
Nach nur fünf Jahren stampft die bayerische Staatsregierung ihr mäßig erfolgreiches Schwimmförderprogramm zum Ende des laufenden Kindergartenjahres wieder ein. «Die Gutscheine des laufenden Aktionsjahres 2025/2026 bleiben unverändert gültig und können für alle Kurse angenommen werden, bei denen mindestens eine Unterrichtseinheit im Zeitraum zwischen dem 1. August 2025 und dem 31. August 2026 stattfindet», teilte eine Sprecherin des Innenministeriums auf Anfrage mit.
Förderprogramm für Vorschulkinder und Erstklässler
Das Förderprogramm «Mach mit – Tauch auf!» gibt es seit dem Kindergartenjahr 2021/2022 und hat zum Ziel, Kinder und Familien mit 50-Euro-Gutscheinen für den Erwerb des Seepferdchens zu motivieren. Es wurde damals auch als Folge der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Die zunächst befristete Aktion wurde später verstetigt. Alle Vorschulkinder und Erstklässler erhielten seither einen Gutschein für einen Schwimmkurs, der zum Erwerb des «Seepferdchens» führt.
Nur jeder siebte Gutschein wurde eingelöst
Von den rund 837.000 seither landesweit zur Verfügung gestellten Gutscheinen wurden laut Innenministerium bis Anfang April aber gerade einmal 127.000 eingelöst – das sind gerade einmal 15,17 Prozent. Demgegenüber stehen Gesamtausgaben von 6,67 Millionen Euro. Das Geld wurde für die Gutscheine, die Entwicklung einer App, spezielle Flyer und die Aufwandspauschalen für Kursanbieter fällig.
Kritik von den Grünen
«Die Staatsregierung beendet ein teures Bürokratiemonster, das sein Ziel klar verfehlt hat. Trotz Millionenaufwand können immer weniger Kinder in Bayern sicher schwimmen», sagte Max Deisenhofer, Sprecher für Sport der Landtags-Grünen. Statt Marketingaktionen brauche es mehr intakte Schwimmbäder und verlässlichen Schwimmunterricht an Schulen, wie ihn der Lehrplan eigentlich vorsehe. In Bayern sind viele Schwimmbäder dringend sanierungsbedürftig – vielen Kommunen fehlt aber das Geld. News4teachers / mit Material der dpa
DLRG: Schwimmenlernen gehört in die Grundschule (wie Schreiben- und Rechnenlernen)









Dass die bayrische Regierung ein Angebot machte, um mehr Kindern das Schwimmen beizubringen, begrüße ich als Außenstehender ausdrücklich.
Da es nicht wie gewünscht funktioniert hat, muss geprüft und sollte etwas anderes geschehen. Vielleicht kann man einfach mal die betroffenen Eltern fragen?
Wurden die Gründe recherchiert, warum das Angebot nicht angenommen wurde?
Liegt es am geringen Angebot mit sehr langer Wartezeit? Oder an den hohen Kosten von solchen Kursen, wo selbst 50 Euro Rabatt weniger als 50% ist? Oder gibt es noch andere Gründe, wie lange Fahrzeit, zu frühe Schwimmzeit usw?
Sogar in der Provinz, wo ich lebe, kosten Schwimmkurse ab 120 Euro, der Eintritt ist nicht drin. Wartezeit ist enorm.
Meine Stadt macht jeden Sommer eine Schwimmoffensive: 4 Wochen täglich 30 Minuten Schwimmunterricht. Nur 20 Euro werden verlangt, und selbst die kann man zurückbekommen, falls ein Kind regelmäßig am Kurs teilgenommen hat. Der Eintritt für diese Zeit ist kostenlos. Trotz der Zeit (13.00 und 13.30) und des kalten Freibads wird der Kurs immer ausgebucht.
Die Frage habe ich mir auch gestellt. Irgendwann gab es bei uns auch mal so eine Offensive. Da wurden die Gutscheine auch eingesetzt. Problem: Man braucht ein Schwimmbad und Schwimmlehrer, die nachmittags Zeit haben. Sämtliche Kurse waren sofort nach Bekanntwerden eben ausgebucht und der Rest der Eltern saß da mit dem Gutschein und hat in die Röhre geschaut. Freie Schwimmkurse gibt es ab 250€ pro 10 Termine bei privaten Anbietern… Wer sich das leisten kann und will, braucht keinen Gutschein…