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Reformen nach PISA – prominente Autoren fordern: „Mehr Zeit für das Wesentliche und weniger Überfrachtung durch immer neue Inhalte und Projekte“

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BERLIN. Vier Lernstandserhebungen pro Schuljahr, verpflichtende Sprachförderung vor der Einschulung, mehr Zeit für Lesen, Schreiben und Rechnen – und eine „handyfreie Schule“: Nach den schlechten PISA-Ergebnissen liegt nun ein weitreichendes Reformprogramm für Deutschlands Schulen auf dem Tisch. Seine Verfasser wollen nicht auf die nächste große Bildungsdebatte warten, sondern verlangen erste politische Entscheidungen bereits in den kommenden Monaten. Bemerkenswert ist dabei nicht nur, was sie fordern. Sondern auch, wer sich hinter dem Konzept versammelt hat.

In der Ruhe… (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Es ist eine Autorenrunde, die in der deutschen Bildungsdebatte keine Unbekannte ist. Ulrich Trautwein ist Professor für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen und geschäftsführender Direktor des Hector-Instituts. Felicitas Thiel, Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung an der Freien Universität Berlin, ist seit 2021 Co-Vorsitzende der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz. Thomas Riecke-Baulecke steht als Präsident dem Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Baden-Württemberg vor.

Hinzu kommt Ties Rabe, der selbst lange für erfolgreiche Bildungspolitik verantwortlich war. Der SPD-Politiker führte von 2011 bis 2024 die Hamburger Schulbehörde, war Präsident der Kultusministerkonferenz und später Koordinator der SPD-geführten Länder für Bildung und Wissenschaft. Hamburg hat sich in den vergangenen zehn Jahren in Bildungsrankings von hinteren Plätzen in die Leistungsspitze vorgearbeitet. Fünfter Autor ist Marco Haaf, Geschäftsführer der Akademie für Innovative Bildung und Management Heilbronn-Franken (aim). Riecke-Baulecke, Trautwein, Thiel und Haaf gehören zu den Herausgebenden des Online-Magazins „evido.“, in dem das Papier erschienen ist.

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Ihr Ausgangspunkt: Es reiche nicht, nach jeder neuen Bildungsstudie eine weitere „Bildungskatastrophe“ auszurufen. Die PISA-Ergebnisse seien zwar besorgniserregend. Sie seien aber „nicht allein ein Seismograph für Veränderungen im Bildungssystem“, sondern „auch in erheblichem Maße Folge gesellschaftlicher Veränderungen“.

Zwei Entwicklungen heben die Autoren hervor: Veränderungen in der Zusammensetzung der Schülerschaft und damit verbundene Schwierigkeiten beim Erwerb und bei der Beherrschung der deutschen Verkehrssprache sowie eine durch die intensive Nutzung digitaler Medien veränderte Kindheit und Jugend. Aufmerksamkeit, Konzentration, Kommunikation und Lernverhalten hätten sich verändert.

Schulen seien diesen Entwicklungen jedoch nicht hilflos ausgeliefert. Die Entwicklung in Bayern, Sachsen und Hamburg zeige nach Einschätzung der Autoren, „dass Kontinuität und hohe Leistungserwartungen mit vergleichsweise guten Ergebnissen einhergehen“. Auch in Baden-Württemberg sei seit 2019 eine positive Entwicklung erkennbar, die „insbesondere mit einer stärkeren Verbindlichkeit und einer konsequenteren Qualitätsorientierung verbunden sein dürfte“.

Aus erfolgreichen asiatischen Bildungssystemen leiten sie zudem ab, „dass längere tägliche Lernzeiten, Wertschätzung und Disziplin sowie eine ausgeprägte Lernkultur wichtige Faktoren für schulischen Erfolg sind“. Solche Vergleiche seien zwar mit der gebotenen Vorsicht zu interpretieren. Nach 25 Jahren PISA und zahlreichen weiteren Studien sehen die Autoren aber genügend Erkenntnisse, um politisch zu handeln.

Ihre Leitfrage lautet deshalb: „Was muss verbindlich geschehen, damit Kinder tatsächlich besser lernen?“

„Politische oder didaktische Vorgaben, was ‚guten Unterricht‘ ausmacht, dürfen nicht vom jeweiligen pädagogischen Zeitgeist abhängen“

Die erste Antwort beginnt lange vor der Einschulung. „Bildungsdefizite dürfen nicht erst in der Grundschule festgestellt werden“, schreiben Trautwein, Thiel, Rabe, Riecke-Baulecke und Haaf. Die enormen sozialen Unterschiede beim Bildungserfolg seien bereits vor Schulbeginn angelegt. Ihr Ziel formulieren sie entsprechend unmissverständlich: „Kein Kind beginnt die Schule mit einem vermeidbaren Sprachdefizit.“

Spätestens ab dem vierten Lebensjahr sollen deshalb wiederholt verbindliche Sprachstandserhebungen stattfinden. Wird Förderbedarf festgestellt, soll unmittelbar eine verpflichtende zusätzliche Förderung einsetzen. Alltagsintegrierte und additive Sprachförderung soll ausgebaut und durch Eltern- und Familienbildungsprogramme ergänzt werden.

Besondere Regeln verlangen die Autoren für neu zugewanderte Kinder und Jugendliche. Der Erwerb der deutschen Bildungs- und Fachsprache sei „eine wesentliche Voraussetzung für Bildungserfolg, Ausbildungsfähigkeit und gesellschaftliche Teilhabe“. Mit der derzeitigen Praxis gehen sie hart ins Gericht: Sie sei „uneinheitlich, oft improvisiert und selten wissenschaftlich fundiert“.

Bei der Aufnahme in das Bildungssystem sollen deshalb Deutschkenntnisse, Alphabetisierung und Vorkenntnisse in den Kernfächern diagnostiziert werden, anschließend mindestens halbjährlich die Lernfortschritte. Hinzukommen sollen ein zentral entwickeltes Rahmencurriculum und qualitätsgesicherte Fördermaterialien. Für Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe mit geringen Deutschkenntnissen schlagen die Autoren Sprachklassen vor, zugleich soll die Integration in den Regelunterricht möglichst früh beginnen.

Die Sprachförderung müsse zudem langfristig angelegt sein. Der Erwerb bildungssprachlicher Kompetenz benötige im Durchschnitt fünf bis sieben Jahre. Das Ziel müsse deshalb lauten: „Jedes neu zugewanderte Kind erhält eine diagnostisch begründete, durchgängige und qualitätsgesicherte Förderung in der Zielsprache Deutsch – bei gleichzeitig wertschätzendem Umgang mit Mehrsprachigkeit.“

Mit der Einschulung soll die Diagnostik nicht enden. Im Gegenteil: Die Autoren wollen in den Klassen eins bis acht kontinuierlich, mindestens aber viermal pro Schuljahr, wissenschaftsbasierte Instrumente zur Lernstandserhebung einsetzen. Erfasst werden sollen zumindest Lesen, Zuhören und Verstehen, Schreiben, Rechnen und logisches Denken.

Dabei ziehen sie eine klare Grenze: „Die Ergebnisse dienen nicht dem Ranking von Schulen, sondern der unmittelbaren individuellen Förderung.“ Zusätzliche Arbeit für Lehrkräfte soll möglichst vermieden werden. Die Lernstandserhebungen sollen in der Regel digital und möglichst unterrichtsintegriert erfolgen; Lehrkräfte sollen anschließend unmittelbar Rückmeldungen, Förderempfehlungen und Materialien erhalten.

Damit setzen die fünf Autoren einen bemerkenswert anderen Akzent als die GEW. Die Bildungsgewerkschaft hatte nach PISA gerade „noch mehr Daten, noch mehr Diagnosen, noch mehr Tests“ kritisiert und vor einem „verkürzten, technokratischen Qualitätsverständnis“ gewarnt (News4teachers berichtete). Trautwein, Thiel, Rabe, Riecke-Baulecke und Haaf fordern dagegen regelmäßige Diagnostik – allerdings nicht als Selbstzweck, sondern als Ausgangspunkt konkreter Förderung.

Dasselbe Prinzip soll für die Basiskompetenzen gelten. „Lesen, Schreiben und Rechnen sind keine Nebensache. Sie sind die Voraussetzung für nahezu jedes weitere Lernen“, schreiben die Autoren. Und sie setzen eine Grenze gegenüber einem unreflektierten Einsatz digitaler Hilfsmittel: Der Erwerb dieser Fähigkeiten könne „nicht übersprungen oder an digitale Hilfsmittel delegiert werden“.

„Kompetenzerwerb benötigt Zeit und geeignete Lernangebote. Die Schule kann nur vermitteln, wofür ausreichend Zeit vorhanden ist“

Jede Schule soll deshalb verbindliche Trainingszeiten für Lesen, Zuhören und Verstehen, Schreiben, Rechnen und logisches Denken etablieren. Lese- und Rechenbänder sollen flächendeckend ausgebaut und um systematische Schreibförderung ergänzt werden. Schulen sollen wissenschaftlich fundierte Fördermaterialien erhalten und evidenzbasierte Sprachförderung verbindlich implementieren.

Dafür wollen die Autoren auch an Lehrpläne und Stundentafeln heran. Ihre Formel lautet: „Mehr Lernzeit statt mehr Stoff.“ Denn: „Kompetenzerwerb benötigt Zeit und geeignete Lernangebote. Die Schule kann nur vermitteln, wofür ausreichend Zeit vorhanden ist.“

Deutsch und Mathematik sollen deshalb genügend Unterrichtszeit erhalten; Bildungspläne und Stundentafeln sollen zugunsten der Schlüsselkompetenzen überprüft werden. Insbesondere an Schulen in sozial belasteten Lagen müsse der Ganztag zu einem tatsächlichen Bildungs- und Förderangebot weiterentwickelt werden. Das Ziel: „Mehr Zeit für das Wesentliche und weniger Überfrachtung durch immer neue Inhalte und Projekte.“

Auch beim Unterricht selbst verlangen die fünf mehr Verbindlichkeit. „Politische oder didaktische Vorgaben, was ‚guten Unterricht‘ ausmacht, dürfen nicht vom jeweiligen pädagogischen Zeitgeist abhängen“, schreiben sie. Lehrkräftebildung, Fortbildung, Schulentwicklung und Schulaufsicht sollen deshalb konsequent an wissenschaftlich belegten Qualitätsmerkmalen ausgerichtet werden: kognitive Aktivierung, konstruktive Unterstützung und effektive Klassenführung.

Gefordert wird eine „langfristig orientierte Entwicklung von Unterrichtsqualität auf der Basis wissenschaftlich belegter Modelle und Theorien“ – und ausdrücklich „Schluss mit dem ständigen Wechsel pädagogischer Moden“.

Verbindlichkeit soll auch für die Leistung der Schülerinnen und Schüler gelten. „Bildungspläne dürfen nicht nur beschreiben, was möglich ist. Sie müssen definieren, was mindestens erreicht werden muss.“ Für Grundschule und Sekundarstufe I sollen deshalb prägnante und überprüfbare Mindeststandards gelten. Drohe ein Kind diese zu verfehlen, soll eine festgelegte Kaskade wissenschaftlich belegter Fördermaßnahmen einsetzen.

Dabei richtet sich der Blick nicht ausschließlich auf die Leistungsschwächeren. „Ein leistungsfähiges Bildungssystem darf nicht nur Defizite verwalten“, schreiben die Autoren. Das Bildungssystem müsse „jedem Kind gerecht werden – dem leistungsschwachen ebenso wie dem besonders leistungsstarken“. Vorgeschlagen werden deshalb unter anderem zusätzliche Förderangebote bereits in der Grundschule, Zertifikate und Qualifikationen, flexiblere Möglichkeiten zum Überspringen von Klassen sowie Frühstudienangebote. Gymnasien sollen stärker zur systematischen Begabtenförderung verpflichtet werden.

Klare Vorstellungen haben Trautwein, Thiel, Rabe, Riecke-Baulecke und Haaf auch beim Umgang mit KI, Smartphones und sozialen Medien. Kinder und Jugendliche müssten einen „sinnvollen und gesunden Umgang“ damit lernen. Zugleich solle die durchschnittliche Nutzungszeit digitaler Medien reduziert werden, wenn sie angemessene Lernerfahrungen verdränge.

Für Schulen fordern die Autoren ausdrücklich eine „handyfreie Schule“. Klare Regeln sollen dafür sorgen, dass Unterrichts- und Lernzeiten nicht durch Handynutzung beeinträchtigt werden. Gleichzeitig wollen die Autoren wissenschaftlich belegte Chancen digitaler Medien nutzen, beispielsweise adaptive Lernsysteme. Ganztagsangebote mit Vereinen, Musikschulen und anderen Partnern sollen darüber hinaus attraktive analoge Lern- und Entwicklungsräume schaffen.

Auch die Schulaufsicht soll sich stärker auf ihren pädagogischen Kernauftrag konzentrieren. Die entscheidenden Fragen lauten für die Autoren: „Wie entwickeln sich Unterrichtsqualität, Lernstände und Leistungen der Schülerinnen und Schüler?“ Dafür brauche die Schulaufsicht aussagekräftige Daten, klare Qualitätsstandards und eindeutige Verantwortlichkeiten; administrative Aufgaben sollen reduziert, vereinfacht oder verlagert werden.

„Nicht ständig neue Reformen beginnen, sondern erfolgreiche Ansätze konsequent ausweiten und über Jahre durchhalten“

Bei diesen langfristigen Reformen wollen es die Autoren nicht belassen. Ein Teil der Maßnahmen soll nach ihrer Vorstellung bereits in den kommenden Monaten auf den Weg gebracht werden. „Die politische Antwort auf PISA darf nicht aus einer weiteren langen Liste von Prüfaufträgen bestehen“, schreiben sie. Konkret verlangen sie fünf schnelle Entscheidungen: ein verbindliches Schlüsselkompetenzprogramm für Lesen, Schreiben, Sprechen und Rechnen, eine Lernstandsoffensive für die Klassen eins bis acht, flächendeckende Sprachdiagnostik und Förderung vor der Einschulung, eine Neuordnung der Lernzeit sowie eine verstärkte Qualitätsoffensive für den Unterricht.

Neue Reformprogramme im Jahrestakt halten sie nicht für die Lösung. „Die deutsche Bildungsdiskussion leidet weniger unter fehlenden Ideen als unter fehlender Konsequenz bei der Umsetzung“, schreiben Trautwein, Thiel, Rabe, Riecke-Baulecke und Haaf. Und daraus leiten sie ihre eigentliche Botschaft nach PISA ab: „Nicht ständig neue Reformen beginnen, sondern erfolgreiche Ansätze konsequent ausweiten und über Jahre durchhalten.“ News4teachers

Hier geht es zum vollständigen Beitrag. 

„Wir werden unserem eigenen Anspruch als Bildungsnation nicht gerecht“: PISA – schon wieder ein Debakel (so schlecht wie nie)

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57 Kommentare
ed840
23 Tage zuvor

„Das Bildungssystem müsse „jedem Kind gerecht werden – dem leistungsschwachen ebenso wie dem besonders leistungsstarken“

Deshalb würde ich nur Bildungssysteme als erfolgreich bezeichnen, in denen auch die SuS aus der sozial-benachteligten Schicht und SuS mit Migrationshintergrund im Vergleich zur benchmark besonders gute Ergebnisse erzielen.

Bundesländer in denen die oben genannten Gruppen deutlich schwächer abschneiden als im Bundesschnitt, wären aus meiner Sicht nicht besonders erfolgreich, auch wenn dort SuS aus der oberen Schicht, SuS ohne Migrationshintergrund und SuS an Gymnasien überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen.

Rainer Zufall
22 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Was meinen Sie mit dem Vergleich zur benchmark?

Hysterican
20 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Das ist die blutige Wunde, die man sich beim kontaktintensiven Überspringen von Anforderungshürden am Schienbein zuzieht.
Sehr schmerzhaft – wenige Heilungschancen. (Vgl. Hierzu das Barren beim Pferdespringsport)

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Achso,
ich dachte, es wäre ein sehr altes Holzschiff aus dem Bürgerkrieg…

Ute
23 Tage zuvor

Es muss sich etwas ändern, darüber sind wir uns alle einig. Wir benötigen moderne Bedingungen und sollten einfach mal streichen und Stunden abbauen. Mit Selbstlernphasen, projektbasiertem Arbeiten sowie digitalem Arbeiten gehen wir in die richtige Richtung.
Die Industrie demonstriert gerade für den Erhalt ihrer 35 Stunden Woche, den vielen urlaubstagen und den schönen Boni. Wir hatten diese Privilegien nie. Was haben wir eigentlich? Das führt zu Frust und Abwanderung aus Schule 🙁 🙁

GriasDi
17 Tage zuvor
Antwortet  Ute

Mit Selbstlernphasen, projektbasiertem Arbeiten und Digitalisierung sind die skandinavischen Länder ja gut gefahren
Nicht umsonst fordern die Autoren, wissenschaftlich erprobte Methoden zu verwenden und nicht, was gerade Mode ist. Und bei solchen Studien kommen oben genannte Methoden nicht gut weg.

PetraOWL
23 Tage zuvor

Ich bin schon lange für die geforderten neuen Strukturen, die Schule muss sich an die neuen Bedingungen wie ‚new work‘ anpassen. Sie finden sonst kein Personal mehr bei den hohen Spritkosten, noch fehlendem Homeoffice und der hohen Stundenzahl (41 Stunden!).
Viele haben montags und freitags Homeoffice und bleiben zuhause, die pendeln dann nicht. Dazu kommen die ATZ Regelungen in vielen Betrieben und schöne Extrazahlungen, die keiner so richtig sieht, weil sie eben extra gezahlt werden 😉 Vom Dienstwagen, zur Zulage, zur Prämie. Selbst Geburtstagsgeld gibt‘s teilweise.

Rainer Zufall
22 Tage zuvor
Antwortet  PetraOWL

Welche „Vielen“ meinen Sie?

Muxi
23 Tage zuvor

Soso, Lesen, Schreiben und Rechnen sind also die Grundlagen von Bildung und diese Grundlage ist wichtiger als Modethemen.
Soweit kann man nur zustimmen und dem akademischen Paralleluniversum zu dieser Erkenntnis gratulieren.

Nur stören zwei Kleinigkeiten:

Erstens war es das akademischen Paralleluniversum, das überhaupt die Idee entwickelt hat, dass es irgendwie besseres geben könnte als Lesen, Schreiben und Rechnen zu üben. Und hat sich auch durch jahrzehntelange Misserfolge von dem Unsinn nicht abbringen lassen.

Und zweitens: Ein Land, das für so eine Binsenweisheit ein Expertenteam braucht, hat ein grundsätzliches intellektuelles Problem. Wer dafür Experten braucht, ist intellektuell auch nicht in der Lage offensichtlichen Unsinn zu erkennen („Schreiben nach Gehör“) wenn er von einem „Experten“ kommt. Wir alle dürften dafür im Lauf der Jahre jede Menge Beispiele erlebt haben.

Fazit:
Wir brauchen nicht solche Experten, sondern eine Schulverwaltung mit Urteilskraft, die für solche Offensichtlichkeiten keine Experten braucht

Horst Költze
21 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

eine Schulverwaltung mit Urteilskraft!
ABER! ABER! von 16 BildungsministerInnen sind 11 Seiteneinsteiger

Cassiopeia66
23 Tage zuvor

Frau Meloni hat da auch noch ein paar hilfreiche Vorschläge. In Italien scheint der gesunde Menschenverstand noch nicht abhandengekommen zu sein.

Katze
23 Tage zuvor

Man liest und denkt kurz, man sei in einer Parallelwelt gelandet, in der plötzlich wieder jemand bemerkt hat, dass Fachunterricht nicht aus Wohlfühlpädagogik, Bastelprojekten und ritualisiertem „Wir holen alle ab“ bestehen sollte, sondern aus Arbeit, Zeit und einer Lernkultur, die den Namen wirklich verdient. Jahrzehntelang wurde jeder Hinweis darauf als reaktionär abgebügelt. Und jetzt stehen oft dieselben Autoren und Bildungswissenschaftler da und verkünden mit der Gravitas eines Wetterfroschs, der Regen entdeckt hat: „Mehr Zeit fürs Wesentliche, weniger Überfrachtung.“ Ach wirklich. Die Überfrachtung, die sie selbst mit jedem neuen Projekt, jeder Kompetenzmatrix und jedem pädagogischen Trend wie eine Lawine ins System gekippt haben.
Dass erfolgreiche asiatische Systeme auf Disziplin, Wertschätzung und längere Lernzeiten setzen, wird nun als Überraschung präsentiert. Und während die „Bildungsreformer“ jetzt plötzlich die Tugenden entdecken, die sie jahrzehntelang als autoritäre Altlast diffamiert haben, liegen die Oldschool‑Lehrkräfte, die das nie vergessen haben, irgendwo zwischen Burnout, Hörsturz und innerer Kündigung. Man hat sie jahrelang so geframt, als seien sie pädagogische Fossilien, die Kinder brechen statt bilden, als seien klare Anforderungen ein Machtmissbrauch, als sei jede Form von Konsequenz ein persönlicher Angriff auf die kindliche Seele. Wer Disziplin verlangte und Grenzen setzte, galt als unempathisch. Wer fachliche Leistung einforderte, wurde als „leistungsfixiert“ etikettiert. Und wer sich weigerte, sich zum Lernbegleiter degradieren zu lassen, wurde zum Störfaktor erklärt — nicht, weil er schlecht arbeitete, sondern weil er nicht bereit war, sich dem pädagogischen Zeitgeist zu unterwerfen.
Und mitten in diesem Theater tut man so, als sei der Leistungsabsturz ein kosmisches Unglück, das einfach vom Himmel gefallen ist – nicht das Ergebnis eines Systems, das den Leistungsgedanken über Jahre systematisch weichgekocht, relativiert und schließlich in manchem „Lernlabor“ sogar als unpädagogisch abgestempelt hat.
Die Ironie ist so dick, dass man sie in Scheiben schneiden könnte. Logo, dass sich die Realität nicht von pädagogischen Wunschträumen beeindrucken lässt und die Reformarchitekten nun mit ernster Miene die Erkenntnis verkünden, man müsse wohl doch „zurück zum Wesentlichen“.
Man müsste ihnen keinen Taschenrechner reichen, sondern die Langzeitstatistik – und sie so lange davor stehen lassen, bis ihnen auffällt, dass sie selbst darin eine nicht zu unterschätzende Variable waren.

447
21 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Wo kommen wir hin,
das darf nicht sein,
wo geraten wir da rein?

Aus dem Veganerfachgeschäft,
da dringt ein lauter Schrei,
„Leute strömt herbei,
fettes Bratenallerlei!“

Erstaunt glaubt man im Traume sich,
was ist da nur geschehen?
Sollte am Ende Leistungstraining
nicht ohne Proteine gehn?

„Oh nein-nein-nein!“ ruft Frau Mehldorn-Retterich,
die jahrelang für „keine Noten“ stritt,
„Das ist ekelig, das geht doch nicht!“
„Bildung muss ganz fleischlos sein,
so ein patriarchal-bourgeoiser Mist,
der darf da nicht hinein!“

„Widerwärtig-abstossend ist das doch!“ tönt Herr Mahrig-Bergersdorf,
seines Zeichens Kompetenzfortbilder,
siebzehnfach bestätiger Kinderversteher,
akademisch qualifiziert zu wühlen und zu hetzen,
was richtigen Fachunterricht angeht.

„Da schreibe ich gleich ein ‚paper‘,
doppelt gesiegelt und faktengecheckt,
dass sowas ja eh traumatisierend ist
sozial böse und fortschrittsfeindlich,
das wird jetzt sofort abgeschickt,
die Philo-GEW,
die druckt das gerne,
dann geht alles wieder gewohnte Wege,
und das höre ich dann gerne!“

Während dessen weit weit fort,
fern in Asien an ruhigem Ort,
da surrt ganz leise das cluster,
mit ziemlich effizienten „Teilexperten“
schwimmt der „blaue Wahl“ da schon,
jetzt schon steuert er Drohnenschwärme,
regelt schon den ÖPNV einer ganzen Stadt –
Fühlirepublik „Schachmatt“.

Und böser-fieser-weise
ganz wurscht wie viele Geschlechter
sich im Unisexklo im Kreise drehen,
scheint es folgendermassen auszugehen:

Ob der Strom nun solar oder nuklear,
kohleverstromt oder doch halbgar,
aus der Leitung eifrig sprudelt,
das ist denen ganz egal,
denn was zählt ist das Ergebnis,
nicht Moraldruck gemessen in „bar“.

Wer halt richtig Schule macht,
eben genug MINTler hat…
…dieser doofe Zusammenhang,
ist natürlich streng verboten,
sehr wichtig ist es daher:
In Schule werde nicht viel zu viel geboten!

„Stress“ und „Schulangst“,
Hausaufgabenverbot und Sitzkreislogik,
integrierte Affektivitätskompetenz,
betreutes Denken in physikfreien Zonen,
Mathematik in Roman-Form,
Chemie ohne Formel,
Bummelrunde mit Kompetenzennorm.

Jetzt ist mal wieder PISA-Zeit,
da macht sich lustige Panik breit:
Die gleichen, hochdekorierten Wissenskrieger
bedecken plötzlich verschämt die Mieder:
„Und überhaupt, das ist kein Fehlschlag,
wichtig ist die Gerechtigkeitsnorm,
so bringen wir das ganz offensichtliche
Ding noch in ’ne gute Form!“

„Die Differenz, nun äh, jawoll,
das ist der Potential-Boost-Zoll,
moralisch sind wir voll im Soll!“

„Oh, aufgewacht und potzblitz nochmal!
Was kümmern die letzten Jahre mich,
was ich selber sagte,
steht gerade nicht zu Gesicht!
Lesen, Schreiben, Rechnen,
jetzt aber alle eifrig ran,
fort mit Komptenzendrang!“

Glaubwürdig wie Vorwahlpolitikerreden…
…diese Drohne übt lieber schweben!

Walter Hasenbrot
23 Tage zuvor

Nachdem Experten früher immer neue Projekte und Überflüssiges gefordert haben, fordern sie nun das Gegenteil.

Man weiß nicht, ob man lachen oder weinen soll.

447
21 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Hören Sie sofort auf, Muster zu erkennen.

vhh
23 Tage zuvor

„…dass längere tägliche Lernzeiten, Wertschätzung und Disziplin sowie eine ausgeprägte Lernkultur wichtige Faktoren für schulischen Erfolg sind..“ – war das nicht seit geraumer Zeit die Meinung eines nicht ganz kleinen Teils der ‚Praktiker‘? Wie schön, dass es jetzt auch wissenschaftliche Idee ist.
Ansatz für neue Forschung: es gibt dieses Gerücht, dass ein immer größerer Teil der leistungsschwächeren Schüler Fördermaßnahmen nicht annimmt. Behaupten jedenfalls wiederum einige ‚Praktiker‘. Könnte man das vielleicht untersuchen, bevor man immer individuellere, immer dichter getestete Fördermaßnahmen verordnet?
Steile These: brillantes Fördermaterial hilft wenig, wenn Selbstbild und Motivation nicht passen. Es ist nicht überwiegend so, dass die Ergebnisse schlecht sind, weil nicht, nicht gezielt oder mit falschen Materialien gefördert wird, bei einem recht kleinen Teil mag das stimmen. Früher: Schule mit Freunden sollte gegen Freizeit mit Freunden nicht zu stark zurückfallen. Heute: Schule mit manchmal Freunden konkurriert mit Nachmittag mit virtuellen Freunden/Welten/designten Endorphinschüben und Belohnungen. Bitte einmal Patentrezept entwickeln, nicht nur angepasstes Fördermaterial nach multiplen Vergleichstests. Wer mehr Daten = bessere Förderung = Lösung setzt, ignoriert den wichtigsten Teil des Problems.
Was ist eigentlich der Ertrag für lernwillige, leistungsstarke SchülerInnen? Noten, die den wahren Abstand längst nicht mehr zeigen, weniger Lehrerzeit, denn ‚die laufen schon und es gibt genug Probleme‘. Mit etwas Glück lohnt sich das später, aber oft genug sitzt im Beruf jemand vor ihnen (oder ihren Eltern) der/die mit den richtigen Leuten bekannt war. Sind wir wieder einmal bei ‚intrinsische Motivation stärken‘ und ’natürliche Lernbereitschaft nutzen‘ gelandet? Wahrscheinlich bin ich der Einzige, dem das nicht gut genug gelingt und in allen anderen Klassen warten die Schüler begierig auf Material, um ihre Rückstände aufzuholen, die in meinen auf meiner Motivierungsschwäche beruhen.

Walter Drews
23 Tage zuvor

„Hinzu kommt Ties Rabe, der selbst lange für erfolgreiche Bildungspolitik verantwortlich war.“

Erfolgreiche Bildungspolitik?
Aus Deutschland? Hamburg ist selbst innerhalb Deutschlands nur in der erweiterten Spitzengruppe der Bundesländer angelangt. Erfolgreich wäre Singapur oder Estland.

ed840
20 Tage zuvor
Antwortet  Walter Drews

Wie die SuS aus der unteren sozialen Schicht und SuS mit Migrationshintergrund bei IQB-2024 in den drei genannten Bundesländern jeweils abgeschnitten haben, findet in den Medien meist keine Erwähnung.

Fridolin
23 Tage zuvor

„Mehr Zeit für das Wesentliche und weniger Überfrachtung durch immer neue Inhalte und Projekte“
Jaaaaaaa!!!!

Lera
23 Tage zuvor

„Konkret verlangen sie fünf schnelle Entscheidungen:
ein verbindliches Schlüsselkompetenzprogramm für Lesen, Schreiben, Sprechen und Rechnen,“

Lieber ein verbindlicher Lehrplan mit konkreten Inhalten. Hat in UK funktioniert.“

„eine Lernstandsoffensive für die Klassen eins bis acht,“

Lieber nicht. Das ist doch wieder ein Zeiträuber, bringt Unruhe und die Kinder ständig in Testsituationen. Die Ergebnisse der ach so effizienten Tests am Ipad sind insbesondere in der Grundschule oft nicht aussagekräftig, weil das Testformat für einige Kinder nicht geeignet ist, und einige tippen am Tablet viel zu schnell weiter statt zu überlegen.
Wenn man über Kinder etwas wissen will, ist ein 20-minütiger Ipad-Test vielleicht nicht das beste Mittel.
Die Vorstellung , dass man mal eben schnell nebenbei ohne Aufwand für irgendwen erfahren könnte, wo ein Kind in seinem Lernprozess und in seiner Entwicklung steht, ist bizarr. Der feuchte Traum der Technokraten, die Welt per Mausklick zu verändern, hat im pädagogischen Schonraum Schule absolut nichts zu suchen. Hier findet Beziehungsarbeit statt. Die Kinder vertrauen MIR. Und dieses Vertrauen wird untergraben durch ständiges Reinpfuschen. Vier mal im Jahr – mindestens – soll man mehrere Tests durchführen. Das summiert sich auf etwa 15-20 Unterrichtsstunden, die nicht für Unterricht zur Verfügung stehen – fast eine ganze Schulwoche. Und was bekomme ich dafür? Die Bestätigung meiner Einschätzung der Schüler (90%), die Bestätigung meiner Vorbehalte gegenüber schnell-schnell-am-Ipad-Tests (9%) und homöopathisch sicherlich auch mal einen nützlichen Hinweis – auch ein blindes Ipad findet mal ein Korn.
Ganz im Ernst: Lehrer verbringen viel Zeit mit ihren Schülern, vor allem in der Grindschule. Sie kennen ihre Schüler sehr gut. Wie vermessen ist es, zu glauben, dass diese zack-zack-Diagnostik das mal eben so, nebenbei übertreffen kann? Jaja, die Evidenz, natürlich. Evidenz ist – bitte festhalten – in der Pädagogik mindestens: schwierig. Das berühmte Spiegelei, das man an die Wand nageln möchte. Lese-Hausaufgabe: „Evidenzbasierte Pädagogik“ von Ahrbeck.

„flächendeckende Sprachdiagnostik und Förderung vor der Einschulung,“

Lieber nur flächendeckende Förderung. Einfach gute Elementarbildung zum Standard machen. Für alle. Immer. Genial, oder? Und ganz ohne Test-Bling-Bling. Schade, keine Euros für die Test-Industrie 🙁 Aber mehr Euros für gute Bildung, zum Beispiel mehr Lehrer. Juhu!

„eine Neuordnung der Lernzeit sowie“

Da muss nichts neu geordnet werden, da sollte einfach in den Stunden das stattfinden, was im Stundenplan steht – und nicht der 4. Sitzkreis und das 3. Frühstück. Dann braucht man auch keine „Bänder“ zum Lesen, Schreiben und Rechnen, das kann man prima in Deutsch und Mathe machen – früher war das so 😉

„eine verstärkte Qualitätsoffensive für den Unterricht.“

Ja, gerne, sie sollte darin bestehen, dass man mich mal meine Arbeit machen lässt.

Küstenfuchs
23 Tage zuvor

Riecke-Baulecke haben wir in Schleswig-Holstein noch in „guter“ Erinnerung. Seine Meinung ist mir daher völlig schnuppe.

Lera
21 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Dito

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor

Nicht nur fordern, sondern massiv Einfluss nehmen und umsetzen! Danke!

BrandenburgerLehrer
22 Tage zuvor

Pisa abschaffen. Ersetzen wir es durch einen Test, der untersucht, wir angestoßene Veränderungen wirken. Vergleichsarbeiten als Ziel Schüler zu fördern und ihren Fortschritt aufzuzeigen. Was nützen und internationale Vergleiche? Die Schüler brauchen einen Vergleich zu ihren eigenen Fortschritten. Daraus lässt sich auch ableiten, ob die Bildung, das System funktioniert.

Ja ja, naiv und bestimmt auch zu einfach gedacht. Bildung ist der Weg des Menschen zur Selbsterkenntnis und Selbstwirksamkeit.

Eigene Meinung: Mit ist egal wie gut die Finnen sind oder Südkorea oder oder. Mit ist wichtig, dass mein Kind Spaß hat und am Ende der Schule weiß, was es weiter machen will. Kein Druck. Kein Wettbewerb. Es ist alles so ermüdend.

notfunny
22 Tage zuvor

Tests, Tests, Tests – und wann sollen wir unterrichten? Schön, dass uns dann individuell passgenaue Materialien zur Verfügung gestellt werden. Übungsmaterialien machen aber noch keinen Unterricht. Und spannend wird das schon gar nicht. Was hier gefordert wird, ist diagnostikbasierte individuelle Lerntherapie, wie sie sich in Kleinstgruppen durchführen lässt. Das passt für vorschulische und außerunterrichtliche Angebote, nicht für Klassen mit 20 bis 30 SuS. Auf solche weltfremden Ideen kommt man nur im Elfenbeinturm.

Laromir
22 Tage zuvor

Bekommen die Schulen dann auch das entsprechende Personal dafür? Alles schön und gut, aber wie viel Stoff soll gestrichen werden, damit man diese ganzen Test in der Unterrichtszeit hinbekommen kann? Und wie wird garantiert, dass nicht weitere 10 Formulare ausgefüllt werden müssen, um nachzuweisen, was man alles getestet und gefördert hat? In den letzten Jahren ist alles nur mehr statt weniger Bürokratie geworden. Pragmatisch funktioniert nichts. Sprachförderung ist so ein Ding z.B. Kinder müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit sie zusätzlich Deutsch als Fremdsprache Förderung bekommen. Für mich persönlich wäre hier das einzige Kriterium, kann das Kind ausreichend Deutsch oder sollte das verbessert werden. Egal ob das Kind hier geboren ist oder nicht, egal ob Grundschule, Sek I oder ll, ohne bürokratischen Aufwand. Alles schöne Forderungen, am Ende werden die Lehrkräfte nur noch mehr zu dokumentieren haben, neue Zertifikate sollen vorgelegt werden und es wird trotzdem nicht besser, weil das Übliche eben, keine Geld, keine Zeit, kein Personal. Als würde es den LuL und den Schulen echt an Ideen Mängeln, so kommt man sich hier bei den Aussagen solcher Expertengruppen vor. Alles super auf dem Papier, die Realität für SuS und LuL sieht aber am Ende immer anders aus.

Tigrib
22 Tage zuvor

Und wer soll wann fördern? Es gibt jetzt schon zu wenig Lehrer.

Die Balkon
22 Tage zuvor

Wer hat denn die Schulen mit Reformen zugesch…neit? Die Lehrer? Wo bleibt das mea culpa?

Pröpper Daniela
22 Tage zuvor

Nach der Hälfte des Artikels habe ich aufgehört zu lesen. Seit Jahren immer wieder dieselben Floskeln. ‚Soziale Unterschiede“, ich kann es nicht mehr hören. Komme selbst aus einfachen Verhältnissen und habe als erste in der Familie studiert. Bildung war in meiner Familie immer ein hohes Gut, Gedichte auswendig lernen, lesen, korrekte Rechtschreibung, Kopfrechnen auf der Tagesordnung. Ich persönlich habe mit 65 Jh mein Graecum nachgeholt und studiere inzwischen Philosophie. Zum Lernen gehört Disziplin auch im Alter und gute Noten machen glücklich. Der familiäre Hintergrund ist zweitrangig. Man muss nur ‚WOLLEN“ und sich anstrengen, dann klappt es auch!!!

ed840
22 Tage zuvor
Antwortet  Pröpper Daniela

Da scheinen Sie richtig zu liegen. Laut PISA-Koordinatoren wiesen SuS, die positive Werte bei „family support“ angaben, bis zu 35 Pkt Unterschied zur jeweiligen Vergleichsgruppe aus.

JJoe
22 Tage zuvor

PISA-Schock in Deutschland: Während die Leistungen der Schüler stark zurückgehen, wird ein entscheidender Faktor völlig außer Acht gelassen: der Test selbst. Warum die Methodik der PISA-Studie fragwürdiger ist denn je.

Der PISA-Betrug? Warum die Ergebnisse nicht stimmen können
https://www.youtube.com/watch?v=GrHfGq-97cE

Rainer Zufall
22 Tage zuvor

…
also gar kein Wort zu der enormen Abhängkeit des Bildungserfolgs vom (Wohlstand des) Elternhaus(es)?
Dafür, dass mehr wert auf die wissenschaftliche Arbeit gelegt werden soll – was ich grundsetzlich beführworte – werden hier zentrale Ergebnisse von PISA übersehen, oder?

Nicht, dass der große Handlungsbedarf gerade bei Schwächeren begeistert abgenickt und anschließend bei eben den Familien angeladen wird, welche die notwendigen Rahmenbedingungen nicht bieten…

Wolfgang Beywl
22 Tage zuvor

Zum Punkt: Mehr Lernstandserhebungen. Seit es PISA gibt, ist dies eine Standard-Forderung. Dabei fehlen Nachweise, dass diese auch zu besserem Lehren und Lernen führt. Im Gegenteil: die Forschungslage ist seit Jahrzehnten, dass dies misslingt. Es sei denn, man denkt von den Nutzungsbedingungen und -erwartungen der Profis her und geht die datengestützte Entwicklung mit ihnen gemeinsam – auf Augenhöhe – an. Dass dies funktioniert, dafür gibt es Belege.

Horst Költze
21 Tage zuvor
Antwortet  Wolfgang Beywl

FAZIT

aus PISA 2025 im Klartext

 

I.                  Eine viertel Milliarde € „verbrannt“!
1.         in
einem Vierteljahrhundert
2.         für
PISA, TIMSS, IGLU, VERA 3, VERA 8,
IQB-Bildungstrends
3.         durch
datengestützte Output-Bildung des digitalen Taylorismus
4.         mit
SchülerInnen als Kennziffer
5.         im
widernatürlichen Bildungsszenario aus standardisierten Lerninhalten mit permanenter Fremdkontrolle
6.         weil
BildungsministerInnen den organischen Denkapparat der SchülerInnen ignorieren,
denn das Schüler-Gehirn scannt mit seinem neurobiologischen Gehirnmechanismus das widernatürliche Bildungsszenario
aus standardisierten Lerninhalten mit permanenter Fremdkontrolle als Bedrohung.
Das Bedrohungsgefühl löst die Alarmzentrale des Gehirnmechanismus aus.
Der Gehirnmechanismus reduziert die Funktionen des Denkapparates,
die nicht zum Überleben gebraucht werden, wie z. B. nachhaltiges Lernen.
 
II.              Die tragische Ironie datengestützter Bildungspolitik:
BildungsministerInnen wollen mit datengestützten Bildungsmaßnahmen
das Bildungsniveau der SchülerInnen heben,
ABER
sie blockieren mit widernatürlichen Lernbedingungen den Lernerfolg selbst.

Bildungsnah
22 Tage zuvor

Naja, nächste Woche werden dann doch wieder Demokratie-Erziehung, Social Media Kompetenz, der 25. Mobbing Workshop, Vape Prävention, Fake News Schulungen, Glücksunterricht etc. pp. gefordert. Sorry, für Rechnen ist in der Schule einfach kein Raum mehr.

Und das jemand den leistungsstarken Kindern gerecht werden will, halte ich für unwahrscheinlich. Zumindest in unserer Gegend wurden die entsprechenden Angebote in den letzten Jahren konsequent zurückgefahren. Ist ja auch schlecht wegen der „Bildungsungerechtigkeit“, die als der reine Leistungsunterschied zwischen leistungsschwachen und leistungsstarken Schülern verstanden wird.

Monika, BY
22 Tage zuvor

Wenn ich mir nur den Stundenplan meiner Kinder anschaue…Jeden Tag muss man in jedem Fach mit einer Abfrage oder einer Ex rechnen, teilweise in fünf Fächern gleichzeitig mit Abfrage und Ex jeden Tag, in jedem Fach. Ich weiß nicht, wie blind man sein muss, um nicht zu erkennen, dass das mit Bildung kaum noch etwas zu tun hat, sondern immer mehr nur noch mit dem Sammeln von Noten.

Unverständlich ist für mich auch, dass die CSU nicht erkennt, dass dieses Bildungssystem noch von gestern ist. München hat hier einen großen Schritt gemacht und den Gymnasien vorgeschlagen und sogar sehr deutlich empfohlen die Exen endlich abzuschaffen. Viele Gymnasien in München haben das auch getan.

Aber das betrifft eben vor allem München. Im restlichen Bayern wurden die Exen nicht nur vielerorts beibehalten, sondern an manchen Schulen, wie bei uns, sogar noch ausgeweitet. Exen in wortwortlich jedem Fach, jeden Tag, zusätzlich Abfragen und natürlich weiterhin Schulaufgaben. In manchen Fächern werden Schulaufgaben inzwischen sogar nur noch 1:1 mit den Exen gewichtet.

Unverschämt ist auch, dass die Eltern darüber weder einen Elternbrief noch irgendeine andere Information bekommen haben. Und das Traurigste daran ist – von allen Seiten wird ständig betont, wie wichtig die Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus sei.

Die Kinder haben einfach aus jedem Fach einen Ausdruck mit den Neuerungen mit nach Hause gebracht. Von der Schule selbst kam dazu kein einziges Wort.
Was hier im deutschen Schulsystem passiert, ist einfach beschämend. Einfach nur traurig und respektlos gegenüber Eltern und Schülern.

Der Fokus liegt leider immer mehr und mehr auf den Noten und nicht auf dem Wissen. Jeder fragt nur: Welche Note? Welcher Schnitt? Aber kaum jemand fragt, wie viel bei den Schülern nach dem Test wirklich nachhaltig hängen bleibt. Und das haben sie nicht, weil Wissen Zeit braucht.

Bla
21 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Sie haben erkannt, worum es (in der Schule) geht … Um Noten.
Das wurde und wird ja von vielen auch genau so gefordert. Aus und von jeglichen „Seiten“. Warum wundert man sich denn dann darüber auch noch? Absolut verständlich, dass das der Fixpunkt/Anker ist.

Und man beruft sich halt dann mitunter auf:
– „Rückmeldung“
– „Leistungsstand“
– Selektionsfunktion [aber bitte nicht so benennen … Das ist böse wiederum]
– Berechtigungsfunktion [aber auch das … Pssst. Soll jeder zwar „Chancen haben“ … Aber irgendwo „braucht“ man ja doch eine Berechtigungsfunktion. Nur nicht so direkt nennen bitte.]
– Vergleichbarkeit [jedoch auch hier … Sportlich sehen. Und bloß nicht den Druck erwähnen. Und ohnehin … Wettbewerb? Nope. Vergleichbarkeit ist uns wichtig. Aber irgendwie doch egal. Sollen ja auch alle weiter kommen]
– „Leistungsanreiz“ … Ehm Motivation. Ehm … Ja, die sollen halt irgendwie gebändi… ehm mitmachen. Sie sollen Mitmachen. Aber am Schluss sollen trotzdem alle mit dabei sein. Bitte. [Und bitte auch dies nicht benennen. Klingt ja schon nach „verlorener Pädagogik/Schulalltag“.]

Warum nicht abschaffen?
Naja … Wer soll denn die qualitativen Alternativen stellen?
-> Lernentwicklungsberichte bspw. … Bloß nicht. Was das auch für ein Aufwand wäre.
Und dann wirkt das auch noch weniger objektiv … Da muss eine Gerechtigkeit her durch (Schein-)Notenobjektivität. Klar.
Tradition muss auch sein. Wollen wir denn alles abschaffen? Nene. Wie lange machen „wir“ das denn schon? Na .. sehen Sie. Weiter so.
Und denken Sie doch mal an die ganzen Unternehmen und Hochschulen. Wie soll das ohne Noten denn gehen? Also die Berechtigungsfunktion? Wie? Hochschulen und Unis klagen, dass die kaum noch Aussagekraft haben? Unternehmen gehen oftmals sowieso auf eigenes Assessment? Und beklagen sich ebenfalls, dass viele „untauglich“ [trotz Noten] sind? Puh. Bitte auch das nicht benennen … Dann wären Noten ja irgendwie gescheitert. Zumindest als „generelles Gesamtkonstrukt“ als Systembereich.

Also … Es bleibt dabei. Wir bleiben bei Noten und gut. Dann haben „wir“ auch Kontrolle. Zumindest denkt man das. Nur die Konsequenz und Konsistenz hinkt da bissl. Aber was solls.
Scheißen sich doch sowieso immer weniger um die Noten am Brennpunkt oftmals. Aber auch die jucken halt nicht.
Am Gym funktioniert das noch bissl anscheinend. Daher bleibt das. Für alle. Zumindest im Regelbetrieb.

Gut erkannt … Und benannt … Wird sich jedoch vermeintlich erstmal nicht ändern. Und „erstmal“ kann eine sehr lange Zeit sein.

Rudolf Meraner
22 Tage zuvor

Das Beste, das Fundierteste, das ich letzter Zeit gelesen habe. Gratulation.

Lera
20 Tage zuvor
Antwortet  Rudolf Meraner

Sie lesen offenbar wenig.

Monika, BY
22 Tage zuvor

Durch diesen ganzen Druck mit den Exen werden vor allem die Hauptfächer zu kurz kommen. Denn allein für Latein, Mathe, Physik, Deutsch und Englisch hat man schon genug zu tun, wenn man den Stoff wirklich verstehen und nachhaltig lernen möchte. Exen in allen Fächern – von den Hauptfächern bis zu den Nebenfächern – dazu noch Abfragen und Schulaufgaben, sind einfach sinnlos und kontraproduktiv. Dafür muss man wirklich kein Bildungsexperte sein, um zu erkennen, dass dieses System so nicht sinnvoll funktionieren kann.

PISA-Studie hin oder her – oder irgendwelche anderen Studien… Entscheidend ist doch, ob nachhaltiges Lernen stattfindet. Und genau das gibt es leider viel zu wenig. Stattdessen geht es immer mehr nur noch um Noten und Notendurchschnitte. schnell alles auswendig lernen, die Ex oder Schulaufgabe schreiben und danach wieder vergessen.

Langfristig kostet so ein Schulsystem jedes Land unglaublich viel, weil dabei zwar viele Noten produziert werden, aber viel zu wenig dauerhaftes Wissen.

Horst Költze
21 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

KOSTET UNGLAUBLICH VIEL
Ja-
 eine viertel Milliarde €
  in
einem Vierteljahrhundert
 für
PISA, TIMSS, IGLU, VERA 3, VERA 8,
IQB-Bildungstrends

Muxi
20 Tage zuvor
Antwortet  Monika, BY

Die Exen sind ein Relikt aus einer Zeit, in der Gymnasien und Realschulen Qualitätsstandards gesichert haben, indem sie Schüler mit Schwächen einfach rausgeworfen und an die Volksschule angeschoben haben. Und für diesen Zweck sind Exen tatsächlich sehr gut geeignet und helfen mit, dass nur Schnelllerner übrig bleiben.
An den heutigen Schulen sind wir zum Glück zivilisatorisch weiter und reagieren auf Lernschwierigkeiten nicht mehr einfach mit Rausprüfen. Aber unsere (unfähige) Bildungspolitik will das System dafür nicht umgestalten. So kommt der merkwürdige Zustand her, dass Schüler einerseits in einem dauerden Überforderungszustand sind, aber andererseits trotzdem durchkommen. So tut aber aber niemandem gut.

ed840
20 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

„reagieren auf Lernschwierigkeiten „

Die müssten dann aber die Schulaufgaben noch stärker betreffen, da dort zumindest zu meiner Schulzeit deutlich umfangreicherer Stoff und komplexere Aufgaben drankamen. Wird sich vermutlich nicht geändert haben?

Wenn jemand nur bei unangekündigten Leistungsnachweisen schlechte Leistungen erbringt, aber nicht bei angekündigten Tests, würde ich nicht auf Lernschwierigkeiten tippen.

Muxi
20 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Bei angekündigten Tests hat man schlicht mehr Zeit zum Vorbereiten und weiß auch genauer was dran kommt. Das macht das Lernen i.d.R. leichter. Bei Exen müssen sich Schüler ja auch jede Stunde in jedem Fach vorbereiten, bei recht neuem Stoff und das kann dann nicht gründlich sein.
Und Lernprobleme machen sich bei weniger gründlichem Lernen stärker bemerkbar, einfach, weil da fehlende Übung und Routine (die es noch nicht geben kann) stärker zum Tragen kommt.

ed840
20 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

„und weiß auch genauer was dran kommt.„

Wie kann das sein, wenn bei Exen nur der Stoff der letzten beiden Unterrichtsstunden drankommen darf bei maximal 20 min Dauer, bei angekündigten Tests der Stoff von mehreren Schulwochen mit bis zu 90 min Dauer ?

Muxi
20 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Weil dem Lehrer klar ist was der Stoff der letzten 2 Stunden ist, Schüler aber a) nicht in „was haben wir in welcher Stunde gemacht“ denken, sondern in Themen vom Schulbuch, und b) weil Schüler keine Ahnung haben (können), was von dem bisherigen Stoff schon unter Grundwissen fällt bzw. für Transfer trotzdem gemacht werden kann.
Man darf als Lehrer nicht den Fehler machen zu glauben, Schülern wären die eigenen Stundenschwerpunkte genauso klar, wie einem selber.

ed840
20 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Kann ich als Laie nicht beurteilen wie das heutzutage abläuft.

Ich kenne das nur aus meiner eigenen Schulzeit.
In Schulaufgaben kam damals wesentlich mehr Stoff dran und die Aufgaben waren deutlich komplexer und mit mehr Transfer und Problemlösung als in den Exen.

Waren damals auch keine kompetenzorientierten Aufgaben bei denen sich der größte Teil der Lösungen aus den Infomaterialen herauslesen lässt.

Pröpper Daniela
21 Tage zuvor

Wie kann es sein, dass deutsche SchülerInnen bei PISA immer schlechter abschneiden. es an Lesekompetenz mangelt, ganz zu schweigen von den MINT-Fächern, die Durchschnittsnoten beim Abi aber immer besser werden Ein Einser-Durchschnitt wird immer mehr zur Regel. Als ich 1977 Abi gemacht habe, war er die absolute Ausnahme. Mit einem Durchschnitt von 2,4 hatte ich das achtbeste Abi. Wie ist das zu erklären? Für mich nicht nachvollziehbar, sorry..Statt ständig von “ sozialer Ungleichheit zu schwafeln, sollten die Damen und Herren Pädagogen und die GEW sich doch zu dieser Ungereimtheit mal äußern.

Stine
21 Tage zuvor

Ich sehe das Thema ja nur aus der Perspektive als Mutter, aber wenn ich mir den Deutschunterricht der Grundschule bei uns ansehe, bin ich ratlos. Da wird sich monate-, ja eigentlich jahrelang mit dem Zebra beschäftigt und den Grundlagen der Rechtschreibung. Schwingen, Ableiten, Verlängern. Arbeiten an einzelnen Wörtern, weil „das sitzen muss“, das sollen ja alle können. Es können aber auch in Klasse 3 noch nicht alle, einige können nicht mal lesen. Und so wird weiter Seite um Seite ausgefüllt, bis es zu den Ohren herauskommt. Dann soll man Wörter nachschlagen in der Liste und notieren, auf welcher Seite sie stehen. Die Kinder verstehen gar nicht, WARUM sie das machen sollen, weil sie die Wörter alle längst kennen. Bei vielen ist Frust entstanden. Und wenn es dann hoffentlich irgendwann mal dazu kommt, dass sie mehr als ein Wort schreiben – vielleicht sogar mal einen Aufsatz (Diktate sind ja böse und die gibt es nicht, Schreibschrift und Füller sind völlig unbekannt), ja dann – zählt die Rechtschreibung nicht. Sie sollen ja ins Schreiben kommen, da kann man sie damit nicht auch noch verwirren! Dass man das so getrennt betrachtet und Aufgaben nicht mischt und damit auch vielleicht mal einen Grund hat, einen Text selber nach den Regeln zu korrigieren, ein Wort nachzuschlagen, das erschließt sich mir überhaupt nicht. Bei der Lesezeit, wo alle alleine vor sich hinwurschteln und man nicht weiß, wie das verbessern soll, hieß es neulich, die Kinder sollen auch mal ein Buch vorstellen. Es gäbe eine App, da könne man das Buch fotografieren und die App stellt dann den Inhalt vor. Ich habe leichtsinnig angenommen, die Kinder würden das machen! Mittlerweile gibt es viele Eltern, die sich darüber austauschen, was man zuhause mit den Kindern machen kann – damit sie gefordert werden und was lernen und das Gelernte parallel auch mal anwenden. Die beim Lehrer nachfragen, was die Kinder eigentlich machen, und damit unbeliebt sind. Und wie beim großen Kind werden das vermutlich die Kinder sein, die das Gymnasium besuchen.

unverzagte
21 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Für solche Ratlosigkeiten sollte eine Elternvertretung ansprechbar sein.

Bildungsnah
20 Tage zuvor
Antwortet  Stine

Sich als Eltern auszutauschen und sich vor allem auch selber informieren und tätig zu werden, ist vermutlich die einzige Chance für die Kinder. Wer nach all den Erfahrungen immer noch auf die Experten hört, dem ist vermutlich nicht mehr zu helfen. Mein Kind fängt jetzt in seiner Freizeit an Schreibschrift zu lernen. Wir haben ein entsprechendes Lernheft besorgt. Auf der weiterführenden Schule mit dem üblichen Schreibpensum in Klausuren funktioniert die mit 7 Jahren selbst entwickelte Schrift eben doch nicht mehr. Wer hätte das gedacht?

Warum wird die sogenannte Bildungsungerechtigkeit, also die Abhängigkeit des Bildungserfolges vom Elternhaus immer größer, obwohl doch so viele Maßnahmen dagegen ergriffen wurden? Weil manche Eltern eben nicht akzeptieren, dass für das Ziel der Gleichheit alle auf dem unteren Niveau gehalten werden. Wir wollen unseren Kindern ähnliche Bildungschancen geben, wie wir sie hatten. Die Experten haben aber das Schulsystem in vielen Bundesländern so grundlegend angegriffen, dass das leider nur durch zusätzliche Bildung zu Hause zu realisieren ist. Die Kernthemen werden komplett vernachlässigt, alle Anforderungen durch Wohlfühlpädagogik ersetzt und die verhaltenskreativen Kinder dominieren die Show, die früher mal Unterricht genannt wurde.

Rainer Zufall
19 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Über Startchancen sind wir sehr glücklich.
Nicht auszumalen, wenn sowas selbstverständlich würde..

Horst Költze
21 Tage zuvor

Systemische Grundfragen zu den Grundannahmen der zehn Vorschläge
für ein Sofortprogramm als Antwort
auf PISA 2025
 
1.        Grundannahme:
Bildungsstandards als primäres Steuerungsziel
 
2.        Grundannahme:
SchülerIn als zu optimierende Systemkomponente

Aus systemischer Sicht erzeugen diese beiden Grundannahmen
einen strukturellen Widerspruch zu den Anforderungen einer modernen Wissens- und Netzwerkgesellschaft.

Mit dem Sofortprogramm versuchen Thomas Riecke-Baulecke, Ulrich Trautwein, Ties Rabe, Felicitas Thiel und Marco Haaf ein hochkomplexes, lebendiges System (Mensch/Schule) mit den Methoden der industriellen Fließbandfertigung (Standardisierung/Objektifizierung) zu steuern.

Die zehn Vorschläge müssen sich daher der Frage stellen,
ob sie Symptome kurieren oder die systemischen Systemfehler nur weiter verfestigen.
 
Die zehn Vorschläge sind ein klassischer Versuch der systemischen Selbststabilisierung durch Erhöhung der Kontrolldichte.

Sie gehen davon aus, dass das System Schule durch klare Ziele, Datenrückkopplung und optimierte Prozesse repariert werden kann.
 
Die systemische Grundfrage,
die über dem gesamten zehn Kernpunkteprogramm schwebt,
lautet letztlich:

Kann ein inhärent komplexes, menschliches System durch eine lineare Mechanik
aus Standardisierung und Objektifizierung nachhaltig gesunden?

ODER

erzeugt genau dieser Kontrollanspruch die krisenhaften Wirkungen, die er eigentlich bekämpfen will?
 

Stefan Ruppaner
20 Tage zuvor

Schulabsentismus: Blau machen oder ein Notruf?
Vielleicht sollten wir uns bei Schulabsentismus weniger fragen, was mit dem Kind nicht stimmt, sondern viel häufiger, was mit der Schule nicht stimmt.
Wenn Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule gehen wollen oder können, kann das ein Notruf sein. Ein Hinweis darauf, dass Schule für sie zu einem Ort geworden ist, an dem sie sich nicht wohlfühlen, nicht gesehen werden oder nicht so lernen können, wie es ihren Bedürfnissen entspricht.
Wir leben im digitalen Zeitalter. Lernen ist längst nicht mehr an einen bestimmten Raum und eine bestimmte Zeit gebunden. Technisch wäre es heute problemlos möglich, Lernen zeitweise auch zu Hause oder an anderen Orten zu ermöglichen. Trotzdem hält Deutschland sehr konsequent an der Präsenzpflicht fest. Ein Verbot für Homrschooling gibt es weltweit nur in China, Nordkorea Weißrussland und Deutschland.
Vielleicht sollten wir deshalb nicht nur fragen:
Wie bekommen wir das Kind wieder in die Schule?
Sondern:
Was müssen wir an Schule verändern, damit dieses Kind wieder gerne kommt und gerne lernt?
Aus Sicht der Schmetterlingspädagogik muss das Kind mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen – nicht die Institution Schule.
Schulabsentismus ist deshalb für mich nicht nur ein Problem einzelner Kinder. Er kann auch ein Warnsignal für ein Schulsystem sein, das zu wenig danach fragt, was Kinder zum erfolgreichen und freudvollen Lernen brauchen.
Nicht jedes Fernbleiben ist ein Notruf.
Aber jeder Notruf sollte uns auch dazu bringen, über Schule nachzudenken.

ed840
20 Tage zuvor
Antwortet  Stefan Ruppaner

„Schulabsentismus: Blau machen oder ein Notruf?„

Berechtigte Frage.

Wenn man auf die Ergebnisse von PISA vertraut, scheint das Problem Schulabsentismus an Schulen in DE im Vergleich zu anderen Ländern wenigstens deutlich weniger groß zu sein.

Laut OECD-Bericht betrug bei PISA-2025 der Durchschnittswert für „truancy“ 34%, in DE nur 22%.

„Ein Hinweis darauf, dass Schule für sie zu einem Ort geworden ist, an dem sie sich nicht wohlfühlen, nicht gesehen werden oder nicht so lernen können, wie es ihren Bedürfnissen entspricht.„

Auch beim Kriterium „sense of belonging at school“ war der Wert in DE mit 0,24 deutlich besser als der OECD-Schnitt von 0,09.