Start Titelthema Studie: IGLU-Daten zeigen deutliche Defizite bei digitalen Kompetenzen deutscher Grundschüler im EU-Vergleich

Studie: IGLU-Daten zeigen deutliche Defizite bei digitalen Kompetenzen deutscher Grundschüler im EU-Vergleich

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DORTMUND. Viele Grundschulen in Deutschland sind inzwischen technisch gut ausgestattet, doch bei den Kompetenzen der Kinder zeigt sich ein anderes Bild. Viertklässlerinnen und Viertklässler schätzen ihre Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien deutlich seltener als hoch ein als Gleichaltrige in anderen EU-Staaten. Besonders beim Erstellen von Inhalten und beim kritischen Umgang mit Informationen werden Unsicherheiten sichtbar.

Unbegeistert. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland bei der digitalen Selbstwirksamkeit von Grundschulkindern im unteren Feld. Nach Daten der Internationalen Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU 2021) schätzen lediglich 37 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler ihre digitalen Fähigkeiten als hoch ein. In zahlreichen anderen EU-Staaten fällt dieser Anteil höher aus. Grundlage der Auswertung sind repräsentative Erhebungen in 19 Teilnehmerstaaten.

Die Selbsteinschätzung umfasst drei Kompetenzbereiche: grundlegende Bedienfähigkeiten, die Anwendung von Programmen zur Erstellung von Inhalten sowie den Umgang mit Informationen aus dem Internet. In allen Bereichen zeigen sich für Deutschland Entwicklungspotenziale. Während ein Großteil der Kinder angibt, Geräte grundsätzlich bedienen zu können, fallen die Werte bei anspruchsvolleren Anwendungen deutlich ab.

So ordnen sich die deutschen Viertklässlerinnen und Viertklässler bei den grundlegenden Bedienfähigkeiten im Mittelfeld ein. 69 Prozent geben an, gut mit PCs oder Tablets umgehen zu können, 59 Prozent sehen sich sicher beim Schreiben auf der Tastatur. Deutlich kritischer fällt die Selbsteinschätzung bei produktiven Anwendungen aus. Nur 27 Prozent trauen sich zu, Aufsätze oder Berichte digital zu erstellen, und 29 Prozent sehen sich in der Lage, Präsentationen zu gestalten. Damit liegt Deutschland im europäischen Vergleich im unteren Bereich.

„Die meisten Grundschulen in Deutschland verfügen inzwischen über eine gute digitale Infrastruktur mit Tablets, Laptops oder Computerräumen“

Etwas höher ist die Einschätzung beim Erstellen und Teilen von Videos, wo 57 Prozent der Kinder ihre Fähigkeiten als gut bewerten. Auch hier bleibt Deutschland jedoch im unteren Mittelfeld der Vergleichsstaaten. Beim Umgang mit Informationen aus dem Internet ergibt sich ein ähnliches Bild. Zwar geben 53 Prozent an, Informationen finden zu können, und 54 Prozent sehen sich in der Lage zu beurteilen, ob eine Website nützlich ist. Doch nur etwa ein Drittel der Befragten, nämlich 33 Prozent, traut sich zu, die Vertrauenswürdigkeit von Online-Inhalten einzuschätzen.

Die Ergebnisse stehen in einem auffälligen Spannungsverhältnis zur technischen Ausstattung der Schulen. „Die meisten Grundschulen in Deutschland verfügen inzwischen über eine gute digitale Infrastruktur mit Tablets, Laptops oder Computerräumen. Dennoch fühlen sich viele Schüler*innen am Ende der vierten Klasse in ihren digitalen Fähigkeiten noch nicht sicher“, erklärt PD Dr. Ramona Lorenz vom Institut für Schulentwicklungsforschung der TU Dortmund.

Lorenz verweist insbesondere auf Defizite im Bereich der aktiven Mediennutzung. „Besonders beim Erstellen digitaler Inhalte wie Texte oder Präsentationen geben nur wenige an, über gute Kompetenzen zu verfügen.“ Gleichzeitig zeige sich, dass viele Kinder zwar grundlegende Recherchen durchführen könnten, jedoch Schwierigkeiten bei der kritischen Bewertung von Informationen hätten.

Vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung und der zunehmenden Bedeutung digital gestützter Lernprozesse gewinnt dieser Befund zusätzliche Relevanz. Der Übergang in die weiterführende Schule stellt eine Schnittstelle dar, an der fehlende Kompetenzen verstärkt wirksam werden können. „Viele 10-Jährige in Deutschland sehen sich für das digital gestützte Lernen in der weiterführenden Schule nicht gut vorbereitet“, so Lorenz.

Die Studienergebnisse legen nahe, dass die bisherigen Maßnahmen zur Digitalisierung des Bildungswesens vor allem auf infrastrukturelle Verbesserungen abgezielt haben, während die systematische Förderung grundlegender Kompetenzen weniger im Fokus stand. Dazu zählen nicht nur technische Fertigkeiten, sondern auch die Fähigkeit, digitale Inhalte eigenständig zu erstellen und Informationen kritisch zu reflektieren. News4teachers 

Desaströse ICIL-Studie (= eine Art Computer-PISA): 40 Prozent der Achtklässler in Deutschland können nur “klicken und wischen”

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Hans Malz
1 Tag zuvor

Selbsteinschätzung von Viertklässlern … das kann man sich ja gar nicht ausdenken. Oh, ich werde wieder “wissenschaftsfeindlich”…

Vielleicht sind die deutschen Vierklässler auch nur realistischer, als die Kinder in anderen Ländern, vielleicht ist das auch alles Unsinn, vielleicht können die Kinder aber auch Informationen nur deshalb nicht auswerten und die Glaubwürdigkeit einschätzen, weil sie die Sprache überhaupt nicht richtig können…

Katze
1 Tag zuvor
Antwortet  Hans Malz

… das kann man sich ja wirklich nicht mehr ausdenken. Oh, ich werde wieder „wissenschaftsfeindlich“…
Ich auch – nachhaltig, versteht sich.
Sätze im Lehrbuch sinnerfassend lesen und selbst Sätze geradeaus formulieren und aufschreiben zu können – diese olympische Disziplin wäre ja schon mal ein Anfang, bevor wir Viertklässler zu kleinen Digital‑Sherlocks hochjazzen wollen.
Oh, ihr wissenschaftlichen Studien‑Skills‑Tralala‑Laber‑Rhababer‑Orakel, die ihr mit großem Tamtam verkündet, dass deutsche Grundschüler im EU‑Vergleich digitale Defizite haben.
Vielleicht erst mal Lesen, Schreiben, Rechnen – und zwar richtig. Danach können wir immer noch darüber reden, ob ein Neunjähriger die Seriosität einer Website beurteilen soll.
Währenddessen antworten gymnasiale Fünftklässler bei der Frage nach „Fischarten der Nord‑ und Ostsee“ völlig ernst gemeint:
„Gemeines Fischstäbchen.“
IGLU‑Studie: „Die Werte fallen bei anspruchsvolleren Anwendungen deutlich ab.“
Ja, offenbar war die Fischfrage bereits eine „anspruchsvollere Anwendung“.
Seriöse Quelle? Natürlich: IGLU‑Daten. Kapitän‑Iglu‑zertifiziert.
Wir haben nicht nur (k)ein Digitalproblem – das eigentliche Problem ist analoges Alltagswissen auf Tauchstation.

447
8 Stunden zuvor
Antwortet  Katze

Willkommen auf der Tauchstation
Käptn’ Nemo wartet schon
und führt die Gäste herrlich ein
in die Magie der Unterwasserdaten,
hier gibts Mengenrabatt auf Raten!

Im Uboot mit schnittiger Form
bringt der Delphintanz
alle recht in gut auf Norm,
da lacht der zahlende Gast und die Wissenschaft hat es wieder echt geschafft!

Kelpies, Seekobolde und unschöne Kraken,
Mollusken aller Art, Quallen und auch Haie…
die ziehen am Bullauge schnell vorbei
sowas will doch keiner sehn,
im sonnengefluteten Flachwasserriff
da paddelt doch manch süßer Fisch!

“Schau mal dort!” ruft Felix K. mit großen Kulleraugen,
“Diese süße ‘Annemone’, die schimmert herrlich bunt!
Sie spart sich Schwimmen und Bewegung gleich, das setz’ ich um im Bildungsreich,
ganz gespart ist halb gedacht,
digital wird gut gemacht!”

Dass Anemmonen todesgiftig sind,
und ihr Stich auch brennt wie Sau,
wenn sie auch noch so bunt erblühen,
das weiß der Käptn zwar genau,
doch in seinem Reich im Ubootstuhl,
da scherts ihn nicht,
da bleibt er cool.

“Sehet dort, da sind diese ‘Rochen’,
wie herrlich flach statistisch diese
sich auch noch unter dünnste Sande winden,
da lässt sich für Arbeitszeiterfassungen
doch sicher auch was mit erfinden!”, sagt eine Kerlin aus der Grafschaft Ähnar-weh.

Der Käptn schmaucht an der Meerschaumpfeiffe,
lächelt weise in den Wissenschafts-Bart
(denn das ist so seine Art) und denkt:
“Gut, der Teufelsrochen stach schon manchen Mann,
doch was schert es mich,
ich biete hier fromm und frei
Wissenschaftsexpeditionen im karibischen Bildungsmeer
der absoluten Extraklasse an!”

So sieht die Tauchstation ganz gleitend
als Uboot ihre Kreise
und erkundet touristisch wertvoll
bunt glitzernde Broschürewelten
in warmen Riffen und flachen Gezeiten
ganz auf ihre Weise.

Und wie die Reise so zu Ende geht
da rufen die Gäste laut im Chor:
“Mensch und Held der Wissenschaft,
das war alles wunderschön!
Was kann man Dir denn Gutes tun,
wir wollen nicht undankbar gehn!”

Der Käptn, stets auf Zack und gut in Form,
hat hier gleich die beste Idee:
“Nun, ein weiteres Meerwassersalzgehaltsbestimmungsinstitut,
(so zufällig unter meiner Leitung)
das würde sich echt gut ausgehen!”

Er wird es kriegen,
andere werden es zahlen,
wer denkt bei solchem Bildungsluxus
noch an schnöde “Lehrer” und wilde “Blagen”?

unfassbar
1 Tag zuvor

Viertklässler brauchen noch keine digitalen Inhalte zu erstellen. Was sollen das eigentlich für Inhalte sein und womit (Hardware und Software)? Viel mehr als TikTok & co fällt mir nicht ein und das soll ja mindestens beschränkt werden. Auch sind Selbsteinschätzungen etwas völlig anderes als tatsächliche Fähigkeiten. Ich glaube ferner auch nicht, dass Viertklässler schon die kognitive und soziale Reife besitzen, digitale Inhalte kritisch beurteilen zu können. Denen kann man so ziemlich alles erzählen und sie glauben es.

GBS-Mensch
23 Stunden zuvor
Antwortet  unfassbar

“Viel mehr als TikTok & co fällt mir nicht ein…”

Es gibt so Dinge/Plattformen wie Scratch.

Bbl
1 Tag zuvor

Oder die Kinder können nicht ausreichend lesen, schreiben und zuhören, was die Grundvoraussetzung kompetenter Mediennutzung ist…

Es gibt zig Studien zu diesem grundsätzlichen Problem. Das Herumdoktern an den Folgen und z. B. weiteres Kürzen des Deutschunterricht zugunsten digitaler Skills wird nicht die Lösung sein. Aber hey, das kann eine TU ja nicht wissen, das ist ja ein anderer Fachbereich.

Realistin
1 Tag zuvor

na in Grundschule noch nicht, aber ab Klasse 5:
4-Tage Woche
30 % Homeschooling
_________________
Für LK zusätzlich
DB & GK digital, sowie alle Konferenzen.
Das muss langsam mal ermöglicht werden (schauen sie auf die Benzinpreise!)
Gehälter um 17 % rauf
Echtes Weihnachtsgeld zu 100%!

Susanne M
1 Tag zuvor
Antwortet  Realistin

Finde ich mittlerweile auch.
Diese ganzen Verbesserungen überall mit Homeoffice und Co. sind zu ‚geil‘, um an der Schule vorbeizugehen.
Also nen Tag pro Woche für Orga zuhause muss sein, defintiv.
Und etwas Online Unterricht üben schadet gar nichts, weil man das ja lernen muss, wie das geht und später ja auch im Homeoffice zuhause können muss oder will.
Sie sind ja dann noch immer 3-4Tage in der alten Schule mit den engen Klassenräumen, dicht gedrängt. Es sei denn, es ist ne neue, moderne Schule mit Lernplätzen und Selbstlernen oder Kreativarbeiten, wo sich jeder zurückziehen kann. Dachte, wir hätten Frontalunterricht jetzt aufgeben, dann kann man auch was digital und vom Homeoffice ausmachen??

DerechteNorden
1 Tag zuvor
Antwortet  Susanne M

Ich finde Kontakt zu Heranwachsenden ja auch ungeil. Umso weniger, umso besser. Und das wird doch alles überbewertet, das mit dem sozialen Lernen im echten Leben und Bindung … Dass es viele Kids gibt, die an Homeoffice-Tagen gar nichts lernen oder gar nicht erst das Gerät einschalten, weil die häuslichen Bedingungen nicht so sind, wie sie sein müssten, haben sich doch nur irgendwelche Digi-Verächter*innen ausgedacht.//

Sepp
10 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M

Und etwas Online Unterricht üben schadet gar nichts, weil man das ja lernen muss, wie das geht und später ja auch im Homeoffice zuhause können muss oder will.
Alle Leute, die heute im Homeoffice arbeiten, haben das bestimmt in der Schule gelernt. Denn sie mussten das ja auch lernen und nach der Schule lernt man eben nichts mehr…

Davon abgesehen haben wir während Corona gemerkt, wie toll es funktioniert, wenn man die Kinder zu Hause lässt. Die Folgen erleben wir noch immer an den Schulen. Aber das “schadet gar nichts”, sicher…

Sie sind ja dann noch immer 3-4Tage in der alten Schule mit den engen Klassenräumen, dicht gedrängt. Es sei denn, es ist ne neue, moderne Schule mit Lernplätzen und Selbstlernen oder Kreativarbeiten, wo sich jeder zurückziehen kann.

Es hat sich gezeigt, dass Selbstorganisiertes Lernen für die meisten Kinder nicht funktioniert. Lässt sich übrigens auch einfach verstehen, wenn man bedenkt, was bspw. nach Hilbert Meyer die vielfältigen Aufgaben eines Lehrers beim Unterrichten sind.
Aber Kinder müssen das halt irgendwie schaffen, oder haben Pech gehabt.

Dachte, wir hätten Frontalunterricht jetzt aufgeben

Lesen Sie mal, was bspw. Hattie zu Direkter Instruktion sagt. Oder informieren Sie sich über seine Aussagen zu den schwachen Effekten von individualisiertem und selbstgesteuertem Lernen.

Aber darum geht es Ihnen und der (Un-)Realistin ja gar nicht. Sie wollen halt lieber zu Hause rumdödeln als sich mit den Schülern zu beschäftigen.

Thomas
1 Tag zuvor
Antwortet  Realistin

Ich wünsche es allen! Sonst finden sie eh kein Personal mehr.
Alleine 2-3 Tage Homeoffice schlagen finanziell und zeitlich voll durch!
Habe ich berechnet

Lera
10 Stunden zuvor
Antwortet  Realistin

Naja, wenn Ihr Hauptargument der Lehrermangel wegen schlechter Arbeitsbedingungen ist, dann müssten die Grundschulen als erstes entlastet werden:

Seit Jahren riesige Klassen,
immer mehr Jahrgangsmischung,
immer mehr DAZ für lau nebenbei,
immer mehr “Inklusion” mit 1000 Extra-Absprachen,
28 Stunden Deputat,
keinerlei Funktionsstellen außerhalb der Schulleitung,
8 großzügige Stunden Ermäßigung für die SL,
eine (1!) für die Stellvertretung,
ein Leben lang auf A13 festgetackert,
als SL maximal A14Z bei einer sehr großen Schule

Ich fordere daher eine Homeoffice-Ersatz-Zulage! Statt 40% Homeoffice wenigstens 20% mehr Kohle – das kompensiert meine Mehrkosten ansatzweise.

Weiterhin dringend das lächerlich hohe Deputat senken, Ziel müssen 20 Stunden sein, plus regelmäßige Altersabmildung, alle 5 Jahre eine Stunde weniger muss ja wohl drin sein.

Als nächstes massiv Funktionsstellen an Grundschulen schaffen, für all das, was wir sowieso für lau machen, während andere Lehrämter es (wenigstens symbolisch und mit Zeit) bezahlt bekommen.

Dann GS-Leitung genauso bezahlen wie andere Schulleitungen auch – was soll der Sch… ? Die lächerliche Ermäßigung von 8 auf 18 Stunden hochsetzen, da bleiben immer noch 10 Stunden Unterricht übrig – merkste selbst; oder?

Dann die versprochene Doppelbesetzung wenigstens mit Assistenzkräften lösen – aber die müssen fest in der Klasse sein, Bindung und so.

Dann die Klassengrößen auf maximal 20 runter.

Dann wieder DAZ-Zentren aufbauen.

Und Förderschulen 😉

Joah, dann könnte es was werden, dass auch die GenZ Bock auf Grundschule hat.

Sonst halt eher nicht. :-p

Beste Grüße von der Basis

>>>Ihr wollt Basis-Kompetenzen? – Gebt uns Basis-Bedingungen!<<<

Fräulein Rottenmeier
7 Stunden zuvor
Antwortet  Lera

Jaaahaaaaaaa!

Opossum
1 Tag zuvor

Wozu brauchen Grundschulkinder digitale Kompetenzen? Wozu brauchen sie “Programmen zur Erstellung von Inhalten”?

In unserer Grundschule wird ABC in der 1 Klasse oft noch nicht bis zum Ende gelernt. Kinder haben Probleme in Hauptkompetenzen, wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Wäre es nicht sinnvoller, erst analog “Aufsätze oder Berichte zu erstellen”, “Präsentationen zu gestalten” und mit Informationen sich kritisch auseinanderzusetzen, statt gleich die digitalen Kompetenzen zu entwickeln?

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor
Antwortet  Opossum

Aber vom Medienkompetenzrahmen für Grundschulen haben Sie aber schon einmal gehört, oder?

Opossum
8 Stunden zuvor

Ob diese aber sinnvoll sind?

Ich finde, dass alle Kompetenzen, die in Schulen geübt werden, sollen auch zu Hause geübt werden können. Ich persönlich würde den Grundschulkindern kein Zugriff auf den Komputer geben, es sei denn sie möchten mit Scratch programmieren. Den Rest kann man schnell erlernen, wenn Basiskompetenzen schon tief sitzen.

Pädagogische Fachkraft
1 Tag zuvor

Wie bitte sollen Viertklässler die Qualität von Quellen im Netz einschätzen oder gar überprüfen können? Dazu braucht man eigenes, gesichertes Wissen – das vergessen ja auch diejenigen, die meinen, Lernen sei heute überflüssig, man könne ja alles googlen…
Viertklässler sollen die “alten” Grundlagen Lesen, Schreiben, Rechnen üben und so gut wie möglich beherrschen, das ist die Basis von weiterem Lernen, auch vom Entwickeln von “digitalen Skills”. Und eine realistische Selbsteinschätzung “digitaler Kompetenzen” ist mit Sicherheit bei 9-10-jährigen Kindern nicht möglich, dazu braucht es doch keine teure Studie!

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor

Die Daten sind aus der IGLU Studie von 2021 entnommen (zumindest zeigt die Grafik dies)……das ist über 4 Jahre her…..da gab es noch keine Tablets für fast jedes Kind, da waren wir mitten in der Pandemie mit allen Unwegsamkeiten…..
Darüber hinaus würde ich gerne mal wissen, welche Fragen genau den Viertklässlern gestellt wurden…..

vhh
1 Tag zuvor

“Ich kann meine Geräte bedienen und als Nutzer vewenden. Selbst etwas erstellen kann ich (noch) nicht so gut, da fühle ich mich unsicher, denn mir fehlt noch die Übung.” – man könnte das auch als Erfolg sehen, denn es beschreibt ziemlich gut den Stand Anfang Jahrgang 5. Realistische Einschätzung eigener Fähigkeiten mit dem Gefühl, einen Teil sicher zu beherrschen, eigentlich ein schöner Bildungserfolg.

Fräulein Rottenmeier
1 Tag zuvor

– Ich kann gut mit Computern (PCs oder Laptops) oder Tablets
umgehen.
– Ich kann gut auf einer Tastatur schreiben.
-Ich finde es einfach, im Internet Informationen zu finden.
– Ich weiß, wie man Aufsätze und Berichte erstellt.
– Ich weiß, wie man Präsentationen erstellt.
– Ich kann erkennen, ob eine Website nützlich für mich ist.
– Ich kann beurteilen, ob eine Website vertrauenswürdig ist.
– Ich weiß, wie man ein Video erstellt und es mit anderen teilt.
– Ich kann mit der Maus am Computer umgehen. (national ergänzt)
– Ich kann Informationen, die ich im Internet lese, verstehen. (national
ergänzt

Das waren die Fragen der Selbsteinschätzung…..naja…..

Sepp
10 Stunden zuvor

Danke für’s Posten, die Fragen sind ja wirklich – speziell.

Ich gehe davon aus, dass ich besser mit Computern umgehen kann als Grundschüler, aber dennoch schlechtere Ergebnisse erreichen werde als diese. Denn ich weiß, mit wie vielen Aspekten ich mich nicht gut auskenne.

Das nächste Mal, wenn ich Computer-Probleme habe, werde ich Grundschüler fragen. Denn 69% können ha gut damit umgehen.

Können in anderen Ländern schon Grundschüler ernsthaft Videos “erstellen”, also filmen, schneiden, Übergänge setzen, ggf. neu vertonen? – Oder können sie mit einem iPad/Smartphone einfach mit einem Klick ein Video “erstellen”?

Wirklich klasse finde ich ja:
“Ich kann Informationen, die ich im Internet lese, verstehen.”

Ich brauche dringend einen Grundschüler, dem ich einen Link zu “Nature astrophysics” geben möchte. Er könnte mir dann den aktuellen Artikel “Megaelectronvolt-peaked electrons in a coronal source of a solar flare” sicher erklären. Vielleicht muss ich dafür aber in Polen, Finnland oder Bulgarien nachfragen, da sind die Kids halt fitter…

Sepp
10 Stunden zuvor

Grundschüler sollen grundlegend lesen, schreiben und rechnen können, einigermaßen selbstmotiviert sein und mit ihren Mitschülern sozial umgehen können. Das wären schon wirklich wichtige Ziele, die viele Schüler nicht erreichen, wenn sie ab der 5. Klasse zu uns kommen.

59 Prozent sehen sich sicher beim Schreiben auf der Tastatur.

Was das bedeutet, können die Kinder ja offenbar für sich selbst überlegen. Vernünftig Tippen mit mehr als 2-4 Fingern, gar mit 10 Fingern können auch in der weiterführenden Schule die wenigsten Kinder.

29 Prozent sehen sich in der Lage, Präsentationen zu gestalten.

Eine sinnvolle Präsentation gestalten können selbst unsere 9.-Klässler zum Großteil nicht!
Dafür müsste man Ahnung vom Inhalt haben, dann überlegen, wie man das sinnvoll präsentiert und erst dann geht es um die Gestaltung der Folien. – Warum sollten Grundschüler das können (müssen)?
Wirklich etwas zu präsentieren lernt man m.E. auch weniger, indem man eine möglich toll animierte, blinkende Powerpoint-Präsentation erstellt, bei der alle möglichen Felder rein- und rausfliegen, sondern indem man zunächst vorne sprechen übt. Dabei kann man bspw. auch ein paar Blätter unter eine Dokumentenkamera legen…

Nur 27 Prozent trauen sich zu, Aufsätze oder Berichte digital zu erstellen

Und wie viel Prozent der Kinder können sinnvoll strukturierte, logisch argumentierende Texte schreiben? Was bringt es, einen schlechten Text digital schreiben zu können?

Und wie passt diese Zahl dazu, dass 69 Prozent angeblich “gut mit PCs umgehen” und 59 Prozent “sicher auf der Tastatur” schreiben können?

Gleichzeitig zeige sich, dass viele Kinder zwar grundlegende Recherchen durchführen könnten, jedoch Schwierigkeiten bei der kritischen Bewertung von Informationen hätten.

Um Informationen kritisch zu bewerten, benötigt man selbst Fachkenntnisse. Mit fortschreitender Entwicklung von generativer KI fällt es auch Erwachsenen schwer, zu beurteilen, ob bspw. ein Video echt oder KI-generiert ist. Wie sollten Grundschüler das können?

Spannend fände ich die Frage, ob Grundschüler bspw. in Spitzenländern wie Polen oder Bulgarien wirklich sicherer mit digitalen Werkzeugen umgehen können, oder ob sie sich einfach deutlich mehr zutrauen. Denn am Ende geht es hier ja nur um eine Selbsteinschätzung, das echte Können müsste durch weitere Studien überhaupt bestätigt werden…

Einer
9 Stunden zuvor

Grundschüler SOLLEN und MÜSSEN analog lesen, schreiben und rechnen können. Wer diese Sachen analog wirklich kann, der kann es auch digital.

Eine Präsentation lässt sich prima auf Papier oder Karton machen. Es geht um das erfassen, filtern, etrahieren und anschließendes gestalten der Information. Für Schüler ist aber nur noch wichtig, dass eine Präsi möglichst bunt ist und möglichst viel Animation enthält. Die verstehen überhaupt nicht wieso eine Präsi schlecht ist.
Gleiches gilt für das Schreiben von Texten.

Das bedienen einer beliebigen Software ist keine Kompetenz.