MÜNCHEN. Die Diskussion über unangekündigte Leistungsnachweise an Schulen in Bayern – sogenannte Exen – reißt nicht ab. Während immer wieder gefordert wird, Schülerinnen und Schüler durch weniger Prüfungen zu entlasten, warnt die Erziehungswissenschaftlerin Prof. Manuela Pietraß vor einer Abschaffung mündlicher und spontaner Leistungsüberprüfungen. Gerade im Umgang mit Künstlicher Intelligenz gewännen solche Formate an Bedeutung, sagte die Wissenschaftlerin in einem Interview mit dem Bayerischen Philologenverband (bpv).

Immer wieder werde argumentiert, unangekündigte Leistungsnachweise erhöhten den Druck auf Schülerinnen und Schüler. Pietraß hält diese Sichtweise für zu kurz gegriffen. „Ich glaube nicht, dass man Prüfungsangst einfach abschaffen kann, indem man bestimmte Prüfungsformate streicht“, sagte sie. „Die Angst verschwindet dadurch nicht, sondern sie verlagert sich lediglich.“
Wenn unangekündigte Prüfungen wegfielen, konzentriere sich der Druck stärker auf angekündigte Leistungsnachweise. „Werden auch diese reduziert, laden sich die verbleibenden Prüfungen – bis hin zum Schulabschluss – immer stärker auf“, erklärte die Wissenschaftlerin. „Dann entstehen am Ende echte ‚Alles-oder-nichts-Prüfungen‘, die für Schülerinnen und Schüler wesentlich belastender sein können als regelmäßige kleinere und verschiedenartige Leistungsüberprüfungen.“ Das würde aus ihrer Sicht „den Druck massiv erhöhen, statt ihn zu senken“.
Pietraß, die Erziehungswissenschaft mit Schwerpunkt Medienbildung an der Universität der Bundeswehr München lehrt, sieht Prüfungen zudem als grundlegendes Instrument schulischer Arbeit. „Erstens fungieren Prüfungen als Messapparat“, sagte Pietraß. Lehrkräfte bräuchten dieses Instrument, „um festzustellen, ob sie ein Thema erfolgreich vermittelt haben oder nicht“. Zweitens müsse sich Leistungsbewertung im KI-Zeitalter verändern. „Es interessiert dann weniger, woher einzelne Informationen stammen, sondern vielmehr, ob jemand ein Problemgebiet wirklich verstanden, durchdrungen und kritisch reflektiert hat. Genau dafür brauchen wir verstärkt mündliche Prüfungsformate und spontane Abfragen.“
Deshalb wäre es „falsch, wenn gerade diese Formate jetzt abgeschafft würden“. Im Gegenteil: „Sie werden in Zukunft eher noch wichtiger.“
Veränderungsbedarf sieht die Wissenschaftlerin an anderer Stelle. „Wir sollten nicht über die Abschaffung von Formaten, sondern über die Qualität des Feedbacks sprechen“, erklärte sie. Es sei sinnvoll, sich „intensiv Zeit für Rückmeldungen“ zu nehmen – sowohl individuell als auch in Gruppen. Dafür bräuchten Lehrkräfte allerdings Entlastung. „Mein zentrales Plädoyer lautet daher: Schluss mit der starken ‚Hineinregulierung‘“, sagte Pietraß. Lehrkräfte müsse man „mehr Freiheiten lassen“, ihr „Verantwortungsbewusstsein stärken“ und ihnen „als Fachkräften vertrauen“. Sie wüssten „sehr genau, was in ihren Klassen funktioniert und was nicht“. News4teachers
“Methoden aus dem letzten Jahrhundert”: Schüler demonstrieren gegen “Exen”









Man möchte Frau Prof. Manuela Pietraß wirklich einen Blumenstrauß überreichen – endlich jemand, der ausspricht, was alle längst sehen: Ohne unangekündigte Leistungsnachweise, ohne spontane Abfragen, ohne dieses kleine, aber wirksame Überraschungsmoment bereiten viele Schüler den Unterricht schlicht nicht mehr nach, geschweige denn sich darauf vor. Auch nicht in der Sekundarstufe II, wo angeblich die Akademikerinnen und Akademiker von morgen sitzen – bestens trainiert darin, Leistung nur dann zu zeigen, wenn sie vorher dreifach angekündigt wurde.
Auf der einen Seite Amelie N. mit über 52.000 Unterschriften gegen unangekündigte Leistungsnachweise. Auf der anderen Seite Rasenmähereltern, die jede Anstrengung ihres Kindes schon im Vorfeld wegräumen. Unangekündigt gilt als unzumutbar, spontan als übergriffig, vorbereitet sein als Zumutung. Anspruch wird sofort als Angriff gewertet – selbst dort, wo es ausschließlich Klausuren und klar definierte Leistungskontrollen gibt.
Genau hier zeigt sich die Realität: bulimisches Lernen als Standardmodus. Am Vortag der Klausur reingestopft, aber nicht verstanden – denn wer nur Fakten hineinschiebt, baut keinerlei Struktur auf. Wenn die Fakten nach wenigen Tagen weg sind, bleibt nichts zurück. Kein Verständnis, kein logisches Denken, kein Vernetzen. Wo nie etwas entstanden ist, kann auch nichts bleiben. Zur Klausur ausgekotzt – und eine Woche später ist der Speicher so leer wie ein frisch formatierter USB‑Stick.
Umso wohltuender wirkt Pietraß’ Satz „Schluss mit der starken Hineinregulierung“. Das geht runter wie Öl. Endlich jemand, der Lehrkräfte nicht als Risiko betrachtet, sondern als das, was sie sind: Fachkräfte, die wissen, was sie tun. Und genau deshalb sollten wir ihnen zutrauen, auch unangekündigt zu prüfen – gerade in Zeiten, in denen KI angekündigte Aufgaben schneller löst, als ein Schüler Copy & Paste sagen kann.
Ich finde es auch irgendwie putzig, dass sich in Bayern gerade Vetreter*innen einer Partei so vehement für ein Verbot unangekündigter Leistungsnachweise stark machen, deren Vertreter*innen solche Forderungen in anderen BL abblocken, wenn sie dort das Bildungsministerium führen.
Ah also ist cold call, mini quizzes, Do now use genau richtig um Ängste abzubauen. Danke Doug Lemov
Bitte auf Deutsch.
Kalter Ruf, kleine Rätsel, tu‘ jetzt benutzen!
Aber wie übersetzt man „Doug Lemov“ ins Deutsche?
Da hilft die KI:
„Doug Lemov“ bleibt auf Deutsch genau gleich, da es sich um einen Eigennamen handelt.“
Sorry, ich denke halt noch analog und vor allem selber.
Ein großer Fehler in der heutigen Zeit 😉
Denkste
Das war ein unangekündigter Englisch-Leistungsnachweis.
So nämlich!
Uneingeschränkte Zustimmung bezüglich des Feedbacks!
„Werden auch diese reduziert, laden sich die verbleibenden Prüfungen – bis hin zum Schulabschluss – immer stärker auf“
Spricht meiner Meinung nach nicht für unangekündigte Tests. Zahl der Prüfungen gleich halten, aber Transparenz und Planungssicherheit herstellen, Problem gelöst.
Forderte jemand das Gegenteil?
Das es noch andere Arten von Leistungsnachweisen und -Messung geben kann/ sollte, um den Druck – wage icb es zu schreiben? – abzumildern, vielleicht sogar durch Motivation zu ersetzen, steht zudem nochmal auf einem anderen Papier.
Ihrer Meinung nach? Aber die ist doch gar nicht wissenschaftlich. Ich kann mich nur wundern.
Seltsam oder? Normalerweise würde hier die Lesekompetenz anderer beleidigt ^^
Wenn Sie (wissenschaftlich oder so so unwissend wie ich) etwas beisteuern möchten, wo im Artikel konkret unangekündigte Tests legitemiert wurden, können Sie aber gerne schreiben
Na wenn Sie so wissenchaftsfeindlich sind und Ihre eigene Meinung darüber stellen … da könnte ja jeder kommen.
Darum fragte ich ja nach, da ich nicht sehe, wo dies explizit für unangekündigte Tests spricht.
Wie gesagt, können Sie mich da gerne aufklären
Was sprach nochmal dagegen?
Angst ist eine schlechtere Lehrerin (https://journals.plos.org/plosone/article?id=10.1371/journal.pone.0272443).
Die Leistung wird dadurch nicht gesteigert (https://idw-online.de/de/news805108).
Wie gesagt, NIEMAND fordert, alles auf wenige, alles entscheidende Prüfungen zu verkürzen, allerdings ist dies kein Widerspruch, bswp. die gleiche Anzahl von Tests transparent und verlässlich anzukündigen.
Da SIE aber den Artikel lasen und ihrer Aussage nach besser verstanden, wo wird hier das Argument für unangekündigte Tests gemacht? 😉
Tja, dann steht wohl wissenschaftliche Meinung gegen wissenschaftliche Meinung. Na sowas auch. Jetzt wird die Welt doch kompliziert…
Vielen Dank!!! Das mögen doch bitte viele lesen.
Was sind das bitte für Argumentationsgänge einer Erziehungswissenschaftlerin:
Statt Fakten folgt sie ihrem Glauben.
„Ich glaube nicht (!), dass man Prüfungsangst einfach abschaffen kann, indem man bestimmte Prüfungsformate streicht“, sagte sie. „Die Angst verschwindet dadurch nicht, sondern sie verlagert sich lediglich.“
Sie unterstellt Forderungen, die niemand erhebt.
„Wenn unangekündigte Prüfungen wegfielen, konzentriere sich der Druck stärker auf angekündigte Leistungsnachweise. „Werden auch diese reduziert (?), laden sich die verbleibenden Prüfungen – bis hin zum Schulabschluss – immer stärker auf“, erklärte die Wissenschaftlerin.“
Hat sie verstanden, dass es um unangekündigte notenbewehrte Formate geht?
„Genau dafür brauchen wir verstärkt mündliche Prüfungsformate und spontane Abfragen.“
Deshalb wäre es „falsch, wenn gerade diese Formate jetzt abgeschafft würden“. Im Gegenteil: „Sie werden in Zukunft eher noch wichtiger.“
Ich werde aus diesen Argumentationsgängen nicht schlau. Aber vielleicht hat der Beitrag ja nur eine falsche Überschrift.
Ihre Argumentation ist hingegen sachlich falsch.
„Ich glaube“ ist nur eine Floskel. Man könnte sie „übersetzen“ mit: „nach allem, was ich bisher weiß“. Gerade als Wissenschaftler hält man sich eine Tür offen für das, was man noch nicht weiß. Das unterstreicht eher die Wissenschaftlichkeit und Seriösität!
Sie hat keine Forderung unterstellt, die niemand erhebt, sondern eine mögliche nächste Folge des Diskutierten genannt und deren Konsequenzen.
Die Frage, ob sie verstanden hat, dass es um benotete unangekündigte Leistungskontrollen geht, unterstellt, sie habe es nicht verstanden. Woraus schließen Sie das? Weil alle, die sich Ihrer Argumentation gegen unangekündigte Leistungskontrollen nicht anschließen, nicht verstehen, dass Sie Recht haben?
Ich werde aus Ihrer Argumentation zumindest nicht schlauer, ich lese nur haltlose Unterstellungen.
Sie betreiben sanewashing. Von einer Wissenschaftlerin kann man erwarten, dass sie genau das meint, was sie schreibt.
Was ist „sanewashing“?
Keine Ahnung, was Sie meinen. Könnten Sie sich bitte verständlich ausdrücken?
Von Wissenschaftlern kann man erwarten, dass ihre Aussagen eine fundierte Grundlage haben. Sehe ich auch so. Die Formulierung ist eine andere Frage. Ich habe es lieber weniger dominant und apodiktisch. Jeder Wissenschaftler weiß ja, eine jede „Wahrheit“ gilt nur bis zu ihrer Widerlegung. Ein Wissenschaftler weiß das! Sie sind vermutlich kein Wissenschaftler.
„Sie unterstellt Forderungen, die niemand erhebt.„
Aber in manchen BL schon in die Tat umgesetzt wurden.
https://www.news4teachers.de/2025/09/unangekuendigte-tests-gestrichen-kinderschutzbund-lobt-bildungsminister-dafuer/
https://www.news4teachers.de/2025/08/weniger-klausuren-mehr-kompetenz-bundesland-will-schule-neu-denken/
In rlp soll der Wind jetzt anders wehen… die CSU- Ministerin will „stärker steuern“ und „strenger regeln“. Na ja, soĺl sie’s mal versuchen. So einfach ist es nicht, die Mentalität zu ändern per Anordnung. Wahrscheinlich gibt’s gleich eine Anti- Gender- Vorschrift: bringt Populismuspunkte und kostet nichts.
„eine Anti- Gender- Vorschrift: bringt Populismuspunkte und kostet nichts.“
Wenn die wie in Bayern gehandhabt würde, aus Sicht der Schüler*innen auch unproblematisch. Bei Regelungen wie in Schleswig Holstein o.ä. hätten die SuS dann schlechtere Karten.
In SH gilt diesbezüglich „Wo kein Kläger, da kein Richter“ und „Papier ist geduldig“. Will sagen, dass das in der Praxis keine Anwendung findet.
Aber Sie sind ja auch niemand mit Praxis-Erfahrung, sondern holen sich Infos nur aus dem Internet. Zwar aus offiziellen Quellen, aber eben wenig unterfüttert mit Hintergrund.
„Sie sind ja auch niemand mit Praxis-Erfahrung,“
Stimmt.
Ich kann das nur anhand von Erlassen oder Zeitungsartikeln beurteilen.
https://www.schleswig-holstein.de/DE/fachinhalte/S/schulrecht/Downloads/Erlasse/Downloads/Geschlechtergerechte_Sprache.pdf?__blob=publicationFile&v=1
https://taz.de/Abiturpruefung-in-Schleswig-Holstein/!6005834/
https://www.spiegel.de/panorama/bildung/abitur-und-gendern-umstrittene-sternchenfrage-a-97838dc1-0c63-4668-828f-f09a2e09755e
Wenn man so liest was Sie hier so schreiben, welche Vorschriften an Ihrer Schule angeblich alle nicht befolgt werden, wie z.B. § 43 Abs 2 SchulG, die Zeugnisverordnung, der obige Erlass usw., wundert mich auch nicht, wenn bei Ihnen keine IQB-Befragungen durchgeführt werden.
„Sie unterstellt Forderungen, die niemand erhebt.“
Oh doch. Diese Forderung kommt jedes Schuljahr aufs neue; von SuS, von Eltern, selbst von Schulleitungen.
Sehr geehrte Frau Professorin Pietraß,
die Zwangslern-Schule der Untertanen-Schüler mit dauerhafter Fremdkontrolle hat ausgedient.
Darauf weisen zunehmende rechtsextremistische Umtriebe in Schulen hin und die steigende Zahl der Schulverweigerer und der Schüler-Vandalismus mit eingeworfenen Fensterscheiben und zerstörtem Mobiliar und die steigende Anzahl der Kündigungen von Lehrerinnen und Lehrern.
Vonnöten ist ein fundamentaler Perspektivwechsel
VON
der Untertanen-Schule, in der der Schüler-Mensch als
Verfügungsmasse behandelt wird,
ZUR
Schule der Freiheit, in der das „kompetente Kind“
(Wassilios Fthenakis) über seine Bildung in „autonomer
Selbstbestimmung“ (Immanuel Kant) entscheidet,
wie die Schülerinnen und Schüler der Alemannenschule
Wutöschingen (ASW-Schule).
In der ASW-Schule e r l e b e n SchülerInnen in ihrer
gesamten Schulzeit Lernen in „autonomer Selbstbestimmung“ (Immanuel Kant) mit Selbsteinschätzung.
Ihr Bildungsansatz dauerhafter Fremdkontrolle ist ein Bildungsirrtum.
Der Schüler-Mensch ist zur „autonomen Selbstbestimmung“ geboren, wie die Entwicklung seines medialen frontalen Cortex vom Frühmenschen zum modernen Menschen des Homo sapiens dokumentiert.
SchülerInnen wollen mit Kompetenzrastern sich selbstbestimmt selbst einschätzen, wie die SchüIerInnen der ASW-Schule seit mehr als zehn Jahren unter Beweis stellen.
Das Freiland-Abitur (Stefan Ruppaner) der ASW-Schule hat eine höhere Qualität als der Landesdurchschnitt.
Wenn der Proof of Concept eine Privatschule mit selektierter Schülerschaft und privilegiertem Einzugsgebiet sein soll …
… sind Zweifel durchaus angebracht.
Bitte informieren: die ASW-SCHULE ist eine Staatsschule!
Autonome Selbstbestimmung beim Lernen ist für viele junge Menschen nicht der Weg zum Glück.
Sie unterliegen dem Irrtum, dass eine kleine Gruppe handverlesener S*S repräsentativ für alle anderen sein kann.
Sie wissen es doch bestimmt besser!
Es handelt sich um keine handverlesene Gruppe. Bitte informieren Sie sich besser. Schulpreisträgerschulen verzichten allesamt auf unangekündigtes Abfragen, um Kinder und junge Menschen zu selbständigen Menschen zu entwickeln. Wenn Sie nur ein einziges Mal so eine Schule besuchen würden, müssten Sie Ihre Haltung ändern. Ich verstehe es einfach nicht, Schule so wie wir sie im Augenblick vornehmlich in Deutschland haben, scheitert an vielen Stellen. Wieso halten Sie daran fest? Wäre es nicht an der Zeit ENDLICH etwas zu ändern?
„ Schulpreisträgerschulen verzichten allesamt auf unangekündigtes Abfragen, um Kinder und junge Menschen zu selbständigen Menschen zu entwickeln.“
Blödsinn. Ich habe an einer Schulpreisträgerschule gearbeitet. Auch dort gab und gibt es unangekündigtenAbfragen.
Was die Ankündigung von Leistungsüberprüfungen mit der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu selbstständigen Menschen zu tun hat, ist mir unklar. Bitte verlinken Sie doch entsprechende Studien, welche die von Ihnen aufgestellte Behauptung: „Der Verzicht auf unangekündigte Abfragen führt zur Entwicklung selbstständiger Menschen“ belegen.
Vielen Dank, Mika BB
„hat eine höhere Qualität als der Landesdurchschnitt.“
Dafür habe ich noch keine Belege gefunden. Haben Sie etwa welche?
Ich kenn aber Informationen zu den Notenschnitten.
Im Jahr 2025 bei den 21 SuS der Alemannenschule z.B. 2,16 beim Landesschnitt BW 2,2.
Das liegt also im Bereich der statistischen Rundungsabweichung aufgrund der geringen Stichprobengröße.
Außerdem wird bei lediglich 21 Absolventen der Schnitt maßgeblicher von den zwei Absolventen mit 1,0 beeinflusst als bei der Grundgesamtheit auf Landesebene durch die landesweiten 1,0er.
Die anderen 19 müssten dann rein rechnerisch im Schnitt schlechter abgeschlossen haben als der Vergleichswert auf Landesebene.
Natürlich hat das eine höhere Qualität, da die SuS gelernt haben, sich selbst zu organisieren, sich selbst einzuschätzen, für sich selbst Verantwortung zu übernehmen. Nur, weil das im Abi nicht abgeprüft wird, heißt es nicht, dass dieser qualitative Unterschied nicht besteht.
Und wie misst man das? Nach Gefühl? Wie ist denn der Vergleich mit den anderen Schulen? Ist das auch erhoben worden?
„Natürlich hat das eine höhere Qualität,“
Woher glauben Sie das zu wissen?
Wie gut kennen Sie die Absolvent*innen der Alemannenschule und die Absolvent*innen der jeweiligen Vergleichsschulen?
Wenn man über Jahre gelernt hat, sich selbst zu organisieren, zu motivieren und zu strukturieren hat man einen klaren Vorsprung gegenüber SuS, die durch das klassische System wandern, da dort der Schwerpunkt auf Funktionieren und „tun, was die Lehrkraft sagt“ gelegt wurde.
Das, was beim SOL verlangt wird, ist weit anspruchsvoller und kein fühli-fühli, wie hier immer behauptet wird.
Sie müssen die zweite Frage nicht beantworten, wenn Sie es nicht können.
Ich kenne die Absolventen nicht, das sind nur meine logischen Rückschlüsse.
Und dabei hab ich den 2ten Flügel der Schmetterlingspädagogik noch gar nicht benannt: Lernen durch Erleben. Hier werden auch handwerkliche Fähigkeiten, Umgang mit Tieren oder auch Teambilding ausgebildet (Tinyhaus bauen, Imkern, Musicals, Bauernhof etc.). Gerade Gymnasiasten lernen das nicht in der Schule.
Der Ganztag ist dort eben nicht nur Aufbewahrung.
Davon abgesehen, lernen sie sich an klare Regeln innerhalb ihrer Freiheiten zu halten ( nicht nur chillen, Handy abgeben, Hausschuh tragen, am Ende des Tages die Schule wieder aufräumen etc.).
Alles Punkte, die das Abitur nicht abfragt und doch Relevanz haben.
Und diese Dinge sprechen Sie Absolvent*innen anderer Gemeinschaftsschulen in BW also pauschal ab?
Ich spreche das nicht pauschal ab, ich weise lediglich daraufhin, dass eine Abiturnote nicht alles aussagt und dass in der ASW konzeptionell die genannten Punkte verankert sind und gefördert werden und zwar nicht nur als nice-to-have-AG, sondern als klarer Bestandteil der Schulaktivität.
Ob das in BW auch andere Gesamtschulen machen, entzieht sich meiner Kenntnis. Gymnasien bemutlich nicht.
„Natürlich hat das eine höhere Qualität,“
Wenn Sie das so pauschal behaupten, sprechen Sie m.M. den Absolvent*innen anderer Schulen in BW die Qualität des Abschlusses ab.
Haben Sie dafür nun die Datengrundlagen wie diese Absolvent*innen unterrichtet wurden und welche Fähigkeiten sie dabei erworben haben oder nicht?
Natürlich nicht. Solche Daten werden doch gar nicht erhoben. Es geht doch immer nur um Noten und die sind einer Meinung nach sehr eindimensioniert.
Sie kennen also weder die betreffenden Absolvent*innen noch haben Sie irgendwelche Datengrundlagen für Ihre Behauptung?
Waren Sie den schon mal an Schulen in Baden Württemberg ?
Nein. Ich komme aus NRW. Hier gibt es zwar schon lange Gesamtschulen, aber ohne SOL. Ob die Gesamtschule allesamt genauso vorgehen, wie die ASW weiß ich nicht. Wer nur SOL einführt ohne Lernstufen (Neustarter, Starter, Durchstarter, Lernprofi) mit entsprechenden Einschränkungen bzw. Freiheiten, wird da vermutlich scheitern. Das will gelernt sein.
Halten Sie es nicht für logisch, dass man besser qualifiziert ist, wenn man auch noch die Skills Selbstorganisation, Selbstverantwortung und Teambilding gelernt hat? Vorausgesetzt, es wurde zuvor gut gecoacht und durch die Lernstufen begleitet?
„Halten Sie es nicht für logisch, dass man besser qualifiziert ist, wenn man auch noch die Skills Selbstorganisation, Selbstverantwortung und Teambilding gelernt hat? „
Natürlich.
Aber woher wollen Sie wissen, dass das nur auf Abiturient*innen der ASW zutreffen kann, nicht auf Absolvent*innen anderer Schulen in BW, wenn Sie keine Informationen zu den anderen Schulen in BW haben?
Ich spreche gar nicht nur über BaWü. Ich spreche allgemein darüber, dass ich denke, dass die Qualität des Lernens am Bsp. der ASW (SOL mit Lernstufen) höher ist, als die Lehre an klassische lehrerzentrierten Schulen, weil sie on top Selbstorganisation, Selbsteinschätzung, Teambilding u.v.m. lernen.
Ich habe schon verstanden, dass sie ohne die Schulen näher zu kennen glauben wollen, dass das nur an der ASW möglich ist, nicht an anderen Schulen.
Aber dann sollten Sie das m.M. auch als Meinung äußern und nicht als Tatsache bezeichnen.
Ja, das ist meine Meinung und ich werde das in Zukunft gerne extra als solche ausweisen.
Es geht mir dabei tatsächlich nicht nur um die ASW, sondern um Schulen, die SOL MIT Lernstufen (Neustarter, Starter, Durchstarter, Lernprofi) anbieten. Die also den SuS Schritt für Schritt die Selbstorganisation und Umsetzung beibringen und nur wenn sie es bewiesenermaßen können, nach und nach in den Stufen aufsteigen lassen, sprich Freiheiten geben.
Ich denke, nur so kann SOL funktionieren.
Da stimme ich Ihnen zu. Ich habe auch wenig Zweifel, dass die Kinder der Alemannenschule da weiter sind und dass die Selbstorganisation bis hin zur Übernahme der Eigenverantwortung ein wesentliches Ziel ist. Ich habe nur (deutliche) Zweifel, dass das Konzept der Alemannenschule in der Breite in dieser Hinsicht so erfolgreich wäre, da die externen Einflüsse, die (viele) Kinder von der Entwicklung zur Eigenverantwortung abhält, in dieser Gesellschaft vielfältig sind.
Ein Beispiel: Wenn in einer Klasse eine deutliche Mehrheit einigerm
(wuups, abgewürgt)
Damit meine ich zum Beispiel: Wenn in einer Klasse eine deutliche Mehrheit einigermaßen vernünftig mit dem Handy und sozialen Netzwerken umgeht, haben auch suchtgefährdete Kinder eine Chance, sich davon zu befreien.
Wenn sich in der Gruppe das anders darstellt, haben es auch „vernünftige“ Kinder schwer.
Man braucht vermutlich eine „kritische Masse“ an Schülern mit dem Ziel und dem Willen zur Selbstorganisation, damit es an einer Schule funktioniert. Die Alemannenschule liefert sicherlich die passenden Rahmenbedingung dazu. Aber auch an anderen Schulen gibt es die kritische Masse, die andere Schüler mitzieht. Die Frage, die hier immer wieder diskutiert wird, ist halt, ob es die vorhandene kritische Masse oder die Rahmenbedingungen sind, die an der Alemannenschule wirken, und ob die kritische Masse an allen Schule vorhanden wäre.
Da haben Sie mit Sicherheit recht. Ich denke aber auch, dass es einfacher wird, wenn die ganze Schulkultur darauf ausgelegt ist. Wenn den SuS die vielen Vorteile, die sie haben, klar werden.
Dieses Konzept ist für mich aber auch nicht das Allheilmittel. Auch ich denke, dass sich nicht alle Kinder damit abholen lassen. Daher fordere ich ja auch immer, dass es verschiedene Schulkonzepte geben muss, so dass je nach Voraussetzung (Lerntyp) unterschieden werden kann und nicht unbedingt nach Notendurchschnitt.
Ist der Abiturschnitt auch besser als bezogen auf die Schülerschaft vergleichbare Schulen in Bayern? Nur dann ist Ihre Folgerung halbwegs valide.
Hat unsere (konservative) Schule auch.
@ Horst Költze
Sie sollten Ironie als solche kennzeichnen.
Das ist aber alles nur Behauptungen und wir sehen nirgends, ob Ihre Art von Schule tatsächlich bessere Ergebnisse bringt. Bis jetzt bleiben uns alle ach so modernen Schulkonzepte diesen Beweis schuldig bzw. erbringen ihn nicht. Es geht dort maximal „spaßiger“ zu, aber nicht „erfolgreicher“.
Ach herrje…erneut wünsche ich mir die magische Kraft, Sie mit einem Bannfluch zu belegen:
Sie (ganz persönlich) sollten bitte in der „autonom handelnden“ Schülerschaft einer solchen Schule als Lehrkraft eingesetzt werden.
Nur halt nicht in einer voll durchfinanzierten (durch böööse Aluminium- und Fossilbetriebe, ist doch sonst so schlimm) Traumschule mit selektierter Schülerschaft – sondern ganz normalen Kindern.
Nicht mal Brennpunkt – einfach ganz normale Schule.
447, Ihr magischer Bannspruch lässt tief blicken.
In meiner Berufs-Biographie
habe ich eine solche Situation bereits durchgestanden,
jedoch nicht mit einer „ganz normalen Schule“, sondern mit einer Chaoten-Schule,
allerdings auf der Basis eines konstruktiven Menschenbildes,
dem die Wandlung zur Selbstverantwortung inhärent ist.
Dann sollten wir uns (schon wegen der leuchtenden Kinderaugen) vielleicht darauf einigen, dass Sie genau dort genau so weiter unterrichten – schon ist allen geholfen.
Ja, diese Schule bekam von ihrer Gemeinde Geld für den Umbau, aber ansonsten trägt sie sich von dem Geld, was ihnen regulär – wie jeder anderen Schule auch – zusteht. Sie geben es eben nur anders aus. Sie kaufen keine Schulbücher mehr, sondern nutzen die digitale Plattform DiLer, deren Inhalt sie selbst erweitern. Sie haben günstigere Möbel (z. B. Schreibtische von Ikea und nicht vom teuren Schulmöbelbauer) angeschafft. Müssen nicht mehr so viele Klassenräume ausstatten und investieren das Geld lieber in schöne Lernlandschaften. Dadurch, dass gelebt wird, dass alle stolz auf ihre Schule sind und pfleglich mit allem umgegangen werden muss, geht weniger kaputt.
Und ja, viele sagen, dass sei keine Brennpunktschule, aber sie hat durchaus ein durchmischtes Einzugsgebiet. Ist also in dieser Hinsicht „normal“.
SuS suchen sie sich erstmal nicht aus, zumindest nicht mehr, als andere Schulen, an denen es mehr Anmeldungen als Plätze gibt. Aber natürlich gibt es dort SuS, die dem Konzept nicht gewachsen sind. Wo ist da der Unterschied zu Gymnasien, die aufgrund schlechter Leistungen abschulen?
„Unterschied zu Gymnasien, die aufgrund schlechter Leistungen abschulen?„
Gab es in BW nicht eine Ansage des KuMi, dass die Gymnasien nicht mehr abschulen sollen, sondern alle Schüler*innen, die den Übertritt aufs G9 geschafft haben, so zu fördern hätten, dass sie auch das Abitur schaffen?
Das entzieht sich meiner Kenntnis.
Das glaube ich Ihnen sofort.
Zum wiederholten mal: Ich will niemanden seine/ihre Traumschule wegnehmen.
Bei uns würde es schon an der städtischen Brandschutzbeauftragten scheitern.
Schön, dann sind wir ja einer Meinung. Ich will auch niemandem den klassischen Unterricht wegnehmen. Ich will nur, dass jedes Kind in seiner Umgebung, die für sich passende Schule finden kann. Dem ist im Moment nicht so und ich sehe an meinem eigenen Kind die psychischen Konsequenzen dessen.
Jepp, das kann ich bestätigen….schöne Lernlandschaften sind bei uns leider auch nicht möglich, weil auf den Fluren leider keine Möbel jeglicher Art platziert werden dürfen….Brandschutz…..so bleibt es bei den schnöden Klassenräumen…..
BTW: Ikeamöbel sind auch nicht günstig, wenn man etwas stabiles haben möchte…..
Da scheinen sich dann nicht alle dran zu halten. In der Grundschule meiner Tochter (NRW) stand immer ein Arbeitsplatz für die SuS, die mal Ruhe brauchten. Meine Tochter hat den regelmäßig genutzt und vermisst ihn jetzt in der weiterführenden Schule sehr.
Dann gibt es dort vielleicht freie Räume (welch ein Luxus). Leider ist das nicht der Standard.
Ne, der Arbeitsplatz stand einfach im Flur bei der Haken für die Jacken.
Jede Schule ist unterschiedlich gebaut….in Clustern ist es möglich, Möbel auf den Flur zu stellen…..wir haben aber keine Cluster, daher dürfen weder Möbel noch Jacken auf dem Flur sein….
Welche Auswirkungen Verstöße gegen Bauvorgaben und/oder Brandschutz/ Aufsichtspflicht u. a. haben können, sieht man z. B. an folgendem n4t-Artikel:
Schulgeländer seit 100 Jahren sieben Zentimeter zu niedrig: Stadt schickt Wachdienst – News4teachers
Erwarten Sie wirklich, dass Lehrer oder Erzieher sich über solche Vorgaben eigenmächtig hinwegsetzen und im Falle eines Falles die volle Verantwortung tragen?
Sollte wirklich der Ernstfall mal eintreten und es stehen widerrechtlich Tische und Stühle auf dem Flur, dann ist die Schuldfrage, falls jemand zu Schaden kommt, sehr schnell geklärt…..
Genau so!
Für jedes Gebäude gibt es eine Brandschutzordnung. Je nach den Gegebenheiten des Gebäudes, ist es möglich Möbel auf den Flur zu stellen oder eben nicht.
Sollte die Schule absichtlich dagegen verstoßen und es tritt der Ernstfall ein und jemand kommt zu Schaden, möchte ich nicht in der Haut des Schulleiters und des Hausmeisters stecken.
Mir war nicht klar, dass da von Schule zu Schule unterschiedliche Vorgaben entstehen – ich bin irgendwie davon ausgegangen, dass es reicht, dass genug Platz im Flur ist und der Arbeitsplatz nur nicht im Fluchtweg stehen darf. Bisschen naiv wahrscheinlich 😉
Zitat:
„Schule der Freiheit, in der das „kompetente Kind“ (Wassilios Fthenakis) über seine Bildung in „autonomer Selbstbestimmung“ (Immanuel Kant) entscheidet …“
Funktioniert beim Medienkonsum und bei Essgewohnheiten ja super.
Bitte belegen Sie doch Ihre Aussage, dass die „zunehmenden rechtsextremistischen Umtriebe in Schulen“ etc. kausal auf das Schulwesen zurückzuführen sind. Sie haben doch sicher valide Studien, die das zeigen, oder? Und wenn Sie schon mal dabei sind: Ihre Beschreibung des Schulwesens in Deutschland als „Zwangslern-Schule der Untertanen-Schüler mit dauerhafter Fremdkontrolle“ ist typischer Rechtsextremen/Völkischer-Siedler/Reichsbürger -Sprech zur Legitimierung der Forderung nach Aufhebung der Schulpflicht. Alles Zufall? Ich glaube nicht!
Bei uns gibt es keine „Exen“ in dem Sinne, aber ab und zu einen nicht angekündigten Vokabeltest. Was passiert? Das Kind schaut einfach öfter mal kurz ins Englischbuch, lernt dadurch regelmäßig in kleinen Happen und ja, das hektische aufgeregte Lernen vor der Klassenarbeit ist zu einem entspannten Wiederholen geworden. Genau so!!!
Genau so!!!
Das Böse an den „Exen“ ist ja auch das, dass viele Schüler sie andauernd erwarten, obwohl es der Unterrichtsstand es gar nicht hergibt.
Und auch wenn sie oft „als unangekündigt“ gelten, winken viele Lehrkräfte davor ganz kräftig mit dem Zaunpfahl.
Was Schüler auch immer vergessen, dass angekündigte Leistungsnachweise nachgeschrieben werden müssen, und zwar außerhalb der regulären Unterrichtszeit.
Ja ich weis, dass das manchmal auch anders gehandhabt wird.
Und wie wird die Note einer Ex nachgolt? Geht eigentlich nur über die klassische Rechenschaftsablage, die vor der Klasse abgehalten werden muß. Und wenn man fair gegenüber allen anderen sein möchte, ohne jegliche Hilfestellungen. Damit wird schon wieer Unterrichtszeit vergeudet und i.d.R. kommt nicht viel dabei raus.
Daher finde ich die angesagte Tests zwar besser, aber dadurch besser gelernt wird ???
Hängt wieder individuell vom Schüler ab
Noch entspannter wäre einfach die Vokabeltests genau so oft durchzuführen, aber anzukündigen. Dann würden die Kinder drauf lernen und die Note würde tatsächlich das Wissen und Gelernte abfragen und nicht den Zufall, weil das Kind gestern beim Geburtstag der Oma war und nicht mit einem Test rechnete und daher ne 5 hat.
Ach Geburtstagsfeiern etc. sind ist mittlerweile die Gründe für eine 5.
Zu meiner Schulzeit ging es noch darum ob man die Vokabeln wusste oder nicht, wenn man gefragt wurde.
Genau. Von Freitag auf Mittwoch: „Ich hatte keine Zeit, die Vokabeln zu lernen.“ Oder: „Meine Mutter hatte gestern Geburtstag.“ (obwohl die Vokabeln seit der Vorwoche auf waren), oder Ähnliches… 🙁
Zu meiner Schulzeit hieß es noch, man müsse Vokabeln kennen um flüssig sprechen zu können.
Mittlerweile scheint es aber auch Leute zu geben, die glauben Vokabeln müsse man nur dann parat haben, wenn ein Test angekündigt wird. Beim Sprechen hilft ja dann eine App auf dem smartphone.
Hier ein interessanter Link zum Thema Sprachenlernen und KI:
https://www.swr.de/kultur/gesellschaft/pfingstwunder-verstehen-ohne-grenzen-durch-die-kunst-des-uebersetzens-2026-05-24-sonntagmorgen-100.html
Frage: Werden Vokabeln beim Vokabeltest vom Unterricht des Vortages abgefragt? Wie viele Tage liegen in der Regel dazwischen? Wie viele Tage dauert eine Geburtstagsfeier o. ä. und sind diese Feiern nicht auch schon lange vorher bekannt? Man könnte, wenn man denn wollte, das Vokabellernen also vorher entsprechend planen. (So haben wir das damals zumindest gemacht). 🙂
Hätte das Kind aber zu jeder Stunde gelernt, weil Tests nicht angekündigt werden, hätte die Geburtstagsfeier, als dann der Test tatsächlich geschrieben wurde, sicherlich nicht zu einer 5 geführt.
Das Ross auf dem manche sitzen ist so hoch, dass sie unweigerlich versterben würden beim herunterfallen. Nicht jeder 5.klässler entscheidet zu welchem Geburtstag er geht – das entscheiden die Eltern
Und NOCH entspannter ist es, einfach keine Vokabeltests zu schreiben. Die muss Lehrerlein dann auch nicht korrigieren.
Schluss mit der Angst-Stress-Kasernenhof-Schule! 🙂
Die einen sagen dieses, die anderen jenes. Wer mehr recht hat, ist eine Frage des Standpunkts und des eigenen Bildungs- und Erziehungskonzeptes, also kaum zu entscheiden. Aber wir suchen wieder einmal nach der 100%igen, nachweislich korrekten Lösung. Bei einer pädagogisch-didaktischen Frage…
Es wird immer eine größere Gruppe geben, für die der andere Weg besser wäre. Man kann noch einige Jahrzehnte Argumente austauschen, aber wozu? Zu Gymnasien in Bayern kann ich wenig sagen, aber an einer Gesamtschule in NRW führen unangekündigte Tests zu Lachanfällen und einer schönen Kamelhöcker-Verteilung, übrigen ebenso wie angekündigte. Freiheiten lassen – das ist sehr vernünftig. Wenn nur nicht immer mehr Menschen Angst vor den eigenen Entscheidungen hätten, die diese Freiheit mit sich bringt.
„Zu Gymnasien in Bayern kann ich wenig sagen,“
Bei den IQB-Tests werden auch die Ergebnisse der SuS an Gymnasien ausgewertet.
Zum Beispiel die im Durchschnitt erreichten Punktzahlen, der Prozentanteil SuS der die Regelstandards für den MSA erreicht und der Anteil der den Optimalstandard MSA erreicht.
Leider ist die Frau in der Zeit stehen geblieben. In keinem Beruf kommt man unvorbereitet in solche Situationen.
In quasi jeden Bundesland ist es erlaubt. Das Schulleiter unangekündigt in den Unterricht von Lehrern gehen. Ich würde gerne den Aufschrei hören, wenn das wieder Mode macht. Das fänden alle ganz blöd, denn das ist dann natürlich wieder was vollkommen anderes.
Aber elfjährige Kinder in einem Psychostress zu versetzen, weil man täglich jemanden auslost oder quasi in jedem Fach was schreiben kann – da musste man ja selbst durch. Und da früher die Gummistiefel auch aus Holz waren, finden das einige gut. Solche wird’s immer geben.
In Rheinland Pfalz sieht man ja, dass das Verbot sehr gut tut. Die Schüler bereiten sich sorgfältiger auf die angekündigten Tests vor. Wer dann nicht alles kann, ist „selber schuld“. Er hatte die faire Chance
Ja, das sieht man. Platz 12 von 16.
Platz 12 von 16 bei was in 2026?
INSM Bildungsmonitor.
„Leider ist die Frau in der Zeit stehen geblieben. In keinem Beruf kommt man unvorbereitet in solche Situationen.“
Na, dem mag ich aber gerne widersprechen. Spontane Hürden und Herausforderungen und auf Extremsituationen vorbereitet zu sein, ist Bestandteil nahezu jeden Berufes. Ein Pilot muss spontan all sein Wissen abrufen, wenn es zu einem Schaden am Flugzeug kommt, ein Arzt muss auf jeden Patienten spontan und individuell reagieren können, gleiches gilt für Rettungsdienst und Feuerwehr oder auch uns in der sozialen Arbeit. Wer ist schon auf den Notfall in einer Familie vorbereitet, der kurz vor 17 Uhr via Telefon reinkommt?
Ob man „unvorbereitet“ in die Schule geht, ist Entscheidung des Einzelnen. Ich kann mich als Schüler jeden Tag hinsetzen und für 20 Minuten den Tag nachbereiten. Mehr wirds nicht sein. Aber lieber schont man den Faulen, als den Fleißigen zu belohnen. Genau diese Denke hat uns in die heutige Situation gebracht.
Im Ergebnis ist es exakt das Gleiche. Das hat nichts mit faul oder fleißig zu tun. Wenn jemand im gleichen zeitfenster von einer Woche genau das gleiche weiß, dann ist das doch vollkommen ausreichend. Aber nicht jeder 5. Klässer oder sechs klässer hat eben die Wahl, wie es familiär immer läuft. Manche sitzen hier auf einem sehr hohen Ross und wollen die soziale Spaltung weiter aufrechterhalten, so dass Eltern und deren Tagesplanung für die Kinder entscheiden wird. Dabei könnte man das ganz einfach umgehen. Kein Kind soll am Ende der Woche auch nur eine vokabel weniger wissen. Aber man muss nicht immer psychoterror ausüben und die vollkommen beliebige zufallsauswahl des Tages über Karrieren entscheiden lassen.
Vokabelteste entscheiden nicht über Karrieren.
Um das Nicht-Lernen zu schützen und zu fördern ist etwa deren Bewertung z.B. in NRW (wie alle „Tests“) so stark reglementiert, dass man es auch lassen kann.
Und die 11 jährigen werden älter und dann erlebt man folgendes.
Die Schüler bereiten sich sorgfältiger auf die angekündigten Tests vor.
Ja das machen sie bei uns auch so. Wenn der Test ansteht, wird nur noch für das Fach gelernt. (Im Ideal-Fall bleibt man am Vortag sogar zu Hause oder in den Stunden davor)
Nur zu blöd, dass man da ja den Unterricht zuvor verpasst. Das der verpasste Unterricht nachgeholt wird, na ja macht man dann kurz bevor der angesagte Test im nächsten Fach kommt.
Nun ja, zumindestens waren Holz ( Gummi)-stiefel umweltfreundlicher.
Sie haben es anscheinend nötig, erst mal die Person Frau Professor Pietraß abzuwerten. Weil es eine Frau ist? Weil Ihnen deren Meinung nicht passt? Weil diese Frau Wissenschaftlerin ist, als Professorin an eine Universität Berufen wurde und ihre Ansichten sogar veröffentlicht?
Wissen Sie was? Ich kann Sie nicht ernst nehmen. Was Sie hier tun, ist armseliges-Würstchen-Gehabe.
Okay, wenn die Argumente nicht da sind, dann werden sie beleidigend.
Ersetze Berufen durch berufen.
„In keinem Beruf kommt man unvorbereitet in solche Situationen.“
In fast jedem Beruf kommt es zu Situationen, die Stress auslösen können. Und „unvorbereitet“ sind Schüler nur, wenn sie unvorbereitet sind.
Das heißt übrigens nicht, dass ich unangekündigte Prüfungen zur „Abhärtung“ für sinnvoll halte, aber nicht jede unangenehme Situation traumatisiert die armen Kleinen gleich lebenslang.
Ihre Argumentation stimmt allerdings nur, wenn man Schule, Lernen und Zensuren als Strafe betrachtet. Ich sehe das anders.
Zensuren geben eine Rückmeldung über den Lernerfolg. Sie zeigen, was wurde verstanden und wird nun beherrscht; wo sind noch Lücken, obwohl man vielleicht sogar selber meint, es gäbe keine. Ob solche Rückmeldungen mittels einer Zensur oder einer verbalen Einschätzung erfolgen sollten, ist aber eine andere Diskussion, sie hat ja nichts mit angekündigt und unangekündigt zu tun. Zensuren, also Kurzkontrollen, sind einfach effektiver.
Lernerfolgskontrollen immer nur anzukündigen, verfälscht aber den Eindruck des Lernerfolgs, weil dann eben nur 1x für diesen 1 Test gelernt wurde. Was also im Kurzzeitgedächtnis eventuell für 1 Tag gut haften bliebt, ist deshalb noch lange nicht im Langzeitgedächtnis abgespeichert worden. Dafür ist regelmäßige und häufige Wiederholung nötig. Sie ist die Grundlage allen Lernens! Das kann der Unterricht auch machen, aber er kann das alleine nicht schaffen. Deshalb ist die häusliche Wiederholung nötig. Deshalb sollten Kinder die Themen auch zu Hause wiederholen. Deshalb sollten sie es öfter tun und nicht nur 1x am Tag vor einem Test.
Um sie dazu zu animieren, helfen unangekündigte Lernerfolgskontrollen mehr als angekündigte. Im letzteren Falle schauen sich die meisten den Stoff nicht vor jeder Stunde noch einmal an, sondern nur vor einer angekündigten Lernerfolgskontrolle. Es ist nur Stress, wenn man die Rückmeldung in Form einer Zensur als Strafe betrachtet und dies ja sicherlich wiederum nur, wenn sie nicht gut ausfällt. Es kommt sehr wesentlich darauf an, wie Lehrer und vor allem Eltern damit umgehen. Ich plädiere für Gelassenheit. Die Zensur sagt einfach nur: „Du kannst das jetzt“ oder „Du musst noch mehr üben!“ Es sind nicht die Tests, die den Stress machen, es sind wohl eher die Eltern, manche Eltern!
So lange die Kinder Kinder sind, ist es unsere Verantwortung, sie zum regelmäßigen Lernen und Üben anzuhalten. Wie bei allem anderen, was wir ihnen beibringen. Wenn Sie Erwachsene sind, sind sie selbst dafür verantwortlich. Das ist der Unterschied.
„So lange die Kinder Kinder sind, ist es unsere Verantwortung, sie zum regelmäßigen Lernen und Üben anzuhalten.“
Das kommt doch sehr auf das Kind an, ob Eltern es dazu bekommen, dass es lernt und in der Pubertät ist das eh vorbei. Welcher Teenager lässt sich denn da noch von den Eltern dazu verdonnern? Mein Kind hat schon in der Grundschule total auf stur geschaltet. In der Regel hat sie mehr getan, wenn ich gar keinen Druck ausgeübt habe.
Es gibt nicht den einen Weg für alle Kinder.
Stimmt. Auch nicht für alle Eltern.
Es gibt z.B. auch Eltern, die zwar regelmäßig von der Schulart Gemeinschaftsschule schwärmen, aber die eigenen Kinder dann doch zum Gymnasium schicken.
Für diese Behauptung hätten wir gerne einen Beleg – wer tut das? Und warum? Kann ja auch sein, dass gar keine Gesamtschule in der Nähe zu finden ist.
Behaupten lässt sich übrigens alles: zum Beispiel dass es CDU-Mitglieder gibt, die ihre eigenen Kinder heimlich auf die Gesamtschule schicken. Beweisen Sie mal das Gegenteil… (Spaß).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt! In der Pubertät ist es eh vorbei! Da kommt dann das zum Tragen, was in den Jahren davor an Erziehungsarbeit geleistet wurde und welche Freunde die Kinder in der Zeit haben.
Und, wir sollten niemals von uns auf andere schließen. Unsere Kinder (also die Eltern, die hier im Forum schreiben) betrifft die Bildungskrise doch gar nicht…..
Meine Kinder sind in einem bildungsaffinen Haushalt aufgewachsen, hatten natürlich ihre Höhen und Tiefen, sind aber nie abgestürzt oder haben die Erfahrung von bildungsfernen, armen Haushalten machen müssen…..
Schon alleine der Satz: „Sorgen Sie für ausreichend Schlaf für Ihr Kind“ kann zur Katastrophe führen, wenn das Kind sich ein Zimmer mit Geschwistern teilen muss und Nachbarn nachts laut sind…..
„Und, wir sollten niemals von uns auf andere schließen. Unsere Kinder (also die Eltern, die hier im Forum schreiben) betrifft die Bildungskrise doch gar nicht…..“
Da haben sie mit Sicherheit recht. Mir war nur wichtig, daraufhin zu weisen, dass es Kinder gibt, die sich nicht dazu verleiten lassen, dass zu tun, was man ihnen sagt. Wenn sie genug Selbstvertrauen in ihre eigenen Leistungen haben und der Meinung sind, lernen sei nicht nötig, machen sie einfach dicht – meine persönliche Erfahrung.
Ja, so kenne ich das auch….
Die Verantwortung, die Kinder zum regelmäßigen Lernen und Üben anzuhalten, bedeutet nicht automatisch, dass man damit auch Erfolg hat, aber das wiederum kann nicht bedeuten, dieser Verantwortung aus diesem Grunde dann nicht nachzukommen. Man muss es mindestens versuchen.
Stimmt. Man sollte aber ggf. auch einsehen, dass man es besser lässt, wenn es kontraproduktiv ist.
“ Das kommt doch sehr auf das Kind an, ob Eltern es dazu bekommen, dass es lernt und in der Pubertät ist das eh vorbei.”
Jupp. Was man bis zum 12. Geburtstag nicht an Grundlagen in Sachen Beziehung und Erziehung gelegt hat, bekommt man danach nur schwer hin.
Stimmt. Aber man sollte in einer guten Beziehung auch schnell erkennen können, ob das Kind selbst am besten weiß, was bzw. ob es noch lernen muss oder eben nicht. Dann kennt man sein Kind hoffentlich gut genug und kann darauf vertrauen, dass sich alles fügen wird.
Und wenn es was anderes besser findet und nicht lernt ist das auch okay?
Wie wollen Sie denn ein Kind zwingen, dass es lernt, wenn es partout nicht will? Da machen sie garnichts. Es schaltet einfach ab und lässt einen auflaufen. Ich kann versuchen, es davon zu überzeugen und die Konsequenzen (schlechte Note) aufzeigen, aber es entscheidet schlussendlich selbst, ob es mitmacht oder eben nicht.
Mit der Konsequenz muss es dann selbst leben.
Und ja, wenn es lernen verweigert und die Konsequenz offensichtlich verstanden hat, lass ich es nicht so lange am Schreibtisch sitzen, bis es endlich beginnt, zu lernen. Dann darf es auch was anderes machen. Ich hab es nicht so, mit dem Willen des Kindes brechen. Soll es ruhig eigene Erfahrungen machen und mit der Konsequenz leben.
Gegenfrage: sie finden also sehr hilfreich, wenn der Schulleiter täglich auslost, bei welcher Lehrkraft er heute ganz täglich den Unterricht besucht?
Das ist ja keine Strafe, sondern gibt ja einfach nur Feedback?
Das wäre mir völlig egal, mein SL kann jederzeit in meinen Unterricht kommen, wenn er das will. Ich finde, er sollte das viel öfter machen: schließlich steht er in der Verantwortung, dass der Laden vernünftig läuft! Allerdings hat mein SL aufgrund der vielen Aufgaben kaum Zeit dazu!
Und ja, ich finde Feedback von Kollegen und Schülern absolut wichtig, man selbst wird ja zwangsläufig irgendwann betriebsblind.
Kann die SL ja häufiger machen, aber dann müssten Bezirksregierung, QuaLis und Stadtverwaltung ihre Kernarbeitszeiten verlegen.
Ich kriege auch gerne Besuch :)…..
Kommt auf den Schulleiter an. Ein guter SL sollte doch die Kollegen und die Schüler kennen. Und jeder Lehrer sollte doch immer sein Bestes geben. Oder geben Sie nur gute Stunden, wenn Sie Zuschauer haben? 🙂
Und sollte die Stunde mal gerade nicht so laufen, wie geplant, kann man das ja begründen. Nur so bekommen SL auch einen realistischen Einblick. Für mich waren angekündigte Unterrichtsbesuche immer mehr Stress, als wenn der SL (kam selten vor) oder mal ein Kollege (kam häufig vor) plötzlich in der Tür stand, weil er eine Frage hatte, oder mal einen Schüler live erleben wollte.
Wovon träumen Sie eigentlich nachts? Als wenn ein SL Zeit hätte, permanent die Kollegen im Unterricht zu besuchen…..
Ich fände es nicht toll, habe aber auch nix zu verbergen.
Meine Tür ist (im Sommer sogar wortwörtlich) offen.
Obwohl, halt stop: Bei meinem SL fände ich es toll, könnten wir bissl nett quatschen.
„In Rheinland Pfalz sieht man ja, dass das Verbot sehr gut tut. Die Schüler bereiten sich sorgfältiger auf die angekündigten Tests vor. Wer dann nicht alles kann, ist “selber schuld”. Er hatte die faire Chance.“
Das ist einfach nur eine Behauptung. Als ob sich jetzt wirklich alle Schüler in RhP sorgfältig auf Tests vorbereiten würden. Gibt es da jetzt nur noch 1-en und 2-en? Und wer dann doch nicht alles kann, wie Sie ja einräumen, hat sich ja dann offensichtlich doch nicht sorgfältig vorbereitet. Das heißt eigentlich: Den Faulen nützen die Ankündigungen nicht; die Fleißigen brauchen sie nicht.
„Gibt es da jetzt nur noch 1-en und 2-en? „
Bei uns in der Gegend hat laut Pressemeldungen ein Gymnasium vor einiger Zeit beschlossen seinen Lehrkräften die Möglichkeit unangekündigter Leistungsnachweise zu untersagen. Ein Jahr später gab es eine Pressemeldung, die Noten hätten sich „nicht verschlechtert“.
So wie im Vorfeld über die negativen Auswirkungen dieser ungekündigten Tests geschrieben wurde, hätte ich aber eigentlich eher eine regelrechte Leistungsexplosion erwartet.
Schulnoten sind m.M. aber eh deutlich weniger aussagekräftig als die erzielten Werte in bundesweiten, standardisierten Vergleichstests.
Das bedeutet doch aber, es hat gar nichts gebracht, oder? Die Noten haben sich nicht verschlechtert. Sie hätten doch besser werden müssen, wenn man immer weiß, wann ein Test geschrieben wird. „nicht verschlechtert“ ist wohl gemeint in dem Sinne: nicht verbessert, aber auch nicht verschlechtert???
Es reicht vollkommen, wenn sich die Noten nicht verschlechtern. Dadurch zeigt man doch, dass der Stress von unangekündigten Tests völlig unnötig ist, um bessere Noten zu generieren.
Wenn dadurch ein paar SuS weniger psychisch belastet werden, hat sich das vollkommen gelohnt.
Kann man nur mutmaßen.
So wie ich das sehe, hatte es vermutlich zumindest keine Leistungsexplosion zur Folge, denn das wäre dann wahrscheinlich in der Pressemeldungen erwähnt worden.
Ich halte Schulnoten übrigens grundsätzlich für weniger aussagekräftig als die Messung von Kompetenzen in standardisierten Testverfahren.
Werden Sie in so einem Fall von den Eltern oder Schülern selbst nicht gefragt, was das Kompetenzraster als Note bedeuten würde?
Bei der Bewerbeauswahl schaut man bei der Vorauswahl eben auch an welcher Schule die Zeugnisnoten erzielt wurden und bei der Endauswahl auf die Leistungen die im Einstellungstest und Assessmentcenter erbracht wurden.
Warum sollte da jemand nach Kompetenzrastern fragen?
Es geht doch nicht immer nur darum, dass sich Leistung verbessert, sondern dass sich SuS besser fühlen. Das ist auch wichtig, um gut durch die Schulzeit zu kommen. Dieser eindimensionierte Blick auf Leistung und Noten sind total schädlich für viele SuS und offenbar der gemachte Druck durch unangekündigte Test sogar völlig ohne Mehrwert mit Blick auf die heißgeliebten Kennzahlen wie Noten. Also weg damit! Sie richten zu viel Schaden an und führen nicht zu besseren Noten.
Druck entsteht bei vielen SuS auch deshalb, weil sie sich nicht vorbereiten. Vorbereitete SuS nehmen einen Kurztest eher mit einem Grinsen
Jeden Tag lernen müssen, ist auch Druck, nicht nur die Prüfungssituation selbst. Haben Sie das nie so empfunden? Allein die Erwartungshaltung, jeden Tag funktionieren zu müssen, aufnahmefähig zu sein egal wie es einem geht…
Das hat man im vielen Berufen nicht. Erstens kann man dann mal einen Gang runterschalten (Rourineaufgaben machen) und muss generell nicht immer Neues lernen.
Stimmt.
Ich bin auch der Meinung, dass Noten, die bei unterschiedlichen Lehrkräften an unterschiedlichen Schulen erzielt wurden, deutlich weniger aussagekräftig sind, als z.B. die erzielten Werte in standardisierten Vergleichstests.
Das wissen auch die Personaler in den meisten Ausbildungsbetrieben hier in der Gegend, wenn sie die Bewerbungen sichten.
Genau das ist passiert. Herrn Drebbins Behauptung deckt sich nicht mit unserer Erfahrung aus dem Schuljahr. Hinzu kommen die logistisch- terminlich- organisatorischen Herausforderungen und das gezielte Fehlen der üblichen Verdächtigen bei Tests, HÜ etc. Von denen haben Sie im Sachfach dann keine schriftlichen Noten.
Es IST auch was völlig anderes.
WENN aber jemand (ob SL oder nicht) meine digitale Kompetenzwunderschau bestaunen will – bitte sehr, ich habe eine Politik der offenen Tür.
Und wenn das was ich mache falsch wäre…dann höre ich eben ganz brav zu, schreibe mit und mache genau das, was man mir sagt. Spätestens dann hörts ganz schnell auf. 🙂
Ich gehe in alle Klassen und schaue mir den Unterricht an….das ist Teil meines anschließenden Jahresgesprächs mit den Kolleginnnen. Da schaue ich aber nicht auf die Kolleginnen, sondern auf die Kinder und dann überlegen wir gemeinsam, wo noch Support nötig ist….kann man also auch sehr positiv sehen….kollegiale Fallbesprechung….oder so….
Sorry, aber eine eigentliche Selbstverständlichkeit als Psychostress zu bezeichnen halte ich für sehr gewagt. Ist es eigentlich zuviel, von den Schülern zu erwarten, den Stoff der letzten Stunden parat zu haben, unabhängig davon, ob dieser abgefragt wird. Es soll ja Fächer geben, in denen eine Stunde auf Inhalten vorheriger Stunden aufbaut. Wie sieht denn die weiter oben erwähnte autonome Selbstbestimmung von Schülern in den meisten Fällen tatsächlich aus? Vorbereiten auf den Unterricht? Lernen von Sachverhalten? Hausaufgaben? Nee, ich habe doch Freizeit, sobald ich das Schulgebäude verlassen habe. Durch etwas Druck, da es bei vielen einfach nicht anders geht, eine minimale Leistungsbereitschaft zu erzeugen, soll gleich Psychoterror sein?
Da bin ich raus.
Ja, leider sehen das ja auch viele Eltern so.
Dazu kommt noch, dass doch kein LuL auf einem Kurztest die ganze Note aufbaut. Ein SuS der grundsätzlich seine Sachen macht hat a) in einem Test wahrscheinlich keine wirklichen miesen Noten und b) würde mit Sicherheit von einer Lehrkraft wegen eines Testes nicht plötzlich sehr viel schlechter bewertet werden. Und die SuS haben bei angekündigten Test auch Stress, weil sie vorher fünf Wochen keinen Handschlag getan haben und jetzt hektisch irgendwas in ihren Kopf pressen müssen, statt vorher entspannt Häppchen zu lernen.
„Ist es eigentlich zuviel, von den Schülern zu erwarten, den Stoff der letzten Stunden parat zu haben, unabhängig davon, ob dieser abgefragt wird“ – ich finde, ja, das ist zu viel verlangt. Nach einem 6-oder mehr Stunden-Tag müssen dann noch Hausaufgaben, Projekte, Vokabeln oder sonstwas erledigt werden und dann noch die Stunden des nächsten Tages vorbereiten- sorry. Das sind Kinder und keine Erwachsene! Lasst sie auch mal in Ruhe durchatmen. Am besten nachmittags gar nichts mehr machen.
Ich persönlich habe damals rein gar nichts gemacht. Hausaufgaben und Vokabeln selten, vorbereiten niemals, nur für Arbeiten gelernt – reichte völlig, um das Abitur zu bestehen und studieren zu gehen. Klar, waren die Noten durchwachsen, aber egal. Dieser Leistungsdruck macht doch alle nur krank und ich verstehe echt nicht, warum da bei Kindern alle so hinterher sind.
Was heißt hier vorbereiten? Es wäre ja oft schon gut, einfach nur mal drüber zu lesen. So langsam, wie man oft im Unterricht voran kommt, ist das von einer Stunde zur anderen meist nicht viel
Und das dann für 6 oder mehr Fächer neben Hausaufgaben. Nein, das halte ich für zu viel. Viele haben noch Hobbies, spielen Instrumente, die auch noch geübt werden sollen etc..Das Leben besteht nicht nur aus lernen. Wo bleibt da Zeit für Zerstreuung. Kinder und Jugendliche brauchen auch Zeit für sich, ihre Interessen und ihre Freunde. Schule nimmt einen viel zu großen Stellenwert ein – meine Meinung.
Woran genau sieht man das in Rheinland-Pfalz?
Ich schreibe unangekündigte und angekündigte Tests (Vokabeln / Grammatik in meinem Fall). Mal fallen die sog. Exen besser aus (durchaus auch, weil sie sich nur auf die vergangenen zwei Unterrichtsstunden beziehen und der Stoff überschaubarer ist), mal die angekündigten. Die, die wirklich lernen, sind in beidem gut und die, die nie oder kaum lernen, in beidem schlecht…
Man sieht es nicht, denn es trifft nicht zu. Die Guten und Fleißigen nutzen die Chance und schneiden gut ab wie bisher. Die Faulen schreiben schlechte Noten oder schwänzen.
Leider ist die Frau in der Zeit stehen geblieben. In keinem Beruf kommt man unvorbereitet in solche Situationen.
Man kommt in jedem Beruf mit direktem Kundenkontakt doch immer in die Situation, dass man etwas gefragt wird und der Kunde gerne eine Antwort hätte. Das reicht vom Supermarkt, zum Sachbearbeiter in einer Behörde bis zum Anwalt oder Arzt.
Klar muss man in besonderen Fällen auch mal nachlesen, aber im Wesentlichen sollte man in seinem Beruf wissen, was man macht. Und um viel mehr geht es in einem kleinen Test auch nicht.
Das Schulleiter unangekündigt in den Unterricht von Lehrern gehen. Ich würde gerne den Aufschrei hören, wenn das wieder Mode macht. Das fänden alle ganz blöd, denn das ist dann natürlich wieder was vollkommen anderes.
Das ist an klassischen Gymnasien anders, bei uns als Gesamtschule haben wir eigentlich immer eine „offene Tür“ im wörtlichen Sinne. Und es passiert nicht selten, dass plötzlich ein Kollge oder die Fachbereichsleitung rein aus Interesse mit im Raum steht und sich ggf. reinsetzt. Auch unsere Schulleitung steht manchmal mit einem Gast im Raum, letztens mit einer Lehrerin aus Jordanien, die sich „mal Schule in Deutschland“ anschauen wollte.
Wir sollten auch nicht vergessen, dass wir in jeder Unterrichtsstunde von Schülern kritisch betrachtet werden. Ganz besondere Einblicke haben bspw. auch Schulbegleitungen, die die meiste Zeit in einer Lerngruppe sind und teilweise unsere Schulleitung gut kennen.
Aber elfjährige Kinder in einem Psychostress zu versetzen, weil man täglich jemanden auslost oder quasi in jedem Fach was schreiben kann – da musste man ja selbst durch.
Es kommt auf den Zusammenhang an. Wenn ich nach einer Arbeitsphase, vielleicht sogar nach der Besprechung (und Rückversicherung) in Partnerarbeit und in der Gruppe nochmals Meldungen sammle, dann nehme ich doch auch jemanden dran, der sich nicht meldet. Das ist kein Psychostress, sondern hilft auch stillen Schülern, ihre Mitarbeit zu zeigen.
Es gibt auch immer Fragen, wo es gar nicht um die Abfrage reinen Wissens, sondern um eine Einschätzung oder Vermutung geht.
Ab der 8. Klasse schreibe ich regelmäßig wirklich kurze Kurztests, die Schüler sind natürlich informiert. Dabei geht es nur um den Stoff der letzten (Doppel-)Stunde, da in meinen Fächern die Inhalte stark aufeinander aufbauen. So müssen die Schüler regelmäßig am Ball bleiben und ein bisschen lernen, ersparen sich damit aber auch den Frust am Ende.
Schlussendlich helfen viele kleine Tests auch den stillen Schülern, immer wieder ihre Mitarbeit zu zeigen und damit ihre Mitarbeitsnote stabil zu halten.
Hier gibt es einen wissenschaftlichen Befund, warum kurzfristiges Lernen am Abend vorher kontraproduktiv ist und so wäre es bei angekündigten Test bei 90 Prozent aller Kinder!
https://www.srf.ch/wissen/mensch/tipps-aus-der-hirnforschung-so-lernt-das-gehirn-wirklich-vier-wichtige-erkenntnisse
Unangekündigte Tests verhindern nicht, dass man erst am Abend vorher lernt, richtig, führen aber dazu, dass sich das mehrmals und regelmäßig wiederholt, so hat man insgesamt gesehen mehrfach wiederholend gelernt und das ist entscheidend.
Interessant. Hier wird „Lernstress“ ganz anders beschrieben. Es ist nicht der Stress, dass ein Test geschrieben wurde und man wusste es nicht. Lösung: Keine unangekündigten Tests.
Hier ist die Lösung eine ganz andere, lernpsychologisch begründete: Schau dir regelmäßig zuhause den Lernstoff an, dann hast weniger oder keinen Stress, wenn das plötzlich mal abgefragt wird, denn du bist ja „immer vorbereitet“ – UND es bleibt auch länger im Gedächtnis.
Mag ja stimmen, aber das Gehirn braucht auch ERHOLUNG, um gut funktionieren zu können. Wenn man also nachmittags imernoch zusätzlich lernen soll und natürlich dann noch übers Wochenende Referate vorbereiten oder andere Dinge für die Schule machen darf, wieviel Zeit bleibt da wohl noch. Es geht doch nicht nur um Leistung und Noten und Lernen.
Vielleicht die Schulform wechseln, wenn man jeden Mittag Stundenlang braucht? Mehr als eine Stunde am Mittag sollte es eigentlich nicht sein. Wenn Kids tatsächlich jeden Tag noch drei Stunden extra brauchen, sind sie evtl. Überfordert. Nach den letzten Infos über die Mediennutzung an unserer Schule, Frage ich mich, wer bitte so lange sitzt und dann noch 6 h Zeit für Handy und co hat.
„@Iaromir
Also ich habe gelernt, dass ich unter dem „survivor-bias“ leide. Sie vielleicht auch?
Redaktion
9 Stunden zuvor
Antwortet Canishine
Womöglich deshalb, weil Sie persönlich nie erlebt haben, wie es ist, wenn man in diesem System nicht funktioniert. Das Phänomen nennt sich “Überlebenden-Verzerrung”. Gerne hier nachlesen: https://biases.de/survivorship-bias/ “
Zu meiner Zeit gab es Unterricht auch noch samstags, jeden Tag Hausaufgaben (auch über das Wochenende und manchmal auch über die Ferien), am Gymnasium täglich 6-7 Stunden Unterricht + samstags 4/ + 1-2 Arbeitsgemeinschaften (fakultativ am Nachmittag oder in der 0ten Stunde). Unangekündigte Tests (z. B. Vokabelkontrollen waren die Regel), alles wurde benotet. Trotzdem hatten wir noch Zeit für Freunde, Hobbies, Disco … am Wochenende ….). Also an Freizeit/ Erholung mangelte es uns trotzdem nicht, obwohl wir auch noch Verpflichtungen im Haushalt hatten und ab 14 Jahren immer einen Ferienjob (jedenfalls ich und die meisten Mitschüler ).
Ab der 9. Klasse besuchte ich auch noch freiwillig VHS-Kurse: Schreibmaschine, Nähen von Kleidung …
Ich wusste damals nicht, was Stress ist. Der erste Liebeskummer in der Zeit war mein einziges größeres Problem, aber auch das habe ich, dank meiner Familie und Freunde, „survived“.
Ich habe nie von stundenlang geschrieben. Aber je nach Aufgabenumfang und Stundenkombination kann schon sehr viel Zeit nur für die Hausaufgaben drauf gehen. Da haben Sie noch keine Vokabeln gelernt geschweige Unterricht Nachbereitung.
Selbst wenn das Kind „richtig“ auf der Schulform ist, ist das ein enormer Workload, der m.M.n. reduziert gehört. Dieses Verlagern von Stoff, der im Unterricht nicht geschafft wurde, in den Nachmittagsbereich zeigt für mich, dass die Pläne zu vollgestopft sind und ein wenig ausgemistet gehören.
Lernen geht halt anders, aber diese Diskussion wird hier nicht geführt. Das Lernen im Gleichschritt, dass alle Kinder in einer Klasse hocken, sich etwas anhören und dann gleichzeitig egal ob angekündigt oder unangekündigt geprüft werden, das verstehen die meisten hier unter Bildung. Aber echtes Lernen geht anders. Und wenn sie sich überlegen würden, was von eigenen Prüfungen und Abschlüssen übrig geblieben ist, dann müssten sie sich endlich eingestehen, dass es sehr sehr wenig ist.
Also lassen wir doch bitte endlich diese dogmatische Diskussion weg, sondern konzentrieren wir uns endlich darauf, dass Kinder nachhaltig lernen können. Und Pisa und andere Studien zeigen doch kontinuierlich, dass unsere Schulen in Deutschland und auch in Bayern ganz einfach hintendran sind. Dann können wir doch nicht so tun, dass wir alles so belassen, wie wir es schon immer gemacht haben. Unangekündigte Leistungskontrollen machen in einem autokratichen System Sinn, wenn wir also die Kinder zum Lernen Zwingen wollen, so wie wir es schon vor 100 Jahren gemacht haben. Aber wir sind doch nicht mehr im Kaiserreich oder in der Klosterschule. Unfassbar und mit welcher Vehemenz sich hier Menschen für ein längst überholtes System aussprechen, obwohl sie erfolgreiche Schulen gar nicht kennen. Was der Bauyer nicht kennt …
„und auch in Bayern ganz einfach hintendran sind. „
Stimmt bei Bayern und Sachsen nur dann, wenn man Länder wie Singapur, Macao , Taiwan oder Japan als Maßstab nimmt.
Sie werden aber in Europa oder Nordamerika vermutlich kein Land finden, in dem die Werte bei PISA-2022-Mathematik weiter über dem Schnitt der DE-16 lagen als die von Sachsen und Bayern über dem DE-16-Schnitt bei IQB-2024.
Ihr Einwand klingt auf den ersten Blick plausibel, greift aber bei genauerem Hinsehen viel zu kurz – weil hier zwei sehr unterschiedliche Vergleichsebenen miteinander vermischt werden.
Ja, Bayern und Sachsen schneiden innerhalb Deutschlands bei IQB-Studien häufig besser ab als andere Bundesländer. Das bestreitet niemand. Die eigentliche Frage lautet aber: Reicht es wirklich aus, innerhalb eines insgesamt sinkenden deutschen Durchschnitts „besser als die anderen“ zu sein?
Denn genau das zeigen sowohl PISA als auch der IQB-Bildungstrend sehr deutlich:
Das Leistungsniveau sinkt bundesweit – auch in Bayern und Sachsen.
Der IQB-Bildungstrend 2024 spricht selbst von „besorgniserregenden“ Ergebnissen mit deutlichen Kompetenzrückgängen in Mathematik und Naturwissenschaften gegenüber 2018 und 2012.
https://www.iqb.hu-berlin.de/de/schule/sekundarstufe-i/bildungstrend/2024/
Auch das Deutsche Schulportal ordnet die Ergebnisse eindeutig ein:
Der IQB-Bildungstrend bestätige die „dramatischen Einbrüche“, die bereits PISA 2022 gezeigt habe.
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/iqb-bildungstrend-die-wichtigsten-ergebnisse/
Der Verweis darauf, Bayern oder Sachsen lägen innerhalb Deutschlands deutlich über dem Durchschnitt, relativiert deshalb nicht das eigentliche Problem:
Wenn der Gesamtdurchschnitt sinkt, kann man auch dann noch „Spitze“ sein, während das Niveau insgesamt abfällt.
Hinzu kommt:
PISA ist eine internationale Vergleichsstudie, IQB ein innerdeutscher Vergleich. Daraus direkt abzuleiten, Bayern oder Sachsen seien international automatisch auf Spitzenniveau, ist methodisch problematisch.
Und selbst innerhalb Europas gibt es zahlreiche Bildungssysteme, die bei PISA hohe Leistungen mit deutlich geringerer sozialer Selektion, weniger Sitzenbleiben und geringerem Prüfungsdruck verbinden – etwa Estland, Finnland oder Kanada. Gerade Estland gilt inzwischen international als eines der erfolgreichsten Bildungssysteme überhaupt.
https://www.oecd.org/pisa/publications/PISA-2022-results-country-notes.pdf
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
„Sind Bayern und Sachsen besser als Bremen oder NRW?“
Sondern:
„Warum verlieren auch die vermeintlichen Spitzenländer seit Jahren an Kompetenzen, Motivation und Bildungsgerechtigkeit?“
Denn genau darauf weisen mittlerweile nahezu alle großen Bildungsstudien hin:
sinkende Leistungen,
wachsende soziale Ungleichheit,
steigende psychische Belastungen
und ein Schulsystem, das viele Kinder zunehmend unter Druck setzt.
„Besser als der deutsche Durchschnitt“ darf deshalb nicht mit „bildungspolitisch erfolgreich“ verwechselt werden.
„Daraus direkt abzuleiten, Bayern oder Sachsen seien international automatisch auf Spitzenniveau, ist methodisch problematisch.“
Das sehe ich anders.
Als PISA noch nach Bundesländern ausgewertet wurden, lagen die Punktzahlen in Bayern und Sachsen ähnlich weit über dem Bundesschnitt wie aktuell bei IQB und damit in der Weltspitze.
siehe z.b.
https://www.sueddeutsche.de/karriere/schulstudie-bayern-ist-deutscher-pisa-sieger-1.545951
Warum sollte sich das wegen IQB plötzlich geändert haben?
weil auch in Bayern die Kinder nicht mehr so gute Lese- und Rechen-Resultate erzielen wie früher. Das ‚alte‘ System hat ausgedient.
„Warum verlieren auch die vermeintlichen Spitzenländer seit Jahren an Kompetenzen, Motivation und Bildungsgerechtigkeit?“
Das würde ich auch für deutlich besser halten als diese Länder trotz der schlechteren Werte als Vorbild für DE zu bezeichnen.
„Besser als der deutsche Durchschnitt“ darf deshalb nicht mit „bildungspolitisch erfolgreich“ verwechselt werden.„
Das sehe ich auch so.
Trotzdem finde ich es nicht schlüssig zu fordern, dass Bayern unbedingt die Maßnahmen von BL imitieren sollte, die beim Bildungsmonitor bei Schulqualität und Bildungsarmut im 10 Jahresvergleich doppelt bis drei mal so viele Punkte verloren haben.
Danke!
Ich z.B. spreche mich nicht für ein ein längst überholtes System aus, ich bin nur skeptisch, wenn Menschen mit ihrer Propaganda von der nicht mehr zeitgemäßen Schule aus dem Kaiserreich (denn mehr Gehalt hat dieses Narrativ nicht) ihre Vorstellungen von Schule durchsetzen wollen, die dann, genauso wie die Argumentation, schwammig, aber zumindest „anders“ sind.
aber die Beispiele sind weder schwammig noch unkonkret. Es gibt genügend Beweis-Schulen. Gerne mal die Vorträge von Stefan Ruppaner oder Reinhard Stähling (50 Jahre Primusschule) anschauen:
https://www.youtube.com/@eineschulefueralleinbayernev
Wofür denn ein Beweis? Dass man dort generell besser lernt, weil man im Abitur ganz leicht über dem Landesschnitt liegt? Da gibt es viel mehr Schulen (ca. 50%), die nicht Alemannenschulen heißen. Auch dort hängt es vermutlich von der Zusammensetzung der Schülerschaft ab, denn auch unsere Schule ist (vermutlich auch) deshalb deutlich über dem Landesschnitt. Weil man einen Schulpreis gewonnen hat? Es bewerben sich jährlich vielleicht 100 Schulen mit gerade populären Konzepten um diesen Preis, es ist nicht so, als würden alle Schulen in Deutschland intensiv untersucht und verglichen werden. Weil die Schüler sich zufrieden äußern? Auch da gibt es vermutlich 1000 andere Schulen mit zufriedenen Schülern.
Ich finde das Konzept an der Alemannenschule interessant und gewisse Ideen und Ansätze gut und sinnvoll, die Schule zeigt, dass das Konzept funktioniert. Eine generelle Übertragbarkeit lässt sich daraus aber nicht zwangsläufig ableiten.