
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat angestellte Lehrer des Landes in einigen Regionen von Nordrhein-Westfalen für Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen. In Gelsenkirchen, Köln, Münster sowie der Region Bonn/Rhein-Sieg/Euskirchen seien Warnstreiks geplant, sagte eine Sprecherin der GEW NRW. In vielen Schulen dieser Städte und Regionen werde vermutlich nur eingeschränkter Unterricht stattfinden können.
In NRW gibt es aktuell nach Angaben der Gewerkschaft etwa. 40.000 tarifbeschäftigte Lehrkräfte. Die Mehrzahl der Lehrer ist verbeamtet. An den Schulen sei man bemüht, im Rahmen der personellen Möglichkeiten eine Aufsicht und Betreuung der Schüler sicherzustellen, hieß es aus dem NRW-Schulministerium. Die Eltern wurden gebeten, aktuelle Informationen der Schule zu beachten.
Auch Eltern von schulpflichtigen Kindern in Sachsen müssen sich auf weitere Warnstreiks an Schulen instellen. Wie die GEW mitteilte, sind schon diese Woche Aktionen an Schulen geplant – zunächst am Mittwoch (21. Januar) im Raum Leipzig und am Freitag (23. Januar) im Raum Dresden. In der darauffolgenden Woche sollen die Arbeitsniederlegungen ausgeweitet werden.
Am Montag (26. Januar) ist ein Warnstreik im Raum Zwickau angekündigt, am Dienstag (27. Januar) im Raum Chemnitz und am Mittwoch (28. Januar) im Raum Görlitz. Zudem sollen Beschäftigte an Hochschulen am 28. Januar an einem bundesweiten Aktionstag teilnehmen – unter anderem in Chemnitz, Dresden und Leipzig.
Was Beschäftigte verlangen
Hintergrund ist die Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder. Die Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten der Länder, mindestens aber 300 Euro. Praktikanten und Auszubildende sollen 200 Euro mehr monatlich erhalten. Für studentische Beschäftigungsverhältnisse an Hochschulen fordern die Gewerkschaften zudem die flächendeckende Einführung tariflicher Regelungen, einschließlich einer Mindestvertragslaufzeit und einer Mindestvergütung. Bislang gilt ein solcher Tarifvertrag nur in Berlin.
Der sächsische GEW-Landeschef Burkhard Naumann begründete die Warnstreiks mit hoher Belastung und Personalmangel. Viele Beschäftigte leisteten unbezahlte Überstunden. «Das Mindeste, was wir verlangen, sind ordentliche Tarifsteigerungen», sagte er.
Was die Arbeitgeberseite sagt
Die Arbeitgeberseite kritisierte die Streikausweitung. «Die zweitägigen Verhandlungen waren aus unserer Sicht konstruktiv und alles andere als „ergebnislos“», sagte der Verhandlungsführer der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL), Andreas Dressel. Die Länder hätten Eckpunkte eines Einigungskorridors vorgelegt. Man sei bereit, zentrale Forderungen der Gewerkschaften zu erfüllen: «Wir sind auf einem guten Weg und können daher die Ausweitung von Warnstreiks nicht nachvollziehen», sagte Dressel.
Der Korridor umfasse unter anderem «eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten und drei Haushaltsjahren». Angesichts der Inflationserwartungen würde das Gesamtpaket eine Erhöhung innerhalb der vorgeschlagenen Laufzeit um die 5 Prozent bedeuten, hieß es. Die nächste Verhandlungsrunde ist für Februar geplant.
Nach Angaben des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen würden die von den Gewerkschaften geforderten sieben Prozent für den Freistaat Sachsen Mehrausgaben von mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr bedeuten – einschließlich der geforderten Übertragung auf den Beamtenbereich inklusive der Versorgungsempfänger sowie Zuführungen zum Generationenfonds. News4teachers / mit Material der dpa
Weit auseinander: Länder und Gewerkschaften eskalieren im Tarifstreit (“Jetzt wird gestreikt”)









Richtig so!!! Viel Erfolg! PetraOWL, bist du dabei oder schaust du nur zu?
Sie hat keine Zeit, weil sie mit Hasi im Garten verweilt.
Petra OWL macht online mit…
…you made my day!
Ich glaube, sie bittet die KI, dazu einen Appell zu verfassen, den dann Hasi versenden soll.
Ich habe einfach die KI gefragt. Die Antwort lautet:
Warum PetraOWL nicht auf die Straße geht:
Ha,ha,ha …………. herrlich. 😀
für 17% Reallohnverlust asugleichen
und die 35 Std Woche?
30 % Homeschooling
Früher WLAN-Party, heute WLAN-Demo.
Bei LAN-Demos sind die Protestmarscheäierer so stark angebunden
Eine WLAN-Demo ist sicher effektiver als auf der Straße zu stehen.
Ihr Sinn für Humor ist ausbaufähig.
Habt’s doch genug Freizeit bin für 40 Stunden Wochen und Stempel Karte
Die meisten wohl auch, mit 40 Stunden hätten sie nämlich weniger zu tun als jetzt.
Die Stellungnahmen von Andreas Dressel (TdL) und des Sächsischen Finanzministeriums folgen einem klaren Muster der Verhandlungsrhetorik, die darauf abzielt, die Legitimität der Streiks zu untergraben, eigene Zugeständnisse als großzügig darzustellen und die Gewerkschaftsforderungen als unverantwortlich zu framen.
Behauptung: Die Verhandlungen seien “konstruktiv und alles andere als ‘ergebnislos'”.
Dies ist ein klassisches Gaslighting-Manöver. Es stellt die Wahrnehmung der Gewerkschaften (die die Runde als “ergebnislos” bewerteten und daher streiken) als irrational oder unangemessen dar. Indem die eigene Sichtweise (“wir waren konstruktiv”) als objektive Tatsache präsentiert wird, wird der Streik als undankbare oder voreilige Reaktion abgewertet. Ziel ist, die Handlungsmacht der Gewerkschaften zu delegitimieren und öffentlich den Eindruck zu erwecken, die Streikenden seien die Unvernünftigen.
Behauptung: Man habe “Eckpunkte eines Einigungskorridors” vorgelegt, der “eine mögliche Entgelterhöhung etwas über der Inflation in drei Schritten” enthalte.
Diese Formulierung ist absichtlich unverbindlich und schwammig. “Etwas über der Inflation” ist keine konkrete Zahl, sondern eine relative Größe, die von Prognosen abhängt. “In drei Schritten und drei Haushaltsjahren” bedeutet eine deutliche zeitliche Streckung und damit reale Entwertung der Erhöhung.
Rechenbeispiel: Bei einer angenommenen kumulierten Inflation von z.B. 10% über drei Jahre wäre eine Erhöhung von “etwa 5%” (so die eigene Schätzung der TdL) eine reale Lohnkürzung von rund 5%. Das Angebot ist also unter dem Deckmantel einer “moderaten Steigerung” ein Angebot zum Kaufkraftverlust. Dies als “zentrale Forderungen erfüllen” zu bezeichnen, ist eine irreführende Umdeutung.
De Facto ist es noch schlimmer.
Der Appell an die “Vernunft” gegen die “Konfrontation”
Behauptung: “Wir sind auf einem guten Weg und können daher die Ausweitung von Warnstreiks nicht nachvollziehen.”
Hier wird der Streik als Störfaktor im vermeintlich harmonischen Verhandlungsprozess dargestellt. Das ist eine Umkehrung der Kausalität: Der Streik ist kein Affekt, sondern das notwendige Druckmittel, weil die “guten Wege” der Arbeitgeber zu unzureichenden Ergebnissen führen. Diese Rhetorik zielt darauf ab, die Gewerkschaften in die defensive Ecke des “Unfriedenstifters” zu drängen und von den substanziellen Forderungen (7%, 300€) abzulenken.
Taktik: Die “unbezahlbare” Summe
Behauptung: Die Forderungen bedeuteten “Mehrausgaben von mehr als 600 Millionen Euro pro Jahr”.
Die isolierte Nennung einer großen, abschreckenden Summe ist ein klassisches Totschlagargument. Es soll den Eindruck erwecken, die Forderung sei per se unverantwortlich und wirtschaftsfeindlich. Dabei wird systematisch weggelassen:
Welchen Anteil diese Summe am sächsischen Gesamthaushalt hat.
Dass diese Mehrausgaben Investitionen in die Handlungsfähigkeit des Landes sind (Attraktivität des öffentlichen Dienstes, Verhinderung von Personalkollaps in Schulen, Kitas, Verwaltung).
Dass der Staat als Arbeitgeber eine Vorbildfunktion bei der Bekämpfung von Reallohnverlusten hat.
Vergleiche zu anderen Haushaltsposten (z.B. für Bauprojekte, Wirtschaftsförderung) werden nicht gezogen. Die Zahl dient nicht der Information, sondern der Emotionalisierung und Einschüchterung.
Taktik: Die stillschweigende Ausweitung
Behauptung: Die Berechnung schließe “die geforderte Übertragung auf den Beamtenbereich […] sowie Zuführungen zum Generationenfonds” ein.
Dies ist ein rhetorischer Trick, um die Summe aufzublähen. Indem man die (richtige und notwendige) Forderung, auch Beamt*innen nicht zu benachteiligen, sowie Pensionsrückstellungen in die Summe einpreist, wird die Kostendiskussion unzulässig erweitert. Es suggeriert: “Die Gewerkschaften wollen nicht nur für ihre Mitglieder, sondern für alle viel Geld.” Dies dient der Isolierung der Forderungen von der allgemeinen Sympathie und stellt sie als gierig dar.
Zusammenfassung der Arbeitgeber-Strategie:
1.) Sprachliche Entwaffnung: Der Streik wird als unverständliche Maßnahme im konstruktiven Dialog umgedeutet.
2.) Mathematische Vernebelung: Ein unverbindliches, zeitlich gestrecktes Angebot, das zu Reallohnverlusten führt, wird als großzügige und inflationsausgleichende Geste verkauft.
3. ) Finanzielle Abschreckung: Die Forderungen werden durch das In-den-Raum-Stellen einer riesigen, isoliert dastehenden Summe als volkswirtschaftlich unverantwortlich gebrandmarkt.
4.) Moralische Umkehr: Derjenige, der auf seine berechtigten Forderungen pocht und dafür Druckmittel einsetzt (Gewerkschaften), wird zum Störer erklärt, während derjenige, der reale Lohnkürzungen anbietet, sich als vernünftig und verhandlungsbereit inszeniert.
So viel Text (und schon wieder “Gaslightning”), obwohl die meisten Lehrer verbeamtet sind und nicht streiken dürfen? Streiken Sie?
Tarifergebnisse gelten grundsätzlich nur für die Gewerkschaftsmitglieder. Sie werden aber auf die Nicht-Gewerkschaftsmitglieder übertragen, weil die sonst alle in die Gewerkschaften eintreten würden, um die Lohnerhöhungen auch zu bekommen. Das will der Arbeitgeber natürlich nicht, das würde ja die Gewerkschaften (Streikkasse) stärken.
Wenn der AG also quasi freiwillig das Verhandlungsergebnis mit den Gewerkschaften, die ja nur für ihre Mitglieder verhandeln, auf die Nichtmitglieder überträgt, dann ist das sein eigenes Ding. Deshalb die AN als gierig und die Forderungen als maßlos überzogen darzustellen ist einfach nur infam.
…obwohl die meisten Lehrer verbeamtet sind und nicht streiken dürfen?
Lesen könnte helfen:
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat angestellte Lehrer des Landes in einigen Regionen von Nordrhein-Westfalen für Mittwoch zu Warnstreiks aufgerufen.
Ach, wir dürfen’s mal wieder richten. Kriegen wir auch was von den Nachzahlungen infolge Verfassungsurteil zur Besoldung ab?
Soweit ich sehe, eine vollumfänglich gelungene Analyse, der ich nur zustimmen kann und deren sprachlich ansprechende und präzise strukturierte Darlegungen ich ehrlich gesagt sehr genossen habe: Danke!
Ich habe eine Mail der GEW bekommen, dass der Streik in Köln am 29.01. Also am Donnerstag stattfindet…
Trommeln nicht vergessen. Denn wenn dat Trömmelche jeht …
Mehr als drei Mann und ne dicke Trumm – und ab geht der Zoch
Na, dann schauen wir mal, wie viele Lehrer daran teilnehmen.
Auch interessant???
https://www.nn.de/region/schriftliches-teilen-erst-ab-klasse-5-nurnberger-professorin-sagt-ja-lehrkrafte-nein-rep1-1.14971625
Ich bin von dem Angebot der Arbeitgeberseite nach wie vor schockiert…
Ich kann es nicht nachvollziehen, dass die TdL noch immer öffentlich von einer Tariferhöhung “etwas über der Inflation” reden darf, ohne dass dies jemand korrigiert??
Jede seriöse Quelle gibt sowohl für das vergangene Jahr, als auch aktuell und für die Zukunft eine Inflation von wahrscheinlich über 2% aus.
Egal wie ich es drehe und wende – mit dem aktuellen Angebot von 5% über 2,5 Jahre bleibe ich definitiv darunter!
Liebe Gewerkschaften – ich hoffe inständig, dass ihr dieses Mal endlich von all unseren Rechten Gebrauch macht und wir in einen erinnerungswürdigen Ausstand treten!
Das vorliegende Angebot sorgt nicht einmal für einen angemessenen Inflationsausgleich und ist damit eine Reallohnreduzierung.
Dazu kommt, dass wir in Brandenburg ab kommendem Monat eine Wochenstunde mehr ableisten sollen – und das ohne erwähnenswerten Ausgleich. Dies wird sich im Lauf der Zeit sicherlich als widerrechtlich herausstellen – dennoch rundet diese Bestimmung das Gesamtbild ab und zeigt mir, wie realitätsfern und anmaßend die Arbeitgeberseite ist – schämt euch!
Wenn man sich deneben noch ansieht, dass sich die Berliner Abgeordneten eine Diätenerhöhung von über 6% genehmigen, dann kann einem eigentlich nur noch schlecht werden…
Sie leisten dann allerdings genauso viele Wochenstunden wie viele andere Lehrer bundesweit.
Und, wer soll den erinnerungswürdigen Ausstand bewirken? Wir angestellte Lehrer? Und was machen Sie?
Warum schockiert ihr habt alle Bezahlung von 40 Stundenwoche und wieviel habt ihr wirklich.Darum bin ich für Zeiterfassung