
Die Bewerbungsfrist für das duale Lehrerstudium für Regelschulen beginnt in Thüringen in diesem Jahr früher. Ab sofort sind Bewerbungen für den Studiengang möglich – und damit einen Monat früher als im vergangenen Jahr, wie das Thüringer Bildungsministerium und die Universität Erfurt mitteilten.
Das Modell sieht ein Lehramtsstudium an der Universität Erfurt vor und einen Praxisteil an einer Ausbildungsschule. Die Studierenden erhalten eine Vergütung von rund 1.550 Euro im Bachelor- und 1.800 Euro im Masterstudium. Nach ihrem Abschluss verpflichten sich die Absolventen für fünf Jahre im Thüringer Schuldienst zu arbeiten. Die Bewerbungsfrist endet am 31. März.
Thüringens Bildungsminister Christian Tischner (CDU) sagte, das duale Studium sei ein wichtiges Angebot zur Stärkung der Regel- und Gemeinschaftsschulen. Mit dem früheren Bewerbungsstart schaffe man bessere Rahmenbedingungen für Studierende und die Ausbildungsschulen. «So stellen wir sicher, dass angehende Lehrkräfte frühzeitig, praxisnah und mit den notwendigen fachlichen Voraussetzungen auf ihren späteren Beruf vorbereitet werden und langfristig für den Schuldienst in Thüringen gewonnen werden können.» News4teachers / mit Material der dpa
Hier gibt’s Informationen zum dualen Lehramtsstudium in Thüringen.
“Innovativer Ansatz”: Bundesland startet Duales Lehramtsstudium – samt Vergütung









Es ist schon interessant. Früher mal war es eine Errungenschaft, für seine Ausbildung nicht selber noch zahlen müssen, also unabhängig vom Elternhaus einen Beruf wählen zu können. Inzwischen will man bezahlt werden, damit man eine bestimmte Ausbildung macht. So ändern sich die Zeiten. Ist ja auch ok. Nur Dinge, die man kostenlos bekommt, sind deswegen nicht automatisch kostenlos, es muss von jemand anderem bezahlt werden, sprich von uns allen (Steuergelder!) und das bedeutet, dass etwas anderes vielleicht nicht mehr bezahlt werden kann.
Mich würde interessieren, ob man, wenn man dieses Studium vorzeitig abbricht, das Geld zurückzahlen muss. Die Studienabbrecherquote soll doch ziemlich hoch sein. Es gab mal Zahlen von der Uni Rostock. Waren das da nicht 40% der Lehramtsstudenten, die aufgaben oder sich umorientierten?
Und kann das Land sein Geld einklagen, wenn der fertige Junglehrer dann doch woanders hingeht?
Die stärke Verzahnung von Theorie und Praxis finde ich gut. Allerdings scheint mir, dass alle paar Jahre wieder die gleiche Forderung erhoben wird: mehr Praxis. Wird es je genug sein? Irgendwann besteht die Lehrerausbildung nur noch aus Praxis und ganz ohne Theorie. Aber eigentlich ist es ja auch so: Die 5 Jahre Uni, da war vieles überflüssig. Das Referendariat war die Zeit, in der ich am meisten gelernt habe. Und in den ersten Berufsjahren musste ich mir viele neu erarbeiten. Ein halbes Jahr Walther von der Vogelweide oder ein halbjähriges Seminar zur Namenkunde nutzen mir im Berufsalltag eher nichts.