BONN. In Deutschlands Klassenzimmern wird aussortiert – noch immer fallen Kinder mit Behinderung, einem anderem Lerntempo oder schlechten Deutschkenntnissen durch das Bildungsraster. Das kritisieren Vivian Breucker, Lehrerin und Transformationsanstifterin an der inklusiven Offenen Schule Köln, und Joachim Kottmann, Kulturagent und Mitglied im Bürgerrat Bildung und Lernen. Im Bürgerrat-Podcast „Bildung, bitte!“ diskutieren sie mit Moderator Andreas Bursche, – warum die Forderung „Bildung für alle“ nicht nur die Schulen betrifft, sondern die ganze Gesellschaft.

Lehrerin Vivian Breucker macht gleich zu Beginn deutlich, wie tief die strukturelle Ausgrenzung im deutschen Bildungssystem verankert ist. Deutschland sei nicht eher exklusiv, sondern ganz klar exklusiv – mit dem dreigliedrigen Schulsystem und den parallel existierenden Gesamtschul- und Förderschulsystem. Genau vor diesem Hintergrund sei 2012 die Offene Schule Köln (OSK) entstanden, an der sie arbeitet: gegründet von Eltern von Kindern mit Förderbedarf, die eine neue Normalität schaffen wollten. „Sie haben gesagt: ‚Wir möchten eine Norm gestalten, in der alle Menschen so sein dürfen, wie sie sind oder werden wollen‘“, so Breucker.
Erweiterter Inklusionsbegriff
Deshalb reduziere die OSK Inklusion auch nicht auf die klassische sonderpädagogische Förderung. Stattdessen arbeite die Schule mit einem „erweiterten Inklusionsbegriff“. Dieser orientiere sich am Begriff der Intersektionalität, erklärt Breucker: „Menschen sind unterschiedlich und brauchen unterschiedliche Dinge.“
Joachim Kottmann sieht das ähnlich. Auf die Frage, wer besonders viel Aufmerksamkeit brauche, antwortet er knapp: „Eigentlich alle.“ Entscheidend sei ein grundlegendes Verständnis dafür, wie Menschen funktionieren, lernen und leben. Gerade angesichts gesellschaftlicher Spannungen sei dieses Verständnis wichtiger denn je. „Insofern finde ich auch die Idee des erweiterten Inklusionsbegriffes hervorragend für Schulen.“
„Wenn wir jedem Kind ermöglichen, sein Potenzial auszuschöpfen, dann steigt auch das gesamte Leistungsniveau“
Doch beide wissen: Zwischen Anspruch und Alltag klafft eine Lücke. Es fehle eine breite gesellschaftliche Unterstützung für Inklusion. Aus Sicht von Vivian Breucker eine durchaus nachvollziehbare Entwicklung: „Solange wir in einer leistungsorientierten Gesellschaft leben, in der man dafür sorgen muss, dass sein Kind darin einen Platz findet, ist es nicht zu verteufeln, dass Menschen sich fragen: Was bedeutet das für mein Kind?“ Gleichzeitig betont sie: Inklusion müsse gesellschaftlich gedacht und verankert werden, nicht nur auf schulischer Ebene.
Allerdings: Weder Breucker noch Kottmann wollen die Leistungsgesellschaft abschaffen, sehr wohl aber neu definieren. So schließen sich aus Kottmanns Perspektive Inklusion und Leistung nicht aus: „Wenn wir jedem Kind ermöglichen, sein Potenzial auszuschöpfen, dann steigt auch das gesamte Leistungsniveau, das wir als Gesellschaft erreichen“, betont der Kulturagent.
„Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die gar nicht Leistung wertschätzt“
Lehrerin Breucker stellt die Normen infrage, an denen die Gesellschaft bislang Leistung misst. Wer nicht für die Norm gemacht sei, verliere automatisch. „Wir leben in einer Leistungsgesellschaft, die gar nicht Leistung wertschätzt. Ich glaube, dass ganz viele Menschen eine viel größere Leistung erbringen bei den Dingen, die sie leisten, in dieser Welt, die nicht für sie gebaut ist, als andere Menschen.“ Sie plädiert dafür, Vielfalt ganz praktisch mitzudenken – etwa, indem Gebärdensprache als erste Fremdsprache angeboten würde: „Warum müssen sich andere in unserer Welt zurechtfinden, statt dass wir uns einander annähern?“
Wie Inklusion praktisch funktionieren kann, zeigen beide anhand eigener Erfahrungen. Kottmann erzählt von Musikprojekten, in denen selbst verhaltensauffällige Kinder gemeinsam für Minuten in Konzentration und Verbindung kommen: Musik schaffe Zusammenhalt und mache Selbstwirksamkeit erfahrbar. Breucker verweist auf Konzepte der OSK – jahrgangsgemischte Gruppen, Verzicht auf Noten bis Klasse 8, individuelle Zielarbeit –, macht aber auch klar, dass selbst ein innovatives Schulmodell stetig weiterentwickelt werden müsse.
Inklusion als Grundlage der Empfehlungen des Bürgerrats Bildung und Lernen
In den Forderungen des Bürgerrats Bildung und Lernen sehen beide wichtige Impulse: längeres gemeinsames Lernen, Stärkung von Selbstwirksamkeit, multiprofessionelle Teams, neue Formen von Unterstützung in Schulen. Kottmann betont, dass Inklusion dort nicht als Einzelthema auftauche – weil sie überall mitgedacht sei.
Breucker weitet den Blick erneut. Schule sei immer ein Spiegel der Gesellschaft gewesen, sagt sie, und müsse sich deshalb verändern, wenn die Wirklichkeit sich verändere. KI, vernetzte Krisen und neue Anforderungen an Kompetenzen machten ein Festhalten an rein kognitiver Wissensvermittlung unmöglich. Gefragt seien Future Skills, Transformationsfähigkeit – und Räume, in denen Menschen einander wirklich begegnen.
„Wir haben lange geglaubt, dass wir alle gleich sind“, sagt Breucker. „Jetzt müssen wir anerkennen, dass Menschen Unterschiedliches brauchen – und miteinander darüber sprechen.“ Für Joachim Kottmann liegt die Hoffnung darin, dass überzeugende Beispiele und demokratische Prozesse wie der Bürgerrat genügend Rückenwind erzeugen, um notwendige Veränderungen unumgänglich zu machen. News4teachers
Mehr als 700 zufällig ausgewählte Menschen aus allen Teilen der Republik haben im Rahmen des Bürgerrats Bildung und Lernen in den zurückliegenden fünf Jahren Empfehlungen für eine zukunftsfähige und gerechte Bildung erarbeitet. Was diesen Bürgerrat von vielen anderen unterscheidet: Gemeinsam mit den Erwachsenen saßen hier auch Kinder und Jugendliche (U16) gleichberechtigt mit am Tisch. Ins Leben gerufen wurde der Bürgerrat von der unabhängigen und gemeinnützigen Montag Stiftung Denkwerkstatt in Bonn. Sie hat auch den vorliegenden Podcast bereitgestellt.

Im Sinne einer lebendigen Demokratie diskutierten die Mitglieder des Bürgerrats gemeinsam über gesellschaftliche und bildungspolitische Fragen. Welche Probleme und Herausforderungen müssen im Bildungsbereich dringend bearbeitet werden? Wie könnten bildungspolitische Reformen aussehen, die Probleme lösen und gleichzeitig in der Gesellschaft mehrheitsfähig sind? Und: Wie soll gerechte Bildung in Zukunft aussehen?
Ein umfassendes Papier mit Empfehlungen wurde in diesem Jahr veröffentlicht (News4teachers berichtete). Leitthema dabei: „Chancengerechtigkeit: Wie viel Freiheit braucht das Lernen?“
Weitere Informationen zum Bürgerrat: www.buergerrat-bildung-lernen.de
Hier geht es zu weiteren Folgen der News4teachers-Podcasts:
Den Podcast finden Sie auch auf














Ich bin da mittlerweile gaaaanz anderer Meinung!
Wenn das aber eine Transformationsanstifterin und ein Kulturagent sagen…
Sagen nicht nur die – sagt auch PISA: Deutschland steht deshalb so schlecht da, weil förderbedürftige Kinder (ob sprachlich oder sonstwie) eben nicht gefördert werden. Hat mittlerweile (25 Jahre nach der ersten PISA-Studie) dann auch mal die Politik erkannt, und dafür eigens ein Startchancen-Programms ins Leben gerufen. Dummerweise kommt das nicht aus dem Quark. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/11/ueberforderte-schultraeger-wie-buerokratie-das-startchancen-programm-aufzufressen-droht/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Jaaahaaa, wenn die Rahmenbedingungen stimmen und man den LuL die realistische Chance gibt, dieses Konzept optimal in die pädagogische Praxis zu bringen und ihnen die Zeit einräumt, ihre Vorbereitungen dafür angemessen erledigen zu können.
Wenn, wenn, wenn … dann, dann, dann…
Wenn nicht – dann eben nicht!!
Alles andere ist Wolkenkuckucksheimgelaber.
“In Deutschlands Klassenzimmern wird aussortiert – noch immer fallen Kinder mit Behinderung, einem anderem Lerntempo oder schlechten
Deutschkenntnissen durch das Bildungsraster.
Das mag ja sein, aber angesichts des letzten IQB-Bildungstrends wären vielleicht doch andere Probleme vordringlicher, nämlich das Absacken der festgestellten Fähigkeiten “auf breiter Front”. Es kann ja einfach nicht sein, dass sozusagen ALLE durch das Bildungs-Raster fallen, wenngleich in unterschiedlicher Ausprägung.
“sagt auch PISA: Deutschland steht deshalb so schlecht da, weil förderbedürftige Kinder (ob sprachlich oder sonstwie) eben nicht gefördert werden.”
Die 16 Bundesländer weißen ja z.B. unterschiedliche Inklusionsquoten auf.
Wie stehen die einzelenen Bundesländer in den nationalen Vergleichen oder umgelegt auf PISA da?
Sagen nicht nur die – sagt auch PISA: Deutschland steht deshalb so schlecht da, weil förderbedürftige Kinder (ob sprachlich oder sonstwie) eben nicht gefördert werden.
Die Aussage, an der auch ich mich stoße ist der Titel:
Warum Inklusion dazu führt, dass das Leistungniveau insgesamt steigt
Sagt PISA das? – Sagt PISA, man müsse einfach nur Förderschulen schließen und immer mehr Schüler in die schon lange überforderten Regelschulen stecken, ohne zusätzliche Ressourcen bereitzustellen?
Inklusion, so wie wir sie derzeit durchführen, führt eben nicht zu einer Steigerung des Leistungsniveaus, sondern zum Gegenteil.
Kann vermutlich so sehen.
Es gibt z.B. Bundesland A mit einer Förderquote
von 8,2%, Inklusion 4,9% / Exklusion 3,3%,
in Bundesland B dann 8,4%, Inklusion 3,1% / Exklusion 5,3%.
Der Schnitt von Land A lag bei IQB-2024-Mathematik 50 Pkt niedriger als in Land B.
Land C mit 8,8% bei 8,1% Inklusion / 0,7% Exklusion lag dann sogar 75 Pkt schlechter als B.
Mein Schüler mit sozial-emotionalem Förderschwerpunkt bindet im Unterricht so viel Kraft und Zeit, dass ich für alle anderen Kinder kaum Zeit habe und immer nur damit beschäftigt bin, ihn im Zaum zu halten.
Ohne zusätzliches Personal sinkt das Leistungsvermögen der Klasse eher als dass es steigt.
Und dann kommt noch der erhöhte Zeitaufwand für tausende Gespräche mit ihm, den Eltern, Kollegen, Jugendamt,…
Für PISA wären doch Förderschulen und Ausschlusskriterien demnach der Politik her als reine “Erfolgszahl” doch wesentlich besser?
Wäre das – sehr extrem gesagt – nicht ein Grund für Politik von integrativen Systemen wieder vermehrt auf exklusivere Systemen zu gehen? Und dann eben über Ausschlusskriterien die tatsächliche PISA Zahlen (wieder) zu “vertuschen”?
Mitunter genau das ist doch so “das Problem” an PISA und Inklusion bzw. dessen (nicht) Erfassung und (nicht) Auswertung im Gesamten?
Dazu kommen verschiedene Ausschlusskriterien je nach Teilnehmerland. Auch das ist so … Naja. Kann man machen. Aber sollte doch auch benannt werden?
Ist es nicht eher so:
Würde man wieder vermehrt auf Förderschulen setzen und dort die Risikoschüler eben nicht (mehr) erfassen, würde man doch laut PISA besser abschneiden? Dann zählen diese eben nicht (mehr) rein und die TOP, sowieso Mittelwerte strecken dann in die andere Richtung.
Will sagen: Also ob und in wiefern PISA hier tatsächlich herangezogen werden sollte ist sehr kritisch zu betrachten? Ansonsten müsste Deutschland rein der Logik und Mathematik der reinen Zahlen und “Erfolgsquoten” komplett weg von Förderung gehen und in Richtung “Ausschlusskriterien” der Risikoschüler. Dazu alle anderen Fördern und die Ressourcen auf diese belassen, statt diese “auf Förderung der Schwachen/Schwächsten” zu lenken?
Das sähe ich als absolut nicht erstrebenswert. Aber wäre das rein rechnerisch [Zahlen] nicht so?
Ich hoffe Sie verstehen, warum ich hier die PISA Richtwerte nicht unbedingt als “zielführend” sehe, so lange die Systematik dahinter so ist, wie sie halt ist?
Oder habe ich die Richtwerte usw. falsch im Kopf? Würde mich wirklich interessieren hier in den Diskurs ggf. zu gehen.
Nehmen wir das Beispiel des Musikprojektes in dem “minutenlang” zusammengearbeitet werden kann.
Gehen Sie davon aus, dass leistungsfähigere Kinder mit Begabung für ihr Instrument in einer solchen Gruppe ähnliche Lernzuwächse erzielen würden wie in einer homogeneren Gruppe?
Oder allgemeiner, dass Schülerinnen und Schüler die anderen Inhalte weit unter ihrem eigenen Kompetenzniveau erklären müssen nicht im Vergleich zu denen zurückfallen, die selbst in dieser Zeit an neuen Feldern arbeiten?
Jeweils von Schulen mit regulärer Ausstattung in Dingen und Personal ausgehend. Sollten beides mit einem Zauberspruch verdoppelt werden können…
“Gehen Sie davon aus, dass leistungsfähigere Kinder mit Begabung für ihr Instrument in einer solchen Gruppe ähnliche Lernzuwächse erzielen würden wie in einer homogeneren Gruppe?”
Ja – wenn genügend Lehrpersonal vorhanden ist. Und dafür gibt es auch Belege: https://www.news4teachers.de/2017/09/studie-inklusion-ist-erfolgreich-wenn-die-bedingungen-stimmen-im-grossen-und-ganzen-einzelne-schueler-tun-sich-allerdings-schwer/
Es geht nicht um “Zaubersprüche”, sondern darum, dass über 15 Jahre politisch versäumt wurde, das Personal an Schulen entsprechend der Herausforderungen durch Inklusion und Integration – multiprofessionell – aufzustocken. Wenn es keine Stellen gibt, kann sie auch niemand besetzen. Das ist auch kein Beleg dafür, dass sich grundsätzlich kein pädagogisches Personal finden ließe, wenn der Bestand mal kontinuierlich aufgebaut und für den Berufsnachwuchs verlässliche Perspektiven geschaffen würden.
Krankenhäuser sind in Deutschland ja auch in der Fläche arbeitsfähig, trotz großer Herausforderungen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn es ein Schulorchester geben würde, wo Kinder sehr heterogen sind, könnte man nicht kompliziertere Stücke spielen, was bessere Musiker abbremsen würde. “Ausreißer” sind schwer zu behandelnden in jedem System. “Die Streuung ” darf nicht zu groß sein, meiner Meinung nach, sonst wird es fast unmöglich etwas zu erreichen, sogar wenn es genug Personal gibt.
Das stimmt – in der Regel – so nicht. Gerne hier nachlesen: https://topeins.dguv.de/arbeitssicherheit/diversitaet-team-die-mischung-machts/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„ Ja – wenn genügend Lehrpersonal vorhanden ist.“
Und, haben wir das?
In ostdeutschen Grundschulen beginnend – ja: https://www.news4teachers.de/2025/09/noch-vor-kurzem-herrschte-lehrermangel-an-grundschulen-jetzt-gibts-zu-viele-grundschul-lehrkraefte-sollen-wechseln/
Die Berufsorientierung junger Menschen richtet sich aber auch nach den Perspektiven. Wie viele verlässlichte Stellen für Berufe, die an Schulen für Inklusion und Integration benötigt würden (Schulpsychologen, Sozialarbeiter*innen, Lerntherapeut*innen, Verwaltungsfachkräfte, Gesundheitsfachkräfte…), gibt es denn in Deutschland, sodass Schülerinnen und Schüler sich dorthin orientieren könnten? Nahe Null – seit Jahrzehnten? Komisch, dass sich dann auf die Schnelle niemand finden lässt.
Vielleicht mal langfristig denken – und endlich einen bundesweiten Plan für die schulische Inklusion entwickeln, den Deutschland seit 2009 schuldig bleibt (und wofür Deutschland schon zwei Mal von den Vereinten Nationen gerügt wurde).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eigentlich sind wir Lehrys und EuEs und Eltern ja die falsche Zielgruppe für Ihr Anliegen.
Wir wissen das seit Jahren.
Sie haben aber schon gelesen, dass die „überschüssigen“ Grundschullehrkräfte in andere Schulformen wechseln sollen?
Ich bin’s so leid: Lehrer arbeiten seit Jahren über dem Limit, Corona hat dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Jetzt wieder riesige Klassen und Kurse bei uns: Man könnte teilen, aber das Ministerium will sparen.
Ich glaub nicht mehr dran, dass Klassen kleiner werden und individuelle Förderung stattfinden kann. Die Wirtschaft hat Primat, die „soziale Marktwirtschaft“ wurde und wird weiter um das „sozial“ erleichtert. In der Bundesrepublik kommt immer mehr der Raubtierkapitalismus zum Tragen: der Teufel scheisst stets auf den größten Haufen, Geld zu Geld. Es geht nur noch um die Wirtschaft – alles, was soziale Errungenschaft war, wird von den Unternehmern und der Politik in Frage gestellt. Wieso soll da auf einmal Kohle für die Bildung in die Hand genommen werden, warum drei Leute einsetzen, wenn’s auch einer tut?
Behalten Sie sich Ihren Optimismus bei, so war ich auch mal.
“Die [Lehrkräfte] wünschen sich mit nahezu hundertprozentiger Sicherheit andere Bedingungen. Die gibt es zurzeit aber nicht. Nur jetzt müssen sie irgendwie im Arbeitsleben klarkommen”
Daumendrück!
Haben Sie ausser “Durchhalteparolen” irgendwelche hilfreiche Vorschläge?
Wenn es NUR Durchhalteparolen wären, läge das immer noch weit über Ihren Untergrabungen, Phantasien über ein Ende der Inklusion und DDR-Nostalgie.
Aber ja, ich würde den Kolleg*innen sehr nahelegen, sich für BESSERE Inklusion auszusprechen, anstatt den Neubau von Sonderschulen zu beklatschen (diese Kräfte fehlen dann in der Inklusion) und sich nicht der Träumerei zu verschreiben, die Inklision würde an ihnen vorbeiziehen/ sie niemals betreffen. Dann hätten wir schonmal eine Grundlage – nach gut 15 Jahren 😀
Hm, das es nicht so ist, wie es sein sollte…
Woher kommt dann die Überschrift, die ganz klar und deutlich eine Aussage trifft, die m.E. nicht verifizierbar ist?
Und wie lernt der Schüler, der sein Instrument beherrscht, wenn eine zweite Lehrkraft da ist? Alleine? Im Verband? Binnendifferenziert?
Und zu den Krankenhäusern – da entscheiden just in der Sekunde Fachleute, wie es zu laufen hat. Es fehlen – Störungen.
Bei uns entscheiden im Unterricht auch Fachleute – Fachleute für ihre eigene Befindlichkeit. Kein Bock, “Fotze”-Rufer, weil ihm war grad so, Aufsteher, weil auch ihm so war…
Ich bin wahrlich nicht gegen Inklusion. Doch mit den uns zur Verfügung stehenden Mittel? Lachhaft.
Und wenn ich schon für *kann sich minutenlang konzentrieren* in die Zeitung komm…. Halleluja!
Die Grundprobleme sind da, werden verleugnet und die Anforderungen werden erhöht.
Ich bin fest davon überzeugt, dass sich alle Kollegys ihren A für ihre Schülys aufreißen.
Deswegen haben sie trotzdem in der Regel und nicht nur anekdotisch die Erfahrung, dass das Niveau sinkt.
Und das liegt nicht an der Leistung der FöS, sondern an der Bocklosigkeit und fehlenden Anstrengungsbereitschaft der Nicht-Fös.
Und dass das Niveau steigt, wenn jedes Schüly quasi einen Personaltrainer hat, ist ja wohl allen klar.
Deswegen haben wir Lehrkräfte m.E. diese Überschrift nicht verdient.
Geht vermutlich auch mehr um mehr traffic.
Hat funktioniert.
“Woher kommt dann die Überschrift, die ganz klar und deutlich eine Aussage trifft, die m.E. nicht verifizierbar ist?”
Die Aussage ist leicht verifizierbar: Ein Bildungssystem, das alle Kinder bedarfgerecht mitnehmen würde (= Inklusion), brächte natürlich ein besseres durchschnittliches Leistungsniveau hervor als das derzeitige Bildungssystem, das einem Viertel der Schülerinnen und Schüler nicht mal Lesen und Schreiben beibringt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“als das derzeitige Bildungssystem, das einem Viertel der Schülerinnen und Schüler nicht mal Lesen und Schreiben beibringt.”
Bei IQB-2022-Lesen gab es in der Tat eines von 16 Bundesländern in dem die Quote der Probanden unterhalb des Mindeststandards für ESA fast 25% betrug. Dort war allerdings auch die Inklusionsquote mit Abstand am höchsten, die Exklusionsquote am niedrigsten.
Wenn ich Konjunktiv wäre, hätte ich mehr würde.
Da werde ich Ihnen natürlich nicht widersprechen.
Da gehe ich gleich mit… vllt sollten wir alle mehr im Konjunktiv schreiben … dann kämen mehr die positiven Dinge zum Tragen und wir könnten uns mehr über die wünschbaren Erfolge und schönen Dinge in und mit unserem Beruf erfreuen … was wäre das erfreulich, wenn wir dann die Erschwernisse vernachlässigen könnten und jeden Morgen fröhlich pfeifend den Weg zur Schule oder in die Kita gehen würden und dort würden ebenso fröhliche und motivierte jungen Menschen auf uns warten, die es nicht abwarten könnten, uns an den Lippen zu hängen, sich begeistert in die von uns fachgerecht angebotenen Inhalte stürzen würden und dann in Zukunft unsere Welt retten würden … mit Freude, Kraft, Selbstwirksamkeit, Respekt und Würde.
Die Aussage ist leicht verifizierbar: Ein Bildungssystem, das alle Kinder bedarfgerecht mitnehmen würde (= Inklusion), brächte natürlich ein besseres durchschnittliches Leistungsniveau hervor als das derzeitige Bildungssystem, das einem Viertel der Schülerinnen und Schüler nicht mal Lesen und Schreiben beibringt.
Die Überschrift sagt aber, dass Inklusion zu einem insgesamt gesteigerten Leistungsniveau führt. Diese Aussage ist derzeit nicht von Fakten gedeckt. Im Gegenteil: Schlecht gemachte “Inkusion” (einfach alle mit dazu-stecken) führt zu einer Überforderung des Systems und zum allgemeinen Absinken des Niveaus. Genau das kann man heute beobachten.
Nehmen Sie mal mein Spanisch-Beispiel:
Ich gehe in einen Spanisch C2-Konversationskurs, kann aber leider kein Spanisch. Erhöhe ich durch mein Nicht-Können das Leistungsniveau – oder reduziere ich es?
Wenn ich nun auch noch Ressourcen binde, der Spanisch-Lehrer extra für mich Sachen macht und weniger Zeit für die Vorbereitung hat, dann ziehe ich das Niveau aller herunter.
Wenn hingegen alle Kursteilnehmer auf C2-Niveau sind, kann man sie mit wenigen Ressourcen gut voranbringen. – Da wäre es doch sinnvoller, wenn ich eben nicht in diesen Kurs gehe, sondern mir einen Spanisch-Kurs für Anfänger suche…
Schlecht gemachte Inklusion – ist keine. Es gibt in Deutschland kaum weniger Förderschüler als 2009, also vor Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention. Derzeit werden wieder verstärkt Förderschulen gebaut. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/10/inklusion-eine-mogelpackung-zahl-der-foerderschueler-an-regelschulen-steigt-anteil-der-schueler-an-foerderschulen-sinkt-aber-nicht/
Was hat das mit Inklusion zu tun?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Aussage klingt erstmal richtig – muss sie allerdings nicht sein …
Es kommt halt auf die Prämissen drauf an.
Natürlich ist “mehr als man (gerade) hat” an Mitteln im Bereich “Entlastung” erstmal immer förderlich … Mehr Geld, mehr Personal, mehr Zeit, mehr ….
Und auf der anderen Seite ggf. “Weniger” im Sinne von “weniger Belastung”.
Das ist so. Das ist ein absoluter No-Brainer. Immer. Spielt hier absolut keine Rolle, ob “Bereich Inklusion” oder nicht. Die Mechanismen sind immer da.
Jetzt könnte man entweder sagen:
– “Wir” setzen viel – sehr viel – Geld für Inklusion ein.
Oder
– “Wir” setzen genau diese Summe für “Exklusion” ein.
Ich bin mir echt nicht so sicher, ob Ihre Rechnung dann noch sonderlich aufgeht. Sorry … Aber das ist tatsächlich nicht verifizierbar.
Und natürlich können wir hier Zahlen und Zeiten hin und her wenden und auch “Standards” … Das wird wohl kaum verifizierbarer, als “wenn man mehr fördern würde, dann …”. Ja. Immer. Tatsächlich. Hat nur nichts primär mit Inklusion zu tun.
Fördern hilft grundlegend immer. Und es wird immer “nach oben gehen”. Absolut klar.
Die Frage wäre hier: Bei Verwendung von Mittel xy [mehr Personal, mehr Geld usw.] – wie würde das Bildungs- und Leistungniveau bei
– Starker Inklusion
– Starker Exklusion
aussehen?
Und sorry … Dazu habe ich bisher noch keine verifizierbare Daten gesehen. Echt nicht.
Alles andere ist doch “Quatsch” im Diskurs um “was bringt faktisch mehr Gesamtleistung?”.
Und hier müssen “wir” auch von “Emotionen” in diesen Blick weggehen.
Nämlich nur dann machen wir uns eben fachlich auch ehrlich.
Bei Emotionen ist es doch sowieso klar Pro-Inklusion denke (und hoffe) ich?
Die (bessere) Frage ist auch … Sollte bzw. muss man sich als wirtschaftliches, gesellschaftlich soziales und bildungsnahes Land nicht Inklusion “leisten”?
Egal, ob jetzt “das Maximum” für einen Teilbereich dann eben nicht “on Peak” ist.
Gesellschaftlicher Mehrwert?
Menschlichkeit?
Soziales Miteinander?
Integration im Leben?
Hat das nicht evtl. einen anderen Stellenwert als die Überschrift hier versucht zu “vermitteln” [ohne tatsächliche Fakten meiner Meinung nach].
Ich bleibe dabei:
– Inklusion sehr gerne -> Sinnvoll und zielführend gemacht
– Mittel dazu müssen da sein und/oder gemacht werden
– Ehrlicher Umgang damit … Ja, auch falls dies zu einem “kleinen Gesamtleistungseinsturz” führen sollte … Dafür gibt es dann eben andere Faktoren, welche einen Mehrwert haben [können] … Und auch dies benennen.
Aber auch an dieser Stelle ganz ehrlich … Schauen Sie sich doch die Bedingungen an dieser Kölner Schule an und übertragen diese auf andere Schulen:
– Maximal 25 SuS
– Immer Doppelte, in der Regel sogar Dreifache Personalbesetzung [mit Fachpersonal]
– Zusätzliche Besetzungen und Zieldifferenter Einsatz von Personal bei Bedarf
… Mal eine Abstimmung machen, wer dies ab einer Regelschule so hat?
Und schon ist man eben in der Realität dann ….
Und ja, natürlich sollte man dies anstreben … Und ja, dann funktioniert das auch wesentlich besser. Da bin ich absolut bei Ihnen.
Aber auch hier: Wenn es rein der Überschrift nach geht … Dann müsste man hier auch Privatschulen ohne Inklusion als Vergleich nehmen … Und diese hätten mit Sicherheit laut PISA und co. auch mal ganz andere Zahlen und Leistungen der jeweiligen Vergleichsgruppe über. Ist auch nachvollziehbar …
– Anderes (ausgewähltes) Clientel
– Andere Personalbesetzungen
– Andere Rahmenbedingungen
Ich finde es absolut nachvollziehbar, warum sich einige hier von der Überschrift “getriggert” fühlen.
Ebenfalls, dass dies in “unserem” Alltag eben nicht so ist und man hier auf “was wäre wenn” zu argumentieren, statt dass es so mal gemacht wird.
Meine These: Auch ohne Inklusion hätte genau diese Schule – mit diesen Bedingungen – einen (deutlich) höheren Leistungsstand …
Warum?
– Ausgewähltes Clientel [alle Bewusst, wie diese Schule arbeitet … Auch dessen Rahmenbedingungeb]
– Andere Personalbesetzung
– Andere Rahmenbedingungen
– …
Sind wir wieder bei No-Brainer …
Und warum macht man sich hier nicht ehrlich?
Will man das mal testen?
Genau diese Förderungen bei Schulen mit 0% Inklusion [maximal Exklusion]? Und dann mal schauen, ob “dort” der Leistungsstand wesentlich verbessert wird?
Man wird staunen … Als Bildungsforscher vllt. … Als Politiker vllt. … Als Lehrkraft “im Alltag” ist das absolut klar und bewusst. Isn No-Brainer.
Aber genau das wäre hier die Prämisse DER ÜBERSCHRIFT, wenn man sich ehrlich macht.
“Verifizierbar” sind immer nur Realitäten und keine im Konjunktiv schön beschriebene Theorie, mit der Sie argumentieren.
Dass wir bereits seit Jahren ein inklusives Schulsystem haben, ist Tatsache. Ebenso ist Tatsache, dass dieses System “einem Viertel der Schülerinnen und Schüler nicht mal mehr Lesen und Schreiben beibringt”.
Führt die Inklusion also zu einem insgesamt steigenden oder fallenden
Leistungsniveau? Und stimmt Ihre Aussage, dass ein inklusives “Bildungssystem alle Kinder bedarfgerecht mitnehmen würde”?
In der Realität hat die Inklusion jedenfalls das Gegenteil dessen gezeigt, was Sie zu ihr sagen.
“Dass wir bereits seit Jahren ein inklusives Schulsystem haben, ist Tatsache.” Wo?
Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/09/mangelhafte-inklusion-die-vereinten-nationen-zeigen-sich-besorgt-ueber-die-verbreitung-von-sonderschulen-in-deutschland/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Gibt es eigentlich Schulen in DE, die aktuell keine Schüler mit Förderbdarf haben und sich evtl. weigern, diese aufzunehmen? Gibt es dazu Zahlen?
Das Gymnasium Horn in Bremen hat das mal versucht und ist vor Gericht gezogen.
https://taz.de/Entscheidung-zur-Inklusion-in-Bremen/!5516081/
Inzwischen sieht man das anders:
https://309.sixcms.schule.bremen.de/unterricht/geistige-entwicklungsforderung-ge-19086
Wenn also alle Schulen verpflichtet sind, Schüler mit Förderbedarf aufzunehmen und diese nicht ablehnen können, dann haben wir doch die von der UN geforderte Inklusion (zumindest auf dem Papier, die Qualität ist ein anderes Problem). Eltern sind doch dann nicht gezwungen, ihr Kind auf eine Sonderschule zu schicken. Sie habenfreie die Wahl zwischen Inklusion oder Sonderschule.
Wenn ich es richtig verstanden habe, verlangt die UN nicht, die Sonderschulen komplett abzuschaffen, oder?
Natürlich gibt es Schulen, die nur Kinder ohne attestierten sonderpädagogischen Förderbedarf beschulen…..was natürlich nicht heißt, dass nicht trotzdem Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf dort sind, nur eben nicht attestiert….
Es geht aber um die Inklusion behinderter Kinder, nicht um die schulische Integration von Migranten. Ich glaube auch nicht, dass die Förderschüler an Regelschulen rein von der Anzahl mit den zu integrierenden Migranten mithalten können.
Es geht um das Prinzip: Ist das System Schule für alle Kinder und Jugendliche da und passt es sich dann den unterschiedlichen und sich wandelnden Bedarfen an? Oder müssen Kinder und Jugendliche ins System passen – und der Rest fällt hinten runter?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
– und der Rest fällt hinten runter?
Genau das ist das Problem, unabhängig von der Integration. Dies passiert schon im (nicht separierenden) Kindergarten, wo die Problemfälle irgendwie betreut und durchgeschoben werden, weil das Personal nur für das Notwendigste reicht, wenn überhaupt. Die fallen dann früher oder später hinten runter.
Die Frage ist vielmehr: auf welche Weise kann man das mit den vorhandenen und sehr begrenzten Ressourcen verhindern?
Ich bezweifle, dass das Leistungsniveau bei gleichem Personaleinsatz steigt. Natürlich man in einem Raum alles zwischen Abi-und Grundschul-Niveau unterrichten, aber ist das effizient?
Deutschland steht schlecht da? Nicht das ganze Land. Sachen und Bayern plazieren sich regelmäßig nahe den Weltbesten …
Obwohl dort Inklusion kein Topthema ist. Oder weil?
Unter den Weltbesten -worin? Welcher Leistungsvergleich soll denn das aussagen? PISA oder IGLU vergleichen keine Bundesländer.
“‘Die aktuelle PISA-Studie ist ein Schlag ins Gesicht unseres Landes, und zwar nicht Bayerns, sondern Deutschlands’ so Ministerpräsident Dr. Markus Söder zu den Ergebnissen der PISA-Studie. Wunschdenken – denn die Ergebnisse gelten natürlich auch für Bayern. (…) Die Lese-Kompetenz der Neuntklässler in Bayern ist 2022 im Vergleich zum Jahr 2015 um 17 Prozentpunkte – das entspricht fast einem ganzen Schuljahr ! – gesunken. Schülerinnen und Schüler, die die Mindeststandards im Lesen nicht erfüllen, haben Schwierigkeiten, grundlegende Informationen aus einfachen und kurzen Texten zu entnehmen und diese mit ihrem vorhandenen Weltwissen zu verknüpfen.” Quelle: https://www.bllv.de/vollstaendiger-artikel/news/bildungsland-bayern-fakt-oder-illusion
Schön, wenn man immer eine Gruppe parat hat, der man die Schuld zuschieben kann: Kinder mit Behinderungen, Migranten…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Schön, wenn man immer eine Gruppe parat hat, der man die Schuld zuschieben kann: Kinder mit Behinderungen, Migranten…”
Wer tut das eigentlich genau?
Warum sollten Kinder mit Behinderung oder Migrationshintergrund an schlechten Leistungen Schuld haben? Das ist komplett unlogisch, denn das hieße ja, dass sie wider besseres Wissens schlechte Leistungen abliefern.
Okay, das tut die AfD bei Migrant*innen, ja. Aber die sind generell jenseits von jeglicher Logik.
Wer Inklusion für die schlechten Schülerleistungen verantwortlich macht – tut genau dies: die Schuld auf Kinder mit Behinderungen zu lenken.
Schuld ist eine Bildungspolitik, die Kitas und Schulen personell nicht vernünftig (= aufgabenkonform) und multiprofessionell ausstattet. Nicht “die Migration” – und auch nicht “die Inklusion”.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer denn nun?
Hier tut das niemand, denn hier sind sich alle einig, dass es schlechte Politik ist, die Bildung nicht so ausstattet, wie es nötig wäre.
“Obwohl dort Inklusion kein Topthema ist. Oder weil?” – schreibt Herr Felten.
Gute Politik ist es demnach, Inklusion praktisch ausfallen zu lassen – und nicht, das Schulsystem für die (von Deutschland völkerrechtlich verbindlich versprochene) Inklusion auszustatten. Das ist im Übrigen die Position der AfD (“Belastungsfaktoren”). Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2023/08/belastungsfaktoren-thueringer-afd-chef-hoecke-will-behinderte-kinder-vom-regelunterricht-ausschliessen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Wer tut das eigentlich genau?”
Bildungsminsterinnen aus Norddeutschland.
Zumindest werden dort z.B. überdurchschnittlich hohe Quoten an Schüler*innen ohne Abschluss auch mit Verweisen auf gestiegene Zuwanderung begründet.
? Ach, sagen die “Die sind schuld”?
Es geht sehr wohl um die Wortwahl.
Wenn man die Ergebnisse auswertet und den Grund klar benennen kann, dann ist das keine Schuldzuweisung, sondern eine Feststellung, aus der man Schlüsse ziehen und Gegenmaßnahmen (wie z.B. mehr und bessere Deutsch-Förderung in Grundschulen) ableiten muss.
In SH gibt niemand (bis auf die üblichen AfDlys) Kindern mit Migrationshintergrund irgendeine Schuld.
Langsam wird es echt albern.
Sie haben recht.
Den Ausdruck “die Migranten sind schuld” verwendet man natürlich weder in SH noch in MVP
Es heißt dann nur die Hauptursachen wären die steigende Zahlen an Schüler*inner ohne deutsche Muttersprache oder dass SFB-Schüler*innen mit Förderabschluss nicht als ESA mitgerechnet würden usw.
Wie erfolgsversprechend Gegenmaßnahmen wie Unterrichsstunden streichen und Lehrerstellen abbauen sein werden, wird sich noch zeigen müssen.
„ Schön, wenn man immer eine Gruppe parat hat, der man die Schuld zuschieben kann: Kinder mit Behinderungen, Migranten…“
Ja nu, Sie haben die Ostdeutschen vergessen!
🙂
“PISA oder IGLU vergleichen keine Bundesländer.”
Zumindest seit 20 Jahren nicht mehr, als die PISA-E-Studien zugunsten von IQB eingestellt wurden.
Trotzdem gibt es schon einige Anhaltspunkte, dass Michael-Felten nicht unrecht haben könnte.
Bei PISA-2022-Mathematik lagen z.B. die Ergebnisse der Probanden aus Südkorea um die gleiche Punktzahl über dem Gesamtschnitt der Pendants aus Gesamt-DE wie die Ergebnisse der Pendants aus Bayern über dem DE-Schnitt bei IQB-2024-Mathematik.
Die Schüler*innen mit Migrationshintergrund aus Bayern erzielten bei IQB-2024-Mathematik höhere Punktwerte als z.B.die Schüler*innen aus NRW insgesamt, die Schüler*innen mit Migrationshintergrund 2. Generation aus Bayern erreichten höhere Werte als die Schüler*innen ohne Migrationshintergrund aus z.B. Niedersachsen.
Dass aber auch in Bayern die Werte im Vergleich zu 2018 gesunken sind, ist natürlich Fakt.
Das trifft aber auch auf viele OECD-Länder in den PISA-Tests zu.
” um 17 Prozentpunkte – das entspricht fast einem ganzen Schuljahr ! – gesunken.”
Woher haben Sie diese Informationen ?
Nach meinen Quellen würden 30 Punkte ca. einem Schuljahr entsprechen.
Wir haben die Quelle verlinkt. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ziemlich gewagte These, dass 17 Punkte fast einem Schuljahr entsprechen würden. Wenn das tasächlich so wäre hätten die 9. Klässler aus NRW 2 Jahre Rückstand auf Bayern, die aus Berlin 3 Jahre.
Was war Ihre ursprüngliche Meinung?
Wenn durch die Inklusion mehr Kinder als vorher den hauptschulabschluss klasse 9 oder 10 schaffe, ist das Niveau insgesamt gestiegen, weil es weniger Abgangszeugnisse ohne Abschluss gibt.
Dann müsste die Quote Schüler*innen ohne ESA aber eigentlich in Bundesländern mit hohen Inklusionsquoten niedriger sein als in Bundesländern mit hohen Exklusionsquote. Laut Statistik ist aber eher das Gegenteil der Fall.
Wenn ich schon Transformationsanstifterin lese …
Die Transformation zu mehr Leistungsbereitschaft auf Seiten vieler Schülerinnen und Schüler wäre auch mal wieder ganz schön.
PS: Inklusion bedeutet meist, dass Lehrkräfte unfassbar viel Mehrarbeit leisten sollen, ohne auch nur ansatzweise dafür entlastet zu werden.
“Wenn wir jedem Kind ermöglichen, sein Potenzial auszuschöpfen, dann steigt auch das gesamte Leistungsniveau”
Stimme dem nicht zu.
WEIL wir es einem Kind (denn derzeit sind es leider nur Kinder mit Sonderpädagogischem Förderbedarf) ermöglichen, steigt das Leistungsniveau!
Wir HABEN bereits Inklusion und diese Kinder – was manche im Forum sich auch daherphantasieren – und die Verbesserung dieser Kinder hebt den Schnitt der Klasse!
Klar, ist immer eine Frage der Bezugsgröße.
Wenn alle Dinge auf dem Boden liegen, und ich stelle mich auf ein Streichholz, stehe ich über den Dingen… 😉
Die Inklusion ist die Grundlage, also ja, gerne dürfen Sie auch mehr daraus machen – aber es ist Ihre Bezugsgröße
Ich habe noch nie gehört, dass PISA, VERA und IQES die relativ zum eigenen Potential erreichte Leistung messen (sollen), sie sind, vielleicht leider, radikal anders konzipiert.
Das Problem aller Durchschnittswerte: Verbesserungen bei Extremwerten können das Gesamtergebnis verbessern, auch wenn nachher eher weniger die absoluten Ziele erreichen. Beispiel, sehr einfach: zwei Inklusionsschüler verbessern sich von 10 fiktiven Punkten auf 35, gleichzeitig sinkt das Testergebnis bei 8 anderen von 50 auf 45. Gehobener Schnitt, rechnerisch – gehobenes Leistungsniveau bei 10% schlechterem Ergebnis von 80% der Schüler?
Mehr soziales Lernen, ja, das kann gut funktionieren (muss es aber nicht immer), besseres allgemeines Leistungsniveau ist meist ein schönes Märchen. Wie sollte es auch anders sein, weder Zeit noch Betreuer gibt es unbegrenzt. In einem solchen echten Nullsummenspiel muss es zu Mängeln kommen und wir stehen vor der Aufgabe, zu entscheiden wo das sein soll. Vielen Dank auch.
Ich denke nicht, dass Sie Ihre Inklusionskinder bei PISA, VERA und Co. mitschreiben lassen sollten… :/
Die Studie der Bertelsmannstiftung zeigte auf, dass die Inklusionskinder im Schnitt bessere Leistungen erbringen, als Kinder an Sonderschulen.
Wenn Sie da gegenläufige Quellen jenseits Ihrer Privatmeinung haben, würde ich diese gerne lesen.
Zuletzt: Von einem “Märchen” brauchen Sie aber nicht schreiben, die Kinder SIND in der Inklusion.
Ok, dann lasse ich sie eben nicht mitschreiben… /s
“…steigt auch das gesamte Leistungsniveau, das wir als Gesellschaft erreichen” – bedeutet nach meiner Lesart, dass nicht nur das Leistungsniveau der InklusionsschülerInnen steigt (ja, glaube ich gerne, zeigen auch viele Studien), sondern insgesamt. Bei dem Märchen des besseren allgemeinen Niveaus bleibe ich, aus eigener Erfahrung. Ich weiß, dass ich schwächere Schüler in einer Klasse mit Inklusionskindern alleine nicht mehr ausreichend fördern kann und mehr ‘verliere’. Auch der Forderaspekt für die Leistungsstärkeren muss zurückstehen, auch sie können nicht ihr Potential entwickeln. Das führt im Gesamtergebnis, ohne alle Statistik, nur nach täglichem Erleben und rein anekdotisch, eher zu schwächeren als besseren Resultaten. Ja, real wird die bessere Förderung der Inklusionskinder mit Abstrichen bei allen anderen erkauft. Das liegt natürlich nicht an den SchülerInnen, das liegt an fehlendem Willen und Möglichkeiten, die von der Politik kommen. Ich möchte und werde nicht in das Loblied der Inklusion einstimmen, solange darunter andere leiden. Das Argument ‘jetzt sind aber mal die dran’ passt auch nicht, das könnte man so sehen, aber warum jammern dann alle über Ergebnisse der Leistungsstände bei den anderen SchülerInnen? Erwarten von ihnen gleiche oder bessere Ergebnisse bei weniger Betreuung? Weniger Ressourcen in einer komplizierteren Gesellschaft führen zu mehr Problemen, wer Inklusionsergebnisse bejubelt, muss auch die andere Seite sehen. Diese andere Seite wird hier, siehe Zitat, einfach bestritten bzw. neu definiert.
Absolut.
Inklusion bedeutet für mich zu häufig, man wird keinem mehr gerecht.
Ich bin kein Förderschullehrer geworden, sondern habe mich bewusst für ein anderes Lehramt entschieden. Jetzt soll ich mehrere Förderbedarfe und eine enorme Heterogenität in Klassen mit 25 SuS und mehr bewältigen.
Mein Hauptziel ist es aber, meine Haupt- und Realschüler*innen auf ihre Abschlussprüfungen vorzubereiten.
Ich kann nicht permanent so viel mehr Zeit und Engagement in 2-3 SuS mit FB “Geistige Entwicklung” und noch 2-3 weitere SuS mit anderen Förderbedarfen stecken. Was da an Gesprächen und Differenzierung notwendig ist, geht vor allem zu Lasten der Lehrergesundheit.
“Ich kann nicht permanent so viel mehr Zeit und Engagement in 2-3 SuS mit FB “Geistige Entwicklung” und noch 2-3 weitere SuS mit anderen Förderbedarfen stecken.”
Doch das müssen Sie aber können wollen. Was für eine Einstellung ist das denn?! Die richtige Haltung ist alles. Lehrergesundheit ist unwichtig.//
Ich erinnere mich, wie ein wirklich wohlwollender Kollege mal sagte, dass man so etwas nicht äußern könne, ohne bei gewissen Leuten gleich als Nazi (seine Wortwahl) zu gelten.
Hat sich denn der Nazi zumindest für eine Stärkung der Rahmenbedingungen für Inklusion ausgesprochen? 😉
Diese Kinder mit Förderbedarf SIND Ihre Schüler:innen.
Wenn Sie sich mehr Unterstützung wünschen, um diesen gerecht zu werden, bin ich ganz bei Ihnen 🙂
Ihnen ist klar, dass Sie (eigentlich) die “Unterstützung” [witzig] wären?
Und zwar tatsächlich – vor Ort – wie eine Lehrkraft eingesetzt dann? Primär zuständig für Inklusion und Förderung dessen. Sekundär als Hilfe. Andersrum die “eigentliche” Schulformslehrkraft als primäre Schulformlehrkraft eben und sekundär für Sie als Hilfe bei Inklusion.
So sieht leider die Realität an wenigen – meist (erfolgreicheren) Projektschulen – aus.
Das ist Ihnen doch klar?
Aber eigentlich wäre das der sinnvollere Weg zur tatsächlichen Inklusion …
Woran scheiterts? Sonderpädagogen, Ressourcen, Geld.
Und “stemmen” soll man das oft nebenbei als Lehrkraft [der jeweiligen Schulform].
Nur eben ohne gezieltes Studium diesbezüglich.
Und Sie stellen das hier als “Unterstützung” der Lehrkraft [der Schulform] dar? Das ist vielleicht schon eines der Grundprobleme … Nene, andersrum – “diese” Lehrkraft sollte/müsste SIE unterstützen, nicht andersrum. Zumindest bei Inklusion als Bereich.
Unrealistisch? Dann wäre (gute) Inklusion halt eben auch unrealistisch.
Aber ist das nicht böse Exclusion, wenn diese Kinder nicht mitschreiben dürfen? Dann zeigt man ihnen doch, dass sie nicht so gut sind wie die anderen? Frage für einen Freund.
Und genau hier sind wir wieder bei … Richtlinien und Bedingungen. Dazu “ehrlich machen”.
Natürlich würde dies “das Leistungniveau” laut PISA steigern.
Aber es stellt eben nicht die Gesamtrealität dar. “Diese” Kinder gibt es eben.
Und hier muss man dann einordnen … Welche “Bezugsgruppe(n)” werden denn tatsächlich erfasst/genommen und welche nicht.
Und schon ist man bei “bereinigt/unbereinigt” der Studie/Erfassung.
Und hat (komplett) andere Ergebnisse gegebenenfalls.
Daher ist der Verweis auf PISA wirklich extrem vorsichtig zu genießen in Bezug auf “pro/kontra Inklusion”.
PISA muss dazu auch gar nicht genommen werden … Wozu auch?
Die Gründe für Inklusion sind nicht primär “der Leistungsstand” meiner Meinung nach. Da macht man sich – v. A. ohne “Traumrahmenbedingungen” auch absolut nicht ehrlich. Der Diskurs sollte und muss meiner Meinung nach auf anderer Ebene geführt und realisiert werden.
Ansonsten holt man auch viele Menschen/Eltern/Kinder tatsächlich nicht ab, sondern “verarscht sie”… Und sooo dumm sind viele dann auch wieder nicht, dass “man das nicht merkt”. Ich glaube tatsächlich, dass man sich mit der Überschrift und “Leistung als Primärfaktor für Inklusion” eher lächerlich macht, wenn man dazu keine eindeutigen Faktenlagen hat, außer “Musterschulen” – welche unter diese Rahmenbedingungen IMMER wirken – und “wäre es halt so …”als “Wunschkonzert”. So wünschenswert es auch ist. Wen soll man hier wirklich “realistisch abholen”? Die Realität sieht für eine Mehrzahl der Menschen einfach anders aus. Da fühlen diese sich maximal veralbert mal wieder …
Ne, wir sollten einen ehrlichen Diskurs diesbezüglich führen. Und auch wenn es eben nicht primär nach “maximale Leistung” geht … Hier geht es um gesellschaftliches Miteinander. Um Menschlichkeit. Um Teilhabe. Um Realismus und “wir nehmen euch mit”. Und eben Ehrlichkeit und Transparenz. Und ich hoffe … Wenn dazu Rahmenbedingungen kommen/kämen, dass man dies sich eben “leisten muss”, dass man hier möglichst alle inkludiert.
Aber ohne hier irgendwelche Traumtänze aufzuführen. Das bringt höchstens mehr (Ver-)Ärger(ung).
Da macht man sich einen Bärendienst dann … Musterschulen als “haha schaut mal, so könnte es sein … Ihr habt Pech … Haha” nutzen einfach vielen nichts außer (Alb/Wunsch-)Träume.
Es ist mal an der Zeit … Zu handeln. Als AG/Staat/Politik.
Bis dahin holt man doch absolut niemanden ab, außer rosa Brille Träger, welche noch nicht in der Realität einiger Schulen angelangt sind und/oder das (hoffentlich) nie werden. Das hoffe ich den KuK tatsächlich an dieser Stelle.
“Ok, dann lasse ich sie eben nicht mitschreiben”
Moment, Sie ließen wirklich Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mitschreiben?
Finde ich sehr bedenklich, aber Sie machen das schon.
“Sie ließen wirklich Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf mitschreiben?”
Warum finden Sie das denn bedenklich?
Das wüsste ich auch gerne.
Dafür muss man Sonderpädagogik studiert haben 😛
Weil sich der sonderpädagogische Förderbedarf bei (quantitativ) vielen Fällen ergibt, DASS Schüler*innen nicht Entwicklungsstand und Vergleichsleistungen entsprechen – das ist ja der Punkt.
Wenn bspw. Blinde oder Hörgeschadigte mit entsprechenden Hilfsmitteln teilnehmen, ist das etwas anderes, als Kinder mit dem Förderschwerpunkt Lernen oder Geistige Entwicklung (den hier gibt es wirklich heterogene Gruppen 😉 )
Aber vhh hat sich garantiert mit den Sonderpädagog:innen seiner Schule abgesprochen…
Was ich tatsächlich bedenklich finde, schreibe ich aber nicht, da kommen die Gegner*innen der Inklusion noch selber drauf XD
Wer behauptet Lehrkraft zu sein, sollte doch eigentlich wissen wie die Teilnahme von SPF-Schüler*innen bei PISA, VERA etc. geregelt ist. Deshalb erstaunt es mich, dass Sie es bedenklich fänden, wenn SPF-Schüler*innen an solchen Tests teilnehmen würden.
Dieser orientiere sich am Begriff der Intersektionalität, erklärt Breucker: „Menschen sind unterschiedlich und brauchen unterschiedliche Dinge.“
Gilt das eigentlich nur für Schüler – oder auch für Lehrer? Es heißt immer, nur ausgeglichene und zufriedene Lehrer könnten vernünftig auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Wo aber wird auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Lehrkräfte geachtet?
Auf die Frage, wer besonders viel Aufmerksamkeit brauche, antwortet er knapp: „Eigentlich alle.“
Die meinsten Menschen werden Lehrkräfte, weil sie mit Kindern und Jugendlichen arbeiten wollen, ihnen etwas beibringen, sie coachen und voranbringen. Letztendlich merkt man irgendwann, dass wir nie genug Zeit für alle Kinder hat.
Und während man in einer möglichst homogenen Lerngruppe noch einen Großteil der Kinder erreichen kann, wird es immer schwieriger, je heterogener eine Gruppe ist.
Wie soll ich z.B. allen Kindern gerecht werden, wenn in meiner Klasse mehrere Kinder mit körperlicher Beeinträchtigung, geistiger Beeinträchtigung, Hochbegabte, Kinder mit Autismusspektrum und Kinder mit massiven Sprachproblemen habe? Ohne massive Unterstützunf kann ich nie allen gleichermaßen gerecht werden…
„Wenn wir jedem Kind ermöglichen, sein Potenzial auszuschöpfen, dann steigt auch das gesamte Leistungsniveau, das wir als Gesellschaft erreichen“, betont der Kulturagent.
Das ist eine schöne Vorstellung, ganz ohne Ironie. Aber wenn man die o.g. Bedingungen betrachtet, wird man es eben nicht schaffen, dass alle Kinder ihr Potenzial ausschöpfen. Insofern wird man sich eher an die Schwachen orientieren und versuchen, diese so gut wie möglich mitzunehmen – und zwar auf Kosten der eigentlich leistungsstarken Schüler.
Wie Inklusion praktisch funktionieren kann, zeigen beide anhand eigener Erfahrungen. Kottmann erzählt von Musikprojekten, in denen selbst verhaltensauffällige Kinder gemeinsam für Minuten in Konzentration und Verbindung kommen: Musik schaffe Zusammenhalt und mache Selbstwirksamkeit erfahrbar.
Mal kritisch gefragt: Selbst verhaltensauffällige Kinder können sich im Musikunterricht für ein paar Minuten konzentrieren. Was passiert die übrigen 85 min der Musik-Doppelstunde? Und was passiert beim Rest der gut 40 Unterrichtsstunden?
Sie plädiert dafür, Vielfalt ganz praktisch mitzudenken – etwa, indem Gebärdensprache als erste Fremdsprache angeboten würde: „Warum müssen sich andere in unserer Welt zurechtfinden, statt dass wir uns einander annähern?“
Ich finde Gebärdensprache total spannend. Aber vielleicht sollte man den Aufwand mal in Relation setzen:
Wir haben in Deutschland etwa 80.000 gehörlose Menschen, die die Deutsche Gebärdensprache nutzen. Sollten daher alle 83 Millionen Menschen in Deutschland die Deutsche Gebärdensprache lernen – oder sollte es technische Alternativen geben?
Wir haben in Deutschland auch 440.000 Afghanen. Warum also lernen wir nicht als erste Fremdsprache Paschtu oder Dari? Ebenso sprechen 2,1 Mio Menschen in Deutschland Türkisch. Wäre es nicht mit der gleichen Argumentation sehr respektvoll, als 1. Fremdsprache Türkisch zu lernen?
Breucker verweist auf Konzepte der OSK – jahrgangsgemischte Gruppen, Verzicht auf Noten bis Klasse 8, individuelle Zielarbeit –, macht aber auch klar, dass selbst ein innovatives Schulmodell stetig weiterentwickelt werden müsse.
Wenn die Schulstruktur es zulässt, finde ich jahrgangsübergreifenden Unterricht total spannend. Warum sollte ein Mathe-Ass in der 5. Klasse immer wieder die gleichen Aufgaben bearbeiten, wenn er den Stoff der 6. oder 7. Klasse lernen kann. Warum sollte jemand in einem Englisch-Kurs der 5. Klasse sitzen, wenn er auch in der 8. Klasse mitarbeiten könnte?
Es könnte ja Mathe 1, 2, 3 usw., Chemie 1, 2 ,3 usw. geben, so dass ein Schüler durchaus Stoff der unterschiedlichen Klassenstufen bearbeitet. Das muss aber gut organisiert sein.
Verzicht auf Noten bis Klasse 8 finde ich naiv, das ist eine sehr gymnasiale Sichtweise:
Wir haben tatsächlich erst in der 8. Klasse Noten und haben Schüler, für die das ein unsanftes Erwachen ist. Viele bekommen aber noch die Kurve, bevor sie in der 9. Klasse den Hauptschulabschluss schreiben und dann von der Schule gehen.
Auch individuelle Zielarbeit klingt nett. Aber wenn jemand die Voraussetzungen für einen bestimmten Abschluss erreichen muss, dann bringen individuelle Ziele aber wenig.
Schule sei immer ein Spiegel der Gesellschaft gewesen, sagt sie, und müsse sich deshalb verändern, wenn die Wirklichkeit sich verändere. KI, vernetzte Krisen und neue Anforderungen an Kompetenzen machten ein Festhalten an rein kognitiver Wissensvermittlung unmöglich. Gefragt seien Future Skills, Transformationsfähigkeit – und Räume, in denen Menschen einander wirklich begegnen.
Natürlich braucht es Kompetenzen, aber ohne inhaltliches (Fach-)Wissen bringen die schönsten Kompetenzen nichts. In einer veränderlichen Welt braucht man ein sicheres Wissensnetz, an das man anknüfen kann. Gerade aufgrund der stetigen Veränderungen brauchen unsere Kindern eben auch Sicherheit und Stabilität, um sicher heranwachsen zu können.
Ich stimme Ihnen zu, allerdings habe ich einen Punkt über jahrgangsübergreifenden Unterricht. Ich wünschte mir nicht nur, dass die Kinder, die das Stoff voll gelernt haben, neue Inhalte mit weiteren Jahrgängen lernen dürften, sondern dass sie dieses Stoff auch in die Tiefe überarbeiten würden. Es gibt so viele interessante Aufgaben in Mathe, Chemie, Deutsch, für die man sonst kaum/keine Zeit hat…. Aber dann braucht das Kind persönliche Aufmerksamkeit von Lehrern, was kompliziert sein kann.
All das.
Super dargelegt.
Es gelingt bisher so gut wie nicht, Schüler mit Förderbedarf im Lernen, der geistigen Entwicklung oder der emotionalen und sozialen Entwicklung in das Nicht-Sonderschulystem zu inegrieren, weil es sowohl an Lehrkräften dafür wie auch am politischen Willen und am Geld fehlt. Jetzt propagiert man die Erweiterung des Inklusionsbegriffs auf alle Schüler und Schülerinnen. Wem soll damit geholfen sein? Ist das nicht doch wieder nur Begriffshuberei? Und damit folgenlos?
Ist es wohl, denn die Begabtenförderung steht schon lange unter der Überschrift “Inklusion”.
Im jetzigen Schulsystem ist Inklusion praktisch schwer umsetzbar. Zentrale Abschlussprüfungen, feste Curricular und teilweise uralte bauliche Gegebenheiten, fehlende digitale wie auch analoge Infrastrukur (zB Schule als Lebensort) zielen nicht auf Inklusion, sondern Segmentierung.
Wie soll ich einem Kind, dass inklusiv beschult wird, aber psychische Behinderungen hat, in 90min-Einheiten mit bis zu 30 SuS gerecht werden? Oder: wenn ich diesem/r Schüler/-in gerecht werde, was ist mit dem Rest?
Wir haben SuS mit Rollstuhl, Ohnmachtsanfällen, Fatigue-Syndrom, neuronalen Ausfällen, Seh- und Hörschwierigkeiten, Epilepsie, Autismus usw. Als Lehrkraft und -team wird man personell und beratungstechnisch weitgehend allein gelassen. Schulen bauen jetzt schulinterne Beratungssysteme auf (wieder ne neue unsichtbare Aufgabe)… aber am Ende ist es doch eine Überforderung.
Ich sehe wenig Chancen, dass sich in Deutschland in den nächsten Jahren etwas ändert. Gute Bildung kostet auch Geld und erfolgreicheren Länder investieren deutlich mehr. Darüber hinaus frisst unsere überbordende Verwaltung Riesenmengen an Ressourcen. Ich weiß nicht, ob in anderen Ländern auch so viele Anträge geschrieben werden müssen, bevor eventuell irgendwelche Hilfe beim Kind ankommt.
“erfolgreicheren Länder investieren deutlich mehr.”
Zwischen den 16 Bundesländern gibt es ganz erhebliche Unterschiede bei den jählichen Bildungsausgaben pro Schüler*in in € oder bei den relativen Bildungsausgaben bezogen auf Haushaltsmittel oder das BIP .
In DE gibt es Bundesländer, die trotz hoher Bildungsausgaben bei den Leistungsvergleichen deutlich schlechter abschneiden als Bundesländer mit niedrigeren Bildungsausgaben.
Das ist auch übrigens auch bei PISA so.
Vivian Breucker arbeitet an der Offenen Schule Köln. Dort gibt es kleinere Klassen als in den Regelschulen und immer zwei Lehrkräfte, zusätzlich Lehramtsanwärter, pädagogische Hilfskräfte usw. (nachzulesen auf der Homepage) Barrierefrei ist die Schule natürlich auch.
Unter diesen Bedingungen würde uns allen Inklusion leichter fallen. Schon allein wegen des Lehrermangels ist daran aber in absehbarer Zeit gar nicht zu denken.
Bis dahin müssen wir Inklusion unter miesen Bedingungen umsetzen und uns für jedes Kind kritisieren lassen, dass wir aus guten Gründen an die Förderschule schicken.
Alle reden über Inklusion, nur die organisierten Sonderpädagogen werden offenbar nicht gehört (Frau Breucker scheint — als Schulleiterin — keine Sonderpädagogin zu sein). Ob wirklich mehr Inklusion zu besseren Leistungen im Durchschnitt führt, wäre eine Sache für die Empiriker, aber das ist nicht schon durch ein Vorzeigeprojekt begründet und schon gar nicht durch einen Bürgerrat. oder einen Kulturagenten feststellbar. Zu unterschiedlich dürften die Vorstellungen davon sein, was Inklusion überhaupt ist und wo die Grenzen davon liegen.
Dann gerne Sonderpädagog*innen fragen – haben wir getan: https://www.news4teachers.de/2025/01/das-klare-ziel-muss-sein-inklusion-als-menschenrecht-umzusetzen-angela-ehlers-chefin-des-verbands-sonderpaedagogik-im-gespraech/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Sonderpädagogen, die bei uns arbeiten, würden etwas anderes sagen. Sie werden meist zur Vertretung eingesetzt, aus reiner Verzweiflung. Die Alternative ist, dass zwei bis drei Klassen von einem Lehrer betreut werden.
Und selbst wenn sie inklusiv arbeiten, dann mit jedem Kind nur 2-3 Stunden pro Woche. Das soll optimale Förderung sein?
Wer sagt, dass das optimale Förderung wäre? Herzliche Grüße Die Redaktion
Das ist das, was die „Inklusion“ der Kultusministerien an Förderung in der Regelschule vorsieht: in der Regel zwei Stunden pro Woche. Wenn es denn überhaupt einen Sonderpädagogen gibt, und der nicht wegen Krankheit ausfällt. Ob der auf den Förderbedarf des Kindes spezialisiert ist, ist nebensächlich, frei nach dem Motto: egal, ob HNO oder Zahnarzt den Beinbruch operieren: Arzt ist Arzt!
“Das ist das, was die „Inklusion“ der Kultusministerien an Förderung in der Regelschule vorsieht”
Ich glaube, Sie reden am Thema vorbei: “Alle reden über Inklusion, nur die organisierten Sonderpädagogen werden offenbar nicht gehört” (Kleopas)
Dass deutlich Luft nach Oben für Verbesserung besteht, stellt meines Wissens niemand außerhalb eines Kultusministeriums infrage 😉
Alle, die von Inklusion schwärmen, ohne sie aus der Praxis zu kennen.
Welche inklusive Praxis meinen Sie denn? Es gibt ja nicht so viel Inklusion in Deutschland, sonst gäb es ja nicht so viele Förderschulen/Förderschüler. Wir meinen beispielsweise eine solche: https://www.deutscher-schulpreis.de/preistraeger/schule-der-burgweide
Herzliche Grüße
Die Redaktion
In nahezu allen Gundschulen wird inklusiv gearbeitet. Wir haben in jeder Klasse 2-3 Kinder mit Förderbedarf. Das sind Kinder mit Hör- oder Sehbehinderungen, aber vor allem Kinder mit Förderbereich Lernen oder im Emotional-Sozialen Bereich. Von Ihrer Redaktion wurde schon mehrfach festgestellt, dass die Diagnose in diesem Bereich schwammig ist. Aber wie würden Sie es bezeichnen, wenn Kinder sich schon mit 6 Jahren selbst verletzen und sowohl andere Kinder als auch Lehrer beißen und schlagen?
Diese Kinder benötigen dringend Hilfe. Die können wir aber nicht in einer Klasse mit fast 30 Kindern leisten.
Wir haben es aber auch schon oft erlebt, dass solche Kinder nach 1-2 Jahren wieder zu uns zurück kommen. Das ist dann für alle Seiten ein Erfolg.
“Alle, die von [öffentlicher Ordnung] schwärmen, ohne sie aus der Praxis zu kennen.”
Schätze, wir müssen bald alle Polizeikräfte entlassen und sämtliche Gesetze außer Kraft setzen, bis die 100%-Lösung gefunden wurde. Bis dahin ist das einfach zu anstrengend mit dem Rechtstaat…
Rechtsstaat de jure und Faustrecht de facto — wie verträgt sich das? Leben Sie im Wolkenkuckucksheim?
Das sagen alle, die Inklusion propagieren, ohne die realistischen Bedingungen zu kennen.
Wir “propagieren” nicht, wir erinnern die politischen Entscheider*innen an die völkerrechtliche Verpflichtung, die Deutschland mit Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention eingegangen ist.
Wir erinnern die Bundesländer auch immer wieder an ihre Pflichten als Arbeitgeber den Lehrkräften gegenüber. Dabei hat uns noch niemand hier Propaganda vorgeworfen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Bedeutung von “propagieren”: Anderen Ideen näher bringen”
Gar nicht negativ gemeint.
Auf dieser Seite wird von der Redaktion aber auch sehr oft geschrieben, dass jegliches Unterrichten an Förderschulen einem Aussortieren gleich kommt. Da fühle ich mich als Lehrerin schon angegriffen und habe nicht das Gefühl, dass sich das an die Landesregierungen richtet.
“Auf dieser Seite wird von der Redaktion aber auch sehr oft geschrieben, dass jegliches Unterrichten an Förderschulen einem Aussortieren gleich kommt.”
Das ist falsch – das haben wir noch nie geschrieben. Es geht um ein (real existierendes) Förderschulsystem, das Schülerinnen und Schüler de facto in Förderschulen zwingt und damit als chancenlos aussondert. Das ist mit der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland bereits 2009 unterzeichnet hat, nicht vereinbar – wie die Vereinten Nationen schon mehrfach festgestellt haben. Juckt aber hierzulande kaum jemanden. Betrifft ja nur eine gesellschaftliche Minderheit. Und das kritisieren wir.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das Wort Ausssortieren kommt sogar in der Überschrift dieses Artikels vor.
Ist doch so. Wie kommen denn sonst die Schüler auf Förderschulen (eigentlich: Sonderschulen)?
Um das klarzustellen: Wir haben nichts gegen Förderschulen als freiwillig nutzbares und zeitlich begrenztes Angebot für Kinder mit Förderbedarf (wobei man durchaus darüber diskutieren darf, welche Kinder das eigentlich sind – alle?). Wir haben aber sehr viel gegen ein exkludierendes System, das aus Kostengründen und aus sozialen Gründen (“Spiel nicht mit den Schmuddelkindern”) darauf ausgelegt ist, bestimmte Kinder systematisch und dauerhaft auszuschließen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich habe hier schon sehr oft die Bedingungen an Regelschulen erläutert, die eine Förderung von Kindern mit starken Einschränkungen nicht möglich machen. Der Meinung sind auch nahezu alle anderen Lehrer, die auf dieser Seite schreiben.
Wenn es darum geht, Kinder auf Biegen und Brechen in den Regelschulen zu halten, mit 30 Mitschülern, ohne Förderung von Sonderpädagogen, hat man Inklusion nicht verstanden.
Wir kennen die Bedinungen an Regelschulen – wir berichten tagtäglich darüber. Wir schlussfolgern allerdings daraus, dass die Bedingungen an Regelschulen zu verbessern sind. Und nicht, dass die Inklusion in die Tonne gehört.
Wir fordern ja auch nicht, dass Lehrkräfte sich nicht so haben sollen, wenn sie – zu Recht – ihre Arbeitsbedingungen kritisieren.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ihre Wortwahl ist völlig unangemessen. Keiner von den Lehrern hier im Forum ist generell gegen Inklusion oder sagt, dass sie “in die Tonne” gehört. Wir sprechen nur davon, dass sie unter den aktuellen Bedingungen nicht gut umsetzbar ist und vor allem die Kinder darunter leiden.
Dieses Forum heißt “news4teachers”. Die Kritik, die Sie üben, muss sich aber an die Landesregierungen wenden. Ich glaube aber nicht, dass von dieser Seite irgendjemand Ihre Artikel liest. Und damit landet die Kritik wieder bei uns, die jeden Tag für alle Kinder (egal ob mit oder ohne Färderbedarf) alles geben.
“Dieses Forum heißt ‘news4teachers’. Die Kritik, die Sie üben, muss sich aber an die Landesregierungen wenden.”
Machen Lehrkräfte Bildungspolitik? Wäre uns neu – selbstverständlich richtet sich die Kritik an die Landesregierungen. Und, ja, wir machen Nachrichten für Lehrkräfte und andere Bildungsprofis. Heißt: Wir informieren Lehrkräfte und andere Bildungsprofis darüber, was die sie betreffende Politik so treibt. Deshalb haben wir die Rubrik “Politik” prominent auf der Seite.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Keiner von den Lehrern hier im Forum ist generell gegen Inklusion oder sagt, dass sie “in die Tonne” gehört.”
Liar! 😀
Im Ernst: Derzeit nichts zu tun, weil es nicht optimal ist und in den letzen 15 Jahren nicht angegangen wurde, lastete im Forum selten jemand den Entscheidungsträger:innen an und es ist heute keine Ausrede, nicht der anstehenden Arbeit nachkommen zu müssen.
Aber ich freue mich auf Ihre vielen kommenden Beiträge, die eine bessere Ausstattung der Inklusion fordern – Anlass genug wird es geben.
Wir kennen die Bedingungen an Regelschulen wesentlich besser. Wir arbeiten nämlich täglich dort. Ich hab heute wieder zwei Klassen betreut.
Schmuddelkinder? Das hab ich in 25 Jahren Schuldienst noch nie gehört. Auch nichts Vergleichbares.
Selbstverständlich bedienen Politiker, die das Förderschulsystem aufrecht erhalten und sogar ausbauen, damit auch Wünsche der bürgerlichen Wählerklientel. Warum ist denn wohl der Run aufs Gymnasium so groß – und warum wird der nicht gebremst? Weil es eben auch um soziale Abschottung geht. Migranten und behinderte oder arme Kinder und Jugendliche, selbst wenn sie begabt sind, findet man dort eher nicht.
“Gegen die Einführung des gemeinsamen Unterrichts von behinderten und nicht behinderten Kindern an Gymnasien regt sich Widerstand in der Elternschaft.” Quelle: https://www.muensterschezeitung.de/lokales/staedte/muenster/gymnasial-eltern-fordern-verbesserungen-bei-inklusion-1873293
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die “Idee” geltender Gesetze?
Merke ich mir für die nächste Verkehrskontrolle, wenn mir diese “Idee” nicht nahe genug gebracht wurde 😀
Propagieren??
Also geltendes Recht?
Aber hey, alle sehen Probleme, fordern Sie gerne mehr Unterstützung, geltendes Recht umzusetzen 😀
Schön ausgedacht. Leider geht es absolut an der Realität vorbei. Die Bedingungen in Schulen sind leider alles andere als optimal.
“Steigerung” ist nicht gleichbedeutend wie “optimal”
Momentan geht es gerade wegen des Personalmangels bei Inklusion fast nur darum, Nachteile auszugleichen. Aber die Talente, die die Kinder – vielleicht auch gerade – wegen ihrer Behinderung haben, werden kaum gefördert.
Blinde Kinder haben zum Beispiel häufig ein sehr feines Gehör. Anstatt sie im Werkunterricht dabei sein zu lassen, wo sie kaum mitarbeiten können, könnten sie in dieser Zeit im Musikraum ein Instrument lernen.
Ein Kind, das im Rollstuhl sitzt und ein Talent für Sprachen hat, könnte statt im Sportunterricht mehr oder weniger nur Gast zu sein in der Zeit eine weitere Fremdsprache lernen.
Jeder Lehrer dürfte schonmal die Erfahrung gemacht haben, das Inklusion in der Praxis nur bedeutet, dass man Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Schulen bringt, die für diesen Förderbedarf schlicht nicht ausgestattet sind und in Klassen steckt, deren Lehrer für Sonderpädagogik weder eine Ausbildung noch die Zeit haben. Und wenn dann (erwartbar) einfach alle nur überfordert sind, darf man kaum was sagen, weil Inklusion als Utopie zu gut klingt.
Nein, solange die Schulen nicht grundlegen umgestaltet werden, will ich von Inklusion nichts mehr hören, weder von “Experten”, die über ihre Utopien statt über die reale Schulpolitik reden, und erst recht nicht von Politikern, die sich seit Jahrzehnten weigern die Schulen so auszustatten, dass die Schulen den Träumen von Politikern gerecht werden können.
„Zwischen Anspruch und Alltag klafft eine Lücke. Es fehle eine breite gesellschaftliche Unterstützung für Inklusion“
Moment, Moooment!
Da die Gesellschaft und vor allem der Teil der Gesellschaft, der sich in irgendeiner Form mit dem ALLTAG in Schulen beschäftigt, die Lücke zwischen diesem und dem Anspruch kennt, unterstützt sie die Seifenblase nicht, die ohne entsprechende personelle Ausstattung für Unterstützung der Inklusion wirbt.
Es gibt einfach nicht genügend Lehrkräfte und Therapeuten, die an Schulen arbeiten könnten.
Niemand setzt sich für etwas ein, was durch einen überdeutlichen Mangel gar nicht funktionieren kann. Die Gesellschaft ist nicht gegen Inklusion, sie ist gegen SCHLECHT GEMACHTE Inklusion. Und da die fehlenden Kräfte nicht auf den Bäumen wachsen und in keiner Form irgendwie in Sicht sind, sagt die Gesellschaft Nein.
Es fehlt nicht an der gesellschaftlichen Unterstützung, es fehlt an allem, was auf die Gesellschaft überzeugend wirken könnte, so dass die Gesellschaft es überhaupt unterstützen wollen würde.
Denn im Gegensatz zu Verordnungen und Pisa und Pflichten, wegen denen die Inklusion mittlerweile bei uns längst funktionieren müsste, möchte die Gesellschaft nicht die vielen dazugestellten Stühle in vollen Klassen in abgenutzten Schulen mit Lehrkräftemangel, sondern eine echte, wertvolle Förderung aller Kinder, die so gut gemacht ist, wie es auch möglich ist und nicht, wie irgend jemand es ohne Mittel gerne hätte.
Und so lange weder das Personal noch die Gebäude auf die gut gemachte Inklusion passen, möchte die Gesellschaft zugunsten aller Kinder eher darauf verzichten und am gegliederten Schulsystem festhalten.
Man setzt nicht die Kinder zunächst jahrelang schlechteren Bedingungen aus, nur damit sich aus diesen irgendwann in zehn und mehr Jahren vielleicht gute Inklusion entwickelt, falls durch Geburtenrückgang und andere Gründe weniger Kinder für mehr Lehrkräfte da sein sollten.
Es ist geradezu zynisch, der Gesellschaft den Mangel an Unterstützung von einer zunächst in Kauf zu nehmenden ca. zehnjährigen Mangelsituation für Kinder und Jugendliche vorzuwerfen.
“nur damit sich aus diesen irgendwann in zehn und mehr Jahren vielleicht gute Inklusion entwickelt, falls durch Geburtenrückgang und andere Gründe weniger Kinder für mehr da sein sollten.”
Da habe ich wenig Hoffnung. Bislang wurden stattdessen Stellen gestrichen, um Geld einzusparen. Momentan kann man das bei den Kindergärten beobachten. In einigen Städten gehen die Anmeldungen zurück und deshalb werden Einrichtungen geschlossen. Anderswo werden Erzieherinnen entlassen und gleichzeitig wird Notbetreuung ausgerufen.
Man könnte jetzt die Chance nutzen, um weniger privilegierte Kinder zur Schulreife zu bringen, aber das rechnet sich ja erst in 10-15 Jahren.
Passiert in Brandenburg gerade. Und während das Land die Kommunen als Träger der Kitas auffordert, jetzt keine Einrichtungen zu schließen, sondern mehr Qualität durch kleinere Gruppen zu ermöglichen, spielt es selbst das Spiel: „Mach die Klassen riesengroß, damit wir Lehrerstellen einsparen“. Alles nur noch verlogene Gestalten…
Vielen Dank! … das ist genau das, was ich seit Jahren hier im Forum zum Thema „aktuelle Inklusion“ sage … und dann i.d.R. als Gegner der Inklusion beschimpft werde oder mir mangelnde Anstrengungsbereitschaft vorgeworfen wird.
Also ehrlich gesagt, befürchte ich das für mich auch gerade. Dabei bin ich sehr für Inklusion, da ich sowohl familiär als auch beruflich damit täglich zu tun habe.
Es tut den zu Inkludierenden nur leider in der derzeitigen Form nicht gut und allen anderen auch nicht.
Ich hatte Sie in Ihren vielen Beiträgen hier noch nie als Gegner der Inklusion gesehen, habe aber die Beiträge darunter gelesen, die teilweise in diese Richtung gingen.
Fordern Sie eine Verbesserung der Inklusion? (Die gibt es ja bereits und geht nicht mehr weg)
Der Anspruch auf geltendes Recht verfällt ja nicht, nur weil schlechte (Bildungs-)Politik nicht liefert.
Freue mich jedenfalls darauf, wenn Sie eine Verbesserung “aktueller Inklusion” fordern wenn ein Bundesland lieber in Sonderschulen investiert 😀
Ok, extra für Sie: ich fordere die Verbesserung „aktueller Inklusion“!!!
Und morgen gehe ich im Garten nachschauen, ob das dafür notwendige Personal schon wächst und gedeiht.
Da ich so nachdrücklich gefordert habe, müssten die Köpfchen schon aus der Erde gucken.
Aber Sie fordern es, dann sind Sie ja einen Schritt weiter, als sich über das Ob eines längst geltenden Rechts aufzuregen 🙂
“unterstützt sie die Seifenblase nicht”
Geltendes Recht??
In Ermangelung an Polizist*innen, Feuerwehrleuten oder Krankenhauspersonal schreien meines Wissens nur wenige Betroffene nach einer Pause bzw. dem Ignorieren von Fällen.
Geradezu zynisch, nach 15 Jahren Behindertenrechtskonvention die Politiker*innen zu schützen, welche jahrelang ihren Pflichten nicht nachgingen 🙁
Wenn alle Menschen ein gemeinsames Ziel erreichen wollen, dann kann die Zusammenarbeit in dieser Gruppe große Energien freisetzen. Für das seit Jahren unter finanzierte Schulsystem bedeutet das für viele Bildungseinrichtungen eine massive Überforderung. So wie das aktuell organisiert ist gefährdet das unsre gesellschaftliche Grundordnung.
Heute erst wieder mit einem Kollegen darüber gesprochen- eigentlich bräuchte es inzwischen in jeder Klasse eine zweite Lehrkraft, die sich ausschließlich darum kümmert überhaupt ein Lernklima zu schaffen. Kinder die sich ständig voll daneben benehmen vor die Tür setzen, sie dann beaufsichtigen, Gespräche mit ihnen und den Eltern führen. Das passiert nicht, weil keine Zeit dafür vorhanden ist. Und die Kinder können also so weitermachen. Es geht hier um die angeblich normalen Kinder, solche ohne Förderstatus, oft so 1/3 der Klasse, die völlig am Rad drehen.
Ja, ein 2. Erwachsener kann viel bewirken, wenn es diesen 2. gibt und wenn die beiden an einem Strang ziehen.
Aber es funktioniert nicht immer, leider.
Beispiel: Vor einigen Jahren “wagte” es einmal ein Schulhelfer (für GE-Kind), einer jungen unerfahrenen Lehrerin Hilfestellung geben zu wollen. Mehrere Stunden erlebte er, dass Unterricht bei dieser Kollegin kaum möglich war, die Schüler gingen buchstäblich über Tische und Bänke. Einmal reichte es ihm, die Lehrerin tat im leid, und er ließ einen “Brüller” los, dass die Schüler endlich ruhig sein und sich hinsetzen sollten. Das wirkte und die Kollegin konnte den Unterricht beginnen und die Stunde verlief ohne weitere Störungen. Nach der Stunde musste sich der Schulhelfer allerdings von der jungen Kollegin sagen lassen, dass er so etwas nicht mehr machen soll, sie mag es nicht, wenn Kinder angeschrieen werden. Er hielt sich dran, verließ aber dann immer die laute Klasse mit seinem I-Kind und übte mit ihm lieber auf dem Flur.
P.S.: Die junge Kollegin war nach einem Schuljahr nicht mehr an unserer Schule. Ob sie sich versetzen ließ, oder warum sonst, weiß ich allerdings nicht.
DAS sind also Ihre Beiträge zum Thema, hm?
Schade, dass Sie in Ihrem gesamten Berufsleben keinerlei Erfahrungen gemacht haben wollen, die sich auf den Artikel beziehen.
Aber als Sonderpädagogin die Inklusion zu untergraben ohne irgendwas – und seien es “nur Durchhalteparolen” – ist ja Ihr Markenkern 😉
Welche Erfahrungen machten Sie denn in Ihrem bisherigen Berufsleben, passend zum Artikel? Bitte konkrete Beispiele und nicht die üblichem Allgemeinplätze!
Absolut. Bei meinem Kind heißen die “Zeitfresser”, weil sie anderen die Zeit zum Lernen nehmen. Sind leider nicht wenige…
Die Vision ist ja schön – um nicht zu sagen: paradiesisch. Das vorgestellte Konzept klappt indes nur “für Minuten”. Die Gesellschaft braucht aber vermehrt Menschen, die beständig viel können. Sonst wird es demnächst für alle eng …
… ich finde die Idee der Inklusion toll, aber was tue ich ganz alleine, ohne zweite Lehrkraft in der Klasse oder ein multiprofessionelles Team, wenn die paar Minuten gelungene Inklusion vorbei sind? Dann bin ich alleine, soll auch den anderen Kindern gerecht werden, die das Recht haben, etwas zu lernen, aber soll und muss mich auch gleichzeitig um die Inklusionskinder kümmern, deren machbare Inklusionsminuten vorbei sind. Inklusion geht nur mit mehr Personal!
Ich fände jede Idee oder Theorie nur toll, wenn sie in der Realität (Praxis) funktionieren würde. Wenn das aber nicht der Fall ist, ist sie für mich ein Irrtum oder eine Phantasterei.
Wie sieht eigentlich die Inklusionsrate in Taiwan oder Japan genau aus? Wen inkludieren die denn so?
Beispiel Japan: “Momentan besuchen in Japan ca. 96% der Kinder und Jugendlichen eine Regelschule und nur ein kleiner Teil der Kinder mit Behinderung besucht eine Förderschule (0,71%) bzw. eine Förderklasse an einer Regelschule (2,18%). Individuelle Förderung an Regelschulen wird u.a. durch das Konzept des Ressource Room (nach amerikanischem Vorbild) realisiert, in dem Kinder je nach Förderbedarf einzeln oder in Kleingruppen ein bis acht Stunden die Woche ergänzend zum Regelunterricht begleitet und unterstützt werden. Förderklassen bieten Klassengrößen von etwa acht Schüler(inne)n, mit einem eigenen Lehrplan. Diese sind zum Teil an Regelschulen angebunden, die je nach pädagogischen Möglichkeiten auch 10 – 20 Stunden gemeinsamen Unterricht mit der Regelklasse vorsehen. In den Regelklassen wird auf eine angemessene Umsetzung von Universal Design geachtet.” Quelle: https://ijab.de/angebote-fuer-die-praxis/laenderinformationen/laenderinformationen-japan/aktionsfelder-im-kinder-und-jugendbereich/integration-und-inklusion
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aga, also werden die wohl auch ermahnt. Danke.
Whataboutism much? ^^
Nö, denken Sie mal genau nach. Bessere Leistungen und so.
Ich hätte schwören können, der Artikel beschrieb, wie Inklusion das Leistungsniveau in Deutschland verbessern würde…
Naja, man muss schon auch Vergleiche sehen und ggf. erfragen. Wenn es um “whataboutism” ginge, dann könnte man hier ganz andere Länder erfragen/benennen. Ist jetzt nicht so, dass die Mehrheit der Länder eine gute Inklusion genießen … Ebenfalls könnte man auch nach der “Rüge” der anderen Länder, welche die UN-Behindertenrechtskonferenz unterschrieben haben erfragen. Dazu die Bedingungen und Zustände … Die “Überprüfung” und ggf. die Scheininklusion.
Und all das ist durchaus sinnvoll für einen ehrlichen Umgang mit dem Thema. Gerade, wenn immer wieder dies hier (und anderwo) erwähnt wird.
Ebenfalls die Konsequenzen:
– Man inkludiert tatsächlich sinnvoll und weitreichend -> Massive Kosten
– Man ignoriert es überwiegend [momentan das Weg]
– Man täuscht Inklusion an -> Scheininklusion [zum Teil der Fall …durch bspw. Projektschulen, welche gesamtgesehen sowieso nicht flächendeckend übernommen werden … Warum? Zu teuer… Wie komme ich zu der “dreißten” Behauptung? Weil “wir” inzwischen so viele tolle und funktionierende Projektschulen hatten und haben … Das bleibt bei diesen einzelnen Schulen oder sie werden “wegen hoher Kosten” (oder anderer Gründe) eingestellt]
– Man exkludiert/hält die Bedingungen der Konvention nicht ein und tritt von der Unterschrift und Zusage zurück [PR … Macht man nicht … Man wendet – siehe oben – lieber den Kurs der Ignoranz und Kostensparung ein]
Natürlich sollte man das alles mit diskutieren und bedenken. Gerne auch Gegenargumente bringen. Aber hier von “whataboutism” zu sprechen … Ist schon sehr weit hergeholt. Verschweigen ist da sinnvoller? Natürlich sollte und muss man das alles auch mal erwähnen, damit man Vergleichswerte hat und ggf. lenken/lernen könnte. Zudem eine Realisierung überlegt oder “evaluiert”.
Wo sehen Sie hier denn Probleme mit der Frage nach Japan und Taiwan?
“Naja, man muss schon auch Vergleiche sehen und ggf. erfragen.”
Beispielsweise, wenn das Leistungsniveau durch Inklusion ansteigt? 😀
Aber bei Japan und Taiwan bin ich ehrlich überfragt, gebe ich gerne zu.
Haben die ein Förderschulsystem und wie sieht dieses ggf. aus?
“Beispielsweise, wenn das Leistungsniveau durch Inklusion ansteigt? ”
Genau. Und hier stellt sich dann auch mitunter die Frage: Wie denn genau und unter welchen Voraussetzungen?
Natürlich steigt das Leistungsniveau, wenn man gezielter fördert. Im Vergleich zu “wir fördern gar nicht”. Ist eigentlich ein No-Brainer.
Wenn man einen Vergleich macht mit/zu “Inklusionsförderung” vs. “Andere Förderbereiche/Förderung”, dann könnte (theoretisch) die Inklusionsförderung schlechter abschneiden.
Schaut man sich nur den einen Punkt an: “Inklusion gar nicht fördern – auch nichts anderes” vs. “Inklusion fördern – ebenfalls nichts anderes”, dann ist doch der Erwartungshorizont recht eindeutig? Demnach selbstverständlich auch “das (erstaunliche …) Ergebnis”.
Was man halt dann nicht nennt und bedenkt … Den Vergleich zu anderer Förderung durch gleichen Geldeinsatz.
Und das ist jetzt wirklich nur so rein logisch und “wissenschaftlich” betrachtet.
Natürlich hat Inklusion (auch) einen anderen Stellenwert. Hier täuscht man halt ggf. bewusst oder unbewusst.
Und das wird eben kritisiert.
Sozial und gesellschaftlich ist das wieder etwas anderes mit Inklusion. Dann sprechen wir ehrlicherweise aber nicht von “Leistungssteigerung”. Müssen wir meiner Meinung nach auch nicht primär bei Inklusion. Es geht eben (auch) um Teilhabe.
Ich hoffe Sie verstehen meine Ausführung. Die Aussage beruht halr auf “Förderung in einem Bereich ohne Berücksichtigung anderer Bereich [durch ggf. “Effektiveren Einsatz des Geldes/der Förderung”]. Klingt hart – aber diesen Vergleich muss man halt auch ziehen dann bei “Leistungssteigerung” und dieser Thematik. Alles andere ist doch Quatsch, oder meinen Sie nicht?
“Aber bei Japan und Taiwan bin ich ehrlich überfragt, gebe ich gerne zu.”
Ist ja kein Problem.
“Haben die ein Förderschulsystem und wie sieht dieses ggf. aus?”
Taiwan kenne ich mich gar nicht aus. Leider.
Japan:
Siehe den Link der Redaktion. Dazu meine Anmerkungen unten.
Soweit ich weiß ist Japan von einem “Förderschulsystem” weitgehend weggegangen. Dies führte meiner Erkenntnis nach dazu, dass viele ebenfalls unzufrieden an den “Regelschulen” sind. Die I-Kinder sind an Regelschulen. Ca. 10 % werden (bedarfgerecht) gefördert. Rest ist halt wohl anwesend und wird “normal” beschult. Das hat Konfliktpotential und zeigt sich wohl dort anscheinend auch so.
Wie ich immer sage … Inklusion – gut gemacht – gerne. Aber halt mit Rahmenbedingungen.
Ansonsten wird man Probleme bekommen. Und diese werden sich immer mehr ggf. zuspitzen.
Sie würden eventuell “Japan” demnach als “weiter” sehen? Ich zweifel das zumindest mal an, wenn 90% nicht wirklich bedarfsgerecht beschult und gefördert werden (und vllt. “Unter gehen”?).
Japan inkludiert im Prinzip ein Großteil.
Ja, viele I-Kinder sind in Regelschulklassen.
Man sollte sich hier nicht täuschen lassen … Das klingt erstmal gut – siehe Zahlen und Link der Redaktion.
Allerdings steht – beim Link selbst – sogar dabei, dass nur 10% tatsächlich gefördert werden.
“Im Zuge einer Gesetzesänderung von August 2016 wird nunmehr bspw. der Schule die Entscheidung über die Feststellung einer Entwicklungsverzögerung bzw. den Förderbedarf im Unterricht überlassen. Sofern keine Diagnose vorliegt, werden die Kinder mit Entwicklungsverzögerung nicht erfasst. Lehrkräfte sehen bei ca. 6,5% der Schüler/-innen einen Förderbedarf, davon können im Moment 10% gefördert werden, der Rest verbleibt im Klassenverbund.”
Das muss man auch genau so lesen und verstehen … Die Inklusionsquote ist sehr [extrem] hoch.
Die Unzufriedenheit an Schulen ist ebenfalls sehr hoch diesbezüglich meiner Kenntnis nach.
Schon alleine die 10% Förderung [Rest … Friss oder Stirb] sollte ein Warnzeichen sein.
Lassen Sie sich von den reinen Zahlen der I-Quote des Links der Redaktion nicht täuschen.
Sie müssen dies hier unbedingt einordnen.
@Redaktion: Sehr gerne können Sie das anders sehen und Ihre/eine andere Einordnung geben diesbezüglich.
Ich bin für einen Diskurs hier durchaus auch gewillt …
ABER: Auch hier nicht nur Zahlen bringen … Diese Einordnen. Und v. A. genau lesen, was man hier selbst verlinkt.
10% Förderung ? Und das als “gut” hinstellen? Wirklich? Da bin ich mal gespannt …
Danke!
So hatte ich es befürchtet. Bei uns müssen alle gefördert werden. Man könnte auch keine Prozentzahl ausweisen.
Wenn tatsächlich nur 10% der Förderschüler*innen gefördert werden, dann sitzen alle anderen wohl nur mit im Raum und malen, denken ich. Wow.
Mich langweilen Wunderversprechen im pädagogischen Bereich. In regelmäßigen Abständen tauchen sie auf, erweisen sich als Mogelpackungen und verschwinden wieder. Allerdings halten sich einige, obwohl sie sich nicht bewährt haben.
“Innere Differenzierung” ist so ein uralter Dauerbrenner. “Vereinfachte Ausgangsschrift”, “Stationslernen”, “Multiprofessionelle Teams”, “Heterogene Lerngruppen” etc. sind weitere Schlagworte, die bestenfalls Teillösungen sind. Viele sind teure Irrwege, Inklusion z. B.
Sie sagen es. “Wunderversprechen im pädagogischen Bereich” feiern seit Jahren Hochkonjunktur. Woher kommt das nur?
Inklusion bleibt leider eine Illusion, so lange KiTas nicht die nötigen Fachkräfte haben, um die betreffenden Kinder kompetent zu betreuen und zu fördern.
Wir sind gefühlt zu 95 % am Limit.
Ich frage mich allen Ernstes: Hätten KiTas und Schulen tatsächlich die nötigen Fachkräfte, würde dann die Inklusion in den Regelschulen als innere Differenzierung tatsächlich funktionieren? Meiner Meinung nach braucht es zu einer guten Betreuung und Förderung immer auch eine äußere Differenzierung.