DÜSSELDORF. Die Zahl psychisch belasteter Kinder und Jugendlicher steigt – und mit ihr der Druck auf Schulen, darauf zu reagieren. Die Psychologin Janna Sartingen, Gründerin des Praevenio-Instituts für Psychoeduktion (das Schulen berät) aus dem nordrhein-westfälischen Hamminkeln, stellt das bestehende Unterrichtssystem grundsätzlich infrage und fordert tiefgreifende Veränderungen. „Wenn 20 bis 30 Prozent der Kinder psychische Belastungen zeigen, dann müssen sich diese Zahlen in den Strukturen und Stundenplänen widerspiegeln“, sagt sie.

Zunächst die gute Nachricht: „Der Großteil der Kinder und Jugendlichen ist psychisch stabil und verfügt über eine hohe Resilienz“ – sagt die Psychologin Janna Sartingen im Interview mit Focus online. Die schlechte: Eine wachsende Minderheit leidet massiv. „Die Lage ist besorgniserregend, wir erleben eine echte Krise der psychischen Gesundheit.“ Entscheidend sei die Dynamik bei bestimmten Störungsbildern. „Insbesondere bei Angststörungen deuten Studien darauf hin, dass die Zahlen – nach einer kurzen Phase der Entspannung nach der Pandemie – gerade wieder signifikant anziehen.“ Die Folge: „Mittlerweile gilt jedes fünfte Kind als psychisch belastet“, erklärt Sartingen.
Betroffene kann das ein ganzes Leben lang prägen. Aus ihrer Arbeit in der Psychiatrie habe sich ein klares Bild ergeben, so Sartingen. „Dort sieht man das Endspektrum psychischer Erkrankungen: schwere Suchterkrankungen, Depressionen, Schizophrenie, Suizid“, sagt sie über ihre frühere Tätigkeit. Viele Patientinnen und Patienten kämen wiederholt in Behandlung, ohne dass sich an den Ursachen grundlegend etwas ändere. „Schaut man sich ihre Lebensgeschichten an, zieht sich fast immer dasselbe Muster durch: Die Ursachen liegen in der Kindheit und Jugend.“
Die Entwicklung des Belastungsempfindens unter Kindern und Jugendlichen lässt sich auch aus Daten des Deutschen Schulbarometers herauslesen (News4teachers berichtete). Die Befragung zeigt, dass die psychische Belastung von Schülerinnen und Schülern nach einer zwischenzeitlichen Entspannung wieder zunimmt. Inzwischen berichtet rund ein Viertel der Befragten von entsprechenden Problemen.
Nicht überraschend: Dabei spielt die Schule eine wesentliche Rolle. Ein zentrales Ergebnis ist die enge Verbindung zwischen Unterricht und Wohlbefinden. Ein erheblicher Teil der psychischen Verfassung lässt sich durch Faktoren erklären, die unmittelbar mit dem Schulalltag zu tun haben – etwa durch wahrgenommene Unterstützung, die Passung von Anforderungen und das soziale Klima in der Klasse. Die Probleme erscheinen mitunter widersprüchlich. Zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler geben an, sich zumindest in einzelnen Unterrichtsstunden überfordert zu fühlen. Gleichzeitig berichten viele von Langeweile, Motivationsverlust und mangelnder kognitiver Aktivierung.
![]()
Lehrkräfte am Limit, zunehmende psychische Belastungen bei Schülerinnen und Schülern, wachsende Anforderungen an Schulen insgesamt: Gesundheit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine zentrale Voraussetzung für gelingende Bildung.

Wie können Schulen Orte werden, die Lernen ermöglichen und zugleich die Gesundheit aller Beteiligten stärken? Diesen Fragen widmet sich News4teachers im Mai 2026 mit einem eigenen Themenmonat „Gesunde Schule“.
Der Themenmonat bietet Raum für Impulse aus der Praxis und aus der Bildungslandschaft. Organisationen, Initiativen und Anbieter, die sich mit gesunder Schule beschäftigen, können ihre Ansätze als Advertorials oder mit Info-Anzeigen im passenden Kontext darstellen.
Zeigen Sie Präsenz! Interesse? Gerne bei uns melden: redaktion@news4teachers.de
Hinzu kommt ein hoher Leistungsdruck. 61 Prozent der Befragten sagen, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, ein erheblicher Teil muss regelmäßig auch am Wochenende lernen. Besonders betroffen sind ältere Schülerinnen und Schüler sowie Gymnasiastinnen und Gymnasiasten. Auch soziale Unterschiede zeigen sich deutlich: Kinder aus einkommensschwachen Familien berichten häufiger von Belastung und geringerem Wohlbefinden. „Unsere Studie zeigt, was hilft: Wenn Lehrkräfte unterstützen und sie fordern, ohne zu überfordern, und zudem das Klassenklima gut ist, geht es Kindern besser“, so schlussfolgern die Autor*innen der Studie.
Psychologin Sartingen beschreibt die Ursachen für die zunehmenden Belastungen als ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Neben individuellen Erfahrungen benennt sie gesellschaftliche Entwicklungen als prägend. „Zum einen steigt die Zahl der belastenden Kindheitserfahrungen“, sagt sie und beschreibt Trennungen, Gewalt oder Missbrauch häufig als „Nährboden für psychische Erkrankungen“. „Zum anderen prasselt auf Kinder und Jugendliche heute eine Dauerflut an Krisen ein. Wenn man sie fragt, wovor sie Angst haben, nennen sie sofort wirtschaftliche Unsicherheit, Krieg, Klimakrise.“ Diese Themen seien heute permanent präsent und wirkten in den Alltag hinein.
Sartingen verweist auch auf die soziale Ungleichheit als Verstärker. „Wer arm aufwächst, hat ein zwei- bis dreifach erhöhtes Risiko für psychische Belastungen“, sagt sie. Gleichzeitig sieht sie Defizite in der Versorgung: lange Wartezeiten auf Therapieplätze und fehlende präventive Strukturen. Ihre Diagnose bündelt sie in einem Satz: „Die Belastungen steigen, aber die Strukturen verändern sich kaum.“
Die jüngste Runde der großangelegten COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) bestätigt die Befunde (News4teachers berichtete). Sie zeigt, dass sich die psychische Gesundheit vieler Kinder und Jugendlicher auch mehrere Jahre nach Beginn der Pandemie nicht wieder auf das frühere Niveau stabilisiert hat. Besonders deutlich ist die Entwicklung bei Angst- und Depressionssymptomen, die zuletzt wieder angestiegen sind.
„Ich wünsche mir ein Schulsystem, in dem emotionale Kompetenz genauso selbstverständlich gefördert wird wie Lesen und Schreiben“
Zugleich macht die Studie sichtbar, wie stark globale Krisen und gesellschaftliche Konflikte in die Lebenswelt junger Menschen hineinwirken. Große Mehrheiten der Befragten äußern Sorgen über Kriege, Terrorismus, wirtschaftliche Unsicherheit oder die Klimakrise. Diese Themen bleiben nicht abstrakt, sondern haben konkrete emotionale Auswirkungen. „Diese globalen Sorgen und gesellschaftlichen Diskussionen führen bei vielen jungen Menschen zu mehr Ängsten und Belastungen“, heißt es. Besonders deutlich werde dies bei Jugendlichen mit ausgeprägten Zukunftsängsten, die ein deutlich erhöhtes Risiko für psychische Auffälligkeiten tragen.
Für Sartingen ergibt sich daraus eine klare Forderung: Prävention müsse deutlich früher einsetzen und systematisch erfolgen. Vor diesem Hintergrund richtet sie den Blick auf die Schule. „Ich wünsche mir ein Schulsystem, in dem emotionale Kompetenz genauso selbstverständlich gefördert wird wie Lesen und Schreiben, idealerweise als eigenes Schulfach ab der Grundschule. Wenn das noch zu groß gedacht ist, kann es im ersten Schritt auch eine AG oder ein Seminar am Nachmittag sein. Aber psychische Gesundheit darf nicht erst dann zum Thema werden, wenn es brennt oder die Eltern anfangen, Druck zu machen“, erklärt sie.
Auch die tradierten Strukturen der Schule sind aus Sicht der Psychologin und Schulberaterin ein Problem. „Als Erstes würde ich den Unterricht abschaffen. Jedenfalls im klassischen Sinne von 45 Minuten Frontalunterricht“, sagt sie. Diese Form sei „nicht mehr zeitgemäß“ und berücksichtige zentrale Erkenntnisse über Lernen und Aufmerksamkeit nicht. „Wir wissen aus der Neurologie, dass Kinder in der Grundschule nur eine Aufmerksamkeitsspanne von rund 15 Minuten haben. Danach ist Unterricht ohne Pause fast schon sinnlos.“
Stattdessen? „Ich empfehle deutlich kürzere Unterrichtseinheiten von nur etwa 20 Minuten, und dann: bitte einmal als Klasse um den Sportplatz laufen, Fenster auf, Körper in Bewegung. Ich denke an Lernwelten, in denen sich Kinder selbst Aufgaben suchen dürfen, dabei sitzen, stehen oder frei bewegen, sich in Themen reinfräsen, die sie wirklich interessieren, und am Ende präsentieren, was sie herausgefunden haben. Es gibt großartige Pilotschulen, die bereits zeigen, dass das funktioniert – und im nationalen Vergleich keineswegs schlechter abschneiden, meistens im Gegenteil.“
Die Psychologin stellt auch das Bewertungssystem grundsätzlich infrage. „Zumindest in den unteren Klassenstufen würde ich Noten abschaffen“, erklärt sie. Ihre Kritik richtet sich gegen eine aus ihrer Sicht defizitorientierte Logik. „Eine Note sagt im Grunde nur, hier bist du schlecht, aber nicht, so kannst du es beim nächsten Mal besser machen.“ Leistung bleibe wichtig, müsse aber anders erfasst werden – stärker entwicklungsorientiert und individueller.
Im Kern zielen ihre Vorschläge auf eine strukturelle Neuausrichtung des Schulsystems. Prävention soll nicht punktuell stattfinden, sondern fest in den Alltag integriert werden. „Im Moment ist es meistens Zufall, ob ein Kind zu einer Lehrkraft kommt, die mentale Gesundheit ernst nimmt oder eben nicht.“ Angesichts der Größenordnung der Belastung seien strukturelle Anpassungen unvermeidlich. Sartingen: „Wenn 20 bis 30 Prozent der Kinder psychische Belastungen zeigen, dann müssen sich diese Zahlen in den Strukturen und Stundenplänen widerspiegeln.“ News4teachers









ja, mit lauten Klassen, völlig unruhig usw. kaum noch beschulbar.
Unterricht aufbrechen, etwas Digitalunterricht, 1 Tag Projektunterricht, Einzelarbeit und Lernräume ( auch digital). Manchmal auch abgrenzen, um Konfliktlinien zu meiden.
Homeoffice kann auch manchmal helfen 🙂
Auch für Lehrer sind laute und unbeschulbare Klassen nicht der Knaller, oder Freunde?
Eure Peti, OWL Lipperland 🙂
Überhaupt nicht und TZ ist keine Lösung.
Weniger Stunden ist die Lösung, 6 Stunden laut geht nicht.
wo ist eigentlich Owl?
Ostwestfalen-Lippe ist in Nordrhein-Westfalen.
Die lipper Rose ist sogar Teil des Landeswappens von NRW, auch wenn “Lippe” nicht im Namen des Landes aufgenommen ist.
Das Land gab es ja schon vorher als Folge der britischen Operation “mariage”. Die Rose wurde dann nachträglich eingefügt. Aus der ehemaligen Provinz Westfalen wurde nach dem “Einkauf” der Lipper der Landschaftsverband LWL.
Lippe-Detmold (Lipperland) bis 1947/48 eigenständig dann Teil von NRW: https://de.wikipedia.org/wiki/Lippe_(Land)
Schaumburg-Lippe bis 1946 eigenständiges Land dann Teil von Niedersachsen: https://de.wikipedia.org/wiki/Schaumburg-Lippe
Auch interessant die Rose an sich: https://de.wikipedia.org/wiki/Lippische_Rose
Regierungsbezirk Detmold. Größere Städte GT, PB, HX, MI und natürlich BI.
Da aber Detmold der Sitz des lippischen Herrschergeschlechts ist, ist DT in Folge der lippischen Punktationen Sitz des (jetzt) fünften Regierungspräsidiums geworden, nachdem der Regierungsbezirk Aachen aufgelöst und mit dem Regierungsbezirk Köln fusioniert worden war.
https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument?Id=ZLANIN922%7C13%7C13
Gaanz weit hinten im Osten.
ja, das Lippische 🙂
Lipperland
Aber nur weil den Lippern ihre Exklave im Nordosten des heutigen Landkreises SO abhanden gekommen ist.
Bielefeld,Paderborn,Detmold
@alle
🙁 Und alle füttern brav die “merry”(?) Marry …?
Die “merry”(?) Marry macht sich doch richtig stark für mehr digitales “Lernen” – und hat nicht genug Kompetenz-Kompetenz um “Owl” zu googeln (oder andere digitale Wege des Erkenntnisgewinns jenseits von google zu nutzen) ???
da viele ja der Bielefeld-Verschwörung anhängen, tut Aufklärung not.
Ist Manni von Wilsberg wirklich in Bielefeld angekommen ?
Dreckshage von Wilsberg kam jedenfalls aus Bielefeld nach Müster …
Also mindestens einen fiktiven Weg gibt es 🙂
“Als Erstes würde ich den Unterricht abschaffen. Jedenfalls im klassischen Sinne von 45 Minuten Frontalunterricht.”
Da habe ich tatsächlich eine sehr gute Nachricht für Frau Sartingen: das ist bereits der Fall.
45 Minuten Frontalunterricht habe ich in meiner gesamten Dienstzeit noch NIE irgendwo gesehen, an keiner Schule.
Ich weiß natürlich nicht, welche Schulen Frau Sartingen so berät. Aber entweder sind das sehr außergewöhnliche Schulen oder sie kennt den Unterricht weniger gut als man das erwarten würde als Beraterin.
„Im Moment ist es meistens Zufall, ob ein Kind zu einer Lehrkraft kommt, die mentale Gesundheit ernst nimmt oder eben nicht.“
Und so ist es womöglich auch Zufall, ob ein hilfsbedürftiges Kind an einen fähigen Psychologen oder eine fähige Psychologin gerät.
Ich habe wieder eine Verständnisfrage:
In dem Artikel ist von zunehmenden Psycho-Krisen der Schüler die Rede. Das heißt doch dann, dass es früher weniger gab? War dann früher doch manches besser für die Schüler in der Schule? Wenn ja, was genau?
Es gab keine Corona-Erfahrungen, keinen Krieg in der Nachbarschaft und keine akute Klimakrise. Herzliche Grüße Die Redaktion
Es gab den kalten Krieg, die innerdeutsche Mauer, den Jugoslawienkrieg, den sauren Regen, Tschernobyl, RAF, …
… was dann um 20 Uhr unaufgeregt in der Tagesschau, die kein Kind geguckt hat, vermeldet wurde. Gähn. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ja, genau, dann sind aber nicht die Krisen das Problem sondern das unkontrollierte Zugeschmissenwerden mit Informationen aus dem Internet. Da sind wir wieder beim ausufernden Medienkonsum…
Ohne die (realen) Krisen gäb es ja nun mal keine Berichte über die Krisen. Blödhalten lassen sich junge Menschen ja nun auch nicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wir waren also damals (in dem Achtzigern) nur zu blöd (gehalten)?
Es gab ja Jugendkulturen, die den Pessimismus der Zeit gespiegelt haben (Punks, Gothics etc.) – die boten aber auch Gemeinschaft als Gegengewicht.
Heute gibt es das Internet als Hysteriemaschine in Dauerschleife.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“…Gemeinschaft als Gegengewicht….” – sehr schönes Stichwort – mehr digitaler Unterricht, am besten im Homeoffice schafft Gemeinschaft, mehr selbstbestimmtes Lernen, mehr individuelle Lernpläne … ebenso … 🙂
So bekommt man alles in einen Topf. Herzliche Grüße Die Redaktion
Sie schreiben ja an vielen Stellen, alles hängt mit Allem zusammen…..hier auch
Selten, aber da bin ich mal bei der Redaktion.
Und den Artikel wünsche ich mir in den Tageszeitungen.
Was war zuerst da, das pessimistische Weltbild oder die psychischen Probleme. Die aus den damaligen pessimistischen Jugendkulturen, Punks, Gothics, etc. sind inzwischen Erwachsene und in kleinen und großen Positionen. Das merkt man dem politschen Geschehen auch an, einige sind hängen geblieben im Pessimismus und vererben dies an die Kinder.
Das taten Neonazis, Skins etc. auch….Gemeinschaft ist da überall……
Mit Blick auf PEGIDA, Reichsbürger*, Queerdenker* und Klimawandelleugnung, QAnon, rechtsextremer Partei im Bundestag, Hysterie um Heizhammer und Energiewende, dazu die heutige fast kindliche Naivität und Verblüffung über steigende Ölpreise (sowie dem beibehalten des Wunsches sich von Diktaturen abhängig machen zu wollen) … richtig gut kommen wir dabei wohl nicht weg.
Aber nachfolgende Generationen werden es nicht besser machen, geschweige haben – dafür sorgen wir schon 😛
Rainer, Geschichte wiederholt sich…..gleiche Themen, andere Ausprägung, wie schon in meiner Jugend…..nichts neues also…..
Achja, die Pandemie in einer globalen Wirtschaft und der globale Klimawandel. Ganz vergessen, wie oft wir die schon hatten ^^
Was das Wählen rechtsextremer Partein betrifft, ist es umso peinlicher, die Wähler*innen sollten es besser wissen als die von vor 100 Jahren…
Ich erinnere mich gerade an einen Abend, ich war 6, mein Bruder 10 – Vater kam ganz blass nach Hause und Mutter fragte, was los sei. Er meinte nur: “Erzähle ich später, wenn die Kinder im Bett sind.” Erst am nächsten Tag erzählten uns unsere Eltern altersgerecht, dass es ein großes Zugunglück gegeben hatte, mit vielen toten Kindern. Der Fernseher (Nachrichten) blieb an dem Abend aus, obwohl wir sonst schon (zumindest mein Bruder) die Nachrichten sehen durften.
Ich denke, meine Eltern haben das damals richtig gemacht. Aber sie haben uns nicht blöd gehalten, sondern geschützt.
Wenn Sie das nicht alleine in Ihrem Zimmer in unangebrachter Form auf Tiktok konsumierten – ggf. nich in einer Sprache, die Ihre Eltern nicht beherrschten – scheint sich ja doch einiges für die Jugend verändert zu haben…
Wir haben damals abends im Bett Bücher gelesen. Aber zu einer bestimmten Zeit kamen dann die Eltern rein, machten das Licht aus und nahmen uns die Bücher weg. Unvorstellbar grausam! 🙂
… um den Bezug zu heute herzustellen (extra für Rainer Z.): meine Enkelkinder haben auf ihren Smartphones und Tablets nur zeitlich begrenzten Zugang und bestimmte asoziale Medien sind gesperrt (Eltern sind Informatiker).
Aber die Krisen gabs ja früher nun auch…
DIE Krisen gab es nicht – es gab weder ein Bewusstsein für einen Klimawandel, der das Leben auf dem ganzen Planeten bedroht, noch eine weltweite Pandemie, die den Alltag der Menschen über Jahre prägt, noch einen Krieg mit einer Atommacht in der Nachbarschaft.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
„es gab weder ein Bewusstsein für einen Klimawandel, der das Leben auf dem ganzen Planeten bedroht, noch eine weltweite Pandemie, die den Alltag der Menschen über Jahre prägt, noch einen Krieg mit einer Atommacht in der Nachbarschaft.“
What? Okay, Sie haben damals vermutlich noch nicht gelebt. Vielleicht beschäftigen Sie sich mal ernsthaft mit Themen wie Umweltbewegung, saurer Regen, NATO-Raketenbeschluss, bleierne Zeit, RAF.
Pershing II Raketen…..Tschernobyl……Aufklörungsvideos in der Schule, wie man sich vor einem Atomschlag schützen kann, tote Fische, die den Rhein runterstreifen, Ölteppiche von den Küsten mit sterbenden Vögeln, Atomversuche in den Atollen und das ganze hübsch unterlegt mit dem Ost-West-Konflikt ….
Aber wir hatten eine sorgenfreie Jugend….juhu…..
Krass, dass uns etwas Älteren unterstellt wird, wir hätten kein Bewusstsein für Klima (Ozonloch, Verschmutzung der Flüsse und Meer, Waldsterben, ….) gehabt….
Auch schon damals haben wir mit Sorge in den Amazonas geschaut und gesehen, was passiert, wenn man Urwälder abholzt und Dank Jane Godelle, bekamen wir auch Bewusstsein dafür, wie es den Tieren geht, die da wohnen….
Aber wir haben ja keine Sorgen gehabt…..nöööö, fügst nicht…..die Jungen Leute von gestern, sind mit der Sonne im Arsch morgens aufgewacht……
Da muss ich als ehemalige Aktivistin gegen Waldsterben aber widersprechen. Und der Kalte Krieg und Tschernobyl,- tatsächlich rechneten wir mit einem baldigen Weltende
Doch in einem gibt es einen großen Unterschied: Wir waren viele, ich kann mich nicht daran erinnern, dass ich diese Dinge mit mir alleine in der stillen Kammer ausgemacht habe. Die Ostermärsche, Brockdorf, immer gab es viele.
Oh bitte! In den achtziger Jahren gab es den sauren Regen und das Ozonloch, was die ganze Zivilisation bedrohte…..dazu noch die Toten Fische im Rhein und Tschnobyl……wir (so zwischen 11 und 18 Jahre alt) hatten Angst und Sorge und das nicht zu knapp…..! Das jetzt als Lappalie abzutun ist ein sicheres Zeichen, dass dieser Teil der Redaktion dort noch nicht auf der Welt war….
Und natürlich haben wir, auch wenn es noch kein Internet gab, etwas davon mitbekommen…..
Später dann (ich war gerade Anfang 20) konnte man live im TV den Irakkrieg und die Bombardierung betrachten…..das war auch nicht lustig…..
Sie haben keine Ahnung, wovon Sie da schreiben, sorry……
Ein Teil der Redaktion war aktiv dabei (bei der Demonstration gegen den Nato-Doppelbeschluss 1982 in Bonn zum Beispiel, die mit 500.000 Teilnehmenden insgesamt als gewaltig galt. Zum Vergleich: Bei den Fridays for Future-Demonstrationen 2019 kamen 1,4 Millionen Schülerinnen und Schüler zusammen.)
Damals konstituierten sich die Grünen – heute die AfD. Erkennen Sie den Unterschied?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Auf der Hofgartenwiese rumgeknutscht, oder was?
Womöglich 🙂 Herzliche Grüße Die Redaktion
Passt ja, make love not war:)
Aber wer will das schon Putin sagen, geschweige mit ihm machen?
Googeln sie mal “overkill capacity” oder Kubakrise.
Lol Klimawandel…
Gutes Beispiel: Die Kubakrise dauerte exakt 13 Tage – und war dann erledigt. Und, ja, das atomare Wettrüsten hat für (berechtigte) Ängste gesorgt. Der Krieg war allerdings kalt. Heute führt eine der beiden Parteien einen Vernichtungskrieg in unserer Nachbarschaft – und die andere hat einen mutmaßlich psychisch Gestörten als Präsidenten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
13 Tage, die (wie sich nachher bestätigt hat und damals auch schon vermutet wurde) LITERALLY über das nukleare Vernichten der gesamten Welt entschieden haben.
Sprich: Krise ist (fast) immer.
Kalt, bis auf die Stellvertreterkriege: Vietnam, später Afghanistan, Mittelamerika, …
Wir hatten Reagan, der mal kurz in einer Mikrofonprobe einen Atomschlag auf Moskau fingierte….aber es ist richtig: Immer wenn man glaubt, das ist nicht mehr zu toppen, dreht einem die Geschichte eine ganz lange Nase
An den mußte ich auch denken, als ich so im Kopf die weltpolitischen Krisen in meiner Jugendzeit durchgegangen bin.
Die Atomkatastrophe war als realistisches Szenario, auch Dank Tschernobyl, immer im Hinterkopf. Ich erinnere mich, dass wir, trotz der Ängste, die das auslöste, durchaus böse Witze über die möglichen Folgen einer solchen rissen.
Vielleicht eine Strategie, um damit fertig zu werden.
Ich hatte in meiner Jugendzeit mit erheblichen psychischen Problemen zu kämpfen, die allerdings nichts mit der politischen und ökologischen Weltlage zu tun hatten, sondern mit einer traumatischen Trennungserfahrung in der frühen Kindheit. Und hier liegt m.E. der Hase im Pfeffer. Kinder und Jugendliche mit einer stabilen psychischen Grundkonstitution, resultierend aus einem kompetenten, Geborgenheit und Sicherheit vermittelnden familiären Umfeld, werden durch eine krisenhaften politische Weltlage weniger leicht aus der Bahn geworfen.
Für unsicher gebundene Kinder, die kein Urvertrauen entwickeln konnten, bedeuten solche äußeren Faktoren eine zusätzliche Belastung, die den berühmten Tropfen bilden können, der das Fass zum überlaufen bringt.
Während junge Menschen mit intakten familiären Bindungen, sowohl zu Hause, als auch in sich selbst, Halt und Stabilität finden und somit einen Fluchtpunkt haben, der ihnen, ein Stück Geborgenheit vor einer scheinbar aus den Fugen geratenden Außenwelt, bietet – fehlt dies unsicher gebundenen Kindern und Jugendlichen. Sie sind diesen Einflüssen mehr oder weniger schutzlos ausgeliefert und diese türmen sich, zusätzlich zu ihrer eh schon labilen psychischen Verfassung, zu einer irgendwann nicht mehr tragbaren Last auf.
Ob Kinder und Jugendlich also wegen politischer und/oder ökologischer Krisen, psychisch aus der Bahn geworfen werden, steht und fällt mit der Kompetenz des sie umgebenden, familiären Umfeldes.
Ich denke, das ist heute nicht anders als früher.
An dieser Stelle könnte ich jetzt darüber spekulieren, ob die, heutzutage flächendeckende, sehr früh einsetzende Krippenbetreuung, allgemein zu einem instabileren Bindungsverhalten bei manchen Kindern und somit zu einer labileren, psychischen Konstitution führt……
Aber das Fass mach ich jetzt lieber nicht auf, das wäre wirklich nur Spekulation.
Für Vegetarier ist die Schweinebucht aber nicht zu empfehlen.
Möchte ich so nicht stenen lassen.
Folgende Punkte gab es schon:
– Waldsterben und sauerer Regen – Ozonloch
– Reaktorunfall in Tschenobyl und an andern Orten
– Aids – ist heute nicht mehr das große Thema, aber in den 80- und 90-
– traumatisierte Personen nach dem Krieg
Was es sicherlich nicht gab, ist das pushen von schlechten Nachrichten über alle möglichen Kanäle mit viel Anschauungsmterial, mit der Zielsetzung möglichst viel Aufmerksamkeit und Follower zu produzieren.
Ich würde sagen, wir hatten von kranken Bäumen gehört, auch mal traurig einen angeschaut, fleißig Reciglingpapier gekauft und uns dann dabei gut gefühlt.
Heute erleben wir die realen Auswirkungen und Konsequenzen und das es mit Reciglingpapier nicht getan ist.
Und wir erleben im Internet alles, nicht nur die Krisen und Prophezeiungen und alles was erst ü18 ist, sondern auch den geballten Stress, die Unsicherheit und die Sorgen der Erwachsenen, nicht nur der Erwachsenen, die man persönlich kennt und die mit Glück vielleicht noch resilient sind, sondern vieler, vieler, vieler Erwachsener auf dem Bildschirm. Die Erwachsenen also, die für die Kinder/Jugend Beschützer sein sollen und alles im Griff haben sollen und sich medial als unfähig, unbeholfen und hilflos outen.
Kinder fühlen sich nicht sicher, weil die Erwachsenen keine Sicherheiten bieten und selber empfinden können.
Im Unterricht darüber zu reden reicht nicht. Kinder müssen das Gefühl haben, dass sie etwas tun und erreichen können, um ihre Sicherheit und Wohlstand zu wahren und das auch die Erwachsenen etwas wirkungsvoll unternehmen und Herr der Lage sind und im Sinne der Zukunft der Jugend handeln.
“Ich würde sagen, wir hatten von kranken Bäumen gehört, auch mal traurig einen angeschaut, fleißig Reciglingpapier gekauft und uns dann dabei gut gefühlt.”
Mehr als das! Am Ende wurden Filter eingebaut und FCKW verboten. Waldsterben und Ozonloch wurden gelöst.
Aids wurde deutlich enttabuisiert und die Risiken bzw. Kosten von Atomkraftwerken werden nicht mehr staatlich subventioniert weshalb KEIN Unternehmen in Deutschland Reaktoren bauen würde – lohnt sich ohne Steuergelder ja nicht.
Dagegen bspw. der Klimawandel. Da wird mathematisch schnell klar, was gemacht wird, wie viel fehlt, wie viele Jahrhunderte die Auswirkungen dauern werden und wie viele Billiarden durch die Schäden verschlungen werden.
Wenn Kinder dagegen auf die Straße gehen (da es zu wenige Erwachsene tun – die streiken für günstigeres Benzin, was absurt weniger private Unkosten im Vergleich darstellt), werden Sie von den Erwachsenen gescholten, nachgerechnet und an Morgen gedacht zu haben.
Einziger Trost: Landwirt*innen haben bis zum Gehtnichtmehr die Regierung bestreikt/ genötigt, sie von Klimaschutz zu befreien – zumindest werden die nicht wegen Missernten oder ihrer Abhängigkeit von fossilen Energieträgern auf die Steuerzahlenden zukriechen 🙂
Ich fürchte, Sie unterschätzen das Ausmaß, die Heftigkeit und die Dauer der jüngsten und kommenden Krisen.
Hatten wir bei Corona.
Hatten wir bei Russlands Angriffskrieg auf die Ukraine.
Sehen wir heute bei dem Angriff der USA auf den Iran (die nächsten Jahre sind gegessen).
Der Klimawandel wird noch viel langsamer, viel heftiger und unfassbar lange nachwirken…
Und das waren noch die mehr oder weniger absehbaren Krisen -__-
Da spricht die Jugend, die den Älteren jegliche Vergangenheit abspricht…..
Ich spreche die Vergangenheit ab??
Nicht wirklich.
Ich glaube, dass sich in einer modernen, global vernetzten Welt andere Krisen manofestieren, diese über digitale Medien ungefilterten und ununterbrochenen Zugang zu Kindern und Jugendlichen finden und entsprechend psychisch belasten.
Aber wenn Sie meinen, dann brauchen Sie sich ja künftig nicht über globale Krisen, Renten- und Pflege- sowie die Klimakatastrophe aufregen – freut mich für sie 🙂
Stimmt! Die hohe Arbeitslosigkeit im Osten nach der Wende war absehbar, wenn man nicht ganz doof war. Das war aber sicher auch keine traumatisierende Krise für die Betroffenen damals. 🙂
Ich würde dies als eine dieser Krisen bezeichnen, ob Kinder jeden Tag am Handy mit Nachrichten damit bombadiert wurden, wäre mir ehrlichgesagt neu.
Potschemuschkas Beispiel folgend, gab es da Dingens… Familien, die sowas filtern und erklären konnten.
https://www.news4teachers.de/2026/04/was-hilft-gegen-zunehmende-psycho-krisen-unter-schuelern-psychologin-und-schulberaterin-als-erstes-wuerde-ich-den-unterricht-abschaffen/#comment-797538
Aber vielleicht musste sie deshalb auch monatelang mit ihrer Famile zu Hause sitzen und verpasste Frei- und Schulzeit, wer weiß…
Ja klar, den kalten Krieg, dabei den Atomkrieg stets vor Augen; Tschernobyl, Waldsterben, die brennenden Regenwälder, auch die CO2-Problematik wurde schon im Unterricht der 90er-Jahre thematisiert.
Im näheren und ferneren Osten schwelten auch ständig Konflikte.
Aber irgendwie sahen wir das alles als regelbar an, mit Ausnahme einiger Hysteriker (und älterer Leute!) schauten wir jungen Menschen eher zuversichtlich in die Zukunft.
Teilweise zu Recht, das damalige Waldsterben infolge sauren Regens wurde gestoppt, das Ozonloch erfolgreich angegangen, der kalte Krieg endete.
Aber die aktuellen Probleme, etwa der Klimawandel, werden in den Medien dermaßen gehyped und moralisch überfrachtet, dass man einerseits fürchten muss, dass die weniger Resilienten daran durchdrehen, andererseits selbst vernünftige Gegenmaßnahmen nicht durchzusetzen sind.
Die heutige Situation in DE erinnert mich ein bisschen an Perestroika in UdSSR, wo das alte Leben zerstört wurde und die Stabilität noch nicht kam. Man hat hart studiert und arbeitete als Ingenieur in der Fabrik, und morgen geht diese Fabrik pleite und man hat keine Wahl als Taxi Fahrer zu werden. Lehrer kriegen keine Gehaltserhöhung, weil der Staat kein Geld hat. Inflation hat kein Ende. Innere Sicherheit ist schwach. Und wenn noch gestern hörte man über eine große Macht (die drittgrößte Weltwirtschaft), kriegt man morgen humanitäre Hilfe vom Westen (nimmt riesige Schulden auf und erhöht Steuern).
Da hatte auch viele Jugendliche und Erwachsene keine Aussichten vor den Augen. Wie viele sind den Drogen zum Opfer gefallen, wie viele verschwunden, als sie als Gastarbeiter ausgereist haben…
Und dazu Chernobyl und seine Folgen, Afghanistan Krieg kurz vorher usw.
Die Hoffnung auf die Verbesserung, ein Ausweg ist tatsächlich sehr wichtig.
Ich erinnere mich da aber ganz anders dran. Das waren große Themen für die Jugendlichen. Aber so kann man das auch relativieren.
Das waren große Themen, ja – aber nicht omnipräsent.
Und trotzdem: “Die Shell-Jugendstudie attestierte den Jugendlichen 1981 eine pessimistische Sicht auf die Zukunft der Gesellschaft. Hierbei sahen nur 42% der Befragten zuversichtlich auf die künftigen Entwicklungen, wo hingegen 58% die Zukunft als eher düster betrachteten.” Dürfte nicht viel anders sein als heute. Quelle: https://www.grin.com/document/311370?srsltid=AfmBOoqzyovs50BbTRzfJNfa1EtwEo9zbV3xyYbexFhsLuK9tB1b9P5Y#studie-1981
Den psychischen Belastungszustand der jungen Menschen hat damals aber niemand erhoben – es gab keine Untersuchungen dazu. Anders eben als heute. Deswegen sind Behauptungen á la “früher war alles besser – und die Jugend (also wir) taffer” auch so wohlfeil.
Shell-Studie 2010 dann: “So haben die Jugendlichen trotz der Wirtschaftskrise und einer allgemein unsicheren Zukunft eine optimistische Grundhaltung.” Das ist offensichtlich eine Verschlechterung aufgrund der multiplen Krisen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
ADas waren große Themen, ja – aber nicht omnipräsent.“
Doch, das war omnipräsent……was glauben Sie denn?
Bei den meisten Jugendlichen gab es da aber auch noch ein Nestgefühl, resultierend mehr Sicherheit, mehr Rückhalt und Sinn, für die Zukunft einzutreten, Resilienz im Alltag und damit auch Bereitschaft für die Zukunft, Natur, Umwelt+++ auf die Straße, an die Gesellschaft und teils eben auch unrechtmäßig, übertrieben, politisch ( s.@Mika “RAF” auch Wackersdorf etc ) heranzugehen.
Derzeit sehen viele Jugendliche in kleinsten Problemen Weltuntergangsszenarien und werden nicht zuletzt durch Medien bestärkt. Es fehlt an Unterstützung, v.a. durch Familie und peers. Simples ): Lebenstüchtigkeitszraining wäre wichtiger als Dauerkatastrophieren…klar, was gerade auf der Welt passiert, kann schon Angst machen….dass man aber dann zB die AfD als stabilisierenden Rettungsanker wählt? – sollen dies dann richten?
( scheinbare Gemeinschaft als sicherer Pol, ja gabs schon mal, ging schief ) – Ist mir zu easy, da wurde daheim und in Schule 🙂 Neutralitätsgebot hin oder her zu wenig über wirkliche wesentliche, die Menschenrechte und damit auch das eigene Leben gefährdende Probleme geredet.
Viele haben, medial gesteuert, den wirklichen Fokus verloren.
„ Deswegen sind Behauptungen á la “früher war alles besser – und die Jugend (also wir) taffer” auch so wohlfeil.“
Adressieren Sie das gern an die Ersteller der Studie, welche den Kindern und Jugendlichen eine Zunahme der psychischen Belastung attestieren.
Es geht hier um einen – belegbaren – Vergleich der Zeiträume vor und nach Corona. Wie Sie den Shell-Jugendstudien entnehmen können, gab es im Lauf der Jahrzehnte im Lebensgefühl junger Menschen einige Aufs und Abs.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sogar im Kino gab es “The day after” oder “Wargames”. Das waren Massenphänomene, die voll bei der Jugend eingeschlagen haben.
Die Demos gegen Garzweiler II sind mir noch sehr gut in Erinnerung, also Klimawandel war auch schon.
Leider gibt es dazu keine Studien, aber meine Wahrnehmung ist, dass die Probleme damals bei den Jugendlichen genau so präsent waren, wie die Probleme heute. Den Erwachsenen, vor allem der Politik, war das aber völlig egal. Ob das gut ist, sei mal dahingestellt.
Damals hat man auch nach Lösungen gesucht. Ich erinnere mich auch an eine völlig neue Partei (die ich damals sogar gewählt habe), deren Personal im Bundestag ihre Kinder gestillt hat.
“Früher war alles besser” ist auch nicht die Aussage, sondern “heute ist es nicht schlechter als früher”.
“Heute ist es nicht schlechter als früher” – mag sein. Heißt aber doch nicht, dass man die Fehler von früher (“völlig egal”) wiederholen muss, oder?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Die Demos gegen Garzweiler II sind mir noch sehr gut in Erinnerung, also Klimawandel war auch schon.”
“Damals hat man auch nach Lösungen gesucht.”
Da hat jemand die Kommentare im Forum bspw. zu FFF oder Partizipation an Schulen vergessen :/
Ich würde die Vermutung einwerfen wollen, dass diese Krisen die Jugendlichen stark verunsicherten, sie sich aber in ihren Strukturen sicher fühlten.
Welche Strukturen meinen Sie denn? Sicher fühlen in Gangs mit Messern?
Ach meinen Sie das Klischee über Migranten mit Messern? Oder das Klischee davor über Türken mit Messern? Oder das Klischee davor über Italiener mit Messern? 😀
Ich meinte es tatsächlich ernst, dass bspw. Familien, berufliche Stabilität und Aufstiegsperspektiven halt gaben, während Klimawandel zu dieser Zeit nich vertuscht wurde und Verschwörungsphantasien an analogen Stammtischen unregelmäßiger auf die Handys der Kinder drangen (die hatten stattdessen wohl Fraizeit oder sowas)
Welche Strukturen wären das zum Beispiel?
Will nicht sagen, beruflich wäre alles sicher gewesen, auf keinen Fall! Minijobs, Notwendigkeit zweier Einkommen, Mietpreissteigerungen etc. waren – so meine ich – noch nicht in der Gesellschaft als so “flexibel” verankert.
Wie Sie in Ihrem Beispiel selbst schrieben, erfuhren Sie über eine (!) medial aufgearbeitete (!) Nachricht, die Ihre Eltern vorbildlich und kindgerecht erklärten.
Heute sehen die Kids die abgetrennten Köpfe auf Tiktok, bevor sie diese wegklicken können, und lange bevor die Eltern überhaupt die Möglichkeit haben darüber nachzudenken, ob und wie sie mit ihren Kindern darüber sprechen wollen 🙁
Zudem ziehen die Krisen größere Kreise:
Die Kinder hören nicht von Krieg, sie sehen Bilder, konsumieren Fakenews und Propaganda.
Globale Handelsketten erschüttern den Alltag über Monate und Jahre. Alleine leere Container fehlen nun in der Handelskette, da sie auf den Schiffen (mit teils unterversorgten Mannschaften!) vorm Iran festsitzen. Und da geht es “nur” um leeere Container…
Wenn jetzt auch noch Infrastruktur zum Energiesektor zerstört wir…. Achja…
Und ich finde es einfach nur heftig, wenn ich in der Schule oder beim Gutachten im Kindergarten Kinder treffe, denen durch die Pandemie ganze Lebensabschnitte verlorengegangen sind.
Ich würde der Vermutung mal ganz klar wiedersprechen. Wir waren sehr unsicher und hatten dazu noch Phänomene wie Massenarbeitslosigkeit zu bewältigen, da war nix besser.
Richtig ist die Aussage: Heute ist es auch schlimm. Und man sollte selbstverständlich versuchen das zu ändern.
Bezüglich der Massenarbeitslosigkeit stimme ich Ihnen zu. Was globale Krisen und die Auswirkungen vor Ort oder die ungefilterte Dauerbeschallung betrifft, werden wir uns nicht einig.
Hmm, früher durften Kinder noch Kinder sein und wurden nicht wie kleine Erwachsene mit sämtlichen Problemen der Erwachsenen zugeballert. Bestimmte Themen wurden damals erst besprochen/diskutiert, wenn die Kinder im Bett waren (nicht nur in der Kleinfamilie, auch bei Familienfeiern). Ab einem gewissen Alter durften wir gemeinsam mit den Eltern Nachrichtensendungen schauen/ hören – die Eltern standen für Fragen zur Verfügung.
Sehen/ hören Kinder/ Jugendliche heute freiwillig Nachrichtensendungen? Oder übertragen Eltern(manchmal auch Lehrer, Erzieher, Sozialpädagogen …) ihre Ängste/ Sorgen verstärkt auf ihre Kinder, anstatt sie beratend zu unterstützen und überfordern sie damit? Einerseits sagt man, Kinder/ Jugendliche sind bis 21 nicht strafmündig, da sie die Sachen noch nicht überblicken – andererseits überfordert man sie in dem Alter mit sämtlichen gesellschaftlichen Krisen. Soweit ich Jugendliche von heute kenne, interessieren die sich (freiwillig) mehr für Tiktok, Modetrends, Musik … als für Weltpolitik. Meiner Meinung nach sind die Erwachsenen an den zunehmenden psychischen Problemen schuld, weil sie Kinder und Jugendliche mit ihren eigenen Ängsten überfordern, anstatt, wie zu meiner Zeit, sie zu schützen und ihnen mit sachlichen Argumenten Ängste zu nehmen. (nur meine persönliche Meinung)
“Hmm, früher durften Kinder noch Kinder sein und wurden nicht wie kleine Erwachsene mit sämtlichen Problemen der Erwachsenen zugeballert.” Wieder die alte Nummer vom tollen Früher.
Früher wurden psychische Probleme totgeschwiegen – mit den Folgen, die sich heute durch alle Generationen ziehen: “In Deutschland sind jedes Jahr 27,8 % der erwachsenen Bevölkerung von einer psychischen Erkrankung betroffen.” Deutschland ist Weltspitze beim Alkoholkonsum.
Hat Gründe: https://www.aok.de/pk/magazin/koerper-psyche/psychologie/transgenerationales-trauma-haeufige-ursachen-symptome-und-hilfe/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Habe ich etwas von psychischen Problemen geschrieben, die totgeschwiegen wurden? Ich schrieb, dass Kinder vor Nachrichten/ Problemen …, die sie überfordern konnten (weil nicht altersgerecht), von Erwachsenen geschützt wurden, damit sie eben keine psychischen Probleme (Ängste) entwickeln. Warum verdrehen Sie meinen Kommentar?
Sie wurden aber gar nicht geschützt – es gab schlicht die Medien nicht. Sie erzählen ständig Märchen von einer Vergangenheit, die es so nie gab. Gerne hier nachlesen: https://www.zeit.de/news/2023-12/21/nostalgie-war-frueher-alles-besser
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ach, Sie kennen meine Vergangenheit? Es gab Radio, Fernsehen und Erwachsene, die sich miteinander und mit ihren Kindern unterhielten. Aber damals wurden “Erwachsenen-Themen” von Kindern ferngehalten und nicht die Kinder mit diesen Problemen überfordert.
In der DDR vielleicht – da versuchte man ja auch, die Bürger von Informationen fernzuhalten. War aber nicht besser. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ich sprach von den Erwachsenen (Eltern, Familie), nicht von den Regierenden und Medien. Ausserdem gab es ja noch das Westfernsehen. 🙂
Nee, früher war nicht alles besser, aber anders. Auch die psychische Entwicklung der früheren Generationen (Resilienz):
Bing-Video
Aus einer Fachtagung zum Thema “Boomer in Psychotherapien”:
“Diese Männer mit ihren Aufstiegserfahrungen und mit all ihren Möglichkeiten (sie sollten es ja mal ‘besser haben’ als ihre Eltern) erinnerten Franz (Prof. Dr. med. Matthias Franz, d. Red.) stark an die ‘toxische Grandiosität’ der 30er-Jahre, er sprach von einem ‘postnationalsozialistischen Aufbaurausch’, was er in einem eigenen Themenblock mit vielen verblüffenden Parallelen demonstrierte. Er fand zwischen den Männern der 30er-Jahre und denen der Boomer aber auch sehr ähnliche Quoten an Depressionen und Suizidalität.”
“Auf die besonderen Entwicklungsaufgaben dieser Generation blickte Dr. phil. Marie-Luise Hermann (‘Das Patchwork der Babyboomer: Ideale, Desillusionierung, Versagen und Neuanfänge’), die zunächst darauf verwies, dass es bereits ab den mittleren Jahren zu Erfahrungen des Alterns komme, was insbesondere mit der Haltung kollidiere, die Welt stünde einem jederzeit offen. Sie skizzierte den Zusammenprall hoher Ansprüche mit der Lebensrealität, denn von vielen seien die hohen Leistungserwartungen eben nicht erreicht worden, was ihnen ein Gefühl des persönlichen Scheiterns eingetragen habe. Gleichzeitig seien die Eltern für psychische Probleme wenig offen gewesen, zu sehr hatten sie selbst nach 1945 gelernt, Gefühle von Schuld und Scheitern zu verdrängen. Ein hypomanisches Arbeiten fand sie in dieser Generation wieder und sah darin eine intergenerationale Verlängerung der Wiedergutmachung nach 1945. Viele Boomer seien innerlich ‘immer stark angetrieben’ gewesen. Vielleicht hatten sie auch zu beweisen, dass es ihnen nun ‘besser ging’ als den Eltern, dass sie es ‘geschafft’ hatten und dass die elterlichen Ziele für die eigenen Kinder erreicht worden waren.
Die Brüchigkeit dieser Generation wurde dann auch in der Diskussion noch einmal unterstrichen, viele hätten doch ein allzu hohes Ich-Ideal verfolgt.”
Resilienz? Naja.
Quelle: https://www.aerzteblatt.de/archiv/generationen-die-alt-werdenden-babyboomer-in-psychotherapien-9f59576f-d039-4da5-8978-547362bcbbc4
Ein etwas selbstkritischerer Blick von Älteren auf die eigene Geschichte würde dem Verständnis gegenüber heutigen Kindern und Jugendlichen sicher guttun.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion
In Ihrem interessanten link steht allerdings auch folgendes über die Boomer:
“…im stetig zunehmenden Wohlstand aufgewachsen. Die Bildungsreform der 70er-Jahre hat ihnen einen teilweise rapiden Aufstieg und schließlich auch finanzielle Gutsituiertheit beschert. Dabei sind sie lange Zeit politisch sehr engagiert gewesen und glaubten daran, dass man die Welt besser machen könne. Gleichzeitig tragen sie einen gewissen Pragmatismus ohne allzu ambitionierte Letztbegründungen in sich, der sie die sich stellenden Probleme angehen lässt. Ihren eigenen Kindern konnten sie vieles bieten, auch Luxus, und sie vermittelten Ideale wie Fortschritt (auch moralischen), Erreichbarkeit persönlicher und politischer Ziele, multikulturelle Offenheit (inklusive internationaler Gerechtigkeit und Frieden) sowie den Glauben an die Demokratie.”
Komisch, dass dies fast nie irgendwo (und schon gar nicht von Ihnen) erwähnt wird. 🙂
Weil die Boomer hier nicht Thema sind – Sie reiten darauf (bezeichnenderweise) herum. Es geht um die heutigen Kinder und Jugendlichen.
Dieses ewige Kreisen von Älteren um sich selbst und die eigene Generation ist, so unsere Meinung, Teil des Problems.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wir interessieren uns halt für den größeren Teil der Bevölkerung und weniger um Minderheitenprobleme. Dafür ist die SPD nach eigener Überzeugung zuständig. Und Sterbenden darf man nicht auch noch das letzte Bißchen wegnehmen.
Tut mir leid! Das liegt wahrscheinlich zum einen an Ihrer Überschrift “zunehmende Psycho-Krisen”, die ja suggeriert, dass es früher weniger gab und zum anderen an meinem Kopf, der bei Themen, die mich interessieren, immer wieder verschiedene Fragen produziert (eine Art von Neurodivergenz vielleicht 🙂 )
Ich versuche halt zu verstehen, was hat sich wie, warum und wann geändert und gleiche das mit meiner Lebens- und Berufserfahrung ab. Auch mir geht es um die heutigen Kinder und Jugendlichen.
Ich bin und bleibe halt eine “potschemutschka”. Aber wenn es Sie tröstet – meine Fragerei hat schon manchen meiner Lehrer, Dozenten und Vorgesetzten “genervt. Da sind Sie in guter Gesellschaft. 🙂 Ich kann damit leben und ich werde mich wohl nicht mehr ändern.
“Zunehmende Psycho-Krisen”, die ja suggeriert, dass es früher weniger gab” – das ist ja auch so. Nur dass damit nicht das Früher gemeint ist, das Sie meinen.
Und was das Verständnis der heutigen Zeit und der heutigen Probleme angeht: Der Abgleich mit Ihren Erinnerungen hakt an gleich zwei Stellen, nämlich daran, dass Erinnerungen meist verzerrt sind (weil wir Menschen dazu neigen, uns unsere Vergangenheit schön zu denken) und dass Ihre Erinnerungen subjektiv sind (also andere ganz andere Erinnerungen an die gleiche Zeit haben). Wenn Sie von der Bauchnabelschau mal abrücken und die Wissenschaft konsultieren, wird das Verständnis besser. Versprochen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sorry, idF möchte ich mit 2 Franzschen Veröffentlichungen darauf hinweisen, dass auch Psychotherapeuten selbst Probleme haben können, sic H. Franz glaubt, Männer/ Jungen hätten immerimmerimmer Nachteile
Buchkritik zu “Alleinerziehend” – Spektrum der Wissenschaft https://share.google/TwDZbKi3lwFjnrWk3
Angstbeißer, Trauerkloß, Zappelphilipp? – ZU-WENDUNG FÜR KINDER https://share.google/KyYZ9bOPqMTsnhTP9
“Deutschland ist Weltspitze beim Alkoholkonsum.”
Finnland aber auch, der Suff der Finnen ist legendär, der wunderbaren Schule zum Trotz. Und einen “Führer” hatten die wohl nie, wohl aber die Herrschaft des Zaren und die ständige Bedrohung durch den “großen Bruder” im Osten. Ach ja, es gab mal einen finnisch-russischen Krieg, so um 1940 herum.
Zu: “Sehen/ hören Kinder/ Jugendliche heute freiwillig Nachrichtensendungen?”
Es gibt in verschiedenen Klassenstufen die Hausaufgabe “Nachrichten zu schauen: Logo am Ende der Grundschule im Sachunterricht, Tagesschau oder Heute in der Mittelstufe” inkl. der Aufgabe “Fasse zusammen”.
Sobald selbige Hausaufgaben nicht mehr gegeben sind, kommt Informationsinhalt eher aus anderen Quellen von Youtube über TikTok zu sonstigen KI-Generatoren – unabhängig davon wie fachlich korrekt oder journalistisch aufbereitet bzw kinder oder jugendtauglich diese Kanäle sind…
“Hmm, früher durften Kinder noch Kinder sein und wurden nicht wie kleine Erwachsene mit sämtlichen Problemen der Erwachsenen zugeballert.”
Dann haben wir mal einen Kontrast zu früher.
OHNE zu bewerten können wir uns wenigstens auf die Verschiedenheit der Zugänge und deren Häfigkeit/ Intensität einigen.
Mit Blick auf die heutige Jugend und deren “Psycho-Krisen” sollte sich also ein Unterstützungsbedarf feststellen lassen, ohne diesen durch vergangene Generationen Kinder und Jugendlicher absegnen lassen zu müssen?
Es gab auch noch das Radio. Mein kleiner Sohn wurde vor ca. 35 Jahren ganz aufgeregt, wenn man Nachrichten über den Golfkrieg im Radio hörte.
Wir staunen darüber, wie weit weg die Welt der heutigen Kinder und Jugendlichen zu sein scheint – Radio? Heute sind Hinrichtungsvideos, Pornos und Endzeit-Apokalyptiker von Rechts- und Linksaußen einen Klick weit entfernt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eben. Also liegen die Gründe für den Downfall der psychischen Gesundheit nicht in den eigentlichen Krisen, sondern in der medialen Verbreitung derselben und dass Jugendliche damit überschüttet werden. Und was schlägt die Psychologin als Lösung vor? Den Unterricht abzuschaffen.
In diesen „erfolgreichen“ Modellschulen sieht man Kids oft am iPad vor sich hinwurschteln. Das scheint ob der überbordenden Bildschirmzeiten eher nicht die Lösung zu sein.
Es gibt selbstverständlich beides: beispiellose Krisen – und soziale Medien, die diese Krisen in Endlosschleife hysterisieren, ohne Lösungen anzubieten.
Und es gibt Selbstwirksamkeitserfahrungen, die junge Menschen demgegenüber stärken können. Oder Ohnmachtserfahrungen, die die seelische Not noch verstärken.
Darum geht es hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Only bad news are good news. Leitmotiv aller Medienschaffenden.
Stimmt, aber das liegt vor allem an der Nachfrage – schlechte Nachrichten ziehen viel mehr Leserinnen und Leser an als Best-Practice-Beispiele, auch auf News4teachers. Gerne hier nachlesen: https://www.gew-nrw.de/neuigkeiten/detail/warum-wir-auf-negativschlagzeilen-anspringen
Um damit umgehen zu können, braucht es Medienkompetenz. Man muss die Kritik der Medien, die ein elementarer Bestandteil von Demokratie ist, als das verstehen, was sie bedeutet: ein Ringen um bestmögliche Lösungen. Es handelt sich nicht um Darstellungen des Weltuntergangs.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dafür hatten wir im geteilten Deutschland im Westen Löwental und im Osten Karl-Eduart von Schnitzler.
Studium auf Niedersachsens höchster Erhebung – konnte also sowohl Löwental als auch Karl-Eduart von Schni … sehen. Das war besser als mach Satire-Programm heute.
eben –
Realsatire, besonders Ekel- Edes letzter Auftritt.
Heute mehr Psychokrisen –> ganz doll schulinterne und auch schulexterne Gründe
früher weniger Psychokrisen –> ausschließlich schulexterne Gründe
Hmmm…
Wer behauptet das? Im Artikel werden die Ursachen ausführlich beschrieben – gerne mal lesen. Herzliche Grüße Die Redaktion
… Terroranachläge ( World Trade Center) auch in Europa, Öl- und Finanzkrisen ( Sonntagsfahrverbot 1973), Ozonloch ….
Sonntagfahrverbot – echt jetzt? In der Pandemie waren Kinder über Jahre hinweg immer wieder faktisch isoliert, das wollen Sie mit dem Sonntagsfahrverbot vergleichen, als Familien über Autobahnen spazierten?
Gerne hier nachlesen: https://www.quarks.de/gesellschaft/psychologie/corona-pandemie-auswirkungen-kinder-und-jugendliche/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was ist mit den anderen von mir aufgezählten Krisen? Warum greifen Sie sich nur ein Beispiel heraus? Warum muss immer Corona für alles, was schief läuft, herhalten? Weil es so schön bequem ist und man sich um andere Ursachen nicht kümmern muss?
Weil es wissenschaftlich und medizinisch belegt ist, dass seitdem die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen zugenommen hat. Den Link dazu haben Sie schon. Herzliche Grüße Die Redaktion
Und woher kommt das denn, wenn es auch früher schon so große Krisen gab?
Es gab auch schon größere Krisen, wie den Zweiten Weltkrieg. Hat nur niemand gefragt, was der mit der psychischen Befindlichkeit von damaligen Kindern und Jugendlichen gemacht hat. Herzliche Grüße Die Redaktion
Offensichtlich sind Kinder resilienter als einige vermuten, wenn es doch nach dem Zweiten Weltkrieg möglich war, dass Holocaust-Überlebende ihr Leben meistern konnten und auf viele betroffene Länder übertragen einen Wiederaufbau und die Entwicklung von Sicherheit und Wohlstand zu schaffen schaffen.
Ich bleibe dabei: Interessierte Parteien pushen Probleme. Es scheint schon fast chic zu sein, psychisch krank zu sein. Phantasie-Probleme in reichen Industriegesellschaften.
Wow – gegen alle wissenschaftlichen und medizinischen Befunde mal eben weggeleugnet.
Machen Sie das mit dem Klimawandel genauso?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ganz im Gegenteil.
Ich leugne die wissenschaftlichen Befunde auch gar nicht.
Ich sage nur, dass man Kindern und Jugendlichen auch einreden kann, dass sie psychisch belastet sind. Man muss es nur immer wieder und wieder und wieder weismachen, dann sind sie es irgendwann auch.
Aus der Phantasie entspringen dann echte Probleme, die es vorher so nicht in dem Maße gegeben hat.
Steile These. Sagen Sie auch Ihrem Arzt, dass man sich Krankheiten ja wohl auch einbilden kann, wenn der Befund nicht nach Wunsch ausfällt? Herzliche Grüße Die Redaktion
Wieso einbilden? Wir wissen alle, welchen Einfluss Erwachsene – insbesondere die Eltern – auf Heranwachsende haben.
Das ist ungefähr so, als wenn in der Berichterstattung die Selbsteinschätzung von Kindern mit tatsächlicher (also diagnostizierter) Belastung gleichgesetzt wird.
“Hat nur niemand gefragt, was der mit der psychischen Befindlichkeit von damaligen Kindern und Jugendlichen gemacht hat”
Aber woher weiß man dann, dass die psychischen Probleme zugenommen haben? Vielleicht sind diese Probleme “nur” anders, und auch der Umgang damit ist “anders”?
Die psychischen Probleme haben gegenüber den Jahren unmittelbar vor Corona zugenommen – das ist belegt. Sie schreiben von einer Zeit vor 40, 50 Jahren. Die war aber eben nicht so toll, wie Sie behaupten. Damals gab es in Deutschland massive verdrängte Traumata, die noch aus der Kriegszeit und der Nachkriegszeit rührten (gerne mal Hape Kerkelings “Der Junge muss an die frische Luft” gucken) – und die sich in den zahlreichen Psycho-Problemen von heute Älteren zeigen (die Befindlichkeit der damaligen Kinder und Jugendlichen hat ja kaum jemanden interessiert). Aber die Belastungen von damals sind nicht mit denen heutiger Kinder und Jugendlicher zu vergleichen. Die Krisen sind andere, die Medien sind andere, die Gesellschaft ist eine andere.
Deswegen bringt der ewige Blick zurück in eine vermeintlich harmonische Vergangenheit – nichts.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Na vielleicht gibt es ja “Schwankungen”, und da müsste man untersuchen , wann und aus welchen Gründen die Zahlen mal nach oben, mal nach unten gehen. Waren die Zahlen vor Corona niedriger als vor 40, 50 Jahren? Wann waren sie am niedrigsten?
Das ist relativ leicht nachvollziehbar (durch die Shell-Jugendstudien, die es fortlaufend seit 1953 gibt). Wirtschaftiche Krisenzeiten gehen einher mit wachsendem Pessimismus – und umgekehrt. Gerne hier nachlesen: https://www.aerzteblatt.de/archiv/generationen-die-alt-werdenden-babyboomer-in-psychotherapien-9f59576f-d039-4da5-8978-547362bcbbc4
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Vielleicht weniger Betroffenheitsgefühl.
Sorge über Waldsterben, aber dazu konnte man auf die Straße gehen.
9/11 war in den Nachrichten und des Rest des Tages weit entfernt, Irakkrieg ebenfalls.
Heutige Krisen, völlig unangemessene Inhalte und Fakenews werden ungefiltert, rund um die Uhr, an der Familie vorbei in die Faustglotze gesendet. Die Auswirkungen spüren die Kinder in lokalen Nachrichten über Abschwung und spüren Sie bald auch im Privatleben 🙁
Aber während Corona waren die Kinder ja gerade nicht in der Schule. Und da war Schule genauso Schuld an allem, wie Schule Schuld an allem ist, wenn die Kinder anwesend sind? Heißt das also, egal was passiert, Schule ist immer Schuld an allem psychischen Krisen? Na, dann.
Es geht hier nicht um Schuld. Es geht um die Frage, wie sich Kinder stark machen lassen. Die tradierte Schule hilft hier leider wenig. Nicht mal in der Corona-Zeit wurde Druck rausgenommen – die Lehrpläne galten uneingeschränkt. Herzliche Grüße Die Redaktion
“Heißt das also, egal was passiert, Schule ist immer Schuld an allem psychischen Krisen?”
Ne, es bedeutet, dass Schulen sich um Kinder kümmern und deren Belastungen wahr- und ernstnehmen.
Oben steht ein lesenwerter Artikel dazu: offenbar hat die psychische Belastung der KuJ zugenommen…
Sie werfen jetzt alle möglichen Krisen an die Wand und schauen, welche hängen bleiben?
Was genau soll das aussagen? Das es Krisen früher gab und heute gibt?
Es soll aussagen: Die sollen sich mal nicht so haben – und sich gefälligst ein Beispiel an uns alten tollen Hechten nehmen.
Die ewige Leier halt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das ist mir auch direkt durch den Kopf geschossen. Ich verstehe die ganze Diskussion nicht. Es ist doch egal, ob es früher auch Krisen gab. Aber es ist offensichtlich, dass es heute viele Krisen gibt und sehr viele Kinder und Jugendliche damit nicht klar kommen. Da heißt es doch wohl erstmal, diese zu entlasten und dann schauen, wie man am besten Resilienz aufbaut.
Dieses ewige darauf hinweisen, dass man schließlich auch durch viele Krisen durchgehen musste, impliziert irgendwie: mussten wir auch durch – stellt euch mal nicht so an!
Es ist Selbstbeweihräucherung – sonst herzlich wenig. Herzliche Grüße Die Redaktion
Die einen nennen es “Selbstbeweihräucherung”, die anderen “Stolz auf Lebensleistung”, weil man trotz verschiedenster Lebens- und gesellschaftlicher Krisen nicht aufgegeben hat. 🙂
… und den Kindern einen solchen Haufen Mist hinterlässt. Meint Sie natürlich nicht persönlich, wohl aber die Generation “Nach uns die Sintflut”.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wow ! ! Eine ganze Generation, oder gar mehrere, in eine Schublade gepackt! Nichts von dem, was die jungen Leute heute so genießen, haben sie den vorhergehenden Generationen zu verdanken. Die Alten haben nur immer über ihre Verhältnisse gelebt, nichts Neues entwickelt, erforscht, geschaffen ….? Haben sich nicht um ihre Kinder und Enkel gekümmert? Die Redaktion scheint ja wirklich Pech mit ihren Eltern und Großeltern gehabt zu haben. Tut mir aufrichtig leid für Sie. Ich habe zum Glück anderes erlebt .
Die einen mehr, die anderen weniger. Die Gesamtbilanz ist aber eben nicht so doll, wie gerne getan wird: verfallende Infrastruktur einschließlich der Schulen, ein kippender Planet, eine kippende Demokratie, eine kippende Demografie, fehlende Nachhaltigkeit allenthalben, dafür überbordender Materialismus, Fremdenfeindlichkeit, Saufkultur und Massentierhaltung – plus die mitunter hier zur Schau getragene schier grenzenlose Selbstgerechtigkeit.
Eigentlich ein Wunder, dass nicht noch mehr Kinder und Jugendliche in Psycho-Krisen abgleiten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“…. einen solchen Haufen Mist hinterlassen….” und dann auch noch das Erbe verprassen! Dazu las ich kürzlich diese Pro-Kontra-Diskussion:
https://www.msn.com/de-de/gesellschaft-kultur-und-geschichte/allgemein/generationendebatte-boomer-die-im-alter-das-erbe-ihrer-kinder-verprassen-geht-s-noch-aber-hallo/ar-AA1JRSvA
Steht die Redaktion auf der Pro- oder der Kontra-Seite? 🙂
Wir sehen eine alternde Gesellschaft, die auf Kosten der Zukunft lebt – ökologisch, ökonomisch und sozial. Kein Wunder, dass die Jungen so langsam auf die Barrikaden gehen. Gerne hier nachlesen: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/rente-wehrdienst-klima-warum-die-politik-an-den-interessen-der-jungen-vorbeiregiert-a-34a27327-a6cd-4b87-ab80-2e7434ecb2f9
Herzliche Grüße
Die Redaktion
@Redaktion
Mich würde mal ein Blick in die Zukunft mächtig interessieren. Was würde wohl in ca. 30 Jahren die Jugend der heutigen jungen Generation so alles vorwerfen? Schade, dass ich das wohl nicht mehr erleben werde. 🙂
Wie wäre es, sich einfach nur mal mit der schlichten Frage zu beschäftigen, wie die Älteren die Jüngeren, die ja nun mal ordentlich was vor der Brust haben, im Hier und Jetzt besser unterstützen können – statt immer nur über Früher zu lamentieren.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ach die sind schon groß, die schaffen das auch ohne mich und meine Boomerkumpels.
Also ich persönlich kenne viele Alte, die schon immer ihre Kinder, Enkel und auch andere junge Menschen unterstützt haben (z. B. in Vereinen) und dies auch jetzt noch (ehrenamtlich) tun. Auch meine damalige Berufswahl ging ja in diese Richtung. Aber, wenn man viele Jahrzehnte mit Kindern und Jugendlichen zu tun hat, stellt man auch so manche (gesellschaftliche) Veränderung fest.
Veränderung ist – Leben. Es werden noch sehr viel mehr Veränderungen kommen müssen, wenn dieses Land überleben will. Mit ehrenamtlichem Engagement, so verdienstvoll das sein mag, ist der Berg an Problemen leider nicht abzutragen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja! Aber wenn alle Ehrenamtlichen mal eine Woche ihre Arbeit plotzlich einstellen würden… hätte die Gesellschaft ein massives Problem!
Dass die dringend notwendige Maßnahmen nicht gegen den Widerstand der Boomer durchsetzen konnten.
Geachtet des Machtgefälles sowie der Demografie werden sie aber erheblich besser davonkommen als Wir heute, die aus purer Gewohnheit und Bequemlichkeit die Zukunft unserer Nachfahren vernichten
Also Ihre Angstzustände in Ihrer Kindheit gegen die Psycho-Krisen heutiger Kinder aufzuwiegen begründet Ihren “Stolz auf Ihre Lebensleistung” …
Baut ständige Entlastung (“in Watte packen”) Resilienz auf? Oder sollte wieder mehr Wert auf alters- und entwicklungsangemessene “Belastung” Wert gelegt werden und Entlastung/ Hilfe nur wenn wirklich notwendig? Stichwort: Selbstwirksamkeit entwickeln.
Wie man im Kontext psychische Krisen von Kindern und Jugendlichen auf “in Watte packen” kommt, ist uns ein völliges Rätsel. Es sei denn, dahinter steckt schwärzeste Pädagogik – hart wie Kruppstahl. So ein paar Angststörungen oder eine kleine Magersucht dienen dann natürlich der Abhärtung.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Und wieder haben Sie nicht vollständig gelesen, was ich schrieb: “Entlastung/ Hilfe wenn wirklich notwendig”! – bei psychischen Problemen muss geholfen werden, richtig! Aber manche Probleme ließen sich mMn. reduziere, wennman den Kindern nicht jedes noch so kleine Steinchen aus dem Weg räumen würde. Das hat nichts mit schwarzer Pädagogik zu tun, sondern mit der Entwicklung von Selbstwirksamkeit, Frustrationstoleranz, Ausdauer, … Sie sollten sich mal näher mit dem Thema “Resilienz” beschäftigen.
Kindliche Resilienz fördern: Schutzfaktoren im Alltag – Traumapädagogik Deutschland
Genau darum geht es in dem Beitrag oben – die Lösung heißt: Beziehungsarbeit. Und nicht einfach nur mehr Druck. Herzliche Grüße Die Redaktion
Sie lesen rain zufällig, meine Kommentare wie ein Forist hier. 🙂
Ich schrieb nichts von mehr Druck, sondern von “alters- und entwicklungsangemessener “Belastung – heißt den Kindern und Jugendlichen etwas zutrauen, sie zu Selbständigkeit, Ausdauer, Frustrationstoleranz, Anstrengungsbereitschaft, Akzeptanz von Fehlern und Schwächen (bei sich und anderen) …. erziehen. Das bedeutet auch, sie bei ihrer Entwicklung zu unterstützen und ihnen bei Bedarf zu helfen. Es heißt aber nicht, die Anforderungen immer weiter zurückzuschrauben, selbst kleinste Schwierigkeiten und Probleme von vornherein auszuräumen, jeden kleinen Fehler zu entschuldigen , keine Konsequenzen für Fehlverhalten auszusprechen …
Und inwieweit soll das dem widersprechen, was Frau Sartingen im Beitrag oben erklärt? Herzliche Grüße Die Redaktion
Schon die Überschrift des Artikels widerspricht dem:
“Als Erstes würde ich den Unterricht abschaffen!”
Wenn das die erste und wichtigste Maßnahme zur Lösung des Problems sein soll, haben Sie nicht gelesen und/oder nicht verstanden, was ich zum Thema schrieb.
MMn. ist eben nicht die Schule das Hauptproblem für die psychischen Probleme und kann deshalb auch nicht als Hauptlösung dafür angesehen werden, schon gar nicht mit dem bestehenden Personal- und Ressourcenmangel.
Haben wir schon mal geschrieben, aber gerne nochmal:
Es gibt Selbstwirksamkeitserfahrungen, die junge Menschen den Krisen gegenüber stärken können. Und Ohnmachtserfahrungen, die die seelische Not noch verstärken. Darum geht es hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
… und das erreicht man, indem man den Unterricht abschafft?
Gerne Beitrag nochmal lesen: konventionellen (= lehrerzentrierten) Unterricht – so lautet der Vorschlag.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der “tradierte” Unterricht wurde doch aber, schon seit einigen Jahren, immer weiter reduziert (mehr SOL, Inklusion, mehr individuelle Lernziele, keine Hausaufgaben, mehr Gruppen- Partnerarbeit, viele verschiedene Projekte und neue Themen- Gesundheit, Demokratie, keine Noten und unangekündigte Tests, verstärkt Ganztag, ….). Und trotzdem nehmen die Psycho-Krisen zu. Oder vielleicht auch deshalb?
Gibt es eigentlich Zahlen, an welchen Schulformen und mit welchem sozialem Hintergrund Schüler am meisten von diesen Psycho-Krisen betroffen sind?
“Der ‘tradierte’ Unterricht wurde doch aber, schon seit einigen Jahren, immer weiter reduziert” – wo denn? Auf einigen wenigen Reformschulen vielleicht…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich glaube, dass ist eine Definitionssache. Für die Einen ist die Veränderung des tradierten Unterrichts schon, wenn es nur noch 10 min frontal gibt und der Rest Gruppenarbeit oder selbstständig Aufgaben lösen, bedeutet. Für die Anderen bedeutet es Abschaffung des Stundenplans und selbstorientiertes Lernen. Für mich wäre es auch eher Zweiteres, da die minimalen methodischen Veränderungen innerhalb des vorgegebenen Stundenplans nicht wirklich Selbstwirksamkeit fördert.
Wenn das Kind schon krank ist, ist natürlich erstmal Entlastung angesagt.
Kritisieren Sie jetzt auch noch Ihre eigenen Eltern?
https://www.news4teachers.de/2026/04/was-hilft-gegen-zunehmende-psycho-krisen-unter-schuelern-psychologin-und-schulberaterin-als-erstes-wuerde-ich-den-unterricht-abschaffen/#comment-797538
Vielleicht wollen Sie Ihren Gedanken nochmal überdenken, bevor Sie sich beschweren, nicht unaufgefordert Fotos und Videos der Toten gesehen zu haben, weil Ihre Eltern Sie “in Watte packten”.
Vielleicht hätten Sie gar nicht so viel mehr Selbstwirksamkeit entwickelt, zu Ihrer Zeit wie ein Kind von heute aufzuwachsen
Ich würde mal sagen, indem man die asozialen Medien und das Kinderverdummungsgerät mal ordentlich reglementiert. Das wäre ein Anfang.
Bin ich bei Ihnen. Aber die, die schon krank sind, brauchen dringend Hilfe. Nur leider gibt es die erst, wenn es schon gaaanz schlimm ist. Und selbst dann wird man von A nach B verwiesen, muss überall ewig auf Termine warten und am Ende wird das Kind zum Systemsprenger. Ganz super…
Sie drehen sich das wirklich so, wie sie es gerade wollen … aber gut.
Wir drehen gar nichts – wir haben eine ziemlich klare Haltung. Herzliche Grüße Die Redaktion
Aber Potschemuschka beschrieb das eigene Beispel selbst, wie sie selbst nichts erfuhr, bevor ihre Eltern nach einer angemessenen Bedenkzeit mit Bedacht die kindgerechten Worte fanden – und da ging es um ein lokales Unglück.
In seiner Vorbildlichkeit zeigt es auf, was unzensierte Schockbilder/ -Videos im Interneg selbst den engagiertesten Eltern heute vorwegnehmen, Kinder sich über dei Familie einen Zugang zur Welt öffneten, anstelle über das Internet, und wie erschütternd, erschlagend die heitigen Krisen für Kinder heutzutage sind, die nicht nur in höherer Anzahl und härterer Intensität “konsumiert” werden, sondern auch in einer globalisierten Welt reale Einschnitte bedeuten.
Potschemuschka führte kein einziges Beispiel an, das für heutige Kinder und Jugendliche vergleichbar wäre. Jene, welche die Familien – unbestritten! – stark belasteten, konnten (wie bei Potschemuschka) am Kinde vorbeigelengt oder kindgerecht vermittelt werden.
Welches “Beispiel” sollen sich KuJ da nehmen?
In den 90ern gab es auch Krieg in Europa. In den 80ern Tschernobyl und prognostiziertes Waldsterben, ab den 2000ern 9/11 und viele weltweite Terroranschläge… Ich glaube, der große Unterschied war, dass damals die (jungen) Leute nicht permanent mit Meldungen via Smartphone alarmiert wurden, was ab 2010 zunehmend der Fall war. Außerdem gab es keine sozialen Medien, womit man sich mehrere Stunden am Tag beschäftigte, ständig aufgefordert wurde, sich selbst zu optimieren (Vergleichsdruck, Optimierungswahn), weil man sonst nie genügen wird; außerdem werden dabei vielen Kindern und Jugendlichen Erfahrungen im echten Leben vorenthalten, was sich auf die Psyche und die Resilienz auswirkt, wenn man sich zu lange in diesem Paralleluniversum aufhält… Die Menschen, die damit aufwachsen, sind quasi Versuchskaninchen dieses “Universums” und man weiß noch gar nicht, wie sich diese veränderten Kindheitserfahrungen langfristig auswirken werden.
Warum man da jetzt am Unterricht schrauben will, um das zu verbessern, ist mir ein Rätsel. Ich sag nicht, dass Schule sich nicht auch anpassen muss und mit der Zeit gehen muss, ich sehe die Ursprünge aber woanders als in der Schule. Dazu habe ich gerade das Buch “Generation Angst” gelesen, das war sehr aufschlussreich und meines Erachtens nach absolut nachvollziehbar.
Krisen gibt es immer, nur der Umgang damit und die Wahrnehmung haben sich verändert, weil viele permanent online sind und auch die Freizeit nicht davon abgekoppelt ist. Das belastet. Die Schule, der Unterricht oder die Lehrkraft werden oft schnell als Sündenböcke genannt. Studien zeigen aber einen starken Zusammenhang mit exzessiver Mediennutzung und damit verbundenen geringeren realen, sozialen Interaktion und Schlafmangel und dafür in der echten Welt eine eher überbehütete Kindheit (während die Kinder in der digitalen Welt eher allein gelassen werden).
Ich verstehe das nicht so, dass LuL als Sündenbock dargestellt werden. Eher, dass die Schule sich soweit ändern soll, dass sie nicht noch zusätzlich zu den Krisen belastet sein soll – eher entlastend und gesundheitsfördernd.
Indem man 45-min-Stunden und am besten sämtlichen Frontalunterricht abschafft? Mmh…
Ich war als Jugendliche auf in etwa jeder Antikriegsdemo, die ich finden konnte, ich kann dir versichern, das war kein Vollzeitjob. Den sauren Regen halte ich übrigens für ein tolles Beispiel was den Unterschied zu heute ausmacht: In den 80ern haben wir festgestellt: Der Regen ist sauer, das kommt vom Blei im Benzin. Die Bäume sterben, das ist schlecht. Dann hat die internationale Gemeinschaft sich zusammengesetzt und das Blei aus dem Benzin geholt.Ebenso mit dem Ozonloch und FCKW. Man konnte also durchaus damit rechnen, dass Krisen angegangen werden. Heute leugnet 1/3 den Klimawandel, 1/3 redet ihn klein und labert was von “hocheffizienten Verbrennern” (und stellt sich faktisch auf die Seite der Leugner) und 1/3 verzweifelt, weil sie den Ernst der Lage erkennen.
Der saure Regen kam vom Blei im Benzin?
Gut, dass da nicht auch noch Kobold drin war!
“ In den 80ern haben wir festgestellt: Der Regen ist sauer, das kommt vom Blei im Benzin.”
Wieder mal die Frage: wer ist “Wir”? Die Wissenschaft ganz sicher nicht!
Oh, ja stimmt, ich hab mich beim Blei geirrt. Das machte uns nur dümmer. Scheint gewirkt zu haben. Gegen den hohen Schwefelanteil haben wir Katalysatoren eingebaut. Siehe da, noch ein Problem das angegangen wurde. Aber klar, weil ich ein Detail aus meiner Kindheit verwechselt habe, ist das ganze Argument hinfällig…
Der Sinn von Schule ist es u.a. Neues zu lernen bzw. ‘Kompetenzen zu erwerben’. Das erfordert, oh Wunder, geistiges Engagement und Anstrengung. Die lange Problemliste der heutigen Zeit ist da ziemlich hinderlich, entsprechend wird ein hoher Druck und Stress wahrgenommen. Die vorhandenen Probleme, Kinder adäquat emotional und sozial zu betreuen zeigen sich dort, wo Störungen auffallen, in der Schule. Lösung: ‘Als Erstes würde ich den Unterricht abschaffen. Jedenfalls…’. Prima, ich habe nicht genug Geld – zuerst würde ich die Kassen im Supermarkt abschaffen. Wie immer soll eine radikale Veränderung -zerstören und neu beginnen, disruptives Management – die Lösung bringen. Dabei liegen viele Ursachen klar außerhalb der Schulen, gelten immer noch 80% nicht als psychisch besonders belastet. Was rechtfertigt die Annahme, dass diese 80% mit einer radikal anderen Schule gut zurechtkommen? Ihre bisher gezeigte Resilienz? Es soll Kinder geben, deren Lebensmittelpunkt nicht die Schule ist, deren Wohlergehen mehr vom Restleben bestimmt ist, die alles andere wollen, als ein Fach Emotionen.
Der Schwerpunkt von Frau Sartingen ist laut Homepage Familientherapie und Elternberatung, Schwerpunkt ihrer Kollegin Kinder- und Jugendpsychologie. Das erklärt Sätze wie “Ich wünsche mir ein Schulsystem, in dem emotionale Kompetenz genauso selbstverständlich gefördert wird wie Lesen und Schreiben…” oder “..Zufall, ob ein Kind zu einer Lehrkraft kommt, die mentale Gesundheit ernst nimmt oder eben nicht…”. Erstens passiert das schon, und zwar fast mehr als Lesen und Schreiben, zweitens ist es ziemlich unverschämt, Lehrkräften zu unterstellen, psychische Gesundheit nicht ernst zu nehmen. Confirmation bias? Nur Kontakt mit denen, die Probleme haben, nur Eltern- und Kindersicht? Das ist ok, aber dann bitte nicht den Anspruch erheben, ‘das System’ komplett durchschaut zu haben und wie alle Menschen mit dieser Überzeugung, ‘nur mal eben’ die große Idee anzubieten. Ich habe gute, brillante, schwache, soziale, introvertierte, extrovertierte SchülerInnen, ich kenne Neurodiversität oder FS Lernen, RollifahrerInnen, am Ende kenne ich jeweils einen Schüler/eine Schülerin. Alle erzählen mir ihre Geschichte, von ihrer Seite aus und Frau Sartingen konstruiert aus den Geschichten von maximal 30% der Gesamtheit eine Diagnose des Schulsystems? Ohne auf den Anteil der Gesellschaft einzugehen? Und was ist mit den anderen 70%, deren Sicht sie nie gehört hat? “…stellt das bestehende Unterrichtssystem grundsätzlich infrage und fordert tiefgreifende Veränderungen…” – auf dieser Basis vielleicht etwas zu laut gesprochen, wie wäre es mit vorschlagen statt fordern, alle Beteilgten fragen statt zu unterstellen?
Ich sollte Berater für Psychologinnen werden.
Dass ich keinerlei praktische Ahnung von deren Arbeit habe und noch nie (schon garnicht erfolgreich oder gar regelmässig) jemanden therapiert habe, das qualifiziert mich ja gerade so besonders!
Meine erste große Empfehlung aus dem Balkon-Sofa-Institut:
Therapiegespräche abschaffen!
Honorare um 20% Kürzen und 2h unbezahlte Zusatzarbeit in der Schulpsychologie nicht vergessen – die strahlenden Kinderaugen sollten doch Lohn genug sein
“..Zufall, ob ein Kind zu einer Lehrkraft kommt, die mentale Gesundheit ernst nimmt oder eben nicht…”
Ich habe den Satz ja oben auch schon kommentiert, weil er eben grundlegend problematisch ist (, abgesehen von fehlenden Belegen für diese Behauptung). Damit sagt Frau Sartingen, dass grundsätzlich Lehrkräften zu misstrauen sei, was deren Fürsorgebereitschaft angeht. Als Psychologin weiß sie sicherlich, dass sie damit das Vertauensverhältnis zwischen Schüler und Lehrer untergräbt. Ich vermisse da eine (hoffentlich gute) Begründung, dass dies angemessen und sinnvoll im Sinne des Kindes ist.
„Hinzu kommt ein hoher Leistungsdruck. 61 Prozent der Befragten sagen, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, ein erheblicher Teil muss regelmäßig auch am Wochenende lernen. Besonders betroffen sind ältere Schülerinnen und Schüler sowie Gymnasiastinnen und Gymnasiasten.“
Der „Leistungsdruck“ besteht also darin, dass Gymnasiasten am Wochenende lernen. In den 1980ern war Unterricht am Samstag selbstverständlich, oft mit Anreise im Morgengrauen. Heute gilt Lernen am Wochenende als ernstzunehmendes Stresssignal.
Die Lehrpläne der 1980er waren in den MINT‑Fächern deutlich dichter: vollständige Herleitungen, anspruchsvolle Geometrie, Physik mit realen Formeln statt vereinfachten Modellen, Chemie jenseits von Oberflächenwissen. Die heutigen Curricula sind reduziert und stärker kompetenzorientiert. Der objektive Anspruch ist gesunken, die Wahrnehmung eines steigenden Drucks dagegen erstaunlich stabil. Ein bemerkenswerter Befund.
Nach dem erklärungsbedürftigen Teil folgt meist eine vertraute Argumentationslinie. Es wird auf äußere Faktoren verwiesen, die zweifellos existieren, aber inzwischen so routiniert angeführt werden, dass man kaum noch unterscheiden kann, wann sie tatsächlich etwas erklären und wann sie lediglich als Standardrahmen dienen. Man könnte fast meinen, manche Begründungen seien inzwischen fester Bestandteil des Textbausteinrepertoires.
Der eigentliche Punkt bleibt: Viele Schüler besuchen eine Schulform, die weniger ihren kognitiven Begabungen und motivational-emotionalen Fähigkeiten (Neigungen) entspricht als den Erwartungen ihrer Eltern. Das erzeugt mehr Druck als jedes Wochenende mit Lernaufgaben.
Dann muss man eben das Niveau noch viel weiter senken. So auf das Hauptschulniveau von 1990.//
Ich weiß nicht, wie es Ihnen so ergeht, aber ich finde das langsam unerträglich. Es kommt mir bald so vor, als redeten interessierte Parteien jungen Menschen etwas erfolgreich ein.
Ich finde es auch zunehmend unerträglich. Häufigstes Wort unter Oldschool-KuK begleitet von Stoßseufzern im sächsischen Lehrerzimmer “furchtbar”.
Schockierende Nachricht ausm’ “Gym”:
Mit je leichteren Gewichten und je seltener man trainiert, um so langsamer baut man Kraft und Ausdauer auf…sagen toxische Kraftmeier!
Um Muskelkater zu reduzieren und Schwitzen (was durchaus Geruchstraumatisierung auslösen kann!) empfiehlt daher die Sport”beratungs”drohne 448 das, was ich hier nur weitergebe:
<>
° Aufwärmen mit cooldown-Phasen
° Abschaffung von Trainingssätzen und Leistungsmessung an den Geräten, Ersetzen durch positive Emojis
° Ein Schoko-Überraschungsei pro Nicht-Trainingseinheit
° einen McDonalds-Vanilleshake (statt toxischen Proteindingens!) je vor und nach dem Training, das setzt Glückshormone frei
° konsequentes Eintreten für Körperpositivität durch das konsequente Verspeisen von Soja, Kakoabohnenprodukten und frittierten Fetten sowie Kohlehydraten
Die fossile Frontalunterrichtsfalschbehauptung, dass man so höchstens dicker, schwächer und kränker wird (und alles nur schlimmer macht durch dysfunktionale Schonhaltung) muss durch konsequente Einführung von Meldestellen entkräftet werden!
Es grüßt: Ihre Bildungsinitiative ‘Schland 2035.
Wieder schön gelacht, danke!
Es grüßt herzlich eine fossile Frontalunterrichtsfalschbehauptungsdrohne!
Upps, bei
61 Prozent der Befragten sagen, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, ein erheblicher Teil muss regelmäßig auch am Wochenende lernen. Besonders betroffen sind ältere Schülerinnen und Schüler sowie Gymnasiastinnen und Gymnasiasten
musste ich doch tatsächlich schlucken.
Es wird doch immer behauptet (Hattie!), gute Lehrer müssten viel verlangen, eine gute Schule solle fordernd sein (aber nicht überfordernd).
Und am Wochenende zu lernen lege ich meinen Schülern sogar nahe.
Meine Kinder tun das auch…
Über Leistungsdruck: tatsächlich sind die jungen Menschen heute anders als früher. Neulich hatte ich einen Weiterbildungskurs besucht. Wegen Fachkräftemangel war der Dozent ein noch wenig erfahrener junger Mann, der sich mit dem Thema selber nicht tief beschäftigt hat. Der Kurs war nicht gut strukturiert, Präsentation hatte Fehler usw. Der Dozent sagte, dass er viel Zeit der Vorbereitung widmete, aber er hätte auch sein Privatleben und irgendwann müsse ein Schluss sein.
In meiner Zeiten interessierte es keinen, wie lange man sich vorbereitete – das Resultat musste stimmen. Keiner hatte sich auch beschwert.
Ich weiß nicht, wer hier Recht hatte, ich zumindestüber die Haltung sehr überrascht. Keiner hat sich aber über den Kurs beschwert.
Der Begriff “Institut” ist keine geschützte Bezeichnung. Jede Mensch mit Tagesfreizeit und dem nötigen Kleingeld könnte ein solches Gründen.
Leider scheint Frau Sartingen stark im Urteilen, aber ausbaufähig hinsichtlich konkreter Lösungen zu sein:
„Wenn 20 bis 30 Prozent der Kinder psychische Belastungen zeigen, dann müssen sich diese Zahlen in den Strukturen und Stundenplänen widerspiegeln.“
Wer so meinungsstark in die Öffentlichkeit drängt, sollte konkrete räumliche, finanzielle und personelle Ressourcen sowie deren Finanzierung nennen. Ansonsten haften Reformvorschlägen etwas Wohlfeiles an.
Dazu habe ich eine Frage.
Aus dem Text:
“Zum einen steigt die Zahl der belastenden Kindheitserfahrungen“, sagt sie und beschreibt Trennungen, Gewalt oder Missbrauch”
Haben diese Erfahrungen zugenommen? Die ganze Heimkinderdebatten, die Verschickungskinder und Missbrauch in Kirchen und auch an Vorzeige Internaten, das bezieht sich auf einen Zeitraum von 1960 bis in die 00er Jahre.
Heutzutage wird das alles aufgedeckt, aufgearbeitet, teilweise auch entschädigt.
Sind dennoch mehr schlimmere Kindheitserinnerungen heute da?
Das Hauptproblem waren und sind damals wie heute nicht die “paar” Fälle die aufgedeckt werden, sondern der große Teil im Verborgenen.
Na damals wars einseitig, sind eben schwer Erziehbare oder so ähnlich. Die Ignoranz gegenüber Missbrauch war groß, es fehlte schlicht ein Bewusstsein dafür und die Aufklärung darüber. Und natürlich war das auch Täter(-selbst)schutz. Wenn man mal darüber nachdenkt wie viel früher geraucht und getrunken wurde, das lässt schon tief blicken.
Und wenn es so eine Kultur des mangelnden Problembewusstseins war, dann setzen sich die Probleme heute fort, die Kinder von damals sind Eltern geworden.
Ich befürchte, dass heutzutage zwar einiges aufgedeckt wird. Die Perversion im Netz hat trotzdem sichere Nischen und kann weiter unendlichen Schaden anrichten, zumal easyest die eine Seite verschwindet und noch heftiger auftauchen. Es hat sehr lange gedauert, zB den Missbrauch der Vergangenheit auch nur anzubieten. Heute wird dies durch technische Möglichkeiten erschwert.
Nicht ” anbieten “,
soll heißen ANTIPPEN
Hannah Arendt schrieb vor gut 70 Jahren, man müsse die Kinder vor den Problemen der Welt schützen, um ihr Heranwachsen nicht zu gefährden. Dazu gehöre auch, als Erwachsener – insb. als Erzieher – seiner Verantwortung für diese Welt gerecht zu werden, indem man den Kindern gegenüber auch als Erwachsener auftritt, und nicht als “Lernbegleiter”, oder die Kinder zu sehr sich selbst überlasse, da ihnen so der notwendige Halt fehle. Letztlich sei das verantwortungslos im Sinne des Wortes, weil man seiner Verantwortung als Erwachsener nicht gerecht würde.
Ich persönlich finde das überzeugend und bin daher der Meinung, dass gerade ein weiteres Vertiefen der Selbstzentrierung, damit ein immer stärker voranschreitendes Verschwinden der Lehrperson und somit die weitere Diffusierung einer bewährten Struktur die Sachlage eher noch verschlimmern würde.
Was die Kids brauchen, sind Erwachsene, die nicht selbst verunsichert sind, sondern sich ihnen mit einer klaren Haltung zuwenden und selbstbewusst in der Erziehung Verantwortung für die Welt übernehmen, in die die Kinder hereinwachsen.
Evtl. fällt die Diagnose bei den Kindern und Jugendlichen ja auch deshalb so aus, weil die Erwachsenen selbst immer weniger diese Eigenschaften aufweisen?
Und evtl. trägt das Zermürben des Personals an Schulen durch sog. “Reformen” auch nicht gerade dazu bei, diese Eigenschaften zu stärken?
Aber im PISA-Paradies Finnland ist alles anders? Dort braucht der Unterricht nicht abgeschafft zu werden?
Und wie mag das in der Ukraine oder anderen Ländern sein, die Krieg, Bürgerkrieg oder andere Schrecklichkeiten erleben?
Die Leute dort haben ECHTE Probleme, keine aus dem Netz heruntergeladenen.
https://www.doccheck.com/de/detail/articles/190-suizidalitaet-die-vergessenen-hypotoniker
Die Dauermüdigkeit, Konzentrationsschwäche und der mangelnde Antrieb sowie die depressiven Symptome könnten auch mit zu niedrigem Blutdruck zusammenhängen. Vielleicht sollte darauf viel mehr geachtet werden, wenn Kinder und Jugendliche in irgendeiner Form „schlappmachen“. Ich war als Kind und Jugendliche selbst davon betroffen, habe mich elend gefühlt und keine Hilfe bekommen. Es ist ein Dauerjetlag für den größten Teil des Schultages, der sich häufig erst am späten Nachmittag stabilisiert. In der wachen Phase am Abend mit endlich etwas höherem Blutdruck muss dann noch gelernt werden. Ich hatte während der ganzen Schulzeit psychisch mit den Anforderungen während der chronischen Dauererschöpfung zu kämpfen.
Die Tipps mit Wechselduschen und Sport helfen für den Schultag nicht. Man muss sogar aufpassen, dass der kurzzeitig angekurbelte Kreislauf nicht zu rasch absackt, wenn man im Unterricht sitzt. Die erste Stunde ist aufgrund des Schulwegs und der morgendlichen Bewegung noch machbar, in der zweiten Stunde sackt der Blutdruck wieder ab. Man könnte dann verzweifeln beim Gedanken an weitere vier Stunden Aufrechtsitzen mit offenen Augen. Ich war auch nicht die Einzige, der es so ging. Da Jugendliche durch ihr rasches Wachstum anscheinend häufig betroffen sind, wäre es meiner Meinung nach sinnvoll, dieses körperlich ungefährliche, für das Lernen und die Psyche aber sehr belastende Symptom näher zu erforschen.
Dafür wären Schulkrankenschwestern sehr hilfreich. Müde und schlappe Kinder und Jugendliche könnten sich den Blutdruck messen lassen, zu einem besseren Blick auf das Phänomen beitragen und direkt Hilfe bekommen durch die Möglichkeit einer kurzen Pause mit geschlossenen Augen, ausreichend Wasser zum Trinken und ein paar Salzbrezeln. Dann noch ein bisschen Bewegung und zurück in die Klasse. Allein die Möglichkeit zu haben, würde der Psyche schon helfen. Vermutlich wäre es auch für laute und unruhige Kinder gut. Eventuell überspielen sie Erschöpfung mit Störungen des Unterrichts. Oder sie haben vielleicht auch unerkannt zu hohen Blutdruck.
Ärzte können den Blutdruck nie in den schulischen Situationen messen. In der Praxis ist dieser allein durch den Weg dorthin, vielleicht auch durch die Arztpraxis erhöht. Man kann dann nur schätzen, wieviel tiefer dieser in der zweiten Schulstunde sein muss.
Eventuell gibt es Blutdruckmedikamente, um diesen zu erhöhen, bevor Psychopharmaka verschrieben werden.
Ursachen angehen! Die gesellschaftliche Transformation erzeugt immer mehr Konfusionen bei den Menschen und auch Kindern, sodass sie mit der ihnen in der freiheitlichen Demokratie zugestandenen Freiheit nicht mehr umzugehen vermögen. Die Balance zwischen Rechten und Pflichten gerät aus den Angeln. Es ist Sache der Politik, hier gegen zu steuern, ansonsten droht vermehrt Ungemach, zuerst in den Schulen denn, was Gretelchen und Hänschen nicht lernen, lernen sie… uswusf.!
Ganztagsschule, unangekündigte Tests und schlechte Lernmaterialien sind wesentliche Stressfaktoren für Schüler. Und zu frühes Aufstehen.
Ich finde das sind sehr viele gute und längst überfällige Ideen, aber der “elephant in the room” bleibt unangetastet: Die Welt, in der Kinder und Jugendliche aufwachsen und leben. Und Schule soll es mal wieder als Panacea richten