schwächen.“ Der Blick auf „Besonderheiten“ verstärke sich stetig – besonders bei Diagnosen im Bereich „geistige Entwicklung“ oder Autismus, die in den vergangenen Jahren auffällig häufig vergeben würden.
Immer mehr Kinder mit Förderstatus – bundesweiter Trend mit fragwürdiger Dynamik
Bundesweit zeigt sich ein ähnliches Bild. Laut Spiegel-Analyse auf Basis amtlicher Daten lag der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf im Jahr 2024 bei 7,5 Prozent – im Jahr 2000 waren es 5,3 Prozent. Das bedeutet: Mittlerweile haben mehr als 600.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland eine Förderdiagnose.
Die größte Gruppe – rund ein Drittel – fällt in den Förderschwerpunkt „Lernen“, also Kinder, die im Unterricht schlecht mitkommen. Deutlich zugenommen hat auch der Bereich „emotionale und soziale Entwicklung“, in dem Kinder mit auffälligem Verhalten geführt werden.
Die Frankfurter Bildungsforscherin Prof. Vera Moser erkennt an, dass tatsächlich mehr Kinder heute Förderbedarf haben könnten. „Davon ist sogar auszugehen“, sagt sie im Interview mit dem Spiegel. „Kinder sind heute von vielen familiären oder gesellschaftlichen Krisen geprägt – von Zukunftsängsten, Nachwirkungen der Coronapandemie, Trennung der Eltern, exzessiver Handynutzung oder auch fehlenden sozialen Netzwerken. All dies wirkt sich auf ihre Entwicklung aus.“
Doch eine Steigerung um fast die Hälfte? Hält sie damit für schwer erklärbar. Seit über hundert Jahren lasse sich zeigen, dass sonderpädagogischer Förderbedarf stark mit sozialer Herkunft zusammenhänge. „Kindern von armutsgefährdeten Eltern mit geringem Bildungsgrad wird überdurchschnittlich häufig sonderpädagogischer Förderbedarf attestiert. In den vergangenen Jahrzehnten gilt dies außerdem für Kinder mit Migrationsgeschichte sowie für Jungen“, sagt Moser – und fügt hinzu: „Diese Zusammenhänge lassen mich an dem Konzept der Förderdiagnostik zweifeln.“
Etikettierung statt Inklusion – die Kritik ist nicht neu
Bereits 2022 hatte News4teachers über dieselbe Entwicklung in Nordrhein-Westfalen berichtet. Damals stieg dort der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Förderstatus auf 7,7 Prozent – und zugleich nahm auch die Zahl der Förderschüler weiter zu. Der emeritierte Inklusionspädagoge Prof. Hans Wocken befand mit Blick auf die Zahlen schon damals: „Das Geheimnis der Inklusionsquote ist in Wahrheit eine unkontrollierte und ausufernde Etikettierungsschwemme“, wie er auf bildungsklick.de schrieb. Viele Schulen nutzten die Diagnoseverfahren, um zusätzliche personelle Ressourcen zu erhalten.
Gegenüber dem Deutschen Schulportal erklärte er: „Das ist nur mit einem Etikettenschwindel zu erklären. Alle Bundesländer haben tatsächlich die sogenannte Inklusionsquote an den Regelschulen erhöht, während der Anteil der Schüler an den Förderschulen sich kaum verändert hat. Das bedeutet, dass Schüler, die früher allenfalls als Risikoschüler galten, nun mit dem Etikett des sonderpädagogischen Förderbedarfs versehen werden. Die Inklusionsquote ist daher kein verlässlicher Indikator für den Erfolg der Reform, wenn man nicht gleichzeitig auch die Exklusionsquote mitbetrachtet.“
Die Bertelsmann Stiftung hielt den Verdacht seinerzeit für glaubwürdig. In zahlreichen Ländern sei die Ressourcenzuweisung an allgemeine Schulen tatsächlich an die Zahl der dort diagnostizierten Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf gekoppelt. „Dieser Zusammenhang könnte dazu verleiten, einen solchen Förderbedarf bei zusätzlichen Schülerinnen und Schülern zu diagnostizieren, um damit die an den einzelnen Schulen verfügbaren Lehrerstellen zu erhöhen – nicht zuletzt zugunsten eben dieser Kinder und Jugendlichen.“
Lehrkräfte könnten aufmerksamer und individualisierender auf einzelne schwächere Schüler blicken
Die Stiftung beschrieb aber darüber hinaus weitere mögliche Ursachen für die Vermehrung der Förderschüler: Gleichzeitig könne es aber auch sein, dass sich die Diagnosekompetenzen von Lehrkräften verbessert hätten. „Der Anstieg der diagnostizierten Fälle könnte eine Folge der Tatsache sein, dass im Verlauf des Ausbaus inklusiven Unterrichtens in den allgemeinen Schulen Lehrkräfte aufmerksamer und individualisierender auf einzelne schwächere Schülerinnen und Schüler blicken – also auf diejenigen Kinder und Jugendlichen, die ‚immer schon‘ in allgemeinen Schulen unterrichtet wurden. Dieses genauere Hinsehen wäre sehr wünschenswert.“ Darüber hinaus sei möglich, dass entsprechende Diagnosen in Zeiten der Inklusion weniger stigmatisierend wirkten – und deshalb weniger Vorbehalte bei Eltern und Lehrkräften bestünden. News4teachers









Ich liebe das ja, wenn eine Schlange sich in den eigenen Schwanz beisst 🙂 :
1. “Blah blah wir müüüssen alles und jeden fördern und diagnostizieren, dreigliedriges System böse, eingliedrig gut !”
2. “Nieder mit Anspruch, Lesen, Stoffmenge, Selektion! Pauken böse und schlecht, ‘Kompetenz’ gut und gerecht ! Lehrer = Servicepersonal ! Eltern + SuS = Chefs, sonst Undemokratie !”
3. “Äh, Chefs, wir haben das gemacht – und ganz viele Probleme und Mängel gefunden! Wir fangen dann jetzt mit dem Fördern an !”
4. “Äh, HALT STOP mal, was soll das heissen !!1!11! Ne, nix da!”
5. “Aber wieso denn Chefs, genau so sollte es doch laufen ?”
6. “Aber doch nicht so™ ! Ihr solltet halt alles so gut machen wie früher, nur anders und ohne Ressourcen und vor allem ohne Eltern und Schülern was vorzuschreiben oder von denen zu verlangen! Wie sollen wir denn jetzt weiter kürzen, sparen, zusammenstreichen, wenn ihr hergeht und jeden Schüler individuell diagnostiziert ???2?22”
7. “Äh, Chefs…das war doch EURE Idee, wir haben nur…”
8. “NAIN!!!1 Popu-lol-ismus! Unzulässige Vereinfachung hochkomplexer Komplexitätssachverhalte! Anekdotische Evidenz! Die, äh, Diagnosen sind gefakt! Ja, genau! Das kann garnicht sein, dass so viele gefördert werden müssen…und dann auch noch individuell! Das habt ihr, äh, gefälscht! Ja! Um an die wertvollen, güldenen Schatzkisten der Ressourcen zu kommen, die wir euch klauen woll…äh, die wir streich…also, ist mal gut jetzt hier !”
9. “Boss, wir sind müde.”
10. “Ja aber, äh, die leuchtenden Kinderaugen ? Vorgriffsstunde? Giftzähne? Arbeitszeit?”
…
..
.
“Hallo ? Wo sind alle ?”
.
..
“Was soll das jetzt wieder heissen, krank, Teilzeit, schwanger, gekündigt ? Dann schaufelt halt neue Lehrer rein ins System!”
…
“W-w-as soll das denn heissen, die wollen nicht mehr und Studierendenzahlen gehen runter? D-d-das ist doch, also wirklich ! Verdammte Generation Z, das, äh, Internet…”
Die generelle Schuldzuweisung an die Boomer haben Sie total vernachlässigt:)
Köstlich!
Aber leider wahr… 🙁
Find ich auch
Großartig!
Und leider treffend.
Und darum wollen Sie eine bessere Inklusion. Bin ganz bei Ihnen!
Oder kommen Sie jetzt mit “NAIN!!!1 Popu-lol-ismus!”, um das derzeitige Niveau zu entschuldigen und beizubehalten? 😉
Was genau verstehen Sie eigentlich unter “besserer” Inklusion?
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass es Ihnen eher darum geht, dass alle Kids (unabhängig davon, ob es für sie überhaupt möglich ist) immer gemeinsam in einem Raum unterrichtet werden. … Also sowas wie die “reine Lehre” der Inklusion.
“Was genau verstehen Sie eigentlich unter “besserer” Inklusion?”
Höherer Personenschlüssel, regelmäßige Doppelbesetzungen wären ein guter Start, meine ich 🙂
Das mag Ihnen noch fern wirken, aber besser wird die Situation sonst nicht. Lassen Sie sich nicht von Populist*innen belügen, Inklusion ließe sich aussetzen, abwählen und vermeiden.
Reichen Doppelbesetzung und ein besserer Personalschlüssel tatsächlich, um ALLE Kinder an Regelschulen so zu unterrichten, dass sie wirklich etwas davon haben?
Dass kann ich Ihnen nicht aus der Glaskugel heraus sagen.
Sie können Sich auch der jetztigen Situation fügen oder einen anderen Vorschlag machen
Ich schon: Nein, reicht nicht ansatzweise.
Viel besser wäre eine leistungshomogenere Klassenzusammensetzung mit umso kleinerer Klasse, je mehr Baustellen abseits der reinen kognitiven Leistungsfähigkeit dazu kommen.
“Viel besser wäre eine leistungshomogenere Klassenzusammensetzung mit umso kleinerer Klasse”
Aber wie will man das flächendeckend auf alle Regelschulen in Deutschland anwenden?
Es gibt ja ähnliche Konzepte von Lernateliers in Gesamtschulen, aber Ihr Beitrag liest sich mehr nach einem völlig unmöglichen Wunsch nach einem Rückgängigmachen der Inklusion – oder was meinten Sie eigentlich?
Wofür brauchen Sie da eine Glaskugel? Es wäre doch schon mal ein Anfang, wenn Sie mal Wunsch und Wirklichkeit aus Ihrer Arbeit in der Inklusion vergleichen würden. Also, ich formuliere die Frage von DerechteNorden (:”Was genau verstehen Sie eigentlich unter “besserer” Inklusion?) wie folgt um:
Wie genau würde bessere (optimale) Inklusion für Ihre konkreten I-Schüler aussehen, wenn eine Fee Ihre Wünsche erfüllen würde? Und wie sieht stattdessen die Realität aus?
Hab ich Ihnen schon mindestens drei mal geschrieben – u.a. im letzten Strang noch mal ausführlich.
Fakelusion = nein.
Inklusion = ja.
Lesen hilft.
Das erzeugt bei Rainer eine kognitive Dissonanz, die er nicht zu überwinden in der Lage ist … da hilft nix mehr – unheilbar!
Das Problem ist, dass es nur eine Inklusion in Deutschland gibt.
Obwohl diese schlecht läuft, fordern aber nur weniger eine Verbesserung und träumen davon, die Inklusion ansonsten irgendwie aufgeben oder stoppen zu können.
Ich finde diese Haltung ermüdend, aber sie erzeugt keine Dissonanz – diese Leute im Forum halte ich für Heuchler*innen, denen keine Ausrede realitätsfern genug ist, sich nochmal ein Jahr irgendwie nicht um Menschen mit Behinderung scheren zu müssen
“…fordern aber nur weniger eine Verbesserung und träumen davon, die Inklusion ansonsten irgendwie aufgeben oder stoppen zu können.”
Der Quatsch wird nicht wahrer, wenn Sie das noch öfter schreiben.
Ich lese hier größenteils nur Beschwerden, ohne konkrete Forderungen, nach besser ausgestatteter Inklusion (meist nur Ausreden und Aufschübe – als gäbe es keinen dringenden Handljngsbedarf)
Aber wenn Sie welche finden, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie die mir verlinken. Kann die Aufheiterung gebrauchen 🙂
Grundlegend fordert doch nahezu jeder bessere Rahmenbedingungen.
Wie wäre es halt mal damit, dass der AG/Staat genügend Ressourcen und gute Rahmenbedingungen stellt?
Natürlich ist das primär ein systemisches Problem. Jedoch ist die Instanz, welche die Rahmen stellt nicht die Lehrkraft. Genug Stimmen sind für Inklusion (doch auch laut Befragungen usw.). Also “das Go” ist doch “von unten” auch da … Fehlen eben die Rahmenbedingungen an vielen Stellen. Und mitunter dadurch verliert man ggf. immer mehr, welche weiterhin beim “go” sind. Nicht aus Boshaftigkeit, sondern aus “Überlebensnot/Überforderung”. Das finde ich auch nachvollziehbar und eine Tatsache, welche man eben auch bedenken und berücksichtigen sollte und muss.
Und wie gesagt … Welche “Druckpunkte” haben wir denn, damit die Rahmenbedingungen gestellt werden? Hätten Sie hier Lösungen und Ansätze?
Demos? Klappt ja soweit super …
Und weiter?
Die Probleme sind bekannt.
Die potentiellen Lösungen [Ressourcen, Zeit, Personal, Rahmenbedingungen …] ebenfalls.
Es fehlt nur die Umsetzung der Lösungsstellung. Und … Das ist halt die systemische Seite und somit Staat/Bund/Kommune/AG.
Das Folgeproblem: Wie diese Instanzen denn dazu bringen?
Falls/Wenn der Lehrkräftemangel usw. weiter zunimmt. Einige dazu “abspringen”, weil sie nicht mehr können (und wollen). Die Rahmenbedingungen wo anders durchaus auch besser sind usw. usf. … Dann wird man zwangsläufig eben handeln (müssen). Wie das dann konkret ist … Ist die Frage. Ob das dann “Systemerneuerung” ist oder “dann geht eben kein ‘Stuhl dazu’ mehr” wird sich halt auch zeigen.
Letztendlich steht und fällt das schon in der Hauptinstanz der Rahmenbedingungen.
Und dann dreht man sich bei Ihnen wieder im Kreis: Ihr wollt doch alle nicht …
Und sogar wenn das so wäre … Rein theoretisch. Dann wäre es doch super, wenn die Rahmenbedingungen da wären und man erlebt, dass das anders ist. Nur dieser Schritt fehlt eben an vielen Stellen. Und da bringt es auch nur bedingt etwas, wenn man Musterbeispiele hernimmt, welche jenseits der eigenen Schule eben liegen. Dann kann man schön drauf schauen und sagen … Super, wäre auch hier toll. Aber ist es halt nicht.
Dass Inklusion – im Rahmen – möglich ist und sein kann … Steht doch für viele gar nicht zur Debatte. Es ist das “wo” und “woher die Ressourcen”. Bis dahin … Kann man fordern und fordern und fordern. Wenn sich halt nichts daran ändert, wird es eher frustrierender und frustrierender. Auch irgendwo psychologisch verständlich, oder?
Daher: Also wie konkret bringt man den Staat/AG dazu, seinen Job zu erfüllen?
Bis dahin dreht sich alles im Kreis. Außer Sie haben hier eine tatsächlich sinnvolle Lösung, welche funktioniert. Oder der AG/Staat stellt von sich aus die erforderlichen Ressourcen und Rahmenbedingungen. Was ich momentan für sehr unwahrscheinlich halte aufgrund der bisherigen Politik diesbezüglich.
Hier (Bayern) baut man [“gefühlt”] zumindest ab. Sieht man an den Umgang mit Förderstunden. Der Abdeckung von Stunden. Den Umgang mit Mehrarbeit. Den Umgang und Einsatz von Schulbegleitungen. Den Einsatz von Sopäds und Soz.-Päds. Sowie den Abzug von Schulpsychologen. Der Einsparpolitik und Aufschubpolitik. Die Richtung ist nicht gerade sonderlich “erfrischend”.
Und auch hier wieder … Warum sollte man hier davon ausgehen, dass gute Rahmenbedingungen gestellt werden? Und wie kann man diese tatsächlich “erzwingen”? Gefordert wird. Ständig. Das ist gar nicht “das Problem”.
“Grundlegend fordert doch nahezu jeder bessere Rahmenbedingungen.
Wie wäre es halt mal damit, dass der AG/Staat genügend Ressourcen und gute Rahmenbedingungen stellt?”
Da bin ich ganz bei Ihnen!
Wie sind denn bspw. die Rahmenbedingungen bei Ihnen an der Schule bezüglich der Inklusion?
Könnte ja eine nennenswerte Etappe, wenn nicht gar ein Ziel sein, dass öffentliche Schulen auf das Versorgungsnoveau der privaten gehoben werden (sollen)
Kennen Sie sich mit den staatlichen Zuschüssen in Bezug auf Privatschulen aus? Dann merken Sie vielleicht “das Problem”?
Wie soll das ganz konkret systemisch gehen?
Darüber können wir gerne sprechen.
Wieder am Ausweichen, hm?
Ist die Versorgung echt so gut, dass Sie nicht zu schreiben wagen?
Beneidenswert! 😀
Ne, wir können doch gerne darüber schreiben.
Aber halt eben alle Seiten der Medaille?
Und daher frage ich Sie eben, ob Sie sich denn überhaupt diesbezüglich auskennen? Und sich Ihren Forderungen bewusst sind? Ebenfalls demnach klar sein sollte, dass das “so” wohl eher nicht funktionieren und v. A. passieren wird/kann.
Darüber lönnen wir sehr sehr gerne diskutieren. Da brauche und will ich nicht ausweichen. Warum denn auch?
Und wir können natürlich auch drüber sprechen, dass auch hier Inklusion [trotz den Traumvorstellungen Ihrerseits] an Grenzen stößt. Das ist und wäre zwar kein “Punkt” für Sie. Aber wenn Sie unbedingt meinen … Warum denn nicht. Sorry, aber auch das ist – auch hier – durchaus die Realität. Und ja … Besser als an vielen Regelschulen. Und ja … Daher “okay”, dass “diese Kinder” vielleicht hier sind. Aber hier könnten Sie vielleicht auch in Bereiche gehen, welche Ihnen nicht zusagen würden.
Ich bin für sinnvolle (und überwiegend realistische) Inklusion. Heißt aber nicht, dass es nicht auch “hier” Fälle gibt, wo ich das durchaus anzweifeln würde. Und wie gesagt … Ja, die wären an meiner alten Regelschule komplett unter gegangen. Hier “trägt” man sie etwas dann mit. Liegt allerdings dann auch mitunter an der Konsequenz oder Inkonsequenz der Schule, wenn bspw. Kinder/Eltern keine Schulbegleitungen (mehr) wollen, sie aber definitiv nötig haben/hätten. Und man dies als Schule/Schulleitung zulässt. Von mir würde es dann hier eben “nur mit Schulbegleitung sinnvoll beschulbar” geben. Und ggf. die Vertragskündigung bei nicht Einhaltung dieser Bedingung. Daher will ich das auch gar nicht “auf I-Kinder” an dieser Stelle “als Kampf” austragen. Aber hey … Wenn wir ehrlich darüber sprechen und Sie das “einfordern” … Dann gehört auch das dazu. Klar.
Sie schreiben über “alle Seiten der Medallie”, schreiben aber weiterhin nicht zu den Rahmenbedingungen bei Ihnen.
Ich würde mich ein wenig besser auskennen und ggf. meine Forderungen anpassen können, wenn Sie uns an diesen teilhaben lassen würden 😉
Schreiben Sie doch zuerst mal über Ihre Rahmenbedingungen.
Das habe ich Ihnen doch mehrfach aufgelistet … Lesen Sie es!
Was erwarten Sie denn noch? Fragen Sie konkret nach oder “akzeptieren” die Auflistung.
Sonderlich mehr ist das nicht. Sorry. Da muss ich dann Ihr Wolkenschloss der endlosen Bedingungen und Möglichkeiten an/von (normalen) Privatschulen leider “zerschießen”.
Da hilft auch kein ständiges “aber teilen Sie doch mal” … Das HABE ich doch gemacht.
Wenn für Sie manche Punkte zu “ungenau” sind – fragen Sie gerne nach. “Mehr” ist es halt nicht. Ich weiß ehrlicherweise nicht, was Sie jetzt noch erwarten. Irgendwelche erfundenen Rahmenbedingungen? Ne. Dass ich eine 1:1 Auflistung mache und dadurch “doxxanfälliger” bin? Nein danke.
Und nein … Wir haben keine “allumfänglichen Möglichkeiten”.
Lesen Sie … Fragen Sie konkret – aber nicht auf “genaue Stückzahl” nach. Kein Problem. In dem “Rahmen” bewegen wir uns halt.
Denken Sie ernsthaft, ich “verstecke” hier Rahmenbedingungen? Wozu denn? Warum sollte ich das machen? Da habe ich absolut gar nichts von.
Wenn Rahmenbedingungen sehr sehr sehr gut sind … Wäre das okay. Wenn sie es nicht sind … Kann ich das kritisieren.
Denken Sie ich hätte Angst, dass der Staat/Politiker diese eingebildeten “Wunschvorstellungen Ihrerseits” übernehmen würden? Und dann? Konkurrenzangst? Wozu denn? Dann hätte ich doch (wieder) mehr Auswahl und Möglichkeiten der Arbeitsstellen. Bin ja grundlegend gar nicht abgeneigt an staatlichen Regelschulen zu arbeiten, wenn die Bedingungen nicht stellenweise unter aller Sau wären, wie an meiner damaligen Regelschule. Das wäre doch super.
Wenn Regelschulen generell besser aufgestellt wären, dann müssten Privatschulen ebenfalls (wieder) nachziehen. Auch das wäre durchaus “gut für mich”. Warum denn auch nicht? Und wie gesagt … Wechsel ist und wäre weiterhin möglich für mich. Das gäbe nochmal einen “Druckpunkt” auf den AG/die Privatschulen. Also Win-Win.
Bitte – welche Gründe – sollte ich denn tatsächlich haben, dass Regelschulen und/oder Privatschulen nicht besser ausgestattet wären?
Ableistmus? Klar … Deshalb arbeite ich in einem integrativen Bereich. Das wird’s wohl sein. Absolut albern, was Sie immer von sich hier geben und anderen unterstellen.
Oder sollte ich Angst haben, dass dann Privatschulen “untergehen”? Dann wäre das halt so … Wenn Regelschulen dementsprechend besser und sinnvollere Rahmenbedingungen haben würden, dann würde ich halt dort arbeiten. Wo ist das Problem?
Wenn ich “gar kein Bock auf Schule” mehr habe oder hätte … Dann wechsel ich eben auch den Bereich. Ich habe auch sowohl neben meinem Studium, als auch zuvor in anderen Bereichen gearbeitet und zusätzlich eine Berufsausbildung.
Ich verstehe echt null, wie Sie darauf kommen, dass ich “Rahmenbedingungen unterschlagen würde” oder dergleichen. Was sollte ich konkret davon haben? Macht halt wirklich gar keinen Sinn.
Fakt ist: Ich habe Ihre Frage mehrfach beantwortet. Sie sind damit offensichtlich nicht zufrieden. Ich habe Ihre Nachfragen beantwortet. Sie sind damit nicht zufrieden. Was soll ich denn machen? Geschichten aus dem Paulanergarten erfinden für Sie?
Nein … Wir haben nicht absolute Traumbedingungen für Inklusion jeglicher Art und unbegrenzter Weise. Entschuldigung … Damit kann ich nicht dienen. Und ja … Trotzdem funktioniert Inklusion besser, als bei noch schlechteren Rahmenbedingungen an vielen Regelschulen. Das mag durchaus einer von vielen Gründen sein, weshalb wir sehr viele Anfragen auch in Bezug zu I-Kindern/Eltern haben. Dazu werden wir anscheinend nicht den schlechtesten Ruf diesbezüglich haben.
Also: Lesen Sie meine bereits (mehrfach) erwähnten Rahmenbedingungen. Genau das. Falls es Unklarheiten gibt: Fragen Sie nach.
Beispielsweise Ihre Nachfrage nach “Sonderpäds” -> 0
Falls Ihnen staatliche Psychologen als Frage vorschwebt -> 0 Anspruch. Wurde entzogen, da “Mangel”. Zeigt natürlich auch den staatlichen Mangelrahmen demnach auf. Wir konnten zumindest einen/eine Psychologen/Psychologin als Ansprechpartner schulseitig nachstellen. Kostet allerdings ebenfalls halt Geld und Ressourcen. Diese müssen demnach anderweitig “gut gemacht” werden. Reine Logik.
Das könnte bspw. eben bedeuten … Erstmal keine potentielle Gehaltserhöhung. Oder eben irgendwo anders.
Ich weiß ja nicht in welcher Ponywelt und Traumvorstellung Sie hier leben. Grundlegendes wirtschaftliches Denken und Wissen anscheinend nicht vorhanden? Nein auch “wir” haben nicht unendlich viel Geld zur Verfügung. Ja, auch wir müssen haushalten mit ~ gleiches Geld/SuS wie Regelschulen. Der Bezug, der Einsatz, die Fokuspunkte und die “Privilegien” sind nur andere. Und irgendwo muss dementsprechend halt auch gespart werden. Wie kann man das nicht verstehen? Wie denken Sie funktionieren viele Privatschulen? Alles nur durch Reiche gedeckt? Dann fallen Sie auf ein Narrativ eben rein. Gut.
Daher war eben auch meine Frage, wie gut Sie sich systemisch (auch) mit Privatschulen, Bewilligungen und Anrechnungen usw. auskennen? Sonst können Sie das ja gar nicht verstehen. Dann fehlt eben die Voraussetzung bzw. das Wissen. Und sie kommen nur mit “Bauchgefühl” und “Hörensagen” an. Und das ist Quatsch.
“Beispielsweise Ihre Nachfrage nach “Sonderpäds” -> 0
Falls Ihnen staatliche Psychologen als Frage vorschwebt -> 0 Anspruch”
Heftig! Es verwundert mich ernsthaft, dass Sie gar keine Unterstützung für Ihre Inklusionskinder erhalten. Klagen die Eltern nicht? Die bezahlen doch extra dafür 🙁
Es scheint Ihrer Schule bemerkenswert schlechter zu gehen als zum letzten Mal wo Sie von den Bedingungen bei Ihnen schrieben.
Daumendrück, dass es sich bald bessert und Ihre Schule nicht verklagt wird
Sorry, aber so langsam reicht es mal auch. Ihre dauernden verleumderischen Unterstellungen nehmen so langsam einen Weg an, wo es sehr sehr sehr unangenehm wird. Durch dauerhafte Unterstellungen und Verstellungen von Tatsachen manipulieren Sie hier stets auf übelste Art und Weise.
Wie das die Redaktion durchgehen lässt … Frage ich mich tatsächlich.
Aber wenn Sie so heiß auf den “Krieg durch Manipulation” sind … Kann ich das Ganze für Sie mal umdrehen und eine Zeit lang Ihnen entgegnen, was Sie hier seit Monaten/Jahren bei vielen Leuten machen.
Wenn das Argument “ist doch anonym” gelten soll … Dann für “beide Seiten”. Wenn Sie das Forum hier ausnutzen für Ihre absurde “Diskussionsweise” und dies zugelassen wird … Dann bitte auch bei mir gegenüber Rainer. Schaun wir mal, wie lange es Ihnen Spaß macht.
Man kann einfach nicht vernünftig mit Ihnen schreiben. Auf sämtliche Erklärungen und Hinweise reagieren Sie “immun” und verstellen es erneut und erneut.
Tscha, manche Menschen sind eben mit Teflon beschichtet. Da perlt alles ab und nichts dringt durch – kein Wunder, wenn die “Meinung ” durch keinerlei Wissen, weder fachspezifisch, noch durch Erkenntnisse aus dem realen Leben (außerhalb der kleinen, rain zufälligen Blase), getrübt wird.
@Bla
Tscha, “Ihre dauernden verleumderischen Unterstellungen nehmen so langsam einen Weg an, wo es sehr sehr sehr unangenehm wird. Durch dauerhafte Unterstellungen und Verstellungen von Tatsachen manipulieren Sie hier stets auf übelste Art und Weise.”
Dies hat rain zufällig Methode. Jetzt sind im Moment Sie sein “Opfer”. Ähnliches haben Papo, ich und andere auch schon leidvoll erfahren dürfen.
“Wie das die Redaktion durchgehen lässt … Frage ich mich tatsächlich.”
Das habe ich mich und die Redaktion auch schon mehrfach gefragt. Die Antwort der Redaktion: Es ist ein anonymes Forum, da kann man nicht verleumdet werden und dr Ruf nimmt keinen Schaden. Man solle sich einfach wehren.
Tscha gute Idee, aber trotz mehrfacher Aufforderungen, seine Unterstellungen gegen mich zu belegen, macht er einfach weiter, ohne Skrupel und ohne Belege.
Was der Sinn und Zweck dieser “Attacken” (Unterstellungen, Verleumdungen) ist, kann man nur vermuten. Mir kommen da mittlerweile ganz komische Ideen.
Ja, das ist mir komplett bewusst. Ich hab ja Augen im Kopf und man sieht das sehr deutlich. Das macht er bei einigen. Nur reagieren Sie und Papo usw. eben öfter auf ihn.
Das mit der Redaktion ist mir klar. Habe ich ebenfalls gelesen und mitbekommen. Daher ja mein Zusatz und “Kompromisse”, dass das dann ja für alle Seiten gilt. Und somit “trolle” ich Rainer halt künftig eben zurück. Schaun wir halt einfach mal … Vielleicht zumindest witzig und unterhaltsam.
Wenn es “zuviel wird”, kann die Redaktion gerne Bescheid geben und dann sollte man es halt beidseitig lassen. Anonym ist Rainer. Anonym bin ich. Somit doch “alles okay”.
Haha, Sie denken das falsch … Fakten spielen absolut keine Rolle bei “trolling”. Und das macht Rainer.
Vernunft? Vergessen Sie es … Das habe ich jetzt seit Monaten mit ihm gehabt. Immer und immer wieder. Er zeigt, dass das nichts hilft. Ob er jetzt absichtlich trollt oder nicht – steht in den Sternen. Ist im Prinzip an diesem Punkt auch egal. Man kann ja mal genau so agieren und reagieren. Ganz einfach.
Die Redaktion legitimiert es mit der Aussage des “Anonymen”. Das ist auch durchaus nachvollziehbar und okay. “Wehren” kann man sich so oder so. Vernunft hilft hier nicht mehr, also werde ich ihn genau so trollen, wie er nahezu alle anderen ForistInnen halt trollt.
Lets see.
Toi, toi, toi! Allerdings sind die “Waffen” recht ungleich verteilt! Die Redaktion hat einen sehr großen Papierkorb für manche Foristen, aber Rainer rutscht komischerweise immer durch! 🙂
Gar kein Problem. Das darf und kann die Redaktion machen. Wenn es zu große Ausmaße annimmt kann man ja gerne auch Screenshots machen und dies in anderen Foren besprechen. Es ist ja nicht so, dass N4T die einzige Plattform ist, welche medial agiert.
Bisher fand ich die Redaktion hier in Bezug auf Rainer und mich doch recht “gleichwertig”. Ich hatte sehr selten das Gefühl “zensiert zu werden”. Und bei denjenigen Beiträgen konnte ich das zumindest einigermaßen nachvollziehen.
Ich weiß ja auch nicht, wieviel “Rotz” Rainer sonst noch von sich gibt, welchen die Redaktion “aussortieren muss/aussortiert”. Daher bin ich hier sehr Pro-Redaktion, bis es Hinweise gibt, dass dies – wie Sie hier darstellen/anmerken – geschieht.
Und wie gesagt … Screenshots und andere Medien gibt es ja dann auch noch – insbesondere falls/wenn Rainer halt so weiter macht und eine Redaktion sowas tatsächlich sehr eindeutig einseitig “macht”.
Und das wäre tatsächlich auch die Macht und das Recht der Redaktion. Aber hier darf man dann natürlich dieses auch anderswo diskutieren und kritisieren in meiner Meinung und Wahrnehmung.
So wie die Redaktion recht damit hat, dass wir Anonym sind und daher wir “uns so wehren” sollten/können … Ist das vollkommen in Ordnung, wenn die Redaktion einseitige Zensur machen würde. Genauso in Ordnung wäre es, dies mit anderen öffentlichen und medialien Plattformen zu teilen. Gerade, da sowas ja ein weitreichender Einschnitt und Doppelmoral wäre.
Schaun wir halt einfach mal.
Bis dahin gilt: Ich habe nicht den Eindruck, dass die Redaktion das tatsächlich “systematisch und systemisch” macht. Falls doch … Teilen Sie das eventuell mit anderen Medien. Wäre ja doch einen Artikel wert sowas. Auch wenn es letztendlich – wie viele Sachen – keinen juckt.
“Screenshots und andere Medien gibt es ja dann auch noch –”
Tscha, das ist eigentlich so gar nicht meine Art … und ich bin eigentlich auch ein Mensch, der nicht von Natur aus misstrauisch ist … ich bin eine alte Frau, kein digital native und dachte anfangs, dass ich einen (technischen) Fehler gemacht habe, wenn Posts von mir hier nicht erschienen… okay, ich bin (noch) lernfähig und auch lernwillig. Also achtete ich dann verstärkt darauf, keine Fehler zu machen … Trotzdem verschwanden kritische Nachfragen u- ä. an die Redaktion und andere, aus mir unerklärlichen Gründen, im “Nirvana”… Ich versuchte mehrfach, meine Fragen an die Redaktion zu stellen, um das zu klären ,… keine Antworten, obwohl ich mehrfach anbot, dies über Email zu klären… Selbst eine Email direkt an Andrej Priboschek …. null Reaktion…
Vor einiger Zeit stieß ich dann durch Zufall (nein, nicht durch Rainer Z.) auf folgende links:
https://uebermedien.de/103801/news4teachers-dieser-journalismus-sollte-nicht-schule-machen/
https://steady.page/de/uebermedien/posts/4df26f89-3719-4eb6-96a4-9f7221c7029c
Damals hielt ich das noch für übles “Medien-Bashing”, …
Mittlerweile bin ich mir leider nicht mehr so sicher. Was kann man noch glauben? Zumindest mein Vertrauen in die Objektivität der n4t-Redaktion ist ziemlich erschüttert. Und das finde ich sehr schade!
Als ich vor ca. 5 Jahren n4t entdeckte, fand ich dieses Medium toll.
Im Laufe dieser Zeit änderte sich das leider sehr stark …
Wem und was kann man noch vertrauen? Ich werde immer pessimistischer für die Zukunft meiner Kinder und Enkel … Mir kann das alles egal sein, ich bin schon alt und habe, durch harte Arbeit, vorgesorgt … aber wie soll das weitergehen? Dreht sich alles nur noch um Geld (Werbeeinnahmen), iideologische Selbstgerechtigkeit/Selbstdarstellung, Individualismus (“Fühli-fühli”) — Gilt Toleranz nur, wenn andere “meine Meinung” tolerieren …? Die Fragen in meinem Kopf werden immer größer und unangenehmer…
Aber “screenshots” an andere Medien senden? Hmmm. als gelernter Ossi habe ich da noch eine gewisse Hemmschwelle, Denunziantentum ist gaaanz übel …. scheinheilige Doppelmoral ist nur sehr unangenehm und peinlich für den, der sie ausübt.
Ich habe mich seit geraumer Zeit gefragt, warum immer sehr ausführliche Antworten an Rainer gehen? Eigentlich müsste doch klar sein, wie man auf solche Foristen reagiert…..entweder mit einer Rückfrage oder gar nicht…..Ich habe mich meistens auf gar nicht verlegt, da mir die Zeit zu schade ist….vielleicht probiert Ihr das auch mal aus…..
Wir versuchen auch im Forum zu inkludieren.
🙂
“Fakelusion = nein.
Inklusion = ja.”
Aber so ist es nicht und funktioniert es nicht!
Die Inklusion bleibt, egal wie krampfhaft Sie diese Tatsache zu vergessen versuchen. Wenn Sie aktuelle Umsetzung schlecht finden, dann fordern Sie doch einfach eine Verbesserung 😉
Beiträge lesen hilft.
https://www.news4teachers.de/2025/10/inklusion-eine-mogelpackung-zahl-der-foerderschueler-an-regelschulen-steigt-anteil-der-schueler-an-foerderschulen-sinkt-aber-nicht/#comment-738657
Sie hatten da wohl für alles Zeit, außer nach einer Verbesserung bzw. “richtiger” Inklusion zu fordern
Seit wann sind Eltern und Schüler (Chefs) für kürzen und zusammenstreichen und sparen zuständig?
Sehr gut pointiert und absolut zutreffend! Was ist eigentlich mit dem Fördern der “normalen” Kinder, ganz zu schweigen, besonders begabte Kinder zu fOrdern!!!!! Dieser Blick, Ressourcen und Bewusstsein fehlt komplett. Es wird nur noch nach den Kindern mit besonderem Förderbedarf geschaut. Wo ist der Nutzen für das Kind UND die Gesellschaft, wenn ein geistig behindertes Kind, dank Schulbegleitung, einer Klasse mit 4 Schülern (jeder mit eigenem Schulbegleiter) nach einem halben Jahr bis 3 zählen kann????????
„Der Anstieg der diagnostizierten Fälle könnte eine Folge der Tatsache sein, dass im Verlauf des Ausbaus inklusiven Unterrichtens in den allgemeinen Schulen Lehrkräfte aufmerksamer und individualisierender auf einzelne schwächere Schülerinnen und Schüler blicken…”
das geht dann so weiter:
“Die Beobachtungen befragter Eltern (vgl. Abschnitt 3.3 weiter unten), …, stützen diese Überlegung.”
Ein weiterer Punkt in der Studie der Bertelsmann Stifung ist, dass die Diagnose weniger Stigmatisierung bedeutet und deshalb besser angenommen wird.
Die Verfahren ziehen sich nicht in die Länge bis zum Schulwechsel, denn danach (surprise, surprise) muss man ja wieder von vorne anfangen. Manchmal wurde dann auch die Grundschule zwischendurch gewechselt, damit das Verfahren ins Leere läuft.
Die These, die Frau Moser vertritt, stammt aus dem Jahre 1996 (Wocken) und ist, wie hier ja auch schon beschrieben wurde, nicht mehr zeitgemäß. Es stehen den Schulen zwar theoretisch mehr Ressourcen zu, die gibt es aber gar nicht. Förderlehrkräfte werden abgeordnet, obwohl der Bedarf besteht, da der Mangel an anderer Stelle noch größer ist. So ist die Realität nunmal…
Versprochen wurde damals (in NRW): Klassengröße in Inklusionsklassen nicht über 24, Doppelbesetzung, Entlastungststunden … nix davon, Sparschwein …
Und genau deshalb ist mir diese Konvention persönlich völlig schnurzpiep egal, denn wir können so einfach nicht arbeiten und es ist in der Praxis besser, die viele (nicht alle!) der Kinder an Förderschulen zu unterrichten. Denn auch die anderen haben ein Recht auf Unterricht.
Vielleicht sollten wir mal überprüfen, wie es mit der Anzahl der Förderschüler:innen in 10 Jahren aussieht, wenn ab morgen alle Schulen bestmöglich versorgt sind.
Wie kann man Fiktionen und Traumtänzereien “überprüfen”?
Mit…
*puff*
*Sternchenregen*
… “Bildungswissenschaft”:
Die Wissenschaft hat festgestellt, festgestellt, festgestellt
dass Bildung Inklusion enthält,
Inklusion enthäääällllt !
Tja, leider gibt es diese rosarote Welt nicht.
“Wie?
Auch keine Einhörner?
Buhäääääää – aber ich will, ich will, ich will…!”
😉
@ Hans Malz, heul leise!
Dann bleiben wir in der jetzigen Situation, wo alle – außer Ihnen? – mit der Umsetzung der Inklusion unzufrieden sind…
Oder wir machen uns endlich auf den Weg (und bitte nicht wieder “Aber erst, wenn…” Wir sind schon drin und es kann nichts zurückgedreht werden)
Wen meinen Sie bitte mit wir? Weiter oben schreiben Sie etwas von Doppelbesetzung und genug Personal…..
Dann ist ihre Forderung aber nicht an „wir“ gerichtet, sondern an „die“ (z.B. die Landesregierung)
Einfacher Trick, die Doppelbesetzung wird durch das Anbringen eines Spiegels im Klassenraum optisch bewirkt.
Was dann aber auch den Effekt der Verdoppelung der Schüler hätte….
Da angenlich betrofffene Lehrkräfte sich derzeit lieder in der aktuellen Situation rollen, anstatt Verbesserungen zu fordern (https://www.news4teachers.de/2025/10/inklusion-eine-mogelpackung-zahl-der-foerderschueler-an-regelschulen-steigt-anteil-der-schueler-an-foerderschulen-sinkt-aber-nicht/#comment-739085), sehe ich da alle – auch mich in der Pflicht.
Wenn bspw. eine Gewerkschaft oder die Eltern etwas dahingehend fordern, könnten sich die Lehrkräfte ja vorsichtig in Unterstützung versuchen, anstatt alles runterzuziehen 😉
Wir machen uns doch schon auf den Weg.
Von den Bescherden im Forum her würde ich sagen, wir haben noch eine gewaltige Strecke vor uns
Im Nachinein, Danke Sie wegen des Worts “wir” kein Fass aufmachen. 🙂
Die Theorie von Wocken ist noch älter und stammt aus der Umorganisation der Hilfseinrichtungen in England m.W.n. und wurde Mitte der 80er von ihm aufgenommen,
Danke für den Hinweis. Ich hatte mich natürlich nur auf die Studie bezogen.
Für die steigende Anzahl der ESE Kinder sehe ich einen Mangel in der frühkindlichen Entwicklung und Erziehung im Alter von 1 bis 3 in der Unsicherheit und dem Unwillen der Eltern bezüglich einem angebrachten Nein.
Ich nutze gerne das Bild der kognitiven Schemata, in denen das Kind Erfahrungen sammelt und diese in „Schubladen“ einsortiert. So können Bauklötze zu einem Turm gestapelt werden, Bälle jedoch nicht. Das Kind erfährt bei den Bällen ein Nein vonseiten der Physik und möglicherweise reagiert es mit einem Wutausbruch. Es wird eine neue „Schublade“ öffnen, in der nicht alle Gegenstände stapelbar sind. Auch seine Erfahrung, wütend geworden zu sein, ist wertfrei für das Kind ein kognitives Erlebnis, das sich wie alle bereits einsortierten Erfahrungen immer weiter entwickeln wird, auch durch den Einfluss von Sozialisation und Erziehung.
Eltern scheinen mittlerweile kollektiv das Gefühl zu haben, ihr Kind von der Exploration und somit von ihrer positiven Entwicklung abzuhalten, wenn sie bei den neugierigen, aktiven kleinen Ein- bis Dreijährigen zu einigen Ideen Nein sagen.
Ich habe als Tagesmutter mit dem Nein als wichtigen, aus der Sozialisation und nicht aus der MINT- Gruppe stammenden „Widerstand“ gegen das Vorgehen des Kindes gearbeitet.
„Nein“ bezog sich nur auf die gerade stattfindende Interaktion, nicht auf die Persönlichkeit des Kindes und auch nicht auf die generelle Exploration.
Baute das Kind gerade sein kognitives Schema „Werfen“ aus, indem es Bauklötze gegen meine Zimmertür donnern ließ, habe ich mich auf Augenhöhe begeben, die Hände über den Bauklotzeimer gehalten, das Kind angeschaut und „Nein“ gesagt.
Ich habe ihm dann die Kiste mit den Kissen und Teddybären gegeben, die es gegen die Tür werfen durfte ohne Lärm und ohne Macken. Stellte sich heraus, dass das Kind eher an der Erfahrung „Lärm durch Bauklötze“ interessiert gewesen war und der Lärm in der gegenwärtigen Situation in Ordnung war, habe ich eine Holzkiste zur Verfügung gestellt, wo es die Klötze hineinwerfen durfte.
Die Kinder lernten so, dass ein Nein nicht persönlich ist und dass es zu einem Nein Alternativen geben kann. Sie lernten, nach einem Nein von mir selbst Alternativen zu suchen und entwickelten ihre kognitiven Fähigkeiten angemessen an die Umgebung weiter.
Es hat ihnen und mir viel Spaß gemacht, die gefundenen Alternativen als neue Entwicklungsmöglichkeiten zu sehen. Das ging so weit, dass „ältere“ Tageskinder den neuen geholfen haben, eine alternative Spielidee zu entwickeln, wenn es etwas tat, was bei uns „Nein“ war.
Dieses friedliche, wichtige Nein fehlte in vielen meiner sehr achtsamen, liebevollen Elternhäuser, weil die Eltern bei Nein das Gefühl hatten, ihren Kindern zu schaden. Sie waren positiv beeindruckt, wie ich dieses umgesetzt habe und ich durfte sie erfolgreich beratend unterstützen.
Das Nein ist gesellschaftlich extrem negativ bewertet und hat so seine wahre Bedeutung für die Sicherheit, die Stabilität und die Entwicklung verloren. Früher wurde es oft missbraucht und auch heute erlebe ich es, gerade Kindern gegenüber, häufig in sehr negativer Form als Erziehungsmittel.
Es wird benutzt, wenn die Eltern plötzlich im Stress sind und deshalb Dinge verbieten, die vorher erlaubt waren. Kinder lernen dadurch, dass sie auf die Stimmung ihrer Eltern achten müssen um zu wissen, wann etwas Nein ist. Dadurch erlebt das kognitive Schema „Nein“ eine Überforderung für die ganz kleinen Kinder, da es an Stimmungen geknüpft wird, die von dieser Altersklasse noch nicht verstanden werden kann. Das verursacht Verunsicherung und die Verbindung mit etwas Negativem.
Damit kommen die Kinder dann in die Kita und später in die Schule.
Zu keinem Zeitpunkt hatten sie in ihrer sozial- emotionalen Entwicklung die Möglichkeit, Grenzen positiv wahrzunehmen. Die Adaption von Nein im präfrontalen Cortex unter positiven Bedingungen ist ausgeblieben. Das ist in meinen Augen ein Erziehungsmangel, der zu einer Entwickelungsstörung führt. Ich beobachte das seit Langem mit Sorge.
Ich weiß, dass die Lehrkräfte in diesem Forum nicht mehr viel tun können, wenn die Kinder so in ihre Klassen kommen und dass sie so kaum unterrichten können. Meine Gruppen hätten nicht funktioniert, wenn ich dieses Element „Nein“ nicht frühzeitig positiv bewertet bei den U3 Kindern eingesetzt hätte. In diesem Alter konnten sie es noch mühelos und vorurteilsfrei lernen.
Es wäre gut, wenn gesamtgesellschaftlich Grenzen zu setzen und Nein zu sagen in der Erziehung in einer förderlichen und achtsamen Form unabhängig von der emotionalen Befindlichkeit des gerade anwesenden Erwachsenen, zu einem positiven Element in der frühkindlichen Entwicklung und Erziehung würde.
Damit würde sich meiner Einschätzung nach die Anzahl der ESE Kinder verringern, was für alle in jeder Hinsicht das Beste wäre.
Bitte dazu die Kommentare unter folgendem n4t-Artikel lesen:
„Der Fehler steckt im System“ – Bildungsforscherin kritisiert sonderpädagogische Diagnoseverfahren und: Stillstand bei der InklusionDa wird schon sehr viel zu diesem Thema gesagt.
„Der Anstieg der diagnostizierten Fälle könnte eine Folge der Tatsache sein, dass…”
… immer mehr Kinder eingeschult werden, die nicht die nötige “Schulreife” besitzen.
Die vorschulische Bildung und Erziehungist ist oft sehr abhängig vom Elternhaus und der Ausstattung der Kitas ….
Vielleicht sollte die Politik auch mal im Bereich Vorschule mehr Anstrengungen für Bildungsgerechtigkeit unternehmen? Dann gäbe es in den Schulen evtl. auch weniger Fö-Diagnosen. Die Schulen können nicht die Versäumnisse der Vorschulzeit aufholen, schon gar nicht unter den derzeitigen “Mangel-Bedingungen”.
Für die Zunahme der Diagnosen ESE und Lernen könnte es noch einen, bei n4t noch nie angesprochenen, Grund geben, der mMn. in unserer Gesellschaft zu wenig beachtet, bzw. tabuisiert wird – das “Fetale Alkohol-Syndrom” (FAS oder auch FASD). Dieses Syndrom ist sehr schwierig zu diagnostizieren, nicht alle Betroffenen zeigen die “typischen” äußerlichen/körperlichen Merkmale und bei nicht allen sind die Mütter Alkoholikerinnen. Auch kleine Mengen Alkohol in der Schwangerschaft, bzw. einmal ein Glas zu viel, können fatale Auswirkungen auf das ungeborene Kind haben (z. T. auch schon, bevor die Mutter etwas von ihrer Schwangerschaft wusste). Dieses Thema müsste viel mehr in der Öffentlichkeit und in den Medien Beachtung finden, denke ich.
https://www.lwl-jugendpsychiatrie-marsberg.de/media/filer_public/79/3a/793a70c0-cc29-43f8-8dcf-5973ac9a26ec/vortrag-fas.pdf
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=fetales+alkoholsyndrom&mid=02F46AD08151F342491502F46AD08151F3424915&FORM=VIRE
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=fetales+alkoholsyndrom&mid=55D661DF1A9F24DE945655D661DF1A9F24DE9456&FORM=VIRE
Insbesondere wenn es selbsternannte Expert*innen gibt, die in Büchern oder auf anderem Wege den Müttern die Botschaft vermitteln, sie sollen sich mal locker machen und dass ein Glas Wein hin und wieder nicht so schlimm sei.
Bei näherem Hinsehen allerdings entpuppt sich dann zudem der prominent dargestellte akademische Grad der Autorin zwar als echt, aber nicht im entferntesten aus dem Bereich Medizin/Biologie o.ä.
Und auch wenn es rechtlich und ethisch natürlich sehr problematisch ist, einer Schwangeren den Alkoholkonsum zu verbieten bzw. ihn zu verhindern, so sollte es zumindest keine Unklarheiten bezüglich der Risiken und Folgen geben.
Apropos “Bücher” – im Zusammenhang mit FAS fiel mir ein, dass es hier bei n4t vor kurzem um “Max und Moritz” von W. Busch ging. Vor einigen Jahren las ich dazu mehrere Artikel zum Thema FAS (im Zusammenhang mit einem Schüler und Pflegekindern im Bekanntenkreis.) Dabei stieß ich auf Vermutungen, dass zumindest der Moritz von Busch ein FAS-Kind sein könnte. Interessant, oder?
https://www.happy-baby-no-alcohol.de/2018/09/23/wann-fas-zum-thema-wurde/
Auf jeden Fall würde man heute den beiden “Lausbuben” den Fö-Bedarf ESE attestieren.
Glaubt denn wirklich irgendjemand im Ernst, dass ich an einer Gemeinschaftsschule so unglaublich scharf darauf bin, für meine zwei Inklusionskinder neben den eh schon geforderten drei Niveaustufen pro Stunde ein viertes und ein fünftes Niveau vorzubereiten, dass ich dafür Kinder “unsauber etikettiere”?
Weil ich es so feiere, wenn die Sonderpädagogin ihre geradezu obszön ausufernden zwei Wochenstunden in meiner Klasse verbringt, mit denen sie mich unterstützen darf? Oder weil es so geilen Kaffee gibt, wenn neben den regelmǎßig anstehenden 26 regulären Lernentwicklungsgesprächen nun zusätzlich der monatliche Runde Tisch mit Jugendamt/SBBZ/Eltern etc ansteht?
Weil ich mich so gerne in Entwicklungsberichten austobe?
Die haben doch alle den Schuss nicht gehört.
Soooooo wahr !!!!!
Danke! Genau meine Gedanken.
Genau so ist es. Zusätzliche Ressourcen gibt es nur theoretisch, in der Praxis wäre ich froh, wenn ich mir die zusätzliche Arbeit sparen könnte. Aber das habe ich hier schon oft versucht zu erklären, die Redaktion kann sich das einfach nicht vorstellen. Immerhin klingt in diesem Artikel im letzten Absatz an, dass es durchaus plausible Gründe dafür gibt, dass die Zahl der Kinder mit diagnostiziertem Förderbedarf gestiegen ist.
“in der Praxis wäre ich froh, wenn ich mir die zusätzliche Arbeit sparen könnte.”
Das ergibt keinen Sinn.
Das Inklusionskind bzw. die -Kinder sind bei Ihnen!
Sie können jetzt fordern, echte Unterstützung zu unterhalten oder die Situation auszuhalten versuchen :/
Und darum fordern Sie, die Stunden Ihrer Sopäds aufzustocken! Richtig so!
Lässt sich nicht rückgängig machen, dann also richtige Rahmenbedingungen für Inklusion bringen! 😀
Warum stocken Sie eigentlich nicht Ihre Inklusionsstunden an der Regelschule auf? (Wenn ich mich recht erinnere sind das auch nur 2) Die Kollegen dort fordern das wohl nicht?
Tscha, warum wohl? I h habe da so ein “Bauchgefühl”
Als langjährig erfahrener Arzt im Bereich Sozialpädiatrie und Kinderpsychiatrie und enger Verbindung zur Schulsituation bin ich sehr überzeugt, dass tatsächlich der Anteil der Kinder mit dekompensierten Entwicklungsstörungen und -defiziten deutlich zugenommen hat und nicht nur die zunehmende diagnostische Aufklärung oder Etikettierung. Die Vulnerabilitaet und der Schweregrad der Störungen haben zugenommen: 1. durch familiaere Stressfaktoren, wie Scheidung, Zerfall kompensierender Strukturen, Mediensucht, moralischer Zerfall usw., 2. durch gesellschaftliche Faktoren, wie Verarmung von Familien bzw. Bekomnen arme Familien eher noch Kinder als Mittelschicht oder/ und Akademiker also state und shift Problematik, 3. durch starke Zunahme von Kindern mit Migrationshintergrund, in deren Familien und sozialem Umfeld kein Deutsch gespochen wird, die Eltern praktisch Analphabeten bzw. keine Bildungsvorbilder sind, ja sogar den Schulbesuch generell infragestellen.
Familien und Schulklassen, die vorhandene Entwicklungsstörungen kompensieren können, gibt es immer weniger bzw. Inklusion braucht Personal und Geld.
Somit ist der allgemeine starke Anstieg des Foerderbedarf sicher ganz wesentlich kein Etikettierungsproblem wie es Inklusionspaedagogen leider oft behaupten.
Mit anderen Worten und vereinfacht: Kinder brauchen, wie früher, so auch heute, eine klassische Familie, ein traditionelles Zuhause, einen Vater und eine Mutter, die sich kümmern, kochen, pflegen, trösten und einfach da sind.
Karriere oder Familie, das ist die Frage.
Auch in unserem Freundes- und Familienkreis kennen wir viele klassische und viele nicht klassische Familien.
Die Kinder aus klassischen Familien zeigen keine Verhaltensauffälligkeiten.
Und nein, das ist kein Thema für eine Diskussion über die Rechte von Frauen, Müttern, Vätern, Männern oder gleichgeschlechtlichen Partnerschaften, das ist einfach mein persönliches Fazit, zu dem ich in meinen über 50 Lebensjahren gekommen bin.
Ob es mir gefällt oder nicht, es ist einfach eine Tatsache.
Vielleicht würde ich mich in einem anderen Universum, mit dem Wissen von heute, anders entscheiden, für Karriere und ein paar Hunde und Katzen statt Kinder.
Aber Kinder brauchen einen Anker, einen festen Halt, jemanden, der immer da ist, ganz egal, ob es sich um zwei Väter, zwei Mütter oder Mutter und Vater handelt. Das ist überhaupt nicht das Thema.
Das Thema ist, dass Kinder eine Bezugsperson brauchen, der sie vertrauen und die jeden Tag in ihrem Zuhause für sie da ist.
Dann kann jede Krise, jede Schwierigkeit außerhalb des Hauses, leicht überwunden werden, im idealen Fall, natürlich, einer normalen, alltäglichen Familie, die selbst keine Quelle von Stress ist.
Die Welt hat sich verändert, sie ist schneller, digitaler, weniger empathisch, kälter und selektiver geworden. Das sieht man heute besonders im Bildungssystem.
Doch weder wir noch die Kinder haben uns verändert.
Wir sind immer noch biologische Wesen, jene Affen von vor ein paar Tausend Jahren,
ohne eingebaute Chips und ohne dass wir zu Cyborgs geworden sind.
So wie jedes Hündchen oder Kätzchen brauchen auch die Kinder des Homo sapiens noch immer eine Bezugsperson, die sie durch das Leben begleitet, bis sie selbst erwachsen sind.
Besonders in Deutschland ist dieses Ungleichgewicht deutlich zu spüren.
Ich habe es schon unzählige Male gehört: „Oh, wir brauchen die Schule, wir brauchen kürzere Ferien, ich kann es kaum erwarten, dass die Kinder endlich wieder in den Kindergarten oder in die Schule gehen – damit sie versorgt sind.“
Und genau darin liegt das Problem.
Kein Kindergarten und keine Schule kann den Menschen zu Hause ersetzen,
der nur zu diesem Kind gehört und den es nicht mit fünfzig anderen Gleichaltrigen teilen muss.Und dann kommt es zu solchen Diskussionen, die meist leere Phrasen sind –
denn die Tatsache bleibt: Der Staat kann weder Mutter noch Vater ersetzen.
Die Bildungsforscherin Frau Moser geht, genau wie Sie, auch davon aus, dass die Anzahl der Kinder mit Entwicklungsstörungen und -defiziten tatsächlich gestiegen ist – sie führt dazu ähnliche Gründe auf wie Sie. Da gibt es also gar keinen Dissens zwischen Ihnen und der „Inklusionspädagogin“. Aber unbestritten dürfte doch wohl sein, dass die Anzahl der Fördergutachten – vor allem in den Förderschwerpunkten Lernen und Emotional und soziale Entwicklung – stark zugenommen haben. In Niedersachsen gehört sogar der Förderschwerpunkt geistige Entwicklung dazu, bei uns haben sich die Schülerströme sehr stark verschoben: man schließt Förderschulen Lernen und baut neue Förderschulen für die Förderschwerpunkte geistige Entwicklung und Emotional und Soziale Entwicklung. Das ist eine bedenkliche Entwicklung. Und die Förderschwerpunkte Lernen und Emotional und soziale Entwicklung sind aus meiner Sicht auch Diagnosen die schwer zu definieren sind und somit auch durchaus in Frage zu stellen.
Die Frage ist doch, wie reagieren wir auf die Tatsache, dass sich die Anzahl der Kinder mit Defiziten und Störungen in ihrer Entwicklung so stark erhöht hat? Aus meiner Sicht müssen wir uns mehr um die Prävention während der frühkindlichen Entwicklung kümmern und diese massiv ausbauen, denn „Vorbeugen ist besser als heilen“. Wirksame, institutionell vernetzte, kommunale Beratungs- und Unterstützungszentren könnten Familien von Geburt an und später auch die Mitarbeiter/innen von Bildungseinrichtungen begleiten, beraten und unterstützen. Das Ziel muss sein, mögliche Defizite im häuslichen Umfeld betroffener Kinder auszugleichen und durch frühzeitige gezielte Maßnahmen Kompetenzen zu verbessern und so möglichst jedem Kind die gleichen Bildungschancen zu ermöglichen. Kinder würden besser eingeschult werden, und die Anzahl der Überprülfungsverfahren ließe sich bestimmt deutlich reduzieren, wenn Entwicklungsverzögerungen früher erkannt und schneller behandelt werden, wie es das Neuvola System in Finnland z. B. gewährleistet.
Schön mal die Sicht einer anderen Berufsgruppe zu lesen.
Mich würden auch mal Meinungen. Von Schulpsychologen und Therapeuten zum Thema interessieren.
Als Mann vom Fach, haben Sie Quellen, die Ihre Beobachtungen unterstützen?
Da Sie sich mit den “Inklusionspaedagogen” “oft” beschäftigen, gehe ich davon aus, dass Sie hier nicht rein aus dem Bauchgefühl heraus schreiben?
Der Fachmann (oder -frau oder xir/xe) IST die Quelle.
It doesn’t work this way. Aber die Fachfrau/ der Fachmann HAT Quellen 🙂
Ok, dann nicht.
Gerne weiter über “grassierende wIsSEnScHaFtZPHeInDlIcHkAIt” wundern.
Wenn sich jemand Anonymes auf Autorität beruft, darf man nachfragen. Oder meinen Sie Expert*innen hätten schlechtere oder keine Quellen, die sie zu Expert*innen machen? 😀
Warum verfallen Sie bei einer Nachfrage sofort in Vorstellungen von Wissenschaftsfeindlichkeit, die Sie ja an anderer Stelle doch recht munter praktizieren? (https://www.news4teachers.de/2025/10/inklusion-eine-mogelpackung-zahl-der-foerderschueler-an-regelschulen-steigt-anteil-der-schueler-an-foerderschulen-sinkt-aber-nicht/#comment-738657)
So tolle, wie Sie letztens geliefert haben? Ich lach mich kaputt…
Na, als Fachmann wird er wohl deutlich bessere haben als ich.
Bis gespannt 🙂
Haben Sie denn Quellen, welche anderes ausführlich, konkret und eindeutig nachweisen? Nein? Schade.
“Somit ist der allgemeine starke Anstieg des Foerderbedarf sicher ganz wesentlich kein Etikettierungsproblem”
Frau Moser würde dem wohl widersprechen.
Aber vielleicht mag er ja selber antworten, als dass Sie behaupten, er habe zwar keinerlei Quellen, aber irgendein Lehrer im Forum auch nicht XD
Ich habe gefragt, ob SIE – Rainer Uns…Zufall – Quellen haben.
Und andere würden wiederum Frau Moser widersprechen.
Und nun?
Entweder Frau Moser und/oder Sie haben eindeutig belegbare Quellen oder halt nicht. Ansonsten ist das “Seite gegen Seite”, “Meinung gegen Meinung”, “Erfahrungswert gegen Erfahrungswert”.
Bei Langzeitstudien mit Quellen und Einsicht kann man zumindest die Arbeitsweise und Prägung der Studie oft nachvollziehen. Ansonsten ist diese eben auch “anfechtbarer”.
Und ja … Studien müssen nicht immer richtig sein. Genau deshalb kann man ja auch drüber schauen und ggf. Faktoren betrachten, welche bspw. Trugschlüsse zulassen und ergeben. Beidseitig natürlich.
Aber jemanden einen Erfahrungswert – und das ist der Beitrag – abzusprechen, weil jemand anderes “anderer Meinung/Erfahrung” ist … Ist doch Quatsch. Lebensrealitäten können sich decken. Sie können sich aber auch unterscheiden. Gefühle sind gut. Können aber täuschen. Zahlen und Einsicht in Arbeitsweisen und Vorgehen sind da zumindest mal ein Schritt weiter. Auch Transparenz über die Quellen und Kenntnisvorstellungen.
Es ging mir darum: Wenn Sie anderer Meinung sind … Und nach Quellen (wegen EINEM Erfahrungsbericht) wollen … Könnten Sie doch mal “als Gegenseite” selbst Quellen bringen? Das wäre wünschenswert. Muss aber nicht sein.
Ansonsten: Beweisen Sie mir bitte, dass es kein Spaghettimonster gibt. Können Sie nicht? Sehen Sie mal … Gibt es nämlich. Was ? Ich soll Quellen bringen? Naja, das sagen ja auch andere, dass es das gibt. Ääätschi.
Unglaublich Ihre Argumentationsweise und Manipulierungsversuche. Ob das gewollt ist oder nicht … Sie werden STÄNDIG drauf angesprochen. Aber ja … Alles Hater hier. Kann gar nicht an Ihrem “Stil” liegen. Alles klar.
“Ich habe gefragt, ob SIE – Rainer Uns…Zufall – Quellen haben.”
Ja, das entbindet Herrn Blank aber nicht davon ^^
Frau Moser WÜRDE ich dagegen anführen, aber keine Ahnung, wie Sie das selber sieht.
Aber spannend, wie wortreich Sie einer Person zur Seite springen, die nichts außer einem Titel und Ihrer persönlichen Meinung an den Tisch bring 😉
“Ja, das entbindet Herrn Blank aber nicht davon ^^”
Herr Blank hat einen Erfahrungswert geteilt. Dementsprechend braucht es erstmal keine Quellen? Das ist SEINE Sicht und Erfahrung.
“Frau Moser WÜRDE ich dagegen anführen, aber keine Ahnung, wie Sie das selber sieht.”
Sie brauchen hier nicht zu “Sie’zen” an dieser Stelle, wenn Sie mir antworten und Frau Moser erwähnen. Ich bin nicht Frau Moser.
Frau Moser führt wiederum welche Quellen konkret an? Oder glauben Sie einem Erfahrungsbericht jetzt – weswegen genau – deutlich mehr?
Worauf stützen Sie das?
Auf Ihr Bauchgefühl? Liegt ja anscheinend auch so oft richtig.
“Aber spannend, wie wortreich Sie einer Person zur Seite springen, die nichts außer einem Titel und Ihrer persönlichen Meinung an den Tisch bring ”
Spannend, wie oft Sie Sachen von Ihnen auf andere projizieren.
Nur beim “wortreich” fehlt es noch etwas. Könnte ja sonst besser klappen. So ist das “fischen in der Wanne”. Scheint ein gutes Hobby zu sein.
Danke für Ihre Einschätzung! Man kann nur hoffen, dass “die Redaktion” das auch endlich mal versteht. Was musste ich mir hier schon alles an unverschämten Unterstellungen anhören.
Da wird landauf, landab geschrieben, welche Erkrankungen insbesondere psychischer Art der SuS durch die Pandemie und auch durch frühere Diagnose massiv zugenommen haben, und gleichzeitig wird sich gewundert, dass es mehr Förderbedarfe gibt?
Der massive Anstieg der Zahl von Kindern mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf hat schon deutlich vor der Pandemie eingesetzt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und das ist auch garkein Wunder.
WENN man bestimmte Normparameter anlegt, aber nicht prüft – keine Auffälligkeit.
WENN aber überhaupt erstmal geprüft wird, entsprechende diskursive Instrumente also geschaffen sind, die Diagnose als solche RELEVANT zu machen – DANN stellt man natürlich auch (und unter gegebenen sozialen, ökonomischen, biologischen usw. usf. Bedingungen logischerweise immer öfter) Probleme fest.
Mich wundert weder das rasante Hochschnellen der Diagnosen – noch die verzweifelte und verlogene Suche nach immer erbärmlicheren Ausreden und Sabotageversuche, um den (nun erkannten) Hilfsbedürftigen die EIGENTLICH nötige Hilfe vorzuenthalten.
Denn würde man diese Hilfen in Gang setzen – könnte man nicht wieder Zusammenstreichen und an Bildung sparen.
So einfach ist das.
Das alles ergibt nämlich PERFEKT Sinn, wenn man das große Getöse um “UN-Konventionen” (da gibt es dutzende Konventionen und Beschlüsse, die kein ***** WIRKLICH interessieren) und dort wiederum den Hyperfokus auf “Alle in normale Klassen stopfen ohne Hilfe” als schlichtes Sparprogramm der Politik ansieht.
Logisch. Gerade psychische Erkrankungen wurden früher nicht als Erkrankungen erkannt/eingestuft. Das ist heute glücklicherweise anders.
@Redaktion
Heute ist in der “Berliner Zeitung” ein interessanter Artikel (mit Beispielen) zur großen Zahl von Kindern und Jugendlichen mit ME/CFS (Fatigue), Überschrift “Gestohlene Jugend” von Christian Schwager. Darüber könnten Sie doch auch einmal berichten. Diese Schüler werden von unserer Gesellschaft vergessen. Wie könnte man denn diese in den Schule “inkludieren”?
Wir machen ein sehr aufwendiges AO-SF-Verfahren, treffen uns zu zusätzlichen Inklusionssitzungen, schreiben und besprechen Förderpläne, machen Elterntermine, um diese Förderpläne zu besprechen, differenzieren Arbeitsmaterialien und Klassenarbeiten und schreiben Textzeugnisse, weil wir auf zusätzliche Ressourcen scharf sind ??? Welche denn? Leergelaufene SoPä-Stellen ???? Ne, Leute, das kann ich ausschließen. Der Anteil der Kinder, bei denen wirklich einfach besondere Bedingungen vorliegen, steigt. Fertig.
Ach Quark, ihr lasst Vögel fliegen und lest aus den Innereien von Opfertieren. Ihr seid enttarnt und ertappt. Und nach Harry Potter sollt ihr angeblich auch aus dem Satz in Teetassen lesen.
Soll das lustig sein?
Fragen Sie doch die Auguren und holen Sie sich eine Zweitmeinung vom Orakel von Delphi ein.
Das war Ironie von Omg!
Iron = Eisen. Dann ist Ironie was mit Eisen.
Wenn Ironie lustig wirkt, dann ja.
Jetzt mal Butter bei die Fische!
Textzeugnisse sind einfacher als Noten! Vor allem in Nebenfächern. Da stehen bei meiner Tochter seit Jahren oft die immer selben Sätze : “XY nahm mit Freude am XYZ-Unterricht teil.” Manchmal ist es sogar nur dieser eine Satz. Meist folgt noch ein zweiter, der ein Beispiel nennt, was im Unterricht gemacht wurde : ” XY nahm mit Freude am Erdkundeunterricht teil. Sie lernte Städte und Flüsse in Deutschland kennen”
Manche Lehrer geben sich noch mehr Mühe und bewerten auch die Leistung diesbezüglich :” XY nahm mit Freude am Erdkundeunterricht teil. Sie lernte Städte und Flüsse in Deutschland kennen und kann sie teilweise benennen.”
Etwas seltener kann man sich mal über viel Differenzierung freuen : ” In Sport kann sie zielgleich unterrichtet werden. Ihre Angst vor Bällen hat sich verringert”, ” In Kunst kann sie ohne Differenzierung unterrichtet werden. Sie zeichnet frei, selbständig und auf einem sehr hohem Niveau”, “In Bio bringt sie eigene Bücher mit”, “In Musik singt sie vor Publikum und hat eine sehr gute Intonation”
Btw : Die Lehrer, die differenzierter schreiben, sind zufällig die, die man auch mehr mag. Die mit dem einen Satz, dass das Kind teilgenommen hat, sind die, die ständig krank feiern.
Ist mir aber egal, ich weiß meist selber, was meine Tochter kann und was nicht und meine Tochter selber auch.
Jetzt Vergleiche man das aber mal mit Notengebung! Quasi in jeder Stunde die mündliche Mitarbeit als Note einzuordnen, aus dem Wust etlicher Noten ein gerechtes Gesamtergebnis machen, wohl wissend, dem Kind bei Unrecht bezüglich seiner Laufbahn zu schaden.
Das soll einfacher sein, als mitzuteilen, dass das Kind am Unterricht teilgenommen hat, evtl noch eine Aufgabe zu erwähnen und eine Reaktion des Kindes darauf?
Scheinbar meinen das aber hier die meisten, weil man bei Noten ja nur eine Zahl schreibt, im Textzeugnisse aber ein bis drei Sätze ^^
Okay. Was kann jedoch eine weiterführende Bildungseinrichtung/Arbeitgeber mit der Information :“nahm am xyz-Unterricht mit Freude teil“, „brachte im XYZ-Unterricht eigene Bücher mit“, „kann im XYZ-Unterricht zielgleich unterrichtet werden“ anfangen?
Nix….
Kinder mit Textzeugnissen kommen gar nicht auf den ersten Arbeitsmarkt!
Und lesen Sie bitte, wenn Sie auf Antworten reagieren, auch den dazugehörigen Kommentar, in diesem Fall von Nina! Ihr Post geht sonst immer völlig am Kontext vorbei und nicht das erste Mal. Sie suggerieren mit Ihrem Post, wir würden über den Wert von Textzeugnissen reden. Dabei geht es darum, ob Text-oder Notenzeignisse mehr Arbeit machen. Alle meinen, Textzeugnissen machen mehr Arbeit und das wollte ich mit meinem Kommentar widerlegen.
Sie haben noch kein Textzeugnis von der Laborschule gelesen, oder? Dort wird über mehrere Seiten zu einem einzigen Fach berichtet…..das ist dann aussagekräftig. Das kann dann auch als Ersatz eines Notenzeugnisses gelten oder sogar sehr viel mehr Relevanz haben als dieses. Und diese Zeugnisse sind extrem aufwändig, dagegen ist ein Notenzeugnis eine Lapalie.
Aber die von Ihnen genannten Beispiele sind an Nichtausssage fast nicht mehr zu überbieten…..was soll daraus abgeleitet werden?
Bielefeld gibt’s doch gar nicht. Folglich ist die laborschule nicht existent.
Auch hier bitte Nina’s Kommentar, den Artikel und den Kontext beachten. Es geht um die Arbeit, die ein Inklusionskind einem macht und da werden immer die auch so aufwendigen Textzeugnissen genannt. Was ist eine Laborschule ? Gibt es da Inklusionskinder und was hat eine Laborschule mit diesem Artikel zu tun?
Die Beispiele, die ich genannt habe, sind aus dem Zeugnis meiner Tochter, einem Inklusionskind GE, wie Sie wissen. Davon bekommt sie 2 pro Jahr, seit acht Jahren und bezüglich der Nebenfächer immer diese 1-3 Sätze.
https://laborschule-bielefeld.de/de/home
Da können Sie sich inspirieren lassen…
Natürlich macht ein Textzeugnis dieser Art, wie es ihre Tochter bekommt, weder Arbeit noch Mühe….aber es ist auch wenig aussagekräftig. Auch wenn Ihre Tochter GE ist, kann doch wohl mehr schreiben, als dass sie von zuhause Bücher mitbringt und begeistert dabei ist. Das finde ich schon echt bitter…..
Wenn man aber mit den Textzeugnissen wirklich ernst meint, dann machen sie sehr viel Mühe kosten ganz viel Zeit…..
Mein Sohn war ja auch ein paar Jahre an der Waldorfschule, da sah es mit den Textzeugnissen genauso aus, wie eben bezüglich meiner Tochter beschrieben. Und dann sind da ja noch die ersten beiden Grundschuljahre, egal ob meine oder die meiner Kinder. Natürlich generell etwas mehr Text bezüglich Hauptfächer, aber auch so wie im beschriebenen Fall. Ich würde sagen, das ist die Regel.
Ups, da machen sich die Lehrkräfte Ihrer Tochter aber nen schlanken Fuß. Würde mir meine Schulleitung zurück auf den Tisch legen mit der Aufforderung zur Konkretisierung.
„ Sie suggerieren mit Ihrem Post, wir würden über den Wert von Textzeugnissen reden. “
Nö. Ich frage mich lediglich, welchen Wert die von Ihnen formulierten Textaussagen haben sollen.Textzeugnisse sehen anders aus, jedenfalls die, die ich kenne. Und ja, die machen mehr Arbeit als Banalitäten der Art „hat am Unterricht mit Freude teilgenommen (immer? Woran mache ich das fest? Und vor allem: was hat das Kind dort gelernt?).
Ich kann Ihnen gut folgen bei Ihrem Beitrag.
Dass Lehrkräfte „ständig krank feiern“, glaube ich jedoch nicht. Es ist möglich, dass bestimmte Lehrkräfte häufiger krank sind als andere und das fällt in der Schule mehr auf als anderswo. Erstens wird man schneller krank, wenn man ständig unter vielen Menschen in geschlossenen Räumen arbeitet und zweitens gibt es chronisch erkrankte Menschen, die bei einem Schub fehlen.
Dazu kommt, dass Lehrkräfte vor einer Klasse nicht funktionieren, wenn sie sich krank zur Schule schleppen. Die Aufmerksamkeit und Konzentration auf viele Einzelmomente zusätzlich zur Vermittlung des Unterrichtsstoffes reicht dann nicht aus, was letztendlich der Lehrkraft auf die Füße fällt. Es ist auch für Ihre Tochter wichtig, dass eine Lehrkraft gesund vor der Klasse steht und ihr das Gefühl von Sicherheit, Zuwendung und Schutz geben kann, statt nur irgendwie die Unterrichtszeit zu überstehen.
Danke!
Sie sind da aufgrund Ihrer Situation subjektiv parteiisch. Es gibt Menschen, die krank feiern, immer alle Aufgaben anderen überlassen, Systeme ausnutzen und Privilegien ausbeuten.
Zum Glück kennen Sie die Lehrkräfte der Schule Ihrer Tochter alle so gut, dass Sie einschätzen können, warum jemand fehlt, ob er wirklich krank ist oder nur so tut. Sie haben schließlich genauen Einblick in die Familien- und Lebensverhältnisse jeder einzelnen Lehrkraft. Ob Frau A Krebs hatte und deshalb schnell erschöpft ist, Herr B seine Eltern pflegt, Herr D nach mehreren Corona-Infektionen immer noch mit Erschöpfungszuständen zu kämpfen hat, Frau E sich aufgrund von Überlastung kaum noch konzentrieren kann – Sie wissen das alles. Ich bin beeindruckt.
Wie gesagt, es gibt Menschen, wie eben beschrieben und zufällig sind die, die viel fehlen, während Corona alles an andere abgedrückt haben usw auch die, die nur den einen Satz geschrieben haben. Zufällig ignorieren die auch generell die Inklusion, geben dem geistig Behindertem die gleiche Religionsarbeit, wie den anderen und setzen ihm ne Fünf drunter, sogar mit einer Kritik vor der ganzen Klasse, es hätte sich wohl keine Mühe gegeben, obwohl es gar keine Noten bekommt, usw – irgendwann passen viele Eindrücken einfach zusammen. Das ignorieren der Inklusion und GE Kind ne Fünf geben und dann im Zeugnis nur den einen Satz schreiben ist übrigens alles durch Beamtenstatus geschützt.
Sie machen Ihre generalisierten Aussagen über „krankfeiernde Lehrkräfte“, die sich keine Mühe geben, an einem Religionslehrer, einer Religionslehrerin fest? Ihr Ernst?
Wo generalisiere ich etwas? Und wo steht umgekehrt, es würde weltweit nur EINE solche Religionslehrerin geben?
Wissen Sie, was wirklich traurig ist? Ich hatte das hier früher schon einmal geschrieben. Reflexartige, glühende Verteidigung für den Lehrer folgte, tausend Ausreden und Erklärungen trotz eindeutig sabotierendem Verhalten und ganz viel Herzenswärme und Mitgefühl für den Lehrer. Das Kind wird falsch und schlecht behandelt und zudem gedemütigt. Aber es geht ja um Inklusion und deshalb darf es nicht sein, dass der Lehrer blöd war, denn der muss bei Inklusion immer Opfer sein. Daraus schließe ich, dass behinderte Kinder bei den meisten hier keine “Stimme” haben. Das stünde zu vielen eigenen Interessen im Wege.
Ironischerweise bestätigt das meine Erzählungen nur.
Nur einen banalen Satz in ein Textzeugnis zu schreiben ist eindeutig faul, ein GE Kind mit ner Fünf vorzuführen eindeutig eine schlechte und falsche Behandlung.
Und das ist nur EIN BEISPIEL, es gibt schon noch mehr davon!
Erinnert mit an die Zeit vor 60 Jahren, als Lehrer noch Opfer ihrer 14jährigen Schülerinnen waren, wenn sie mit denen im Bett waren und das dann zum Schulverweis der Schülerin führte. (Kenne da persönlich ein Beispiel von der Schwester eines früheren Bekannten).
Viel weniger blind und ignorant sind manche Foristen hier auch nicht, wenn für sie bei Inklusion Lehrer nur Opfer sein können.
Auf der letzten Schulpflegschaft wurde auch von Seiten der Eltern gemunkelt, dass Kollegin x doch so häufig krank sei und es schloss sich die Frage nach der Sicherstellung des Unterrichts an…..
Ein kurzer Blick in GPC förderte zutage, dass Kollegin X ganze 3 Tage in einem Schulhalbjahr gefehlt hat (große Augen bei den Eltern….), sie aber öfter an geplanten und verbindlichen Fobis teilnahm, für deren Tage sie ausführliche Vertretungshinweise gegeben hat (große Augen bei den Eltern und betretendes Schweigen….)
Und Sie wissen also genau, weshalb die Lehrerin „ständig“ fehlt??
Siehe Antwort auf Mika
Sie mutmaßen sich was zusammen und maßen sich an, das als Fakt zu verkaufen. Da fehlen mir die Worte.
Sie brauchen behinderten Kindern keine Rechte und keine Stimme geben, kein Problem. Wir persönlich, sind in knapp zwei Jahren damit durch, mir ist es egal geworden. Hat genauso wenig Sinn, wie gegen den Rechtsruck und Rechtsextremismus anzugehen. Wenn die Leute nicht anders wollen, kann man nichts machen und die allermeisten Lehrer wollen eben keine Inklusion. Entsprechend verstehen sie sich da ausschließlich als Opfer und können I-Kindern, die von Inklusion hassenden Lehrern schlecht behandelt werden, nicht helfen.
Ich ergänze noch zu meiner Antwort an Mika :
Meine Tochter geht mit ihrer Fünf erschrocken zu ihrer Klassenlehrerin, die zufällig auch Förderlehrerin ist. Diese streicht die Fünf der Kollegin durch und schreibt “ohne Bewertung” drunter. Auf meine Frage, ob die Religionslehrerin evtl nicht Bescheid weiß, antwortet sie ALLE Kollegen wüssten Bescheid und kennen auch den Lehrplan für meine Tochter. Meine Tochter will anschließend aus Angst vor dem Religionsunterricht zu Werte und Normen wechseln. Solche und ähnliche Vorfälle gibt es bei einzelnen Lehrern und die Schulleitung kann nicht mehr machen, als darauf hinzuweisen, die Person ginge zum Halbjahr in (Früh) Pension. Beamtenprivilegien halt.
Ich habe in der Schule übrigens gelernt, dass es voll unprofessionell ist, bei was auch immer, nur einen Satz zu schreiben (deshalb schreibe ich auch immer so viel 😉 )
Aber Sie meinten doch, Textzeugnisse gingen total schnell? Was denn nun? Ausführlich (dauert lang, ich unterrichte ca. 150 SuS im Schuljahr) oder einen Satz?
Ihre Antwort hat gar nichts mit meinem Kommentar zu tun. Worauf beziehen Sie sich?
Aber es ging doch um Textzeugnisse und um den Krankenstand der Lehrer…..nun schwenken Sie um….warum?
Inwiefern schwenken ich um? Worauf beziehen Sie sich?
Wenn Sie die Geschichte mit der Fünf meinen : Ich konkretisiere das Gesamtbild! Passt halt alles zusammen. Ich kann noch weiter konkretisieren : Der Lehrer, mit dem sie auf Kollegium – Bildern immer Arm in Arm hängt und auch sonst viel mit ihm rumschäkert (Kopf krault, ja, das Lehrer Zimmer hat Glasscheiben und manchmal eine offene Zwischen Tür und wir sitzen da genau vor, wenn wir zB bei Zeugniskonferenzen vor dem ggü liegenden Raum im Flur warten sollen) und scheinbar gut befreundet ist, hat das übernommen und ebenfalls nur den einen Satz geschrieben ” XY hat mit Freude am XYZ Unterricht teilgenommen”.
Darum ging es doch in meinem Ausgangskommentar. Leute, die sich im Unterricht wenig Mühe gebe n und zufällig auch gleichzeitig viel fehlen, das fällt halt auf und lässt darauf schließen, dass der Beamtenstatus in mehrfacher Hinsicht ausgenutzt wird. Wäre ich kein Elternteil, würde euch meine Aussage auch nicht piesacken, im Gegenteil, ihr leidet selber unter Kollegen, für die ihr mitarbeiten müsst,weil die sich “einen schlanken Fuß” machen. Und nein, das war kein generalisieren und da waren nicht alle, die viel fehlen, mit gemeint, sondern die, die viel fehlen, zugleich bei Corona alles anderen überlassen, zugleich nur einen Satz ins Textzeugnissen schreiben, zugleich das GE Kind im Unterricht rücksichtslos behandeln…
Da fällt mir gerade noch etwas zu speziell dieser Lehrerin ein :
Mein Sohn hatte sie auch, mit ihm kam sie ganz gut klar, weil er ein intelligenter Schüler war, mit ihm kam eigentlich immer jeder gut klar. Er hat es verstanden, gleich zu Anfang klar zu machen, dass er kein typischer Oberschüler ist, sondern viel sozialreifer und sozialstärker als sein ganzer Jahrgang und auch noch wissbegierig und lernbereit – und dann mochten ihn alle….. ABER….. er ist Legastheniker!
Und da wollte ich mit zu dem Zeitpunkt BuT berechtigt einen Nachweis von ihr haben, dass er Nachhilfe brauch, weil er zur Oberstufe möchte. Mit dem Nachweis hätte ich das bezahlt bekommen (nein, ich war nicht arbeitslos, sondern arm trotz Arbeit). Da hatten wir dann 1-1,5 Jahre drauf gewartet und dann war es auch egal. Er hatte dann keine Nachhilfe.
Wieviel soll ich denn jetzt noch schreiben, dass Sie mir glauben, dass es faule Kollegen gibt? Und wenn die zufällig auch viel blau machen, das mitunter der gleiche Grund sein könnte? Ich habe nicht geschrieben, dass es so ist, passt aber alles ins Gesamtbild.
Oder war die Kollegin so krank, dass sie nur noch den einen Satz ins Zeugnis schreiben konnte und es nur noch für täglich viel Schminke, Südseebräune und täglich aufwendig gestylte Haare reichte?
Von mir aus, dann gibt es also keine Leute, die krank feiern und hat es nie gegeben. Und Leute, die den Beamtenstatus ausnutzen schon mal gar nicht. Alles selbstlose kleine Engel, nur die I-Kinder sind das Problem ^^
Übrigens habe ich das mit dem “Kopf kraulen und Arm im Arm” nur geschrieben, weil sonst gleich der nächste Kommentar kommt, woher ich denn wissen soll, ob die sich gut verstehen, ggf befreundet sind. Ich kann nichts dafür, wenn ich Lehrer im Lehrer zimmer sich den Kopf kraulen sehe! Ich will das auch gar nicht sehen! 🙂 Müsst ihr halt die Tür zu machen und dann könnt ihr dahinter alles miteinander machen. Es brauch jetzt also nicht der nächste Kommentar kommen, was geht mich denn das an bla bla, was die im Lehrer Zimmer machen. Letztendlich lenken nämlich alle diese Kommentare von der eigentlichen Sache ab.
Und weil ich jetzt keine Lust mehr habe, schließe ich die Sache folgendermaßen ab :
Eine Parallele von low-performen und ständigem fehlen darf man nur bei Schülern ziehen, nicht bei Lehrern, schon gar nicht, wenn Inklusion im Spiel ist, denn da sind Lehrer immer Opfer.
Punkt. Fertig. Ende. Aus!
Ach Indra, niemand stellt in Abrede, dass es – wie in jedem anderen Beruf auch – solche und solche gibt.
Zwei Dinge finde ich aber bei dieser Diskussion schwierig:
– Sie ziehen Schlüsse aus Verhaltensweisen einer Kollegin, die auch als Unterstellungen gewertet werden können (so ganz von außen betrachtet)
– Sie kommen in Ihren Ausführungen von Höckchen auf Stöckchen, was dann mit dem Ausgangspunkt (Textzeugnisse) nur noch ganz vage zu tun hat.
Ich lese bisweilen Ihre Ausführungen ganz gerne, aber diese Detailverliebtheit ist auch anstrengend, weil Sie ganz oft den Faden verlieren und dann irgendwann wiederfinden und wieder aufnehmen. Vielleicht liegt auch manchmal eine gewisse Würze in der Kürze….
Danke.
Und selbst wenn die Lehrkraft krankheitsbedingt fehlt, ist es ihr gutes Recht, krank zu sein,
und die Vertretung ist nur so gut, wie die Bedingungen es hergeben, die das Land verantwortet.
Ernsthaft? Sie verkünden die Zahl der Krankentage der Kollegin vor den versammelten Eltern? Ich verstehe ja die Intention dahin, aber sowas geht gar nicht.
Ich bin nicht in dieser Situation, das heißt, ich bin keine Lehrerin. Dennoch habe ich genug Erfahrung und auch Einfühlungsvermögen und konnte deshalb diesen Beitrag schreiben.
Wenn es diese Menschen auch tatsächlich gibt, glaube ich, dass die Mehrheit der Lehrkräfte aus einem einfachen Grund nicht dazu gehört.
Sie sind dafür verantwortlich, ihre Unterrichtsinhalte trotz sämtlicher hier häufig beschriebener schwieriger Umstände in einer relativ kurzen Zeit durchzubringen, Arbeiten zu schreiben, diese zu benoten und Zeugnisse anzufertigen.
Sämtliche Lehrkräfte, die mir jemals begegnet sind, und das waren viele, gehen eher krank in die Schule, als sich den Stress zuzumuten, wenn sich durch einen Ausfall alles aufstaut.
Ich höre aus vielen Lehrerfamilien, dass Lehrkräfte häufig an Wochenenden und zu Beginn der Ferien erkranken, wenn der Stress abfällt und der Körper endlich zusammenklappen darf.
Rührend! Darf man trotzdem andere Beispiele nennen?
Haben Sie auch mal warme Worte für I-Kinder? Wenn Ihre Tochter GE hätte und es würde so etwas vorfallen , sagen Sie ihr dann nur, sie soll sich nicht so anstellen, die meisten Lehrer seien ja lieb?
Sie schreiben immer ganz toll über bestimmte Gruppen und U3 Kinder, für behinderte Kinder scheinen Sie keine Stimme zu haben.
Lesen Sie nochmal, was ich geschrieben habe, da steht “manche”, nicht “Alle”!
Aber man kann ja generell wunderbar von einer Tat ablenken, wenn man den Kläger denunziert. Ist das Ihr Plan? Dann bleibt es also bei 100% aufopfernden Lehrern und 100% störenden, schwierigen, allen schadenden I-Kindern, das Bild wollen wir natürlich nicht stören ^^
Ich verstehe Ihre persönliche Betroffenheit. Nach meiner Zustimmung zu Ihrem Post in meinem ersten Beitrag habe ich auf einen Satz über „krankfeiernde“ Lehrkräfte Bezug genommen, dem ich nicht zustimmen konnte.
In einer Diskussion wie hier finde ich es wichtig, auf jeden Teil eines Beitrages antworten zu können, ohne dass einem Desinteresse am restlichen Beitrag oder am Artikel selbst vorgeworfen wird.
Sie haben sich neben der Schilderung, was Ihrer Tochter geschehen ist und was ich sehr schmerzhaft finde, die Freiheit genommen, Lehrkräfte in Kategorien aufzuteilen und zu beurteilen.
Wenn ich dazu etwas sage, bin ich in Ihren Augen dann einige Posts später unfähig zur Empathie gegenüber I- Kindern im Allgemeinen und Ihrer Tochter im Besonderen.
Über diese Wendung kann ich nur staunen, zumal ich Sie an keinem Punkt persönlich angegriffen habe. Dazu habe ich gar keinen Grund.
Auf der anderen Seite konnte ich nirgendwo erkennen, dass Sie auch nur ansatzweise über Ihre Aussage über fehlende Lehrkräfte und deren Haltung I-Kindern gegenüber nachdenken würden. Sie schreiben dazu „Rührend!“, was ich in keiner Weise positiv empfinde, eher als herablassend. Ich hatte dazu einige Argumente, die ebenso wie Ihre Aussagen, denen ich folgen konnte, zum Mitgefühl geeignet gewesen wären.
Ich hatte keinen „Plan“ verfolgt. Ich hatte mich ziemlich entspannt für die Anerkennung der fehlenden Lehrkräfte eingesetzt.
Es kommt mir vor, als ob Sie als Mutter eines I- Kindes meinen, alles schreiben zu dürfen, weil Sie beim kleinsten Widerspruch auf einen Ihrer Seitenhiebe auf Lehrkräfte allgemein behaupten können, die widersprechende Person sei gegen Inklusion und somit auch gegen Ihre Tochter.
Sie wollen Zustimmung und wenn diese nicht zu 100 Prozent gegeben wird, ist man empathielos gegenüber I- Kindern.
Es tut mir leid, dass Sie durch Ihre Erfahrungen mit der Inklusion Ihrer Tochter so verletzt sind und ich habe dafür aus persönlichen Gründen und auch beruflich tiefstes Verständnis. Ich will jedoch nicht mehr in die gelegentliche „Falle“ in Ihren Posts laufen, die aufgeht, wenn ich Ihnen in irgendeinem Punkt widersprechen möchte.
Eine Diskussion ist mir auf dieser Grundlage leider nicht möglich.
Letztens war eine ehemalige Schülerin und nun Praktikantin an unserer Schule und fragte nach Frau Y…..diese war krank…..große Augen bei der Praktikantin und O-Ton: „Das kann gar nicht sein, die war noch nie krank…nicht einen einzigen Tag während meiner Schulzeit hier.“
Tja, bei uns ist es Konsens, wenn man krank ist, ist man krank und bleibt zuhause….was nicht immer für alle anderen angenehm ist, aber man muss sich nicht quälen und dann richtig krank werden. Lieber sich ein oder zwei Tage aus dem Spiel nehmen und dann fit sein, als sich zu schleppen und dann richtig krank werden…..
In Wahrheit wissen natürlich alle hier, dass es in jedem Berufsstand High – und Lowperformer gibt und es ist auch kein Problem, das auszusprechen. Und viele, viele Lehrer haben hier schon über solche Kollegen geklagt, ohne das da jmd ein Problem mit gehabt hätte. Hier gefällt es nur nicht, wenn Eltern das ggü dem Lehrer Beruf aussprechen und zudem das Narrative vom ewig ausgebeuteten, aufopfernden, inklusionsgeschädigten Lehrer und dem ewig Probleme machenden I-Kind stört 😉
Ich finde diese Haltung sehr gut. Tatsächlich gibt es insgesamt überall weniger Krankheitstage, wenn infektiöse Menschen sich isolieren und andere sich gar nicht erst anstecken. Außerdem ist man kürzer krank, wenn man zu Beginn der Symptome gleich Ruhe hat und sich um sich kümmert. Ich finde es schön, dass Sie das an Ihrer Schule so handhaben. Das ist gelebter Arbeitsschutz, der nur Vorteile hat.
Ich habe das leider überall, wo es um Kinder geht, anders wahrgenommen. Hoffentlich setzt sich Ihr gesunder Blick darauf eines Tages gesellschaftlich durch!
Vielleicht sollte sich Schule ändern? In einer sich immer mehr individualisieren Gesellschaft ein Lehr- und Lernangebot aus dem letzten Jahrhundert anzubieten, könnte möglicherweise mit den festgestellten Entwicklungen zusammen hängen. Aber gut, wenn es ofttmals nicht um eine inhaltliche und fachliche Diskussion und Entwicklung geht, sondern nur um Politik und Bedürfnisse aus dem wirtschaftlichen Umfeld und niemand davon ablässt, läuft es einfach, wie gehabt weiter.
Ja bitte, einen Privatlehrer (am besten einen Universal-Gelehrten) für jedes einzelne Kind. Dann ist die “Individualisierung der Gesellschaft” perfekt!. Wie sieht es dann aber mit sozialen Kompetenzen, Inklusion, Demokratieerziehung, Entwicklung von Teamfähigkeit und anderen gewünschten Kompetenzen aus? 🙂
Halten Sie Privatlehrer für sozial inkompetent, exklusiv, undemokratisch, teamfähig und mit unerwünschten Kompetenzen ausgestattet?
Mist, Sie haben mich schon wieder ertappt!
Ich hätte den Begriff vorher noch mal googeln müssen, sorry. Das kann ich nicht so richtig beurteilen, die sind alle schon tot.
https://de.wikipedia.org/wiki/Universalgelehrter
https://geboren.am/themen/naturwissenschaft/universalgelehrte
Allerdings ist die Frage, gibt es solche solche Universalgelehrte auch heute noch und in ausreichender Menge? Und wären diese auch gute Lehrer/Pädagogen (gewesen)?
Lehrer ja, aber Knabenführer? Und was ist mit den Mädels? Verfallen Sie jetzt wieder in tradierte Denkmuster, die Bildung für Mädchen für überflüssig halten? Schöne Reise nach Afghanistan
Menno! Mein Kopf produziert schon genug unbequeme Fragen. Jetzt fangen Sie auch noch damit an. Ich kann doch nicht alles bis ins kleinste Detail bedenken. Das schaffen unsere Kumis ja nicht mal im Groben.
Also ab nach Afghanistan. Die alte Drohung “dann geh doch nach drüben” könnte ja auch gen Westen gehen. Und das will ja keiner, nicht wahr?
Weißes Pferd auf grüner Wiese, weißes Pfer auf grüner Wiese …
Soll helfen:)
Achso, gegen Privatlehrer habe ich nichts, bin im Moment ja selbst sowas in der Art. Das mit den sozialen Kompetenzen bezog sich eher auf den “individualisierten Einzelunterricht”, also vom Schüler aus gesehen.
Da sieht man mal wieder meine lehrerzentrierte Sichtweise.
… idealerweise sollten diese “individualisierten Einzelunterricht Gebenden” doch die lieben Kleinen gleich adoptieren, dann wäre für die Eltern und die Kinder gesorgt.
In dieser Diskussion fehlt, dass das Augenmerk auch auf die Folgen der Coronapandemie gerichtet wird. Ich finde es nicht erstaunlich, dass die Zahl der Förderbedarfe steigt. Viele Kinder haben durch die Isolation, die teilweise Überforderung der Eltern und soziale Ungerechtigkeiten Entwicklungsrückstände aufgebaut. Sie wurden und konnten nicht ausreichend gefördert werden. Jetzt fallen genau diese Defizite in der Schule auf. Die Kinder müssen jetzt mit viel Einfühlung und intensiver Begleitung unterstützt werden.
Mit den geplanten Sparmaßnahmen wird das niemals gelingen. Ich bin sehr pessimistisch. Schließlich sind dies die Erwachsenen der Zukunft.
Inklusion ist in den meisten Fällen an normalen Schulen sehr schwierig:
Der Lehrer hat nicht genügend Zeit, sich für jeden Inklusionschüler speziell vorzubereiten und ihm viele Dinge noch zusätzlich und mehrmals zu erklären.
Diese Schüler sind besser an Förderschulen mit kleinen Klassen und Zeit für individuelle Betreuung aufgehoben.
Neben guten und Deutsch sprechenden Schüler sollen sich die Lehrer also noch um Inklusion, Schülern aus aller Welt, die nicht oder schlecht Deutsch sprechen und um verhaltensauffällige Kinder kümmern. Dass dabei den guten Schülern nicht entsprochen wird, müsste eigentlich klar sein.
Alle, die hier nur reden, sollen mal ein Jahr lang solche Klassen unterrichten!
Für die Kolleg*innen in Inklusionsklassen geht das nicht nach einem Jahr einfach vorbei – DARUM soll die Inklusion ja verbessert werden.
Die These von Herrn Wocken entwickelt sich zu einer Wandersage.Gibt es eine fundierte Datenlage, die verlässlich zeigt, dass wirklich weniger Kinder vor 20 oder 30 Jahren festgestellt wurden unter der Prämisse, dass auch die Routinen, die zur Einleitung führten gleich waren und wirklich alle Kinder, bei dem der Verdacht bestand, überprüft wurden? Nein. Gibt es nicht. Ed nervt nur zu sehen, für welche wissenschaftliche Expertise hier Raum geboten wird. Oder kann news4teacher eine entsprechende Datenlage hier nachweisen?
News4teachers ist ein journalistisches Medium, keine Hochschule. Wir berichten (unter anderem) über Wissenschaftler*innen – und ihre Erkenntnisse.
Zur Plausibilität: Es fällt zweierlei auf – erstens, dass die Förderquote (also der Anteil von Kindern mit festgestelltem sonderpädagogischen Förderbedarf) sich, je nach Bundesland, um mehr als den Faktor zwei unterscheidet. Es gibt aber keinerlei medizinische oder pädagogische Begründungen dafür, warum es in Sachsen-Anhalt (Föderquote: 9,4 Prozent) einen mehr als doppelt so hohen Anteil von Kindern mit Behinderungen geben sollte als im Saarland (4,1 Prozent). Darüber hinaus fällt auf, dass die Kapazitäten an Förderschulen stets ausgelastet werden. Beide Tatsachen nährt durchaus den Verdacht, dass sich das System selbst erhält.
Zumal es erst unlängst ein umfassendes Gutachten im Auftrag der NRW-Landesregierung gab, das fehlende Standards bei den Verfahren monierte und den Verdacht, dass Förderbedarf aufgrund von „Bedarf nach Entlastung in allgemeinen Schulen“ festgestellt wird, bestätigte. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/05/mogelpackung-inklusion-gutachten-deckt-auf-warum-es-immer-mehr-kinder-mit-dem-stempel-foerderbeduerftig-gibt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer hat den diesen bösen Standards eigentlich entwickelt? Hust. Dich wohl nicht Menschen, die das studiert haben ubd aber Hochschulen tätig waren??? Ich frage da für Freund.
Es gibt ja keine Standards, das ist ja eins der Probleme. Herzliche Grüße Die Redaktion
Für den Fö-Bedarf Lernen gab es so etwas schon mal in der DDR,. Ich schrieb schon mehrfach hier zu der Aufnahme-/Diagnostikwoche an den Hilfsschulen. Also, bitte nicht immer verallgemeinern. Man muss das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Manches müsste man nur an die Neuzeit anpassen.
Ich kann es nur immer neu wiederholen:
– Kein verantwortungsvoller Lehrer stellt einen Förderantrag, um sich selbst oder die Schule zu entlasten.
– Ich habe früher sehr viel mit Förderschulen kooperiert. Traumhafte Verhältnisse: Kleine Klassen, immer mindestens zwei Lehrpersonen, immer Nebenräume als Rückzugsort, Material, von dem wir an der Regelschule nur träumen können.
– Das System ist durchlässig. Ich habe immer wieder Schüler erlebt, die an die Regelschule wechseln konnten. Und zwar deshalb, weil sie in der Schuleingangsphase eine intensive Unterstützung in der Förderschule hatten. Das taucht in NRW dann noch nicht einmal im Lebenslauf auf.
Ich gebe Ihnen recht. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass bei uns noch nie ein Lehrer einen Förderantrag gestellt hat. Darum mussten wir Eltern uns immer selbst kümmern. Auch viele andere Betroffene berichten, dass die Schulen sich sytematisch weigern, berechtigte Förderbedarfe zu beantragen und zu überprüfen. Das ist wahrscheinlich das verantwortungsvolle Handeln der Pädagogen, vom dem Sie schreiben.
Würden Sie mir bitte verraten, wo man diese traumhaften Förderschulen findet. Das einzige was ich aus Ihrer Aufzählung bestätigen kann, sind die kleineren Klassen. Doppeltes Personal hat auch die Regelschule. Ruheräume gibt es in der Förderschule nicht, aber in der Regelschule. Und das Lehrmaterial war in der Regelschule auch um Welten besser. Auf den Förderbedarf des Kindes sind beide Schulen nicht eingestellt. Und einen Schulabschluss bekommt das Kind an der Förderschule erst recht nicht.
Und dass das System durchlässig ist, ist ein Märchen, das von denen immer wiederholt wird, die keine Inklusionskinder an ihren Schulen haben wollen. Die paar Kinder, die es trotz aller Bemühungen der Pädagogen auf eine weiterführende Regelschule schaffen, sind Einzelfälle. Viel häufiger kommt es vor, dass die Kinder die Förderschule verlassen müssen, weil sie bestimmte formale Kriteren nicht mehr erfüllen. Unsere Förderschule z.B. nimmt im Grundschulbereich Kinder mit diversen Förderschwerpunkten auf. Ab Sek I müssen viele die Schule dann verlassen, weil nur noch ein spezifischer Förderschwerpunkt akzeptiert wird. Wer nicht passt fliegt raus und muss an eine Regelschule ohne Förderung. Der Förderbedarf ist davon aber nicht weg.
„
Doppeltes Personal hat auch die Regelschule. Ruheräume gibt es in der Förderschule nicht, aber in der Regelschule. “
An welcher Regelschule gibt es durchgehend Doppelsteckung? Ich kenne keine einzige.
Ruheräume? An den meisten Schulen muss auch noch die kleinste Besenkammer als Unterrichtsraum dienen. Ich kenne keine Regelschule mit Ruheräumen.
Und ja, Regelschulen haben in der Regel keine Ressourcen für die Förderung sonderpädagogischer Bedarfe. Die gesteht ihnen die Politik nämlich nicht zu.
Moment. Ich habe nicht gesagt, dass wir keine Förderanträge stellen. An meiner Schule laufen gerade drei. Dass die Eltern mitwirken, ist selbstverständlich. Ohne deren Einwilligung geht es laut Gesetz nicht.
Und keine Förderschule kann eigenmächtig einen Schüler “rauswerfen”.
Es tut mir leid, dass Sie negative Erfahrungen gemacht haben.
“Doppeltes Personal hat auch die Regelschule.”
Der war gut! In zwei bis drei Stunden die Woche kommt eine Förderlehrer zur Unterstützung, den Rest ist man alleine.
Wenn wir abwechselnd jede zweite Klasse zuhause im HO lassen, dann kriegen wir das doch locker hin.
… aber was das kostet. Die Mittel für spätere Transferleistungen aus dem Sozial- und Arbeitsetat entlasten aber den Bildungsetat:(
In NDS wurde die FöS Lernen geschlossen, FöS ESE gibt es (schon seit über 30 Jahren) fast nur durch private Anbieter.
Dass die verbleibenden Plätze ausgelastet sind, kann ich mir vorstellen.
Ob man nun FöS-Plätze hat oder nicht, es hilft nicht, auf Etikettierung zu zeigen, sich aber die Ressourcen gar nicht anzusehen.
Viel mehr müsste man an den nicht vorhandnen Förder- und Therapie-Möglichkeiten ansetzen, um Schüler:innen Rüstzeug zu geben und Kompensation zu vermitteln.
Auch 2019 gab es schon mal einen ähnlichen Artikel hier bei n4t:
https://www.news4teachers.de/2019/06/etikettierungsschwemme-bei-der-inklusion-warum-es-in-deutschland-immer-mehr-schueler-mit-der-diagnose-foerderbedarf-gibt/#comments
… und? Was hat sich am Problem verbessert? Die Diskussionen/Kommentare waren damals ähnlich wie heute … “und täglich grüßt das Murmeltier!” …
Nochmals: Auch eine Redaktion wie news4teacher wäre gehalten, einmal nachzusehen, was ständig da auch von der Redaktion veröffentlicht wird. Das die Herrschaften der angeblichen Wissenschaft sich da fröhlich untereinander zitieren, aber keine Datengrundlage benannt wird, ist lächerlich. Auch das von Ihnen zitierte Gutachten, an dem auch Frau Moser beteiligt war, hat den Stand der Forschung nur durch Literaturrecherche festgestellt. Was soll denn so ein Schmarrn?
Also nochmals: Da sie ja diese Sicht der Welt so vehement verteidigen: Welche Datengrundlage hat diese Aussage?
Und nochmal: Der Eisengehalt von Spinat ist auch eine halbe Ewigkeit falsch benannt worden: Allo haben zitiert, keiner in Frage gestellt.
Jetzt wissen wir, dass wir Eisen anders zu uns nehemn sollten.
Wie sieht es mit den Daten für diese steile These aus zur angeblichen Feststellungspraxis?
Wir wissen nicht, von welchem Gutachten Sie schreiben – an dem, worauf wir uns beziehen (und auf das wir zigfach verlinkt haben), war Frau Prof. Moser nicht beteiligt – dafür sieben Wissenschftler*innen von sechs Hochschulen. Es wurde dabei auch nicht nur “Literaturrecherche” betrieben, sondern:
“Zur wissenschaftlichen Qualitätsanalyse der aktuellen Feststellungspraxis wurden im Schwerpunkt ESE 115 Fall akten, im Schwerpunkt GE 94 Fallakten, im Schwerpunkt LE 108 Fallakten sowie im Schwerpunkt Sprache 103 Fallakten nach gemeinsam abgestimmten Kriterien gesichtet. Dabei wurde einerseits auf Vergleichbarkeit zwischen den Schwerpunkten geachtet. Über alle Schwerpunkte hinweg lag ein Fokus der Analysen auf der Beschreibung des jeweiligen Unterstützungsbedarfs, den Profilen der Schülerinnen und Schüler sowie auf den diagnostischen Instrumenten, die im Begutachtungsprozess eingesetzt wurden. In die Analysen wurden andererseits schwerpunktspezifische Charakteristika integriert, wie z. B. die Bedeutsamkeit des sozialen Kontextes (insbesondere der Schule) im Bereich ESE, die Intelligenzdiagnostik und die adaptiven Kompetenzen im Bereich GE, die kriteriengeleitete Diagnostik im Bereich LE oder die Mehrsprachigkeit im Bereich Sprache. Die kriteriengeleiteten qualitativen sowie quantitativen Analysen wurden in der Folge in den aktuellen Forschungsstand der jeweiligen Schwerpunkte eingeordnet und mit Vorgehensweisen in anderen Bundesländern abgeglichen. Zudem wurden in den beteiligten
Schwerpunkten mehrere Interviews und Online Umfragen mit Akteurinnen und Akteuren aus der Schulpraxis geführt, darunter Lehrkräfte für sonderpädagogische Förderung im Gemeinsamen Lernen und in Förderschulen, Eltern und Erziehungsberechtigte sowie deren Vertreterinnen und Vertreter sowie Schulleitungen. Ziel dieser Erhebungen war es, ein möglichst aussagekräftiges, umfassendes und elaboriertes Bild der Rezeptions- und Nutzungspraktiken und -logiken der am Feststellungsverfahren beteiligten Personen auf die aktuelle Umsetzung der Feststellungspraxis zu erhalten und daraus Implikationen für die Qualitätsanalyse zu gewinnen.” Quelle: https://www.schulministerium.nrw/system/files/media/document/file/kurzfassung_wissenschaftlicher_pruefauftrag_sonderpaedagogische_foerderung.pdf
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ausgewählte Expertinnen und Experten für die Interviews: Frau Moser wird genannt. Wird entsprechend so benannt.
Sie hat also Ihre “Expertise” einbringen dürfen. Auch in der Literaturdarstellung fehlt sie nicht:
„Vera Moser und Torsten Dietze (2015) gingen ebenfalls
unterschiedlichen Perspektiven sonderpädagogischer
Unterstützung nach. Der Beitrag konnte zeigen, dass sonderpädagogische
Förderung in Deutschland historisch eng
an die gutachterliche Feststellung von Förderbedarfen
sowie an die Institution der Hilfs- bzw. Sonderschule
geknüpft ist und dass die Zahl der Schülerinnen und
Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf seit der
Entkopplung von der Sonderschule kontinuierlich anstieg
(Moser & Dietze, 2015, S. 75).“
Wenn die Ansicht der Dame bekannt ist, warum wird sie dann noch als Expertin geladen?
Wo bleiben konträre Ansichten? . Benannt werden diese nicht im Literaturdiskurs.
Hansgünter Lang als Jurist wäre da doch spannend.
Dazu der Prüfauftrag: Prüfauftrag zur steigenden Anzahl der Schülerinnen und
Schüler mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung. Recht offen formuliert, meinen Sie nicht auch? (Ironie)
Meinen Sie, dass man mit 270 gelesenen Gutachten eine statistische Aussage treffen darf oder kann? Wow, ich muss im Studiengang Psychologie echt voll gepennt trotz Abschluss…..
Die Inklusionsforscher*innen sollten vielleicht mal in die KiTas schauen. Meine Schwester ist Erzieherin in der KiTa und ich Grundschullehrerin. Die Zahl der Kinder mit Förderbedarf steigt tatsächlich. Das hat aber nichts mit dem System zu tun. Den Kindern wird nicht mehr vorgelesen, sie werden nicht am Alltag beteiligt, zum Einkauf mitgenommen und bewegen sich zu wenig. In Sport gibt es seit kurzem auch Kompetenztests für die Grundschuler. Die Ergebnisse sind im Durchschnitt erschreckend. Das System muss sich tatsächlich anpassen, weil immer mehr familiäre Förderaufgaben an die Bildungseinrichtungen abgegeben werden und Schüler immer seltener die von Bildungsministerien erwarteten Vorraussetzungen mitbringen.
Sie werden vor allem nicht sinnvoll von ihren Eltern erzogen beziehungsweise gefördert. Alles scheint zwischen den Erziehungsstilen Laisser-faire und Autoritär zu schwanken, je nach Stress, Stimmung und Geduld der Eltern. Kinder schalten in diesem gefühlsmäßigen Wirrwarr ab und machen letztendlich, was sie wollen. Ihnen fehlt einfach der liebevoll- konsequente elterliche Halt.
What?
Die Aussagen und Einschätzungen von Herrn Wocken reißen mich aus den Socken!
Die tatsächliche Zahl der Schüler mit Förderbedarfen ist zumindest in Rheinland-Pfalz viel höher als die statistisch erfasste Anzahl. Seit vielen Jahren werden die Zugänge zum Fördergutachten eingeschränkt und verkompliziert. Da ich seit vielen Jahren an Grund- und Regelschulen als Förderschullehrer arbeite, kann ich Herrn Wocken nur dringend empfehlen, sich mit den Kolleginnen und Kollegen zu unterhalten. Angefangen mit der Anweisung der ADD, dass überhaupt nur dann eine Diagnostik erfolgen kann, wenn von vornherein die Mitarbeit und ggfls. eine Akzeptanz eines sonderpädagogischen Förderbedarfes der Eltern sichergestellt ist. Dann erklären sich nicht selten die Eltern dann bei festgestellten Förderbedarf ihres Kindes nicht mit dem Gutachten einverstanden.
Nicht wenige Kolleginnen und Kollegen der Regelschulen schrecken vor der Meldung von Schülern selbst bei offensichtlichen besonderen Bedarfen über das Gutachtenportal zurück, da diese mit erheblichem Aufwand verknüpft ist und letztlich “doch nichts bringt”, weil die entsprechende sonderpädagogische Unterstützung meist aus personellen Gründen nicht erfolgt.
Relativ neu ist auch, dass grundsätzlich Kinder vor der Einschulung nicht gemeldet werden sollen, selbst wenn alle Beteiligten (Eltern, Erzieher, Kinderarzt) von dem Förderbedarf überzeugt sind.
Kinder mit Migrationshintergrund dürfen erst nach zwei Jahren nach Einreise gemeldet werden.
Die ADD akzeptiert nicht selten den festgestellten Förderbedarf nicht. Aus Gründen, die sich mir und betroffenen Kolleginnen und Kollegen verborgen bleiben und nur Entsetzen auslösen. Eine Förderschullehrerin hat ihr eigenes Kind nach Jahren verzweifelter Unterstützung und Hilfen aller möglichen Instanzen gemeldet. Der sonderpädagogische Förderbedarf wurde von einem unabhängigen Gutachter dann auch festgestellt. Die ADD hat das Gutachten nicht akzeptiert. Unfassbar!
Tatsache ist, dass immer mehr Grund- und Regelschullehrer Klassen unterrichten sollen, in denen fünf und mehr Schüler aus o.g. Gründen nicht von der Statistik erfasst sind.
Aus meiner Sicht stehen selbst junge Kolleginnen und Kollegen mit einem Bein im “Burnout”.
Die hohe Zahl von Schülern ohne Schulabschluss ist ebenfalls im Zusammenhang mit der von mir wahrgenommenen Situation zu sehen. In der Realschule Plus, in der ich zuletzt arbeitete, werden 8. und 9. Klassen als “Rudis Resterampe” bezeichnet. Allen ist klar, dass diese Schüler nur in besonderen Ausnahmefällen einen Abschluss erreichen. Diese Klassen werden nicht mehr unterrichtet, sondern nur unter katastrophalen Bedingen “verwahrt”.
Wenn sich nicht schnell eine grundlegende Veränderung eintritt, sehe ich das Schulsystem in absehbarer Zeit kollabieren.
In Berlin konnten Eltern (bis vor etwa 10 Jahren) noch Widerspruch gegen den Förderbescheid einlegen. Jetzt müssen sie dagegen klagen. Das stellt natürlich für die meisten Eltern eine viel größere Hürde dar, als ein formaler Widerspruch.
Andererseits entlastet das natürlich die eh schon überlasteten (und zu wenigen) Sonderpädagogen, die diese Fö-Bedarfe feststellen müssen, von zusätzlicher (doppelter) Arbeit.
Alles hat zwei Seiten.
Vor längerer Zeit gab es schon mal einen n4t-Artikel zum gleichen Thema wie hier:
https://www.news4teachers.de/2024/05/mogelpackung-inklusion-gutachten-deckt-auf-warum-es-immer-mehr-kinder-mit-dem-stempel-foerderbeduerftig-gibt/
Ich habe es mir noch einmal durchgelesen, nicht nur den Artikel sondern auch die Kommentare. Sehr interessant! Kann ich Ihnen nur empfehlen. Übrigens hat auch Hans Wocken einen Kommentar dort gepostet.
Tscha, was hat sich seit diesem Artikel verbessert? Sind wir einen Schritt weiter?
Ich empfehle zum Lesen und Vergleichen der Kommentare von damals und heute dringend die rosarote Lesebrille! 🙂
Gibt es auch Statistiken zu “medizinischen” Gründen für die Zunahme von Fö-Bedarfen: höhere Überlebensquote von Frühgeborenen, Zunahme von Risikoschwangerschaften (durch z. B. höheres Alter der Mutter)
Auch diese Faktoren können mMn. eine Rolle spielen.
Dass erheblich mehr Kinder Therapien benötigen, wird von Jahr zu Jahr gemeldet. Das zweifelt man nicht an, sondern erschrickt über die Entwicklungsverzögerung oder Schwierigkeiten oder Zunahme an Erkrankungen.
Wenn Lehrkräfte bei den Kindern dann feststellen, dass sie Schwierigkeiten beim Lernen haben, weil diesen Kindern wichtige Voraussetzungen fehlen, ist das dann aber Etikettierungschwindel, Erschleichen von (gar nicht vorhandenen) Ressourcen,
Man könnte auch zu dem Ergebnis kommen, dass
Aber lieber wird man das Überprüfen von Förderbedarfen noch weiter eingrenzen. Am Ende kann man dann sagen, dass alle Schüler:innen inklusiv beschult werden, ohne die Ressourcen dafür je bereit gestellt zu haben.
Vergleiche mit anderen Schulsystemen wird man weiterhin vornehmen und den Lehrkräften vorwerfen, sie wären zu faul, zu wenig engagiert, zu wenig fortgebildet.
Hauptsache, man spart und kann alles in Schulen abladen, die Arbeit wie die Verantwortung.
Es mag ja sein, dass das von außen wie “Etikettierung” aussieht, wenn immer mehr Förderanträge gestellt werden. Aber das ist die einzige Möglichkeit für uns, zusätzliche Förderung für Kinder mit Einschränkungen egal welcher Art zu erhalten. Wenn nicht, sitzen wir ohne Unterstützung vor Klassen mit 30 Kindern. Wer übrigens denkt, Lehrer stellen AO-SFs zur eigenen Entlastung, kennt sich schlicht und einfach nicht aus. So ein Verfahren geht teilweise über Jahre und bedeutet viele und Termine mit Eltern, Sonderpädagogen usw. Das macht niemand leichtfertig.
“Aber das ist die einzige Möglichkeit für uns, zusätzliche Förderung für Kinder mit Einschränkungen egal welcher Art zu erhalten.”
Ums mal festzuhalten: Damit bestätigen Sie das, was hier so vehement bestritten wird.
“Wer übrigens denkt, Lehrer stellen AO-SFs zur eigenen Entlastung, kennt sich schlicht und einfach nicht aus.”
Den Vorwurf, Lehrkräfte wollten sich damit persönlich entlasten, erhebt auch niemand.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Irgendwie widerspricht sich das alles: jedes Kind soll individuell, entsprechend seines Bedarfes bestmöglich inklusiv gefördert werden. Aber den genauen Bedarf feststellen soll man lieber nicht, weil die Zahlen beunruhigend sind ?
Wie soll ein (Regel)Lehrer ein Kind bedarfsgerecht fördern, wenn er die genauen Bedürfnisse/Beeinträchtigungen und daraus resultierende Fö-Maßnahmen/Möglichkeiten gar nicht kennt? Soll er raten, auf sein Bauchgefühl hören, die Kristallkugel befragen… oder wie stellen Sie ich das vor?
Werden Lehrer seit 2009 auch als Hellseher ausgebildet und mit anderen übersinnlichen Fähigkeiten ausgestattet?
Ich kann keinen Widerspruch erkennen. Braucht es wirklich ein umfassendes Fördergutachten, um betroffene Kinder wirksam zu fördern und zu unterstützen? Ihre Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar. Inklusive Schulen müssen Schulen sein, die auf die Bedürfnisse seiner SuS eingestellt sind – unabhängig von ihrem Leistungsprofil. Wenn es erst Diagnosen braucht, um entsprechende Bedingungen herzustellen ist das nicht inklusiv! Da liegt der „Hase doch im Pfeffer“! Dann ist der Mangel doch vorprogrammiert! Wenn man eine Schule für alle Kinder ablehnt, könnten Schulen sich auch integrativ ausrichten: das ist alles schon da gewesen und hat prima funktioniert. Weil die Schulgemeinschaften sich selbst dazu entscheiden konnten und die Rahmenbedingungen dafür geschaffen wurden, das hat aber nicht jede Schule betroffen. Aber diese kommunalen integrativen Konzepte haben gut funktioniert, diese Schulen waren gleichermaßen beliebt bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schüler und ihren Erziehungsberechtigten – und vor allem waren sie wirksam. Förderschulen konnten reduziert werden und sie haben niemandem gefehlt. Aber das war Integration, Inklusion ist das für mich nicht.
” …unabhängig von ihrem Leistungsprofil…” – zählt also nur die Leistung? Was genau meinen Sie mit Leistungsprofil – die kognitive Leistungsfähigkeit, den IQ-Wert …? Bedenken Sie dabei auch, dass die Leistungsfähigkeit/das Leistungsprofil eines Schülers durch sehr viele verschiedene Beeinträchtigungen beeinflusst werden kann? Um einen Schüler optimal und individuell fördern zu können, muss mMn. mehr als nur das “Leistungsprofil” beachtet werden. Erst wenn man die Ursachen für Lernprobleme möglichst genau kennt, kann man den Bedürfnissen des Schülers gerecht werden.
Zur Verdeutlichung wieder meine Frage, die ich hier seit Jahren immer und immer wieder stelle, und die mir niemand beantworten kann oder will:
Wie, wann und durch wen lernen Sehgeschädigte die Blindenschrift, das Mobilitätstraining,…? Wie lernen Hörgeschädigte die mündliche Kommunikation und die Gebärdensprache…
Und es gibt noch viel mehr verschiedene Fö-Bedarfe und Beeinträchtigungen bei Schülern, die man nicht so einfach nebenbei “erledigen” kann. Es gibt eben nicht nur “Rollis”, ESE und kognitiv beeinträchtigte Schüler, die das “Leistungsprofil” ohne spezielle Förderung nicht erfüllen können.
In einem umfassenden Fö-Gutachten werden auch die notwendigen Fö-Maßnahmen und notwendigen Hilfsmittel… erläutert. Dies hilft den Lehrern bei der Umsetzung geeigneter Fö-Maßnahmen. Selbst ein Sonderpädagoge hat bestenfalls den Überblick für 2 Fö-Bedarfe und liest sich evtl noch in 1-2 andere etwas ein. (Persönlich kann ich für Lernen/ Sprache und ESE einiges “aus dem Ärmel schütteln” – aber bei anderen Fö-Bedarfen wird es schwierig. Wie sieht es bei “normalen” Lehrern aus?
Zu Ihren Beispielen der integrativen Schulen: Die waren auf einem guten Weg. Ich fand/finde dieses Konzept auch sehr gut. Leider wurde das aus … Gründen nicht konsequent weiterentwickelt.
Allerdings bin ich trotz alledem der (persönlichen) Meinung, dass selbst unter den besten Bedingungen, Inklusion nicht für alle die besten Entwicklungsmöglichkeiten bietet.
Zunächst einmal haben Sie meinen Beitrag entweder nicht richtig gelesen oder Sie haben ihn nicht verstanden. Wir müssen uns überlegen wo wir Schwerpunkte setzen: bei der Diagnostik, Etikettierung (oder auch Katalogisierung) oder der Förderung? Aktuell ist es so, dass die Diagnostik (das Erstellen eines Fördergutachtens) enorm viel der bereitstehenden fachlichen Kapazitäten bindet, die bei der Unterstützung bedürftiger Kinder fehlt. Und im Augenblick ist es so, dass vor jeder Förderung ein Gutachten steht, auf dessen Grundlage nach gründlicher Prüfung durch die Schulbehörden (die das Kind gar nicht kennen) die Bereitstellung von Ressourcen erfolgt. Das ist nicht inklusiv – das ist Mist! Und es ist ja nicht sichergestellt, dass diese Fördergutachten tatsächlich von entsprechenden Fachkräften erstellt werden (und das wissen Sie auch, das haben sie ja auch so ausgeführt): Sonderpädagogen – so sie denn überhaupt an den sozusagen „inklusiven“ Schulen verfügbar sind – werden ja universell eingesetzt und nicht auf Grundlage ihrer Ausbildung (die in der Regel zwei Förderschwerpunkte umfasst) und dann wird diese rare Expertise auch noch zu einem großen Teil zur Katalogisierung der Kinder eingesetzt. Ich kann das gar nicht verstehen, aus meiner Sicht eine Fehlentwicklung. Sie führen aus:
„In einem umfassenden Fö-Gutachten werden auch die notwendigen Fö-Maßnahmen und notwendigen Hilfsmittel… erläutert. Dies hilft den Lehrern bei der Umsetzung geeigneter Fö-Maßnahmen.“ —>dann reicht ein Gutachten, um Regelschullehrkräfte zu befähigen betroffene Kinder zu fördern?
Diese Überzeugung teile ich nicht, ich halte es für viel sinnvoller diesen formalen Akt, denn mehr ist es glaube ich nicht, zugunsten der Förderung einzusparen (die natürlich auch Förderpläne einschließt). Das setzt natürlich voraus, dass Schulen tatsächlich inklusiv ausgestattet sind und nicht jegliche Anpassungen von notwendigen Rahmenbedingungen von einem zeitaufwendigen Formalakt abhängig gemacht werden.
Und wenn sehgeschädigte oder Hörgeschädigte Kinder inklusiv beschult werden, braucht es entsprechende Expertise vor Ort – aber da ist der Bedarf ja klar, ein umfassendes Gutachten ist dafür glaube ich nicht notwendig. Ich habe auch nie behauptet, das was hier derzeit als inklusive Schule umgesetzt wird ist toll. Nein ich sage, was hier gemacht wird ist Mist!
Ich bin der festen Überzeugung, das gemeinsame Supervisionen und Beratung und Unterstützung im Klassenzimmer allen Beteiligten mehr helfen würde.
Sage ich, dass das geht? Nein, das habe ich so nie ausgeführt, aber das wäre inklusiv, das was da momentan läuft ist nicht inklusiv! Ich habe die guten integrativen Schulen in der Zeit von 2009 bis 2014 hervorgehoben und gelobt, für mich immer noch der Königsweg bei der Entwicklung einer inklusiven Schule und den Abbau von Förderschulstrukturen.
Und auch ich bin der Auffassung, dass man derzeit nicht jedes Kind inklusiv beschulen kann. Aber es wäre doch sehr schön, wenn nicht immer nur gegen etwas geredet wird, sondern man sich vorbehaltlos austauschen kann und sich über mögliche Optionen und das damit einhergehende für und wider unterhalten kann.
Danke für diese Ausführungen. Mir scheint, wir sehen vieles sehr ähnlich, was die Grundvoraussetzungen für optimale Inklusion betrifft. Die paar Dinge, die wir unterschiedlich sehen, könnte man ja dann diskutieren, wenn erstmal die grundlegenden Ressourcen vorhanden wären. 🙂
“Aktuell ist es so, dass die Diagnostik (das Erstellen eines Fördergutachtens) enorm viel der bereitstehenden fachlichen Kapazitäten bindet, die bei der Unterstützung bedürftiger Kinder fehlt.”
Ja, weil Lehrkräfte diese Gutachten stellen müssen, um bestimmte Bedingungen herstellen zu können, durch die das Kind besser gefördert werden kann. Personelle Ressourcen sind das aber nicht unbedingt – je nach Bundesland und Schulform – und nie ausreichend, sondern generell immer nur wenige Stunden, die auf dem Papier stehen, auf die aber niemand Anspruch hat.
“Und im Augenblick ist es so, dass vor jeder Förderung ein Gutachten steht, auf dessen Grundlage nach gründlicher Prüfung durch die Schulbehörden (die das Kind gar nicht kennen) die Bereitstellung von Ressourcen erfolgt.”
Das ist schlicht falsch. Die Förderung muss schon vorab erfolgen, jahrelang, es braucht Förderpläne, Absprachen und Differenzierung. Nur wenn man dies belegen kann, dass man umfassend gefördert hat und dies nicht erfolgreich war, darf man dann ein Gutachten erstellen. Kann man es nicht belegen, wir die Eröffnung des Verfahrens untersagt (so ist das hier regional).
Das Erstellen des Gutachtens darf erst Mitte 2 angegangen werden (NDS und in NRW wohl auch), am liebsten nach erfolgter Wiederholung – also im 3. Schulbesuchsjahr. Bis dahin ist das Kind individuell zu fördern.
Meine Tochter war mit 4 im SPZ, hat einen IQ von 62 = GE diagnostiziert bekommen und seitdem ist die Sache klar.
“Meine Tochter war mit 4 im SPZ, hat einen IQ von 62 = GE diagnostiziert bekommen und seitdem ist die Sache klar.”
Verstehe ich nicht! Der IQ-Wert ist erstens keine absolut statische Größe, er kann sich in gewissen Grenzen durch gezielte Förderung nach oben ändern, andererseits bei verschiedenen Erkrankungen auch verringern. Zweitens sagt der IQ-Wert allein nichts über die kognitive Leistungsfähigkeit eines Menschen aus (siehe dazu die vielen Kommentare und links von Papo, mir und anderen bei verschiedenen threads zum Thema Inklusion – Sie lesen ja auch schon seit längerer Zeit n4t). Warum, um alles in der Welt. geben Sie sich mit diesem einen Test von vor vielen Jahren zufrieden? Warum bestehen Sie nicht darauf, dass Ihre Tochter noch einmal neu “überprüft” wird?
Einerseits kämpfen Sie hier immer für Inklusion, am Beispiel Ihrer Tochter und für Ihre Tochter (das schätze ich sehr an Ihnen), andererseits geben Sie sich mit dieser “Diagnose” vom Vorschulalter zufrieden? Hat sich Ihre Tochter nicht weiterentwickelt?
Ergänzung: Vor Jahren hatte ich in der Förderung für nichtgruppenfähige Schüler auch zu verschiedenen Zeiten Schüler, die mir mit dem “Verdacht GE” aus der Kita übergeben wurden (IQ-Test wurde aber noch nicht gemacht). Einer wurde dann im 3. Schuljahr als leicht-lernbehindert diagnostiziert und schloss die Sonderschule mit dem ESA ab. Der andere war in der Regelschule, Überprüfung auf Fö-Bedarf gestaltete sich schwierig, auf Grund diverser anderer Probleme (starke Sehschwäche, Verdacht auf Rheuma, diverse körperliche Probleme – Verdacht auf seltene Erbkrankheit, +ADHS) Mutter wollte aber keine weitere Diagnostik (obwohl sie selbst an dieser Erbkrankheit litt). Zum Glück für den Jungen hatte er einen sehr kompetenten Klassenlehrer, der sehr eng mit uns Sonderpädagogen und Sozialpädagogen zusammenarbeitete (die Schule war damals noch recht gut ausgestattet damit) und auch die Mutter arbeitete , im Rahmen ihrer Möglichkeiten, ansonsten gut mit uns zusammen. So kam der Junge auch ohne offiziellen Fö-Bedarf (GE wäre es auf keinen Fall gewesen, höchstens eine leichte kognitive Einschränkung) bis zur 4. Klasse. Danach zog die Familie um, deshalb weiß ich nicht, wie es weiterging (GS in Berlin bis Klasse 6).
Was ich Ihnen damit sagen will, eine einmalige “Diagnose” hat nicht ewig Bestand und manchmal sollte man auch eine 2. Meinung einholen (wie auch bei ärztlichen Diagnosen).
Noch zwei Ergänzungen:
Sollte sich der IQ Ihrer Tochter durch individuelle und schulische Förderung, oder durch die Pubertät oder sonstige Einflüsse auch nur um 8 Punkte verbessert haben, seit dem 4. Lebensjahr, würde sie als lernbehindert und nicht mehr als GE zählen. (nur mal zum Nachdenken)
https://de.wikipedia.org/wiki/Intelligenzminderung
Die Grundschulen (ich entnehme Ihren Ausführungen, dass Sie an dort unterrichten) sind für die Förderschwerpunkte Lernen, Sprache und Emotionale und soziale Entwicklung durch 2 Stunden pro Woche und Klasse sonderpädagogische Grundversorgung (schlecht) versorgt. Diese Grundversorgung wird unabhängig von jeglichen Überprüfungsverfahren zugewiesen. Das bedeutet es ist unerheblich, ob sie Kinder dieser Förderschwerpunkte unterrichten. Und ja, wenn Sie später einen Unterstützungsbedarf feststellen wollen, kann anhand Ihrer Dokumentation (Ilebögen o. ä.) nach 2 Jahren auch ein Unterstützungsbedarf in den Förderschwerpunkten LE, SR und ESE feststellen, trotzdem bleiben diese Schwerpunkte nur durch die Grundversorgung versorgt. Alle anderen Schwerpunkte Hören, Sehen, KME und GE dürfen, meines Wissens, immer geprüft werden und bekommen lt. Erlass „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung“ zusätzliche Zusatzbedarfe zugewiesen (KME: 4 Stunden, GE: 5 Stunden usw.). Ihre Darstellung ist also nicht ganz korrekt. Und natürlich ist es so, dass die Stunden, in denen keine Gutachten geschrieben werden den Kindern zugute kommen. Denn diese Gutachten sind sehr zeitintensiv. Das Überprüfungsverfahren untersagt werden ist mir noch nicht bekannt, wenn das so wäre würde ich sehr gerne Kontakt zu Ihnen aufnehmen und diese Fälle bekanntmachen, da würde ich direkt über berechtigte Gremien eine Anfrage an das Kultusministerium stellen – das wäre frech. Ich weiß, das es in der Zwischenzeit Fälle gibt in denen die prüfenden Behörden einen sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf nicht anerkennen.
Meines Wissens sind die Grundschulen die Schulform, die bei Zuweisung sonderpädagogischer Abordnungen bevorzugt werden (das ist aus meiner Sicht auch richtig), ab Klasse 5 ist es mittlerweile schon so, dass die lernzielgleichen Förderschwerpunkte (SR, KME und ESE) bei sonderpädagogischen Abordnungen gar nicht mehr berücksichtigt werden, in diesen Fällen werden den betroffenen Schulen nur zusätzliche Lehrerstunden als Zusatzbedarfe zugewiesen…und die mobilen Dienste halten auch nicht alle Förderschwerpunkte vor – Sprache gibt es da nicht….
“Das bedeutet es ist unerheblich, ob sie Kinder dieser Förderschwerpunkte unterrichten.”
Nein, das ist nicht unerheblich, das ist erheblicher Aufwand, den man für die Differenzierung jeglicher dieser Schüler:innen betreiben muss – OHNE Anerkennung des Unterstützungsbedarfes. Dieser wird – mit oder ohne Gutachten – immer nur über die (auf dem Papier genannten) 2 Stunden Grundversorgung unterstützt, sofern die Stunden realisiert werden können, die FöS-Kraft gerade keine Gutachten schreibt, die Schule diese Stunden nicht anderweitig verteilt, weil die pauschale Zuordnung weder Kindern noch Klassen einen Anspruch gibt. Das gilt übrigens sogar für die FöS für körperliche Unterstützungsbedarfe, letztlich darf die SL die Stunden verteilen.
Und es braucht ILE-Bögen und Förderpläne und Leistungsnachweise und entsprechende Zeugnisse und – nun auch – pädagogische Konferenzen mit allen Beteiligten – über 1 1/2 Jahre, bevor ein Unterstützungsbedarf überprüft werden darf – da beginnt dann das Verfahren erst.
“Denn diese Gutachten sind sehr zeitintensiv.”
MIR müssen Sie das nicht erzählen. Ich kann Gutachten schreiben, soweit ich das darf. Es gibt ein paar Sachen, die Lehrkräfte der Regelschule nicht dürfen, da müssen sie dann warten, bis eine FöS da ist, die es tut. Tut sie es nicht, wird das Gutachten nicht abgeschlossen. Dann dauert es eben – und dauert – und dauert. Man hat als Regelschullehrkraft keinen Einfluss darauf. Ich bin es leid, dass es an Leuten hängt, die sich nicht täglich um das betreffende Kind kümmern, sich nicht mit den Eltern auseinandersetzen und die die Nachteile nicht vor Augen haben.
“Alle anderen Schwerpunkte Hören, Sehen, KME und GE dürfen, meines Wissens, immer geprüft werden und bekommen lt. Erlass „Klassenbildung und Lehrerstundenzuweisung“ zusätzliche Zusatzbedarfe zugewiesen (KME: 4 Stunden, GE: 5 Stunden usw.)”
Wenn a) die außerschulischen Diagnostiken vorliegen und b) das RZI vorab die Notwendigkeit anerkennt und c) das Verfahren wirklich durchläuft und nicht mittendrin jemand meint, dass der Bedarf ganz anders aussehen müsste (gerne wird Lernen vorgeschoben, dann muss alles auf Eis) und wenn dann d) der Bescheid vor Februar zugeht, damit der Bedarf in die Statistik kommt, die die Stunden für den Sommer sichert und e) eine FöS in der Umgebung für diesen Schwerpunkt zur Verfügung steht und f) die Fahrzeit die Förderzeit nicht übertrifft.
“laut Erlass” ist eben nicht die Versorgung in der Realität.
Geht es da wirklich noch um Förderung und Unterstützung der Schüler:innen?
Und geht es um Unterstützung und Fürsorge hinsichtlich der Lehrkräfte, die die Inklusion umsetzen?
Sie wollen nicht verstehen, oder? Ich habe ausgeführt, dass den Grundschulen von Klasse 1-4, unabhängig davon ob und wie viele SuS mit den Förderschwerpunkten Lernen, Sprache und ESE in einer Klasse unterrichtet werden, pro Klasse 2 Stunden sonderpädagogische Grundversorgung zugewiesen werden. Insofern hat man hier schon eine systemische Versorgung mitgedacht. Das das völlig unzureichend ist und mit einer konzeptgesteuerten Umsetzung einer inklusiven Schule wenig zu tun hat, darüber haben wir glaube ich keinen Dissens.
Hören, Sehen, Körperlich motorische Entwicklung und geistige Entwicklung fallen nicht unter die sonderpädagogische Grundversorgung, diese SuS werden Zusatzbedarfe gemäß dem Klassenbildungserlass zugewiesen!
Das für die Einleitung eines sonderpädagogischen Überprüfungsverfahrens die Vorlage sonstiger medizinischer Diagnostik eine Voraussetzung ist, ist mir nicht bekannt. Ich bin mir ziemlich sicher, dass es dazu keine Rechtsgrundlage gibt. Ebenso wenig ist mir bekannt, dass das RZI die Einleitung von Überprüfungsverfahren genehmigen muss. Aus welcher Rechtsgrundlage leiten Sie das ab? Auch die anderen Aussagen, bsbw. dass die Einleitung eines Überprüfungsverfahren davon abhängt, ob eine Förderschule mit dem entsprechenden Förderschwerpunkt in der Nähe zur Verfügung steht und die Fahrzeit die Förderzeit nicht übersteigt – auf welcher Rechtsgrundlage steht diese Aussage? Sonderpädagogen werden unabhängig von ihrer Ausbildung (idR zwei Förderschwerpunkte) in die Inklusion abgeordnet – sozusagen universell eingesetzt. Einer der Punkte die ich nicht nachvollziehen kann, es gibt keinen universellen Sonderpädagogen!
Ich kritisiere die Umsetzung der inklusiven Schule in jedem meiner Beiträge und begründe meine Kritik mit nachvollziehbaren Argumenten. Vielleicht versuchen Sie das auch mal und beziehen sich bei Ihren Erwiderungen auf meine Aussagen.
Für lernzielgleiche Beschulung kann man sich die Verfahren übrigens sparen.
Klar, ich habe ein vermutetes EmSoz- Kind, förder mal auf Verdacht ein bisschen rum (weil: Diagnose muss ja nicht sein), und im Ergebnis springt es vor den Zig, weil: war doch Schizophrenie.
Ihr Ernst???
Ja, es braucht ein umfassendes Fördergutachten, um
A die Symptome zu erfassen (Schule)
B mögliche Ursachen abzuklären (Kinderpsychologe/Psychiater/Kinderarzt)
C Förderungsmöglichkeiten in der Schule auszuloten (Regel-Lehrkräfte, Sonderpädagogen)
D eventuelle Begleittherapien anzuregen/ anzuleiern (Ärzte, Rehaeinrichtungen, Therapeuten)
E eventuelle Unterstützung in der Familie festzulegen (Familienhilfe, Sozialamt).
Und nein, das kann ich als Regelschullehrer nicht alles allein.
Lesen Sie meinen Beitrag oder die Antwort an Potschemutschka, vielleicht hilft das bei der Einordnung meines Beitrags, auf den Sie sich hier beziehen, weiter. Vielleicht kann man sich auf dieser Grundlage weiter austauschen.
B scheitert ja oft schon am fehlenden Elternwillen. Wie oft bekomme ich den Satz zu hören: ” Hören Sie auf, unser Kind hat kein Problem!”
Selbst, wenn es auch zu Hause auffällig ist…
Mir fällt gerade auf, dass Sie unfassbare Milliarden sparen, denn Sie haben die krasseste Gesundheitsreform aller Zeiten entwickelt:
Ich kann keinen Widerspruch erkennen. Braucht es wirklich ein umfassendes *medizinisches Gutachten*, um betroffene *Kranke* wirksam zu fördern und zu unterstützen? Ihre Aussagen sind für mich nicht nachvollziehbar. *Allgemeinmedizinische Krankenhäuser* müssen *Krankenhäuser* sein, die auf die Bedürfnisse *der Kranken* eingestellt sind – unabhängig von ihrem *Krankheits*sprofil. Wenn es erst Diagnosen braucht, um entsprechende Bedingungen herzustellen ist das nicht *medizinisch*! Da liegt der „Hase doch im Pfeffer“! Dann ist der Mangel doch vorprogrammiert! Wenn man ein *Krankenhaus* für alle *Kranken* ablehnt, könnten *Krankenhäuser* sich auch *schamanistisch* ausrichten: das ist alles schon da gewesen und hat prima funktioniert.
Vielleicht konzentrieren Sie sich bei der Erwiderung auf meinen Beitrag an dem was ich ausgeführt habe. Ich glaube eine Antwort, auf der Grundlage eines ernstzunehmenden Austauschs, kann ich mir an dieser Stelle sparen.
447 hat nur “Schule” durch “Krankenhaus” ersetzt. Um in dem Modell zu bleiben: Lehrer für Regelschulen sind keine Allgemeinmediziner, noch nicht einmal Mediziner. Das wird aber von ihnen erwartet.
… und ein “Sonderschullehrer Lernen/Sprache” (wie ich es war) ist auch kein Allgemein-Sonderschullehrer, also z. B. lkein Fachmann für Hör- oder Sehgeschädigte oder alle anderen Fö-Bedarfe.
Eben. Noch so ein Punkt, weshalb das in Deutschland gefahrene Programm der Inklusion nicht funktionieren kann.
Ich habe auch nie behauptet, dass Inklusion in Deutschland funktioniert, sondern kritisiere in jedem Beitrag zu diesem Thema die Umsetzung der inklusiven Schule. Aber in diesem Forum wird immer nur „dagegengeredet“ ein vernünftiger Austausch findet überhaupt nicht statt. Warum kann man hier nicht „ungestraft“ seine Perspektive darstellen? Sie können mir ja gerne widersprechen und Ihre Perspektive dagegenstellen. Wenn wir alle unsere Argumente austauschen und unsere Wahrnehmung begründen, können wir vielleicht alle etwas dazulernen.
Kommt drauf an.
Das was Sie forderten lässt sich nur eben in dem Fall 1 zu 1 übertragen.
Das lässt sich eben nicht eins zu eins übertragen. Sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Und wenn Sie meine Beiträge „sinnentnehmend“ lesen würden, würde Ihnen auffallen, dass ich die Umsetzung der „inklusiven Schule“ immer kritisiere. In meinen Beiträgen stelle ich meine Perspektive da und welche Meinung ich mir gebildet habe und warum. Ich habe überhaupt nichts dagegen, wenn Sie mir widersprechen – aber doch bitte auf der Grundlage einer nachvollziehbaren Argumentation. Ich schließe nicht aus, dass ich etwas dazulernen kann. Aber nur „dagegen zu reden“ ist doch blöd.
Braucht es eine Diagnose, um medizinische Maßnahmen und Therapien individuell auf Patient*innen abzustellen, ich denke, Sie sind der Ansicht, das muss nicht sein.
Ich habe es 447 auch schon geantwortet, schlussendlich könnte ich meine Antwort eins zu eins kopieren.
Nein, das bestätigt es eben nicht! Es geht darum, dass Kinder die Förderung bekommen, die sie brauchen, um teilhaben zu können.
Klar, wenn man Ihrer Logik folgt, dann gibt es nur deshalb so viele Förderkinder, weil völlig gesunden Kindern irgendein Förderbedarf wahllos zugeschrieben wird (und zwar von einem ganzen Komplott beteiligter Personen – Sie wissen sicher, wer da alles wie lange beteiligt ist). Und wenn man diesen völlig gesunden Kindern den falsch zugeschriebenen Förderbedarf wieder aberkennt, brauchen die keine Förderung mehr, wie toll! Ein Supersparprogramm, hat nur leider nichts mit Inklusion zu tun.
Ich finde es dermaßen vermessen, den an den Förderausschuss- und Diagnostikverfahren Beteiligten zu unterstellen, sie würden systemisch, massenhaft und bewusst Falschdiagnosen stellen, um möglicherweise maximal 2 (in Worten: ZWEI) Stunden pro Woche einen Sonderpädagogen für diese Kinder zu haben – mir fehlen die Worte.
Wenn es systemisch ist, muss es ja deutlich mehr als nur einen Fall wie den von Ihnen beschriebenen geben, das müssten ja mindestens 30-40% der Kinder sein. Und da ist nie was vor Gericht gekommen bis auf eine Handvoll Fälle?
Ganz ehrlich? Zitieren Sie Studien, welche den systemischen Missbrauch von Förderdiagnosen in großem Stil (Verdoppelung der Förderschülerzahl) belegen, oder halten Sie sich selbst an Ihre Regel: Verschwörungsgeraune hat hier nichts zu suchen!
“Weil völlig gesunden Kindern irgendein Förderbedarf wahllos zugeschrieben wird.” Das behauptet niemand. Was kritisiert wird: Dass es keine einheitlichen Standards bei den Verfahren zur Feststellung sonderpädagogischen Förderbedarfs gibt, dass dementsprechend Förderbedarfe “Lernen” oder “Emotionale Entwicklung” mal so, mal so ausgelegt werden – mit dem Ergebnis, dass in Sachsen-Anhalt fast jeder zehnte Schüler pathologisiert wird, wärend es im Saarland nur jeden 25. trifft.
Wären die Verfahren so sauber und einheitlich wie behauptet, müsste es logischerweise in Sachsen-Anhalt zweieinhalb Mal so viele Kinder mit Behinderungen geben als im Saarland – was soll denn dafür die Ursache sein? Ohnehin wäre Ostdeutschland mit seinen hohen Förderquoten ein Zentrum der Behinderung. Das glauben Sie im Ernst?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Das behauptet niemand.“
Doch, genau das wird unterstellt. Egal ob die Standards bundesweit einheitlich sind oder nicht (innerhalb eines Bundeslandes ist das Vorgehen zur Feststellung eines Förderbedarfs sehr wohl standardisiert): wenn nach einem dieser Standards sich ein Förderbedarf ergibt, benötigt dieses Kind Förderung. Personen, welche anzweifeln, dass diese Kinder Förderbedarf haben, unterstellen also, dass gesunde Kinder zu Förderkindern gemacht werden.
Die Frage für mich wäre eher, warum manche Bundesländer die Latte offensichtlich ziemlich hoch hängen, den Kindern individuelle Förderung zuzugestehen.
Das in „Ostdeutschland“ (Sie denken noch in diesen Kategorien?) prozentual mehr Kindern Förderbedarf zugestanden wird, spricht aus meiner Sicht dafür, dass dort der Blick auf die Kinder im Hinblick auf frühzeitige Förderung und damit auf die Verbesserung der Chancen auf Teilhabe einfach besser ist.
Teilhabe – bei fast zehn Prozent Schulabgängern ohne Abschluss (Mecklenburg-Vorpommern)? #
Und: Definitiv ist es so, dass gesunde Kinder zu Förderkinder gemacht werden. “Lernbehinderung” oder “emotional-sozialer Förderbedarf” sind keine Krankheitsbefunde.
“‘Lernbehinderung’ ist ein theoretisch unscharfer, schulorganisatorisch ausgerichteter Begriff, der in den 1960er-Jahren als sonderpädagogische Kategorie zur Kennzeichnung einer Gruppe von SchülerInnen im Bildungssystem der BRD eingeführt wurde, deren Leistungen in den Kernfächern der allgemeinen Schule langfristig als unterhalb der schulischen Leistungserwartungen liegend prognostiziert werden und die deshalb unter einem reduzierten Bildungsanspruch unterrichtet werden sollen.” Quelle: https://www.socialnet.de/lexikon/Lernbehinderung
Heißt: Nicht das Kind ist behindert, das System macht es dazu.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Kinder mit dem diagnostizierten Förderbedarf „Lernen“ oder „emotional/soziale Entwicklung“ sind also Ihrer Ansicht nach kerngesunde Kinder, die keinerlei Förderung benötigen?
Und nur durch die Diagnose (übrigens von Kinderärzten,-psychologen, -psychiatern gestellt) bekommen die Kinder ein Problem bescheinigt, dass sie überhaupt nicht haben? Alle im Förderantragsverfahren Eingebundenen haben sich verschworen, um den Kindern einen Förderbedarf unterzujubeln, den sie nicht haben?
Mal nur so als Frage: WARUM sollte das auch nur eine der beteiligten Parteien tun? Bitte belegen Sie solche Aussagen doch durch wissenschaftlich qualifizierte Studien. Und erstatten Sie Anzeigen gegen die Beteiligten, denn so etwas dürfte strafbar sein: einmal in Hinsicht auf die betroffenen Kinder, und dann in Hinsicht auf den Betrug, den die am Förderverfahren Beteiligten gegen Krankenkassen, Schulträger und Sozialsysteme begehen.
Vielen Dank, Mika
Es sind Kinder, die selbstverständlich Förderung benötigen (wie jedes Kind übrigens). Die Frage ist, ob sie dafür dauerhaft abgesondert werden müssen.
“Mal nur so als Frage: WARUM sollte das auch nur eine der beteiligten Parteien tun?” Weil es das System in Deutschland so fordert – und entsprechende Anreize setzt: Haben Sie schon mal eine leere Förderschule gesehen? Über Studien und Gutachten haben wir hier zigfach auf News4teachers berichtet. Einfach in der Suchmaske “Inklusion” eingeben und Sie werden fündig.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihre Aussage war doch, dass Kinder ohne Einschränkungen durch ‚ das System’ zu „behinderten Kindern“ erklärt werden:
„Nicht das Kind ist behindert, das System macht es dazu.“
Der Ausgangspunkt war, dass es nicht nachvollziehbar sei, warum in verschiedenen Bundesländern verschiedene Quoten von Förderschülern ausgewiesen wären. Habe ich Ihre diesbezüglichen Aussagen falsch interpretiert, als ich annahm, dass Sie der Ansicht sind, dass Förderbedarfe zugeschrieben werden, wo keine vorhanden sind? Jetzt nämlich gestehen Sie den Kindern den Förderbedarf zu:
„Es sind Kinder, die selbstverständlich Förderung benötigen (wie jedes Kind übrigens).“
Es ging bislang nicht um Förderschule vs. Regelschule in unserem Disput – es ging einzig und allein darum, ob die zugeschriebenen Förderbedarfe gerechtfertigt sind oder nicht.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
“Haben Sie schon mal eine leere Förderschule gesehen?”
Ja, das Gebäude stand 2 Jahre leer,
dann brannte dem privaten Träger das Schulgebäude ab und er hat das leerstehende Gebäude gemietet und nutzt es seither.
In NDS wird es mehr dieser leer stehenden FöS geben, da die FöS Lernen abgeschafft wurde und alle Kind in die Regelschulen gehen.
Der Förderbedarf ist aber unabhängig von Gebäuden und Gutachten.
Ok, also revidieren Sie den Unfug von “System macht sie dazu” schonmal, prima.
Und natürlich müssten (KONJUNKTIV) diese Kinder nicht abgesondert werden, wenn die nötigen MITTEL (spez. Personal, Räume, Zeit, Material) in allen Schulen vorhanden wären.
Sprich:
Inklusion=Ja
Fakelusion=nein
Nu ja, gesund und förderbedürftig sind zunächst Mal zwei Paar Stiefel.
In Klasse 10 an Stoff für Klasse 5 zu verzweifeln, weil zieldifferent unterrichtet, hat mit jeglicher Form von Teilhabe, die über das Sitzen im selben Raum hinaus geht, nichts zu tun.
Das lässt sich alles so wunderbar schreiben, wenn man im Büro sitzt, aber noch nie vor einer Klasse gestanden hat. Ja, Sie berichten über wissenschaftliche Erkenntnisse. Aber auch diese Wissenschaftler sind Theoretiker. Und keiner von ihnen hat uns jemals gesagt, wie man mit schwer auffälligen Kindern in einer 30er-Klasse umgehen soll, die teilweise sogar ihre Mitschüler gefährden.
Wissenschaftler, die in der empirischen Forschung arbeiten, sind keine Theoretiker – weil sie sich mit der Erforschung der Empirie (= Praxis) beschäftigen. Sie nehmen dabei allerdings eine Perspektive ein, die sich über den individuellen Horizont erhebt. Dafür gibt es überhaupt Wissenschaft. Sonst würde es ja reichen, was Menschen so sehen und meinen (reicht vielen leider auch, aber das ist ein anderes Thema).
Was hat Inklusion mit der Gefährdung von Schülern zu tun? Uns ist keine Studie bekannt, nach der Kinder mit Behinderungen gewalttätiger wären als andere.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wo sind dann die Empiriker, die über Wochen mit uns im Klassenraum sitzen und beobachten, was dort passiert?
Ich habe nie gesagt, dass Kinder mit Behinderungen gewalttätiger sind als andere. Aber wenn ein Kind ohne erkennbaren Grund gewalttätig gegen andere ist, braucht es Hilfe. Und die können wir nicht leisten.
Und deshalb schließen Sie prophylaktisch schon mal irgendwelche Kinder aus? Warum nicht Jungen? Die sind nachgewiesenermaßen aggressiver. Gerne hier nachlesen: https://gendersensibel-unterrichten.alp.dillingen.de/index.php/handlungswissen/psychologisch/aggression
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“die teilweise sogar ihre Mitschüler gefährden”
Krass! Da sollten Sie als Lehrerin der Klasse mal langsam aktiv werden und etwas betüglich IHRER Schüler*innen unternehmen…
Gegen Inklusion sein ist ja Ihre Angelegenheit, aber gegen bessere Unterstützung zu sein, entbindet Sie ja nicht von Ihren Pflichten der Klasse gegenüber 🙁
Die Theoretiker*innen in ihren Büros fordern übrigens bessere Rahmenbedingungen für Sie in der Inklusion, vielleicht wollen Sie sich dem eines Tages anschließen…
Das ist also Ihre Tätigkeit…..vorschlagen, was die Regelschullehrerin noch so alles machen könnte?
Geil, so einen Job will ich auch….ich schlage vor und lasse machen….
Jetzt erschließt es mir so richtig, warum Sie Inklusion so richtig richtig toll finden, denn Sie leben ja wie wie die Made im Speck….haben nichts zu tun und beraten andere, wie die sich noch mehr die Beine ausreißen können…..tjoa…..krass…..
Sonderpädagogischer Eunuch, er weiß wie’s geht und kann auch gute Ratschläge geben …
Es ist nicht mein Job, Lehrkräften Ihre eigenen Aufgaben aufzusagen.
Ungeachtet dessen hat Ulla nicht Ihre eigenen Schüler*innen als ihre Schutzbefohlenen erkannt, darun wies ich darauf hin.
Sind Sie einer anderen Meinung?
Der “Made im Speck” widerspreche ich ausdrücklich, aber es ergibt wahrscheinlich wenig Sinn, Ihnen erklären zu wollen, dass Unterricht an meine Schule einfacher wäre, als sich Inklusionskindern zu widmen
Was zum Geier soll “Made in Speck” hier überhaupt konkret bedeuten? ^^
Wir haben auch eine Förderschulkraft, die jede Woche zwei Stunden für eine Einzelintegration (Hören) an unsere Schule kommt. Anfänglich wollte sie auch jeweils im Anschluss eine Beratungsstunde mit den betroffenen Kollegen und hatte gaaaaanz viele Ratschläge. Doof nur, dass es in Ihre dritte Stunde (Fahrzeitstunde) fiel, für unsere Kolleginnen aber Mehrarbeit war …..das haben wir alsbald eingebremst, denn sie muss jetzt jeden Vorschlag schriftlich ausarbeiten und ggf. antragsfertig für den Schulträger machen…..
Tut mir leid, dass die Unterstützung bezüglich Ihres Kindes kurz ausfiel.
Wie sieht es derzeit dann aus? Konnten Sie die Kollegin zur Konferenz o.ä. einladen?
Ggf. schauen Sie in die schriftliche Aufgabenverteilung, da sollte die Kollegin Ihnen zur Beratung bereitstehen müssen
Wir sind längst aktiv, z.B. durch Kurzbeschulung und ein AO-SF. Aber Sie wissen sicher, wie lange sowas dauert.
Ist halt politisch-gesellschaftlich nicht gewollt… Drücke die Daumen!
Unfassbar. Wo lesen Sie heraus, dass wir tatenlos zusehen? Ich bin nicht gegen Inklusion, bin ich nie gewesen. Aber leider ist sie in Klassen mit ca. 30 Kindern unfassbar schwierig.
Durchaus, bin da ganz Ihrer Meinung!
Wir braucen dringend mehr Ressourcen, die Rahmenbedingungen der Inklusion zu verbessern, als bspw. in NRW neue Förderschulen zu bauen und Sopäds zu binden 🙁
“Das in „Ostdeutschland“ … prozentual mehr Kindern Förderbedarf zugestanden wird, spricht aus meiner Sicht dafür, dass dort der Blick auf die Kinder im Hinblick auf frühzeitige Förderung und damit auf die Verbesserung der Chancen auf Teilhabe einfach besser ist.”
Könnte auch an der Ausbildung der Sonderpädagogen (bis 1990) liegen,
https://buffl.co/de/community/c/638b2cdc47cb28b0ee47e035
Über mein Studium schrieb ich schon des öfteren. Wie es in den westlichen BL war/ist kann ich nicht beurteilen. Nachfragen an meinen Kollegen Rainer Zufall dazu, wurden leider nicht beantwortet.
Durch Zufall (aber nicht durch Rainer Z.) stieß ich auf folgenden Vergleich der Schulsysteme BRD/DDR. Da geht es zwar nicht um Sonderschulen, ist aber mMn. trotzdem lesenswert:
https://dies-und-das-blog.de/kurz-nachgedacht/bildung-neu-denken-bildungssystem-ddr-brd/
Bildungsföderalismus – ergo 16 unterschiedliche Verfahren.
Das kann alle möglichen Ursachen haben.
Von abstrakt-systemischen (wie GENAU im Detail bekommt wer KONKRET vor Ort welchen Status? Wie wird das geblockt/gepusht ?) über die jeweils konkret vorliegende Bildungslandschaft bis hin zu allen möglichen z.B. demographischen Besonderheiten.
Nur ein Beispiel:
Aufgrund sehr, sehr bedauerlicher “Umstellungen in der Bildungsverwaltung” können die Schulen in meiner Region aktuell GARKEINE AOSF mehr stellen – und wenn die “Umstellung” abgeschlossen ist…TADAHHH, dann ist die Antragsfrist für dieses Schuljahr verstrichen.
Huuuupsi, welch Zufall!
Sicherlich ist das garnicht absichtlich so arrangiert worden, um sich ein Jahr Zeit und ein Jahr tolle Zahlen zu erkaufen…nein-nein-nein, das konnte niiiiieeeemand vorhersehen…wer es glaubt…
Beeinträchtigungen meinen sie doch.
Doch. Hier und im Alltag wird uns vorgeworfen, dass wir keine Inklusion wollen. Und sobald Förderanträge gestellt werden, um dem Kind (!) zu helfen, wird von Etikettierung gesprochen.
Keinem “uns” wird irgendetwas vorgeworfen. Es geht um Kritik am System. Wenn Anreize falsch gestellt sind, kann das Verhalten des Einzelnen völlig in Ordnung sein – das Ergebnis im Ganzen ist dann aber nicht zielführend.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber das “Druckpolster” im System, das wie die Minisken zwischen den Vorstellungen von Poltikern sowie Wissenschaftlern jeglicher Couleur und betroffenen Eltern eingeklemmt sind und dauerhaft beschädigt und zerrissen werden sind “wir”, die jeden Tag das System Schule am Laufen halten. Wobei “wir” ohne mich meint.
Was ist denn an dem Anreiz falsch, zusätzliche Förderung für Kinder zu bekommen, die diese brauchen?
Jup. Ich werfe es Ihnen vor!
Ist aber auch Pech, dass ausschließlich schwer verhaltensauffällige Kinder bei Ihnen landeten, welche die Klasse gefährden.
Aber ich irre mich hier aufrichtig gerne, wenn Sie das fremdgefährdende Kind inklusiv halten wollen und nicht versuchen, es an eine Förderschule zu schicken.
Wie komme ich nur auf den Gedanken, Sie wollen KEINE anstelle besser ausgestatteter Inklusion…
“Ums mal festzuhalten: Damit bestätigen Sie das, was hier so vehement bestritten wird.”
Was soll das denn sein: Dass wir Kinder fördern wollen?
Dass Förderverfahren eingeleitet werden, um zusätzliche Ressourcen zu bekommen. Was im Übrigen völlig legitim ist. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ja logisch. Wenn Kinder Förderung bekommen sollen, müssen zuvor Förderverfahren eingeleitet werden. Die dauern ewig, teilweise dauert es bis zu drei Jahren, bis ein Kind zumindest auf dem Papier das bekommt, was ihm zusteht (und das ist sehr oft weit weniger, als es braucht).
Jeder, der behauptet, es würden unnötigerweise Verfahren in Gang gesetzt, um zur eigenen Entlastung ungerechtfertigt Ressourcen zu bekommen, dem sei gesagt, er möge als Lehrkraft ein solches Verfahren mal mitmachen. Für mich als Lehrkraft bedeutet dies ungezählte unbezahlte Überstunden bis zur eventuellen Gewährung von ZWEI Wochenstunden, in welchen der Förderpädagoge das Kind unterstützt (wenn es ihn gibt, und wenn er da ist, nicht krank oder auf Fortbildung). Während des Förderzeitraums habe ich weitere ungezählte, unbezahlte Überstunden, in denen ich bei Hilfeplangesprächen und in Förderausschusssitzungen sitze.
Wo ist denn da die Entlastung für mich, wegen der ich das angeblich angeleiert habe?
Ich bewundere die Kollegen, die diesen Mist immer noch mitmachen. Ich persönlich mach das inzwischen nur noch, wenn die Eltern drauf bestehen.
Tja, das ist bei uns anders….wenn wir ein Verfahren einleiten und es kommt dabei raus, dass das Kind einen sonderpädagogischen Förderbedarf hat, dann ist das Kind weg, weil wir keine Schule des gemeinsamen Lernens sind. Mit dem Weggang des Kinders, verlieren wir womöglich auch Ressourcen (Da Lehrerstellen an die Anzahl der Kinder gekoppelt ist)…..
Zumindest den NichtGL-Schuken kann man dies also nicht vorwerfen…..
“Mit dem Weggang des Kinders, verlieren wir womöglich auch Ressourcen” – Ihr Aufwand verringert sich aber auch (was in Summe dann doch einen Ressourcengewinn ergeben kann).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Höchstens eine Ressourcenschonung ab dem Zeitpunkt, wo das Kind weg ist. Davor ist es eine wahre Ressourcenschlacht, wo je Kind dutzende Arbeitsstunden reinfließen, da wir ja auch nicht über die Grundressourcen einer GL-Schule verfügen (auch wenn diese zur Zeit nur auf dem Papier besteht).
So gesehen wären Überweisungen von Hausärzten u Fachärzten aufgrund von Verdachtsdiagnosen ja ebenfalls Etikettierungen. Warum sind diese jetzt staathaft, die von Lehrkräften aber nicht?
Das hört sich an wie in der DDR, wo auch alles beschönigt wurde.
Man lügt sich in die eigene Tasche.
Ne, das ist wissenschaftlich untersucht worden. Die Inklusion würde sehr gut funktionieren, wenn sie entsprechend ausgestattet wird.
Wie seltsam, dass so viele im Forum dann keine Verbesserung fordern…. Möglicherweise DDR-Nostalgie zum Scheitern? 😛
In meinen vergangenen Jahren als Lehrkraft konnte ich eine massive Zunahme an Kindern mit extrem ausgeprägter Förderbedürftigkeit erkennen.
Die Gründe hierfür sind kummulativ und vielfältig. Doch was ich in unserer Gesellschaft wahrnehme, ist einer von vielen Gründen:
Beteits Kleinstkinder schauen ins Handy, während Mama einkauft, während toller Familienaktionen und ja, auch während des Essens.
Wo also bleibt sprachlicher Austausch? Woher lernt ein Kind beim Einkauf noch welches Obst oder Gemüse in den Einkaufswagen gelegt wird? Wie lernt ein Kind, sich zu konzentrieren oder den Fokus zu halten, wenn es ununterbrochen unterhalten wird? Wie soll ein Kind einem Lehrer zuhören, wenn dieser nicht musikuntermalt und aufwendig das Geschehen in Szene setzt?!
Ich kann nur sehr schwer nachvollziehen, dass so viele Eltern völlig unbedacht ihren Kindern Tablet, Handy und Co überlassen – oft unlimitiert.
Es ärgert mich zu sehen, und immer wieder frage ich mich, wie ich an jene Eltern herantreten könnte, ohne völlig grenzüberschreitend zu agieren…. andererseits braucht es vielleicht doch die kollektive Großfamilie, um wieder zu Grundfähigkeiten und -werten zurückkehren zu können.
Die kollektive Großfamilie sitzt an Weihnachten zusammen am Eßtisch und hat das Handy zur Hand.
Ja irgendwie muss man die frohe Botschaft doch zeitgemäß empfangen.
Die Mehrzahl der himmlischen Boten verlangt vermutlich mehr als den Mindestlohn, und da muss eben Personal abgebaut werden. Darüber hinaus wird es ohnehin immer schwerer geeignetes Fachpersonal zu gewinnen.
https://m.youtube.com/watch?v=tfL2wiReNrk
Dachte ich mir schon, der Stern über Bethlehem war in Wirklichkeit ein Telekommunikationssatellit.
Nun, es betrifft am meisten die Familie meiner Schwester :Ingenieur, Krankenschwester, Maschinenbaustudentin, IT-Student und angehende Abiturientin …
Schon gut, dass es die alten Festnetzanschlüsse nicht mehr gibt. Müsste die arme Familie weihnachten auf dem Flur zwischen wandtelefon und Toilette zubringen. Will ja auch keiner.
“andererseits braucht es vielleicht doch die kollektive Großfamilie”
Also wieder gemeinsam stumpf in den Fernseher schauen, verstehe.
Aber im Ernst, ich teile Ihre Sorge und sogar Jens Spahn (!) sieht dringenden Handlungsbedarf.
Mit dem Blick aufs Rauchen oder Alkohol müssen wir aber wohl nicht groß auf Eigenverantwortunt setzen und können erstmal ein Weilchen auf Verbote warten :/
Sehr geehrte Redaktion,
Als (jetzt ehemalige) Sonderschullehrerin verfolge ich seit vielen Jahren mit großem Interesse die Artikel und Diskussionen zum Thema Inklusion hier bei n4t. Dieses Thema scheint nicht nur für mich wichtig zu sein, wenn man die Anzahl und den Inhalt der Kommentare zu den entsprechenden Artikeln beobachtet.
Mir ist aber aufgefallen, dass sich die Diskussionen immer wieder im Kreis drehen und das, obwohl immer wieder betont wird, dass die Betroffenen das letzte Wort haben sollten, diese aber hier bei n4t kaum zu Wort kommen. Warum eigentlich? Lesen/kennen die dieses Bildungsmagazin nicht?
Wie könnte man das ändern? Mein Vorschlag: Die Redaktion hat ja seit kurzem das Konzept mit den Themenmonaten. Das finde ich super! Allerdings gibt es bis jetzt noch keinen Themenmonat zu Inklusion. Das wäre doch für den April ein gutes Thema. Vielleicht könnten Sie Interviews mit verschiedenen Behindertenverbänden/ Vertetern von Betroffenengruppen führen. Dann könnten diese Ihre Meinung zum Stand der Inklusion aus ihrer Sicht äußern und klar die konkreten Wünsche und Bedingungen für bessere Inklusion und Teilhabe der Betroffenen darstellen. Wenn diese Artikel und die Kommentare dazu dann noch an die Politik weitergeleitet werden würden … vielleicht würden wir alle uns dann weniger im Kreis drehen und nicht ständig den “Schwarzen Peter” hinundherschieben.
Ich würde mich freuen, wenn Sie diese Idee vielleicht umsetzen könnten.
Mit freundlichen Grüßen
potschemutschka
Liebe potschemutschka,
eine gute Anregung – der April ist allerdings schon vergeben (mit dem Schwerpunktthema Ganztag). Wir denken darüber nach.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke! Das nächste Jahr hat ja noch mehr Monate.
1. Es fehlt in dem Artikel leider der Anteil der Kinder mit körperlicher Behinderung. Dieser wird in den meisten Schulen, zumindest in meinem Arbeitsumfeld, auch mit einem gewissen Prozentsatz vorhanden und vermutlich durch inklusive Konzepte gestiegen sein.
2. Die Tatsache, dass wir in der weiterführenden Schule etliche Kinder nachträglich diagnostizieren, hat auch mit den Versäumnisse einiger Grundschulen zu tun, die noch schlechter personell aufgestellt sind und der Arbeitslast schlicht nicht mehr Herr werden. Einiges wird dann auch bis zur Orientierungsstufe ausgesessen.
3. Mit den nachträglich diagnostizierten Förderkindern ergibt sich in der Regel keine einzige zusätzliche personelle Ressource, weil diese schlicht auch bei uns nicht verfügbar ist. Der einzige Grund ist, dass wir im Unterricht und bei Nachmittagsangeboten besser differenzieren und helfen können. Manchmal führt es dazu, dass das Kind keine Noten in allen Fächern bekommt, sondern teils Berichte statt einer 5 oder 6. Das kann motivierend sein und Fortschrite ermöglichen. Die These, wir würden zig Kinder aufgrund dadurch verfügbar werdender personeller Ressourcen als Förderkinder deklarieren, ist demnach eine schullebensfremde Unverschämtheit.
Eine körperliche Behinderung, sehen, höre, sprechen eingeschlossen, ohne kognitive oder soziale Einschränkung ist nach meiner Ansicht kein Fall für echte Inklusion, weil technisch behebbar, ggf. mit einer Inklusionshilfe. Nicht ohne Grund sieht man die Rollikinder in den Prospekten der Inklusionsfans viel häufiger als die ESE-Kinder..
Die zusätzliche Homogenität, die auf diese Weise in die Klassenzimmer kommt, ist nicht mehr zu stemmen. Darunter leidet besonders die Bildung der leistungsbereiten Schüler. Und damit mittelfristig unsere gesamte Gesellschaft. Inklusion ist als Idee zwar ganz nett, verlangt in der Praxis aber nicht vorhandene Ressourcen. Daher sollten wir Kinder, die Probleme in Regelklassen haben, wieder strikt in Förderschulen unterrichten. Ich bin überzeugt, dass dann auch die Zahl der Diagnosen wieder rückläufig sein wird.
Interessant, dass vehement abgestritten wird, den Förderbedarf lernen oder ESE zu leichtfertig zu diagnostizieren – aber gleichzeitig zu anderen Artikeln über LRS und Dyskalkulie den Familien vorzuwerfen, sie wollten es sich nur einfach machen und die meisten Kinder wären in Wahrheit nur faul 😉
Nun, im ersten Fall mildert man die Aufgabe für sich selber ab, einem Kind, das schlecht Deutsch kann, einem wilden Jungen oder ein sehr schwaches oder unangepasstes Kind durch den Lehrplan zu bringen und bekommt es mit Glück sogar von der Schule (Förderschulen sind voll mit Migranten und generell mit Jungs!) – für das Kind vor allem ein Etikett mit beruflichen Folgen.
Im zweiten Fall muss man Rücksicht auf die Schwäche in Form von mehr Zeit oder Nicht-Bewertung der Rechtschreibung nehmen und ermöglicht einen guten Schulabschluß trotz Teilschwäche.
Ich frage mich, wenn ich hier so lese, ob Lehrer einen Krieg gegen Eltern und Schüler führen. Generalverdacht, Missgunst und nur schlechtes ggü den Familien unterstellen und die eigene Unfehlbarkeit hervorheben (alle Diagnosen korrekt und ohne Eigennutz) – bei gleichzeitigem Geheule , man solle eine Eier legende Wollmilchsau sein. Was denn jetzt? Unfehlbar oder nicht?
Realistisch gibt es sowohl im ersten als auch im zweiten Fall jeweils beides. Tatsächlicher Bedarf, aber auch Ausbeutung.
Als Förderschullehrerin in der Inklusion sehe ich beides. Dennoch: Viele Kollegen und Kolleginnen haben ihre Kompetenz erweitert, wollen früher unterstützend beraten, weil sie darum wissen, es gäbe extern Maßnahmen wie Ergotherapie, etc die helfen. Zuvor war das außerhalb ihrer Zuständigkeit und nicht unbedingt Teil des Beratungsprozesses. Zuständigkeiten sollten aber offiziell vorab geklärt sein. Es gibt zwar eine Dienstvereinbarung für uns Sonderpädagogen, aber keine Struktur für ihre Umsetzung. Weder Zeitstruktur, noch Einsatzplan, das machen alles wir Sonderpädagogen in Absprache mit den Kollegen und der Schulleitung. Von dieser Zusammenarbeit hängt demnach alles ab. Die Verantwortung für Inklusion scheint an uns Sonderpädagogen delegiert worden zu sein. Wir begleiten die Kinder mit festgestellten Förderbedarf, aber was gar nicht mitzählt sind ja all diejenigen Schülerinnen die wir präventiv unterstützen, damit erst gar kein Verfahren nötig wird. Traurig finde ich wie mit uns Sonderpädagogen seitens der Schulbehörde umgegangen wird. In der gelebten Praxis haben wir selten einen Raum, selten Material, keine Zeit für Absprachen, keine Einarbeitung in neue Systeme, keine Begleitung durch Sonderpädagogische Kollegen, Abordnung von Jahr zu Jahr, d.h.verschiedene Schulsysteme im Wechsel, keine Beziehungskontinuität und Verlässlichkeit für die Schüler/Innen, verschiedene Systeme mit immer neuen KollegInnen, die sehr unterschiedliche Vorstellungen zu unserer Zusammenarbeit haben. Man selbst wird manchmal zu der Randgruppe, die man in der Praxis begleitet und darf nachspüren wie sich Exklusion in der Inklusion anfühlt. Aber eben auch wie sich gelungene Inklusion gestalten lässt…z.B. durch Bereitstellen von Ressourcen durch das Start-Chancen Programm. Wir schaffen es eben nur gemeinsam, so wie es einst auch gedacht war.